
Wie die Zeit vergeht: Das Gaming-Headset Turtle Beach Stealth Pro habe ich bereits 2023 für euch getestet. 2026 hat der Hersteller mit dem passend betitelten Stealth Pro II ein Nachfolgemodell veröffentlicht. Inzwischen sind die Ansprüche im Bereich der Premium-Headsets, so wie die Preise, deutlich gestiegen. Wie schlägt sich die neue Lösung für PC, Konsolen und mobile Endgeräte also?
Im direkten Vergleich mit der 1. Generation gibt es beim Turtle Beach Stealth Pro II einige Verbesserungen. So setzt der Hersteller größere Audiotreiber mit 60 statt 50 mm. Obendrein verwendet man eine verbesserte, adaptive Geräuschunterdrückung. Neu ist auch die offizielle Unterstützung für Dolby Atmos. Gleich geblieben ist z. B., dass sowohl 2,4 GHz als auch Bluetooth parallel für kabellose Verbindungen nutzbar sind.
Technische Eckdaten des Turtle Beach Stealth Pro II
| Kategorie |
Details |
| Kompatibilität |
Xbox Series X|S, Xbox One, PlayStation 4 & 5, PC (Windows 10 ), Bluetooth-Geräte |
| Konnektivität |
2,4-GHz-Wireless Bluetooth 5.3 (gleichzeitig nutzbar) |
| Lautsprecher |
60-mm-Eclipse-Dual-Treiber |
| Frequenzgang |
10 Hz – 40 kHz |
| Mikrofon |
Abnehmbares 9-mm-Unidirektional-Mikrofon mit Flip-to-Mute integrierte Beamforming-Mikrofone |
| Noise Cancelling |
Adaptive Active Noise Cancellation (bis zu 25 dB) |
| Audio-Features |
Dolby Atmos (Xbox/PC), Hi-Res 24 Bit/96 kHz (PC), Superhuman Hearing, EQ-Anpassung via Swarm-II-App |
| Akkulaufzeit |
2 austauschbare Akkus, je bis zu 40 Stunden; Ladestation inklusive |
| Material / Komfort |
Memory-Foam-Ohrpolster mit Sportstoff, ProSpecs-Brillenaussparung, Aluminium-Design |
| Gewicht |
393 g (mit Mikrofon) / 382 g (ohne Mikrofon) |
| Lieferumfang |
Headset, CrossPlay-2.0-USB-Sender, Senderstation, 2 Akkus, USB-A-zu-USB-C-Kabel, Hardcase |
329,99 Euro hat das Turtle Beach Stealth Pro 2023 zum Launch gekostet. Das Nachfolgemodell liegt 2026 bei 349,99 Euro, sodass der Preis moderat angestiegen ist. Obacht: Der Hersteller bietet erneut separate Versionen für die PlayStation und Xbox an. Der Unterschied liegt aber nicht nur im Branding: Die PlayStation-Variante des Gaming-Headsets ist ausdrücklich nicht zu Xbox-Konsolen kompatibel. Umgekehrt funktioniert die Xbox-Version jedoch an PlayStation-Konsolen. Wer also die volle Kompatibilität anstrebt, kauft sich lieber die Xbox-Variante.
Ausstattung und Design
Grundsätzlich gibt es das Turtle Beach Stealth II Pro in den Farbvarianten Schwarz und Weiß. Zum Testen hat mir die weiße Variante vorgelegen. Neu ist bei dieser Generation, dass auch die Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless vorliegt. Denn das Gaming-Headset unterstützt via Bluetooth nicht nur SBC und AAC, sondern auch die höherwertigen Codecs LDAC und LC3 . Das wird für diejenigen relevant sein, welche dieses Modell auch zum Musikhören einsetzen möchten. Für den verzögerungsarmen Betrieb an Gaming-PCs liegt auch ein Dongle mit 2,4 GHz bei.

Für die aktive Rauschunterdrückung sind vier Mikrofone integriert. Dazu gibt es einen abnehmbaren Mikrofonarm für Voice-Chats. Ähnlich wie beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liegen auch beim Turtle Beach Stealth Pro II ab Werk direkt zwei Akkus bei. Diese könnt ihr selbst wechseln, sodass stets ein Akku in der mitgelieferten Ladestation aufgeladen werden kann, während der andere das Gaming-Headset mit Strom versorgt. Beide Akkus sollen den Kopfhörern jeweils bis zu 40 Stunden Laufzeit ermöglichen.
Das Turtle Beach Stealth Pro II nutzt eine Basis-Konstruktion aus robustem Aluminium sowie Ohrmuscheln aus Memoryschaum sowie einen Kopfbügel mit einer Netzgewebe-Aufhängung. Das soll für mehr Luftdurchlässigkeit und weniger Schwitzen sorgen. Parallel verspricht der Hersteller höheren Tragekomfort als beim Vorgängermodell. Die Steuerung der einzelnen Funktionen läuft erneut über die Begleit-App Swarm II ab. Diese bietet euch etwa einen Equalizer, die ANC-Regelung und weitere Voreinstellungen bzw. Klangprofile an, um z. B. Stimmen hervorzuheben.

Am Lieferumfang und der Verarbeitung des Turtle Beach Stealth Pro II gibt es aus meiner Sicht wenig auszusetzen. Es fehlt zwar eine Bedienstation wie beim bereits erwähnten direkten Konkurrenzmodell SteelSeries Arctis Nova Pro Omni, dafür ist aber die Verarbeitung und Materialwahl des Headsets hochwertiger. Wo das Modell von SteelSeries ein Plastikbomber ist, setzt Turtle Beach im selben Preissegment Metall ein. Dazu kommt, dass SteelSeries seinem Pendant nur eine lose Stofftasche beilegt, während beim Stealth Pro II ein wesentlich stabileres Hardcase vorhanden ist.
Praxistest des Turtle Beach Stealth Pro II
Bei der Verarbeitung ist das Turtle Beach Stealth Pro II, wie soeben angesprochen, dem SteelSeries Arctis Nova Pro Omni eindeutig überlegen. Bedauerlicherweise kann ich das aber nicht vom Tragekomfort sagen. Formal sind beide Headsets zwar aus Gramm genau gleich schwer, doch das Stealth Pro II wirkt bei längeren Sessions subjektiv schwerer. Da hat SteelSeries offenbar das Gewicht besser verteilt bzw. bei der Polsterung die Nase vorn. Dies könnte am recht dünnen Netzgewebe an der Oberseite liegen. Nach ein paar Stunden Zocken war ich dann jedenfalls froh, das Gaming-Headset doch für eine kurze Pause abzunehmen.

Die Bedienung wiederum gefällt mir sehr gut. Am Headset sitzen gleich drei Lautstärkeräder für den allgemeinen Gaming-Pegel (2,4 GHz), den Voice-Chat sowie die Bluetooth-Zuspieler. Sehr praktisch, so könnt ihr euch auch ohne die App eine saubere Abmischung basteln. Dazu gibt es noch eine Taste zur ANC-Steuerung, einen Button zum Wechseln zwischen unterschiedlichen Verbindungen, eine Pairing-Taste sowie den Powerbutton, der auch den Modus „SuperHuman Hearing“ steuert. Das ist ein Modus, welcher einige Klangobjekte wie Schritte oder Schüsse besonders hervorhebt, damit ihr z. B. Gegner aus der Ferne besonders schnell kommen hört.
Meiner Erfahrung nach funktioniert SuperHuman Hearing je nach Spiel mal mehr, mal weniger gut. Denn das hängt stark von den verwendeten Soundeffekten sowie der Abmischung der Games ab. Ohnehin ist dies eher ein Gimmick für Multiplayer-Titel. Konfigurieren könnt ihr die Funktion über die bereits erwähnte Begleit-Software Swarm II. Diese ist recht überladen, was irgendwie bei allen Headset-Herstellern zum guten Ton zu gehören scheint. Loben möchte ich aber, dass man zur Nutzung kein spezielles Konto benötigt. In der Anwendung warten unter anderem auch ein 10-Band-Equalizer zur Klanganpassung, mehrere Presets für Kopfhörer und Mikrofone, die ANC-Steuerung und mehr auf euch.

Die gleichzeitige Nutzung von Audio via 2,4 GHz und Bluetooth ist tatsächlich sehr praktisch. Trudelt also ein Anruf am Smartphone ein, bekommt man das auch dann mit, wenn man gerade beim Zocken ist und sich via ANC von der sonstigen Geräuschkulisse abgeschottet hat. Toll gelöst: Die Audioqualität leidet nicht, wenn ihr Bluetooth und 2,4 GHz gleichzeitig nutzt. Dabei liegen eigentlich zwei 2,4-GHz-Dongles bei: Denn neben dem kleinen USB-Anstecker dient auch die Ladestation als Übertragungsgerät. Das Turtle Beach Stealth Pro II kann sich bis zu vier 2,4-GHz-Verbindungen „merken“. Ihr könnt also sogar noch zwei weitere Dongles zum Wechseln nutzen, wenn ihr diese nachkaufen mögt.
Mit einer Akkuladung kommt das Turtle Beach Stealth Pro II tatsächlich gut 40 Stunden hin – dann müsst ihr den Akku wechseln. Da zwei Akkus dabei sind, bleibt ihr nie lange ohne Sound. Allerdings könnt ihr das nicht im Hot-Swap-Verfahren erledigen, das Gaming-Headset schaltet sich also kurz ab. Im Übrigen sitzt auch am Kopfhörer ein USB-C-Anschluss, falls ihr den Akku nicht über das Dock laden könnt oder wollt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist dabei ein netter Bonus und auf dem Niveau der Konkurrenz – kann aber nicht mit reinen Kopfhörern von Bose, Sony oder auch nur soundcore mithalten.

So funktioniert ANC in Innenräumen oder beim Pendeln ganz gut, kann also etwa Motorengeräusche solide ausblenden. Schwierigkeiten gibt es aber z. B. mit Windgeräuschen, die kaum in der Lautstärke reduziert werden. Über die Taste am Headset könnt ihr im Übrigen zwischen dem ANC- und Transparenzmodus wechseln. Was leider nicht geht, ist, darüber in den Standard-Modus ohne die beiden Features zu wechseln. Dafür müsst ihr die App starten.
Sound und Telefonate
Aber wie klingt das Turtle Beach Stealth Pro II denn nun? Nun, lasst euch nicht zu sehr von den großen 60-mm-Treibern blenden. Größer heißt hier nicht unbedingt in allen Belangen besser. Was mir gut gefallen hat, ist die breite Bühne, die es in Spielen tatsächlich erleichtert, Geräuschquellen gut zuzuordnen – auch ganz ohne Dolby Atmos, das primär den Sound noch etwas auflockert. Stimmen klingen dafür manchmal etwas muffig, was man allerdings über Swarm II mit individuellen Klanganpassungen beheben kann. Der Tieftonbereich ist wiederum ziemlich wuchtig bzw. sogar überengagiert. Da wirkt mancher Faustschlag sozusagen direkt wie eine Explosion. Besser, man zähmt die Bässe also etwas.
Was beim Gaming in Ordnung ist, gilt doppelt für die Musikwiedergabe: Ab Werk klingen gerade melodiebetonte Genres, die eigentlich starke Mitten benötigen, etwa Singer/Songwriter, Folk oder Rock eher dumpf. Da muss man also kräftig über die Equalizer ran. Selbiges gilt auch für Filme, wo es wohl am schwierigsten ist, aus dem Turtle Beach Stealth Pro II zufriedenstellenden Klang herauszuholen, weil gerade Musik und Dialoge die Schwächen der Kopfhörer sind.
Und das Mikrofon? Dieses hakt sich spannenderweise nicht wie bei anderen Gaming-Headsets über einen 3,5-mm-Anschluss ein, sondern über einen USB-Anschluss. Hier beweist das Turtle Beach Stealth Pro II große Stärken. So liefert das Mikrofon auch ohne die elektronische Rauschunterdrückung hervorragenden Klang. Meine Gesprächspartner bemerkten jedenfalls, dass der Klang den zuvor von mir getesteten SteelSeries-Modellen klar überlegen sei. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Nachvollziehen kann ich das anhand eigener Audioaufnahmen, denn Stimmen hören sich tatsächlich natürlicher und weniger totgefiltert an.
Mein Fazit zum Turtle Beach Stealth Pro II
Das Turtle Beach Stealth Pro II konkurriert im Grunde direkt mit dem 50 Euro teureren SteelSeries Arctis Nova Pro Omni. Beide Modelle haben eigene Vor- und Nachteile. Der Tragekomfort ist beim Modell von SteelSeries klar überlegen, während das Gaming-Headset von Turtle Beach beim Mikro auftrumpft und hochwertiger verarbeitet ist. Beim Sound haben die beiden Modelle eigene Stärken und Schwächen, während ANC in etwa ebenbürtig ist.

Für sich genommen ist das Turtle Beach Stealth Pro II ein vielseitiges Gaming-Headset, das mit seinen beiden Akkus im Lieferumfang, der Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless und Dolby Atmos einiges in die Waagschale wirft. Als Allround-Kopfhörer eignet sich aber auch dieses Modell nicht, denn da gibt es schlichtweg bessere Kopfhörer von Bose, Sony, beyerdynamic und Co. für geringere oder ähnliche Preise.
Mit allem Drum und Dran ist das Turtle Beach Pro II jedoch ein wirklich gutes Gaming-Headset, dessen Nutzung mir besonders in Actionspielen dank seines Wumms und der breiten Klangbühne viel Spaß gemacht hat.
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