Turtle Beach Stealth Pro II: Gaming-Headset mit ANC und Dolby Atmos im Test

Wie die Zeit vergeht: Das Gaming-Headset Turtle Beach Stealth Pro habe ich bereits 2023 für euch getestet. 2026 hat der Hersteller mit dem passend betitelten Stealth Pro II ein Nachfolgemodell veröffentlicht. Inzwischen sind die Ansprüche im Bereich der Premium-Headsets, so wie die Preise, deutlich gestiegen. Wie schlägt sich die neue Lösung für PC, Konsolen und mobile Endgeräte also?

Im direkten Vergleich mit der 1. Generation gibt es beim Turtle Beach Stealth Pro II einige Verbesserungen. So setzt der Hersteller größere Audiotreiber mit 60 statt 50 mm. Obendrein verwendet man eine verbesserte, adaptive Geräuschunterdrückung. Neu ist auch die offizielle Unterstützung für Dolby Atmos. Gleich geblieben ist z. B., dass sowohl 2,4 GHz als auch Bluetooth parallel für kabellose Verbindungen nutzbar sind.

Technische Eckdaten des Turtle Beach Stealth Pro II

Kategorie Details
Kompatibilität Xbox Series X|S, Xbox One, PlayStation 4 & 5, PC (Windows 10 ), Bluetooth-Geräte
Konnektivität 2,4-GHz-Wireless Bluetooth 5.3 (gleichzeitig nutzbar)
Lautsprecher 60-mm-Eclipse-Dual-Treiber
Frequenzgang 10 Hz – 40 kHz
Mikrofon Abnehmbares 9-mm-Unidirektional-Mikrofon mit Flip-to-Mute integrierte Beamforming-Mikrofone
Noise Cancelling Adaptive Active Noise Cancellation (bis zu 25 dB)
Audio-Features Dolby Atmos (Xbox/PC), Hi-Res 24 Bit/96 kHz (PC), Superhuman Hearing, EQ-Anpassung via Swarm-II-App
Akkulaufzeit 2 austauschbare Akkus, je bis zu 40 Stunden; Ladestation inklusive
Material / Komfort Memory-Foam-Ohrpolster mit Sportstoff, ProSpecs-Brillenaussparung, Aluminium-Design
Gewicht 393 g (mit Mikrofon) / 382 g (ohne Mikrofon)
Lieferumfang Headset, CrossPlay-2.0-USB-Sender, Senderstation, 2 Akkus, USB-A-zu-USB-C-Kabel, Hardcase

329,99 Euro hat das Turtle Beach Stealth Pro 2023 zum Launch gekostet. Das Nachfolgemodell liegt 2026 bei 349,99 Euro, sodass der Preis moderat angestiegen ist. Obacht: Der Hersteller bietet erneut separate Versionen für die PlayStation und Xbox an. Der Unterschied liegt aber nicht nur im Branding: Die PlayStation-Variante des Gaming-Headsets ist ausdrücklich nicht zu Xbox-Konsolen kompatibel. Umgekehrt funktioniert die Xbox-Version jedoch an PlayStation-Konsolen. Wer also die volle Kompatibilität anstrebt, kauft sich lieber die Xbox-Variante.

Ausstattung und Design

Grundsätzlich gibt es das Turtle Beach Stealth II Pro in den Farbvarianten Schwarz und Weiß. Zum Testen hat mir die weiße Variante vorgelegen. Neu ist bei dieser Generation, dass auch die Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless vorliegt. Denn das Gaming-Headset unterstützt via Bluetooth nicht nur SBC und AAC, sondern auch die höherwertigen Codecs LDAC und LC3 . Das wird für diejenigen relevant sein, welche dieses Modell auch zum Musikhören einsetzen möchten. Für den verzögerungsarmen Betrieb an Gaming-PCs liegt auch ein Dongle mit 2,4 GHz bei.

Für die aktive Rauschunterdrückung sind vier Mikrofone integriert. Dazu gibt es einen abnehmbaren Mikrofonarm für Voice-Chats. Ähnlich wie beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liegen auch beim Turtle Beach Stealth Pro II ab Werk direkt zwei Akkus bei. Diese könnt ihr selbst wechseln, sodass stets ein Akku in der mitgelieferten Ladestation aufgeladen werden kann, während der andere das Gaming-Headset mit Strom versorgt. Beide Akkus sollen den Kopfhörern jeweils bis zu 40 Stunden Laufzeit ermöglichen.

Das Turtle Beach Stealth Pro II nutzt eine Basis-Konstruktion aus robustem Aluminium sowie Ohrmuscheln aus Memoryschaum sowie einen Kopfbügel mit einer Netzgewebe-Aufhängung. Das soll für mehr Luftdurchlässigkeit und weniger Schwitzen sorgen. Parallel verspricht der Hersteller höheren Tragekomfort als beim Vorgängermodell. Die Steuerung der einzelnen Funktionen läuft erneut über die Begleit-App Swarm II ab. Diese bietet euch etwa einen Equalizer, die ANC-Regelung und weitere Voreinstellungen bzw. Klangprofile an, um z. B. Stimmen hervorzuheben.

Am Lieferumfang und der Verarbeitung des Turtle Beach Stealth Pro II gibt es aus meiner Sicht wenig auszusetzen. Es fehlt zwar eine Bedienstation wie beim bereits erwähnten direkten Konkurrenzmodell SteelSeries Arctis Nova Pro Omni, dafür ist aber die Verarbeitung und Materialwahl des Headsets hochwertiger. Wo das Modell von SteelSeries ein Plastikbomber ist, setzt Turtle Beach im selben Preissegment Metall ein. Dazu kommt, dass SteelSeries seinem Pendant nur eine lose Stofftasche beilegt, während beim Stealth Pro II ein wesentlich stabileres Hardcase vorhanden ist.

Praxistest des Turtle Beach Stealth Pro II

Bei der Verarbeitung ist das Turtle Beach Stealth Pro II, wie soeben angesprochen, dem SteelSeries Arctis Nova Pro Omni eindeutig überlegen. Bedauerlicherweise kann ich das aber nicht vom Tragekomfort sagen. Formal sind beide Headsets zwar aus Gramm genau gleich schwer, doch das Stealth Pro II wirkt bei längeren Sessions subjektiv schwerer. Da hat SteelSeries offenbar das Gewicht besser verteilt bzw. bei der Polsterung die Nase vorn. Dies könnte am recht dünnen Netzgewebe an der Oberseite liegen. Nach ein paar Stunden Zocken war ich dann jedenfalls froh, das Gaming-Headset doch für eine kurze Pause abzunehmen.

Die Bedienung wiederum gefällt mir sehr gut. Am Headset sitzen gleich drei Lautstärkeräder für den allgemeinen Gaming-Pegel (2,4 GHz), den Voice-Chat sowie die Bluetooth-Zuspieler. Sehr praktisch, so könnt ihr euch auch ohne die App eine saubere Abmischung basteln. Dazu gibt es noch eine Taste zur ANC-Steuerung, einen Button zum Wechseln zwischen unterschiedlichen Verbindungen, eine Pairing-Taste sowie den Powerbutton, der auch den Modus „SuperHuman Hearing“ steuert. Das ist ein Modus, welcher einige Klangobjekte wie Schritte oder Schüsse besonders hervorhebt, damit ihr z. B. Gegner aus der Ferne besonders schnell kommen hört.

Meiner Erfahrung nach funktioniert SuperHuman Hearing je nach Spiel mal mehr, mal weniger gut. Denn das hängt stark von den verwendeten Soundeffekten sowie der Abmischung der Games ab. Ohnehin ist dies eher ein Gimmick für Multiplayer-Titel. Konfigurieren könnt ihr die Funktion über die bereits erwähnte Begleit-Software Swarm II. Diese ist recht überladen, was irgendwie bei allen Headset-Herstellern zum guten Ton zu gehören scheint. Loben möchte ich aber, dass man zur Nutzung kein spezielles Konto benötigt. In der Anwendung warten unter anderem auch ein 10-Band-Equalizer zur Klanganpassung, mehrere Presets für Kopfhörer und Mikrofone, die ANC-Steuerung und mehr auf euch.

Die gleichzeitige Nutzung von Audio via 2,4 GHz und Bluetooth ist tatsächlich sehr praktisch. Trudelt also ein Anruf am Smartphone ein, bekommt man das auch dann mit, wenn man gerade beim Zocken ist und sich via ANC von der sonstigen Geräuschkulisse abgeschottet hat. Toll gelöst: Die Audioqualität leidet nicht, wenn ihr Bluetooth und 2,4 GHz gleichzeitig nutzt. Dabei liegen eigentlich zwei 2,4-GHz-Dongles bei: Denn neben dem kleinen USB-Anstecker dient auch die Ladestation als Übertragungsgerät. Das Turtle Beach Stealth Pro II kann sich bis zu vier 2,4-GHz-Verbindungen „merken“. Ihr könnt also sogar noch zwei weitere Dongles zum Wechseln nutzen, wenn ihr diese nachkaufen mögt.

Mit einer Akkuladung kommt das Turtle Beach Stealth Pro II tatsächlich gut 40 Stunden hin – dann müsst ihr den Akku wechseln. Da zwei Akkus dabei sind, bleibt ihr nie lange ohne Sound. Allerdings könnt ihr das nicht im Hot-Swap-Verfahren erledigen, das Gaming-Headset schaltet sich also kurz ab. Im Übrigen sitzt auch am Kopfhörer ein USB-C-Anschluss, falls ihr den Akku nicht über das Dock laden könnt oder wollt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist dabei ein netter Bonus und auf dem Niveau der Konkurrenz – kann aber nicht mit reinen Kopfhörern von Bose, Sony oder auch nur soundcore mithalten.

So funktioniert ANC in Innenräumen oder beim Pendeln ganz gut, kann also etwa Motorengeräusche solide ausblenden. Schwierigkeiten gibt es aber z. B. mit Windgeräuschen, die kaum in der Lautstärke reduziert werden. Über die Taste am Headset könnt ihr im Übrigen zwischen dem ANC- und Transparenzmodus wechseln. Was leider nicht geht, ist, darüber in den Standard-Modus ohne die beiden Features zu wechseln. Dafür müsst ihr die App starten.

Sound und Telefonate

Aber wie klingt das Turtle Beach Stealth Pro II denn nun? Nun, lasst euch nicht zu sehr von den großen 60-mm-Treibern blenden. Größer heißt hier nicht unbedingt in allen Belangen besser. Was mir gut gefallen hat, ist die breite Bühne, die es in Spielen tatsächlich erleichtert, Geräuschquellen gut zuzuordnen – auch ganz ohne Dolby Atmos, das primär den Sound noch etwas auflockert. Stimmen klingen dafür manchmal etwas muffig, was man allerdings über Swarm II mit individuellen Klanganpassungen beheben kann. Der Tieftonbereich ist wiederum ziemlich wuchtig bzw. sogar überengagiert. Da wirkt mancher Faustschlag sozusagen direkt wie eine Explosion. Besser, man zähmt die Bässe also etwas.

Was beim Gaming in Ordnung ist, gilt doppelt für die Musikwiedergabe: Ab Werk klingen gerade melodiebetonte Genres, die eigentlich starke Mitten benötigen, etwa Singer/Songwriter, Folk oder Rock eher dumpf. Da muss man also kräftig über die Equalizer ran. Selbiges gilt auch für Filme, wo es wohl am schwierigsten ist, aus dem Turtle Beach Stealth Pro II zufriedenstellenden Klang herauszuholen, weil gerade Musik und Dialoge die Schwächen der Kopfhörer sind.

Und das Mikrofon? Dieses hakt sich spannenderweise nicht wie bei anderen Gaming-Headsets über einen 3,5-mm-Anschluss ein, sondern über einen USB-Anschluss. Hier beweist das Turtle Beach Stealth Pro II große Stärken. So liefert das Mikrofon auch ohne die elektronische Rauschunterdrückung hervorragenden Klang. Meine Gesprächspartner bemerkten jedenfalls, dass der Klang den zuvor von mir getesteten SteelSeries-Modellen klar überlegen sei. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Nachvollziehen kann ich das anhand eigener Audioaufnahmen, denn Stimmen hören sich tatsächlich natürlicher und weniger totgefiltert an.

Mein Fazit zum Turtle Beach Stealth Pro II

Das Turtle Beach Stealth Pro II konkurriert im Grunde direkt mit dem 50 Euro teureren SteelSeries Arctis Nova Pro Omni. Beide Modelle haben eigene Vor- und Nachteile. Der Tragekomfort ist beim Modell von SteelSeries klar überlegen, während das Gaming-Headset von Turtle Beach beim Mikro auftrumpft und hochwertiger verarbeitet ist. Beim Sound haben die beiden Modelle eigene Stärken und Schwächen, während ANC in etwa ebenbürtig ist.

Für sich genommen ist das Turtle Beach Stealth Pro II ein vielseitiges Gaming-Headset, das mit seinen beiden Akkus im Lieferumfang, der Zertifizierung für Hi-Res Audio Wireless und Dolby Atmos einiges in die Waagschale wirft. Als Allround-Kopfhörer eignet sich aber auch dieses Modell nicht, denn da gibt es schlichtweg bessere Kopfhörer von Bose, Sony, beyerdynamic und Co. für geringere oder ähnliche Preise.

Mit allem Drum und Dran ist das Turtle Beach Pro II jedoch ein wirklich gutes Gaming-Headset, dessen Nutzung mir besonders in Actionspielen dank seines Wumms und der breiten Klangbühne viel Spaß gemacht hat.

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SteelSeries Arctis Nova Pro Omni im Test: Gaming-Headset mit Hi-Res Audio Wireless

SteelSeries hat Anfang Mai das neue Gaming-Headset Arctis Nova Pro Omni vorgestellt. Es ordnet sich zwar unterhalb des Luxusmodells Arctis Nova Elite ein, hat aber ebenfalls technisch einiges zu bieten. Beispielsweise bietet auch dieses Modell Hi-Res Audio Wireless, aktive Geräuschunterdrückung (ANC) sowie die vielseitige Docking-Station OmniPlay. Ich habe mir auch dieses Exemplar im Test einmal für euch angehört.

Auf den ersten Blick sind sich die beiden Premium-Headsets dabei extrem ähnlich. Beide unterstützen z. B. auch die Audiowiedergabe mit 24-bit und 96 kHz. Es gibt jedoch zwei zentrale Unterschiede, die je nach Anwendungsszenario entweder das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni oder aber das Arctis Nova Elite für euch geeigneter machen können. Die größten Stärken des Arctis Nova Pro Omni liegen nämlich ganz klar bei der Kompatibilität mit allen Audioquellen und dem neuen omnidirektionalen ClearCast-Pro-Mikrofon in Verbindung mit ANC über KI.

Technische Eckdaten des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Kategorie Details
Kompatibilität PC (ChatMix über Sonar, Win 10 )


PlayStation 5/4 (ChatMix über System)


Xbox Series S|X (ChatMix)


Mac (kein ChatMix)


Switch / Switch 2 (USB-C, Wireless, BT)


iPhone USB-C (USB-C, Wireless, BT)


Android (USB-C, Wireless, BT)


Tablets USB-C (USB-C, Wireless, BT)


Handhelds (USB-C, Wireless, BT)


Meta Quest 2/3 (USB-C, Wireless, BT – nur Audio)
Software Arctis Companion App (iOS 15.6 , Android 9 )


GG Engine (Windows 8.1 , macOS 10.13 )


GG Sonar (Windows 10 , erforderlich für ChatMix)
Lautsprechertreiber 40 mm Neodym Treiber (Hi-Res)


Frequenzgang: 10–40.000 Hz


Empfindlichkeit: 98 dBSPL @ 1 kHz/1 mW


Impedanz: 38 Ohm


Klirrfaktor: < 1 %


360°-Sound: Tempest 3D, Windows Sonic, Sonar Surround, DTS, Dolby Atmos
Mikrofon ClearCast Pro, einziehbar, KI-Noise-Canceling


Richtcharakteristik: Kugel


Frequenzgang: 50–16.000 Hz


Empfindlichkeit: -40 dBV/Pa


Bandbreite: 32 kHz / 16 Bit


ANC: 4-Mikrofon-System (Transparenzmodus)


KI-Rauschunterdrückung (alle Systeme), Sonar-Software (PC)
Akkulaufzeit Infinite Power System: 2 austauschbare Akkus


Bis zu 60 h Gesamtspielzeit


30 h pro Akku (2,4 GHz, ANC aus)


50 h (Bluetooth, ANC aus)


19 h pro Akku (2,4 GHz BT, ANC an)


Schnellladung: 15 min für 4 h


Akku: Lithium-Ionen
Drahtlos Hi-Res Wireless zertifiziert (96 kHz/24 Bit)


2,4-GHz-Gaming-Wireless


Bluetooth 5.3 LE Audio (SBC, LC3, LC3 , MultiPoint bis 10 Geräte)


OmniPlay: bis zu 4 Quellen gleichzeitig (USB1 USB2/USB3 BT Line-In)
Bedienelemente Lautstärke-/ChatMix-Regler


Source-Mix-Taste / Power / Pairing / Quick-Switch


Stummschaltung


Bluetooth-Mediensteuerung


Multifunktionsrad (GameHub-Steuerung)
Lieferumfang Arctis Nova Pro Omni Headset


GameHub (Line-In, Line-Out, 3× USB-C, Akku-Ladeport)


2× USB-C-zu-USB-C-Kabel (1,5 m)


Mikrofon-Popfilter


Tragetasche
Gewicht Headset: 339 g


GameHub: 169 g

Dafür hat das Arctis Nova Elite deutlich höherwertige Audiotreiber. Das Flaggschiff nutzt nämlich Carbonfaser-Treiber, die oft auch im audiophilen Kopfhörersegment Verwendung finden. Diese minimieren Verzerrungen, sorgen für eine bessere Klangseparation und präzisere Bässe. Das Arctis Nova Pro Omni muss sich mit günstigeren Neodym-Treibern begnügen. Zusätzlich bietet das Elite-Modell auch eine höhere Verarbeitungsqualität mit etwa einer Stahlkonstruktion und Aluminiumgelenken plus dem mit Kunstleder ummantelten Kopfband. Für den höheren Preis gibt es also tatsächlich klare Mehrwerte.

Dennoch zählt auch das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni mit seinem Preis von 399,99 Euro natürlich zur Oberklasse. Kompatibel ist das Gaming-Headset nicht nur zu PCs, sondern auch zu den Spielekonsolen Nintendo Switch bzw. Switch 2, Xbox Series X|S, PlayStation 5 und mobilen Endgeräten – dank Bluetooth.

Ausstattung und Verarbeitung des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Ich habe ja schon angedeutet, dass die Materialien nicht ganz so Premium sind, wie beim Geschwistermodell Arctis Nova Elite. Beispielsweise verzichtet das Nova Pro Omni auf die Edelstahlkonstruktion und setzt auf Kunststoff. Auch die knuffig-weiche Kunstlederpolsterung ist Plastik gewichen. Geblieben ist das innere Kopfband. Auch findet ihr im Lieferumfang die erwähnte Station OmniPlay, welche es euch erlaubt, drei Zuspieler per USB-C zu verkabeln. Die Station fungiert dann sozusagen selbst als 2,4-GHz-Dongle. Alternativ könnt ihr für Verbindungen mit etwa mobilen Endgeräten Bluetooth 5.3 verwenden – auch mit den hochwertigen Codecs LC3 und LC3 .

Für Sprachchats nutzt ihr wiederum das omnidirektionale ClearCast-Pro-Mikrofon. Hat mir schon beim Flaggschiff gefallen: Die rechte Ohrmuschel des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni lässt sich öffnen, um den Akku zu tauschen. Da im Lieferumfang zwei Akkus beiliegen, könnt ihr auf diese Weise stets einen Pack griffbereit halten, damit euch nie der Saft ausgeht. Die Arctis-App für mobile Endgeräte ermöglicht die Live-Optimierung von Spiel-Audio, Bluetooth-Audio und Mikrofon-EQ sowie über 200 spielspezifische Audio-Voreinstellungen. Am Rechner könnt ihr mit der Software GG bzw. Sonar ans Werk gehen. Letztere hatte ich euch ja schon im Test des Arctis Nova Elite vorgestellt.

Auf die Software seid ihr im Alltag glücklicherweise nicht zwangsweise angewiesen, denn die OmniPlay-Station bietet euch einen kleinen OLED-Screen sowie einen Drehregler an. Im Lieferumfang findet ihr auch einen hellgrauen Stoffbeutel zum Verstauen der Kopfhörer vor. Das Mikrofon des Gaming-Headsets ist im Übrigen nicht abnehmbar, sondern wird unscheinbar ins Gehäuse eingefahren, wenn es nicht gebraucht wird. Eine RGB-Beleuchtung gibt es hier im Übrigen nicht. Das Design ist insgesamt also eher neutral gehalten.

Abseits der Materialien ist zu vermerken, dass das Arctis Nova Pro Omni mit 339 g Gewicht deutlich leichter ist als das 380 g schwere Elite-Flaggschiff. Aber: Im Tragekomfort nehmen sich die beiden Modelle aus meiner Sicht wenig und spielen beide ganz vorne mit.

Praxistest

Wie schon im letzten Abschnitt angedeutet, so ist der Tragekomfort auch beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni exzellent. Die Ohrmuscheln lassen sich dabei im Winkel anpassen und auch drehen. Zusammenfalten kann man die Kopfhörer aber bedauerlicherweise nicht. Wie beim Elite-Modell, so isolieren euch die geschlossenen Kopfhörer bereits passiv recht stark, sodass ihr in vielen Szenarien kein ANC benötigen werdet. Die Bedienelemente bestehen aus mehreren Buttons an linker und rechter Ohrmuschel sowie einem Lautstärkerad. War dieses beim Elite aus Metall, so ist es beim Pro Omni aus Plastik.

Das elastische Textil-Kopfband könnt ihr in seiner Position im Übrigen auch anpassen. Was wie beim Flaggschiff auffällt: Ich habe wegen der Abdichtung und den Kunstlederpolstern manchmal recht heiße Ohren bekommen. Bei längeren Sessions im Sommer kann es da also etwas schwitzig werden. Das solltet ihr bedenken, denn es gibt Alternativen mit luftigerem Sitz. An den Kopfhörern sitzt auch ein Anschluss für 3,5-mm-Klinke, wollt ihr das Headset kabelgebunden betreiben. Öffnet ihr die linke Ohrmuschel, legt ihr einen Anschluss für USB-C frei. So könnt ihr die Kopfhörer auch ohne die OmniPlay-Station direkt aufladen.

Dazu noch ein Hinweis: Ein echter Hot-Swap-Betrieb ist nicht möglich. Tauscht ihr den Akku des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni in weniger als 10 Sekunden, dann gibt es nur einen kurzen Aussetzer. Dauert es länger, müsst ihr das Gaming-Headset aber manuell neu starten. Eine komplett unterbrechungsfreie Nutzung ist jedoch nicht möglich. Der Hub des Gaming-Headsets bleibt auch hier ein echter Mehrwert. Er dient nicht nur als Ladestation der Akkus und erlaubt direkten Zugriff auf einige Optionen zur Audioanpassung, sondern lässt euch auch mehrere Zuspieler dauerhaft verbinden. Beispielsweise könnt ihr elegant einen Gaming-PC, eine PlayStation 5 und möglicherweise einen analogen Zuspieler per Kabel verbinden und dann nahtlos zwischen den Quellen wechseln.

Die Sprachqualität des SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist exzellent, wenn auch stark gesoundet. Das ist bei einem Gaming-Headset aber natürlich auch erwartbar. So ist die Standardeinstellung darauf ausgelegt, menschliche Stimmen hervorzuheben und alle anderen Geräusche abzuschwächen. Der Klang unterscheidet sich dabei durchaus vom Elite-Modell. Er ist in meinen Ohren überraschenderweise etwas natürlicher und weniger künstlich gefiltert. Tatsächlich würde ich dafür, wenn ich nur die Sprachqualität berücksichtige, sogar das günstigere Modell bevorzugen.

Der Klang in Spielen ist sehr kontrolliert und auf eine klare Separation einzelner Klangobjekte ausgelegt. Erwartet hier also kein Bass-Mammut, auch wenn ihr den Sound natürlich entsprechend nachregeln könnt, wenn es euch eher um schiere Power geht. Wo der Klang des Mikrofons mir aber tatsächlich beim SteelSeries Arctis Nova Pro Omni besser gefallen hat, liegt das Elite beim Gaming-, Musik- und Film-Sound merklich vorne. Das Elite klingt wesentlich „entspannter“ und wärmer. Das Elite-Modell klingt insgesamt natürlicher und mehr wie ein klassischer, hochwertiger Kopfhörer, was sich vor allem bei Musik bemerkbar macht.

Vor allem der Hochtonbereich klingt beim Arctis Nova Pro Omni immer etwas komprimierter, während das Elite weniger spitz anmutet. Was die Unterstützung der 3D-Sound-Formate wie Dolby Atmos betrifft, für das ihr wie gehabt eine separate Lizenz benötigt: Ich empfinde das nach wie vor bei Kopfhörern als Gimmick, denn die Ergebnisse sind nie und nimmer mit einem echten Surround-Erlebnis vergleichbar. Vor allem wird der Sound etwas „luftiger“.

Mein Fazit zum SteelSeries Arctis Nova Pro Omni

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist deutlich günstiger als das Elite-Flaggschiff. Die Sparmaßnahmen sind klar, aber klug. So weicht bei der Verarbeitung Metall nun Plastik, teure Carbonfaser-Treiber werden durch Neodym ersetzt und das Luxus-Flair verabschiedet sich zugunsten von Pragmatismus. Dafür ist der Klang des Mikrofons in meinen Ohren sogar etwas natürlicher, sodass das Omni für euch gar das überlegene Modell sein kann, wenn es primär darum geht.

Der Kopfhörer-Klang hingegen ist beim Elite ausgewogener und natürlicher. Das zeigt sich nicht nur immer wieder dezent in Spielen, sondern vor allem beim Musikhören. Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liefert einen gedrückteren Sound, der klar hinter dem 250 Euro teureren Elite-Modell liegt. Ansonsten gibt es aber erstaunlich viele Gemeinsamkeiten wie den im Grunde identischen GameHub als Docking-Station, den hohen Tragekomfort und die auch ohne ANC bereits hervorragende, passive Abschirmung.

Auch das Wechselakku-System macht das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni sehr attraktiv. Dennoch bleibt auch dieses Gaming-Headset mit einem Preisschild von 399,99 Euro ein Premium-Produkt, das man sich erst einmal leisten können muss. Das lohnt sich in erster Linie, wenn ihr etwa den GameHub mit mehreren Zuspielern ausreizen wollt und die volle Gaming-Breitseite fahrt. Ansonsten gibt es in dieser Preisklasse bereits erste Studio- bzw. HiFi-Kopfhörer, die beim reinen Sound deutlich überlegen sind.

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Jabra Evolve3 85 im Test: Business-Headset ohne Mikrofonarm

Jabra dürfte den meisten von euch ein Begriff sein. In meinem Berufsalltag, der zu großen Teilen aus Calls, Meetings und gefühlt endlosen Abstimmungen besteht, ist mir die dänische Marke ohnehin schon seit Jahren ein treuer Begleiter. Hier im Blog habe ich über die Jahre auch die meisten Vorgängermodelle vorgestellt, beispielsweise das Evolve 75, das Evolve2 55 oder auch das Evolve2 85. Mit dem Evolve3 85 startet jetzt eine komplett neue Generation, mit einer größeren Änderung. Der klassische Mikrofonarm ist Geschichte. Ob das in der Praxis aufgeht oder ob das gute Stück damit einen seiner größten Vorteile verspielt, habe ich für euch in den letzten Wochen herausgefunden.

Lieferumfang und erster Eindruck

Im recycelten Karton finden sich neben dem Headset selbst ein erstaunlich flaches Hardcase, ein USB-C-Bluetooth-Adapter, ein 3,5-mm-Klinkenkabel sowie ein USB-C-Kabel. Das Case ist mit gerade einmal rund 22 mm Bauhöhe so dünn geraten, dass es im Rucksack neben dem Notebook kaum auffällt. Wer schon einmal das Case eines anderen Over-Ear-Headsets in der Tasche hatte, weiß, wie viel Platz so etwas sonst beanspruchen kann. Optional gibt es das Headset auch im Bundle mit Wireless-Charging-Pad.

Beim Auspacken fällt sofort auf, wie zurückhaltend Jabra inzwischen designt. Der typische, gefällig-funktionale Look der Evolve-Reihe ist geblieben, jedoch deutlich aufgeräumter und ohne den optisch dominanten Mikrofonarm. Auf dem Kopf wirkt das Evolve3 85 dadurch weniger nach „Call-Center-Agent“ und mehr nach modernem Over-Ear-Kopfhörer. Mit gerade einmal 220 g ist es zudem ein gutes Stück leichter als der Vorgänger. Jabra spricht von rund 23 % weniger Gewicht und 35 % flacherer Bauform. Das merkt man.

Verarbeitung, Tragekomfort und Bedienung

Materialseitig setzt Jabra weiterhin auf eine Mischung aus hochwertigem Kunststoff, etwas Aluminium sowie einem deutlich angenehmeren Stoffbezug für Polster und Bügel. Das ist eine der größten Veränderungen zum Evolve2 85. Statt Kunstleder, das gerne mal heiß wird, kommen nun atmungsaktive Stoffpolster zum Einsatz. Für mich als jemand, der gerne mal sechs bis acht Stunden am Stück telefoniert, ist das ein echter Pluspunkt. Auch nach langen Sessions blieben meine Ohren angenehm „warm“, ohne zu schwitzen. Polster und Akku sind austauschbar, das ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ich bin Brillenträger und reagiere bei Over-Ear-Modellen ziemlich empfindlich auf zu viel Anpressdruck. Beim Evolve3 85 ist das absolut im grünen Bereich. Die Hörmuscheln sind innen leicht angewinkelt, sodass die Ohrläppchen nicht plattgedrückt werden. Aber wie üblich heißt das für euch nix. Das ist subjektiv, denn jeder Kopf ist anders.

Auf der rechten Hörmuschel sitzen die üblichen Bedientasten: Lautstärke, Wiedergabe/Stummschaltung, ein Button für Abnehmen / Auflegen sowie der Microsoft-Teams-Button für direkten Zugriff auf Meetings. Schade, dass dieser sich nicht frei belegen lässt. Eine Shortcut-Taste für andere Funktionen wäre gut gewesen. Links sitzt der Klinkenanschluss, der USB-C-Port, der Power/Bluetooth-Schieber und der Button für ANC / Hearthrough. Die LED-Busylight signalisiert Kollegen außerdem zuverlässig, dass man gerade nicht ansprechbar ist.

Anrufqualität

Der spannendste Punkt war für mich natürlich die Mikrofon-Performance. Jabra verbaut beim Evolve3 85 sechs digitale MEMS-Mikrofone und kombiniert diese mit der neuen ClearVoice-Technologie. Dahinter steckt ein Deep-Neural-Network-Modell, das laut Hersteller mit über 60 Millionen echten Sprachbeispielen trainiert wurde. Das Ziel ist, Sprache präzise von Hintergrundgeräuschen zu trennen, ohne dass ein sichtbarer Mikrofonarm benötigt wird.

In der Praxis ist das wirklich gut funktional. Beim Evolve2 85 hatte ich seinerzeit bemängelt, dass meine Stimme von Gesprächspartnern oft als „dünn“ und wenig voluminös beschrieben wurde. Beim Evolve3 85 ist das jetzt anders. In Calls über Microsoft Teams und Zoom bekam ich durchgehend gutes Feedback. Meine Stimme klinge klar, präsent und natürlich. Selbst, als ich versuchsweise mit laufender Spülmaschine im Hintergrund oder bei tobenden Kindern im Nebenraum ein Meeting hatte, kam beim Gegenüber kaum etwas davon an. Ein guter Fortschritt.

ANC, Klang und Akku

Die adaptive aktive Geräuschunterdrückung passt sich in Echtzeit an Umgebung und Passform an. Tieffrequente Geräusche (Lüfter, Klimaanlage, Bahn-Brummen) werden zuverlässig weggebügelt. Bei höheren Frequenzen sind Sony, Apple oder Bose immer noch eine Idee besser, aber für ein Business-Headset ist das auf gutem Niveau. ANC bleibt auch während Anrufen aktiv.

Klanglich ist das Evolve3 85 für ein Conferencing-Headset überraschend gut. Die 32-mm-Treiber spielen warm und detailreich, der Bass ist präsent ohne zu aufdringlich zu sein, Mitten und Höhen klingen sauber. Wer dedizierte Kopfhörer in der Preisklasse gewohnt ist, wird hier und da etwas vermissen. Das Volumen des Headsets ist nicht ganz so weit, und der Bass kommt nicht ganz so sauber in die Tiefen. Für den Allroundeinsatz im Büro und auf Reisen reicht das aber locker.

Der Akku ist ebenfalls gut. Bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC, bis zu 55 Stunden mit, bis zu 25 Stunden Sprechzeit. Dazu kommt eine Schnellladefunktion, die in 10 Minuten bis zu 10 Stunden Nutzungszeit liefert. In meinem Test musste ich das Headset auch bei knapp drei Tagen hintereinander nicht laden. Und da hatte ich das Teil ständig auf dem Kopf.

Fazit

Das Jabra Evolve3 85 ist für mich ein gelungener Generationssprung. Der Wegfall des Mikrofonarms war für Jabra sicherlich ein Risiko. Doch das geht laut meiner Meinung auf, denn die Sprachqualität ist besser geworden. Dazu kommen ein deutlich schlankeres Design, ein sehr guter Tragekomfort, ordentlicher Klang, eine lange Akkulaufzeit und mit austauschbarem Akku sowie tauschbaren Polstern auch ein Plus an Langlebigkeit. Schade ist der Teams-Button, der nicht frei belegbar ist.

Mit einer UVP von 569 Euro ist das Headset definitiv kein Schnäppchen und richtet sich klar an Profis und Vielnutzer. Wer aber täglich in Calls hängt und ein Headset sucht, das nicht nach Headset aussieht, bekommt hier aktuell wohl eines der besten Gesamtpakete am Markt.

Bestseller Nr. 1

Bestseller Nr. 2

Bestseller Nr. 3

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Testbericht Apple AirPods Max 2: Neues Hirn, alte Schale

Machen wir uns nichts vor: Wer seit 2020 auf einen echten Nachfolger der AirPods Max gewartet hat, brauchte einen langen Atem. Das kleine „Update“ im Herbst 2024, bei dem Apple lediglich den Lightning-Port durch USB-C ersetzte und neue Farben anmischte, intern aber den H1-Chip beließ, stieß einigen vielleicht sauer auf. Etwas Abhilfe dürfte da aber auf jeden Fall das große 2025er-Update gebracht haben, welches viele gar nicht mehr auf dem Schirm haben, wenn sie über die AirPods Max mit USB-C sprechen. Ich hatte das damals zum Anlass genommen, die AirPods Max 2024 einem Hörtest zu unterziehen.

Doch nun sind sie da: die echten AirPods Max 2. Ich habe mir das neue Over-Ear-Flaggschiff geschnappt und in den letzten Tagen viele, viele Stunden Musik gehört – wobei das ja bei mir nichts Neues ist. Die Kurzfassung vorab: Unter der Haube tut sich mächtig was, aber äußerlich beweist Apple eine fast schon bewundernswerte Gelassenheit.

Die AirPods Max 2 sehen exakt so aus wie das 2024er USB-C-Modell. Wer auf ein faltbares Design für den Rucksack gehofft hat, schaut in die Röhre. Dennoch sind sie im Profil recht schmal und verschwinden bei mir immer hochkant an der Rückentasche des Rucksacks. Ist weniger dick als viele faltbare.

Das Kampfgewicht von stolzen 385 Gramm bleibt unverändert. Damit sind sie weiterhin wohl die schwersten Premium-Over-Ears auf dem Markt für Konsumenten. Wer das Vorgängermodell schon als zu drückend empfand, wird hier vermutlich nicht glücklicher, wobei ich der subjektiven Meinung bin, dass die neuen noch einen Ticken bequemer sitzen. Da hab ich Glück, mich hat das trotz Glatze und Brille nie gestört – und ich trage die Dinger stundenlang. Da klappt mir also nicht der Kopf nach hinten aufgrund des Mehrgewichts…

Das Kopfband (Canopy) ist zwar sehr bequem, neigt aber erfahrungsgemäß nach einiger Zeit zum Ausleiern (zumindest bei den AirPods Max der ersten Generation habe ich da einen Schutz nachgekauft, kostet nur wenige Euro). Vorsicht ist zudem bei schlechtem Wetter geboten: Offiziell wasser- oder schweißfest sind sie immer noch nicht – die Schutzmuscheln könnt ihr aber weiterhin leicht abnehmen und reinigen.

Und ja, auch beim Zubehör bleibt Apple sich treu. Das berühmt-berüchtigte „Smart Case“ ist weiterhin an Bord. Es schützt das Netzgewebe des Kopfbügels nicht und zwingt uns weiterhin dazu, die Kopfhörer dort hineinzustecken, um sie in den Deep-Sleep-Modus zu versetzen. Ein simpler Power-Button? Weiterhin Fehlanzeige. Vermutlich sind das aber keine Probleme für die, die sich in der Vergangenheit bewusst für die AirPods Max entschieden haben. Selbst ich kann gut damit leben, auch bei der ersten Generation, die ich seit 2020 zufrieden (!) im Einsatz habe.

Wenn man das alte Design akzeptiert hat, wird es im Inneren richtig spannend (denn hier spielt die Musik (Wortspiel beabsichtigt)). Apple hat den H2-Chip verbaut und bringt die Over-Ears damit softwareseitig auf das Level der AirPods Pro 2. Und das merkt man im Alltag massiv.

Das Highlight für Menschen, die die Hörer nicht abnehmen, ist die Konversationserkennung (Conversation Awareness). Wer irgendwo angesprochen wird, muss die Kopfhörer nicht mehr abnehmen oder Tasten drücken. Sobald man anfängt zu sprechen, wird die Musik automatisch leise, das ANC deaktiviert sich und die Stimmen der Umgebung werden durch die Mikrofone verstärkt. Hört man auf zu reden, regelt sich die Musik wieder hoch. Das hat in meinem Testlauf erstaunlich gut funktioniert, wobei ich das schon erwartbar fand – ich kenne es ja aus den AirPods Pro (ab v2).

Dazu gesellen sich die euch vielleicht bekannten smarten Kopf-Gesten: Wer in der Bahn nicht laut rufen will, um einen Anruf anzunehmen, nickt einfach mit dem Kopf. Kopfschütteln lehnt den Anruf ab. Für Gamer und Video-Cutter wichtig: Dank Bluetooth 5.3 ist die Latenz (insbesondere im Game Mode) laut Apple deutlich gesunken.

Klanglich gehörten die AirPods Max für mich schon immer zur Oberklasse, aber die zweite Generation legt noch eine kleine Schippe drauf. Wobei ich schon einmal schrieb: Wer da jetzt absolut riesige Sprünge, total Neues und derbe Verbesserungen beschreibt, der sagt da nicht ganz die Wahrheit.

Apple verbaut laut eigenen Aussagen einen neuen High-Dynamic-Range-Verstärker. Das Ergebnis? Das Soundprofil wirkt gesamtbetrachtet aufgeräumter. Mitten und Höhen klingen weiterhin natürlich und der Bass ist druckvoll, ohne den Rest der Frequenzen zu vermatschen. Wer Apple Music nutzt, bekommt ein fantastisches Dolby-Atmos-Erlebnis geliefert. Und: Wenn man gerne laut hört, wird man einen Ticken weniger Verzerrungen wahrnehmen – höre ich ganz gut bei meinen Gabber- und Frenchcore-Sessions, oder wenn mal ordentlich Geschrammel anliegt. Aber wie gesagt: Da muss man schon genau hinhören, macht alles in allem aber sehr viel Spaß, wenn man was mit Musik anfangen kann.

Für Audiophile: Wer die Max 2 per USB-C-zu-USB-C-Kabel direkt an den Mac, das iPhone oder das iPad klemmt, bekommt nativ 24-bit/48kHz Lossless Audio. Der kabelgebundene Klang ist schlichtweg phänomenal und holt noch mal  (kleine) Details aus den Tracks. Über Bluetooth gibt es aber weiterhin kein verlustfreies Audio.

Wichtig für Kabelnutzer: Wenn sie Lossless aktiviert haben und einen entsprechenden Titel abspielen, wird das angezeigt. Um zu sehen, ob eine kabelgebundene Verbindung für die Wiedergabe verwendet wird, tippt im Kontrollzentrum auf das Kopfhörer-Symbol, und es wird angezeigt, ob USB-C für Audio verwendet wird (was automatisch geschehen sollte, wenn Nutzer die AirPods Max 2 über ein USB-C-Kabel anschließen).

Das ANC (Active Noise Cancelling) hat laut Apple einen 1,5-fachen Boost bekommen. Im Realtest zeigt sich das vor allem bei tiefen und konstantem Störgedöns. Hier herrscht mit aufgesetzten Max 2 absolute Totenstille. Die machen selbst in normalen Wohnhäusern Spaß, denn da bekommste einfach mal nichts mit, eine nette Sache, wenn man das mag. Gepaart mit dem „Adaptiven Audio“ (einer Mischung aus ANC und Transparenzmodus je nach Umgebungslautstärke) kommt man entspannt durch den Alltag. Nutze ich aber nie.

Eine der unauffälligen Verbesserungen betrifft die Mikrofone. Obwohl diese an derselben physischen Stelle sitzen, holt der H2-Chip über die verbesserte Stimmenisolation gefühlt noch was raus. Die Sprachqualität bei Telefonaten oder Videocalls ist einfach besser.

Und lass uns kurz noch einmal auf das Live-Übersetzen eingehen. Das machen andere ja mittlerweile auch. Aber das ist herrlich. Wie geht das überhaupt? Wenn dein Gesprächspartner spricht: Taste für den Hörmodus antippen, das Mikrofon schnappt die Fremdsprache auf.

Deine AirPods regeln automatisch die Umgebungsgeräusche herunter, und du hörst die übersetzte Sprache fast in Echtzeit direkt in deinem Ohr, ohne dass dir eine App das erst mühsam vorlesen muss. Die Sprachen könnt ihr auswählen, das Ganze funktioniert lokal und ohne Internetanbindung. Logo, ihr habt da ein bisschen Versatz, je nachdem, wie schnell euer Gegenüber spricht. Das Ganze lässt sich auch in der Übersetzen-App nachlesen, da habt ihr ja den Punkt Live.

Bei der Akkulaufzeit bleibt alles beim Alten: bis zu 20 Stunden mit aktiviertem ANC. Das ist okay und bringt einen gut durch Reisen und lange Tage ohne Auflade-Chance, aber verglichen mit Konkurrenten ist das im Jahr 2026 nur noch Mittelmaß. Preislich liegen wir weiterhin bei einer saftigen UVP von rund 549 Euro.

Gefällt mir:

  • Herausragender Klang (subjektiv, meine Ohren)
  • Top ANC & Transparenzmodus: besser als bei den Vorgängern.
  • Smarte Features (H2-Chip): Konversationserkennung, Adaptives Audio und Kopfgesten sind im Alltag ein Mehrwert (wenn man es denn braucht)
  • Bessere Mikrofone: Sehr gute Sprachqualität bei Telefonaten.
  • Lossless Audio via USB-C: Ein Traum für Hi-Res-Fans.

Ansichtssache:

  • Das Smart Case.
  • Komfort & Gewicht: Mit 385 Gramm schwer; das Netzgewebe am Bügel leiert vielleicht mit der Zeit aus.
  • Kein Power-Button: Zwangs-Schlafengehen im Case.
  • Kein faltbares Design: Nimmt euch vielleicht Platz weg.
  • Akkulaufzeit: 20 Stunden sind heute der Konkurrenz unterlegen.
  • Kein USB-C-Klinke dabei

Das Fazit fällt erstaunlich pragmatisch aus. Ich teile das mal in drei Lager:

  1. Ihr habt die AirPods Max der 1. Generation (Lightning, 2020)?


    Das Upgrade könnte es wert sein. Ihr bekommt endlich USB-C, frische Akkus und all die tollen Software-Features (H2-Chip), die euch seit Jahren verwehrt blieben. Ihr hört nur Musik und seid zufrieden? Ja dann lohnt auch kein Upgrade direkt, wartet vielleicht auf Angebote.
  2. Ihr habt die AirPods Max (USB-C Version von 2024)?


    Schwierige Kiste. Wenn euch der reine Klang reicht, behaltet sie. Wenn ihr aber tagtäglich neidisch auf die Konversationserkennung eurer AirPods Pro schielt und das bessere ANC wollt, verkauft die alten und holt euch die Max 2.
  3. Ihr wollt zum ersten Mal AirPods Max kaufen?


    Wenn ihr tief im Apple-Ökosystem steckt, keine Probleme mit einem schweren Kopfhörer habt und das nötige Kleingeld locker sitzt, bekommt ihr hier die vermutlich am besten klingenden und smartesten Over-Ears für eure Apple-Geräte. Bei dem Preis ist halt die ganze „Verwobenheit“ mit dem Apple-Kosmos mit drin, die Features verzahnt im System bekommt ihr nur hier.

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SteelSeries Arctis Nova Elite: Gaming-Headset der Luxusklasse im Test

SteelSeries hat im letzten Jahr mit dem Arctis Nova Elite ein neues Gaming-Headset der Oberklasse veröffentlicht. Eigentlich muss man schon Luxusklasse sagen, denn das gute Stück kostet happige 649,99 Euro. Ihr zahlt also mehr für dieses Zubehör als für z. B. eine PlayStation 5 oder Xbox Series X. Doch dafür will der Hersteller euch auch einiges bieten – z. B. Hi-Res Audio Wireless und vielfältige Verbindungsoptionen dank einer externen Station (GameHub). Inzwischen konnte ich mir das Arctis Nova Elite auch für euch anhören.

Ein wenig werde ich dabei mit dem Razer Kraken V4 Pro vergleichen, denn jenes Modell nutzt ebenfalls einen externen Verbindungs-Hub. Dank des sogenannten GameHubs können vier Zuspieler gleichzeitig angeschlossen bzw. verbunden werden – per USB-C (gleich dreimal), Bluetooth 5.4, 2,4 GHz und 3,5-mm-Klinke. Kabellos bietet man euch nicht nur SBC und AAC als Codecs an, sondern auch LC3 . SteelSeries bindet am Arctis Nova Elite auch aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ein. So bringt man ins Spiel, dass das Gaming-Headset für euch auch einfach unterwegs als Over-Ear-Kopfhörer dienen kann.

Technische Eckdaten des SteelSeries Arctis Nova Elite

Kategorie Spezifikation
Kompatibilität PC (ChatMix über Sonar, Win 10 )


PS4 | PS5 (ChatMix über System)


Xbox Series X|S


Mac (kein ChatMix)


Switch | Switch 2 (USB-C Wireless / BT)


iPhone USB-C (USB-C Wireless / BT)


Android (USB-C, Wireless / BT)


Tablet USB-C (USB-C Wireless / BT)


Handheld (USB-C, Wireless / BT)


Meta Quest 2 | 3 (USB-C Wireless / BT, nur Audio)
Software Arctis Companion App (iOS 15.6 , Android 9 )


GG Engine (Windows 8.1 , macOS 10.13 )


GG Sonar (Windows 10 , erforderlich für ChatMix)
Lautsprechertreiber 40-mm-Kohlenstofffaser-Treiber


2-teiliges Design (Messing-Sicke Carbonfaser-Treiber)
Frequenzgang (Kopfhörer) 10–40.000 Hz
Empfindlichkeit 101 dBSPL @ 1 kHz / 1 mW
Impedanz 38 Ohm
Klirrfaktor (THD) < 1 %
360°-Raumklang Tempest 3D, Windows Sonic, SteelSeries Sonar Surround, DTS Headphone, Dolby Atmos
Mikrofone ClearCast Gen 2.X (Boom On-Ear Beamforming, Smart-Switching)


Richtcharakteristik: Boom bidirektional, On-Ear omnidirektional


Frequenzgang (Wireless): 100–14.000 Hz


Empfindlichkeit: -14 dBV/Pa


Bandbreite: 32 kHz / 16 Bit
Geräuschunterdrückung 4-Mikrofon-Hybrid-ANC


Transparenzmodus


KI-Rauschunterdrückung (alle Systeme) Sonar-Software (PC)
Akkulaufzeit Infinite Power System: 2 Hot-Swap-Akkus, je 30 h (gesamt 60 h)


Schnellladung: 15 min = bis zu 4 h


Akku: Lithium-Ionen
Drahtlos Hi-Res Wireless zertifiziert


2,4-GHz-Gaming-Wireless


Bluetooth 5.3 LE Audio (SBC, LC3, LC3 , MultiPoint bis 10 Geräte)


OmniPlay: bis zu 4 Quellen gleichzeitig (USB1 USB2/3 BT Line-In)
On-Ear-Bedienelemente Lautstärke / ChatMix


Source Mix


Power / Pairing / Quick-Switch


Stummschaltung


Bluetooth-Mediensteuerung


Multifunktionsrad (GameHub-Steuerung)
Lieferumfang Arctis Nova Elite Headset


Arctis Nova Elite GameHub


3× USB-C-zu-USB-A-Kabel (1,5 m)


Mikrofon-Popfilter


Reinigungstuch


Transportbeutel
Gewicht Kopfhörer: 380 g


GameHub: 169 g


Tragetasche: 143 g

Ihr könnt über das Gaming-Headset auch 3D-Audio in Form von z. B. Windows Sonic Spatial und Tempest 3D Audio verwenden. Dolby Atmos und DTS:X sind ebenfalls möglich, da müsst ihr euch dann aber separat die passenden Lizenzen kaufen. Beeindruckend: In Sachen Klang sind bis zu 24-bit Klangtiefe bei 96 kHz machbar. Hinweis dazu: An den Spielekonsolen ist bei maximal 16-bit und 48 kHz Schluss, weil die Plattformen nicht mehr unterstützen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der dänische Hersteller SteelSeries, seit einigen Jahren im Übrigen Teil des GN-Konzerns zu dem auch Jabra gehört, will sich mit dem Arctis Nova Elite zur absoluten Spitzenklasse vorarbeiten. Deswegen bietet man euch nicht nur eine Desktop-App zur weiteren Konfiguration an. Unter Android und Apple iOS könnt ihr den Klang ebenfalls über die Begleit-App Arctis abstimmen. Ein spannendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der breiten Konkurrenz: Im laufenden Betrieb könnt ihr den Akku austauschen (Hot-Swap). Es liegen daher auch gleich zwei Akkuexemplare bei, die je 30 Stunden Betriebsdauer gewährleisten.

Für meinen Test hat mir die Farbvariante in Sage & Gold vorgelegen. Dabei ist die Verarbeitung durchaus eine Hausnummer. So nutzt SteelSeries nicht nur für den Rahmen Metall, was mich direkt an die Aventho 300 von beyerdynamic erinnert hat, sondern auch für den Lautstärkeregler an der linken Ohrmuschel. Im Übrigen erfolgt die Größenverstellung stufenlos, wird also nicht eingerastet. Die Ohrpolster sind übrigens überdurchschnittlich dick und sehr fluffig. Sie schirmen daher auch schon passiv verdammt gut ab und verhindern exzellent Druck auf den bzw. um die Ohren.

Der Tragekomfort wird auch durch das aufhängbare Innenkopfband gestärkt. Da muss ich schon einmal an dieser Stelle sagen, dass das SteelSeries Arctis Nova Elite für mich tatsächlich das ergonomischste Gaming-Headset darstellt, das ich bisher getragen habe. Beim Auspacken wird aber auch schnell klar, dass SteelSeries hier mehr als ein reines Gaming-Headset liefern will. Dank des Hubs erhaltet ihr ein anspruchsvolles Gesamtpaket. Dieses Allrounder-Flair wird auch dadurch verstärkt, dass der Anbieter auf RGB-Bling-Bling verzichtet. Auch die Basisstation wirkt angenehm unaufgeregt. Sie ersetzt nicht nur anderweitige USB-Dongles, sondern verfügt auch über ein monochromes OLED-Display und Bedienmöglichkeiten für Lautstärke, Abmischung, Wechsel der Eingänge und mehr.

Im Paket befinden sich auch mehrere USB-Kabel, ein 3,5-mm-Kabel sowie ein Popschutz fürs Mikro und natürlich eine Anleitung. Auch eine kleine Tasche liegt bei. Ich vermisse hier aber ein Hardcase, was bei der Preisempfehlung von 649,99 Euro schon hätte möglich sein können. Auch ein Mikrofasertuch zur Reinigung der Ohrmuscheln ist dabei.

Die Ohrmuscheln des SteelSeries Actis Nova Elite lassen sich leicht anwinkeln, ein Zusammenfalten der Kopfhörer ist jedoch nicht möglich. Beim Tragekomfort hilft auch das bereits erwähnte Textilband, das letzten Endes auf eurem Kopf aufliegt. Dieses ist elastisch und hilft bei der Gewichtsverteilung. Es lässt sich innen über mehrere Stufen verstellen. Ein Nachteil der verwendeten Materialien: SteelSeries nutzt Kunstleder statt Stoff für die Ohrmuscheln als Bezug, wodurch man eher „heiße Ohren“ bekommt. Wie schon beschrieben, dichtet das Headset aber bereits passiv hervorragend ab, sodass ANC meistens für euch gar nicht nötig sein dürfte.

Auch ohne die Basisstation könnt ihr direkt über die Bedienelemente an den Ohrmuscheln einiges einstellen – die Lautstärke und die Stummschaltung des Mikrofons etwa. Schön gelöst: Der Mikrofonarm an der linken Ohrmuschel lässt sich komplett in das Gehäuse schieben. Er lässt sich dennoch flexibel justieren. Den Akku könnt ihr im Übrigen beim laufenden Betrieb tauschen, indem ihr die magnetische Abdeckung der rechten Ohrmuschel entfernt. Darunter sitzt dann der Akku und kann leicht entnommen werden. Unter dem Magnet-Cover der linken Ohrmuschel verbirgt sich im Übrigen der USB-C-Ladeanschluss.

Praxistest des SteelSeries Arctis Nova Elite

Wie eingangs beschrieben ist der Hub des SteelSeries Arctis Nova Elite eine praktische Sache. Er erlaubt es z. B., dass ihr vom Gaming-PC Audio per 2,4 GHz zuspielt, während gleichzeitig auch euer Smartphone via Bluetooth für Anrufe verbunden bleibt. Wo der Hub vielseitig ist, bleibt das Headset an sich glücklicherweise auf das Wesentliche beschränkt. Wie schon erwähnt, verzichtet man nicht nur auf eine RGB-Beleuchtung, sondern fokussiert sich auch bei den Bedienelementen auf wenige Buttons – für Bluetooth, die Mikrofon-Stummschaltung, Power und das Lautstärkerad. Letzteres finde ich besonders praktisch, da es leicht zu ertasten ist und nicht versehentlich mit den anderen Tasten verwechselt werden kann.

Was ich am Gesamtpaket weniger durchdacht finde: Der GameHub ist zugleich Bedien- und Ladestation, was aber auch heißt, dass man im Alltag häufig daran Herumtatschen wird. Gleichzeitig zieht die Klavierlack-Hochglanz-Oberfläche aber geradezu magisch Fingerabdrücke und Staub an. Hier wäre mattes Material schlichtweg pragmatischer gewesen. Zumal man vollkommen auf Kunststoff setzt. Bei dem ausgerufenen Preis hätte es auch gerne eine Kombination aus Metall und Glas dein dürfen. Auch mit dem Hub kommt ihr aber zur Nutzung des vollen Funktionsumfangs nicht an der Begleit-App von SteelSeries vorbei – dem Programm GG. Letzteres könnt ihr, habt ihr noch andere Peripherie der Marke oder plant, jene anzuschaffen, auch zur Steuerung entsprechender Mäuse und Tastaturen nutzen.

Über GG könnt ihr dann auch den Audiobereich Sonar verwenden, der es euch erlaubt, Soundprofile zu erstellen, den Audiomix zwischen Chat und Spieleton zu optimieren oder Filter auf das Mikrofon zu legen. Eher unverständlich: Während ihr GG für Firmware-Updates und Grundeinstellungen ohne Konto nutzen könnt, benötigt ihr für den Sonar-Bereich ein SteelSeries-Account. Das finde ich persönlich unschön, denn im Ergebnis könnt ihr das Arctis Nova Elite nur voll ausnutzen, wenn ihr euch ein Konto beim Hersteller aufzwingen lasst.

Die Software an sich empfinde ich, wie z. B. auch Razer Synapse, als etwas überladen. Ja, es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten, das ist gut. Aber man fühlt sich anfangs regelrecht erschlagen. Immerhin hat SteelSeries auch an Details gedacht. Beispielsweise könnt ihr einrichten, dass sich das OLED-Display der Bassisstation nach einiger Zeit automatisch abdimmt bzw. einen Screensaver nutzt. Auch könnt ihr Feinheiten justieren – etwa wie stark die Gaming-Lautstärke automatisch sinken soll, wenn ein Anruf an eurem Smartphone eingeht.

Während an Spielekonsolen mit dem SteelSeries Arctis Nova Elite ohnehin nur 48 kHz möglich sind, nutzt auch Windows 11 dies übrigens zunächst aus Kompatibilitätsgründen als Standard. Wollt ihr mit vollen 96 kHz reinhauen, müsst ihr manuell in den Audioeinstellungen eingreifen. Ehrlicherweise ist das aber mehr ein Marketing-Argument, denn ich wünsche euch viel Spaß bei der Suche nach Content, der davon profitiert. Gerade bei Spielen bringt das im Grunde nichts. Wo wir endlich bei Spielen sind: Sowohl der Klang der Kopfhörer an sich als auch der des Mikrofons sind „gesoundet“, und damit fürs Gaming abgestimmt. Für das Mikro bedeutet das etwa, das der Tieftonbereich abgeschwächt wird, damit z. B. eure Atemgeräusche und Vibrationen weniger durchdringen. Die Sprachverständlichkeit ist dabei exzellent, erwartet aber nicht, dass eure Stimme komplett unverfälscht beim Gegenüber ankommt.

Selbiges gilt grundsätzlich auch für die Audiowiedergabe von Spielen. So entsteht ab Werk ein ziemlich wuchtiger Sound, der in Action-Spielen richtig Laune macht, aber auch eine gute Stereo-Separation und Ortbarkeit von Umgebungsgeräuschen sicherstellt. Glücklicherweise habe ich mir bereits vor einigen Jahren eine Dolby-Atmos-Lizenz für Windows gekauft, denn auch der immersive Klang kommt gut zur Geltung. Bis zu einem gewissen Grad bleibt das zwar ein Gimmick, denn mit „echtem“ 3D- oder Surround-Sound hat das wenig zu tun, es entsteht aber eine breite Bühne, die in Spielen wie „Crimson Desert“ tatsächlich hilft, etwa Gegner zu orten.

Wenn euch der Klang des SteelSeries Arctis Nova Elite ab Werk zu aggressiv erscheint, könnt ihr natürlich auch über GG bzw. eben dessen Sonar-Unterbereich persönliche Anpassungen vornehmen. Doch schon wer dazu zu faul ist, erhält in Games satten, dynamischen Klang. Ihr habt da glücklicherweise die Wahl, wie intensiv ihr ins Klangbild eingreifen wollt bzw. ob ihr eher möglichst natürlichen oder eher funktional angestimmten Sound wünscht – z. B., um in Multiplayer-Titeln einen Vorteil zu haben.

Bei Videos sieht es übrigens ähnlich aus, wenn man das Headset etwas zähmt und die Bässe zurückfährt. Da kann man sich durchaus schonmal Abends eine actiongeladene Serie wie „Spartacus: House of Ashur“ mit dem Arctis Nova Elite ansehen und viel Spaß haben. Auch die Musikwiedergabe habe ich mit dem Modell von SteelSeries natürlich ausprobiert. Hier sind die Kopfhörer zwar „gut“, aber da solltet ihr bedenken, dass dies nicht die Paradedisziplin dieses Produkts ist. Gerade meine bevorzugten, melodiebetonten aber noisigen Genres wie Shoegaze klingen aufgrund der Sound-Abstimmung etwas zu anstrengend über das Headset.

So sorgt das SteelSeries Arctis Nova Elite für eine gefühlt eher „harten“ und kühlen Klang, der gerade zu akustischer Musik oder flirrendem Noise nicht so recht passen will. Man kann zwar nachregeln, aber am Ende bekommt ihr zum ausgerufenen Preis von 649 Euro bereits Einstiegs-Hi-Fi-Kopfhörer die bei der Musikwiedergabe haushoch überlegen sind.

Mein Fazit

Das SteelSeries Arctis Nova Elite ist zum Preis von 649 Euro ein Gaming-Headset der Oberklasse, das auch als Allrounder funktioniert. Allerdings sind Spiele hier wirklich die Paradedisziplin, denn wer viel Wert auf die Musikwiedergabe legt, findet in dieser Preisklasse bereits deutlich überlegene Kopfhörer am Markt. Auch gibt es kleine Schwächen in der Ausstattung: Der GameHub ist zwar eine vielseitige Bedienstation, das man aber für die Vorderseite ausgerechnet Hochglanz-Plastik im Klavierlack-Look genutzt hat, das quasi nach dem Auspacken schon schmuddelig wirkt, ist schwer zu verzeihen.

Dafür ist das Konzept mit den beiden, im Betrieb austauschbaren Akkus, ein echter Segen. So könnt ihr beim Zocken sicher sein, dass euch nie der Saft ausgeht. Zumal es auch cool ist, dass ihr gleichzeitig Gaming-Audio vom PC oder der Konsole nutzen könnt, während ihr z. B. über das Smartphone telefoniert. Als größten Pluspunkt möchte ich den Tragekomfort erwähnen: Die fluffigen Ohrpolster und das aufgehängte Kopfband haben das Arctis Nova Elite für mich persönlich zum bequemsten Headset gemacht, das ich bisher genutzt habe.

Auch die GG-Software von SteelSeries ist insgesamt gelungen, wenn auch leicht überladen und mit Kontozwang für den Sonar-Bereich versehen. Für Voice-Chats ist das Arctis Nova Elite hervorragend geeignet, während Spiele eine enorme Wucht entfalten. Selbst das Ansehen eines Films oder einer Serie macht Laune. ANC hätte ich bei so einem Modell nicht unbedingt gebraucht, es geht aber zumindest in Ordnung. Bereits die passive Abschirmung ist wirklich gut. Im Gesamtbild hat SteelSeries hier ein exzellentes, allerdings auch kostspieliges Headset veröffentlicht. Hier sind anspruchsvolle Gamer die Zielgruppe, die den vollen Funktionsumfang nutzen möchten.

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