Turtle Beach Stealth Pro II: Gaming-Headset mit ANC und Dolby Atmos im Test

Wie die Zeit vergeht: Das Gaming-Headset Turtle Beach Stealth Pro habe ich bereits 2023 für euch getestet. 2026 hat der Hersteller mit dem passend betitelten Stealth Pro II ein Nachfolgemodell veröffentlicht. Inzwischen sind die Ansprüche im Bereich der Premium-Headsets, so wie die Preise, deutlich gestiegen. Wie schlägt sich die neue Lösung für PC, Konsolen und mobile Endgeräte also?

Im direkten Vergleich mit der 1. Generation gibt es beim Turtle Beach Stealth Pro II einige Verbesserungen. So setzt der Hersteller größere Audiotreiber mit 60 statt 50 mm. Obendrein verwendet man eine verbesserte, adaptive Geräuschunterdrückung. Neu ist auch die offizielle Unterstützung für Dolby Atmos. Gleich geblieben ist z. B., dass sowohl 2,4 GHz als auch Bluetooth parallel für kabellose Verbindungen nutzbar sind.

Technische Eckdaten des Turtle Beach Stealth Pro II

Kategorie Details
Kompatibilität Xbox Series X|S, Xbox One, PlayStation 4 & 5, PC (Windows 10 ), Bluetooth-Geräte
Konnektivität 2,4-GHz-Wireless Bluetooth 5.3 (gleichzeitig nutzbar)
Lautsprecher 60-mm-Eclipse-Dual-Treiber
Frequenzgang 10 Hz – 40 kHz
Mikrofon Abnehmbares 9-mm-Unidirektional-Mikrofon mit Flip-to-Mute integrierte Beamforming-Mikrofone
Noise Cancelling Adaptive Active Noise Cancellation (bis zu 25 dB)
Audio-Features Dolby Atmos (Xbox/PC), Hi-Res 24 Bit/96 kHz (PC), Superhuman Hearing, EQ-Anpassung via Swarm-II-App
Akkulaufzeit 2 austauschbare Akkus, je bis zu 40 Stunden; Ladestation inklusive
Material / Komfort Memory-Foam-Ohrpolster mit Sportstoff, ProSpecs-Brillenaussparung, Aluminium-Design
Gewicht 393 g (mit Mikrofon) / 382 g (ohne Mikrofon)
Lieferumfang Headset, CrossPlay-2.0-USB-Sender, Senderstation, 2 Akkus, USB-A-zu-USB-C-Kabel, Hardcase

329,99 Euro hat das Turtle Beach Stealth Pro 2023 zum Launch gekostet. Das Nachfolgemodell liegt 2026 bei 349,99 Euro, sodass der Preis moderat angestiegen ist. Obacht: Der Hersteller bietet erneut separate Versionen für die PlayStation und Xbox an. Der Unterschied liegt aber nicht nur im Branding: Die PlayStation-Variante des Gaming-Headsets ist ausdrücklich nicht zu Xbox-Konsolen kompatibel. Umgekehrt funktioniert die Xbox-Version jedoch an PlayStation-Konsolen. Wer also die volle Kompatibilität anstrebt, kauft sich lieber die Xbox-Variante.

Ausstattung und Design

Grundsätzlich gibt es das Turtle Beach Stealth II Pro in den Farbvarianten Schwarz und Weiß. Zum Testen hat mir die weiße Variante vorgelegen. Neu ist bei dieser Generation, dass auch die Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless vorliegt. Denn das Gaming-Headset unterstützt via Bluetooth nicht nur SBC und AAC, sondern auch die höherwertigen Codecs LDAC und LC3 . Das wird für diejenigen relevant sein, welche dieses Modell auch zum Musikhören einsetzen möchten. Für den verzögerungsarmen Betrieb an Gaming-PCs liegt auch ein Dongle mit 2,4 GHz bei.

Für die aktive Rauschunterdrückung sind vier Mikrofone integriert. Dazu gibt es einen abnehmbaren Mikrofonarm für Voice-Chats. Ähnlich wie beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liegen auch beim Turtle Beach Stealth Pro II ab Werk direkt zwei Akkus bei. Diese könnt ihr selbst wechseln, sodass stets ein Akku in der mitgelieferten Ladestation aufgeladen werden kann, während der andere das Gaming-Headset mit Strom versorgt. Beide Akkus sollen den Kopfhörern jeweils bis zu 40 Stunden Laufzeit ermöglichen.

Das Turtle Beach Stealth Pro II nutzt eine Basis-Konstruktion aus robustem Aluminium sowie Ohrmuscheln aus Memoryschaum sowie einen Kopfbügel mit einer Netzgewebe-Aufhängung. Das soll für mehr Luftdurchlässigkeit und weniger Schwitzen sorgen. Parallel verspricht der Hersteller höheren Tragekomfort als beim Vorgängermodell. Die Steuerung der einzelnen Funktionen läuft erneut über die Begleit-App Swarm II ab. Diese bietet euch etwa einen Equalizer, die ANC-Regelung und weitere Voreinstellungen bzw. Klangprofile an, um z. B. Stimmen hervorzuheben.

Am Lieferumfang und der Verarbeitung des Turtle Beach Stealth Pro II gibt es aus meiner Sicht wenig auszusetzen. Es fehlt zwar eine Bedienstation wie beim bereits erwähnten direkten Konkurrenzmodell SteelSeries Arctis Nova Pro Omni, dafür ist aber die Verarbeitung und Materialwahl des Headsets hochwertiger. Wo das Modell von SteelSeries ein Plastikbomber ist, setzt Turtle Beach im selben Preissegment Metall ein. Dazu kommt, dass SteelSeries seinem Pendant nur eine lose Stofftasche beilegt, während beim Stealth Pro II ein wesentlich stabileres Hardcase vorhanden ist.

Praxistest des Turtle Beach Stealth Pro II

Bei der Verarbeitung ist das Turtle Beach Stealth Pro II, wie soeben angesprochen, dem SteelSeries Arctis Nova Pro Omni eindeutig überlegen. Bedauerlicherweise kann ich das aber nicht vom Tragekomfort sagen. Formal sind beide Headsets zwar aus Gramm genau gleich schwer, doch das Stealth Pro II wirkt bei längeren Sessions subjektiv schwerer. Da hat SteelSeries offenbar das Gewicht besser verteilt bzw. bei der Polsterung die Nase vorn. Dies könnte am recht dünnen Netzgewebe an der Oberseite liegen. Nach ein paar Stunden Zocken war ich dann jedenfalls froh, das Gaming-Headset doch für eine kurze Pause abzunehmen.

Die Bedienung wiederum gefällt mir sehr gut. Am Headset sitzen gleich drei Lautstärkeräder für den allgemeinen Gaming-Pegel (2,4 GHz), den Voice-Chat sowie die Bluetooth-Zuspieler. Sehr praktisch, so könnt ihr euch auch ohne die App eine saubere Abmischung basteln. Dazu gibt es noch eine Taste zur ANC-Steuerung, einen Button zum Wechseln zwischen unterschiedlichen Verbindungen, eine Pairing-Taste sowie den Powerbutton, der auch den Modus „SuperHuman Hearing“ steuert. Das ist ein Modus, welcher einige Klangobjekte wie Schritte oder Schüsse besonders hervorhebt, damit ihr z. B. Gegner aus der Ferne besonders schnell kommen hört.

Meiner Erfahrung nach funktioniert SuperHuman Hearing je nach Spiel mal mehr, mal weniger gut. Denn das hängt stark von den verwendeten Soundeffekten sowie der Abmischung der Games ab. Ohnehin ist dies eher ein Gimmick für Multiplayer-Titel. Konfigurieren könnt ihr die Funktion über die bereits erwähnte Begleit-Software Swarm II. Diese ist recht überladen, was irgendwie bei allen Headset-Herstellern zum guten Ton zu gehören scheint. Loben möchte ich aber, dass man zur Nutzung kein spezielles Konto benötigt. In der Anwendung warten unter anderem auch ein 10-Band-Equalizer zur Klanganpassung, mehrere Presets für Kopfhörer und Mikrofone, die ANC-Steuerung und mehr auf euch.

Die gleichzeitige Nutzung von Audio via 2,4 GHz und Bluetooth ist tatsächlich sehr praktisch. Trudelt also ein Anruf am Smartphone ein, bekommt man das auch dann mit, wenn man gerade beim Zocken ist und sich via ANC von der sonstigen Geräuschkulisse abgeschottet hat. Toll gelöst: Die Audioqualität leidet nicht, wenn ihr Bluetooth und 2,4 GHz gleichzeitig nutzt. Dabei liegen eigentlich zwei 2,4-GHz-Dongles bei: Denn neben dem kleinen USB-Anstecker dient auch die Ladestation als Übertragungsgerät. Das Turtle Beach Stealth Pro II kann sich bis zu vier 2,4-GHz-Verbindungen „merken“. Ihr könnt also sogar noch zwei weitere Dongles zum Wechseln nutzen, wenn ihr diese nachkaufen mögt.

Mit einer Akkuladung kommt das Turtle Beach Stealth Pro II tatsächlich gut 40 Stunden hin – dann müsst ihr den Akku wechseln. Da zwei Akkus dabei sind, bleibt ihr nie lange ohne Sound. Allerdings könnt ihr das nicht im Hot-Swap-Verfahren erledigen, das Gaming-Headset schaltet sich also kurz ab. Im Übrigen sitzt auch am Kopfhörer ein USB-C-Anschluss, falls ihr den Akku nicht über das Dock laden könnt oder wollt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist dabei ein netter Bonus und auf dem Niveau der Konkurrenz – kann aber nicht mit reinen Kopfhörern von Bose, Sony oder auch nur soundcore mithalten.

So funktioniert ANC in Innenräumen oder beim Pendeln ganz gut, kann also etwa Motorengeräusche solide ausblenden. Schwierigkeiten gibt es aber z. B. mit Windgeräuschen, die kaum in der Lautstärke reduziert werden. Über die Taste am Headset könnt ihr im Übrigen zwischen dem ANC- und Transparenzmodus wechseln. Was leider nicht geht, ist, darüber in den Standard-Modus ohne die beiden Features zu wechseln. Dafür müsst ihr die App starten.

Sound und Telefonate

Aber wie klingt das Turtle Beach Stealth Pro II denn nun? Nun, lasst euch nicht zu sehr von den großen 60-mm-Treibern blenden. Größer heißt hier nicht unbedingt in allen Belangen besser. Was mir gut gefallen hat, ist die breite Bühne, die es in Spielen tatsächlich erleichtert, Geräuschquellen gut zuzuordnen – auch ganz ohne Dolby Atmos, das primär den Sound noch etwas auflockert. Stimmen klingen dafür manchmal etwas muffig, was man allerdings über Swarm II mit individuellen Klanganpassungen beheben kann. Der Tieftonbereich ist wiederum ziemlich wuchtig bzw. sogar überengagiert. Da wirkt mancher Faustschlag sozusagen direkt wie eine Explosion. Besser, man zähmt die Bässe also etwas.

Was beim Gaming in Ordnung ist, gilt doppelt für die Musikwiedergabe: Ab Werk klingen gerade melodiebetonte Genres, die eigentlich starke Mitten benötigen, etwa Singer/Songwriter, Folk oder Rock eher dumpf. Da muss man also kräftig über die Equalizer ran. Selbiges gilt auch für Filme, wo es wohl am schwierigsten ist, aus dem Turtle Beach Stealth Pro II zufriedenstellenden Klang herauszuholen, weil gerade Musik und Dialoge die Schwächen der Kopfhörer sind.

Und das Mikrofon? Dieses hakt sich spannenderweise nicht wie bei anderen Gaming-Headsets über einen 3,5-mm-Anschluss ein, sondern über einen USB-Anschluss. Hier beweist das Turtle Beach Stealth Pro II große Stärken. So liefert das Mikrofon auch ohne die elektronische Rauschunterdrückung hervorragenden Klang. Meine Gesprächspartner bemerkten jedenfalls, dass der Klang den zuvor von mir getesteten SteelSeries-Modellen klar überlegen sei. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Nachvollziehen kann ich das anhand eigener Audioaufnahmen, denn Stimmen hören sich tatsächlich natürlicher und weniger totgefiltert an.

Mein Fazit zum Turtle Beach Stealth Pro II

Das Turtle Beach Stealth Pro II konkurriert im Grunde direkt mit dem 50 Euro teureren SteelSeries Arctis Nova Pro Omni. Beide Modelle haben eigene Vor- und Nachteile. Der Tragekomfort ist beim Modell von SteelSeries klar überlegen, während das Gaming-Headset von Turtle Beach beim Mikro auftrumpft und hochwertiger verarbeitet ist. Beim Sound haben die beiden Modelle eigene Stärken und Schwächen, während ANC in etwa ebenbürtig ist.

Für sich genommen ist das Turtle Beach Stealth Pro II ein vielseitiges Gaming-Headset, das mit seinen beiden Akkus im Lieferumfang, der Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless und Dolby Atmos einiges in die Waagschale wirft. Als Allround-Kopfhörer eignet sich aber auch dieses Modell nicht, denn da gibt es schlichtweg bessere Kopfhörer von Bose, Sony, beyerdynamic und Co. für geringere oder ähnliche Preise.

Mit allem Drum und Dran ist das Turtle Beach Pro II jedoch ein wirklich gutes Gaming-Headset, dessen Nutzung mir besonders in Actionspielen dank seines Wumms und der breiten Klangbühne viel Spaß gemacht hat.

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DJI Osmo Pocket 4: Mini-Gimbal-Kamera mit Tracking-Funktionen ausprobiert

DJI hat mit der Osmo Pocket 4 seine Mini-Gimbalkamera jüngst überarbeitet. Man hat hier eher konsequent weiterentwickelt. So bleibt das gewohnte Grundkonzept sowie diverse Spezifikationen recht ähnlich zum Vorgänger-Modell. Für viele ist die Smartphone-Kamera inzwischen die Kamera der Wahl. Trotzdem und vor allem aufgrund der Gimbal- und Tracking-Funktionen habe ich in den vergangenen Wochen dennoch mal einen ausführlichen Blick auf die Pocket 4 geworfen. Im Drohnenbereich begleitet mich seit einigen Jahren eine DJI Mini 3 Pro.

Vorab ein kurzer Einwurf zu den (wichtigsten) technischen Daten. Herzstück der Osmo Pocket 4 ist weiterhin ein 1-Zoll-CMOS-Sensor. Zusammen mit einer f/2,0-Blende soll dieser auch ordentliche Low-Light-Aufnahmen erlauben. DJI wirbt mit bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang und 10-Bit D-Log. 4K mit 240 fps für Zeitlupe seien möglich, reguläre 4K-Aufnahmen erfolgen mit bis zu 60 FPS. Beim Tracking setzt man auf ActiveTrack 7.0, um Motive auch mit Zoom zu verfolgen. Ebenfalls sei eine Gestensteuerung möglich. Die Pocket kommt jetzt mit einem internen Speicher von 107 GB, die Datenübertragung soll mit bis zu 800 MB/s erfolgen.

Für meinen Testbericht liegt mir die Creator Combo mit diversem Extra-Zubehör vor. Da sich die Combo-Versionen nur durch das Zubehör unterscheiden, sind die meisten Eindrücke auch auf die Essential Combo übertragbar.

Ausgepackt, angefasst & eingerichtet

Die Abmaße der DJI Pocket 4 sind durchaus kompakt. Auf die Waage bringt die Gimbal-Kamera 190 Gramm. Der Unterschied zu den knapp 180 Gramm beim Vorgängermodell dürfte zu verschmerzen sein, zumal DJI die verbaute Akku-Kapazität (auf 11,95 Wh) nach oben geschraubt hat. Die Verarbeitung der Pocket wirkt wertig.

Gewichtstechnischer Natur liegt die kompakte Kamera wirklich super in der Hand. Da der Griff aber nur sehr kurz ist, fand ich die Handhabe mit Akkugriff oder dem Griff (mit Gewinde) insgesamt angenehmer. Auch bei kürzeren Nutzungsdauern ist das ganze wesentlich ergonomischer als das Filmen mit einem modernen Smartphone – vor allem im Querformat.

Die Einrichtung der DJI-Mimo-App ging flott und problemlos von der Hand. Die App hat die Pocket 4 direkt erkannt. Per Bluetooth koppeln, zack das war’s. Bei Verbindung mit der Smartphone-App kann ich direkt alle Aufnahmen in die Smartphone-Galerie holen. Über diverse Übersetzungsfeinheiten in die deutsche Sprache sehen wir mal großzügig hinweg. Einen Account-Zwang gibt es nur für die Produktaktivierung im Zuge der Ersteinrichtung.

Die Osmo Pocket 4 & ihr Zubehör im Praxistest

Das Einschalten über das Drehen des Displays oder alternativ per Knopfdruck ist intuitiv. Ist das Display im Querformat offenbaren sich weitere Tasten zum Zoomen sowie eine Taste, die sich mit benutzerdefinierten Aktionen belegen lässt. So ist es möglich, die Kamera wirklich gezielt auf die eigenen Use-Cases zuschneiden. Sehr schön als „Pocket-Neuling“ ist für mich die gewohnte Handhabe, wie bei einem Gimbal fürs Smartphone aus dem Hause DJI. Die meisten Shortcuts und Kniffe (z. B. zum Zentrieren des Gimbals) sind hier identisch – förderlich fürs Muscle Memory. Auch die Bedienung mit Wischgesten ist sehr intuitiv, wenngleich das Touch-Display doch sehr klein ist und manchmal die Bedienung doch etwas frickelig wird. Das meiste erledigt man ohnehin per Joystick oder aber die Gimbal-Kamera durch ihr Tracking komplett eigenständig.

Für ihre Abmaße kann die Osmo Pocket 4 durchaus mit ansehnlichen Aufnahmen des 1-Zoll-Sensors punkten. Auch schwierige Lichtsituationen, etwa bei Gegenlicht oder in der Dämmerung, meistert die Pocket 4 erstaunlich gut. Die Sensorgröße merkt man dann vor allem bei Aufnahmen mit Tiefenschärfe oder auch bei der allgemeinen Bildschärfe an – da kann man eben mit Kameras von höherer Größenordnung, oder auch diversen Smartphones schlicht nicht mithalten.

Die Farbgebung der Osmo Pocket ist bei Standard-Einstellungen doch häufig sehr hell. Farben fallen oftmals knalliger aus, als in der Realität. Nachsteuern kann man mit diversen Film-Looks. Gerade von den Standard-Settings hätte ich mir da aber eher eine realistischen sowie neutralen Look gewünscht. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es eine große Schnittmenge an Interessenten gibt, die diesen „Social-Media-Look“ vorziehen. Der Dynamikumfang der Aufnahmen ist jedenfalls gigantisch.

Aufnahme-Modi, wie das Sperren der Neigung, erlauben Aufnahmen ohne viel Nachzudenken. Genau in diesem Bereich liegen die Stärken der Pocket 4. Man hat die Kamera in der Hand, kann sich aber dennoch dem Moment an sich widmen, da man nicht auf die Flucht des Bildes, oder gar das Motiv, achten muss. Denn wie man es von diversen anderen DJI-Produkten kennt, wird das aktive Tracking von Motiven (zuverlässig) unterstützt. Nur selten habe ich mit dem Joystick für das Gimbal nachgesteuert. Auch sonst ist die Software von DJI durchdacht, etwa was das Anfertigen von Panorama-Aufnahmen oder auch Zeitraffern angeht. Zudem können Aufnahmen auch mit einer Geste gestartet sowie auch gestoppt werden. Für die ausgeklügelten Tracking-Mechanismen sowie Aufnahmemodi dürfte aber wohl auch für die meisten Use Cases die Pocket 3 ausreichen. Weiterhin gibt es Gimbal-Endpunkte, sodass keine 360-Grad-Drehungen möglich sind. So ist das Schwenken von -235 Grad bis 58 Grad möglich, ein Neigen von – 120 Grad bis 70 Grad und die Drehung der Kamera um die horizontale Längsachse erfolgt mit -45 bis 45 Grad.

Mit dem Gimbal erlaubt die Pocket 4 ruhige Aufnahmen, die nahezu wie ein Gleiten durch die Luft wirken. Bewegungen werden aber nicht völlig geplättet und so merkt man, auch beim einfachen Gehen, der Aufnahme dann durchaus an, dass die aufnehmende Person nicht stillstand. Rennt man durch die Gegend, dann kommt die Aufnahme durchaus ordentlich ins Wanken. Es ist eben auch keine Actionkamera, was man nicht nur an der Robustheit merkt.

Weitere Notizen und Anmerkungen

  • Bei Videoaufnahmen (und auch beim Aufladen) merkt man schon nach kurzer Zeit, dass die Pocket – auch ohne sommerliche Temperaturen, bereits spürbar warm wird.
  • In puncto Bildaufnahmen möchte ich positiv die Unterstützung für Live-Fotos anmerken. Die funktionieren auch problemlos und ohne weiteres Zutun in Google Fotos sowie der Fotos-App unter iOS.
  • Anders als bei meiner DJI Mini 3 Pro wird für Aufnahmen im Hochformat nicht das Kamera-Modul gedreht, sondern gecroppt – die maximal mögliche Qualität des Sensors bleibt dadurch für vertikale Aufnahmen aus.
  • Das integrierte Mikrofon liefert eher flache Tonaufnahmen. Das ist aufgrund von der Bauform absolut verständlich, dass man da keine Hi-Res-Audioaufnahmen mitbringt, aber DJI gleicht das mit einer super Integration der DJI-Mic-Serie (verbindungs- und softwareseitig) gut aus.

Das Aufladen geht tatsächlich rasend schnell vonstatten. Voraussetzung ist hier ein Netzteil mit Power Delivery (mit bis zu 65 Watt), was in jedem gut sortierten Tech-Haushalt ohnehin nicht fehlen sollte. In einer knappen halben Stunde konnte ich den Akku (mit etwas Restkapazität) der kleinen Kamera (wie versprochen) wieder vollständig befüllen. Zur Akkulaufzeit fehlen mir bisher Langzeitwerte. Teils kann man zuschauen, wie die Prozente purzeln, bei 4K-Footage sind jedoch dennoch knapp 3 Stunden problemlos möglich – ganz ohne den Zusatzakku.

Da passt auch der integrierte Speicherplatz von knapp 107 GB ganz gut ins Bild. Jener bietet Platz für knapp 4 h an 4K-Inhalten und reicht daher für mehrtägige Reisen oder Events locker. Klar, kann man eine microSD-Karte verwenden, die wird aber vermutlich bei den meisten Nutzern (der Zielgruppe) dauerhaft im Gerät verbleiben, denn das Übertragen der Inhalte aufs Smartphone ist super einfach und echt flott. (Unpraktisch ist lediglich, dass die Kamera sich nur schützt, wenn das Album aktiv ist. Schaltet man in der App um, wird die Kamera auch im liegenden Zustand versucht auszufahren.) Die App fungiert zudem auch als praktische Fernsteuerung, wenn die Pocket etwa auf einem Stativ aufgebaut ist.

Zwei, drei Worte noch zum Zubehör. DJI bietet da ja reichlich Komponenten für die Pocket an, die aufgrund ihrer Mechanismen, doch durchaus ausgeklügelt sind. So lässt sich das Fülllicht problemlos magnetisch befestigen und dann auch über die Software, sprich den Touchscreen steuern. Die Standard-Combo reicht für viele sicherlich. Hier ist lediglich der Gewindegriff (praktisch für einen etwas längeren Griff), das Armband und ein Tragebeutel mit dabei (der ist für eine Dreingabe doch sehr brauchbar, wenngleich die Tragetasche aus der Creator-Combo etwas hochwertiger unterwegs ist.)

Fazit?

Unterm Strich ist die Osmo Pocket 4 wohl eher Evolution, statt Revolution. Man hat an diversen Stellen Optimierungen vorgenommen und ein rundes Gesamtpaket für eine kompakte Kamera geschnürt, die als Reisegefährte immer in der Tasche mit dabei sein kann – auch wenn wir mit einem Smartphone meist potente Kameras mit uns durch die Gegend tragen. Aufnahmen mit der Pocket 4 sind super einfach und für mich bietet sie definitiv einen Mehrwert gegenüber Aufnahmen mit dem Smartphone, wenngleich die Bildqualität mit diversen Top-Flaggschiffen da nicht mithalten kann. Punkten kann die Pocket aber mit ausgeklügelten Aufnahme- sowie Tracking-Modi. Praktisch, weil ich nicht ständig den Bildausschnitt im Blick haben muss und mich nicht bücken oder strecken muss, um mit der Pocket auch spannende Blickwinkel einzufangen. Ich kann die Kamera wesentlich ergonomischer halten – und das bequemer über eine längere Zeit hinweg. Das Ganze kostet mit einem Preis von 499 Euro aber durchaus eine Stange Geld. Weiteres Zubehör schlägt separat, bzw. im Rahmen von Bundles mit weiteren Kosten zu Buche.

Nutzer einer Pocket 3 können diese aber sicherlich ohne Bauchschmerzen oder FOMO weiternutzen. Spannender könnte da, wenn dann die DJI Pocket 4P werden, die in Sachen Bildqualität und mit dedizierter Tele-Linse nochmals eine Schippe drauflegen dürfte.

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UGREEN MagFlow Air ausprobiert: Schlanker Akku für die Hosentasche

Powerbanks haben in den letzten Jahren eine ordentliche Entwicklung hingelegt. Früher waren das oft klobige Dinger, die im Rucksack oder in Hosentaschen Platz wegnahmen. Mittlerweile sind die Akkus aber deutlich kompakter geworden. UGREEN hat mit der MagFlow Air nun ein Modell am Start, das mal wieder durch seine Maße auffällt.

Das Teil ist mit 13,9 Millimetern Dicke recht dünn geraten und bringt 213 Gramm auf die Waage. Wenn man das mit dem Standardmodell der Serie vergleicht, merkt man den Unterschied im Alltag schon deutlich.

Technisch gesehen setzt UGREEN auf den Qi2-Standard und ist damit kompatibel zu Apples MagSafe. Allerdings wurde für das schlanke Design an anderer Stelle gespart. Das kabellose Laden ist auf 15 Watt begrenzt, während das dickere Schwestermodell bis zu 25 Watt schafft. Außerdem fehlt das LED-Display für die genaue Prozentanzeige. Wer wissen will, wie viel Saft noch im Tank ist, muss sich mit einer klassischen Anzeige aus vier LEDs begnügen. Das ist beim Laden etwas ungenau, erfüllt aber den Zweck.

Beim Ausprobieren zeigte sich, dass die Powerbank mit 10.000 mAh Kapazität in etwa zwei bis zweieinhalb Stunden wieder voll aufgeladen ist, vorausgesetzt, man nutzt ein vernünftiges Netzteil und Kabel. Wer sein Smartphone per Kabel an den USB-C-Port hängt, kann mit bis zu 30 Watt laden. Ein modernes Smartphone lässt sich damit recht flott komplett füllen.

UGREEN verbaut einen Temperaturschutz namens ThermalGuard, der die Hitzeentwicklung beim Laden überwacht. Das Gehäuse trägt übrigens Markierungen für die Mitnahme im Flugzeug. Auf den Fotos seht ihr: Das Kabel ist hier fest verbaut, arbeitet sowohl als In- als auch als Output.

Preislich liegt die UGREEN MagFlow Air im (häufigen) Angebot bei rund 53 Euro. Wer auf das Display verzichten kann und lieber ein leichtes Gerät dabei hat, bekommt hier einen soliden Begleiter für unterwegs. Wer da ein bisschen den Markt im Blick hat, weiß: Das ist nicht günstig für die gebotenen mAh, da zahlt man natürlich auch für die Kompaktheit drauf.

Die geringere Geschwindigkeit beim kabellosen Laden ist der Preis für die Kompaktheit. Am Ende muss jeder selbst wissen, ob ihm Formfaktor oder Ladetempo wichtiger sind. Das Gesamtpaket stimmt hier aber für Leute, die viel auf Achse sind und ihr Telefon öfter mal zwischenladen müssen. Und wer es noch dünner mag, nimmt das andere Modell im Bild, welches ohne Kabel und 5.000 mAh daherkommt. Noch dünner und etwas günstiger.

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007 First Light im Test: James Bond ist endlich zurück

In dieser Woche ist das neue Game „007: First Light“ von IO Interactive für PlayStation 5, Xbox Series X|S und den PC erschienen. Eine Portierung für die Nintendo Switch 2 folgt später. Ich habe nicht nur das Launchevent in Hamburg besucht, sondern mir den Titel am PC auch für einen Test angeschaut. Und eins kann man wirklich sagen: James Bond ist mit voller Breitseite zurück.

So gab es da für mich eine lange Flaute: Ich bin mit den Filmen mit Sean Connery und Roger Moore aufgewachsen. Pierce Brosnan war dann zwar als Darsteller ein toller Nachfolger, die Filme kranken aber unter einer für mich viel zu überdrehten Umsetzung. Daniel Craig schätze ich ebenso als Schauspieler, empfand ihn jedoch als Fehlbesetzung. Dennoch mochte ich „Skyfall“ sehr, konnte aber mit keinem der anderen Bond-Filme mit ihm etwas anfangen. „oo7: First Light“ ist für mich persönlich daher nicht nur die fulminante Rückkehr von 007 im Gaming, sondern medienübergreifend.

Die dänischen Entwickler von IO Interactive sind bisher vor allem für das Franchise „Hitman“ bekannt. Dieses Wissen nutzen sie zwar auch für „oo7: First Light“, doch eine 1:1 Kopie mit Bond-Skin liegt hier keinesfalls vor. Denn auch ein anderes Franchise ist als wichtige Inspirationsquelle überdeutlich zu erkennen: Sonys „Uncharted“. Insgesamt liegt hier ein lineares Action-Adventure vor, das hoffentlich ein neues Franchise einläutet.

Mein Test-System:

CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D


CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2


Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E


RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30


Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080


SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte


Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte


Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)


Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)


007 First Light Specialist Edition (Amazon exklusive) (PS5).


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  • Kämpfe mit Fäusten oder Patronen, nutze Gadgets, um in feindliches Territorium einzudringen, oder…
  • Stell deine Fähigkeiten auf die Probe und spiele deine Lieblingsmissionen mehrmals mit zusätzlichen…

„007: First Light“: Darum geht es

In „007: First Light“ wird eine neue Geschichte erzählt: James Bond ist noch unerfahren und wird unverhofft für den britischen Geheimdienst MI6 rekrutiert. Vom Doppelnull-Status ist er jedoch noch weit entfernt. Stattdessen muss er sich erst einmal seine Sporen verdienen. Doch Bond wäre nicht Bond, wenn sich rasch eine Story mit internationalen Schauplätzen, ikonischen Schurken und natürlich schönen Frauen anbahnen würde. Der britische Agent muss nicht nur seine Fäuste, sondern auch seinen Charme spielen lassen, um eine globale Bedrohung aufzudecken und zu beseitigen.

Die Wurzeln von „Hitman“ erkennt man dabei immer in den Abschnitten, in denen James Bond nach Hinweisen suchen und sozusagen Spionagearbeit durchführen muss. Aber: Im Gegensatz zu „Hitman“ gibt es keine großen Sandbox-Areale. Vielmehr bewegt ihr Agent 007 durch überschaubare „Arenen“, wie IO Interactive sie nennt. Dabei habt ihr zwar weiterhin Freiheiten und könnt manche Situationen unterschiedlich bewältigen, doch den immensen Facettenreichtum eines „Hitman“ gibt es eben nicht. Das ist allerdings aus meiner Sicht in diesem Fall in Ordnung, denn „007: First Light“ hat andere Stärken.

Dazu zählen etwa die wuchtigen und äußerst dynamischen Faustkämpfe. Gerade jene waren bei „Hitman“ eher die Schwäche. Zumal die Umgebungen bei „007: First Light“ extrem interaktiv sind. Da segeln Gegner über Schränke, poltern in zerbrechendes Glas oder stolpern durch ein durch eine Explosion entfachtes Flammenmeer. Ihr selbst könnt die Spielumgebungen stets zu eurem Vorteil nutzen. Dank Bonds futuristischer Armbanduhr manipuliert ihr Geräte in der Nähe und lockt Feinde so etwa in Räume, die ihr hinter ihnen zusperrt. Auch wenn die Abschnitte in ihrer Größe überschaubar sind, habt ihr immer spielerische Freiheit.

Ausnahme sind die Fahrabschnitte, die an ähnliche, spektakuläre Einlagen in „Uncharted 4“ erinnern. Die Rasereien muten zwar zunächst aufregend an, doch ein falsches Manöver kann zum Neustart führen. Am Ende macht es eigentlich mehr Spaß, diesen Sequenzen in einem Video zuzuschauen, als sie selbst zu zocken. Ist mir persönlich jedenfalls zu linear und leicht monoton abgelaufen, auch wenn ich verstehen kann, dass solche Abschnitte den Spielfluss auflockern sollen.

Konventionelle, aber gute Technik

Patrick Gibson („Dexter: Original Sin“) als jungen James Bond finde ich hervorragend, aber auch der Rest des Casts ist hochkarätig. Gemma Chan, Lenny Kravitz, Lennie James und mehr liefern hier voll an. Wer jedoch auf eine deutsche Synchronisation gehofft hat, muss wohl schlucken. „007: First Light“ verfügt zwar über deutschsprachige Untertitel, es gibt aber nur eine englische Vertonung. Die ist, wie erwähnt, sehr charmant. Wenn Patrick Gibson als Bond etwa die Security mit Lügengeschichten einseift, um nicht aufzufliegen, sorgt das schon für ein Schmunzeln.

Für solche Aktionen benötigt James Bond im Übrigen eine Ressource namens „Instinkt“. Die erhaltet ihr durch Aktionen wie das Belauschen oder Ausknocken von Gegnern. Ohne Instinkt sind Bluffs, wie der oben genannte, nicht möglich. In Kämpfen wiederum könnt ihr Instinkt nutzen, um in Zeitlupe gekonnter auf Gegner zu feuern. Dazu sei erwähnt: In „007 First Light“ dürft ihr Feinde erst über den Haufen schießen, sobald diese euch mit tödlichen Waffen bedrohen. Dann erhaltet ihr temporär die Lizenz zum Töten. Sonst ist das nicht erlaubt.

An „Hitman“ erinnert tatsächlich, dass ihr für jede Mission aus verschiedenen Gadgets aus Qs Labor wählen dürft. Diese solltet ihr darauf abstimmen, ob ihr eher im Geheimen vorgehen wollt oder sowieso schon wisst, dass ihr am Ende auf direkten Konfrontationskurs geht. Da gibt es dann eben beispielsweise ein Dart-Smartphone, das hilft, Feinde für besonders lange Phasen abzulenken. Oder ihr steckt Rauchbomben ein, die euch helfen können, Feinde zu verwirren und zu entkommen.

Technisch ist „007: First Light“ ein interessanter Titel. Zum Launch sind weder hardwarebasiertes Ray-Tracing noch Pathtracing enthalten. Allerdings nutzt man eine Mischung aus softwarebasiertem Ray-Tracing und ausgefuchsten Beleuchtungstricks. Dadurch ist die Beleuchtung ziemlich stimmungsvoll und hat mich vage an das Remake von „Mafia“ erinnert – auf einem neuen Qualitätsniveau. Sieht schon sehr schick aus. Die Charaktere wiederum wirken zwar deutlich detaillierter als in den „Hitman“-Games, aber abseits von Cutscenes ist ihre Mimik ein wenig steif.

Auch gibt es immer mal wieder in der Spielumgebung einige matschige Texturen. Dafür punktet „007: First Light“ mit großen Menschenansammlungen, vielen interaktiven Objekten und einer guten Weitsicht. IO Interactive setzt also nicht auf die modernsten Technologien, Pathtracing soll allerdings durch ein Update im Sommer noch folgen, liefert aber ein stimmungsvolles Gesamtbild ab. Ich habe den Titel auf maximalen Einstellungen in 4K mit 60 fps mit DLSS Quality gezockt. Da ist das Gesamtbild trotz der beschriebenen, kleineren Schwächen erstklassig.

Mein Fazit

„007: First Light“ ist nicht nur ein gutes Spiel, dessen linearer Aufbau durch das offene Gameplay aufgelockert wird, sondern auch eine gute Bond-Geschichte. Charaktere wie M, Q oder Moneypenny sind charmant wie eh und je und auch die neuen Nebencharaktere und Schurken könnten so auch in einem der Kinofilme vorkommen. Patrick Gibson ist eine tolle Besetzung für einen jungen James Bond in seinen Anfangstagen, da hat IO Interactive also ein wunderbares Händchen gehabt.

Das Gameplay enthält zwar auch Versatzstücke aus „Hitman“, bedient sich aber mindestens genau so deftig bei z. B. „Uncharted“. Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Mixtur, die primär in den schlauchigen Rennsequenzen schwächelt. Durchgespielt ist der Titel in rund 20 Stunden. Der Wiederspielwert der Missionen ist deutlich geringer als bei „Hitman“, es gibt aber auch hier kleinere Herausforderungen für besonders engagierte Gamer.

Technisch gibt sich „007: First Light“ konventionell, aber auf hohem Niveau. Das Game setzt erkennbare Schwerpunkte bei der stimmungsvollen Beleuchtung und den detaillierten Arealen, während die Charaktere abseits der Cutscenes manchmal etwas hölzern wirken. Im Gesamtbild liegt hier aber ein spaßiges Game vor, dem ich jeden Erfolg gönnen werde. James Bond ist zurück und das besser, als man ihn in all seinen letzten Kinoabenteuern erleben durfte.


007 First Light Specialist Edition (Amazon exklusive) (Xbox Series X)


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  • Begib dich auf Missionen an atemberaubenden Schauplätzen, fahre Fahrzeuge mit Kultstatus und erlebe ein…
  • Kämpfe mit Fäusten oder Patronen, nutze Gadgets, um in feindliches Territorium einzudringen, oder…
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Anker SOLIX X1: Hochleistungs-Energiespeichersystem angeschaut

Anker kennt ihr hier im Blog ja seit Jahren vor allem für Powerbanks, Ladegeräte und die Solix-Balkonkraftwerke. Mit dem Anker SOLIX X1 griff das Unternehmen bereits Mitte 2024 aber eine Liga höher an und drängte mit Wucht in den Markt für vollwertige Heimspeicher und Photovoltaik-Anlagen.

Das System verspricht, die eierlegende Wollmilchsau für das Eigenheim zu sein: modular, schlank, ausfallsicher und vollgepackt mit smarter Technik. Glücklicherweise sind die Batterien mittlerweile einen ganzen Schwung günstiger geworden, wer am Haus viel in Eigenleistung macht, schon Panels und einen vernünftigen Elektriker hat, der ist für 10 kWh vielleicht schon unter 5.000 Euro dabei.

Logo, da kommt noch einiges zu, Kabel, Aufhängungen für die Panels, die Panels selbst, und der Elektriker wird auch Geld haben wollen. Dennoch bin ich mir sicher, dass ihr nicht mal ansatzweise heutzutage noch das bezahlen werdet, was die Drücker vom örtlichen Energieversorger zur Coronazeit von mir wollten. Ähnlich dimensioniertes System, 45.000 Euro. Viel gelacht und den Kopf geschüttelt. Aber ja, die haben hier in der Ecke wohl ein paar Dumme gefunden. Davon ab: Das Ganze ist bei vielen Herstellern tricky. Die normalen Systeme haben Preise, aber manche Komplettanlagen eben nicht. Auch nicht Anker, da gibt’s Preise nur auf Anfrage bei geschulten Betrieben. Falls ihr grob in meiner Ecke wohnt: Ich kann Christoph und seine Jungs von Go Top Solar empfehlen.

Das X1 arbeitet bei einem Freund und bei mir im Haus und da ich eh gerade ein Firmware-Update machte, dachte ich, dass ich auch mal etwas dazu schreiben kann. Das SOLIX X1 kommt in einem extrem schlanken, fast schon schicken Gehäuse daher und setzt auf ein All-in-One-Design. Hier wird ein dreiphasiger Hybrid-Wechselrichter (verfügbar von 5 bis 18 kW) mit Lithium-Eisenphosphat-Speichermodulen (LiFePO4) kombiniert.

Ein einzelnes Batteriemodul liefert 5 kWh Kapazität. Davon lassen sich bis zu sechs Einheiten pro Turm stapeln (also maximal 30 kWh). Wer komplett eskalieren möchte: Bis zu sechs dieser Systeme lassen sich parallel schalten, was eine theoretische maximale Kapazität von satten 180 kWh ergibt. Da schaut man natürlich schon neidvoll, manchmal denke ich mir, ob ich nicht noch ein Akku-Päckchen anklemme.

Aufbau bei einem Freund von mir

Die Installation ist durch das flache Design und die kabellose Steckverbindung der Module untereinander für den Fachbetrieb vergleichsweise schnell erledigt. Optisch macht das Ding durchaus was her, das Hauptsteuergerät kommt mit einem Display, das per Bewegungssensor anspringt und die wichtigsten Daten direkt anzeigt. Das ist ideal in einer dunklen Garage, wenn man kurz etwas rausholt – da hat man dann gleich auch etwas Licht.

Nennenswert ist wohl auch der integrierte Energieoptimierer in jedem einzelnen Akkupack. Wer schon einmal versucht hat, einen bestehenden Akku nach zwei oder drei Jahren zu erweitern, kennt vielleicht das Problem: Der schwächste Block bestimmt die Gesamtleistung. Anker löst das hier über eine Einzelpack-Steuerung. Alte und neue Module arbeiten unabhängig voneinander und ohne Energieverlust nebeneinander. Sollte zudem mal ein Modul ausfallen oder zicken, wird es vom System einfach isoliert, während die restlichen Blöcke munter weiterlaufen.

Im Betrieb verhält sich der SOLIX X1 angenehm unauffällig vor sich hin. Klar, wenn viel Druck auf dem Kessel ist, dann hört man die Kühler natürlich, aber im Normalbetrieb hört man das kaum – und ich bin echt viel in unserer Garage unterwegs.

Auch extreme Wetterbedingungen steckt der Speicher laut Anker gut weg. Während herkömmliche Akkus bei Frost oder großer Hitze spürbar an Leistung verlieren, verbaut Anker hier eine thermische Steuerung: Ab 0 °C greift eine interne Heizung, die die Zellen auf Wohlfühltemperatur. Auf der anderen Seite hält das Kühlsystem die Leistung auch bei sommerlichen Temperaturen von bis zu 55 °C stabil. Durch meinen Aufstellungsort konnte ich das allerdings nicht nachvollziehen.

Gesteuert wird das Ganze über die bekannte Anker-App. Die UI ist übersichtlich, die Echtzeit-Visualisierung der Energieflüsse (Solarproduktion, Hausverbrauch, Akkuladung, Netzeinspeisung) funktioniert flüssig und ohne große Gedenksekunden. Dazu gibt es noch einen ganzen Schwung an anderen Dingern, die den normalen Anker Solarbanks natürlich fehlen. Letzten Endes muss ich aber sagen: Das justiert man einmal, und dann macht man eigentlich nicht mehr so viel.

Außer vielleicht, dass man reinschaut und sich erfreut, was so passiert. Ansonsten so? Es gibt eine echte Notstromfunktion: Die Umschaltzeit bei Stromausfall liegt bei unter 10 Millisekunden, die Bude wird dreiphasig versorgt. Wer möchte, der kann mittlerweile auch Anbietern dynamischer Tarife nachtanken. Und wer Angst vor einem wetterbedingten Blackout hat, kann über einen Storm Guard Mode die Akkus vollladen lassen, wenn eine Unwetterfront aufziehen könnte. Ich habe euch mal ein paar Screenshots der App gemacht:

Wo ist der Haken? Die App krankt hier und da noch an kleineren Details. Während die grundlegenden Funktionen stabil laufen, wünschen sich Power-User vielleicht tiefere Konfigurationsmöglichkeiten und mehr statistischen Tiefgang. Wer rein im Anker-Ökosystem (inklusive deren EV-Chargern für das E-Auto) bleibt, merkt davon nichts.

Anker liefert mit dem SOLIX X1 ein verdammt starkes Stück Hardware ab. Das ist zumindest meine Meinung, wobei ich finde, dass solche Dinger eh im Hintergrund einfach ihre Arbeiten erledigen sollten. Was man letzten Endes damit spart, ist natürlich auch abhängig vom Standort des Hauses und den verwendeten Panels und dem aktuellen Tarif. Da muss man sich das dann durchrechnen, in wie viel Jahren man das Ganze dann durch hat. Letzten Endes ist so etwas natürlich keine kleine Anschaffung und vermutlich ist man gelegentlich auch bei der Auswahl etwas lokaler gebunden.

Bei meinem Verbrauch hier im Haus war es nur eine Frage der Zeit, bis ich so etwas haben musste, um irgendwann mal etwas einzusparen. Und bisher klappt das ganz gut, wenn ich das so überschlage. Allerdings muss ich auch zugeben, dass das Ganze ein ziemliches rabbit hole ist, wenn man sich generell mit dem Thema befasst – und ein weiteres, wenn man das System erst einmal hat und man optimieren möchte.

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