
Die Entwickler von Thunderbird haben ein neues, doch recht großes Update für den Mail-Client veröffentlicht. Die Version 153.0 / 153.0esr bringt einen riesigen Schwung an Neuerungen, Detailverbesserungen und natürlich die üblichen Fehlerbehebungen unter der Haube in den esr-Zweig mit. Wer den Open-Source-Klassiker nutzt, darf sich auf einige nützliche Komfortfunktionen freuen. Hier erst einmal die dicken Dinger der esr-Version:
Eine der Neuerungen betrifft den Umgang mit PDF-Dateien. Wenn ihr PDF-Anhänge direkt in Thunderbird öffnet, könnt ihr diesen ab sofort visuelle Signaturen hinzufügen. Zudem lässt sich die Reihenfolge der einzelnen PDF-Seiten direkt im integrierten PDF-Viewer per Drag-and-drop reorganisieren. Ebenfalls neu: Der Mail-Client unterstützt nun nativ Microsoft Exchange über die Exchange Web Services (EWS), was vor allem im Business-Umfeld viele Workarounds überflüssig machen dürfte.
Auch an der Benutzeroberfläche und der Mail-Verwaltung wurde ordentlich geschraubt. In den Benachrichtigungen für neue Mails gibt es jetzt direkt eine Aktion zum Archivieren. Der „Konto-Hub“ öffnet sich beim ersten Start des Programms und bietet unter anderem eine Ein-Klick-Einrichtung für Thundermail-Konten. Wer seine Ordnerstruktur im kompakten Modus nutzt, kann sich über die Option „Vollständigen Pfad anzeigen“ mehr Übersicht verschaffen. Für Ordnungsliebende gibt es zudem die Option „Ordnerreihenfolge zurücksetzen“, um eigene Sortierungen schnell wieder auf den Standard zu bringen.
Im Bereich Sicherheit und Verschlüsselung legt Thunderbird ebenfalls nach. Die Anwendung warnt euch nun im Editor, wenn euer konfigurierter OpenPGP-Schlüssel bald abläuft. Die Suche im Nachrichtentext funktioniert ab sofort auch bei mit OpenPGP und S/MIME verschlüsselten E-Mails. Wer Proton Mail nutzt, profitiert zudem von der neuen Keyserver-Unterstützung und der WKD-Schlüsselsuche für Proton-Domains.
Unter der Haube wurden zudem Altlasten entsorgt. So fliegt der veraltete Chat-Dienst Skype endgültig aus den IM-Optionen des Adressbuchs. Außerdem wird die Auslieferung von 32-Bit-Linux-x86-Binärdateien mit dieser Version offiziell eingestellt. Das Update steht ab sofort für Windows 10 oder neuer, macOS 10.15 oder neuer sowie Linux bereit. Das Changelog ist 100 Meter lang, ihr findet es bei Interesse hier
Auch Thunderbird 153.0 (ohne esr) hat Änderungen verpasst bekommen, die logischerweise nicht so mächtig ausfallen. Wer im Thunderbird auf die gruppierten Ordner setzt (Unified Folders), bekommt in der neuen Version eine optische Hilfestellung: Die Ordner zeigen nun einen farbigen Konten-Indikator direkt am Namen an. Fährt man mit der Maus darüber, verrät ein Tooltip das zugehörige E-Mail-Konto. Das sorgt für mehr Übersicht, wenn man viele Postfächer parallel verwaltet.
Ebenfalls neu: Wenn ihr ein E-Mail-Konto einrichtet, das auf das moderne OAuth-Verfahren setzt (wie beispielsweise bei Gmail oder Microsoft-Konten üblich), öffnet sich das Anmeldefenster für den Login ab sofort im Standard-Webbrowser eures Betriebssystems und nicht mehr in einem internen App-Fenster. Zudem wurden die Sicherheitsmaßnahmen bei OAuth verschärft: Die App prüft nun die Issuer-Felder der Antworten strenger und weist Anfragen ab, wenn der erforderliche Aussteller fehlt.
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