#DealMonitor – The Exploration Company übernimmt European Astrotech

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#DealMonitor Mätch VC investiert in Sophia bmp Ventures investiert in HelloTwin.ai Green Club-Chefs kaufen BackWerk-Macher raus NewSpace-Startup The Exploration Company übernimmt European Astrotech

The Exploration Company übernimmt European Astrotech

Mittwoch, 1. Juli 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 01. Juli werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

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INVESTMENTS

Sophia

Der Stuttgarter Early-Stage-Kapitalgeber Mätch VC, sevdesk-Gründer Fabian Silberer und Flip-Gründer Benedikt Brand investieren rund 1 Million Euro in Sophia. Das Startup (Freiburg, Berlin), 2025 von Simon Tuechelmann (Kreatize, Knusperreich) gegründet, möchte mittelständischen Industrieunternehmen dabei helfen, manuelle Geschäftsprozesse mit KI zu automatisieren. Die Plattform verarbeitet E-Mails, greift auf ERP-Systeme zu und übernimmt wiederkehrende Aufgaben eigenständig. Mehr über Sophia

HelloTwin.ai

Der Berliner Investor bmp Ventures investiert in HelloTwin.ai. Das Startup aus Halle (Saale), 2024 von Kay Iversen und Elizabeth P. Morgan gegründet, möchte sich als „semantisches Betriebssystem für den Mittelstand“ etablieren. Die Jungfirma baut dazu „einen semantischen Digitalen Zwilling des Unternehmens und betreibt darauf Digitale Autoritäten, also verantwortliche KI, die für Geschäftsfunktionen und deren Ergebnisse einsteht“. Mehr über HelloTwin.ai

MERGERS & ACQUISITIONS

The Exploration Company – European Astrotech

Das deutsch-französische NewSpace-Startup The Exploration Company (TEC) übernimmt das 2027 gegründete Unternehmen European Astrotech Ltd (EAL), das sich unter anderem um Antriebssysteme für Raumfahrzeuge kümmert. „EAL will continue to operate as an individual entity, and will continue to serve institutional and commercial customers across the space sector. EAL’s leadership team, existing contracts, service obligations, and operational agreements with customers will remain in place“, heißt es zur Übernahme. The Exploration Company, 2021 von der ehemaligen Airbus-Managerin Hélène Huby gegründet, „entwickelt, produziert und betreibt Nyx, ein modulares und wiederverwendbares Orbitalfahrzeug, das in der Umlaufbahn aufgetankt werden kann“. Mehr über The Exploration Company

Green Club

Die beiden Green Club-Macher Tobias Drabiniok und Peter Falk übernehmen die Anteile ihres langjährigen Investors Dirk Schneider (BackWerk, Hans im Glück), der zuletzt 100 % am Unternehmen aus Essen hielt. Das Duo hält nun jeweils 50 am Unternehmen, das 2024 aus der Fusion von Pottsalat und Make hervorgegangen ist. Der Food-Lieferservice, der zuletzt erfolgreich saniert wurde, ist derzeit an neun Standorten aktiv. Mehr über Green Club

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Foto (oben): azrael74

#Gastbeitrag – Europa kann sich seine Souveränität nicht mieten 

#Gastbeitrag

Amerika hat mit SpaceX einen Riesen gebaut, der fast die ganze Wertschöpfungskette kontrolliert. Europa muss daraus nicht den Schluss ziehen, einen vergleichbaren Riesen bauen zu wollen. Ein Gastbeitrag von Daniel Niemi (Atlantic).

Europa kann sich seine Souveränität nicht mieten 

Donnerstag, 25. Juni 2026VonTeam

Der Börsengang von SpaceX hat uns alle in den vergangenen Wochen beschäftigt. Und er hat viele Investoren reich gemacht. Aber die eigentliche Nachricht liegt nicht an der Börse. Sie liegt darin, was SpaceX inzwischen ist: keine Raketenfirma mehr, sondern ein Stück Infrastruktur. Starts, Konnektivität, Rechenleistung, künstliche Intelligenz und Verteidigung wachsen dort zu einer Plattform zusammen. Amerika hat mit SpaceX einen Riesen gebaut, der fast die ganze Wertschöpfungskette kontrolliert. Europa muss daraus nicht den Schluss ziehen, einen vergleichbaren Riesen bauen zu wollen. Die wichtigere Frage ist: Welche Teile dieser Infrastruktur dürfen wir nicht aus der Hand geben?

Eine Antwort darauf entsteht bereits. Nur sieht sie anders aus als in den USA. Europa baut keinen einzelnen Champion, sondern ein Geflecht spezialisierter Firmen. Gründerinnen und Gründer arbeiten an sehr niedrigen Umlaufbahnen, an Mobilität im Orbit, an Lagebildern aus dem All und an Diensten, die daraus verwertbare Daten machen. Ebene für Ebene entsteht so eine europäische Alternative. Nicht jeder Baustein muss national sein. Aber die entscheidenden Schichten dürfen nicht dauerhaft auf fremden Plattformen liegen.

Europa hat sich zuletzt vor allem als Kunde hervorgetan. 2024 überwies die EU rund 180 Millionen Euro, um vier eigene Galileo-Satelliten auf einer Falcon 9 von amerikanischem Boden zu starten. Eine einsatzbereite eigene Rakete fehlte. Nur wer die Leitungen besitzt, bestimmt den Preis und die Bedingungen. Strategische Autonomie lässt sich nicht mieten.

Die Ökonomie ändert sich zu Europas Gunsten. Ein Kilogramm in die niedrige Umlaufbahn kostete zu Shuttle-Zeiten rund 54.500 Dollar. Mit der wiederverwendbaren Falcon 9 sind es noch etwa 2.700. Der Preis ist um 95 Prozent gefallen. Fallende Startkosten öffnen neue Dienste, so wie GPS einst die Navigations-Apps möglich machte. Welche genau, weiß heute niemand. Dass sie kommen, weiß jeder.

Sie entstehen auch in Bahnen, die bislang leer blieben. Zwischen 200 und 300 Kilometern liegt die sehr niedrige Umlaufbahn, sechzig Jahre lang als zu lebensfeindlich verschmäht. Luftwiderstand bremst, atomarer Sauerstoff zerfrisst die Hülle, und ohne ständigen Schub sinkt ein Satellit binnen Monaten zur Erde zurück.

Genau dort wird jetzt gebaut. NewOrbit will dauerhaft in dieser Bahn fliegen und Aufnahmen zwanzigmal günstiger liefern. Das Schweizer PAVE verkürzt mit eigenen Schleppern das Anheben einer Umlaufbahn von Monaten auf unter einen Tag. Das Münchner Vyoma brachte im Januar Europas ersten Satelliten zur Lageaufklärung ins All; er verfolgt Trümmer und fremde Manöver in Echtzeit. Alle drei gehören zum Portfolio von Atlantic. Alle drei haben ein Geschäftsmodell. Alle drei verhandeln mit Kunden.

Zum ersten Mal hat Europa, was amerikanische Firmen längst haben: einen Ankerkunden und Kapital. In Bremen sagten die ESA-Staaten im Dezember 22,3 Milliarden Euro zu, ein knappes Drittel mehr als drei Jahre zuvor. Erstmals geht mehr als eine Milliarde allein an Sicherheit und Verteidigung im Orbit. Ein verlässlicher staatlicher Abnehmer senkt das Risiko für private Geldgeber. Dieser Hebel, nicht der Erfindergeist allein, hat die amerikanische Raumfahrt groß gemacht.

Warum bauen, wenn Mieten billiger ist? Der Einwand liegt nahe. Doch der Börsengang führt vor, wohin Mieten führt. Wer keine eigene Infrastruktur hat, zahlt den Preis des anderen und beugt sich seinen Regeln. Das größere Risiko liegt ohnehin woanders. Es heißt nicht „zu teuer“, sondern „zu zersplittert“. Zwei Dutzend nationale Mittelmaß-Projekte helfen Europa nicht. Es braucht wenige Sieger.

Europa sollte deshalb in Schichten denken, nicht in Flaggen. Eine Handvoll europäischer Firmen kann die entscheidenden Ebenen besetzen: die Umlaufbahn, die Mobilität im All, das Lagebild. Zusammen ergäben sie einen eigenen Stack. Wer ihn besitzt, muss nicht länger in der Rakete eines anderen mitfliegen. Den Start an diesem Freitag holt Europa nicht mehr ein. Die nächste Schicht aber kann uns gehören. Wir bauen daran.

Über den Autor

Daniel Niemi ist Partner bei Atlantic.

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Foto (oben): KI

#DealMonitor – Isar Aerospace bekommt 270 Millionen – fonio.ai erhält 14,6 Millionen – DeepIP übernimmt PatentMaker

#DealMonitor

#DealMonitor SpaceTech Isar Aerospace bekommt 270 Millionen KI-Telefonassistent fonio.ai erhält 14,6 Millionen HealthTech Tokura sammelt Millionensumme ein NexDash kauft March Transporte DeepIP übernimmt PatentMaker

Isar Aerospace bekommt 270 Millionen – fonio.ai erhält 14,6 Millionen – DeepIP übernimmt PatentMaker

Dienstag, 9. Juni 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 9. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND

Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

Isar Aerospace

Der US-Investor Island Green und der britische Geldgeber Molten Ventures sowie Altinvestoren wie HV Capital, Lakestar, UVC Partners und KfW Capital investieren 270 Millionen Euro in Isar Aerospace. Die Firmenbewertung soll bei rund 2 Milliarden Euro liegen. Der amerikanische Investor Eldridge Industries, hinter dem der Unternehmer Todd Boehly steckt, stellte dem Unternehmen über ein Wandeldarlehen zuletzt bis zu 150 Millionen US-Dollar zur Verfügung (Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar). Laut manager magazin soll es während der aktuellen Finanzierungsrunde längere Diskussionen zwischen Eldridge und den übrigen Investoren gegeben haben. Im Mittelpunkt stand demnach die Unternehmensbewertung, die für die Umwandlung des Darlehens in Unternehmensanteile relevant ist. Isar Aerospace (Ottobrunn und München), 2018 von Daniel Metzler, Josef Fleischmann und Markus Brandl gegründet, möchte kleinere Satelliten kostengünstiger in den Orbit befördern und entwickelt deswegen unter anderem alternative Antriebe für Trägerraketen. In den vergangenen Jahren flossen bereits über 500 Millionen Euro in Isar Aerospace. Das frische Kapital soll vorrangig in den Produktionsaufbau am neuen Hauptquartier von Isar Aerospace in Parsdorf bei München fließen. Über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken derzeit für das SpaceTech. Mehr über Isar Aerospace

fonio.ai

Der Londoner Investor 20VC (Harry Stebbings) und Altinvestoren investieren im Rahmen einer Seed-Investmentrunde 14,6 Millionen Euro in fonio.ai. Die Bewertung liegt bei 120 Millionen Euro. Hinter dem jungen Startup aus Wien, 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründet, steckt ein KI-Telefonassistent. Das Startup „ermöglicht es, einen personalisierten KI-Telefonassistenten zu erstellen, der rund um die Uhr erreichbar ist und natürliche Gespräche führt“. Dabei können Unternehmen eine „spezifische Stimme festlegen“ und Verhaltensregeln vorgeben. Derzeit ist das Unternehmen in Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Polen, Brasilien, Großbritannien und den USA aktiv. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen bereits über 7.000 Kunden. Business Angels wie Daniel Gutenberg, Christian Stieber, Robert Wuttke und Jens Lapinski (Angel Invest) investierten zuletzt 3 Millionen Euro in die Jungfirma, die bisher insgesamt rund 20 Millionen eingesammelt hat. Mehr über fonio.ai

Tokura

Der Berliner HealthTech-Investor Heal Capital, der Schweizer Geldgeber Redalpine und das Angel-Netzwerk better ventures investieren eine siebenstellige Summe in Tokura. Das Berliner HealthTech, 2025 von Daniel Kreter und David Rizor gegründet, baut eine Infrastruktur für ambulante Chirurgie auf. Dafür kombiniert das Unternehmen Operationszentren, digitale Prozesse und Software, um die Organisation chirurgischer Eingriffe zu vereinfachen. Heal Capital und Redalpine halten nun jeweils rund 12,8 % an Tokura. Mehr über Tokura

MERGERS & ACQUISITIONS

NexDash March Transporte

Der Berliner Neo-Carrier NexDash übernimmt die Rheinbacher Lkw-Spedition March Transporte. „Die Transaktion ist die erste Akquisition im Rahmen von NexDashs Buy-and-Build-Konsolidierung des fragmentierten deutschen Mittelstands im Straßengüterverkehr“, teilt die Jungfirma mit. NexDash, von Grover-Gründer Michael Cassau gegründet, übernimmt „bestehende Diesel-Flottenbetreiber, elektrifiziert deren Fahrzeuge und entwickelt gemeinsam mit Partnern Lade und Dateninfrastruktur der nächsten Generation“. Der Berliner ClimateTech-Investor Extantia Capital und der amerikanische Geldgeber Clean Energy Ventures investierten zuletzt 5 Millionen Euro in NexDash. Mehr über NexDash

DeepIP PatentMaker

Das umtriebige Startup DeepIP (Paris, New York), eine KI-Plattform für Patentausarbeitung, kauft das 2020 gegründete Münchner Unternehmen PatentMaker, eine KI-gestützte Software für Patentanmeldungen und Patentausarbeitung. „Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Category Leader für KI-gestützte Patent-Workflows in Europa. Damit baut DeepIP seine Marktpräsenz im DACH-Raum stark aus“, teilt das Unternehmen zur Übernahme mit. Mehr über PatentMaker

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Foto (oben): azrael74

#Gastbeitrag – SpaceTech: Skalierbares Engineering wird jetzt entscheidend

Für viele deutsche Space-Startups verschiebt sich gerade der Maßstab. In der Frühphase ging es darum, Technologie zu beweisen, Investoren zu überzeugen und erste Demonstratoren sichtbar zu machen. Jetzt rückt eine andere Frage in den Mittelpunkt: Können junge SpaceTech-Unternehmen aus ihrer technologischen Idee ein Produkt machen, das sich zuverlässig entwickeln, prüfen, dokumentieren, liefern und langfristig betreiben lässt? 

Diese Frage entscheidet darüber, welche Unternehmen den Schritt vom vielversprechenden Startup zum belastbaren Industriepartner schaffen. Denn Raumfahrt skaliert anders als viele digitale Geschäftsmodelle. SpaceTech bewegt sich in einem Umfeld, in dem Hardware, Software, Anforderungen, Tests, Produktion und Betrieb eng miteinander verbunden sind. Jede Änderung kann Auswirkungen auf Sicherheit, Konfiguration, Schnittstellen oder Zulassung haben. 

SpaceTech skaliert anders als Software 

Viele Startups denken Skalierung zunächst über Kapital, Teamaufbau, Produkt-Markt-Fit und Vertrieb. Für SpaceTech-Unternehmen kommt eine weitere Ebene hinzu: industrielle Belastbarkeit. Wer Satellitenkomponenten, Trägersysteme, Subsysteme oder raumfahrtrelevante Software entwickelt, muss nicht nur zeigen, dass eine Lösung technisch funktioniert. Er muss auch nachweisen können, warum sie funktioniert, unter welchen Bedingungen sie getestet wurde und wie Änderungen kontrolliert umgesetzt werden. 

Das unterscheidet SpaceTech von vielen klassischen Software-Startups. Ein Fehler in einer Anwendung lässt sich im Zweifel über ein Update korrigieren. In der Raumfahrt sind nachträgliche Korrekturen oft deutlich schwieriger, teurer oder gar nicht möglich. Entwicklungsgeschwindigkeit bleibt entscheidend. Aber sie muss technisch, regulatorisch und organisatorisch abgesichert sein. 

Wenn Startup-Pragmatismus zum Risiko wird 

In der Frühphase entstehen Entscheidungen oft dort, wo das Team gerade arbeitet: im CAD-Modell, im Ticket, im Chat, in der Testumgebung oder in einer Tabelle. Diese Nähe ist zunächst ein Vorteil, weil sie Reibung reduziert. Kleine Teams können schnell reagieren, informell abstimmen und technische Probleme ohne lange Entscheidungswege lösen. 

Mit jedem neuen Kunden, jedem zusätzlichen Partner und jeder Zertifizierungsanforderung steigt jedoch der Preis dieser informellen Arbeitsweise. Was in der Anfangsphase Geschwindigkeit erzeugt, kann später zur Wachstumsbremse werden. Sobald ein Unternehmen erklären muss, welche Anforderung zu welcher Konstruktion gehört, welche Softwareversion auf welcher Hardware getestet wurde oder welche Änderung eine bestimmte Freigabe beeinflusst, reichen lose Informationen nicht mehr aus. 

Industrialisierung beginnt im Engineering 

Industrialisierung wird häufig erst mit Fertigung, Lieferketten und Stückzahlen verbunden. Im Space-Sektor beginnt sie jedoch früher. Im Engineering entstehen die Grundlagen dafür, ob ein Unternehmen später auditierbar, integrationsfähig und skalierbar ist. Traceability beantwortet dabei einfache, aber geschäftskritische Fragen: Welche Anforderung steckt hinter einer Designentscheidung? Welche Softwareversion wurde mit welcher Hardwarekonfiguration getestet? Welche Nachweise liegen bereits vor, wenn ein Kunde, Partner oder Prüfer danach fragt? Werden diese Fragen von Anfang an digital mitgedacht, müssen Startups Nachweise nicht später mühsam rekonstruieren, sondern können sie aus dem Entwicklungsprozess heraus erzeugen. 

Genau hier greifen Application Lifecycle Management (ALM), Product Lifecycle Management (PLM) und Model-Based Systems Engineering (MBSE) ineinander. ALM verbindet Anforderungen, Softwareentwicklung, Tests und Validierung. PLM hält Produktdaten, Konfigurationen, Änderungen und Varianten konsistent. MBSE schafft ein gemeinsames Verständnis komplexer Systeme und ihrer Abhängigkeiten. Im Zusammenspiel entsteht ein Intelligent Product Lifecycle: eine durchgängige digitale Grundlage, die technische Entscheidungen, Nachweise und Skalierung unterstützt. Für Startups ist das keine zusätzliche Verwaltungsschicht, sondern Scale-up-Infrastruktur. Gerade im Space-Bereich ist diese Durchgängigkeit entscheidend, weil Satelliten, Launch-Systeme, Nutzlasten, Software und Bodensegmente in Netzwerken aus Spezialisten, Partnern, Zulieferern und Auftraggebern entstehen. 

Wer hier anschlussfähig sein will, braucht nicht nur gute Technologie, sondern auch interoperable Datenstrukturen, nachvollziehbare Änderungen und sauberes Konfigurationsmanagement. Interoperabilität entsteht nicht durch nachträgliche Anpassung, sondern muss von Beginn an in Datenmodellen, Schnittstellen und Architektur angelegt sein. 

KI-Agenten helfen nur auf belastbarer Datenbasis 

Auch KI wird für SpaceTech-Unternehmen an Bedeutung gewinnen. KI-Agenten können Anforderungen strukturieren, Testfälle vorbereiten, Dokumentation unterstützen, Änderungsfolgen analysieren und Engineering-Teams bei wiederkehrenden Aufgaben entlasten. 

Doch KI ist keine Abkürzung um fehlende Engineering-Disziplin herum. KI-Agenten können nur dann verlässlich unterstützen, wenn sie auf belastbare Zusammenhänge zugreifen. Fehlen diese Zusammenhänge, liefern sie zwar schnell Antworten, aber nicht zwingend belastbare Entscheidungen. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo KI-Agenten auf einem sauberen Intelligent Product Lifecycle aufsetzen und Risiken für Zertifizierung, Integration oder Konfiguration früh sichtbar machen. 

Die nächste SpaceTech-Phase wird industrieller 

Die erste Phase der deutschen SpaceTech-Bewegung war geprägt von Aufbruch, Mut und technologischer Ambition. Die nächste Phase wird daran gemessen, welche Unternehmen ihre Ideen in zertifizierbare Produkte, wiederholbare Prozesse und belastbare Partnerschaften übersetzen können. Das bedeutet nicht, dass Startups die Arbeitsweise großer Konzerne kopieren sollten. Ihre Stärke bleibt Geschwindigkeit, Fokus und technologische Kreativität. Aber sie müssen diese Stärken mit Strukturen verbinden, die Wachstum ermöglichen: Traceability, Interoperabilität, konsistente Produktdaten, kontrollierte Änderungen und ein Engineering-Fundament, das auch bei steigender Komplexität trägt. In der nächsten Phase wird Vertrauen zur entscheidenden Scale-up-Währung: Vertrauen von Kunden, dass ein Produkt integrierbar ist. Vertrauen von Partnern, dass Daten und Schnittstellen funktionieren. Vertrauen von Investoren, dass Wachstum nicht an nachträglich aufgebauten Prozessen scheitert. Und Vertrauen von Behörden, dass Nachweise nicht improvisiert, sondern systematisch erzeugt werden. 

Die erfolgreichsten deutschen Space-Startups werden deshalb nicht zwangsläufig die sein, die am lautesten auftreten oder am meisten Kapital einsammeln. Es werden die Unternehmen sein, die früh verstehen, dass Industrialisierung nicht erst in der Produktion beginnt. Sie entsteht dort, wo technische Entscheidungen nachvollziehbar, Daten anschlussfähig und Prozesse wiederholbar werden. Wer Engineering von Anfang an skalierbar denkt, schafft die Grundlage, um aus technologischer Ambition industrielle Belastbarkeit zu machen. Genau daran wird sich entscheiden, welche deutschen SpaceTechs langfristig zu tragfähigen Industrieunternehmen werden. 

Tipp: Mit diesen Startups startet Deutschlands Aufbruch ins All

Über den Autor 

Dr.-Ing. Sören Münker ist Senior Solutions Consultant bei PTC mit Schwerpunkt auf hochregulierten Branchen wie Aerospace & Defense. Er beschäftigt sich damit, wie sich ALM, CAD und PLM zu einem durchgängigen Intelligent Product Lifecycle verbinden lassen, um Rückverfolgbarkeit, Interoperabilität und operative Resilienz in komplexen Entwicklungsumgebungen zu verbessern. Zudem arbeitet er an KI-gestützten Ansätzen, um Engineering-Prozesse effizienter und belastbarer zu gestalten. Als technischer Ansprechpartner im Startup-Programm von PTC kennt Dr. Münker die konkreten Herausforderungen junger Unternehmen, von der digitalen Skalierung bis zur Vorbereitung auf Zertifizierungen.  

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#DealMonitor – Atmos bekommt 25,7 Millionen – atronus erhält 11 Millionen – Linexa sammelt 2 Millionen ein

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#DealMonitor SpaceTech Atmos bekommt 25,7 Millionen ElderTech Patronus erhält 11 Millionen IndustrialTech Linexa sammelt 2 Millionen ein Nachtzug-Startup Nox Mobility bekommt 2 Millionen

Atmos bekommt 25,7 Millionen – atronus erhält 11 Millionen – Linexa sammelt 2 Millionen ein

Mittwoch, 22. April 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 22. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE



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INVESTMENTS

Atmos

Der paneuropäische Frühphasen-Investor Balnord (Luxemburg, Danzig, Berlin), der französische Aerospace-Investor Expansion, Keen Defence and Security, OTB Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF), APEX Ventures, Seraphim, Faber, E2MC, Kirch Ventures, Lennertz & Co., Mätch VC, MBG Baden-Württemberg und Tech Horizons sowie European Innovation Council (EIC) investieren 25,7 Millionen Euro in Atmos. Das NewSpace-Startup aus Rheinmünster, das vom Luft- und Raumfahrtingenieur Sebastian Klaus gegründet wurde, kümmert sich um die Entwicklung und Herstellung von wiederverwendbaren Raumkapseln. Bereits im April 2025 absolviert die Jungfirma ihren ersten Testflug. „The funding will support an initial three-vehicle PHOENIX 2 fleet, the launch of ATMOS WORKS for governmental and defence customers, and development of PHOENIX 3, the company’s next-generation orbital return vehicle“, teilt das Team zum Investment mit. In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 45 Millionen in Atmos. Balnord hält derzeit 7,7 % am Unternehmen. Auf den Amadeus APEX Technology Fund entfallen 7,6 %. Expansion ist mit 7,4 % an Bord. Mehr über Atmos

Patronus 

Der Wiener Investor 3TS Capital Partners, Grazia Equity sowie die Altinvestoren Singular, Burda Principal Investments, Adjacent, NAP und UVC Partners investieren 11 Millionen Euro in Patronus. Das Berliner Startup, 2020 von Ben Staudt und Tim Wagner gegründet, positioniert sich als „Sicherheits- und Begleitlösung für Senioren“. Das frische Kapital soll in „den Ausbau der Marktführerschaft im mobilen Notrufsegment sowie in neue Produktbereiche rund um Familie, Wohlbefinden und – als nächsten großen Schritt – einen KI-Begleiter für den Alltag“ fließen. Singular, Adjacent, Burda Principal Investments, Cavalry und UVC Partners investierten zuletzt 27 Millionen Euro in Patronus. Insgesamt sammelte die Jungfirma nun bereits rund 45 Millionen in Patronus. Derzeit arbeiten rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Startup. Singular hielt vor der aktuellen Investmentrunde knapp 20,6 % an Patronus. Mehr über Patronus

Linexa

Der Berliner Frühphasen-Investor Project A Ventures und Business Angels wie Thomas Böck, Bastian Nominacher und Christian Schlögel investieren 2 Millionen in Linexa. Das Münchner DeepTech, 2025 von Viktor Stryczek, Alexandros Vassiliadis und Tobias Drees gegründet, tritt an, um „jahrzehntealte Steuerungstechnik herstellerübergreifend zu entschlüsseln und Europas Fabriken KI-fähig zu machen“. Das frische Kapital soll in den „Ausbau der Plattform und das Wachstum des Teams“ fließen. Project A hält nun rund 19 % am IndustrialTech-Unternehmen. Mehr über Linexa

Nox Mobility

Der Berliner Investor IBB Ventures, der italienische Investors Tommaso Lucca und Business Angels wie HomeToGo-Gründer Patrick Andrae investieren 2 Millionen Euro in Nox Mobility. Das Startup aus Berlin, 2025 von Thibault Constant, Janek Smalla und Artur Hasselbach gegründet, setzt auf „Nachtzüge mit vollständig privaten Räumen“. Das frische Kapital soll „in den Teamaufbau, den Bau eines Mockups in Originalgröße sowie die Vorbereitung der ersten Strecken, die 2027 an den Start gehen sollen“ fließen. Mehr über Nox

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Foto (oben): azrael74

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