Shokz OpenRun Pro 2 im Test: Einer der besten Sportkopfhörer

Shokz hat in dieser Woche die neuen Knochenschall-Kopfhörer OpenRun Pro 2 vorgestellt. Ich hatte das Glück vorab in den Genuss eines Musters zu kommen, sodass ich schon einige Zeit mit diesem Modell verbringen konnte. Mir gefiel schon das Vorgängermodell sehr gut, sodass ich im Rahmen des Tests genauer hingeschaut bzw. hingehört habe, was der Nachfolger an Mehrwerten bietet.

Vorab: Auch die OpenRun Pro 2 gibt es als Standard- und als Mini-Variante, genau wie beim Vorgänger. Für den Test hat mir die Standard-Ausführung in der Farbe Schwarz vorgelegen, die einen etwas größeren Bügel bietet. Eigentlich bin ich aber eher beim Team Mini zu finden, weil der eng anliegende Sitz mir noch etwas besser gefällt. Ansonsten sind beide Ausführungen des Kopfhörers technisch identisch.

Technische Eckdaten des Shokz OpenRun Pro 2

  • Knochenschall-Kopfhörer
  • Bluetooth 5.3
  • Codecs: SBC
  • Bluetooth Multipoint
  • Frequenzbereich: 20 Hz – 20.000 kHz
  • Mikrofone: 2 windresistente Mikrofone mit Geräuschunterdrückung
  • Akkulaufzeit: bis zu 12 Stunden
  • Ladedauer: ca. 1 Stunde
  • Schnellladung: 5 Minuten laden für 2,5 Stunden Wiedergabe
  • Ladeanschluss: USB-C
  • IP55 für Schutz gegen Staub, Wasser und Schweiß
  • Gewicht: 30,3 g
  • Besonderheiten: Luftschall-Speaker für mehr Bass, Begleit-App Shokz
  • Preis: 199 Euro

Dabei kombiniert der Shokz OpenRun Pro 2 jetzt Knochen- und Luftschall. Durch einen zusätzlichen Luftschall-Treiber will man nämlich eine bessere Tiefton-Performance bieten. Genau diese ist üblicherweise die große Schwäche von Bone-Conducting-Modellen.

Ausstattung und Verarbeitung der Shokz OpenRun Pro 2

Im Vergleich mit dem OpenRun Pro fühlt sich das Nachfolgemodell subjektiv, trotz des nur marginal höheren Gewichts, dennoch etwas wuchtiger an. Vielleicht liegt das an der vorderen „Box“, die minimal größer geworden ist und nun statt des proprietären Ladeanschlusses einen USB-C-Port beherbergt. Im Lieferumfang erhaltet ihr im Übrigen auch ein passendes Ladekabel sowie ein Tragecase. Bestand die Tasche bei der ersten Generation noch aus leicht angerautem Material, so ist es jetzt matter, glatter Kunststoff.

Zurück zu den Kopfhörern: Diese sind mit Silikon beschichtet und tragen sich angenehm locker auf den Ohren. An dem erwähnten „Kasten“ sitzen unten die Lautstärketasten. Die Plus-Taste ist doppelt belegt, da ein langer Druck sie als Powerbutton fungieren lässt. Nach IP55 sind die OpenRun Pro 2 also gegen Staub, Wasser und Schweiß geschützt. Im Klartext vertragen sie damit einen Regenschauer, sind aber zum Schwimmen nicht geeignet.

Am linken Ohrhörer sitzt noch eine Multifunktionstaste, deren Position im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell nach oben und in die horizontale verlagert worden ist. Damit ist der Button jetzt breiter, statt länger, geformt. Insgesamt ähnelt die Ergonomie dabei in meinen Augen bzw. auf meinen Ohren stark dem Vorgängermodell. Die Silikonbeschichtung fühlt sich aber noch eine Ecke weicher an, was vielleicht bei besonders langen Sessions ein Quäntchen Unterschied macht. Die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit kamen in meinem Test ziemlich exakt hin – hängt aber natürlich auch stark von eurer Hörlautstärke ab.

Praxistest der Shokz OpenRun Pro 2

In der App von Shokz könnt ihr Firmware-Updates durchführen sowie einen Equalizer bemühen. Entweder ihr wählt aus vier Voreinstellungen oder legt selbst auf 5 Bändern Hand an. Beispielsweise war mir der Standard-Modus noch etwas zu blechern, im Bass-Modus wurde mit der Tieftonbereich dann aber zu dominant. Ein eigenes Preset schuf dann Abhilfe. Zu bedenken ist: Da die OpenRun Pro 2 eben komplett offen sind, hört ihr in lauteren Umgebungen naturgemäß weniger von Musik, Podcasts und Telefonaten und gegebenenfalls mehr von eurer direkten Umwelt. Das ist zugleich Stärke und Schwäche aller Knochenschall-Kopfhörer.

Dabei sind die Bässe in der Tat ungleich mächtiger als bei der 1. Generation, wummern euch aber natürlich nicht um die Ohren wie bei klassischen TWS-Kopfhörern. Den Fortschritt finde ich dennoch beeindruckend. Meiner Ansicht nach sind die OpenRun Pro 2 im Sound ein extremer Sprung nach vorne. Zumindest schweben sie um Welten über allen bisherigen Modellen des Anbieters. Mein Musikgeschmack mit eher Melodie-betonten Midtempo-Tracks passt allerdings auch gut zu den Kopfhörern.

Auch Podcasts kann man gut mit den OpenRun Pro 2 hören und dafür z. B. auch den Gesprächsmodus nutzen. Beim Joggen saßen die Kopfhörer dabei bei mir bombenfest und bereiteten auch in Kombination mit meiner Brille keinerlei Probleme. Was wiederum Shokz Behauptungen zur Geräuschunterdrückung bei Telefonaten betrifft, so bin ich etwas gespaltener.

Ja, man kann mit den OpenRun Pro 2 sehr gut telefonieren und z. B. Windgeräusche werden auch besser unterdrückt als beim direkten Vorgängermodell. Allerdings liegt man hier dennoch hinter hochwertigen In-Ear-Modellen und beim Laufen an der Küste oder temporeichem Radfahren wird euer Gegenüber dann doch Probleme haben euch gut zu verstehen. Hier hat Shokz dann nur eine Evolution, aber keine Revolution, bewältigt.

Mein Fazit

Die Shokz OpenRun Pro 2 sind zum Laufen und Radfahren einfach tolle Kopfhörer. Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich der Klang durch den neuen Luftschall-Treiber erheblich verbessert. Somit ist der Sound weniger blechern und erhält wirklich ein merklich kräftigeres Bassfundament. Die neue Herangehensweise hat aber auch Nachteile, denn wenn ihr auf höheren Lautstärken Musik hört, dringt mehr Klang an eure Umwelt heraus. Das ist immer noch weniger als bei den meisten In-Ear-Modellen, ist aber zu beachten.

Den Tragekomfort der OpenRun Pro 2 sehe ich mit dem Vorgängermodell auf Augenhöhe, dass nun mit USB-C geladen wird, ist natürlich ein Mehrwert. Die Vorzüge der beworbenen KI-Rauschunterdrückung bei Telefonaten empfinde ich als nicht so bahnbrechend wie von Shokz beworben, man kann aber wirklich gut mit den Kopfhörern telefonieren. Erwartet aber keinen Quantensprung im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell, sondern eher eine Evolution.

Für mich bleiben zwar im Gesamtbild die Shokz OpenFit meine Lieblingskopfhörer des Unternehmens, die OpenRun Pro 2 belegen aber nur ganz knapp dahinter Rang 2. Der Klang hat sich wirklich ganz erheblich verbessert und kommt zwar weiterhin nicht an hochwertige TWS-Earbuds heran, naturgemäß gerade in lauten Umgebungen, rückt aber gefährlich nahe heran. Um also beim Sport voll die Umgebung wahrzunehmen und dennoch Musik oder Podcasts lauschen zu können, kann ich die OpenRun Pro 2 auf jeden Fall wärmstens empfehlen.

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„Star Wars Outlaws“ im Test: Gut, aber (noch) nicht großartig

Über mehrere Jahre hatte Electronic Arts die exklusiven Rechte an PC- und Konsolenspielen rund um die Marke „Star Wars“. Dabei kamen sowohl gute als auch schlechte Spiele heraus. Sehr gefallen haben mir zum Beispiel „Star Wars Jedi: Fallen Order“ und „Star Wars Jedi: Survivor“. An jenen beiden Titeln messe ich auch ein wenig das brandneue „Star Wars Outlaws“ von den Entwicklern Massive Entertainment („Tom Clancy’s The Division“), das im Vertrieb von Ubisoft seit gestern zu haben ist.

Dabei gibt es im Gameplay Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Waren die beiden Abenteuer um den Jedi Cal Kestis allerdings eher MetroidVania-Titel mit kleineren Levels, speziell im ersten Teil, so wagt sich „Star Wars Outlaws“ an mehrere, offene Spielumgebungen auf Planeten wie Tatooine. Auch das Missionsdesign ist deutlich offener, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Beispielsweise hat mir die Story in beiden „Star Wars: Jedi“-Titeln richtig gut gefallen und auch die Charaktere waren mir sympathisch bzw. wuchsen mir ans Herz. So habe ich neben Cal Kestis auch Nebenfiguren wie Merrin oder Greez im Gedächtnis behalten.

Hingegen ist die Protagonistin von „Star Wars Outlaws“, Kay Vess, je nach Situation wie ein blankes Blatt Papier oder ein nerviger Sprücheklopfer. Man erfährt zu wenig über die Gesetzlose, die im Spielverlauf mit verschiedenen Fraktionen wie den Hutten paktieren kann, um ihre Gefühls- und Gedankenwelt wirklich nachvollziehen zu können. Zumal sie auch in den unpassendsten Situationen nach Marvel-Manier noch einen dummen Spruch heraushauen muss. Was wohl lustig sein soll, erzeugt oft eher ein Fremdschäm-Gefühl und nimmt dem Spiel jeden Ansatz von erzählerischer Konsistenz.

„Star Wars Outlaws“: Technisch beeindruckend

Doch „Star Wars Outlaws“ hat andere Stärken. Ich habe den Titel an meinem Gaming-PC mit (fast) maximalen Details mit DLSS-Upscaling im Qualitätsmodus gezockt und konnte bis auf wenige Framerate-Einbrüche, vor allem bei Fahrten mit dem Speeder, konstante 60 fps erzielen. Dabei ist Ray-Tracing ein zentrales Merkmal des Spiels und sorgt vor allem in Innenräumen für sehr coole Lichtstimmungen. Ich habe allerdings das Glück auf eine GeForce RTX 4080 zurückgreifen zu können und die wird hier schon sehr gefordert. Auf Ultra-Einstellungen, ohne Nvidia RTX Direct Illumination, sind stets 12 bis 15 GByte des VRAMs belegt.

Generell macht das Spiel technisch eine extrem gute Figur. Wichtige Charaktere sehen detailliert aus und sind flüssig animiert, die Spielwelt protzt je nach Planet nur so mit wuchernden Gräsern oder wehenden Sandpartikeln. Abzüge erteile ich für die „unwichtigeren“ NPCs, die oft wirken wie aus der PS4-Generation und teilweise nicht einmal bei Gesprächen blinzeln, sondern stattdessen mit gläsernen Augen ins Leere blicken. Das machen andere Spiele, wie „Horizon Forbidden West“, deutlich besser.

Die Bugs haben sich dabei in Grenzen gehalten. Manchmal ließen NPCs bei Gesprächen amüsanterweise plötzlich ihre Waffe fallen. Auch konnte ich ab und an Personen plötzlich nicht mehr ansprechen. Hier half es aber bereits, mich vom jeweiligen NPC zu entfernen und erneut auf diesen zuzugehen. Obendrein traten bei mir manchmal in Innenbereichen leichte Grafikfehler auf – da wucherte etwa plötzlich Gras durch den Boden einer Cantina. Dennoch ist „Star Wars Outlaws“ im Gesamtbild ein sehr hübsches Spiel, das mit aktiviertem Filmkorn und chromatischen Aberrationen an den Look der ersten Trilogie erinnert.

Kein typisches Ubisoft-Spiel

In Sachen Gameplay ist „Star Wars Outlaws“ glücklicherweise kein typisches Ubisoft-Spiel mit rübergebügeltem Star-Wars-Skin. Stattdessen erinnert mich das Gameplay an eine Mischung aus „Uncharted“ (viel Klettern, Cover-Shooter) und „Metal Gear Solid“ (viel Schleichen und Verstecken) – ohne die jeweiligen Qualitäten der Vorbilder allerdings vollends zu erreichen. Zum Glück ist die Karte der jeweiligen Planeten im Gegensatz zu anderen Ubisoft-Titeln nicht mit Hunderten von Icons vollgepackt und ihr stoßt eher durch das natürliche Entdecken auf Nebenaufgaben, Schätze oder auch zufällige Ereignisse.

Solltet ihr es auf ein Ballerspiel angelegt haben, seid ihr im Übrigen bei „Star Wars Outlaws“ komplett falsch. Vielmehr muss man in fast jeder Mission schleichen, sich verstecken und Feinden, wenn möglich, aus dem Weg gehen. Euren kleinen Alien-Begleiter Nix könnt ihr dabei zur Ablenkung einsetzen. Er kann auch Feinde anspringen und attackieren, sodass ihr nur noch heran sprinten und ihnen eine Kopfnuss verpassen müsst. Alternativ zwängt sich Nix durch kleine Öffnungen, um für euch Schalter umzulegen, schafft unentdeckt aus der Ferne Objekte für euch heran oder sabotiert Geräte und explosive Fässer, um Gegner auszuknocken.

Das alles versorgt euch mit ausreichend Optionen, um Missionen auf verschiedenen Wegen zu erledigen. Hereinstürmen und drauflosschießen, führt aber nur selten zum Erfolg, dazu ist Kay zu schnell erledigt. Allerdings lernt sie durch das Erledigen bestimmter Aufgaben dazu und wird dann z. B. widerstandsfähiger oder erlernt im Kampf nützliche Kniffe. Um diese Optionen zu haben, müsst ihr im Spielverlauf aber erst „Experten“ kennenlernen. Ihr seht dann im Menü, welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst, um von ihnen automatisch Skills zu erhalten – z. B. eine gewisse Anzahl von Gegnern mit Nix ablenken und währenddessen ausschalten.

Auch euer Blaster wird mit der Zeit verbessert und erhält Modifikationen, um z. B. Schilde zu zerstören oder bestimmte Wände zu durchbrechen. Schade: Über den einen Blaster hinaus kann Kay nur temporär Waffen von Gegnern einsammeln. Diese lässt sie aber sofort wieder fallen, wenn ihr euch wieder auf ihren Speeder setzt, klettert oder z. b. in einen Schacht krabbelt. Das Arsenal der Gegner steht euch also immer nur sehr kurz zur Verfügung.

Mein Fazit zu „Star Wars Outlaws“

Im Übrigen hat es auf die Hauptgeschichte nur marginalen Einfluss, mit welchen Fraktionen ihr euch gut stellt und mit welchen ihr euch meistens anlegt. Die herbste Auswirkung ist, dass ihr Gebiete befreundeter Organisationen ohne Ärger durchqueren könnt, während euch weniger wohlgesonnene Banden sofort das Feuer auf euch eröffnen, wenn sie euch in ihrem Revier entdecken. Es gibt zwar Belohnungen, wenn ihr einen besonders guten Ruf bei einer Gang erhaltet, das sind aber im Wesentlichen kosmetische Items. Ihr könnt im Übrigen auch mit Kays Raumschiff fest abgesteckte Gebiete durchfliegen, das machte zumindest mir aber wenig Spaß und die Weltraumkämpfe sind dann auch mehr eine Pflichtübung.

Im Ergebnis empfinde ich „Star Wars Outlaws“ als gutes Open-World-Spiel, das gut und gerne 40 Stunden Unterhaltung und viel Weltraum-Flair bietet. Narrativ wird hier aber wenig aufgefahren und Kay Vess ist eine vergessenswerte bis eher nervige Protagonistin. Ich persönlich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber der große Wurf ist „Star Wars Outlaws“ eben auch nicht. Vielleicht könnte ein Sequel mit den entsprechenden Verfeinerungen dafür sorgen, dass hier eine richtig starke Reihe entsteht.

Bis dahin mag ich „Star Wars Outlaws“ Fans des Franchise auf jeden Fall empfehlen. Zieht man aber den „Star Wars“-Bonus ab, bleibt ein grundsolider Genrevertreter, der an die großen Vorbilder noch nicht herankommt.

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Geekom Mini Fun 11 im Test

Geekom bringt im Grunde am laufenden Band neue Mini-PCs auf den Markt. Teilweise ähneln sich die Geräte extrem, sodass es nicht einfach ist, die Übersicht zu behalten. Eher aus dem Rahmen fällt da der Mini Fun 11. Denn dieser PC ordnet sich eher als Brückenschlag zwischen „echten“ Mini-PCs und ITX-Gehäusen ein. Ich habe mir dieses Modell einmal genauer für euch angeschaut.

Man könnte hier also auch von einem SFF-PC (Small Form Factor) sprechen. Beispielsweise könnt ihr deswegen nachträglich in das Gehäuse Grafikkarten mit bis zu 321 mm Länge einbauen. Da ließe sich damit natürlich noch mehr Leistung erzielen. Das geht bei den klassischen Mini-PCs des Unternehmens, wie z. B. dem Geekom A8, eben nicht.

Technische Eckdaten des Geekom Mini Fun 11

  • SFF-PC mit Windows 11 Pro
  • CPU: Intel Core i9-11900KB der 11. Generation
  • GPU: Integrierte Intel UHD Grafik
  • RAM: 32 GByte DDR4-3200 (erweiterbar auf bis zu 64 GByte)
  • Speicherplatz: 1 TByte M.2 2280 NVMe-SSD
  • Schnittstellen: 2x Thunderbolt 4, 6x USB-A (3.2 Gen 2), Ethernet (2.5G), HDMI 2.0b, Bluetooth 5.2, Wi-Fi 6E
  • Verbautes Netzteil: 500 Watt
  • Maße / Gewicht: 386 x 153 x 219 mm / 6,5 kg
  • Lieferumfang: SFF-PC, Netzteil mit Kabel, Bedienungsanleitung
  • Preis: 899 Euro

Der Geekom Fun 11 kann unter diesem Link direkt vom Hersteller erworben werden. Obacht: Mit dem Code „CH300“ reduziert sich der Preis von 899 auf 599 Euro, was dann eine ganz andere Hausnummer ist. Zu bedenken übrigens: Der verbaute Intel Core i9-11900KB ist einige Jahre alt und stammt aus dem Jahr 2021. Da gibt es also mittlerweile sowohl effizientere als auch leistungsfähigere Chips. Immerhin war der Prozessor damals aber ein Flaggschiff-Modell, ist also immer noch gut zu gebrauchen.

Ausstattung und Verarbeitung des Geekom Mini Fun 11

Geekom bewirbt den Mini Fun 11 auch als Gaming-PC, wozu er aber aus meiner Sicht erst ernsthaft tauglich wird, wenn ihr euch eine diskrete Grafikkarte kauft, die für SFF-PCs geeignet ist. Obacht allerdings: Da müsstet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Netzteil tauschen und solltet auf die Kompatibilität achten. Obendrein finde ich hier die Bezeichnung „Mini“ etwas irreführend, denn im direkten Vergleich mit den anderen Modellen des Unternehmens ist der Fun 11 eben doch näher an einem klassischen Desktop-Rechner.

Das Gehäuse stammt im Übrigen von Cougar, die im PC-Markt natürlich bestens bekannt sind. Dabei fehlt es auch an Beleuchtungs-Klimbim nicht, denn an der Oberseite sitzen zwei Lüfter mit LEDs und auch der Powerbutton darf bedeutungsschwanger pulsieren. Dabei ist die Verarbeitung wirklich gut und das Gehäuse von Cougar besteht, wie für PC-Tower üblich, größtenteils aus Metall. Über ein gläsernes Seitenfenster könnt ihr auch während des laufenden Betriebs ins Innere blicken.

Falls euch die LED-Beleuchtung eher stört, könnt ihr sie im Übrigen über einen Knopf an der Seite auch ausknipsen – genau das habe ich etwa getan. Sparsam gibt sich Geekom beim Umfang der Anleitung, die etwa den Auseinanderbau des Gehäuses, wollt ihr z. B. weitere SSDs verbauen, nicht ernsthaft erklärt. Wer aber schon hin und wieder an einem PC gebastelt hat, wird auch so zurechtkommen. Der beiliegende Inbusschlüssel ist etwa zum Öffnen der eingehakten Seiten nicht notwendig. Ihr benötigt ihn nur, wollt ihr Front oder Rückseite entfernen.

Praxistest

Ich habe den Geekom Mini Fun 11 so getestet, wie er auch bei euch eintrudeln würde – also keine zusätzliche Grafikkarte verbaut. Dafür steht mir auch keine für SFF-PCs passende GPU zur Verfügung. Mit den Anschlüssen hat Geekom im Übrigen einige seltsame Dinge getrieben, denn der Kopfhöreranschluss vorne hat bei mir nicht funktioniert. Zudem konnte der USB-C-Port keine Daten verarbeiten, sondern nur Geräte aufladen – extrem langsam. An der Rückseite sitzt dann das Gros der Ports und funktioniert ohne Auffälligkeiten.

Die Bewerbung als Gaming-System würde ich beim Geekom Mini Fun 11 nicht zu ernst nehmen. Es hat seine Gründe, dass der Hersteller dem Intel Chip maximal 65 Watt (TDP) spendiert. In dem kleinen Gehäuse steckt keine so mächtige Kühllösung und das System heizt sich natürlich schneller auf als etwa in einem Big Tower. Ihr müsst also damit rechnen, dass zeitig gedrosselt wird. Die integrierte GPU UHD Graphics Xe wiederum reicht für Gelegenheitsspiele oder ältere Titel, müsste aber eben durch eine Grafikkarte ersetzt werden, wolltet ihr hier ernsthaft zocken. Ganz ehrlich, da würde ich persönlich aber lieber gleich zu einem geräumigeren Gehäuse und einem aktuelleren Chip greifen.

Gut gefällt mir auch der modulare Aufbau, da ihr RAM oder SSD selbst tauschen könnt. Blöd ist aber, dass man dafür das ganze Board entfernen müsste, sonst kommt man nicht an die Steckplätze heran. Was Grafikkarten betrifft, solltet ihr mal schauen, wolltet ihr nachrüsten: Zwar liefert das Netzteil bis zu 500 Watt, da langen aber ja auch schon CPU, Mainboard, SSD und Co. hin. Maximal solltet ihr also wohl etwas wie eine GeForce RTX 4060 Ti verbauen. Schließlich muss auch etwas Puffer bleiben.

Ich sehe den Geekom Fun Mini 11 ehrlich gesagt aber mehr als ein im Multimedia-Bereich interessantes Modell, oder wenn ihr einen Wohnzimmer-Gaming-PC sucht, der kompakt und unauffällig sein soll. Für den Desktop würde ich eben eher selbst einen Rechner basteln oder ein Komplettsystem diverser Anbieter vorziehen, in das direkt eine potente Grafikkarte integriert ist. Vielleicht liefert Geekom da ja auch noch etwas nach.

Denn wenn ich so ins voll gezwängte Innere des Geekom Mini Fun 11 blicke, hätte ich da ehrlich gesagt wenig Lust irgendwie auch noch eine Grafikkarte hinein zu bugsieren. Mir hat es schon gereicht, an meinem „normalen“ Tower die Nvidia GeForce RTX 3080 gegen die RTX 4080 zu tauschen. Sehr angenehm ist im Übrigen die Lautstärke des SFF-PCs. Ohne diskrete GPU werdet ihr den Rechner bei normalem Sitzabend im Wohnzimmer auch nicht mehr hören als eine Xbox Series X oder PlayStation 5.

Ihr fragt ja auch gerne nach dem Stromverbrauch: Im Idle-Betrieb sind es bei mir ca. 17 Watt gewesen, im Multimedia-Betrieb eher 40 bis 45 Watt.

Mein Fazit zum Geekom Mini Fun 11

Der Geekom Mini Fun 11 kann sich als Gaming-PC eignen, wenn ihr eine Mittelklasse-Grafikkarte nachrüstet und es auf 1080p-Auflösung abgesehen habt. Allerdings würde ich da eher die Marke Eigenbau empfehlen und zu einem geräumigeren Tower greifen. Denn das Gehäuse dieses Rechners ist schon ab Werk sehr vollgepackt. Außerdem ist der verbaute Intel Core i9-11900KB zum einen maximal mit 65 Watt unterwegs und zum anderen schon in die Jahre gekommen.

Für den Angebotspreis von 599 Euro über den Code „CH300“ kann man sich den Geekom Mini Fun 11 aber durchaus ansehen, wenn man keine Lust auf großes Basteln hat und den Rechner am liebsten dezent im Wohnzimmer unterbringen will. Zumal die Lautstärke sowohl im Desktop- als auch im Gaming-Betrieb recht angenehm bleibt.

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Meater Pro XL im Kurztest: Auf den Punkt

Meater hat sein neues Produkt vorgestellt, das Set Meater Pro XL. Wer unseren Blog regelmäßig liest, ist sicherlich schon mit Meater vertraut. Seit der Einführung dieser Hardware berichten wir darüber. Meater stellt drahtlose Fleischthermometer her, die es ermöglichen, die Temperatur sowohl innerhalb als auch außerhalb des Fleisches während des Kochens oder Grillens zu überwachen. Diese Thermometer übertragen die Temperaturdaten drahtlos an eine Smartphone-App, sodass man den Garprozess bequem auf dem Smartphone verfolgen kann.

Die App bietet zudem Empfehlungen für die optimale Garzeit und benachrichtigt den Benutzer, wenn das Fleisch die gewünschte Temperatur erreicht hat. Die Thermometer wurden „damals“ durch Crowdfunding sehr erfolgreich und fanden schnell eine breite Kundschaft. Im Jahr 2021 wurde Meater dann von Traeger übernommen, einem bekannten Hersteller von Pelletgrills, der in der Grillbranche einen guten Ruf genießt.

Nun hat Meater mittlerweile einige Produkte im Angebot und viele fragen sich vielleicht, was sie denn nutzen sollen. Kann man tatsächlich nicht pauschal beantworten. Ist für jeden anders. Generell muss sich jeder die Frage stellen, ob man ein App-angebundenes Thermometer braucht, da gibt es auch klassischere und somit günstigere Lösungen. Grundsätzlich würde ich aber sagen: wenn Meater, dann das neuere Modell.

Ein Thermometer im Meater Pro XL hat 5 interne Sensoren und kann deutlich mehr Außentemperatur ab als das alte Plus-Modell, denn der Ambient-Sensor verträgt nun 550°, während der interne Sensor 105° abkann (Meater Plus: 100° / 275°).

Im Wesentlichen funktioniert der neue Meater wie gewohnt. Man steckt ihn in das Fleisch und aktiviert die App. Erfahrene Grillmeister haben zwar oft das Grundwissen parat, jedoch schätze ich die nützlichen Tipps in der App, die darauf hinweisen, worauf man beim Grillen achten muss. So haben auch Anfänger eine bessere Chance auf Erfolg – schließlich erfordert das Grillen von Geflügel eine andere Herangehensweise als bei Pulled Pork oder Rinderhüfte.

Grundsätzlich verweise ich bei der Arbeit des neuen Modells mal auf meinen Test des Meater 2 Plus, der in Meater Pro umbenannt wurde. Warum? Weil es Thermometer-technisch keine Unterschiede mehr gibt. Es handelt sich um das gleiche Modell, nur in einem neueren Block mit vier Einheiten. Der Block des Meater Pro XL wurde verbessert. Wobei das Ansichtssache ist. Man setzt jetzt auf USB-C, was gut ist. Fest verbaute Akkus hingegen muss man nicht gut finden.

Standardmäßig bietet der Pro XL integriertes WLAN, vier nummerierte Temperaturfühler und den Standalone-Modus. Man kann also quasi im eigenen WLAN unbegrenzt arbeiten, über die Meater Cloud auch von unterwegs checken, wie weit der Longjob ist – oder alles direkt am Block machen. Funktionierte auch gut in meinem Test, wir haben letzte Woche direkt mal für Freunde und zum Test Pulled Pork gemacht.

Im Vergleich zum parallel getesteten Thermometer gab sich das Meater keine Blöße. Keine Überraschung, das Modell ist ja nicht ganz neu. Aber auch der Block funktionierte. Wie gehabt, wird die Garzeit geschätzt, es gibt Alarme aufs Handy oder die Smartwatch – und Freunde, ich sage euch: Bei vier Thermometern, die warnen, kann das unter Umständen nervig werden.

Wenn man den früheren Block hat und zufrieden ist, keine Verbindungsabbrüche hat etc., dann kann man weiterhin sicher dabei bleiben. Allerdings bietet „der Neue“ eben doch so seine Vorteile. Lohnen „tut“ sich das meines Erachtens aber nur für Griller, die mehr machen. Also im Sinne von: Fleischdicke und wissen wollen, wie es temperaturtechnisch aussieht – oder eben, weil sie mehrere Gerichte überwachen wollen.

Bei uns ist das Meater eher so ein Familiending. Ein Block reicht für alle, da so oft nicht die Longjobs anfallen. Und da meine Frau, mein Sohn und ich eh nur Pute oder Rind essen, ist es einfach, da brauche zumindest ich kein Thermometer. Drucktest und „vom Gefühl her“ reicht. Aber – und das sollte man wissen: Nicht nur zum Grillen taugt der Meater, auch Dampfgarer, Fritteuse, Sous Vide und so sind möglich.

Mit dem Meater Pro XL macht das Unternehmen einen guten Job. Wer die App-Spielereien und Finessen möchte, der muss dementsprechend in die Tasche greifen, 379 Euro werden derzeit für den Block mit 4 Thermometern fällig. Das ist viel Geld, wenn man lediglich Sommer-Kurzgriller ist.

Der Meater Pro XL ist seit dem 15. August für 379 Euro vorbestellbar. Offizieller Marktstart ist dann der 12. September. 

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Das Google Pixel 9 Pro XL im Ersteindruck

Es ist neu, größer, hat ein noch helleres Display, mehr RAM, statt zwei hat es drei Kameras, die Selfie-Kamera löst deutlich höher auf, es gibt einen 30-fachen Super-Resolution-Zoom für Fotos und 20-fach für Videos und und und. Die Rede ist vom neuen Google Pixel 9 Pro XL, dem größten der neuen Modelle aus Googles Smartphone-Schmiede, das beweist, dass Größe in der Tat nicht immer alles ist. Ich habe euch bereits meinen Eindruck vom Pixel 9 schildern können. Jener lässt sich in den meisten Aspekten so auch auf das Pro-XL-Modell übertragen – vor allem in Hinblick auf den nunmehr deutlich höheren Einstiegspreis der Modelle.

Doch das Pro-Modell bietet natürlich auch ein wenig mehr fürs Geld, vieles davon hier eingangs schon angeschnitten. Googles beste Entscheidung in diesem Jahr war es, gleich zwei Pro-Modelle herauszubringen. Eines für die Massen, die einfach „Pro“ wollen, dafür aber dennoch ein Smartphone besitzen möchten, das man gut in den Händen halten kann. Das andere für diejenigen, die vielleicht doch etwas größere Hände besitzen oder allgemein lieber auf große Displays setzen. Für meinen Test erhielt ich neben dem Pixel 9 auch das neue Pixel 9 Pro XL – in der Farbgebung Porcelain. Genau wie beim Pixel 9 landete auch das Pro-XL-Modell hier erst sehr spät, weshalb es hier erst einmal nur einen Ersteindruck geben kann. So viel vorweg: Ich lobte im anderen Test bereits die neuen Hüllen aus dem Hause Google, deren Verarbeitung nun deutlich besser als zuletzt ausfällt. Irgendwie hält sich meine Begeisterung aber beim weißen Modell eher in Grenzen.

Das Material zieht Staub und Fussel wie irre an, das fällt aus Weiß natürlich ungleich besser auf. Zudem gehöre ich eher zu den Menschen, die ein Smartphone in allen Alltagssituationen greifen, wenn sie es benötigen. Auch bei der Gartenarbeit. Ich hatte Mühe und Not, die Fingerabdrücke meiner von Erde leicht verschmutzten Finger, wieder aus dem Case zu waschen. Diese Farbe in Kombination mit diesem Material sollte sich nur zulegen, wer auch wirklich selten in die Situation kommt, dass das Case schmutzig werden könnte. Ändert aber nix an der restlichen Verarbeitung, die ist auch hier sehr gut.

Beim Pixel 9 gefällt mir der matte Rahmen mehr als der glänzende bei den Pro-Modellen. Dafür wirkt die matte Rückseite mit dem gut sichtbaren Google-G als Logo äußerst hochwertig und greift sich auch so. In meinem Test habe ich das Pro XL sehr oft ohne Hülle bedient, weil ich das Design persönlich sehr liebe und weil es sich so gut hält. Über den Kamerabuckel will ich mich nicht streiten – mich stört er absolut nicht und wird mit Sicherheit auch bald für Cases oder Skins sorgen, die das Modul einbinden für eine Bender-Adaption aus Futurama. Zudem werden viele Hüllenhersteller auch bald wieder Lösungen anbieten, bei denen der Kamerabuckel aufgrund einer dickeren Hülle gar nicht mehr so bullig wirkt.

Das Display des Pixel 9 Pro XL ist ebenfalls vom Schlag „Premiumklasse“, noch dazu bietet es hier sogar bis zu 3.000 Nits maximaler Helligkeit. Das macht sich im Alltag sehr gut bemerkbar und verstärkt den eh schon hochwertigen Eindruck. Die Rahmen ums Display sind genau wie beim Pixel 9 noch einmal schmaler als bei den Vorgängern, dafür fehlt aufgrund der runderen Ecken im Direktvergleich zum Pixel 8 Pro doch wieder ein bisschen vom Gesamtdisplay. Im direkten Vergleich mit dem Pixel 9 scrollt es sich trotz 120 Hz bei beiden, mit dem Pixel 9 Pro XL noch etwas flüssiger. Das XL kann bei Bedarf die Bildwiederholrate sogar bis auf 1 Hz herunterfahren, was unter anderem dem Akkusparen hilft.

Der Akku fällt beim Pro XL noch einmal 300 mAh größer aus als beim Pixel 9, das macht sich im Alltag aber nicht wirklich bemerkbar. Hier wird man im direkten Vergleich mit einem größer angelegten Benchmark sicherlich Unterschiede finden können, das interessiert den normalen Nutzer aber im Grunde nicht wirklich. So ist der Akku nach einer Dreiviertelstunde Schnellladung dann bei knapp unter 70 % Kapazität, genauso schnell wie auch beim Pixel 9.

Auch wenn hier gleich wieder viele Leser schimpfen werden „das reicht locker“, „damit komme ich mein Leben lang hin“ und dergleichen: 128 GB interner Speicher als minimale Ausführung ist im Jahr 2024 gerade in dem Preissegment nicht mehr zeitgemäß. In Zeiten von Cloudspeicher und Co. kann man da sicher viel argumentieren, aber es gibt es auch eine Menge Menschen, die ihre Daten lieber ausschließlich lokal gesichert wissen, die Cloud lieber größtenteils meiden möchten. Da wären 256 GB als Startgröße schon beruhigender.

Beim Kamera-Setup des Pixel 9 Pro XL stehen erneut drei statt zwei Sensoren zur Verfügung. So steht den beiden Kameras, die auch das Pixel 9 innehat, eine 48-MP-Kamera mit 5-fach Teleobjektiv zur Seite. Das kennt man so bereits von den bisherigen Pro-Modellen der Vorgänger. Außerdem bekommt ihr nur beim Pixel 9 Pro / Pro XL in der neuen Serie den 30-fachen Super-Resolution-Zoom für Fotos, beim Pixel 9 ist jener auf maximal 7-fach beschränkt. Neu ist nun, dass die Pro-Modelle jetzt auch im Videomodus einen Super-Resolution-Zoom anbieten, ihr also bis zu 20-fach hereinzoomen dürft und dabei höher aufgelöste Ergebnisse erzielt als mit anderen Kameras, wenn ihr mit denen so weit hereinzoomt.

Mit dem P9 Pro XL aufgenommen: das farbenprächtige Mammut vom @Chaosdrucker (YouTube) – ab sofort im Kliemannsland zu finden.

In der Praxis klappt das auch super und kann mit Sicherheit auch Reisevideos und mehr aufpeppen. Für meine persönlichen Einsätze benötige ich die Funktion nicht, bin aber dennoch froh, sie für den „Ernstfall“ griffbereit zu haben. Die Selfie-Kamera des Pixel 9 Pro löst zudem mit 42 MP auf, das Pixel 9 hier noch mit 10,5 MP. Ihr könnt es hier vielleicht schon erahnen, dass Google da mit Pixel Binning beim Pro-Modell arbeitet. Im direkten Vergleich – die Bilder sind als Originaldateien auch nochmal im hier herunterladbaren Archiv verfügbar – sieht man dann keine derartigen Unterschiede, wie es die Zahlen suggerieren würden:

Ebenso habe ich mit an den neuen KI-Funktionen des Geräts versucht, darunter zum einen „Mich hinzufügen“ und zudem auch die Bearbeiten-Funktion, mit der sich Bildinhalte durch KI verändern oder hinzufügen lassen. Dabei durfte ich feststellen, dass zumindest jene Features bereits außerordentlich gut funktionieren. Nehmen wir mal die Editierfunktion, mit der sich Bildinhalte umwandeln lassen. Zwei Beispiele:

In beiden Bildern habe ich mir eine Stelle im Motiv herausgesucht, die ich bearbeitet haben wollte. Im ersten Bild markierte ich grob das Haus, im zweiten einen kleinen Bereich auf den Blüten. Als Befehle soll man aktuell eher kurze Begriffe statt langer Phrasen wählen, so Google in einem Hinweis. Ich sagte der KI also in Bild 1 „Baum“ und in Bild 2 „Biene auf Blüten“. Beides ist schon ziemlich gelungen umgesetzt worden, wenngleich ihr im zweiten Bild eher an eine Hummel als eine Biene denken muss. Die KI erstellt euch nicht nur ein, sondern gleich mehrere Ergebnisse, aus denen ihr wählen dürft. Optional lasst ihr euch zu euren Anfragen weitere Ergebnisse generieren.

Das zweite Feature, welches ich unbedingt direkt mal ausprobieren wollte, ist „Add Me“ oder hierzulande „Mich hinzufügen“. Über dessen Funktionsweise ist schon reichlich in den vergangenen Tagen bis Wochen gesagt worden, ich will nur soviel dazu äußern: Google macht es euch wirklich einfach, damit zu hantieren und schnell nützliche Ergebnisse zu erzielen. Und wenn man möchte, dann kann man damit auch andere Ideen umsetzen:

Google „Mich hinzufügen“

Weder das Pixel Studio (eine App zum freien Generieren von KI-erstellten Bildern) noch die App Pixel Screenshots ist auf dem Testgerät voll funktionsfähig gewesen, beide sollen auch erst später in Deutschland eingeführt werden. Hierzu werden wir dann mit Sicherheit bei Verfügbarkeit mehr berichten können. Es ist aber schon zu merken, dass der Tensor G4 noch mehr auf KI geeicht ist. Das Erstellen solcher Inhalte wie oben genannt dauert nur kurze Momente, weshalb sich das Ganze dann auch gut integriert anfühlt und nicht wie eine Funktion, die eher Inhalte ins Web schicken würde, die dort dann bearbeitet und fertig ans Gerät zurückgeschickt werden.

Zum „neuen“ Ultraschall-Fingerabdrucksensor kann ich aktuell noch gar nicht so viel sagen, beziehungsweise weigere ich mich, zu bescheinigen, dass jener wirklich besser funktioniert als der des Pixel 8 Pro im direkten Vergleich. Der neue Sensor ist auch in Samsungs Galaxy S24 Ultra zu finden. Im Gegensatz zu einigen Lesern konnte ich selten Probleme mit der Erkennung am Pixel 8 Pro feststellen. Wenn die Finger mal schmierig sind oder verschmutzt, dann weigert sich der Sensor durchaus, seine Funktion auszuführen. Doch das gilt auch für den Ultraschallsensor des Pixel 9 / Pixel 9 Pro (XL). Demnach muss ich die neuen Geräte wohl erst noch ein wenig länger im Einsatz haben, um wirklich einen Unterschied ausmachen zu können oder eben nicht.

Wie auch bei meinem Bericht zum Pixel 9 möchte ich hier zum Pixel 9 Pro XL sagen, dass Google ein wahnsinnig schönes Gerät abliefert, das durchaus besser und mit mehr Funktionen bestückt ist, meiner Meinung nach aber keine direkte Kaufempfehlung für Besitzer des direkten Vorgängermodells ist. Blickt man mal auf die aktuellen Preise, dann kann ich auch durchaus verstehen, dass viele Nutzer eher auf das kommende Jahr und das zukünftige Pixel warten. Weder Performance noch die Qualität der aufgenommenen Bilder haben mit einem Mal enorm zugelegt, aber das war für viele Pixel-Nutzer auch gar nicht nötig. Als Allrounder sind die Geräte nämlich weiterhin für viele, auch mich, unschlagbar. Mit den neuen KI-Funktionen, Gemini und vor allem dem neuen Design, holt man wohl aber vor allem die Pixel-Ultras unter den Nutzern ab, die dann auch das nötige Kleingeld ausgeben würden.

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