#Interview – „Wir haben viel gelernt – teilweise schmerzhaft“

eleQtron, 2020 von Christof Wunderlich, Jan Leisse und Michael Johanning als Spin-Off des Lehrstuhls für Quantenoptik der Universität Siegen gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“.

Schwarz Digits, EIC Fund, Ankaa Ventures, das Laser-Ausrüstungsunternehmen Precitec, NRW.Bank, IFB Hamburg und Altinvestor Earlybird investieren 57 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor sammelte das Unternehmen, das derzeit über 100 Mitarbeitende beschäftigt, rund 16 Millionen ein.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Jan Leisse einmal ganz ausführlich über den Stand der Dinge bei eleQtron.

Wie würdest Du Deiner Großmutter eleQtron erklären?

Ich würde meiner Großmutter vermutlich sagen: Manche Probleme sind so komplex, dass selbst die besten Supercomputer der Welt irgendwann nicht mehr sinnvoll weiterkommen – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Materialien, Medikamenten, oder zum Beispiel in der Logistik. Wir bauen Computer, die auf eine ganz andere Art rechnen als heutige Computer – so genannte Quantencomputer. Diese sollen genau solche Probleme lösbar machen. Und eleQtron baut diese Maschinen mit einer eigenen patentierten Technologie.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Der technologische Kern war von Anfang an klar: Wir setzen auf Ionenfallen und unsere eigene MAGIC-Technologie, bei der Qubits mit Mikrowellen statt mit hochkomplexen Lasersystemen gesteuert werden. Am Anfang standen natürlich stark Forschung, Technologieentwicklung und die Frage im Vordergrund: Können wir diesen Ansatz wirklich in funktionierende Systeme übersetzen? Heute fokussieren wir uns darauf, diese Technologie in kommerzielle Produkte zu transformieren. Es geht nicht mehr nur darum, einen wissenschaftlichen Proof Point zu liefern, sondern robuste, betreibbare Quantencomputer zu bauen, Kundenzugang zu schaffen und konkrete Anwendungen mit Partnern zu entwickeln. Also kein klassischer Pivot im Sinne von „wir machen jetzt etwas völlig anderes“, sondern eher eine konsequente Weiterentwicklung: von der Forschungsidee zum skalierenden DeepTech-Unternehmen.

Wie hat sich eleQtron seit der Gründung entwickelt?

eleQtron wurde 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet. Seitdem sind wir von einem kleinen Gründungsteam zu einem Unternehmen mit inzwischen mehr als 100 Mitarbeitenden gewachsen. Wir haben heute Standorte in Siegen und Hamburg, arbeiten mit führenden Forschungs- und Industriepartnern zusammen und konnten einen Auftragsbestand von über 54 Millionen Euro aufbauen. Zu unseren Kunden gehören unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR, im Rahmen der Quantencomputing-Initiative sowie das Forschungszentrum Jülich. Mit der aktuellen Series-A-Finanzierung über 57 Millionen Euro gehen wir nun in die nächste Phase: Skalierung der Technologie, Ausbau des Teams und unserer Kapazitäten.

Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

DeepTech ist ein Markt, in dem Vertrauen, technologische Substanz und langfristige Perspektive entscheidend sind. Viele Gespräche entstehen deshalb nicht über klassische Pitch-Events, sondern über Netzwerke, gemeinsame Überzeugungen und intensive technische Due Diligence. Mit Earlybird hatten wir bereits sehr früh einen starken VC an Bord, der unser Potenzial erkannt hat. Für die Series A war uns dann wichtig, einen Lead-Investor zu finden, der nicht nur Kapital mitbringt, sondern auch strategisch versteht, worum es geht: Quantencomputing als kritische Zukunftsinfrastruktur. Schwarz Digits war dafür aus unserer Sicht der ideale Partner. Schwarz ist eine der finanzstärksten Unternehmensgruppen Europas und investiert gezielt in digitale Infrastruktur und technologische Souveränität. Das war für uns kein „Dumb Money“, sondern ein sehr bewusster strategischer Fit.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

In DeepTech geht ständig etwas schief. Das gehört quasi zum Geschäftsmodell – nur nennt man es dort meistens „Erkenntnisgewinn“. Wir bauen keine App, bei der man nach zwei Wochen A/B-Testing weiß, welcher Button besser funktioniert. Wir arbeiten an extrem komplexer Hardware, an physikalischen Grenzen, Engineering, Software, Systemintegration und gleichzeitig am Aufbau eines Unternehmens. Der Übergang von Forschung zu Produkt wird uns noch eine Weile begleiten. Eine Technologie im Labor zu demonstrieren ist das eine. Daraus ein robustes, skalierbares System mit klaren Prozessen, Roadmaps, Qualitätsstandards und Kundenanforderungen zu machen, ist eine ganz andere Aufgabe. Da haben wir viel gelernt – teilweise schmerzhaft, aber immer notwendig, sonst stünden wir heute nicht da, wo wir sind. Wichtig ist, Fehler bewusst zuzulassen, sie schnell zu erkennen und daraus nachhaltig zu lernen. Fail fast, eigentlich schon eine Binsenweisheit.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben sehr früh auf einen technologisch differenzierten Ansatz gesetzt – und daran konsequent festgehalten. Unsere MAGIC-Technologie ist der Kern unseres Unternehmens. Sie kombiniert die Vorteile von Ionenfallen – also sehr stabile, natürliche Qubits – mit mikrowellenbasierter Steuerung. Das ist aus unserer Sicht ein besonders vielversprechender Weg, um Quantencomputer skalierbar zu machen. Außerdem haben wir früh verstanden, dass Technologie allein nicht reicht. Man braucht ein starkes Team, ein belastbares Netzwerk aus Partnern, Kunden, Investoren und die Fähigkeit, ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen. Wir können deshalb heute 54 Millionen Euro Auftragsbestand und eine 57-Millionen-Euro-Series-A vorweisen. Das schaffen nicht alle und darauf sind wir sehr stolz, dass uns das gelungen ist. Natürlich sind wir jetzt nicht „angekommen“. Wir haben wahnsinnig viel zu tun. Wir wollen weiter wachsen, unsere Technologie perfektionieren, unseren Kunden Zugang zu unseren Systemen verschaffen und mit unseren Maschinen echte Probleme lösen. Und genau dahin wird auch das frische Kapital fließen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Nicht zu früh aufgeben – aber auch nicht zu lange an falschen Annahmen festhalten. Gerade in DeepTech braucht man eine sehr seltsame Mischung aus Sturheit und Lernfähigkeit. Man muss an eine große Vision glauben, obwohl der Weg dorthin oft ungewiss, teuer und unbequem ist. Gleichzeitig muss man bereit sein, ständig dazuzulernen, Pläne anzupassen und sich ehrlich anzuschauen, was funktioniert und was nicht. Mein zweiter Tipp wäre: Baut früh ein Team, das nicht nur technisch brillant ist, sondern auch unternehmerisch denken kann. Aus einer großartigen Technologie wird nicht automatisch ein großartiges Unternehmen. Mir hilft außerdem die Philosophie: „Don’t hire assholes!“ Ich bin unglaublich froh, dass wir es immer wieder schaffen, großartige Menschen mit Herz und Verstand an Bord zu holen.

Wo steht eleQtron in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir in der nächsten Skalierungsphase sichtbar weiter sein. Das heißt: Wir werden unser Team weiter ausgebaut haben, unsere Technologieplattform weiterentwickeln, die Industrialisierung unserer Systeme vorantreiben und gemeinsam mit Partnern konkrete Anwendungspfade weiter schärfen. Für uns ist die Series A kein Endpunkt und auch kein Selbstzweck. Sie ist der Startschuss für die nächste Phase. Einfach gesagt: In einem Jahr wollen wir weniger darüber sprechen, was Quantencomputing eines Tages leisten könnte – und mehr darüber, was unsere Systeme konkret ermöglichen.

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Foto (oben): eleQtron

Vodafone Jubel-Booster: Schnellere Tore im Kabelnetz

Pünktlich zur Weltmeisterschaft schraubt Vodafone mal wieder an der Technik im Kabelnetz. Wer kennt das Elend nicht, wenn der Nachbar schon grölt, während man selbst noch auf den Flankenlauf wartet? Ich kenne das immer von Sky über das Internet.

Damit das Kabelfernsehen bei den Übertragungen von ARD und ZDF nicht hinterherhinkt, wird der sogenannte Jubel-Booster scharfgeschaltet. Vodafone greift sich ein sehr frühes Signal direkt bei den Sendern ab und schleust es ohne Umwege und zusätzliche Rechenschritte in das eigene Netz. Das spart Zeit bei der Signalaufbereitung, die normalerweise für Verzögerungen sorgt, so Vodafone.

In der Praxis kommen die Live-Bilder dadurch etwa zwei Sekunden früher auf dem Fernseher an als bisher. Das ist ein Brett, denn gerade beim digitalen Fernsehen fressen die vielen Zwischenschritte bei der Kodierung wertvolle Zeit. Während beim Internetfernsehen oft noch deutlich längere Pausen entstehen, will Vodafone das Kabel als flinksten Weg für die 60 Spiele etablieren, die bei den Öffentlich-Rechtlichen laufen. Schon bei der EM vor zwei Jahren hat das Prinzip funktioniert und wurde in Tests als schneller als der Satellitenempfang eingestuft.

Die Optimierung betrifft Das Erste HD und ZDF HD und steht automatisch für alle Haushalte zur Verfügung, die ihr TV-Signal über das Vodafone-Kabel beziehen. Davon gibt es in Deutschland immerhin rund 8 Millionen. Wer also am 11. Juni zum Eröffnungsspiel vor der Kiste sitzt, hat gute Chancen, etwaige Treffer mit als Erster in der Straße zu sehen.

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Amazon Prime Video Sammelklage: Verhandlung startet heute

Amazon steht heute vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht, weil sich fast 220.000 Kunden der Verbraucherzentrale Sachsen angeschlossen haben. Na klar, ihr wisst es – es geht um die Anfang 2024 eingeführte Werbung im Streamingdienst. Wer die Clips vermeiden will, muss monatlich 2,99 Euro zusätzlich bezahlen. Die Verbraucherschützer halten dieses Vorgehen für rechtswidrig, da Amazon die Konditionen laufender Verträge einseitig zum Nachteil der Nutzer geändert hat. Ein erstes Urteil des Landgerichts München I gab den Kritikern bereits recht, ist aber noch nicht rechtskräftig.

Während es im ersten Prozess um ein reines Verbot der Praxis ging, zielt die jetzige Verbandsklage auf handfeste Entschädigungen ab. Sollte das Gericht gegen den Versandriesen entscheiden, könnten betroffene Nutzer die gezahlten Zusatzbeiträge zurückverlangen. Amazon selbst sieht sich im Recht und verweist darauf, die Kunden rechtzeitig informiert zu haben. Dass heute ein Urteil fällt, ist sicherlich auszuschließen, man startet erst einmal mit der mündlichen Verhandlung. Mal schauen, was da noch passiert. In den USA hat man die Abos ja bereits umgebaut.

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WhatsApp Liquid-Glass-Design landet auf breiterer Front auf iOS

Meta schraubt weiter an der Optik von WhatsApp und verteilt das Liquid-Glass-Design nun an einen größeren Nutzerkreis unter iOS. Nach einer langen Testphase, die bereits im Oktober letzten Jahres mit ersten Gehversuchen bei der Navigationsleiste und in der Chat-Übersicht begann, folgt jetzt der nächste Schritt. Die Entwickler haben in der Zwischenzeit ordentlich experimentiert und das Design auf weitere Bereiche der App ausgeweitet. Schaut mal nach, ob das Update bei euch schon angekommen ist. Eventuell Update installieren, App abschießen und neu starten. Ansonsten Ruhe bewahren 🙂

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iOS 27: Apple setzt auf KI für Schreiben, Automationen und personalisierte Designs

Apple bringt im Herbst mit seinen neuen Systemen wohl unter anderem ein großes Update mit, das vor allem drei Bereiche in den Vordergrund stellt: überarbeitete Schreibwerkzeuge, sprachgesteuerte Kurzbefehle und KI-generierte Hintergrundbilder. Die Keynote zur WWDC findet in diesem Jahr vom 8. bis 12. Juni statt, dort wird es dann erste Einblicke dahingehend geben.

Wer viel auf dem iPhone schreibt, dürfte sich über die neue systemweite Grammatikprüfung freuen. Sie funktioniert ähnlich wie Tools à la Grammarly: Ein halbtransparentes Menü am unteren Bildschirmrand zeigt an, wo der Text überarbeitet werden könnte. Vorschläge lassen sich einzeln annehmen, komplett übernehmen oder einfach ignorieren. Wer die Prüfung für bestimmte Textabschnitte ausschalten möchte, kann das ebenfalls tun. Ergänzt wird das Ganze durch neue Schaltflächen zur Textgenerierung – ein „Write With Siri“-Button direkt über der Tastatur sowie eine „Help Me Write“-Option, die erscheint, sobald Siri in einem aktiven Textfeld aufgerufen wird.

Richtig praktisch klingt das neue Feature in der Shortcuts-App, über das wir auch schon einmal im Vorfeld berichten konnten. Wer bislang komplexe Automatisierungen einrichten wollte, musste sich entweder durch manuelle Abläufe kämpfen oder auf fertige Befehle aus der Galerie zurückgreifen. Mit iOS 27 reicht es dann aus, in ein einfaches Textfeld einzugeben, was automatisiert werden soll – das System erstellt den Kurzbefehl daraufhin selbstständig und installiert ihn direkt.

Beim Thema Personalisierung holt Apple wohl ebenfalls auf. Über „Image Playground“ lassen sich Hintergrundbilder für Sperr- und Homescreen per Texteingabe generieren. Dazu kommt ein umfassendes Siri-Redesign: Der Assistent bekommt eine neue Oberfläche, soll tiefer in Apps eingebunden werden und künftig auch visuelle Inhalte direkt über die Kamera-App analysieren können. Für die Fotos-App sind zudem weitere KI-basierte Bearbeitungswerkzeuge geplant.

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