#StartupTicker – +++ BidFix +++ Helsing +++ Robotik +++ Neura Robotics +++ Tether +++ Dominic Thiem +++ LocalSend +++

#StartupTicker

#StartupTicker Startup der Woche: BidFix Helsing könnte bald 18 Milliarden wert sein Robotik-Startups, die alle kennen sollten Tether hält rund 4 % an Neura Robotics So investiert Ex-Tennisstar Dominic Thiem in Startups LocalSend sagt Millionenexit ab

    BidFix     Helsing     Robotik     Neura Robotics     Tether     Dominic Thiem     LocalSend

Montag, 11. Mai 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 11. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

BidFix

Die Jungfirma BidFix ist unser Startup der Woche! Hinter dem Unternehmen, von Alexander Kohler und Jonas Matthaei in München gegründet, verbirgt sich ein „KI-Assistent für öffentliche Ausschreibungen“. „Unsere KI analysiert Vergabeunterlagen automatisch, erkennt Muss-Kriterien und Stolpersteine und ermöglicht fundierte Bid-Entscheidungen in Minuten statt Tagen“, so das GovTech.  Mehr neue Startup gibt’s in unserem Startup-Radar

Tipp: Im Startup-Radar-Newsletter, unserem Premium-Newsletter rund um neue Startups, stellen wir einmal in der Woche spannende neue Startups vor. Jetzt 30 Tage kostenlos testen!

Helsing

Rasanter Höhenflug! Das umtriebige Münchner DefenseTech Helsing steht wohl vor einer Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US-Dollar – wie Handelsblatt und Financial Times (FT) berichtet. Im Zuge der größten Investmentrunde aller Zeiten in Deutschland, bei der Dragoneer einsteigen könnte, soll Helsing mit 18 Milliarden Dollar bewertet werden. Damit wäre das DefenseTech zum wertvollsten deutschen Startup überhaupt aufsteigen. „Die Pläne seien fortgeschritten, aber noch nicht finalisiert, hieß es“, berichtet das Handelsblatt weiter. Im Sommer 2025 stieg Helsing zum seltenen Decacorn (Bewertung: 12 Milliarden Euro) auf. Das Grownup, 2021 gegründet, setzt auf „KI-Fähigkeiten für den Sicherheits- und Verteidigungsbereich“. (FT, Handelsblatt) Mehr über Helsing

Robotik

Aufstrebende Robotik-Startups! Nicht nur alles rund um Themen wie KI, DefenseTech und HealthTech boomt derzeit, sondern auch alles rund um Robotik! Zu den aufstrebenden Robotik-Startups, die alle kennen sollten, gehören unter anderem Sereact, R3 Robotics, SEAL Robotics, eternal.ag, Nature Robots, Kewazo, Sitegeist, RobCo und NEOintralogistics sowie der Robotik-Überflieger Neura Robotics. Das Startup, 2019 von David Reger in Metzingen gegründet, setzt auf kognitive Roboter, die mittels KI quasi sehen, hören und lernen können. Zu den Investoren von Neura Robotics gehören unter anderem Tether, Qualcomm, Amazon, Lingotto, Vsquared Ventures und HV Capital. Wobei die letzte Investmentrunde (samt Unicorn-Bewertung) mit Tether und Co. bisher offiziell nicht verkündet wurde. Tether hält nun rund 4 % an Neura Robotics. RobCo aus München, sammelte zuletzt 100 Millionen US-Dollar ein – unter anderem von Lightspeed Venture Partners, Lingotto Innovation (Agnelli) und Sequoia Capital. Das Startup, 2020 gegründet, setzt auf einen modularen Industrieroboter. Sereact aus Stuttgart, 2021 gegründet, sammelte kürzlich 110 Millionen US-Dollar ein. Das Startup entwickelt eine „KI-gestützte Software, die den Pick-and-Pack-Prozess in Warehouses und in der Produktion vollständig automatisiert“. Weitere Startups, die uns zuletzt aufgefallen sind: Filics, byte robotics, Ubica Robotics, N Robotics, Nomadic Drones, Botfellows und HandsOn Robotics. Mehr über Robotik

Dominic Thiem

Startups statt Tennis! Auch der ehemalige österreichische Tennisprofi Dominic Thiem investiert inzwischen in Startups. In seinem Portfolio des US Open-Siegers befinden sich derzeit Unternehmen wie Biogena, Fantium, Hut & Stiel, NEOH, Precision und Smash. „Ich habe aktuell neun Beteiligungen, und bei acht davon habe ich investiert, weil ich ein wirklich gutes Gefühl bei der Sache hatte. Ich kenne die Gründer persönlich, sie haben mir Vertrauen vermittelt, und ich verstehe, was sie tun. Manches ist sehr komplex, aber ein grundlegendes Verständnis ist mir immer wichtig“, sagt Thiem im Interview mit Brutkasten. Ein Fokus bei seinen Investments ist dabei insbesondere das Thema Ernährung. (Brutkasten) Mehr über Dominic Thiem

LocalSend

Open Source statt Millionenexit! Die 2022 gestartet Berliner AirDrop-Alternative LocalSend (14 Millionen Downloads, 2 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer pro Monat) schlug kürzlich nach eigenen Angaben ein möglichen Millionen-Exit aus. „Der potenzielle Käufer wollte die App künftig als geschlossenes, proprietäres Produkt weiterführen. Für die Gründer Tien Do Nam und Christopher Obereder war das keine Option“, heißt es bei Trending Topics. Respekt für diese Entscheidung! (Trending Topics)

Venture Capital

Investment-Bilanz für den April: Im vergangenen Monat zählten wir 11 zweistellige bzw. dreistellige Millioneninvestments bei denen rund 400 Millionen Euro bewegt wurden. Darunter Sereact, CMBLU, Midas, Atmos, Patronus und Omegga. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): KI

#DealMonitor – Sereact sammelt 110 Millionen ein – QuoIntelligence erhält 7,3 Millionen – Cohere übernimmt Aleph Alpha

#DealMonitor

#DealMonitor Stuttgarter Robotik-Startups Sereact sammelt 110 Millionen ein Cyber Security-Startup QuoIntelligence erhält 7,3 Millionen Noreja bekommt 1,1 Millionen Cohere übernimmt Aleph Alpha

Sereact sammelt 110 Millionen ein – QuoIntelligence erhält 7,3 Millionen – Cohere übernimmt Aleph Alpha

Montag, 27. April 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 27. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE



The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND

Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

Sereact

 Der Berliner Investor Headline, Bullhound Capital, Daphni und Felix Capital sowie Altinvestoren wie Air Street Capital, Creandum und Point Nine investieren in der Series B 110 Millionen US-Dollar in Sereact. Das Unternehmen aus Stuttgart, 2021 von Marc Tuscher und Ralf Gulde ins Leben gerufen, entwickelt eine „KI-gestützte Software, die den Pick-and-Pack-Prozess in Warehouses und in der Produktion vollständig automatisiert“. Creandum, Point Nine, Air Street Capital sowie Business Angels wie Nico Rosberg investierten zuletzt 25 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor sammelte das Team 5 Millionen ein. Das frische Kapital soll unter anderem in die US-Expansion fließen. Creandum hielt vor der aktuellen Investmentrund rund 17 % an Sereact. Air Street Capital war mit 14 % an Bord und Point Nine mit knapp 13 %. Mehr über Sereact

QuoIntelligence

 Elevator Ventures, der Venture-Capital-Arm der Raiffeisen Bank International (RBI), BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen, eCAPITAL und Mercurius Private Equity investieren 7,3 Millionen Euro in QuoIntelligence. Das Startup aus Frankfurt am Main, 2020 von Marco Riccardi als Spin-off von QuoScient gegründet, möchte Unternehmen helfen, „operative Risiken deutlich zu reduzieren und fundierte Sicherheitsentscheidungen zu treffen, indem es zugeschnittene Bedrohungsanalysen zur Verfügung stellt“. Zuvor flossen bereits über 8 Millionen in das Unternehmen. eCAPITAL hielt zuletzt rund 21 % an QuoIntelligence. Mehr über QuoIntelligence

Noreja 

Business Angels wie Markus Neumayr, Jan Sprengnetter und Martin Kaiser investieren 1,1 Millionen Euro in Noreja. Das Startup aus Wien, von Lukas Pfahlsberger, Dr. Philipp Waibel und Jan Mendling gegründet, setzt auf Generative Process Intelligence. „Auf Basis von Knowledge-Graphen und KI hilft das Unternehmen, Schwachstellen in Prozessen gezielt zu erkennen, Zusammenhänge besser zu verstehen und Optimierungspotenziale präzise sichtbar zu machen“, heißt es zum Konzept. Mehr über Noreja

MERGERS & ACQUISITIONS

Cohere – Aleph Alpha

Das kanadische KI-Startup Cohere übernimmt – wie erwartet – den Heidelberger Wettbewerber Aleph Alpha. Die beiden Unternehmen möchten mit dem Zusammenschluss ein „Global AI Powerhouse“ schaffen. Der umtriebige Aleph Alpha-Unterstützer Schwarz Gruppe plant zudem weitere 500 Millionen Euro in das zusammengeführte Unternehmen zu investieren. Mehr über Aleph Alpha

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#DealMonitor – Adyen kauft Talon.One (750 Millionen)

#DealMonitor

#DealMonitor Adyen übernimmt Talon.One für 750 Millionen Solar Materials erhält bis zu 20 Millionen Omegga bekommt 10 Millionen Kemaro sammelt 5 Millionen ein VREY streicht 3,3 Millionen ein Christian Lindner investiert in Leegle

Adyen kauft Talon.One (750 Millionen)

Freitag, 24. April 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 24. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE



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MERGERS & ACQUISITIONS

Adyen – Talon.One

Der niederländische Payment-Gigant Adyen übernimmt das Berliner Scaleup Talon.One, das eine Loyalty- und Promotion-Software anbietet. Der Kaufpreis beträgt 750 Millionen Euro. Der amerikanische Geldgeber Silversmith Capital Partners, der Late-Stage-Investor Meritech Capital und Altinvestor CRV investierten zuletzt beachtliche 135 Millionen US-Dollar in Talon.One. Zuvor flossen rund 40 Millionen Euro in das Unternehmen. Talon.One, 2015 von Lieferando-Gründer Christoph Gerber und dem RapidApe-Founder Sebastian Haas gegründet, bietet seinen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit an, Coupon-Codes, Rabattaktionen, Bündelangebote, Empfehlungs- und Treueprogramme auf einer Plattform zu erstellen und zu tracken und somit das Promotion-Marketing zu optimieren. Für dieses Jahr peilt das Talon.One-Team rund 60 Millionen Annual Recurring Revenue (ARR) an. Rund 300 Mitarbeitende wirken derzeit für Talon.One. Mehr über Talon.One

INVESTMENTS

Solar Materials

NOVA, der Investmentarm von Saint-Gobain, EIC Fund und Altinvestor bmp Ventures sowie First Imagine! investieren bis zu 20 Millionen Euro in Solar Materials. „15 Millionen Euro davon in der aktuellen Finanzierungstranche“, teilen die Investoren mit. Das Startup aus Magdeburg, 2021 von Fridolin Franke, Jan Bargel und Jan-Philipp Mai in Braunschweig gegründet, entwickelt eine Technologie zum Recycling von Photovoltaik-Modulen. „Mit dem Recyclingverfahren können sämtliche Rohstoffe der zu recycelnden Solarmodule wirtschaftlich zurückgewonnen werden. Im Fokus stehen insbesondere die Funktionswerkstoffe Silber und Silizium sowie hochwertiges Solarglas“, heißt es zum Konzept. Mehr über Solar Materials

Omegga

Der englische DeepTech-Investor IQ Capital, der Kölner Investor Capnamic und EIC Fund investieren 10 Millionen Euro in Omegga. Das BioTech aus München, 2020 von Katharina Hesseler, Till Nöllgen und Paul Günther gegründet, entwickelt eine „optische, Methode zur in-ovo Geschlechtsklassifizierung von frühembryonalen Hühnern“. Das Team möchte so „Millionen männliche Küken davor bewahren, direkt nach dem Schlüpfen getötet zu werden“. Das frische Kapital soll unter anderem in die „kommerzielle Skalierung der Lösung zur In-Ovo-Geschlechtsbestimmung“ fließen. 17 Mitarbeitende arbeiten derzeit für die Jungfirma. IQ Capital, hierzulande auch an Alpine Eagle und Quantum Diamonds beteiligt, hält nun rund 19,6 % an Omegga. Auf Capnamic entfallen 18,4 %. Mehr über Omegga

Kemaro

Nicht genannte Investoren investieren 5 Millionen US-Dollar in Kemaro. Das Robotik-Unternehmen aus Eschlikon (Schweiz), 2016 von den Ingenieuren Thomas Oberholzer, Martin Gadient und Armin Koller gegründet, entwickelt vollständig autonome Reinigungsroboter für industrielle Anwendungen. Das frische Kapital soll das „internationale Wachstum des Unternehmens beschleunigen“. Insgesamt möchte das Team in der Series B 20 Millionen einsammeln. Mehr über Kemaro

VREY

Der niederländische Investor Rubio Impact Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Kopa Ventures investieren 3,3 Millionen Euro in VREY. Das PropTech aus Berlin, 2024 von Julius Pahmeier und Cedric Jaeger gegründet, möchte sich als „voll integrierter Anbieter für gemeinschaftliche Gebäudeversorgung“ etablieren. Konkret ermöglicht das Unternehmen es, „Solarstrom in Mehrparteienhäusern rechtskonform, wirtschaftlich und ohne zusätzliche Pflichten als Energievollversorger bereitzustellen“. Der PropTech-Investor Styx Urban Investments und mehrere Business Angels investierten bereits in das Unternehmen. Mehr über VREY

Repentium

Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen, Business Angel Wolfgang Faist und Austria Wirtschaftsservice (aws) investieren eine siebenstellige Summe in Repentium. Das Startup aus Salzburg, 2024 von Lukas Rupsch und Florian Rohrmoser gegründet, entwickelt eine Software für industriellen 3D-Druck. „At the core of our technology is a patented printhead unit combined with a proprietary algorithm, which analyses each print-object upfront“, heißt es zum Konzept. Mehr über Repentium

Leegle

Der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner investiert in Leegle. Das Münchner LegalTech, 2022 von Anne Greul, Patrick Tu und Sebastian Wagner als Moonblock gegründet, positioniert sich als „Regulatory & Compliance Operating System für Produkthersteller“. Zur Idee schreibt das Team: „Die KI-Plattform übersetzt regulatorische Komplexität in klare, ausführbare Maßnahmen: für jedes Produkt, jeden Markt, jede Regulierung“. Business Angels wie Leon Szeli, Gründer von Presize, und der ehemalige Audi-CTO Peter Mertens investierten zuvor bereits eine sechsstellige Summe in das Unternehmen. Das Investment ist das erste öffentlich bekannte Startup-Investment von Lindner nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik. Mehr über Leegle

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Foto (oben): azrael74

#Interview – „Die Realität zeigt dir erst, was wirklich funktioniert“

Das deutsch-luxemburgische Robotik-Unternehmen R3 Robotics (früher als Circu Li-ion bekannt), 2021 von Antoine Welter und Xavier Kohll in Luxemburg gegründet, setzt auf eine „KI-gestützte Roboterplattformen zur sicheren, effizienten und industriellen Demontage von Elektrofahrzeugen am Ende ihres Lebenszyklus“.

HG Ventures, Suma Capital, Oetker Collection, European Innovation Council Fund (EIC Fund) sowie die Altinvestoren BonVenture, FlixFounders und EIT Urban Mobility investierten zuletzt 14 Millionen Euro in das Unternehmen. Zudem sicherte sich das Team 6 Millionen an öffentlichen Fördermitteln.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Antoine Welter einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei R3 Robotics.

Wie würdest Du Deiner Großmutter R3 Robotics erklären?

Bis heute entziehen wir Menschen unserer „Mutter Erde“ jeden Tag tausende Tonnen an Rohstoffen, obwohl wir über die Zeit schon viele Produkte hergestellt haben, deren Materialien in vielen Fällen wiederverwendet werden könnten. Das Problem dabei ist, dass die verschiedenen Stoffe, aus denen die Produkte bestehen, nach ihrer Nutzung nicht so einfach voneinander zu trennen sind. Die Trennung händisch vorzunehmen, lohnt sich nicht, und maschinell gestaltet es sich meistens auch als eher schwierig. Mit unserem Unternehmen entwickeln wir für dieses Problem eine Lösung: Wir geben Robotern mit unserer Technologie „Augen, ein Hirn und Hände“, um Menschen diese Aufgabe abzunehmen, und saubere und ökonomisch effiziente Stoffströme für eine Wiederverwertung zu ermöglichen.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Unser Konzept hat sich strategisch erweitert. Wir sind unter dem Namen Circu Li-ion mit klarem Fokus auf die Demontage von Lithium-Ionen-Batterien gestartet. Das war damals der logische Einstiegspunkt, weil Batterien die kritischsten Komponenten von z.B. Elektrofahrzeugen und akkubetriebenen Werkzeugen sind und die größten Mengen an wertvollen Materialien enthalten. Mit zunehmender Markterfahrung und nachdem wir über mehrere Jahre mit verschiedenen industriellen Partnern zusammengearbeitet haben, wurde uns aber klar: Das Problem ist deutlich größer. Die gesamte Automobilindustrie steht vor der gleichen Herausforderung – nicht nur bei Batterien, sondern bei allen elektrifizierten Komponenten. So enthalten E-Motoren seltene Erden, in Leistungselektronik sind strategische Halbleitermaterialien verbaut. Deshalb haben wir unseren Scope systematisch erweitert und uns Anfang 2026 zu R3 Robotics umbenannt. R3 steht für „Repair, Reuse, Recycle“ – angetrieben durch industrielle Robotik. Das ist eine logische Evolution unserer Vision. Wir haben die automatisierte Demontage komplexer elektrifizierter Systeme – was unsere Kernkompetenz ist – auf ein breiteres Anwendungsfeld übertragen. Die Technologie-Grundlage ist dieselbe geblieben, aber der adressierbare Markt ist um ein Vielfaches gewachsen.

Wie hat sich R3 Robotics seit der Gründung entwickelt?

Nach ersten Angel-Investments 2021 haben wir 2023 insgesamt 8,5 Millionen Euro eingesammelt – darunter eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,5 Millionen Euro und 4 Millionen Euro an Fördermitteln, die 2,5 Millionen Euro vom European Innovation Council (EIC) inkludierten. Das war für uns der entscheidende Meilenstein, um mit unserer technologischen Lösung von der Forschung in die echte industrielle Umsetzung zu gehen. Im Juni 2023 haben wir unsere Demontageanlage in Karlsruhe eröffnet, die im Februar 2024 alle vollständigen BImSchG- und EfB-Zertifizierungen erhielt. Damit betreiben wir einen vollzertifizierten Recyclingbetrieb in Deutschland. Im Juni 2024 folgte die Eröffnung unserer neuen R&D-Facility in Luxemburg in Anwesenheit des dortigen Wirtschaftsministers. Anfang 2026 konnten wir dann weitere 20 Millionen Euro aufbringen – bestehend aus einer 14 Millionen Euro Series-A-Finanzierung und EU-Fördermitteln in Höhe von 6 Millionen Euro. Diese Kombination aus privatem Kapital und öffentlicher Unterstützung unterstreicht unsere strategische Bedeutung für europäische Lieferketten. Unsere Mitarbeiterzahl ist seit der Gründung parallel zur steigenden Anzahl der Batterien, die wir verarbeiten, stetig gewachsen – aktuell sind wir 41 Teammitglieder. Heute skalieren wir das Team massiv in den Bereichen Engineering, Künstliche Intelligenz (KI), Software und Operations. Mit Peter Mohnen, dem ehemaligen CEO von KUKA, haben wir zudem einen der renommiertesten Experten für industrielle Robotik in unser Advisory Board geholt.

Wie seid ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

Die Series-A-Finanzierung wurde von HG Ventures und Suma Capital angeführt. Beide dieser Investmentfirmen kamen auf uns zu. HG Ventures ist der „Corporate Venture Capital“-Arm der Heritage Group aus Indianapolis, einem Familienunternehmen mit langer Historie in den Bereichen Industriematerialien und Recycling. Dieser Investor bringt neben Wachstumskapital auch Verständnis für industrielle Prozesse und den für uns wichtigen Zugang zum US-Markt mit. Suma Capital aus Barcelona ist auf ökologische Transformation spezialisiert – Kreislaufwirtschaft und kritische Rohstoffe passen da gut ins Portfolio. Zusätzlich beteiligten sich an der Finanzierungsrunde Oetker Collection, der European Innovation Council Fund (EIC Fund) sowie unsere Bestandsinvestoren BONVENTURE, FlixFounders und EIT Urban Mobility. Der Kontakt entstand teils durch unser Netzwerk, teils durch direkte Ansprache der Investoren. Das Thema kritische Rohstoffe und europäische Lieferketten hat durch aktuelle Richtlinien wie den Critical Raw Materials Act und die EU Battery Regulation an Relevanz gewonnen, was das Investoreninteresse bekräftigt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen? 

Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer starten etwas naiv mit ihrem Business – sonst würden sie es wahrscheinlich nie machen. So war es auch bei uns. Wenn wir vorher gewusst hätten, wie komplex es ist und wie schwierig es wird, OEMs das erste Mal zum Bezahlen zu bewegen, hätten wir es vermutlich nicht gemacht. Dazu kam: Wir haben mit einem stärkeren Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge gerechnet, das so bisher leider nicht eingetreten ist. An diesen verlangsamten Ramp-Up mussten wir uns anpassen. Einfach war das nicht, aber so lernt man.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht? 

Wir haben von Anfang an eng mit OEMs zusammengearbeitet. Diese direkte Zusammenarbeit hat uns geholfen, die tatsächlichen Anforderungen zu verstehen und unsere Technologie entsprechend zu entwickeln. Ohne diesen Input hätten wir am Markt vorbei entwickelt und viel Zeit und Ressourcen verschwendet.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Loslegen und dann konstant anpassen – je nachdem, was man lernt. Viele warten auf den perfekten Plan oder die perfekte Technologie. Die Realität zeigt dir erst, was wirklich funktioniert, wenn du anfängst. Dann heißt es: zuhören, lernen, anpassen und das immer wieder.

Wo steht R3 Robotics in einem Jahr?

Unsere Anlage in Karlsruhe läuft im industriellen Maßstab. Wir haben mehrere Deployments bei europäischen Partnern, insbesondere in Deutschland und Frankreich. Der US-Markteintritt ist vollzogen und wir haben erste Partnerschaften mit amerikanischen Recyclern und OEMs. Die wichtigsten Positionen im Team sind besetzt. Und wir werden wahrscheinlich auch schon über die nächste Finanzierungsrunde nachdenken, um die Expansion weiter zu beschleunigen. Unsere Ambition ist klar: 2030 wollen wir der führende Anbieter für automatisierte Demontage elektrifizierter Systeme in Europa und Nordamerika sein.

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Foto (oben): R3 Robotics

#Interview – „Wir waren gar nicht auf der Suche nach einem Funding“

#Interview

Die Münchner Jungfirma SEAL Robotics baut mobile Roboter, die in Häfen oder Güterbahnhöfen zum Einsatz kommen können. “Unser Ziel ist es, gefährliche Arbeiten sicherer zu machen und Menschen dabei zu entlasten”, sagt Gründer Daniel Leidner.

„Wir waren gar nicht auf der Suche nach einem Funding“

Dienstag, 14. April 2026VonAlexander

SEAL Robotics aus München, 2025 von Marie-Elisabeth Makohl und dem DLR-Robotik-Experten Daniel Leidner gegründet, entwickelt „robotische Systeme zur Automatisierung sicherheitskritischer, bislang manueller Prozesse im Containerumschlag von Schiffen und Zügen“.

Der englische Uni-Investor Creator Fund, Auxxo Female Catalyst Fund, January Ventures, Marvelous und Stefan Tietze investierten kürzlich 2,1 Millionen US-Dollar in die Jungfirma. Wir waren noch gar nicht aktiv auf der Suche nach einem Funding, haben aber schon viel auf LinkedIn kommuniziert. Dann sind die Investoren tatsächlich auf uns zugekommen“, erzählt Gründerin Marie-Elisabeth Makohl.

Im Interview mit deutsche-startups.de sprechen die SEAL Robotics-Gründerin und ihr Mitstreiter Daniel Leidner einmal ganz ausführlich über den Stand der Dinge in ihrem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter SEAL Robotics erklären?

Leidner: Wir bauen mobile Roboter, die draußen in Häfen und an Güterbahnhöfen arbeiten können. Sie arbeiten überall dort, wo Container gesichert oder gelöst werden müssen, und übernehmen diese schweren Handgriffe mit speziellen Greifern. Unser Roboter ist modular aufgebaut, das heißt, er lässt sich an unterschiedliche Häfen, Abläufe und Aufgaben anpassen. Mithilfe von KI lernt das System, mit verschiedenen Situationen umzugehen. So können wir nicht nur Container-Verriegelungen an Schiffen und Zügen handhaben, sondern Schritt für Schritt weitere Aufgaben im Terminalbetrieb übernehmen. Unser Ziel ist es, gefährliche Arbeiten sicherer zu machen und Menschen dabei zu entlasten.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Makohl: Wir verkaufen robotische Systeme, die diese Sicherungsarbeiten an Containern übernehmen, also das sogenannte Twistlock- und Pin-Handling. Terminalbetreiber zahlen für die Systeme und für deren Betrieb und Wartung. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht durch mehr Sicherheit, zuverlässigere Abläufe und weniger Ausfälle.

Wie ist die Idee zu Eurem Startup entstanden?

Leidner: Die Idee entstand aus einer sehr konkreten persönlichen Erfahrung. Marie-Elisabeth war mehrfach auf Containerschiffen unterwegs und hat dort aus nächster Nähe gesehen, wie Container unter hohem Zeitdruck manuell gesichert und entsichert werden. Die körperliche Belastung und das Sicherheitsrisiko dieser Arbeiten waren offensichtlich. Daraus entstand die Frage, warum genau diese zentralen Prozesse bis heute kaum automatisiert sind und wie Robotik hier sinnvoll eingesetzt werden kann.

Wie oder wo hast Du Deinen Mitgründer:in kennen gelernt?

Makohl: Ich habe Daniel vor vielen Jahren bei einem Startup-Event in Berlin kennengelernt. Über die Jahre sind wir immer wieder in Kontakt geblieben. Als ich ihm schließlich von meiner Idee erzählt habe, sicherheitskritische Prozesse im Terminalbetrieb mit Robotik zu automatisieren, war er sofort Feuer und Flamme. Schnell war klar, dass sich seine Robotik-Expertise und meine operativen Beobachtungen sehr gut ergänzen.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Makohl: Wir haben besonders in der Anfangsphase enorm viel Zeit in Research investiert und intensiv mit potenziellen Kund:innen gesprochen. Wir wollten von Beginn an eine Lösung entwickeln, die in sehr unterschiedlichen internationalen Häfen funktioniert und sich an verschiedene Szenarien anpassen lässt. Uns war wichtig, die Abläufe, Unterschiede und Randbedingungen wirklich zu verstehen, bevor wir Technik bauen. Deshalb haben wir bewusst einen Data-First-Ansatz gewählt: erst Prozesse beobachten und analysieren, dann Robotik entwickeln. Dieser Weg ist aufwendiger, zahlt sich aber aus, weil unsere Lösung auf realen Betriebsdaten basiert.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf Eurer Agenda?

Leidner: Aktuell konzentrieren wir uns auf unsere Pilotprojekte für Twistlock- und Pin-Handling in Terminals in Nordeuropa und Südostasien. Dort bringen wir unsere Systeme aus der Entwicklung direkt in den laufenden Betrieb und arbeiten daran, sie gemeinsam mit den Betreibern so weiterzuentwickeln, dass wir sie anschließend schrittweise in weiteren Terminals ausrollen und skalieren können.

Ihr konntet bereits Investorengelder einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Geldgebern in Kontakt gekommen?

Makohl: Wir waren noch gar nicht aktiv auf der Suche nach einem Funding, haben aber schon viel auf LinkedIn kommuniziert. Dann sind die Investoren tatsächlich auf uns zugekommen. Offenbar haben unser Thema und der sehr konkrete Anwendungsfall einen Nerv getroffen, sodass sich daraus schnell vertiefende Gespräche entwickelt haben.

Wo steht SEAL Robotics in einem Jahr?

Leidner: In einem Jahr wollen wir einen belastbaren Proof of Concept entwickelt und im realen Terminalbetrieb getestet haben. Auf dieser Basis wollen wir unsere Robotersysteme dann aktiv in den Verkauf bringen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): SEAL Robotics

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