Jabra Evolve3 75 im Test: On-Ear-Headset für den Hybrid-Alltag

Jabra hatte ich hier im Blog schon oft auf den Ohren. Das Evolve 75 war vor Jahren einer meiner angenehmen Büro-Begleiter, beim Evolve2 75 hat Jabra die Reihe deutlich moderner gemacht und das Evolve3 85 hat zuletzt gezeigt, dass ein Business-Headset auch ohne klassischen Mikrofonarm sehr gut funktionieren kann.

Nun ist das Evolve3 75 an der Reihe. Das ist im Grunde die kompaktere On-Ear-Variante für alle, die nicht den ganzen Tag komplett abgeschottet unter einem Over-Ear sitzen möchten. Das ist tatsächlich ein anderer Ansatz als beim 85er. Dort geht es stärker um Ruhe, Abschirmung und lange Arbeitstage am Schreibtisch. Das 75er ist leichter, sitzt auf den Ohren und lässt im Alltag mehr von der Umgebung durch.

Das klingt erst einmal nach Nachteil, kann aber genau richtig sein, wenn ihr zwischen Büro, Homeoffice, Bahn und Café wechselt. Ich habe das Headset in den letzten Wochen genau dafür genutzt: Teams, Musik zwischendurch, ein paar längere Abstimmungen und natürlich die üblichen Situationen, in denen man schnell zwischen Notebook und Smartphone springt.

Lieferumfang, Einrichtung und erster Eindruck

Im Karton liegen das Headset, ein flaches Hard/Softcase (irgendwas zwischendrin), ein USB-C-Kabel und der Bluetooth-Adapter für den Rechner. Je nach Version gibt es das Ganze auch mit Wireless-Charging-Pad. Das Case ist, wie schon beim Evolve3 85, angenehm dünn und passt ohne großes Gefummel neben das Notebook in den Rucksack. Das klingt banal, ist bei Business-Headsets aber nicht selbstverständlich. Ich hatte über die Jahre genug Cases in der Hand, die unterwegs eher wie eine kleine Brotdose wirken.

Optisch bleibt Jabra seiner Linie treu. Das Evolve3 75 sieht nicht aufregend aus, aber es wirkt sauber, modern und nicht mehr wie ein klassisches Telefonie-Headset. Der fehlende Mikrofonarm macht dabei viel aus. Auf dem Kopf wirkt das Gerät eher wie ein unauffälliger On-Ear-Kopfhörer. Mit rund 180 Gramm ist es außerdem spürbar leichter als das große 85er. Das merkt man direkt, sobald man das Headset länger trägt.

Jabra setzt auch hier auf Stoffpolster statt Kunstleder. Das gefällt mir gut, weil es weniger warm wird und sich weniger klebrig anfühlt (vor allem bei 40 Grad), wenn man das Headset länger aufhat. Gerade bei On-Ears ist das wichtig, denn die Polster liegen direkt auf den Ohren (logisch).

Ich bin Brillenträger und bei dem Thema ziemlich empfindlich. Beim Evolve3 75 passt der Anpressdruck für mich gut, auch wenn ich nach mehreren Stunden schon merke, dass ein On-Ear eben ein On-Ear bleibt. Nach fünf bis sechs Stunden will ich das Teil kurz absetzen. Beim 85er habe ich da mehr Reserve.

Die Einrichtung ist Jabra-typisch schnell erledigt. Am Rechner steckt ihr den Dongle ein, am Smartphone koppelt ihr das Headset normal per Bluetooth. Dual Connectivity funktioniert ebenfalls, also parallele Verbindung mit zwei Geräten. In meinem Alltag hing das Headset meistens am Mac und am iPhone. Kommt ein Anruf rein, springt es sauber auf das passende Gerät. So, wie es sein soll und auch schon bei den Vorgängern gut funktioniert hat.

Klang, ANC und Mikrofone im Alltag

Bedient wird das Evolve3 75 über Tasten an den Ohrmuscheln. Lautstärke, Wiedergabe, Stummschaltung, ANC beziehungsweise HearThrough und der Teams-Button sind dabei. Die Tasten sind klein, aber gut zu ertasten. Den Teams-Button würde ich gern frei belegen können. Das ist bei Jabra traditionell nicht vorgesehen und schade, wenn man nicht komplett in der Microsoft-Welt hängt.

Der Klang ist für ein Business-Headset ordentlich. Die 32-mm-Treiber liefern ein warmes, recht ausgewogenes Klangbild, mit genug Bass für Musik nebenbei, Podcasts oder YouTube. Das ist logischerweise kein Kopfhörer für Leute, die abends mit geschlossenen Augen einzelne Instrumente sezieren wollen. Für den Arbeitstag reicht es aber locker. Meiner Meinung nach ist das auch der richtige Maßstab. Ein Headset dieser Art muss Sprache sauber abbilden, Musik nicht nervig klingen lassen und nach einem Call nicht sofort gegen andere Kopfhörer getauscht werden müssen.

Beim ANC muss man die Bauform im Kopf behalten. Ein On-Ear dichtet nie so ab wie ein guter Over-Ear. Tiefe, gleichmäßige Geräusche werden gut reduziert, etwa Lüfter, Bahnbrummen oder das Grundrauschen im Büro. Stimmen, Tastaturen und höhere Geräusche kommen da wie üblich stärker durch. Das ist kein Fehler, sondern ein Kompromiss. Wer maximale Ruhe will, nimmt das Evolve3 85 oder gleich einen starken Over-Ear von Sony, Bose oder Apple. Wer im Homeoffice noch hören möchte, ob die Kinder ins Zimmer kommen, ist mit dem 75er manchmal sogar besser bedient (auch mit ANC).

HearThrough funktioniert ebenfalls ordentlich aber ist eben auf einem durchschnittlich guten Niveau. Auch hier sind die Konkurrenten der großen Marken besser. Ich nutze solche Modi nicht dauerhaft, aber wenn jemand kurz etwas fragt oder man beispielsweise im Café eine Bestellung mitbekommen möchte, ist das praktisch.

Der wichtigste Punkt ist natürlich die Sprachqualität. Jabra setzt auch beim Evolve3 75 auf ClearVoice und mehrere digitale Mikrofone, die Sprache von Umgebung trennen sollen. Nach meinen Calls kann ich sagen, dass das gut funktioniert. In Teams kam meine Stimme klar und präsent rüber. Gesprächspartner hatten keine Probleme, mich zu verstehen, auch nicht mit etwas Hintergrundgeräusch im Raum (und die gibt’s bei Kindern auch im Nebenraum zuhauf). Ganz wegzaubern kann das System die Umgebung natürlich nicht. Wenn direkt neben euch jemand laut spricht, merkt die Gegenseite irgendwann, dass etwas los ist. Für den normalen Arbeitsalltag ist das aber absolut gut brauchbar.

Ich war beim Thema Mikrofonarm ehrlich gesagt skeptisch. Das Evolve2 75 hatte noch den kleinen ausklappbaren Arm, das Evolve3 75 sieht nun deutlich unauffälliger aus. Beim großen 85er ging dieser Wechsel schon gut, und beim 75er sehe ich das ähnlich. Das Headset klingt nicht wie ein Studiomikrofon, aber es klingt für Meetings sauber genug. Und genau darum geht es. Man will in einem Call nicht erklären müssen, warum man gerade dumpf, dünn oder weit weg klingt.

Die Akkulaufzeit ist ebenfalls stark. Jabra nennt bis zu 110 Stunden Nutzung, je nach ANC, Lautstärke und Gesprächsanteil variiert das natürlich. In meinem Test musste ich nicht ständig über den Akku nachdenken. Mehrere Tage durchgängige Meetings mit ANC waren locker drin. Geladen wird per USB-C und wer das Charging-Pad nutzt, legt das Headset nach Feierabend einfach ab. Schön ist außerdem, dass Akku und Polster tauschbar sind. Das sollte in dieser Preisklasse selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht.

Das Fazit

Das Jabra Evolve3 75 ist kein kleineres Evolve3 85 für weniger Geld, sondern die sinnvollere Variante für einen anderen Arbeitstag. Es ist leichter, kompakter und offener. Dafür bekommt ihr nicht dieselbe Abschirmung und auch nicht ganz den Langzeitkomfort eines Over-Ears. Für mich ist das der zentrale Punkt bei der Entscheidung. Sitzt ihr acht Stunden am Stück in Meetings und wollt möglichst viel Ruhe, würde ich zum 85er greifen. Pendelt ihr häufiger, arbeitet ihr mal hier und mal dort oder wollt ihr nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten sein, passt das 75er besser.

Der Preis bleibt sportlich. 319 Euro UVP (real bei 250 Euro), beziehungsweise 359 Euro (aktuell 280 Euro) mit Wireless-Charging-Pad, sind kein Schnäppchen. Dafür bekommt ihr aber ein sehr rundes Business-Headset mit guter Sprachqualität, ordentlichem Klang, langer Laufzeit, sauberer App-Anbindung und einem Design, das nicht mehr nach Callcenter aussieht. Es gibt weiterhin Punkte, die ich gern anders hätte, allen voran den nicht frei belegbaren Teams-Button und die bauartbedingte Grenze beim ANC. Unterm Strich hat Jabra hier aber einen guten Nachfolger gebaut.

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Shokz OpenDots 2 im Test: Die nächste Generation der Open-Ears im Clip-On-Design

Shokz hat in dieser Woche zwei neue Open-Ear-Kopfhörer im Clip-On-Design vorgestellt: die OpenDots 2 als neues Flaggschiff und die OpenDots Air als Einstiegsmodell. Da ich schon die 1. Generation getestet habe, wollte ich mir für euch natürlich auch die OpenDots 2 einmal genauer anhören. Sie kosten mit 199 Euro im Übrigen genauso viel wie das Vorgängermodell im letzten Jahr.

Shokz hat sich also gegen eine Preiserhöhung entschieden. Technisch hat sich aber durchaus etwas getan. Waren die OpenDots One z. B. mit Bluetooth 5.3 unterwegs, so rüsten die OpenDots 2 auf Bluetooth 6.1 auf. Zudem hat man die Steuerung über die Oberflächen optimiert. Drucksensoren sollen verhindern, dass es zu Fehlbetätigungen kommt. Zudem hat man den Staub- und Spritzwasserschutz der Earbuds von IP54 auf IP57 verbessert. Die Akkulaufzeit ist hingegen mit rund 10 Stunden identisch geblieben.

Technische Eckdaten der OpenDots 2 im Vergleich mit den OpenDots Air

Feature OpenDots 2 OpenDots Air
Kategorie Open-Ear Clip-On Earbuds Open-Ear Clip-On Earbuds
Akustik-Technologie BassSphere 2.0 / MirrorPitch / DirectPitch BassSphere / DirectPitch
Audio-Optimierung Upgraded Dolby Audio
Mikrofon-Konfiguration 2× Air-Conduction 1× Bone-Conduction (pro Earbud) 2× Air-Conduction (pro Earbud)
Steuerung Force Sensor (Drucksensor) Force Sensor (Drucksensor)
Bluetooth-Version 6.1 6.1
Multipoint-Pairing Ja (2 Geräte) Ja (2 Geräte)
Akkulaufzeit (Musik) Bis zu 10h (40h inkl. Ladecase) Bis zu 9h (36h inkl. Ladecase)
Schnellladefunktion 5 Min. Laden = 2 Std. Musik 10 Min. Laden = 2 Std. Musik
Schutzklasse IP57 (Buds) / IP54 (Case) IP55 (Buds)
Gewicht pro Earbud 6,4 g 6,3 g

Laut dem Hersteller bieten die Shokz OpenDots 2 zudem verbessertes Dolby Audio. Grundsätzlich konnte aber auch schon das Vorgängermodell mit dieser Funktion aufwarten. Neu ist die Technik MirrorPitch, welche dafür sorgen soll, dass der Klang gezielter in euren Hörkanal geleitet wird. Ihr sollt dadurch verbesserten Klang genießen, euer direktes Umfeld soll weniger gestört werden. BassSphere 2.0 wiederum soll den Tieftonbereich aufwerten. Für Telefonate ist zudem das Knochenschall-Mikrofon neu, das für eine erhöhte Sprachverständlichkeit sorgen soll.

Ausstattung und Verarbeitung der Shokz OpenDots 2

Die Optik der OpenDots 2 hat Shokz dezent verfeinert. Schon das Case wirkt nun nicht mehr zweigeteilt, sondern setzt dezenter farbliche Akzente ein. Dies gilt exakt genauso für die Earbuds selbst. Nach dem Koppeln wartete im Übrigen direkt ein Firmware-Update.

Empfehlenswert ist auch die Verwendung des Equalizers. Entweder ihr wählt aus vorgefertigten Klangprofilen, passt den Equalizer manuell an oder führt einen kurzen Hörtest durch, um den Smart-EQ einzurichten. Dabei werden euch jeweils zwei Klangbeispiele angeboten und ihr müsst entscheiden, welches euch mehr zusagt. Das wiederholt ihr einige Male und erhaltet dann am Ende auf eure Auswahl abgestimmten Sound. Diesen Test könnt ihr natürlich jederzeit wiederholen.

Die Shokz OpenDots 2 ähneln im Aufbau sehr dem Vorgängermodell. So kombinieren sie für ihre Bügel eine flexible Legierung aus Nickel und Titan mit einem weichen Überzug aus Flüssigsilikon. Der Hersteller wirbt daher mit All-Day-Tragekomfort, wozu ich aber später noch mehr sage. Für den Sound sorgt dann ein 11,8-mm-Treiber. Ihr könnt im Übrigen dank Bluetooth Multipoint auch zwei Audioquellen parallel bereithalten, um blitzschnell zwischen diesen zu wechseln.

Die neue Force-Sensor-Steuerung hat dabei im Alltag ihre Vor- und Nachteile. Tatsächlich kommt es zu weniger Fehlbetätigungen. Dafür drückt ihr die OpenDots 2 leichter aus ihrer gewünschten Position. Ist also auch ein wenig Geschmackssache, was man da bevorzugt.

Praxistest

Genau wie das Vorgängermodell unterstützen auch die OpenDots 2 keine höherwertigen Bluetooth-Codecs wie aptX oder LDAC. Ihr müsst also mit SBC und AAC vorliebnehmen. Tatsächlich hat sich der Klang dennoch gegenüber dem Vorgängermodell, vor allem im Bassbereich, verbessert. Da steckt deutlich mehr Power dahinter bzw. zumindest hört man kräftigeren Sound. Generell habe ich den Sound als natürlicher empfunden, sodass die neuen Techniken MirrorPitch und BassSphere 2.0 offenbar Wirkung zeigen. Allerdings möchte ich auch betonen, dass der OpenFit Pro beim Klang dennoch überlegen bleibt. Letzterer bietet zudem sogar ANC. Das beherrschen die OpenDots 2 nicht.

Shokz vollmundige Versprechen über den All-Day-Tragekomfort kann ich, wie schon bei der 1. Generation, nicht unterschreiben. Ich nutze die OpenFit Pro ungelogen jeden Tag – sei es beim Joggen, beim Einkaufen oder auch zuhause für ein bequemes Telefonat. Mir ist es dabei schon passiert, dass ich vergessen habe, die Kopfhörer abzunehmen, weil ich sie manchmal gar nicht mehr wahrnehme. Die OpenDots 2 üben jedoch wegen ihres Clip-On-Designs einen leichten Druck auf das Ohr aus. Dadurch bemerke ich ihr Gewicht leichter und käme niemals in die Lage, sie komplett auszublenden. Nach einer Weile empfinde ich sie doch eher als störend.

Dolby Audio der nächsten Generation ist auch bei den OpenDots 2 mehr ein Marketing-Gimmick. Daran trifft dieses spezielle Modell aber keine Schuld. Es gibt eben einfach Grenzen dabei, bei Kopfhörern Raumklang per Software herbeizuschustern. Man könnte sagen, der Klang wird durch die Aktivierung etwas luftiger – wirkt aber auch unnatürlicher. Im Alltag würde ich persönlich diese Funktion jedenfalls nicht verwenden oder gar als Kaufargument sehen.

Aufpassen solltet ihr im Übrigen, wenn ihr die Shokz OpenDots 2 in ihr Ladecase bugsiert. Mir ist es im Testzeitraum ein- oder zweimal widerfahren, dass sie im Case nicht ausreichend auf den Ladekontakten saßen und daher mit meinem Smartphone verbunden geblieben sind. So wird es dann nichts mit der Aufladung. Man muss sie also beherzter andrücken als die meisten Geschwister- und Konkurrenzmodelle.

Telefonate klangen laut meinen Gesprächspartnern, gerade bei Straßenlärm, aufgrund des zusätzlichen Knochenschall-Mikrofons, tatsächlich deutlicher. Die angegebenen Akkulaufzeiten von Shokz kommen dabei gut hin, sind aber im Gegensatz zur Anrufqualität kein Sprung gegenüber dem Vorgängermodell.

Ich denke, das größte Kaufargument dürfte für einen wesentlichen Teil der Kundschaft das Design der OpenDots 2 sein. Die Open-Ears, die es euch erlauben, eure Umgebung beim Tragen weiter voll wahrzunehmen, wirken eher wie ein modisches Accessoire. Der Look ist durchaus ansprechend und ich kann diejenigen verstehen, die wegen des Clip-On-Designs auf dieses Modell schielen.

Mein Fazit

Die OpenDots 2 sind klanglich ein merklicher Sprung gegenüber der 1. Generation – insbesondere im Bassbereich. Allerdings hat sich der Tragekomfort nicht verbessert, sodass ich persönlich die OpenFit-Modelle jederzeit bevorzugen würde. Diese liegen dann auch klanglich immer noch vorne, auch wenn sich die OpenDots 2 in die richtige Richtung bewegen. Dolby Audio bleibt dabei ein reines Marketing-Argument. Gerne habe ich aber den Smart-EQ zur Optimierung meines persönlichen Klangprofils genutzt.

Der große Reiz der OpenDots 2 von Shokz dürfte in ihrem Clip-On-Design liegen. Das erinnert an Modeaccessoires, was die Zielgruppe ansprechen sollte. Tragekomfort und Klang sind also bei den OpenFit Pro z. B. klar überlegen, doch im Look dürfte mancher die OpenDots 2 sicherlich vorziehen. Es kommt also darauf an, worauf ihr den Fokus legt. Die Shokz OpenDots 2 sind seit dieser Woche für 199 Euro zu haben.

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Turtle Beach Stealth Pro II: Gaming-Headset mit ANC und Dolby Atmos im Test

Wie die Zeit vergeht: Das Gaming-Headset Turtle Beach Stealth Pro habe ich bereits 2023 für euch getestet. 2026 hat der Hersteller mit dem passend betitelten Stealth Pro II ein Nachfolgemodell veröffentlicht. Inzwischen sind die Ansprüche im Bereich der Premium-Headsets, so wie die Preise, deutlich gestiegen. Wie schlägt sich die neue Lösung für PC, Konsolen und mobile Endgeräte also?

Im direkten Vergleich mit der 1. Generation gibt es beim Turtle Beach Stealth Pro II einige Verbesserungen. So setzt der Hersteller größere Audiotreiber mit 60 statt 50 mm. Obendrein verwendet man eine verbesserte, adaptive Geräuschunterdrückung. Neu ist auch die offizielle Unterstützung für Dolby Atmos. Gleich geblieben ist z. B., dass sowohl 2,4 GHz als auch Bluetooth parallel für kabellose Verbindungen nutzbar sind.

Technische Eckdaten des Turtle Beach Stealth Pro II

Kategorie Details
Kompatibilität Xbox Series X|S, Xbox One, PlayStation 4 & 5, PC (Windows 10 ), Bluetooth-Geräte
Konnektivität 2,4-GHz-Wireless Bluetooth 5.3 (gleichzeitig nutzbar)
Lautsprecher 60-mm-Eclipse-Dual-Treiber
Frequenzgang 10 Hz – 40 kHz
Mikrofon Abnehmbares 9-mm-Unidirektional-Mikrofon mit Flip-to-Mute integrierte Beamforming-Mikrofone
Noise Cancelling Adaptive Active Noise Cancellation (bis zu 25 dB)
Audio-Features Dolby Atmos (Xbox/PC), Hi-Res 24 Bit/96 kHz (PC), Superhuman Hearing, EQ-Anpassung via Swarm-II-App
Akkulaufzeit 2 austauschbare Akkus, je bis zu 40 Stunden; Ladestation inklusive
Material / Komfort Memory-Foam-Ohrpolster mit Sportstoff, ProSpecs-Brillenaussparung, Aluminium-Design
Gewicht 393 g (mit Mikrofon) / 382 g (ohne Mikrofon)
Lieferumfang Headset, CrossPlay-2.0-USB-Sender, Senderstation, 2 Akkus, USB-A-zu-USB-C-Kabel, Hardcase

329,99 Euro hat das Turtle Beach Stealth Pro 2023 zum Launch gekostet. Das Nachfolgemodell liegt 2026 bei 349,99 Euro, sodass der Preis moderat angestiegen ist. Obacht: Der Hersteller bietet erneut separate Versionen für die PlayStation und Xbox an. Der Unterschied liegt aber nicht nur im Branding: Die PlayStation-Variante des Gaming-Headsets ist ausdrücklich nicht zu Xbox-Konsolen kompatibel. Umgekehrt funktioniert die Xbox-Version jedoch an PlayStation-Konsolen. Wer also die volle Kompatibilität anstrebt, kauft sich lieber die Xbox-Variante.

Ausstattung und Design

Grundsätzlich gibt es das Turtle Beach Stealth II Pro in den Farbvarianten Schwarz und Weiß. Zum Testen hat mir die weiße Variante vorgelegen. Neu ist bei dieser Generation, dass auch die Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless vorliegt. Denn das Gaming-Headset unterstützt via Bluetooth nicht nur SBC und AAC, sondern auch die höherwertigen Codecs LDAC und LC3 . Das wird für diejenigen relevant sein, welche dieses Modell auch zum Musikhören einsetzen möchten. Für den verzögerungsarmen Betrieb an Gaming-PCs liegt auch ein Dongle mit 2,4 GHz bei.

Für die aktive Rauschunterdrückung sind vier Mikrofone integriert. Dazu gibt es einen abnehmbaren Mikrofonarm für Voice-Chats. Ähnlich wie beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liegen auch beim Turtle Beach Stealth Pro II ab Werk direkt zwei Akkus bei. Diese könnt ihr selbst wechseln, sodass stets ein Akku in der mitgelieferten Ladestation aufgeladen werden kann, während der andere das Gaming-Headset mit Strom versorgt. Beide Akkus sollen den Kopfhörern jeweils bis zu 40 Stunden Laufzeit ermöglichen.

Das Turtle Beach Stealth Pro II nutzt eine Basis-Konstruktion aus robustem Aluminium sowie Ohrmuscheln aus Memoryschaum sowie einen Kopfbügel mit einer Netzgewebe-Aufhängung. Das soll für mehr Luftdurchlässigkeit und weniger Schwitzen sorgen. Parallel verspricht der Hersteller höheren Tragekomfort als beim Vorgängermodell. Die Steuerung der einzelnen Funktionen läuft erneut über die Begleit-App Swarm II ab. Diese bietet euch etwa einen Equalizer, die ANC-Regelung und weitere Voreinstellungen bzw. Klangprofile an, um z. B. Stimmen hervorzuheben.

Am Lieferumfang und der Verarbeitung des Turtle Beach Stealth Pro II gibt es aus meiner Sicht wenig auszusetzen. Es fehlt zwar eine Bedienstation wie beim bereits erwähnten direkten Konkurrenzmodell SteelSeries Arctis Nova Pro Omni, dafür ist aber die Verarbeitung und Materialwahl des Headsets hochwertiger. Wo das Modell von SteelSeries ein Plastikbomber ist, setzt Turtle Beach im selben Preissegment Metall ein. Dazu kommt, dass SteelSeries seinem Pendant nur eine lose Stofftasche beilegt, während beim Stealth Pro II ein wesentlich stabileres Hardcase vorhanden ist.

Praxistest des Turtle Beach Stealth Pro II

Bei der Verarbeitung ist das Turtle Beach Stealth Pro II, wie soeben angesprochen, dem SteelSeries Arctis Nova Pro Omni eindeutig überlegen. Bedauerlicherweise kann ich das aber nicht vom Tragekomfort sagen. Formal sind beide Headsets zwar aus Gramm genau gleich schwer, doch das Stealth Pro II wirkt bei längeren Sessions subjektiv schwerer. Da hat SteelSeries offenbar das Gewicht besser verteilt bzw. bei der Polsterung die Nase vorn. Dies könnte am recht dünnen Netzgewebe an der Oberseite liegen. Nach ein paar Stunden Zocken war ich dann jedenfalls froh, das Gaming-Headset doch für eine kurze Pause abzunehmen.

Die Bedienung wiederum gefällt mir sehr gut. Am Headset sitzen gleich drei Lautstärkeräder für den allgemeinen Gaming-Pegel (2,4 GHz), den Voice-Chat sowie die Bluetooth-Zuspieler. Sehr praktisch, so könnt ihr euch auch ohne die App eine saubere Abmischung basteln. Dazu gibt es noch eine Taste zur ANC-Steuerung, einen Button zum Wechseln zwischen unterschiedlichen Verbindungen, eine Pairing-Taste sowie den Powerbutton, der auch den Modus „SuperHuman Hearing“ steuert. Das ist ein Modus, welcher einige Klangobjekte wie Schritte oder Schüsse besonders hervorhebt, damit ihr z. B. Gegner aus der Ferne besonders schnell kommen hört.

Meiner Erfahrung nach funktioniert SuperHuman Hearing je nach Spiel mal mehr, mal weniger gut. Denn das hängt stark von den verwendeten Soundeffekten sowie der Abmischung der Games ab. Ohnehin ist dies eher ein Gimmick für Multiplayer-Titel. Konfigurieren könnt ihr die Funktion über die bereits erwähnte Begleit-Software Swarm II. Diese ist recht überladen, was irgendwie bei allen Headset-Herstellern zum guten Ton zu gehören scheint. Loben möchte ich aber, dass man zur Nutzung kein spezielles Konto benötigt. In der Anwendung warten unter anderem auch ein 10-Band-Equalizer zur Klanganpassung, mehrere Presets für Kopfhörer und Mikrofone, die ANC-Steuerung und mehr auf euch.

Die gleichzeitige Nutzung von Audio via 2,4 GHz und Bluetooth ist tatsächlich sehr praktisch. Trudelt also ein Anruf am Smartphone ein, bekommt man das auch dann mit, wenn man gerade beim Zocken ist und sich via ANC von der sonstigen Geräuschkulisse abgeschottet hat. Toll gelöst: Die Audioqualität leidet nicht, wenn ihr Bluetooth und 2,4 GHz gleichzeitig nutzt. Dabei liegen eigentlich zwei 2,4-GHz-Dongles bei: Denn neben dem kleinen USB-Anstecker dient auch die Ladestation als Übertragungsgerät. Das Turtle Beach Stealth Pro II kann sich bis zu vier 2,4-GHz-Verbindungen „merken“. Ihr könnt also sogar noch zwei weitere Dongles zum Wechseln nutzen, wenn ihr diese nachkaufen mögt.

Mit einer Akkuladung kommt das Turtle Beach Stealth Pro II tatsächlich gut 40 Stunden hin – dann müsst ihr den Akku wechseln. Da zwei Akkus dabei sind, bleibt ihr nie lange ohne Sound. Allerdings könnt ihr das nicht im Hot-Swap-Verfahren erledigen, das Gaming-Headset schaltet sich also kurz ab. Im Übrigen sitzt auch am Kopfhörer ein USB-C-Anschluss, falls ihr den Akku nicht über das Dock laden könnt oder wollt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist dabei ein netter Bonus und auf dem Niveau der Konkurrenz – kann aber nicht mit reinen Kopfhörern von Bose, Sony oder auch nur soundcore mithalten.

So funktioniert ANC in Innenräumen oder beim Pendeln ganz gut, kann also etwa Motorengeräusche solide ausblenden. Schwierigkeiten gibt es aber z. B. mit Windgeräuschen, die kaum in der Lautstärke reduziert werden. Über die Taste am Headset könnt ihr im Übrigen zwischen dem ANC- und Transparenzmodus wechseln. Was leider nicht geht, ist, darüber in den Standard-Modus ohne die beiden Features zu wechseln. Dafür müsst ihr die App starten.

Sound und Telefonate

Aber wie klingt das Turtle Beach Stealth Pro II denn nun? Nun, lasst euch nicht zu sehr von den großen 60-mm-Treibern blenden. Größer heißt hier nicht unbedingt in allen Belangen besser. Was mir gut gefallen hat, ist die breite Bühne, die es in Spielen tatsächlich erleichtert, Geräuschquellen gut zuzuordnen – auch ganz ohne Dolby Atmos, das primär den Sound noch etwas auflockert. Stimmen klingen dafür manchmal etwas muffig, was man allerdings über Swarm II mit individuellen Klanganpassungen beheben kann. Der Tieftonbereich ist wiederum ziemlich wuchtig bzw. sogar überengagiert. Da wirkt mancher Faustschlag sozusagen direkt wie eine Explosion. Besser, man zähmt die Bässe also etwas.

Was beim Gaming in Ordnung ist, gilt doppelt für die Musikwiedergabe: Ab Werk klingen gerade melodiebetonte Genres, die eigentlich starke Mitten benötigen, etwa Singer/Songwriter, Folk oder Rock eher dumpf. Da muss man also kräftig über die Equalizer ran. Selbiges gilt auch für Filme, wo es wohl am schwierigsten ist, aus dem Turtle Beach Stealth Pro II zufriedenstellenden Klang herauszuholen, weil gerade Musik und Dialoge die Schwächen der Kopfhörer sind.

Und das Mikrofon? Dieses hakt sich spannenderweise nicht wie bei anderen Gaming-Headsets über einen 3,5-mm-Anschluss ein, sondern über einen USB-Anschluss. Hier beweist das Turtle Beach Stealth Pro II große Stärken. So liefert das Mikrofon auch ohne die elektronische Rauschunterdrückung hervorragenden Klang. Meine Gesprächspartner bemerkten jedenfalls, dass der Klang den zuvor von mir getesteten SteelSeries-Modellen klar überlegen sei. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Nachvollziehen kann ich das anhand eigener Audioaufnahmen, denn Stimmen hören sich tatsächlich natürlicher und weniger totgefiltert an.

Mein Fazit zum Turtle Beach Stealth Pro II

Das Turtle Beach Stealth Pro II konkurriert im Grunde direkt mit dem 50 Euro teureren SteelSeries Arctis Nova Pro Omni. Beide Modelle haben eigene Vor- und Nachteile. Der Tragekomfort ist beim Modell von SteelSeries klar überlegen, während das Gaming-Headset von Turtle Beach beim Mikro auftrumpft und hochwertiger verarbeitet ist. Beim Sound haben die beiden Modelle eigene Stärken und Schwächen, während ANC in etwa ebenbürtig ist.

Für sich genommen ist das Turtle Beach Stealth Pro II ein vielseitiges Gaming-Headset, das mit seinen beiden Akkus im Lieferumfang, der Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless und Dolby Atmos einiges in die Waagschale wirft. Als Allround-Kopfhörer eignet sich aber auch dieses Modell nicht, denn da gibt es schlichtweg bessere Kopfhörer von Bose, Sony, beyerdynamic und Co. für geringere oder ähnliche Preise.

Mit allem Drum und Dran ist das Turtle Beach Pro II jedoch ein wirklich gutes Gaming-Headset, dessen Nutzung mir besonders in Actionspielen dank seines Wumms und der breiten Klangbühne viel Spaß gemacht hat.

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SteelSeries Arctis Nova Pro Omni im Test: Gaming-Headset mit Hi-Res Audio Wireless

SteelSeries hat Anfang Mai das neue Gaming-Headset Arctis Nova Pro Omni vorgestellt. Es ordnet sich zwar unterhalb des Luxusmodells Arctis Nova Elite ein, hat aber ebenfalls technisch einiges zu bieten. Beispielsweise bietet auch dieses Modell Hi-Res Audio Wireless, aktive Geräuschunterdrückung (ANC) sowie die vielseitige Docking-Station OmniPlay. Ich habe mir auch dieses Exemplar im Test einmal für euch angehört.

Auf den ersten Blick sind sich die beiden Premium-Headsets dabei extrem ähnlich. Beide unterstützen z. B. auch die Audiowiedergabe mit 24-bit und 96 kHz. Es gibt jedoch zwei zentrale Unterschiede, die je nach Anwendungsszenario entweder das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni oder aber das Arctis Nova Elite für euch geeigneter machen können. Die größten Stärken des Arctis Nova Pro Omni liegen nämlich ganz klar bei der Kompatibilität mit allen Audioquellen und dem neuen omnidirektionalen ClearCast-Pro-Mikrofon in Verbindung mit ANC über KI.

Technische Eckdaten des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Kategorie Details
Kompatibilität PC (ChatMix über Sonar, Win 10 )


PlayStation 5/4 (ChatMix über System)


Xbox Series S|X (ChatMix)


Mac (kein ChatMix)


Switch / Switch 2 (USB-C, Wireless, BT)


iPhone USB-C (USB-C, Wireless, BT)


Android (USB-C, Wireless, BT)


Tablets USB-C (USB-C, Wireless, BT)


Handhelds (USB-C, Wireless, BT)


Meta Quest 2/3 (USB-C, Wireless, BT – nur Audio)
Software Arctis Companion App (iOS 15.6 , Android 9 )


GG Engine (Windows 8.1 , macOS 10.13 )


GG Sonar (Windows 10 , erforderlich für ChatMix)
Lautsprechertreiber 40 mm Neodym Treiber (Hi-Res)


Frequenzgang: 10–40.000 Hz


Empfindlichkeit: 98 dBSPL @ 1 kHz/1 mW


Impedanz: 38 Ohm


Klirrfaktor: < 1 %


360°-Sound: Tempest 3D, Windows Sonic, Sonar Surround, DTS, Dolby Atmos
Mikrofon ClearCast Pro, einziehbar, KI-Noise-Canceling


Richtcharakteristik: Kugel


Frequenzgang: 50–16.000 Hz


Empfindlichkeit: -40 dBV/Pa


Bandbreite: 32 kHz / 16 Bit


ANC: 4-Mikrofon-System (Transparenzmodus)


KI-Rauschunterdrückung (alle Systeme), Sonar-Software (PC)
Akkulaufzeit Infinite Power System: 2 austauschbare Akkus


Bis zu 60 h Gesamtspielzeit


30 h pro Akku (2,4 GHz, ANC aus)


50 h (Bluetooth, ANC aus)


19 h pro Akku (2,4 GHz BT, ANC an)


Schnellladung: 15 min für 4 h


Akku: Lithium-Ionen
Drahtlos Hi-Res Wireless zertifiziert (96 kHz/24 Bit)


2,4-GHz-Gaming-Wireless


Bluetooth 5.3 LE Audio (SBC, LC3, LC3 , MultiPoint bis 10 Geräte)


OmniPlay: bis zu 4 Quellen gleichzeitig (USB1 USB2/USB3 BT Line-In)
Bedienelemente Lautstärke-/ChatMix-Regler


Source-Mix-Taste / Power / Pairing / Quick-Switch


Stummschaltung


Bluetooth-Mediensteuerung


Multifunktionsrad (GameHub-Steuerung)
Lieferumfang Arctis Nova Pro Omni Headset


GameHub (Line-In, Line-Out, 3× USB-C, Akku-Ladeport)


2× USB-C-zu-USB-C-Kabel (1,5 m)


Mikrofon-Popfilter


Tragetasche
Gewicht Headset: 339 g


GameHub: 169 g

Dafür hat das Arctis Nova Elite deutlich höherwertige Audiotreiber. Das Flaggschiff nutzt nämlich Carbonfaser-Treiber, die oft auch im audiophilen Kopfhörersegment Verwendung finden. Diese minimieren Verzerrungen, sorgen für eine bessere Klangseparation und präzisere Bässe. Das Arctis Nova Pro Omni muss sich mit günstigeren Neodym-Treibern begnügen. Zusätzlich bietet das Elite-Modell auch eine höhere Verarbeitungsqualität mit etwa einer Stahlkonstruktion und Aluminiumgelenken plus dem mit Kunstleder ummantelten Kopfband. Für den höheren Preis gibt es also tatsächlich klare Mehrwerte.

Dennoch zählt auch das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni mit seinem Preis von 399,99 Euro natürlich zur Oberklasse. Kompatibel ist das Gaming-Headset nicht nur zu PCs, sondern auch zu den Spielekonsolen Nintendo Switch bzw. Switch 2, Xbox Series X|S, PlayStation 5 und mobilen Endgeräten – dank Bluetooth.

Ausstattung und Verarbeitung des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Ich habe ja schon angedeutet, dass die Materialien nicht ganz so Premium sind, wie beim Geschwistermodell Arctis Nova Elite. Beispielsweise verzichtet das Nova Pro Omni auf die Edelstahlkonstruktion und setzt auf Kunststoff. Auch die knuffig-weiche Kunstlederpolsterung ist Plastik gewichen. Geblieben ist das innere Kopfband. Auch findet ihr im Lieferumfang die erwähnte Station OmniPlay, welche es euch erlaubt, drei Zuspieler per USB-C zu verkabeln. Die Station fungiert dann sozusagen selbst als 2,4-GHz-Dongle. Alternativ könnt ihr für Verbindungen mit etwa mobilen Endgeräten Bluetooth 5.3 verwenden – auch mit den hochwertigen Codecs LC3 und LC3 .

Für Sprachchats nutzt ihr wiederum das omnidirektionale ClearCast-Pro-Mikrofon. Hat mir schon beim Flaggschiff gefallen: Die rechte Ohrmuschel des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni lässt sich öffnen, um den Akku zu tauschen. Da im Lieferumfang zwei Akkus beiliegen, könnt ihr auf diese Weise stets einen Pack griffbereit halten, damit euch nie der Saft ausgeht. Die Arctis-App für mobile Endgeräte ermöglicht die Live-Optimierung von Spiel-Audio, Bluetooth-Audio und Mikrofon-EQ sowie über 200 spielspezifische Audio-Voreinstellungen. Am Rechner könnt ihr mit der Software GG bzw. Sonar ans Werk gehen. Letztere hatte ich euch ja schon im Test des Arctis Nova Elite vorgestellt.

Auf die Software seid ihr im Alltag glücklicherweise nicht zwangsweise angewiesen, denn die OmniPlay-Station bietet euch einen kleinen OLED-Screen sowie einen Drehregler an. Im Lieferumfang findet ihr auch einen hellgrauen Stoffbeutel zum Verstauen der Kopfhörer vor. Das Mikrofon des Gaming-Headsets ist im Übrigen nicht abnehmbar, sondern wird unscheinbar ins Gehäuse eingefahren, wenn es nicht gebraucht wird. Eine RGB-Beleuchtung gibt es hier im Übrigen nicht. Das Design ist insgesamt also eher neutral gehalten.

Abseits der Materialien ist zu vermerken, dass das Arctis Nova Pro Omni mit 339 g Gewicht deutlich leichter ist als das 380 g schwere Elite-Flaggschiff. Aber: Im Tragekomfort nehmen sich die beiden Modelle aus meiner Sicht wenig und spielen beide ganz vorne mit.

Praxistest

Wie schon im letzten Abschnitt angedeutet, so ist der Tragekomfort auch beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni exzellent. Die Ohrmuscheln lassen sich dabei im Winkel anpassen und auch drehen. Zusammenfalten kann man die Kopfhörer aber bedauerlicherweise nicht. Wie beim Elite-Modell, so isolieren euch die geschlossenen Kopfhörer bereits passiv recht stark, sodass ihr in vielen Szenarien kein ANC benötigen werdet. Die Bedienelemente bestehen aus mehreren Buttons an linker und rechter Ohrmuschel sowie einem Lautstärkerad. War dieses beim Elite aus Metall, so ist es beim Pro Omni aus Plastik.

Das elastische Textil-Kopfband könnt ihr in seiner Position im Übrigen auch anpassen. Was wie beim Flaggschiff auffällt: Ich habe wegen der Abdichtung und den Kunstlederpolstern manchmal recht heiße Ohren bekommen. Bei längeren Sessions im Sommer kann es da also etwas schwitzig werden. Das solltet ihr bedenken, denn es gibt Alternativen mit luftigerem Sitz. An den Kopfhörern sitzt auch ein Anschluss für 3,5-mm-Klinke, wollt ihr das Headset kabelgebunden betreiben. Öffnet ihr die linke Ohrmuschel, legt ihr einen Anschluss für USB-C frei. So könnt ihr die Kopfhörer auch ohne die OmniPlay-Station direkt aufladen.

Dazu noch ein Hinweis: Ein echter Hot-Swap-Betrieb ist nicht möglich. Tauscht ihr den Akku des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni in weniger als 10 Sekunden, dann gibt es nur einen kurzen Aussetzer. Dauert es länger, müsst ihr das Gaming-Headset aber manuell neu starten. Eine komplett unterbrechungsfreie Nutzung ist jedoch nicht möglich. Der Hub des Gaming-Headsets bleibt auch hier ein echter Mehrwert. Er dient nicht nur als Ladestation der Akkus und erlaubt direkten Zugriff auf einige Optionen zur Audioanpassung, sondern lässt euch auch mehrere Zuspieler dauerhaft verbinden. Beispielsweise könnt ihr elegant einen Gaming-PC, eine PlayStation 5 und möglicherweise einen analogen Zuspieler per Kabel verbinden und dann nahtlos zwischen den Quellen wechseln.

Die Sprachqualität des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist exzellent, wenn auch stark gesoundet. Das ist bei einem Gaming-Headset aber natürlich auch erwartbar. So ist die Standardeinstellung darauf ausgelegt, menschliche Stimmen hervorzuheben und alle anderen Geräusche abzuschwächen. Der Klang unterscheidet sich dabei durchaus vom Elite-Modell. Er ist in meinen Ohren überraschenderweise etwas natürlicher und weniger künstlich gefiltert. Tatsächlich würde ich dafür, wenn ich nur die Sprachqualität berücksichtige, sogar das günstigere Modell bevorzugen.

Der Klang in Spielen ist sehr kontrolliert und auf eine klare Separation einzelner Klangobjekte ausgelegt. Erwartet hier also kein Bass-Mammut, auch wenn ihr den Sound natürlich entsprechend nachregeln könnt, wenn es euch eher um schiere Power geht. Wo der Klang des Mikrofons mir aber tatsächlich beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni besser gefallen hat, liegt das Elite beim Gaming-, Musik- und Film-Sound merklich vorne. Das Elite klingt wesentlich „entspannter“ und wärmer. Das Elite-Modell klingt insgesamt natürlicher und mehr wie ein klassischer, hochwertiger Kopfhörer, was sich vor allem bei Musik bemerkbar macht.

Vor allem der Hochtonbereich klingt beim Arctis Nova Pro Omni immer etwas komprimierter, während das Elite weniger spitz anmutet. Was die Unterstützung der 3D-Sound-Formate wie Dolby Atmos betrifft, für das ihr wie gehabt eine separate Lizenz benötigt: Ich empfinde das nach wie vor bei Kopfhörern als Gimmick, denn die Ergebnisse sind nie und nimmer mit einem echten Surround-Erlebnis vergleichbar. Vor allem wird der Sound etwas „luftiger“.

Mein Fazit zum SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist deutlich günstiger als das Elite-Flaggschiff. Die Sparmaßnahmen sind klar, aber klug. So weicht bei der Verarbeitung Metall nun Plastik, teure Carbonfaser-Treiber werden durch Neodym ersetzt und das Luxus-Flair verabschiedet sich zugunsten von Pragmatismus. Dafür ist der Klang des Mikrofons in meinen Ohren sogar etwas natürlicher, sodass das Omni für euch gar das überlegene Modell sein kann, wenn es primär darum geht.

Der Kopfhörer-Klang hingegen ist beim Elite ausgewogener und natürlicher. Das zeigt sich nicht nur immer wieder dezent in Spielen, sondern vor allem beim Musikhören. Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liefert einen gedrückteren Sound, der klar hinter dem 250 Euro teureren Elite-Modell liegt. Ansonsten gibt es aber erstaunlich viele Gemeinsamkeiten wie den im Grunde identischen GameHub als Docking-Station, den hohen Tragekomfort und die auch ohne ANC bereits hervorragende, passive Abschirmung.

Auch das Wechselakku-System macht das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni sehr attraktiv. Dennoch bleibt auch dieses Gaming-Headset mit einem Preisschild von 399,99 Euro ein Premium-Produkt, das man sich erst einmal leisten können muss. Das lohnt sich in erster Linie, wenn ihr etwa den GameHub mit mehreren Zuspielern ausreizen wollt und die volle Gaming-Breitseite fahrt. Ansonsten gibt es in dieser Preisklasse bereits erste Studio- bzw. HiFi-Kopfhörer, die beim reinen Sound deutlich überlegen sind.

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Jabra Evolve3 85 im Test: Business-Headset ohne Mikrofonarm

Jabra dürfte den meisten von euch ein Begriff sein. In meinem Berufsalltag, der zu großen Teilen aus Calls, Meetings und gefühlt endlosen Abstimmungen besteht, ist mir die dänische Marke ohnehin schon seit Jahren ein treuer Begleiter. Hier im Blog habe ich über die Jahre auch die meisten Vorgängermodelle vorgestellt, beispielsweise das Evolve 75, das Evolve2 55 oder auch das Evolve2 85. Mit dem Evolve3 85 startet jetzt eine komplett neue Generation, mit einer größeren Änderung. Der klassische Mikrofonarm ist Geschichte. Ob das in der Praxis aufgeht oder ob das gute Stück damit einen seiner größten Vorteile verspielt, habe ich für euch in den letzten Wochen herausgefunden.

Lieferumfang und erster Eindruck

Im recycelten Karton finden sich neben dem Headset selbst ein erstaunlich flaches Hardcase, ein USB-C-Bluetooth-Adapter, ein 3,5-mm-Klinkenkabel sowie ein USB-C-Kabel. Das Case ist mit gerade einmal rund 22 mm Bauhöhe so dünn geraten, dass es im Rucksack neben dem Notebook kaum auffällt. Wer schon einmal das Case eines anderen Over-Ear-Headsets in der Tasche hatte, weiß, wie viel Platz so etwas sonst beanspruchen kann. Optional gibt es das Headset auch im Bundle mit Wireless-Charging-Pad.

Beim Auspacken fällt sofort auf, wie zurückhaltend Jabra inzwischen designt. Der typische, gefällig-funktionale Look der Evolve-Reihe ist geblieben, jedoch deutlich aufgeräumter und ohne den optisch dominanten Mikrofonarm. Auf dem Kopf wirkt das Evolve3 85 dadurch weniger nach „Call-Center-Agent“ und mehr nach modernem Over-Ear-Kopfhörer. Mit gerade einmal 220 g ist es zudem ein gutes Stück leichter als der Vorgänger. Jabra spricht von rund 23 % weniger Gewicht und 35 % flacherer Bauform. Das merkt man.

Verarbeitung, Tragekomfort und Bedienung

Materialseitig setzt Jabra weiterhin auf eine Mischung aus hochwertigem Kunststoff, etwas Aluminium sowie einem deutlich angenehmeren Stoffbezug für Polster und Bügel. Das ist eine der größten Veränderungen zum Evolve2 85. Statt Kunstleder, das gerne mal heiß wird, kommen nun atmungsaktive Stoffpolster zum Einsatz. Für mich als jemand, der gerne mal sechs bis acht Stunden am Stück telefoniert, ist das ein echter Pluspunkt. Auch nach langen Sessions blieben meine Ohren angenehm „warm“, ohne zu schwitzen. Polster und Akku sind austauschbar, das ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ich bin Brillenträger und reagiere bei Over-Ear-Modellen ziemlich empfindlich auf zu viel Anpressdruck. Beim Evolve3 85 ist das absolut im grünen Bereich. Die Hörmuscheln sind innen leicht angewinkelt, sodass die Ohrläppchen nicht plattgedrückt werden. Aber wie üblich heißt das für euch nix. Das ist subjektiv, denn jeder Kopf ist anders.

Auf der rechten Hörmuschel sitzen die üblichen Bedientasten: Lautstärke, Wiedergabe/Stummschaltung, ein Button für Abnehmen / Auflegen sowie der Microsoft-Teams-Button für direkten Zugriff auf Meetings. Schade, dass dieser sich nicht frei belegen lässt. Eine Shortcut-Taste für andere Funktionen wäre gut gewesen. Links sitzt der Klinkenanschluss, der USB-C-Port, der Power/Bluetooth-Schieber und der Button für ANC / Hearthrough. Die LED-Busylight signalisiert Kollegen außerdem zuverlässig, dass man gerade nicht ansprechbar ist.

Anrufqualität

Der spannendste Punkt war für mich natürlich die Mikrofon-Performance. Jabra verbaut beim Evolve3 85 sechs digitale MEMS-Mikrofone und kombiniert diese mit der neuen ClearVoice-Technologie. Dahinter steckt ein Deep-Neural-Network-Modell, das laut Hersteller mit über 60 Millionen echten Sprachbeispielen trainiert wurde. Das Ziel ist, Sprache präzise von Hintergrundgeräuschen zu trennen, ohne dass ein sichtbarer Mikrofonarm benötigt wird.

In der Praxis ist das wirklich gut funktional. Beim Evolve2 85 hatte ich seinerzeit bemängelt, dass meine Stimme von Gesprächspartnern oft als „dünn“ und wenig voluminös beschrieben wurde. Beim Evolve3 85 ist das jetzt anders. In Calls über Microsoft Teams und Zoom bekam ich durchgehend gutes Feedback. Meine Stimme klinge klar, präsent und natürlich. Selbst, als ich versuchsweise mit laufender Spülmaschine im Hintergrund oder bei tobenden Kindern im Nebenraum ein Meeting hatte, kam beim Gegenüber kaum etwas davon an. Ein guter Fortschritt.

ANC, Klang und Akku

Die adaptive aktive Geräuschunterdrückung passt sich in Echtzeit an Umgebung und Passform an. Tieffrequente Geräusche (Lüfter, Klimaanlage, Bahn-Brummen) werden zuverlässig weggebügelt. Bei höheren Frequenzen sind Sony, Apple oder Bose immer noch eine Idee besser, aber für ein Business-Headset ist das auf gutem Niveau. ANC bleibt auch während Anrufen aktiv.

Klanglich ist das Evolve3 85 für ein Conferencing-Headset überraschend gut. Die 32-mm-Treiber spielen warm und detailreich, der Bass ist präsent ohne zu aufdringlich zu sein, Mitten und Höhen klingen sauber. Wer dedizierte Kopfhörer in der Preisklasse gewohnt ist, wird hier und da etwas vermissen. Das Volumen des Headsets ist nicht ganz so weit, und der Bass kommt nicht ganz so sauber in die Tiefen. Für den Allroundeinsatz im Büro und auf Reisen reicht das aber locker.

Der Akku ist ebenfalls gut. Bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC, bis zu 55 Stunden mit, bis zu 25 Stunden Sprechzeit. Dazu kommt eine Schnellladefunktion, die in 10 Minuten bis zu 10 Stunden Nutzungszeit liefert. In meinem Test musste ich das Headset auch bei knapp drei Tagen hintereinander nicht laden. Und da hatte ich das Teil ständig auf dem Kopf.

Fazit

Das Jabra Evolve3 85 ist für mich ein gelungener Generationssprung. Der Wegfall des Mikrofonarms war für Jabra sicherlich ein Risiko. Doch das geht laut meiner Meinung auf, denn die Sprachqualität ist besser geworden. Dazu kommen ein deutlich schlankeres Design, ein sehr guter Tragekomfort, ordentlicher Klang, eine lange Akkulaufzeit und mit austauschbarem Akku sowie tauschbaren Polstern auch ein Plus an Langlebigkeit. Schade ist der Teams-Button, der nicht frei belegbar ist.

Mit einer UVP von 569 Euro ist das Headset definitiv kein Schnäppchen und richtet sich klar an Profis und Vielnutzer. Wer aber täglich in Calls hängt und ein Headset sucht, das nicht nach Headset aussieht, bekommt hier aktuell wohl eines der besten Gesamtpakete am Markt.

Bestseller Nr. 1

Bestseller Nr. 2

Bestseller Nr. 3

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