
Ugreen hat im vergangenen Jahr im NAS-Sektor für ordentlich Wirbel gesorgt. Die Strategie: Gute Hardware-Spezifikationen zu Preisen, bei denen die etablierte Konkurrenz erst einmal schlucken musste. Doch machen wir uns nichts vor: Rein softwaretechnisch hat man in Taiwan noch die Nase vorn, UGREEN unterstützt bislang immer noch keine verschlüsselten Laufwerke. Doch der Reihe nach.
Ich habe mir das kleinste Modell der Reihe, das UGREEN NASync DXP2800 GT, in das Regal gestellt und im Alltag ausgiebig ausprobiert. Optisch hat sich auf den ersten Blick bis auf einen leicht roségoldenen Akzent am Rahmen nicht viel verändert. Unter der Haube bleibt jedoch kaum ein Stein auf dem anderen. Ugreen verabschiedet sich in dieser Generation von Intel und schwenkt komplett auf AMD um.
Arbeitete im regulären DXP2800 noch ein Intel N100, schlägt im GT-Modell nun ein AMD Ryzen Embedded R2514. Das bedeutet zwar weiterhin vier physische Rechenkerne, aber dank Simultaneous Multithreading (SMT) stehen dem System jetzt acht Threads zur Verfügung. Der Prozessor taktet zudem deutlich dynamischer und bringt spürbar mehr Leistungsreserven mit, wenn es auf der Kiste mal enger wird. Dazu müsst ihr aber schon einiges tun.

Interessant: Konnte der Intel-Vorgänger noch mit modernem DDR5-RAM glänzen, muss die AMD-Architektur in diesem Setup auf DDR4-3200 zurückgreifen. Ab Werk ist ein einzelner 8-GB-Riegel verbaut. Im Alltag merkte ich von der geringeren Speicherbandbreite absolut nichts.

Das Gerät bietet zwei echte SO-DIMM-Steckplätze, wodurch sich das NAS auf bis zu 64 GB RAM aufbohren lässt. Auch beim internen Flash-Speicher, auf dem das Betriebssystem hinterlegt ist, wurde aufgerüstet: Statt 32 GB stehen nun 64 GB eMMC zur Verfügung. Schöner wäre es natürlich, wenn das System irgendwie anders gelagert wäre.

Ugreen hat beim DXP2800 GT an der Netzwerkschraube gedreht. Während das erste Modell noch mit einer einzelnen 2,5-GbE-Schnittstelle auskommen musste, verbaut man in der GT-Variante nun direkt einen vollwertigen 10-Gigabit-Netzwerkanschluss. Wer die entsprechende Infrastruktur mit passenden Switches und Kabeln zu Hause besitzt, kann Daten nun in einer anderen Liga durch die Leitung jagen. Und ja, ihr könnt weiterhin Daten über USB-A und USB-C auf das NAS schieben, selbst HDMI ist an Bord, falls ihr im BIOS spielen oder gar über das integrierte Media-Center Inhalte streamen wollt. Aber wer macht das schon?

In Sachen Gehäusequalität liefert Ugreen gewohnt solide Arbeit ab. Das Chassis besteht fast vollständig aus massivem Metall, fühlt sich wertig an und bringt ein ordentliches Eigengewicht mit. Das Modell erlaubt eine komplett werkzeuglose Montage. Festplatte in den Rahmen einclipsen, reinschieben, Verriegelung schließen, das erledigt man in wenigen Sekunden.

Der rückseitige Lüfter arbeitet im Alltag unauffällig und lässt sich über die Software in verschiedenen Profilen steuern. Was den Hunger nach Strom angeht, zeigt sich das System recht genügsam. Befinden sich die Festplatten im Tiefschlaf (Hibernate), begnügt sich das NAS mit etwa 10 bis 15 Watt aus der Steckdose. Sobald die Platten anlaufen und im normalen Leerlauf vor sich hin drehen, pendelt sich der Verbrauch je nach verwendetem Festplattenmodell bei rund 20 Watt ein.

Die grafische Benutzeroberfläche reagiert flott und wirkt modern. Die mitgelieferten Standard-Apps wie die Fotoverwaltung mit integrierter KI-Erkennung für Gesichter und Objekte oder das Überwachungs-Center für IP-Kameras funktionieren im Alltag ausreichend.

Das wahre Potenzial entfaltet die Kiste jedoch, wenn man die Docker-Umgebung nutzt. Da schrieb ich ja schon einige Anleitungen. Ich habe unter anderem Immich, Paperless, einen Mediaserver für Audio und Video getrennt und noch einiges mehr laufen – problemlos. Aber das ist jetzt nichts, weshalb ich vom Vorgänger wechseln würde, das ergibt echt nur Sinn, wenn ihr vielleicht euer Uralt-NAS aufs Abstellgleis schieben wollt.
Allerdings gebe ich harten Video-Fans etwas zu bedenken. Während das Standardmodell (DXP2800) mit einem Intel N100-Prozessor und dessen hocheffizienter Intel QuickSync-Einheit ausgestattet ist, verfügt der DXP2800 GT eben über den AMD Ryzen Embedded R2514 mit integrierter Radeon Vega iGPU. Reine Software-Transkodierung funktioniert problemlos, beeinträchtigt jedoch spürbar die Gesamtsystemleistung.
Die AMD-Grafikeinheit unterstützt die hardwarebeschleunigte Dekodierung und Kodierung gängiger Codecs wie H.264 und HEVC (H.265) über AMD AMF / VAAPI. Im Gegensatz zu modernen Intel-Chips fehlt der älteren Vega-Architektur des Ryzen Embedded ein Hardware-Decoder für den modernen AV1-Codec. Wenn man viele Medien im AV1-Format hat, muss die CPU die Transkodierung vollständig per Software übernehmen. Generell sehe ich da kein Problem bei Direct Play z. B. über einen Apple TV mit Infuse, bei anderen Lösungen und mehreren Streams kann es da schon schwieriger werden.

Das UGREEN NASync DXP2800 GT ist eine gelungene Modellpflege. Das Unternehmen hat das bewährte Konzept nicht neu erfunden, sondern gezielt an den richtigen Stellschrauben gedreht. Wie erwähnt: Wer bereits das normale DXP2800 oder eine ähnliche Kiste im Einsatz hat und lediglich Daten im Netzwerk freigibt, braucht nicht upzugraden. Wer hingegen ein kompaktes und leistungsstarkes 2-Bay-System für das eigene Docker-Setup und ein schnelles 10-Gigabit-Netzwerk sucht, findet hier ein verdammt starkes Stück Hardware. Preislich startet das DXP2800 GT bei 509,99 Euro, während für das DXP4800 GT 659,99 Euro fällig werden. Zum Start bietet der Hersteller einen Rabatt von 10 Prozent im eigenen Online-Shop sowie bei Amazon an. Auf viele Jahre gerechnet vertretbar.
| Kategorie / Merkmal |
Modell 1 (2-Bay Variante) |
Modell 2 (4-Bay Variante) |
| CPU |
| CPU Model |
AMD Ryzen Embedded R2514 |
AMD Ryzen Embedded R2514 |
| Lithography |
/ |
/ |
| CPU Cores |
4 |
4 |
| CPU Threads |
8 |
8 |
| Max Frequency |
3.7GHz |
3.7GHz |
| Storage (Speicher) |
| Drive Bays |
2 Bays |
4 Bays |
| Drive Bay Compatibility |
– 3.5 inch
– 2.5 inch |
– 3.5 inch
– 2.5 inch |
| M.2 SSD Slots |
2 Slots |
2 Slots |
| M.2 Slots Compatibility |
M.2 NVMe 2280 |
M.2 NVMe 2280 |
| Maximum Capacity |
32T*2 8T*2 |
32T*4 8T*2 |
| M.2 Slot Specs |
2 * GEN3 X2 |
2 * GEN3 X2 |
| RAID Mode |
JBOD / Basic / RAID0 / RAID1 |
JBOD / Basic / RAID0 / RAID1 / RAID5 / RAID6 / RAID10 |
| RAM (Arbeitsspeicher) |
| RAM |
8GB DDR4 |
8GB DDR4 |
| Expandable RAM Slots |
2 Slots |
2 Slots |
| Memory Expansion |
Unterstützt |
Unterstützt |
| Maximum Expansion |
64GB |
64GB |
| System |
| System Drive |
64GB eMMC |
64GB eMMC |
| Operating System |
UGOS Pro |
UGOS Pro |
| System Edition |
original |
original |
| Overview & Connectivity (Konnektivität) |
| LAN Port |
1 × 10GbE |
2 × 10GbE |
| USB-A |
USB-A 3.2 Gen2 × 2
USB-A 2.0 × 2 |
USB-A 3.2 Gen2 × 2
USB-A 2.0 × 2 |
| USB-C |
USB-C 3.2 Gen2 × 1 |
USB-C 3.2 Gen2 × 1 |
| Thunderbolt 4 |
Nein |
Nein |
| HDMI |
4K 60Hz |
4K 60Hz |
| PCIE Expansion |
Nein |
Nein |
| SD Slot |
Nein |
SD 3.0 |
| Power (Stromversorgung) |
| Voltage / Current |
DC12V / 10A |
DC19V / 7.9A |
| Power |
120W |
150W |
| Other (Sonstiges) |
| Buttons |
Power, Reset |
Power, Reset |
| Fan Size |
/ |
/ |
| Pallet Info |
4 in 1 |
4 in 1 |
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