
Es gibt Produkte, bei denen man sich auf den ersten Blick fragt, ob man sie wirklich braucht. Die neue Philips Skylight gehört für mich genau in diese Kategorie. Signify verspricht hier nichts Geringeres als ein künstliches Dachfenster, das den Verlauf des Tageslichts nachbildet und so mehr Natürlichkeit in Innenräume bringen soll.

Besonders interessant ist das natürlich für Flure oder andere Räume ohne Fenster. Für mich war es aber auch sehr spannend zu testen. Denn: Ich sitze in einem Büro mit Fenster, Sonne kommt aber nur wenig rein und große Pflanzen lassen noch weniger Licht rein. Im Sommer nicht das größte Problem, im Herbst und Winter natzt mich das richtig, denn ich mag es, im Tageslicht zu arbeiten, und schätze Helligkeit sehr. Die Frage ist allerdings: Ist die Philips Skylight mehr als nur eine teure LED-Leuchte?

Erster Eindruck
Optisch unterscheidet sich die Skylight deutlich von klassischen Deckenlampen. Statt einer gewöhnlichen Leuchte hängt ein großflächiges LED-Panel an der Decke, das bewusst wie ein Oberlicht beziehungsweise Dachfenster gestaltet wurde.

Die Idee dahinter ist simpel: Das Licht soll nicht einfach nur einen Raum erhellen, sondern den Eindruck vermitteln, als würde Tageslicht von oben einfallen. Gerade in fensterlosen Räumen könnte das einen spürbaren Unterschied machen, aber auch in meinem Büro macht das was her.

Philips bietet die Skylight in zwei Größen an. Die Panels verfügen zudem über eine Schutzklasse nach IP44 und können somit auch in Feuchträumen wie Badezimmern eingesetzt werden.
Das Besondere: Dynamisches Tageslicht
Der eigentliche Kniff steckt in der Lichtsteuerung. Die Skylight passt Helligkeit und Farbtemperatur automatisch auf Wunsch im Tagesverlauf an. Tagsüber erzeugt das System ein helleres, eher bläuliches Licht. Gegen Abend wandert die Lichtfarbe in wärmere Bereiche. Das kennen wir grundsätzlich bereits von zahlreichen Smart-Home-Lösungen und Human-Centric-Lighting-Konzepten.

Der Unterschied liegt hier vor allem in der Präsentation. Durch die großflächige Ausleuchtung und die Gestaltung als künstliches Oberlicht soll ein natürlicherer Eindruck entstehen als bei einer klassischen Deckenlampe. Wer die Automatik nicht nutzen möchte, kann alternativ zwischen fünf voreingestellten Lichtszenen wählen. Die Steuerung erfolgt über eine Fernbedienung.
VitaUp-Variante mit UV-B
Interessant wird es bei der Variante namens VitaUp. Diese besitzt zusätzlich ein UV-B-Modul, das die körpereigene Vitamin-D-Produktion unterstützen soll. Philips beziehungsweise Signify hat dabei eine Sicherheitsfunktion integriert. Das UV-B-Modul schaltet sich nach acht Stunden automatisch ab, um eine übermäßige Bestrahlung zu vermeiden.

Gerade dieser Teil dürfte allerdings Fragen aufwerfen. Wie groß der tatsächliche Nutzen im Alltag ausfällt, hängt stark von den individuellen Lebensumständen ab. Wer ohnehin regelmäßig draußen unterwegs ist, wird davon vermutlich weniger profitieren als Menschen, die sich überwiegend in Innenräumen aufhalten. Ich selbst habe da absolut null bemerkt, vielleicht sitze ich zu wenig drunter, vielleicht sitze ich zu viel draußen – ist ja Sommer.
Im Alltag
Die Skylight adressiert ein sehr spezielles Problem. Wer ausreichend Tageslicht in Wohnung oder Haus hat, wird vermutlich keinen Bedarf sehen. Anders sieht es bei fensterlosen Räumen oder, wie bei mir beschrieben, aus. Gerade Badezimmer ohne Tageslicht oder lange Flure können mit künstlicher Beleuchtung schnell steril wirken.

Hier könnte das Skylight tatsächlich einen Mehrwert bieten, weil es versucht, den Charakter eines echten Oberlichts nachzubilden. Ich war wirklich nach recht kurzer Zeit schwer verliebt in mein Testgerät, weil es wirklich komplett mein Arbeitszimmer ausleuchtet und ich mir vorkam, als sei ich draußen.
Ihr könnt euch vielleicht nicht vorstellen, wie geil das ist, wenn man so viel drinnen sitzt und arbeitet, so wie ich. Klar, man merkt die Unterschiede zu einem echten, lichtdurchfluteten Raum schon, aber es kommt für mich wirklich nah ran. Ob dieser Effekt den Preis rechtfertigt, ist allerdings eine andere Frage. Ich habe schon viele Lampen im Büro gehabt, bisher war ich null glücklich. Jetzt bin ich es. Selbst meine Frau grübelte, ob es vielleicht nett sei, solche Kisten im Wohnzimmer einzubauen, wo alte Halogenstrahler schon auf ihre Wachablösung warten (bisher nicht ausgebaut, weil Einbaugedöns und locker 20 Stück).

Preis und Einordnung
Mit einem Einstiegspreis von 499,99 Euro bewegt sich die Philips Skylight deutlich oberhalb klassischer Deckenleuchten. Selbst im Smart-Home-Bereich ist das kein Schnäppchen. Auf der anderen Seite richtet sich das Produkt auch nicht an Käufer, die einfach nur Licht an der Decke benötigen. Philips verkauft hier vielmehr ein Konzept: die Illusion von Tageslicht in Räumen, die keines haben.
Fazit
Das Philips Skylight ist ein spannendes Nischenprodukt. Die Idee eines künstlichen Dachfensters mit dynamischem Tageslichtverlauf klingt nachvollziehbar. Die Möglichkeit, Helligkeit und Farbtemperatur automatisch anzupassen, gehört inzwischen zwar nicht mehr zu den großen Innovationen, die Kombination mit dem Oberlicht-Design hebt das Produkt aber von klassischen LED-Panels ab.

Der hohe Preis von ab knapp 500 Euro dürfte viele Interessenten abschrecken. Wer allerdings einen Raum ohne Tageslicht aufwerten möchte und Wert auf eine möglichst natürliche Lichtwirkung legt, könnte hier durchaus fündig werden. Und für die Sparfüchse, die nicht auf den Raum achten, sondern auf den Schreibtisch: Da tun es natürlich andere Produkte auch, irgendwas wie die Halo Screenbar von BenQ tut es da auch.
Für die Fans kurzer Infos: Sechs Schrauben in die Decke, ganz normal anklemmen und am besten mit 2 Leuten auf die Schiene bringen. Szenen und so regelt ihr über die Fernbedienung.
Nein, leider keine Hue-Anbindung, ein echter Jammer. Ich wette, da kommt noch etwas.
Ja, es gibt verschiedene Größen. Ja, das ist ein hoher Preis.
Nein, nur 2 der 4 Seiten werden beleuchtet, das soll so. Dies hat den Hintergrund, dass das Licht durch diesen Effekt den Eindruck erweckt, als würde es aus einer bestimmten Richtung kommen. Damit ist es echtem Sonnenlicht nachempfunden, das immer nur von einer Seite auf eine Oberfläche trifft und daher Schatten erzeugt. Das Zimmer bei mir ist dennoch fantastisch ausgeleuchtet.
Würde ich meine Bude damit ausstatten, genug Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger vorausgesetzt? Auf jeden Fall. Dann aber eher als Hue-Variante. Interesse? Da ist die Webseite dazu.
| Merkmal |
Philips Skylight |
| Hersteller |
Signify (Philips) |
| Produktart |
LED-Deckenpanel / künstliches Oberlicht |
| Lichtsteuerung |
Automatische Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur |
| Lichtszenen |
5 voreingestellte Modi |
| Steuerung |
Fernbedienung |
| Varianten |
Standard, VitaUp mit UV-B-Modul |
| Besonderheit VitaUp |
Unterstützung der Vitamin-D-Produktion, automatische Abschaltung nach 8 Stunden |
| Schutzklasse |
IP44 |
| Einsatzbereich |
Wohnräume, Flure, Badezimmer |
| Preis |
Ab 499,99 Euro |
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