EU genehmigt 659 Millionen Euro für vier neue Halbleiter-Anlagen in Deutschland

Foto von engin akyurt auf Unsplash

Die Europäische Kommission hat grünes Licht für eine Finanzspritze gegeben: Deutschland darf staatliche Beihilfen in Höhe von insgesamt 659 Millionen Euro für vier neue Projekte in der Halbleiter-Lieferkette lockermachen. Damit soll die europäische Abhängigkeit im Chip-Sektor weiter verringert und die eigene Autonomie gestärkt werden. Finanziert wird das Ganze gemeinsam aus dem Bundeshaushalt und von den jeweiligen Bundesländern.

Das Geld fließt in vier recht unterschiedliche Projekte, die über Deutschland verteilt sind. Den größten Batzen sichert sich die Element 3-5 GmbH in Baesweiler (Nordrhein-Westfalen). Das KMU bekommt 353 Millionen Euro für den Bau einer neuen Fabrik zur Herstellung von Siliziumcarbid-Epiwafern, die vor allem in der Automobilindustrie und der Telekommunikation zum Einsatz kommen sollen. Durch ein neues Verfahren will man dort deutlich energieeffizienter produzieren als bisher.

Ebenfalls dreistellig gefördert wird Vishay Siliconix Itzehoe in Schleswig-Holstein. Mit 214 Millionen Euro Unterstützung wird dort eine neue Fertigung für die nächste Generation von Leistungs-MOSFETs hochgezogen, die ebenfalls primär für Automotive-Anwendungen gedacht sind. Die verbleibenden Millionen teilen sich die KLA-Tencor MIE GmbH in Weilburg (74,4 Millionen Euro für optische Messtechnik zur Qualitätskontrolle in der Chip-Massenproduktion) und die KETEK GmbH in München (17,9 Millionen Euro für hochspezialisierte SDD- und GREW-Detektorchips).

Geschenkt ist das Geld für die Unternehmen übrigens nicht ganz: Im Gegenzug mussten sich alle Empfänger verpflichten, mit Unis und Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten und bei Lieferengpässen europäische Aufträge vorrangig zu bedienen. Außerdem gibt es eine Reinvestitionsklausel, sollten die Gewinne am Ende deutlich über den Erwartungen liegen, müssen die Firmen einen Teil davon wieder an den Staat zurückzahlen.

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Neues Google Home Display: Leak deutet auf Rückkehr der Nest-Cam-Funktion hin

Google Nest 2021

Google bereitet im Hintergrund offenbar den Start eines neuen Smart-Home-Bildschirms vor. Das kommende Hardware-Schmuckstück, das in den Entwickler-Codes schlicht als Google Home Display bezeichnet wird, könnte ein Feature des alten Nest Hub Max zurückbringen: eine vollwertige, integrierte Sicherheitskamera.

Hinweise darauf haben die Autoren von Android Authority im Code der aktuellen Google-Home-App entdeckt. Demnach soll sich die im Smart Display verbaute Kamera wie eine klassische Nest Cam nutzen lassen, um die eigenen vier Wände von unterwegs aus zu überwachen. Die Integration geht dabei tiefer als nur bis zu einem einfachen Live-Feed.

Laut dem App-Code verhält sich das Google-Home-Display im Netzwerk wie eine vollwertige Überwachungskamera aus dem Google-Kosmos. Standardmäßig sollen Nutzer Zugriff auf eine kostenlose Ereignisaufzeichnung der jeweils letzten drei Stunden erhalten. Wer mehr will, muss wie gewohnt zum kostenpflichtigen Google-Home-Premium-Abo greifen: Damit werden dann bis zu 60 Tage ereignisbasierte Aufnahmen oder ein lückenloser 24-Stunden-Videostream der vergangenen zehn Tage freigeschaltet.

Auch an den Datenschutz haben die Entwickler gedacht: Je nach lokaler Gesetzgebung soll das Smart Display auf dem Bildschirm eine deutliche Warnmeldung anzeigen, sobald die Videoaufzeichnung aktiv ist. Nutzer können die Aufzeichnung zudem komplett deaktivieren und die Kamera bei Bedarf auf einen reinen Live-View-Modus beschränken.

Neben der Kamera ist auch das Mikrofon für mehr als nur Sprachbefehle da: Es soll Geräusche im Raum registrieren und entsprechende Audio-Ereignisse im System protokollieren.

Einen Haken hat die Sache allerdings noch: Offizielle Details zur Hardware, wie etwa der Sensorauflösung, der genauen Displaygröße oder einem konkreten Erscheinungstermin samt Preis, behält Google derzeit noch für sich. Es ist jedoch das erste Lebenszeichen für ein echtes, dediziertes Google-Smart-Display seit Jahren. Das letzte dedizierte Modell, der Nest Hub der zweiten Generation, hat schließlich schon einiges an Staub angesetzt. Naja, selbst Schuld, wenn man das Thema Smart Home so schleifen lässt…

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Codex Micro: Hardware von OpenAI zur Orchestrierung von Agenten für 280 Euro vorgestellt

OpenAI hat in der vergangenen Woche mit ChatGPT Work diverse Änderungen an der bisherigen Codex-App vorgenommen und auch neue Funktionen spendiert. Soviel zur Software-Seite. Gemeinsam mit Work Louder hat OpenAI Peripherie, sprich eine kleine Hardware-Tastatur entwickelt: den Codex Micro, genauer kbd-1.0-codex-micro. Die Tasten von Codex Micro sollen sich hierbei dem eigenen Workflow anpassen lassen.

Der Codex Micro soll es Nutzern, Zielgruppe sind hier vorrangig Entwickler, erlauben, aktive Chats im Blick zu behalten und per Live-RGB-Feedback zu erkennen, was Agenten gerade tun (z. B. Nachdenken), um diese gezielter orchestrieren zu können. Jeder Agenten-Status besitzt eine eigene Farb-Codierung, die in Echtzeit angezeigt wird: Grün (ungelesener Chat), Blau (Thinking), Orange (Nutzerfreigabe erforderlich/ Frage) bzw. Rot (Fehler).

Hardwareseitig setzt man auf Low-Profile-Switche (12 an der Zahl), wobei man die Wahl hat zwischen Clicky und Leise (linear). Diese stecken in einem CNC-gefrästen Gehäuse aus PC und Aluminium. Über die Bewegung eines Joysticks kann man Skills direkt auslösen. Hierzu zählen gängige Codex-Workflows wie das Debugging eines Fehlers. Diverse Befehlstasten lassen sich mit meistgenutzten Aktionen belegen: unter anderem Annehmen, Ablehnen, Push-to-Talk oder auch einen neuen Chat starten. Der Codex Micro kommt mit einem Tastenkappen-Set mit 32 zusätzlichen Kappen im Codex-Icon-Design.

Über einen Drehregler kann man auch die Reasoning-Stufen direkt anpassen, um kleinere Aufgaben schnell und effizient zu halten und bei komplexen Aufgaben die Denkleistung einfach zu erhöhen. Die Verbindung zum Rechner erfolgt per Bluetooth oder USB-C. Unterstützt werden Mac und Windows gleichermaßen.

Das Ganze hat einen stolzen Preis: 230 US-Dollar werden für den Codex Micro fällig. Mit Versand und Zollgebühren werden hierzulande knapp 282 Euro fällig. Mich würde es nicht wundern, wenn man mit Peripherie-Geräten wie der Logitech MX Creative Console ähnliche Funktionen abbilden könnte. Kann man euch mit einem solchen Hardware-Produkt abholen? In Planung soll OpenAI laut Gerüchteküche ja weitere Hardware haben, darunter ein bildschirmloser KI-Lautsprecher mit Kamera und Sensoren zur Umgebungserfassung.

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Mimestream 1.10 bringt Private Push und neue TestFlight-Runde für die iOS-App

Der native Gmail-Client Mimestream (stellte ich 2020 vor) für den Mac hat ein großes Update auf Version 1.10 erhalten. Der Entwickler hat ordentlich nachgearbeitet und bringt neben einer stark verbesserten Benachrichtigungsfunktion auch Neuerungen für die Strukturierung eurer Postfächer mit. Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten zur heiß ersehnten iOS-Version.

Ein Highlight des Updates ist Mimestream Private Push. Das Feature ist ab macOS 26 standardmäßig aktiv und soll für blitzschnelle E-Mail-Benachrichtigungen sorgen. Das Spannende daran ist die Architektur: Laut des Entwicklers (der früher an Apple Mail mitarbeitete) ist das Ganze extrem datenschutzfreundlich gelöst. Der Push-Dienst von Mimestream erhält zu keinem Zeitpunkt eure Google-OAuth-Anmeldedaten, kann eure E-Mails nicht mitlesen und sieht auch keinerlei Nachrichteninhalte. Sollte für eines eurer Konten ein Upgrade für die neue Push-Verbindung nötig sein, führt euch die App beim Öffnen der Einstellungen direkt durch den Prozess.

Ebenfalls neu ist das optionale All-Profil. Bisher musstet ihr euch in Mimestream entscheiden, ob ihr all eure Konten in einem gemeinsamen Posteingang sehen oder sie über Profile strikt getrennt halten wollt. Mit dem neuen All-Profil geht nun beides: Ihr könnt eure Profile wie gewohnt organisiert nutzen, aber jederzeit auf das All-Profil wechseln, um eine vollständige, vereinheitlichte Ansicht aller E-Mails zu erhalten. Zudem zeigt Mimestream bei unbekannten Absendern ab sofort direkt die vollständige E-Mail-Adresse neben dem Namen an, was das Erkennen von Spam oder Phishing erleichtert. Auch die Standard-Aktion für Benachrichtigungs-Banner (z. B. direktes Archivieren oder Löschen) lässt sich nun in den Einstellungen festlegen.

Neben verbesserter Tracking-Prävention, einem stabileren Cache-Management und optimierter Performance bei CPU- und RAM-Last arbeitet das Team weiterhin intensiv an Mimestream für iOS, dem laut Entwicklern meistgewünschten Feature überhaupt. Die iOS-App befindet sich seit elf Monaten in der Beta-Phase und läuft ab iOS 26. Wer ein zahlender Kunde ist und bereits mindestens 12 Monate für Mimestream bezahlt hat, kann sich ab sofort über das eigene Mimestream-Konto für die verbleibenden TestFlight-Plätze registrieren. Hier gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wermutstropfen: Man entschied sich damals für ein Abo-Modell, satte 50 Dollar werden im Jahr fällig. Sicher viel zu viel für die meisten.

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Australien wirft Tech-Riesen schwere Versäumnisse beim Jugendschutz vor




Australiens Internetaufsichtsbehörde eSafety nimmt die großen Technologiekonzerne wie Apple, Google, Meta, Microsoft und Snap hart ins Visier. In einem neuen Transparenzbericht stellt die Behörde den Branchenriesen laut Reuters ein miserables Zeugnis aus: Trotz leicht verfügbarer Technologien gebe es bei der Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch und sogenannter sexueller Erpressung (Sextortion) im Netz weiterhin erhebliche und gefährliche Lücken.

eSafety-Chefin Julie Inman Grant spart nicht mit deutlicher Kritik. Man habe den Plattformen in der Vergangenheit klare Beweise und technische Wege aufgezeigt, wie Kriminelle ihre Dienste für Erpressungen missbrauchen und wie sich dies stoppen ließe. Dennoch seien angemessene Reaktionen ausgeblieben. So scheitern viele Konzerne laut dem Bericht bereits daran, bekannte Verhaltens- und Erpressungsmuster von Tätern, etwa durch automatisierte Sprachanalysen in Chats, proaktiv zu erkennen.

Der Bericht deckt allerdings auch minimale Lichtblicke ab. So lobt die Behörde die Bemühungen von Google und Snap bei der Erkennung bekannter Missbrauchsdokumente. Discord blockiere Links zu solchen Inhalten mittlerweile besser, während Meta neue Tools gegen Cybergrooming testet und Microsoft Live-Missbrauch in Videoanrufen aktiver aufspürt. Unterm Strich reicht das der Aufsichtsbehörde aber bei weitem nicht aus. Australien hatte erst kürzlich mit einem strikten Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren international für Schlagzeilen gesorgt und droht den Konzernen bei Verstößen mit empfindlichen Strafen.

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