#Interview – „Der Unicorn-Status war kein Ziel“

#Interview

“Finn hat sich in den vergangenen sieben Jahren von einem Startup zu Deutschlands führendem Anbieter für Auto Abos entwickelt”, sagt Gründer Maximilian Wühr. In den vergangenen Jahren flossen dabei mehr als 350 Millionen Euro in das Unicorn.

„Der Unicorn-Status war kein Ziel“

Mittwoch, 1. Juli 2026VonAlexander

Das 2019 gegründete Münchner Mobility-Unternehmen Finn stieg kürzlich zum Unicorn auf. Das Unternehmen, das zuvor schon länger als Soonicorn galt, setzt auf Auto-Abos und kommt inzwischen auf einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von über 300 Millionen Euro.

Investoren wie Portage, BC Partners, Runway Growth Capital, SevenVentures, UVC Partners, Planet First Partners, Korelya Capital, White Star Capital, HV Capital, Picus Capital und Keen Venture Partners investierten in den vergangenen Jahren mehr als 350 Millionen Euro in Finn.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Maximilian Wühr einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei Finn, das derzeit 400 Mitarbeitenden beschäftigt.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Finn erklären?

Ich würde sagen: Wir machen Mobilität einfacher. Statt ein Auto zu kaufen oder zu leasen, können unsere Kundinnen und Kunden ein Auto flexibel bequem übers Internet abonnieren. Sie suchen sich ihr Fahrzeug online aus, wir kümmern uns um Versicherung, Zulassung, Wartung und vieles mehr. So können Menschen ein Auto nutzen, ohne sich langfristig festlegen zu müssen.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Die Grundidee ist seit der Gründung 2019 dieselbe geblieben. Natürlich haben wir das Modell kontinuierlich weiterentwickelt, unsere Technologie verbessert und unser Angebot ausgebaut. Aber wir hatten keinen Pivot. Unsere Vision war von Anfang an, Menschen mit dem Auto Abo einen einfachen, flexiblen und digitalen Zugang zum Auto zu ermöglichen.

Wie hat sich Finn seit der Gründung entwickelt?

Finn hat sich in den vergangenen sieben Jahren von einem Münchner Startup zu Deutschlands führendem Anbieter für Auto Abos entwickelt. Seit unserer letzten Finanzierungsrunde konnten wir die Zahl unserer Auto Abos von rund 25.000 auf über 50.000 mehr als verdoppeln. Unser jährlich wiederkehrender Umsatz (ARR) liegt heute bei über 300 Millionen Euro. Zudem haben wir wichtige Fortschritte bei Profitabilität, Technologie und operativer Exzellenz erzielt.

Zuletzt konntet Ihr weitere 140 Millionen einsammeln. Wofür benötigt Ihr das viele Geld?

Die Finanzierung hilft uns vor allem dabei, Finn langfristig noch solider aufzustellen und das Fundament für die nächste Wachstumsphase zu stärken. Mit der verbesserten Kapitalisierung schaffen wir die Voraussetzungen, unser Geschäft nachhaltiger zu skalieren und unsere Finanzierungsstruktur weiter zu optimieren. Gleichzeitig investieren wir gezielt in unsere Plattform, unsere operative Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Kundenerlebnisses.

Im Zuge der letzten Investmentrunde seid Ihr zudem zum Unicorn aufgestiegen. Was bedeutet Dir dieser Status?

Der Unicorn-Status war kein Ziel, auf das wir aktiv hingearbeitet haben. Für mich ist er vor allem eine Bestätigung dessen, was unser Team in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Natürlich ist es ein besonderer Meilenstein.

Wo steht Finn in einem Jahr?

Unser Fokus liegt klar darauf, unsere Führungsposition in Deutschland weiter auszubauen und die Grundlage für weiteres Wachstum in Europa zu schaffen. Wir wollen unsere Plattform weiter skalieren, unser Angebot verbessern und noch mehr Menschen von flexibler Mobilität überzeugen.

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Foto (oben): Finn

#DealMonitor – Stark erhält 500 Millionen – Finn sammelt 140 Millionen ein

#DealMonitor

#DealMonitor DefenseTech-Unicorn Stark erhält 500 Millionen Auto-Abo-Grownup Finn sammelt 140 Millionen ein – und wird ein Unicorn KI-Startup Ora Computing sammelt 3,5 Millionen ein Robotik-Startup Innok Robotics erhält 3,3 Millionen

Stark erhält 500 Millionen – Finn sammelt 140 Millionen ein

Mittwoch, 24. Juni 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 24. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

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INVESTMENTS

Stark

Der amerikanische Geldgeber Sequoia Capital, Nato Innovation Fund (NIF), Project A Ventures, Air Street Capital, 201 Ventures, Advent und Döpfner Capital investieren 500 Millionen Euro in Stark. Das junge Berliner DefenseTech, 2024 vom Quantum Systems-Gründer Florian Seibel und Sven Kruck gegründet, setzt unter anderem auf Kampfdrohnen (Loitering Munition System). Im Zuge der Investmentrunde wird das Unternehmen mit mehr als 3,2 Milliarden Euro (zuvor 1 Milliarde) bewertet – wie das Handelsblatt berichtet. Das frische Kapital soll insbesondere in die Forschung fließen. Seit der Gründung sammelte das Unternehmen bereits rund 640 Millionen ein. Mehr über Stark

Finn

Der kanadische Geldgeber Portage, Planet First Partners, Korelya Capital, White Star Capital, HV Capital, Picus Capital, SevenVentures, BC Partners Credit und Runway Growth Capital investieren 140 Millionen Euro (darunter 40 Millionen Fremdkapital) in FINN. Im Zuge der Investmentrunde wird das Unternehmen mit rund 1 Milliarde Euro bewertet und steigt somit zum Unicorn auf. Das Münchner Grownup, 2019 von Max-Josef Meier (nicht mehr an Bord) und Maximilian Wühr gegründet, setzt auf Auto-Abos. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen derzeit über „mehr als 50.000 FINN Abos“. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) liegt bei „über 300 Millionen Euro“. Das Unternehmen sammelte in den vergangenen Jahren bereits rund 250 Millionen Eigenkapital ein – unter anderem von Picus Capital, HV Capital, UVC Partners und Heartcore Capital. Hinzu kommt Fremdkapital in Milliardenhöhe. Mehr über Finn

Ora Computing

Der Schweizer Early-Stage-Investor Constructor Capital, Greencode Ventures aus Helsinki und XISTA Science Ventures investieren 3,5 Millionen Euro in Ora Computing. Das Wiener Startup, von Stefan Sack und Raimel Medina gegründet, entwickelt eine Technologie zur Komprimierung von KI-Modellen. Die Lösung soll den Einsatz großer Sprachmodelle in der Cloud und auf Edge-Geräten effizienter machen, indem sie Speicherbedarf und Rechenaufwand reduziert. Mehr über Ora Computing

Innok Robotics

 Das Privatinvestoren-Netzwerk Companisto, Prolimity Capital Partners und Co. investieren 3,3 Millionen Euro in Innok Robotics. Die Firma aus Regenstauf, 2012 von Alwin Heerklotz gegründet, setzt auf „voll integrierte AMR-Systeme, die sowohl Software als auch Fahrzeug-Hardware sowie modernste 2D- und 3D-Sensorik auf Basis Künstlicher Intelligenz umfassen“. Mit dem frischen Kapital möchte das Team „seine Skalierung weiter aggressiv vorantreiben“. Companisto, Prolimity Capital Partners und der Unternehmer Heinz Ferchau, Gründer von Ferchau Engineering, investierten zuvor bereits rund 7 Millionen in das Unternehmen. Prolimity hielt zuletzt rund 45 % an Innok. Mehr über Innok Robotics

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#DealMonitor – Atmos bekommt 25,7 Millionen – atronus erhält 11 Millionen – Linexa sammelt 2 Millionen ein

#DealMonitor

#DealMonitor SpaceTech Atmos bekommt 25,7 Millionen ElderTech Patronus erhält 11 Millionen IndustrialTech Linexa sammelt 2 Millionen ein Nachtzug-Startup Nox Mobility bekommt 2 Millionen

Atmos bekommt 25,7 Millionen – atronus erhält 11 Millionen – Linexa sammelt 2 Millionen ein

Mittwoch, 22. April 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 22. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE



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INVESTMENTS

Atmos

Der paneuropäische Frühphasen-Investor Balnord (Luxemburg, Danzig, Berlin), der französische Aerospace-Investor Expansion, Keen Defence and Security, OTB Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF), APEX Ventures, Seraphim, Faber, E2MC, Kirch Ventures, Lennertz & Co., Mätch VC, MBG Baden-Württemberg und Tech Horizons sowie European Innovation Council (EIC) investieren 25,7 Millionen Euro in Atmos. Das NewSpace-Startup aus Rheinmünster, das vom Luft- und Raumfahrtingenieur Sebastian Klaus gegründet wurde, kümmert sich um die Entwicklung und Herstellung von wiederverwendbaren Raumkapseln. Bereits im April 2025 absolviert die Jungfirma ihren ersten Testflug. „The funding will support an initial three-vehicle PHOENIX 2 fleet, the launch of ATMOS WORKS for governmental and defence customers, and development of PHOENIX 3, the company’s next-generation orbital return vehicle“, teilt das Team zum Investment mit. In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 45 Millionen in Atmos. Balnord hält derzeit 7,7 % am Unternehmen. Auf den Amadeus APEX Technology Fund entfallen 7,6 %. Expansion ist mit 7,4 % an Bord. Mehr über Atmos

Patronus 

Der Wiener Investor 3TS Capital Partners, Grazia Equity sowie die Altinvestoren Singular, Burda Principal Investments, Adjacent, NAP und UVC Partners investieren 11 Millionen Euro in Patronus. Das Berliner Startup, 2020 von Ben Staudt und Tim Wagner gegründet, positioniert sich als „Sicherheits- und Begleitlösung für Senioren“. Das frische Kapital soll in „den Ausbau der Marktführerschaft im mobilen Notrufsegment sowie in neue Produktbereiche rund um Familie, Wohlbefinden und – als nächsten großen Schritt – einen KI-Begleiter für den Alltag“ fließen. Singular, Adjacent, Burda Principal Investments, Cavalry und UVC Partners investierten zuletzt 27 Millionen Euro in Patronus. Insgesamt sammelte die Jungfirma nun bereits rund 45 Millionen in Patronus. Derzeit arbeiten rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Startup. Singular hielt vor der aktuellen Investmentrunde knapp 20,6 % an Patronus. Mehr über Patronus

Linexa

Der Berliner Frühphasen-Investor Project A Ventures und Business Angels wie Thomas Böck, Bastian Nominacher und Christian Schlögel investieren 2 Millionen in Linexa. Das Münchner DeepTech, 2025 von Viktor Stryczek, Alexandros Vassiliadis und Tobias Drees gegründet, tritt an, um „jahrzehntealte Steuerungstechnik herstellerübergreifend zu entschlüsseln und Europas Fabriken KI-fähig zu machen“. Das frische Kapital soll in den „Ausbau der Plattform und das Wachstum des Teams“ fließen. Project A hält nun rund 19 % am IndustrialTech-Unternehmen. Mehr über Linexa

Nox Mobility

Der Berliner Investor IBB Ventures, der italienische Investors Tommaso Lucca und Business Angels wie HomeToGo-Gründer Patrick Andrae investieren 2 Millionen Euro in Nox Mobility. Das Startup aus Berlin, 2025 von Thibault Constant, Janek Smalla und Artur Hasselbach gegründet, setzt auf „Nachtzüge mit vollständig privaten Räumen“. Das frische Kapital soll „in den Teamaufbau, den Bau eines Mockups in Originalgröße sowie die Vorbereitung der ersten Strecken, die 2027 an den Start gehen sollen“ fließen. Mehr über Nox

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

#Interview – “Wir haben gelernt, dass sich manche Dinge erst ein bis zwei Jahre später auszahlen”

Das Kölner Unternehmen goFlux, 2019 von Wolfram Uerlich, Nils Kittel und Dennis Pütz gegründet, unterstützt unter anderem “Unternehmen und Kommunen dabei, Fahrgemeinschaften einzubinden und als relevante Mobilitäts-Methode im Pendelverkehr zu nutzen”. “Unser recht neuer Fokus sind definitiv die Pendelnden, da wir nach einiger Forschungszeit herausgefunden haben, dass hier der beste Anwendungsfall gegeben ist”, sagt Gründer Uerlich zum Konzept.

Gerade übernahm das französische Mobility-Unternehmen Karos die Jungfirma goFlux. “Mithilfe ihrer Plattform möchten goFlux und Karos bis Ende 2024 vier neue Länder einführen, um eine Lösung für die ineffizienten Leerfahrten zu liefern”, hieß es dazu in der Presseaussendung. “Durch den Zusammenschluss mit Karos arbeiten wir jetzt in einem Team von 70 Mitarbeitenden, 11 davon bei goFlux in Deutschland. Circa 30 Mitarbeitende beschäftigen sich dabei mit der täglichen Optimierung der Software, also der App”, erzählt Uerlich.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der goFlux-Macher außerdem über Randgebiete, Subventionen und

Wie würdest Du Deiner Großmutter goFlux erklären?


goFlux ist eine Mitfahr-App, mit der Du Fahrgemeinschaften bilden kannst. Unser Fokus sind regionale Fahrten – also Kurz- und Pendelstrecken. Damit wollen wir Menschen unterstützen, einfacher zur Arbeit zu kommen: Denn in Zeiten von hohen Spritpreisen, einer Energie- und Klimakrise und Stau auf den Straßen, braucht es neue Mobilitätsmöglichkeiten! Die App funktioniert nach Eingabe von Wohn- und Arbeitsort automatisch. Sie schlägt passende Fahrgemeinschaften vor, berechnet einen Treffpunkt für Fahrer*in und Mitfahrer*in und navigiert Euch auf Basis von Googlemaps dorthin. Auch die Abrechnung und die faire Kostenteilung erfolgen digital per App. Personen, die eigentlich alleine im Auto fahren, können durch die Bildung von Fahrgemeinschaften durchschnittlich 97 Euro im Monat sparen.

War dies von Anfang an euer Konzept?


Unser Modell hat sich weiterentwickelt. Zunächst waren wir nur im B2B-Bereich tätig. Wir haben unsere App also per Lizenz Unternehmen zur Verfügung gestellt – was wir immer noch machen. Mittlerweile kooperieren wir aber auch mit Verkehrsverbünden und Verkehrsanbietenden und integrieren so unsere Mitfahr-App in den ÖPNV. Hier zwei Beispiele: Stadtwerke Bonn und Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Unser recht neuer Fokus sind definitiv die Pendelnden, da wir nach einiger Forschungszeit herausgefunden haben, dass hier der beste Anwendungsfall gegeben ist.

Wie genau funktioniert denn nun euer Geschäftsmodell?


Im B2B-Bereich stellen wir unsere App Unternehmen zur Verfügung, die damit bestimmte Herausforderungen angehen oder Probleme lösen wollen: Eine bessere betriebliche Mobilität etablieren, die CO2-Bilanz reduzieren – mit der neuen CSR-Richtlinie und wegen der Energie- und Klimakrise herrscht ein deutlich größerer Nachhaltigkeitsdruck -, Parkplatzknappheit an den Standorten verbessern etc. Die zweite Säule ist die Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs. Wie in den Beispielen oben genannt, integrieren wir also tägliche (private) Fahrgemeinschaften in den ÖPNV. Damit wollen wir gemeinsam den motorisierten Individualverkehr (MIV) drastisch reduzieren – denn er macht noch immer mehr als 70% des täglichen Straßenverkehrs aus und belastet damit immens unser Klima. Außerdem fördern wir damit Intermodalität, also die Verknüpfung von Bussen, Bahnen und Fahrgemeinschaften und binden Randgebiete besser an – es gibt leider noch Bereiche, in denen die Mobilitätsversorgung noch nicht ausreichend gut ist.

Gerade übernahm Karos aus Frankreich goFlux. Wie geht es nun weiter?


Wir profitieren enorm von der leistungsstarken App und von den Erfahrungen aus dem französischen Mitfahr-Markt. In Frankreich werden Fahrgemeinschaften staatlich stark gefördert. In Paris werden jeden Monat weit über 100.000 Fahrgemeinschaften durchgeführt und erst gestern hat der nationale Energieminister angekündigt, bis zu 100 Euro für neu registrierte Carpooling-Nutzende bereitzustellen. Auf dieser sehr guten Basis ist unser Kernziel, goFLUX deutschlandweit und flächendeckend auszurollen. Dabei fokussieren wir uns auf bestimmte Regionen, in denen wir mit Partner*innen zusammenarbeiten, denn dadurch erreichen wir deutlich schneller ein dichtes Fahrtennetz. Neben der Region rund um Bonn, die wir seit Ende August bedienen, sind wir aktuell schon in Bereichen in Baden-Württemberg und Bayern tätig und führen bundesweit Gespräche für einen regionalen Start. Da in Deutschland noch keine staatlichen Subventionen verfügbar sind, verantworten wir diese aktuell noch selbst. In Bonn ermöglichen wir allen ÖPNV Abo-Ticket-Nutzenden “kostenloses mitfahren” – damit wollen wir nicht nur mehr Anreize setzen, Fahrgemeinschaften zu nutzen, sondern auch ein politisches Signal setzen: denn wir sehen ja, wie gut das alles in Frankreich funktioniert!

Wie genau hat sich goFlux denn seit der Gründung entwickelt?


Durch den Zusammenschluss mit Karos arbeiten wir jetzt in einem Team von 70 Mitarbeitenden, 11 davon bei goFlux in Deutschland. Circa 30 Mitarbeitende beschäftigen sich dabei mit der täglichen Optimierung der Software, also der App. Insgesamt sind mehr als 12 Millionen Euro Investment in die Karos-Gruppe geflossen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Ich denke da zuerst an unseren B2C Start in Köln – mitten in der Pandemie. Wir haben gelernt, dass es ohne Partner*innen, also ohne Unternehmenskund*innen oder Rückhalt eines ÖPNVs, eine große Hürde ist, Fahrgemeinschaften erfolgreich in unser Verkehrssystem zu implementieren. Unsere Technologie ist innovativ und erfolgreich, jedoch braucht es hier Synergien, um Fahrgemeinschaften wirklich zu einer relevanten Mobilitätsmethode zu machen, so, wie schon beschrieben – es seit vielen Jahren auch in Frankreich ist.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Sicherlich dadurch, dass wir auf unser Bauchgefühl hören und risikobereit sind. Außerdem sind wir sehr agil – merken wir, dass wir mit einer “Methode” keinen Erfolg haben, setzen wir schnellst möglich eine neue Lösung um. Außerdem sind wir geduldig und hartnäckig – wir haben gelernt, dass sich manche Dinge erst ein bis bis Jahre später auszahlen. Wenn wir sehen, was wir damit erreicht haben – hat sich all die Anstrengung und die Mühe gelohnt.

Reden wir zudem noch über Köln. Was spricht für Köln als Startup-Standort?


Die Förderung und Vernetzung von Startups funktioniert sehr gut. Viele Akteur*innen, bspw. die Uni oder KölnBusiness, machen einen sehr guten Job und haben uns bei unserem Weg sehr gut unterstützt! Dafür sind wir dankbar!

Und was macht den besonderen Reiz der Startup-Szene in Köln aus? 


Am häufigsten diskutiert, ist mit Sicherheit die im Vergleich zu Berlin eher familiäre Atmosphäre. Für uns entscheidend ist aber die industrielle Struktur sowie die hohe Einwohnerdichte vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet. Hier gibt es genau die Probleme im Verkehr, die wir mit der goFlux-Mitfahr-App lösen (Düsseldorf und Köln führen die Liste der Staustädte in NRW an).

Was fehlt in Köln noch?


Köln kann im Bereich Startup-Förderung in allen Bereichen wachsen! Es ist ein sehr guter Grundstein gelegt, aber da geht noch viel mehr.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): goFlux

#DealMonitor – LiveEO sammelt 19 Millionen ein – gyde bekommt 1,1 Millionen – Zalando zahlt 200 Millionen für Highsnobiety 

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um LiveEO, gyde, Smafo, Pigtie, Highsnobiety, Paypense, Lohospo und Tomas.

LiveEO sammelt 19 Millionen ein – gyde bekommt 1,1 Millionen – Zalando zahlt 200 Millionen für Highsnobiety 

Freitag, 5. August 2022VonTeam

Im #DealMonitor für den 5. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

LiveEO 


Der Londoner DeepTech-Investor MMC Ventures, Segenia Capital und Hannover Digital Investments (HDInv), Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Helen Ventures, Matterwave, motu ventures, die Europäischen Kommission die Investitionsbank Berlin investieren 19 Millionen Euro in LiveEO. Das Unternehmen aus Berlin, 2017 von Sven Przywarra und Daniel Seidel gegründet, analysiert durch Künstliche Intelligenz die Aufnahmen von Satellitenaufnahmen seiner Kunden und bietet auf dieser Grundlage eine Lösung zur Überwachung der Infrastruktur, wie zum Beispiel Bahntrassen und Hochspannungsleitungen, an. 2021 flossen bereits 5,25 Millionen Euro in LiveEO. Mehr über LiveEO

gyde


 S-Kap, ES-Kapital, d.ventures, snabb Cap, die Storytelling-Agentur Bär Tiger Wolf sowie Benedikt Ilg, Florian Buzin und Robin Behlau investieren 1,1 Millionen Euro in gyde. Das Stuttgarter Startup, das von Lukas Heinzmann und Omar Sanchez gegründet wurde, tritt an, um Führungskräfte weiterzubilden. Das Team teilt zum Konzept mit: “gyde befähigt Ihre Führungskräfte durch digitales Micro-Learning und unternehmensübergreifende Coachings mit anderen Führungskräften”.

Smafo


Der Early Growth Investor Engelhardt, Kaupp, Kiefer & Co. investiert eine siebenstellige Summe in Smafo. Das Unternehmen aus Paderborn, 2018 von Sven-Ulrik Schneider und André Thiele gegründet, positioniert sich als “Anbieter smarter E-Bikes”. Zum Konzept heißt es: “Mit der Kombination aus E-Bike und dazu buchbaren digitalen Services im Abo-Modell bietet das Unternehmen ein Mobilitätsangebot, das Kund:innen verspricht, sich um alles zu kümmern”.

Pigtie


Nicht genannte Business Angels investieren eine sechsstellige Summe in Pigtie. Das  FinTech aus München, das 2020 von Maximilian Klinke und Christian Maksymiw gegründet wurde, kümmert sich um Finanzplanung. Das Unternehmen möchte insbesondere “Studierenden, Berufseinsteiger:innen und jungen Erwachsenen” helfen, mit dem Investieren zu starten. “Das neue Kapital wird vor allem für die Weiterentwicklung der App genutzt”, teilt das Unternehmen mit.

MERGERS & ACQUISITIONS

Highsnobiety 


 Der Berliner Modegigant Zalando übernahm Mitte Juni die Mehrheit (86,83 %) an Highsnobiety. Jetzt gibt es offizielle finanzielle Details zur Übernahme. “Der Kaufpreis umfasst eine Barzahlung in Höhe von 123,6 Millionen Euro zuzüglich 35,0 Millionen Euro deren Zahlung durch Ausgabe von 1.011.665 neuen auf den*die Inhaber*in lautenden Stückaktien erfolgt. Der Ausübungspreis der Kauf- und Verkaufsoption für die verbleibenden Anteile kann sich auf bis zu 24,3 Millionen Euro belaufen. Neben dieser Gegenleistung haben wir uns über die nächsten vier Jahre zu Zahlungen von Halteprämien von bis zu 14,2 Millionen Euro an die derzeitigen und künftigen Mitarbeiter*innen von Highsnobiety verpflichte”, heißt es im Halbjahresbericht von Zalando. Insgesamt lässt sich Zalando die Übernahme somit rund 200 Millionen Euro kosten. Das Berliner Unternehmen, das von David Fischer gegründet wurde, startete 2005 als Turnschuh-Blog. Seitdem entwickelte sich die Plattform vom privaten Blog zum weltweit bekannten Lifestyle-Magazin. Mehr über Highsnobiety

Paypense


Das Kölner Travel-Unternehmen HRS übernimmt das junge Payment-Startup Paypense. “Damit erweitert HRS sein wachsendes Angebot an effizienten Payment-Lösungen für Unternehmen”, heißt es in der Presseaussendung. Das Startup aus Bamberg, das 2020 von Christopher Hecht und Andreas Eichler gegründet wurde, betreibt eine sogenannte Expense-Lösung, die es ermöglicht, jegliche finanzielle Vorleistung durch Mitarbeiter:innen zu vermeiden. “Die Mitarbeiter von Paypense werden offiziell zu Mitarbeitern von HRS Pay, wenn die Übernahme im August offiziell abgeschlossen ist. Christopher Hecht wird dem HRS Pay-Team als Chief Product Officer beitreten”, teilen die Unternehmen mit. 

Lohospo / Tomas


Die Holidu-Tochter Bookiply, eine Vermieterlösung, übernimmt Lohospo (Serviceunternehmen für Gastgeber und Destinationen) und das Unternehmen my.IRS, das die Buchungssoftware Tomas anbietet. “Die Büros, Teams und Geschäftsführer:innen von Lohospo und my.IRS bleiben bestehen und werden Teil des Teams der Unternehmensgruppe Holidu mit über 400 Mitarbeitern europaweit”, teilt das Unternehmen mit.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

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