„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“: Remake schlägt Original

In dieser Woche hat Ubisoft „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ veröffentlicht. Davon erhofft man sich natürlich eine sichere Nummer: Zusammen mit der Ezio-Trilogie gilt der vierte Hauptteil der Reihe als Fan-Favorit. Ich selbst war vom Spiel ehrlicherweise damals eher enttäuscht, habe aber für euch einen frischen Blick in das Remake gewagt. Kann mich das Open-World-Abenteuer von Edward Kenway im neuen Anlauf doch noch für sich gewinnen?

Als Hintergrund: „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ ist damals das erste PS4-Spiel gewesen, das ich gekauft habe. Allerdings erschien das Game 2013 parallel auch noch für die alternde PlayStation 3. Es handelte sich damals also um einen typischen Cross-Gen-Titel, welcher die Stärken der neueren Konsole noch nicht wirklich ausnutzen konnte. Ich finde, das hat man dem Spiel technisch angemerkt, weswegen mir damals wohl der erhoffte Next-Gen-Flair fehlte.

Obendrein war „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ damals der erste Teil der Reihe, bei dem sich die Ubisoft-Formel für mich merklich abnutzte. Türme erklettern, gefühlt tausende Sammelobjekte auf der Karte abhaken, eine (zu) große Welt – all das verlor langsam an Zauber. Weil ich damals kaum Lust auf die „Beschäftigungstherapie“ im Spiel hatte, fokussierte ich mich auf die Hauptgeschichte, wodurch mir das Game dann subjektiv wesentlich weniger umfangreich als die Vorgänger erschien. Im Ergebnis bin ich kein echter Fan dieses Teils. Gerade das kann einen zweiten Anlauf über „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ jedoch spannend machen.

Mein Test-System:

CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D


CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2


Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E


RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30


Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080


SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte


Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte


Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)


Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)


Assassin’s Creed Black Flag Resynced - Launch Edition - [PlayStation 5]


Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Launch Edition – [PlayStation 5]

  • LEGENDÄRES PIRATEN-ABENTEUER – NEU ERLEBT. Erlebe einen der beliebtesten Teile der Reihe in moderner…
  • NEXT-GEN GRAFIK & SOUND – VOLLE IMMERSION: Dank modernster Technik wie Raytracing und Dolby Atmos…
  • VERBESSERTES GAMEPLAY – MEHR KONTROLLE, MEHR ACTION: Überarbeitetes Kampfsystem, flüssigere…

„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ erweitert das Original

Also zurück in die historische Karibik im Zeitalter der Piraten! Dabei ist „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ zwar im Kern ein Remake, das sich nah ans Original hält, allerdings auch einige sinnvolle Erweiterungen vornimmt. Beispielsweise hat man das recht hölzerne Kampfsystem des Originals modernisiert. Zwar baut es weiterhin vorwiegend auf einer Mischung aus gezieltem Kontern, Button-Mashing und Ausweichen auf, fühlt sich aber schneller und wuchtiger an. Im Grunde liegt es jetzt zwischen den älteren und neueren Serienteilen. Obendrein hat Ubisoft ein paar neue Missionen ergänzt, die euch z. B. neue Mitglieder für die Schiffsbesatzung rekrutieren lassen.

Beim Parkour-System könnt ihr nun frei einstellen, ob das System eher „auf Schienen“ verlaufen soll oder euch auch die Freiheit lässt, freier zu navigieren, dafür aber auch mal in den Tod zu hüpfen. Ich habe letzteres gewählt, da ich das Spielgefühl auf diese Weise besser finde. Auch den Schwierigkeitsgrad könnt ihr anpassen – separat für Kämpfen und Schleichen. Überhaupt gibt es in den Settings alle wichtigen Anpassungsoptionen – nicht nur für Ray-Tracing, Nvidia DLSS fürs Upscaling und Frame-Generation, sondern auch für ein festes Framerate-Limit und mehr.

Ich hatte dabei keine Schwierigkeiten, im Modus DLSS Quality alle Einstellungen auf das Maximum zu drehen und in 4K mit stabilen 60 fps zu zocken. Allerdings wurde meine GeForce RTX 5080 laut dem Benchmark-Tool des Spiels dabei auch zu 99 % ausgelastet – während sich mein AMD Ryzen 7 9800X3D mit 20 % Last eher gelangweilt hat. Im Ergebnis saugt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ eher an der GPU als an der CPU.

Hinweis dazu: Ich konnte „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ zwar vorab schon mit dem Day-One-Patch spielen, aber noch nicht mit den optimierten Treibern von Nvidia. Deswegen erschien beim Spielstart bei mir auch stets ein Hinweis auf die Inkompatibilität. Daher kann es sein, dass das Game mit einer neuen Treiberversion noch besser läuft.

Alte Schwächen, neue Stärken

„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ erbt dabei die Schwächen des Originals. Weiterhin wird die Karte nach der kurzen Einführung direkt zugeballert mit Schatztruhen, Shantys, Aussichtspunkten und mehr. Dazu kommen im Spielverlauf dann mehr oder minder sinnvolle Nebenaktivitäten wie die Möglichkeit, mit eurem Piratenschiff Konvois zu überfallen, Assassinen-Aufträge oder der Walfang. Letzterer war schon bei der Erstveröffentlichung umstritten und es wundert mich, dass Ubisoft ihn nicht bei der Neuauflage herausgeschnitten hat. Per se finde ich es jedoch gut, die Ecken und Kanten beizubehalten.

Die überarbeitete Technik macht dabei einiges her. Die Karibik strahlt ausreichend Farbe aus und in den sonnendurchfluteten Panoramen mit hervorragender Weitsicht verbringt man gerne seine Zeit. Pop-in ist manchmal ein Thema und die Charaktermodelle wirken doch etwas altbacken, aber grundsätzlich wirkt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ visuell sehr ansprechend. Ray-Tracing lässt seine Muskeln etwa bei den Reflexionen spielen, sodass etwa die Städte noch lebendiger wirken.

Wie schon angedeutet, gibt es auch neue Missionen und viele Story-Sequenzen hat man dezent überarbeitet und erweitert. Das wertet auch manche Nebenmissionen etwas auf, die von reinem Aufbessern von In-Game-Statistiken zu Missionen mit etwas Hintergrundgeschichte werden. Das hat mir überraschend gut gefallen. Wie ich schon angedeutet habe, bleibt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“  allerdings ein Titel, der mit sehr vielen Sammelorgien vollgestopft ist. Wer sich zu sehr darin verliert, wird sich am Ende vermutlich fragen, ob sich die dröge Sammelei wirklich gelohnt hat. Da verbringe ich meine Freizeit ehrlicherweise doch lieber anders.

Im Übrigen hat Ubisoft die Missionen in der modernen Zeit entfernt. Diese kamen schon beim Release der ursprünglichen Version mehr schlecht als recht bei Fans der Reihe an, sodass ich das nicht wirklich als Verlust betrachte. Damit die Story dennoch in sich stimmig bleibt, hat man eben andere Cutscenes angepasst. Der Multiplayer-Modus des Originals fehlt ebenfalls. Falls ihr im Übrigen bisher nur die Spiele der Reihe ab „Origins“ kennt: In „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ fehlen die RPG-Elemente neuerer Spiele. Es handelt sich hier um ein lineares Action-Adventure.

Mein Fazit

„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ ist ein gutes Spiel, das die Schwächen des Originals (zu viele Sammelorgien und Mini-Spiele) zwar nicht ausmerzt, aber mit moderner Technik und einer feingeschliffeneren Story ein wenig in den Hintergrund schiebt. Beinharte Fans werden die Anpassungen bei den Kämpfen jedoch kontrovers aufnehmen. Jüngere Gamer werden aber zum Beispiel begrüßen, dass die stets kritisierten Tailing-Missionen z. B. nicht mehr automatisch beim kleinsten Fehler fehlschlagen.

Bedenkt aber allgemein, dass „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ weit entfernt von den moderneren RPG-Titeln der Reihe ist. Hier dominiert noch das klassische Action-Adventure-Gameplay vor dem massiven Reboot durch „Origins“. Wie anfangs angedeutet, so empfinde ich wenig Nostalgie für das Original und das Remake macht in meinen Augen vieles besser als damals. Eine gewisse Monotonie kann das Gameplay mit der klassischen Ubisoft-Formel aber aus meiner Sicht nicht ganz abschütteln.

Für Fans des Originals, die eine Art „Director’s Cut“ mit massiv verbesserter Technik wünschen, ist „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ genau das Richtige. Neulinge, die für den Titel 2013 noch zu jung gewesen oder erst später auf die Reihe aufmerksam geworden sind, dürfen ebenfalls hereinschauen und erhalten ein stilvoll überarbeitetes Spiel. Ich selbst bin zwar weiterhin kein riesiger Fan dieses Serienteils, finde aber dank des Remakes mehr Zugang zur Piratenflagge als noch 2013 – ahoi!

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Nothing Ear (3a): Farbenfrohe TWS-Kopfhörer vorgestellt, so klingen sie

Nothing hat neue, farbenfrohe In-Ear-Kopfhörer der a-Reihe präsentiert: die Nothing Ear (3a). Die TWS-Kopfhörer beerben die Nothing Ear (a) aus 2024. Wie andere Produkte der a-Reihe bei Nothing lockt man vor allem über einen günstigen Preis.

Die Ear (3a) setzen jetzt auf einen größeren, 12 mm Treiber mit PMI-Diaphragma. Zum Vergleich: Bei den Ear (a) lag man da noch bei 11 mm. Das soll für mehr Bass sorgen. Die TWS-Kopfhörer unterstützen Hi-Res-Audio (24 Bit/96 kHz) und setzen hierbei auf den LDAC-Codec und Bluetooth 6.0.

Die aktive Geräuschunterdrückung soll Störgeräusche mit bis zu 45 dB ausblenden. Auch einen Transparenz-Modus bringen die Kopfhörer mit, das sollte inzwischen bei dieser Produktkategorie ja auch Standard sein. Die Steuerung erfolgt über Quetschgesten am Stiel der Ohrhörer, Einstellungen lassen sich wie gewohnt über die Nothing-X-App vornehmen.

Ansonsten? Die Earbuds sind mit 55 mAh großen Akkus ausgestattet, die für bis zu zehn Stunden Hörvergnügen sorgen sollen. Inklusive Ladecase (500 mAh) sollen damit Nutzungszeiten von 42 Stunden drin sein, ohne nachladen zu müssen. Aufgeladen wird mittels USB?C. Knapp 70 Minuten benötigt eine vollständige Ladung, in zehn Minuten hat man aber auch flott wieder für ein gesamtes Hörvolumen von zehn Stunden (ohne ANC) nachgeladen.

Eine LED-Statusanzeige im Glyph-Bar-Design informiert über Akkustand oder auch den Kopplungszustand anhand unterschiedlicher Lichtmuster – passend zur DNA von Nothing. Zertifiziert sind die Kopfhörer nach IP54. Mit von der Partie ist die Dual-Connection-Funktion, um zwei Geräte gleichzeitig zu verbinden.

Neu ist die Funktion „Audio Snapshot“. Mit einer Geste können die (3a) direkt Audioaufzeichnungen von dem, was man hört, tätigen. Darunter etwa Musikstücke, Podcasts oder Vorträge. Es werden auf Wunsch bereits bis zu dreißig Sekunden vor der Aufnahme mit abgespeichert, ohne dass man extra zurückspulen muss.

Hierfür verfügen die Ohrhörer über einen 32 MB großen, integrierten Speicher. Die Länge der Audio-Snapshots kann man in der App anpassen, bis zu zwei Stunden lassen sich insgesamt in hoher Qualität aufnehmen.

Ein Snippet ist aufgrund von Copyright auf 60 Sekunden begrenzt. Auch Anrufe lassen sich so aufzeichnen, diese Aufnahmen können bis zu zwei Stunden gehen. Andere Gesprächsteilnehmer werden automatisch per Ansage über die Aufnahme informiert. Fürs cloudbasierte Transkribieren mit KI in Pro-Qualität sind bis zu zwei Stunden Audiomaterial pro Monat möglich.

Hiermit sollen sich dann Zusammenfassungen erstellen lassen oder auch Sprecher unterscheiden lassen. Pro-Transkriptionen sind drei Monate gratis mit dabei, Nothing evaluiert in den kommenden Monaten die Einführung eines Abo-Modells. Entsprechend ist zu Preisen oder einem Funktionsumfang da noch nichts zu bekannt.

Der Preis für die Nothing Ear (3a) beläuft sich auf 99 Euro. Verfügbar sind die Farben Schwarz, Weiß, Gelb sowie Pink. Bei Nothing ab sofort vorbestellbar. Bei anderen Shops sollten die Kopfhörer ab morgen verfügbar sein.

Ein erster Kurzeindruck

Die Nothing Ear (3a) sind, wie wir das von Nothing kennen, hochwertig verarbeitet und trotz ikonischem Transparenz-Design sieht man keine Klebestellen. Zum Einsatz kommt, ein jetzt stärker abgerundetes Gehäuse aus Kunststoff.

Damit sollte man schon etwas sorgsam umgehen, wenn man da nicht den einen oder anderen Kratzer haben möchte. An das Aluminium-Chassis der Ear (3) kommt das freilich nicht ran. Die Glyph-Bar ähnliche Anzeige passt genau zu Nothing und den Smartphones und ist eine willkommene Neuerung – nicht nur optisch.

Ich mag die TWS-Kopfhörer von Nothing vor allem für den Sitz und Tragekomfort und das ist auch bei den Ear (3a) der Fall. Ich habe aber das Gefühl, dass beim Tragen der Druckausgleich nicht immer so klappt, vor allem bei Verwendung des ANC.

Vom Klang hat man die Nothing Ear tatsächlich zugelegt, wer die Vorgänger hat, muss aber jetzt nicht unbedingt upgraden. So wirkt der Bass, etwa im Intro von Taylor Swifts Opalite durchaus prägnanter und „punchiger“.

Ohne Direktvergleich würde man Unterschiede zu höherwertigen Nothing-Ear-Modellen wohl nur kaum merken. Diese können im Vergleich nach wie vor durch differenziertere und präzisere Höhen sowie etwas größeres Klangvolumen punkten. An eigene Hörvorlieben kann man mit dem Equalizer in der Nothing-X-App anpassen, der jetzt auf dem Level der Ear (3) ist. Die Bedienung am Stiel funktioniert wie gewohnt und zuverlässig.

Die Geräuschunterdrückung ist in Ordnung, aber da gibt muss man sich diversen Konkurrenzprodukten geschlagen geben. Im Transparenz-Modus ohne Musik haben die Kopfhörer ein wahrnehmbares Rauschen.

Die Audio-Schnappschussfunktion könnte im Alltag durchaus für viele nützlich sein. Für mehr Potenzial der Alltagsintegration hätte ich sie mir eher im Zusammenspiel mit dem Essential Space sowie einer SuperMic-Funktion gewünscht, wie sie bei den Ear (3) verbaut ist. Nothing-typisch: Nette Idee, Funktionalität für vollständigen Nutzen aber weiter ausbaubar.

Muss man letztlich sehen, denn die Nothing Ear (3) gibt es im Angebot oftmals für ein paar Euro mehr, die sind (auch materialtechnisch, mit drahtlosem Laden etc.) immer noch eine Ecke darüber angesiedelt. Wer nun nicht unbedingt Wert auf die Farbgebung der (a)-Reihe legt, ist da bei entsprechendem Preis sicherlich besser aufgehoben.

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Philips Skylight im Test: Tageslichtfenster für Räume ohne Fenster?

Es gibt Produkte, bei denen man sich auf den ersten Blick fragt, ob man sie wirklich braucht. Die neue Philips Skylight gehört für mich genau in diese Kategorie. Signify verspricht hier nichts Geringeres als ein künstliches Dachfenster, das den Verlauf des Tageslichts nachbildet und so mehr Natürlichkeit in Innenräume bringen soll.

Besonders interessant ist das natürlich für Flure oder andere Räume ohne Fenster. Für mich war es aber auch sehr spannend zu testen. Denn: Ich sitze in einem Büro mit Fenster, Sonne kommt aber nur wenig rein und große Pflanzen lassen noch weniger Licht rein. Im Sommer nicht das größte Problem, im Herbst und Winter natzt mich das richtig, denn ich mag es, im Tageslicht zu arbeiten, und schätze Helligkeit sehr. Die Frage ist allerdings: Ist die Philips Skylight mehr als nur eine teure LED-Leuchte?

Erster Eindruck

Optisch unterscheidet sich die Skylight deutlich von klassischen Deckenlampen. Statt einer gewöhnlichen Leuchte hängt ein großflächiges LED-Panel an der Decke, das bewusst wie ein Oberlicht beziehungsweise Dachfenster gestaltet wurde.

Die Idee dahinter ist simpel: Das Licht soll nicht einfach nur einen Raum erhellen, sondern den Eindruck vermitteln, als würde Tageslicht von oben einfallen. Gerade in fensterlosen Räumen könnte das einen spürbaren Unterschied machen, aber auch in meinem Büro macht das was her.

Philips bietet die Skylight in zwei Größen an. Die Panels verfügen zudem über eine Schutzklasse nach IP44 und können somit auch in Feuchträumen wie Badezimmern eingesetzt werden.

Das Besondere: Dynamisches Tageslicht

Der eigentliche Kniff steckt in der Lichtsteuerung. Die Skylight passt Helligkeit und Farbtemperatur automatisch auf Wunsch im Tagesverlauf an. Tagsüber erzeugt das System ein helleres, eher bläuliches Licht. Gegen Abend wandert die Lichtfarbe in wärmere Bereiche. Das kennen wir grundsätzlich bereits von zahlreichen Smart-Home-Lösungen und Human-Centric-Lighting-Konzepten.

Der Unterschied liegt hier vor allem in der Präsentation. Durch die großflächige Ausleuchtung und die Gestaltung als künstliches Oberlicht soll ein natürlicherer Eindruck entstehen als bei einer klassischen Deckenlampe. Wer die Automatik nicht nutzen möchte, kann alternativ zwischen fünf voreingestellten Lichtszenen wählen. Die Steuerung erfolgt über eine Fernbedienung.

VitaUp-Variante mit UV-B

Interessant wird es bei der Variante namens VitaUp. Diese besitzt zusätzlich ein UV-B-Modul, das die körpereigene Vitamin-D-Produktion unterstützen soll. Philips beziehungsweise Signify hat dabei eine Sicherheitsfunktion integriert. Das UV-B-Modul schaltet sich nach acht Stunden automatisch ab, um eine übermäßige Bestrahlung zu vermeiden.

Gerade dieser Teil dürfte allerdings Fragen aufwerfen. Wie groß der tatsächliche Nutzen im Alltag ausfällt, hängt stark von den individuellen Lebensumständen ab. Wer ohnehin regelmäßig draußen unterwegs ist, wird davon vermutlich weniger profitieren als Menschen, die sich überwiegend in Innenräumen aufhalten. Ich selbst habe da absolut null bemerkt, vielleicht sitze ich zu wenig drunter, vielleicht sitze ich zu viel draußen – ist ja Sommer.

Im Alltag

Die Skylight adressiert ein sehr spezielles Problem. Wer ausreichend Tageslicht in Wohnung oder Haus hat, wird vermutlich keinen Bedarf sehen. Anders sieht es bei fensterlosen Räumen oder, wie bei mir beschrieben, aus. Gerade Badezimmer ohne Tageslicht oder lange Flure können mit künstlicher Beleuchtung schnell steril wirken.

Hier könnte das Skylight tatsächlich einen Mehrwert bieten, weil es versucht, den Charakter eines echten Oberlichts nachzubilden. Ich war wirklich nach recht kurzer Zeit schwer verliebt in mein Testgerät, weil es wirklich komplett mein Arbeitszimmer ausleuchtet und ich mir vorkam, als sei ich draußen.

Ihr könnt euch vielleicht nicht vorstellen, wie geil das ist, wenn man so viel drinnen sitzt und arbeitet, so wie ich. Klar, man merkt die Unterschiede zu einem echten, lichtdurchfluteten Raum schon, aber es kommt für mich wirklich nah ran. Ob dieser Effekt den Preis rechtfertigt, ist allerdings eine andere Frage. Ich habe schon viele Lampen im Büro gehabt, bisher war ich null glücklich. Jetzt bin ich es. Selbst meine Frau grübelte, ob es vielleicht nett sei, solche Kisten im Wohnzimmer einzubauen, wo alte Halogenstrahler schon auf ihre Wachablösung warten (bisher nicht ausgebaut, weil Einbaugedöns und locker 20 Stück).

Preis und Einordnung

Mit einem Einstiegspreis von 499,99 Euro bewegt sich die Philips Skylight deutlich oberhalb klassischer Deckenleuchten. Selbst im Smart-Home-Bereich ist das kein Schnäppchen. Auf der anderen Seite richtet sich das Produkt auch nicht an Käufer, die einfach nur Licht an der Decke benötigen. Philips verkauft hier vielmehr ein Konzept: die Illusion von Tageslicht in Räumen, die keines haben.

Fazit

Das Philips Skylight ist ein spannendes Nischenprodukt. Die Idee eines künstlichen Dachfensters mit dynamischem Tageslichtverlauf klingt nachvollziehbar. Die Möglichkeit, Helligkeit und Farbtemperatur automatisch anzupassen, gehört inzwischen zwar nicht mehr zu den großen Innovationen, die Kombination mit dem Oberlicht-Design hebt das Produkt aber von klassischen LED-Panels ab.

Der hohe Preis von ab knapp 500 Euro dürfte viele Interessenten abschrecken. Wer allerdings einen Raum ohne Tageslicht aufwerten möchte und Wert auf eine möglichst natürliche Lichtwirkung legt, könnte hier durchaus fündig werden. Und für die Sparfüchse, die nicht auf den Raum achten, sondern auf den Schreibtisch: Da tun es natürlich andere Produkte auch, irgendwas wie die Halo Screenbar von BenQ tut es da auch.

Für die Fans kurzer Infos: Sechs Schrauben in die Decke, ganz normal anklemmen und am besten mit 2 Leuten auf die Schiene bringen. Szenen und so regelt ihr über die Fernbedienung.

Nein, leider keine Hue-Anbindung, ein echter Jammer. Ich wette, da kommt noch etwas.

Ja, es gibt verschiedene Größen. Ja, das ist ein hoher Preis.

Nein, nur 2 der 4 Seiten werden beleuchtet, das soll so. Dies hat den Hintergrund, dass das Licht durch diesen Effekt den Eindruck erweckt, als würde es aus einer bestimmten Richtung kommen. Damit ist es echtem Sonnenlicht nachempfunden, das immer nur von einer Seite auf eine Oberfläche trifft und daher Schatten erzeugt. Das Zimmer bei mir ist dennoch fantastisch ausgeleuchtet.

Würde ich meine Bude damit ausstatten, genug Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger vorausgesetzt? Auf jeden Fall. Dann aber eher als Hue-Variante. Interesse? Da ist die Webseite dazu.

Merkmal Philips Skylight
Hersteller Signify (Philips)
Produktart LED-Deckenpanel / künstliches Oberlicht
Lichtsteuerung Automatische Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur
Lichtszenen 5 voreingestellte Modi
Steuerung Fernbedienung
Varianten Standard, VitaUp mit UV-B-Modul
Besonderheit VitaUp Unterstützung der Vitamin-D-Produktion, automatische Abschaltung nach 8 Stunden
Schutzklasse IP44
Einsatzbereich Wohnräume, Flure, Badezimmer
Preis Ab 499,99 Euro

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Roborock RockMow Z1 ausprobiert: So schlägt sich Roborocks erster Mähroboter

Bereits zur IFA im vergangenen Jahr hat Roborock angekündigt, das Portfolio auszuweiten. Neben Wischsaugern und Saugrobotern fährt Roborock mit Mährobotern jetzt auch außerhalb der vier Wände im Garten. Zum Start stellt man sich bereits breit auf: Die neue Serie umfasst die Modelle RockMow Z1, RockMow S1 und RockNeo Q1. Das Flaggschiff Z1 richtet sich an Nutzer mit komplexen Gartenflächen. Mit seinem Allradantrieb bewältigt er Steigungen bis zu 80 Prozent und überwindet Hindernisse bis zu 6 Zentimeter Höhe. Inzwischen sind die Mähroboter auf dem Markt erhältlich und ich konnte einen ersten Blick auf den RockMow Z1, das Flaggschiff-Modell der Roborock-Erstlingswerke, werfen, mit welchem man sich direkt mit Modellen der Oberklasse messen möchte.

Im heimischen Garten gibt es durchaus die eine oder andere Steigung, welche Roborocks erstem Mähroboter als Spielwiese dient. Für diverse Hindernisse sorgt da zudem das Spielzeug der Nichte. Zur Einordnung der weiteren Gegebenheiten und Vergleichsobjekte: Den Garten hat bis zuletzt ein Worx M500 (seit inzwischen mehreren Jahren) bewirtschaftet. Dieser kommt noch mit Begrenzungsdraht aus und verfolgt keine intelligente Navigation. Für entsprechende Steigungen musste er tatsächlich mit „Spikes“ ausgestattet werden, um diese zu bewerkstelligen. Seine Problemchen hatte dieser unter anderem auch mit Ausläufern der Gartenfläche (diese wurden gemieden) sowie diversen Rasenkanten, etwa an der Terrasse (auch hier hielt man aufgrund des Drahts großzügig Abstand).

RockMow Z115 AWD 1.999,00 Euro Allrad Elektrisch via App 1.500 qm
RockMow Z120 AWD LiDAR 2.699,00 Euro Allrad Elektrisch via App 2.000 qm
RockMow Z130 AWD 2.999,00 Euro Allrad Elektrisch via App 3.000 qm
RockMow Z150 AWD 3.499,00 Euro Allrad Elektrisch via App 5.000 qm

Die maximal angegebene Rasenfläche von 5000 Quadratmeter beim RockMow Z150 AWD unterschreitet die hiesige Gartenfläche deutlich, dennoch dürfte das Setup die eine oder andere Herausforderung für einen Praxistest bieten. Die meisten Eindrücke dürften sich problemlos also auch auf den RockMow Z115 (max. 1500 Quadratmeter Mähbereich für 1999 Euro) übertragen lassen, hier unterscheidet sich lediglich der verbaute Akku und das verwendete Netzteil.

Modell RockMow Z150
Preis 3.499 €
Kapazität und Abdeckung 5.000 qm (empfohlener Mähbereich)
Akkukapazität 10 Ah
Mähzeit pro Akkuladung 200 Min
Ladezeit 60 Min
Schnittsystem 6 Schneidemesser
Schnittbreite 24 cm
Schnitthöhe 20–70 mm
Höheneinstellung Elektrische Höheneinstellung der Schnitthöhe
Mähdeck Schwebendes Mähdeck
Kantenschnitt 3 cm Kantenschnitt (Optional)
Geländeleistung Allradantrieb (4WD)
Maximale Steigung 80 % (39°)
Maximale Hindernishöhe 8 cm
Lenksystem Aktives Lenksystem
Federung Dynamic Suspension System
Umweltintelligenz Sentisphere-Umgebungswahrnehmung
Hindernisvermeidung Quad-Vision Hindernisvermeidung
Kartierung KI-gestützte Kartierung
App-Steuerung Verwaltung mehrerer Zonen
Diebstahlschutz Ja
Mähen nach individuellem Muster Ja
Abmessungen 661 × 475 × 294 mm
Gewicht 21,5 kg
Wasserschutz IPX6 wasserdicht
Konnektivität WLAN & Bluetooth & 4G

Die Roborock-Mähroboter verzichten auf einen Begrenzungsdraht. Die Navigation erfolgt über eine Kombination aus RTK-, VSLAM-Technologie und KI. (Es gibt eine Lidar-Variante vom Z1, diese konnte ich allerdings nicht testen.) Hindernissen soll dank Dual-RGB-Kameras ausgewichen werden, bis zu 8 Zentimeter können überwunden werden. Das Gerät nutzt sechs Klingen für das schwebende Mähdeck und verfügt über eine elektrische Schnitthöhenverstellung (20–70 mm). Mit PreciEdge steht ein Schneidemodul für einen Kantenschnitt bis auf 3 Zentimeter als optionales Zubehör zur Verfügung. Ein Active Steering System mit unabhängigen Lenkungsmotoren in den Vorderrädern ermöglicht laut Unternehmen auch präzise Manöver auch in engen Kurven. So viel zu den blanken, technischen Daten und Versprechen von Roborock auf dem Papier.

Ausgepackt & angeschaut

Schon aufgrund der Packungsmaße war klar: Der RockMow Z1 ist schon ein Bolide. Ausgepackt macht er einen durchaus hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung wirkt, wie man das auch aus den anderen Bereichen von Roborock her gewohnt ist, erstklassig. Designtechnisch wirkt er futuristisch, wie eine Art Mars-Rover, und macht da optisch durchaus was her und einen „freundlichen Eindruck“.

Die Standortwahl ist aufgrund der externen RTK-Antenne begrenzt. Diese soll am besten von Gebäuden oder Bäumen gut entfernt stehen und freie Sicht zum Himmel haben. Das ist eine Aufgabe für sich, wenngleich das nicht ansatzweise dem Aufwand zum Verlegen von Begrenzungsdrähten ähnelt. So muss man für diese eben auch noch die entsprechende Verkabelung vornehmen, es genügt also nicht nur der Strom für die Basisstation und sieht je nach Standort halt auch nicht sonderlich schick aus.

Letztlich wurde der dezente Standort an der Hecke empfangsseitig vom Roboter und der App in der Einrichtung nur kurzzeitig akzeptiert und ich musste nach Problemen mit der Navigation dann doch nochmals umbauen. Da hat man es bei Lidar-Modellen oder welchen mit der Weiterentwicklung NRTK (Network RTK) leichter. Letztere setzt anstelle einer eigenen Referenzantenne im Garten auf ein externes Netzwerk an Referenzstationen zur Positionskorrektur über das Mobilfunknetz. Das würde die Installation deutlich erleichtern, zumal man die Antenne mit der Kabellage ja auch nicht einfach irgendwo mitten auf den Rasen stellen kann.

Den größten Aufwand der Inbetriebnahme hat tatsächlich die Standortwahl, Verkabelung und letztlich vor allem das Anbringen der Bodendübel gefressen. Die für die Base sind aus Kunststoff, ebenso der zugehörige Inbus zur Montage. Das ist für den hiesigen Boden nicht so ganz geeignet und war durchaus aufwendig, die da letztlich in den Boden zu schrauben. (Der Inbus hat sich bei meinem Kraftaufwand durchaus etwas gebogen.) Zudem: Das mir vorliegende Netzteil für den großen Akku ist auch selbst: groß.

Die Einrichtungsprozedur

Die Einrichtung selbst ist letztlich ein Kinderspiel. App, wie bei den Reinigungshelfern (und ebenfalls mit Bedarf an Account), verbinden und WLAN-Daten eintippen. Auf Wunsch kann man sich auch durch den Aufbau-Prozess leiten lassen. Los geht’s an das Erstellen der Karte: Man steuert den Roboter mit dem Smartphone als Controller einmal an den kompletten Außenkanten des Gartens entlang. Das automatische Mapping ist nicht so zufriedenstellend und funktioniert wirklich nur an perfekt gesäumten Rasenkanten. Zugegebenermaßen macht das manuelle Mapping auch durchaus Laune und erinnert an ein ferngesteuertes Auto oder ein Videospiel. (Ein Glück kann man das auch jederzeit im Nachgang zum Mähen so steuern).

Das Mapping ist am Ende flott erledigt. Habt ihr was falsch gemacht, könnt ihr da schrittweise per „Undo“ auch wieder zurück und der Mäher macht exakt den Satz rückwärts, den ihr zuvor per Smartphone-Controller manövriert hattet. Am Ende kann man noch entsprechende No-Go-Zonen einrichten, wobei da die Hinderniserkennung je nachdem auch ohne Zonen schon gute Arbeit verrichtet. Unschön: Wird der Empfang irgendwo im Garten dann doch zu schwach wird die Kartierung ohne Zwischenresultate abgebrochen. Bei größeren Flächen bietet es sich aber ohnehin an, mehrere Zonen einzurichten.

Praxistest: Das mäht

Schon im Einrichtungsprozess fiel mir die Wendigkeit des Mähers als überaus positiv auf. Er dreht quasi auf der Stelle, vorwärts- und rückwärtsfahren – dank Allradantrieb absolut kein Problem. Damit meistert der Mäher tatsächlich auch allerlei komplexe Rasenflächen. Lautstärketechnisch ist das auch kein Problem, wenn das mal eben nebenbei passiert, während man im Garten ist – das hört man kaum. Auch Neigungen sind kein Problem. Als Anhaltspunkt: Ich kann für den hiesigen Hang keine konkrete Steigung angeben, aber als ich ihn manuell den Buckel hoch manövrierte ist er jedenfalls ohne sich drehende Räder wieder nach unten gerollt. Die Steigung im normalen Betrieb meistert der Z1 mühelos – selbst bei Nässe.

Die RTK-Technologie erlaubt eine zentimetergenauer Satellitennavigation. Hierbei wird die Abweichung der GPS-Technologie korrigiert. Die Position des RockMow wird stets exakt über die App dargestellt. Die Basis steht an einem Ort, an dem der WLAN-Empfang nicht mehr ganz so optimal ist. Das ist absolut kein Problem der Z1 verfügt über eine eSIM mit 4G. Die Direktverbindung zum Smartphone erfolgt übrigens per Bluetooth. Im Datenblatt steht zudem Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), was man sicherlich zur Kommunikation zwischen Station und RockMow Z1 einsetzt.

Von der Hinderniserkennung und deren Zuverlässigkeit war ich zunächst mehr als positiv überrascht. So werden Personen zuverlässig erkannt, der Roboter wendet und widmet sich dem ausgewichenen Bereich zu einem späteren Zeitpunkt, sobald die Person Platz gemacht hat. Teils wurde etwas höheres Unkraut gar als Blume erkannt, was ich auch eher auf der positiven Seite verbuche, denn dann häckselt der Roboter nicht ungewollt Blumen in der Freifläche um, auch wenn hier keine No-Go-Zone eingerichtet ist. Da sollte man halt einmal (in der Saison) entsprechendes Unkraut beseitigen und hat da die Gelegenheit den Mäher auch manuell per App drüber zu manövrieren. Besonders beeindruckend: Ein knapp vor den Mäher geschossener Fußball, der problemlos und auch spontan als Hindernis verbucht wurde. Ihr seht: Vergessenes Spielzeug oder Hindernisse (zumindest mit entsprechendem Kontrast) werden erkannt. Hier wurde nichts platt gemacht, was nicht gemäht werden sollte. Im Gegenteil: Wenn dann ist der Z1 eher übervorsichtig.

Während der RockMow die große Gartenfläche unten mit Bravour mähte und er auch wieder zu seiner Base zurückfand, machten vor allem enge Passagen von einem knappen Meter Probleme – und das trotz spitzenmäßiger Wendigkeit und Manövrierbarkeit. So sind scheinbar auch keine kurzen Abschnitte mit rein visueller Navigation sinnvoll möglich: Ohne Empfang kuschelte das smarte Schaf auch gerne mit dem Mauerstein und hatte Probleme beim Heimweg. Auch lässt der Z1 hier Abschnitte teils komplett aus oder müht sich mit der Mährichtung unnötig ab. Das ist sicherlich eine Softwaregeschichte und ich hoffe eine temporäre, weil der Ist-Stand ist da derzeit nicht zu beschönigen und für Nutzer ohne perfekt rechteckige Rasenfläche teils untragbar. Wenn sich da was zum Positiven wenden sollte, gebe ich Laut, aber derzeit reift die Software da wohl noch beim Kunden.

Der Kantenschnitt ist zudem etwas für Rasenflächen, wenn an die Kante ordentlich abgegrenzt ist. Eine Hecke oder Sträucher am Rand sind vom RockMow Z1 da eher weniger angesehen und werden oftmals (bei sensibler Hinderniserkennung) auch großflächig gemieden. Das dedizierte Kantenschnittmodul konnte ich im Rahmen meines Tests bislang nicht erproben. Sollte ich noch Erfahrungen dazu sammeln können, reiche ich die bei Bedarf nach.

nachher / vorher

Das (strukturierte, ordentliche) Schnittergebnis weiß zu überzeugen. Auf Wunsch kann man neben dem klassischen, parallelen Streifenmusters des „Fußballrasens“ auch eigene Winkel einstellen. Muster möchte man per Update nachreichen. Die Schnitthöhe kann per App jederzeit im Bereich der gängigen 2 bis 7 Zentimeter angepasst werden. So kann man es problemlos im Sommer etwas länger lassen, ohne dass man da manuell Hand anlegen muss.

Da mir das Modell mit dem großen Akku vorliegt, war der Mäher auf der hiesigen Rasenfläche nicht ansatzweise leer zu bekommen. Die knapp 170 Quadratmeter (die Angabe der App dürfte da sicher in etwa hinkommen) waren stets flott und innerhalb einer knappen Stunde erledigt und hatten einen Akkuverbrauch von knapp 25 Prozent des großen Akkus (10 Ah). Hochgerechnet sind dann etwa 650 bis 700 Quadratmeter in einem Abwasch und eine Laufzeit von knapp 200 Minuten am Stück möglich, mehr als sie Roborock im Datenblatt angibt. Den meisten dürfte also sicherlich die kleinste Akkuvariante mit 6 Ah völlig für die heimischen Gefilde genügen. Es gilt aber die Faustregel: Je mehr Hindernisse oder verwinkelte Abschnitte, je länger braucht der Mäher auch. Entsprechend sollte man da durchaus etwas mehr kalkulieren, als die eigene Rasenfläche, zumal das ohnehin mit Zwischenladen angegeben wird. (So nebenbei: Rechnet man das auf 24 Stunden Fahrtzeit hoch, dann kommt man auf die angegebenen 5000 Quadratmeter – aber wann lädt der Z1 dann? Da geht man sicherlich von einer perfekten rechteckigen Fläche aus, die auch keine zusätzliche Zeit zum Wenden und Co benötigt.)

Die Roborock-App erlaubt neben der Verwaltung und Steuerung des Roboters das übliche: hinterlegen von Zeitplänen, wetterabhängiges Mähen, wildtierfreundliche Sperrzeiten bei Nacht oder auch Einstellungsmöglichkeiten für die Hindernisvermeidung. Ein nettes Schmankerl wäre ein Live-Kamera-Feed für die manuelle Steuerung sowie Aufnahmen der Hindernisse, wie bei den Saugrobotern, gewesen. Schön, dass man da als Nutzer eines Roborock-Saugroboters auch alles in einer App hat.

Integrationen, wie etwa zu Amazon Alexa oder Google Assistant, gibt es. Apple Home unterstützt bis dato keine Mähroboter, folglich auch Roborock nicht – da muss man mal schauen, was sich in dem Segment künftig mit Matter tut. Ob man das wirklich braucht? Wohl kaum: Meistens wird das so wie bei den Saug- und Wischrobotern sein, dass der Roboter größtenteils ohnehin nach Zeitplan läuft. Es gibt aber einen Diebstahlschutz per eSIM, sollte der Roboter Beine bekommen (Wegtragen ist aber nicht unbedingt so einfach erledigt). Ansonsten geht auch die Steuerung mit den Bedienelementen am RockMow.

Die Pflege des Mähers ist einfach. Da gibt es ja auch keinen Staub- oder Wassertank zum Leeren. Einfach per Wasserstrahl bei Bedarf abspritzen, das war es. Fürs Einmotten im Winter kann die Bodenplatte der Basis liegen bleiben und man kann den technischen Teil der Basis abnehmen. Klingt praktisch, die Praxis wird’s da zu gegebener Jahreszeit zeigen.

Unterm Strich

Der RockMow Z1 ist hardwareseitig ein durchaus potenter Gartenhelfer. Ohne Begrenzungsdraht ist er, wie derzeit wohl jeder standesgemäße Mähroboter, flott eingerichtet. Ich hätte jedoch den Wunsch, dass ein Nachfolgemodell nicht mehr auf eine externe RTK-Antenne angewiesen ist und man da möglicherweise NRTK mit Lidar kombiniert. Besonders punkten kann er mit seiner Manövrierbarkeit, seinen Wendemanövern und der Hinderniserkennung. Auch große Steigungen machen dem Mähhelfer nicht zu schaffen.

Derzeit merkt man, vor allem was enge Passagen oder verwinkelte Gartenteile angeht, oder auch die Navigation entlang von Hecken, dass die Software noch nicht vollständig ausgereift ist. Das ist schade, vor allem bei einem Produkt dieser Preiskategorie. Das Kantenmähen ist eher etwas für Gärten mit gepflegter Rasenkante, wenngleich ich bisher leider nicht das dedizierte Kantenschnittmodul austesten konnte. Jenes schlägt optional zu Buche.

Dyson V10 Konical mit Auto-empty Dok ausprobiert 

Dyson hat lange gebraucht, um bei kabellosen Staubsaugern eine Absaugstation anzubieten. Während Samsung, Shark, Tineco und Co. das Thema schon länger spielen, kommt Dyson nun mit dem V10 Konical und dem Auto-empty Dok um die Ecke. Auf dem Papier klingt das nach genau dem Komfort-Upgrade, das vielen Dyson-Modellen gefehlt hat. Saugen, zurück in die Station stellen, Behälter wird automatisch geleert, Gerät lädt, Zubehör hängt ebenfalls sauber an einem Ort.

Ich habe über die Jahre etliche Dyson-Modelle getestet, vom V8-Unterbau über V11, V15, Gen5detect, Car Boat bis hin zum V16 Piston Animal. Der V10 Konical ist dabei ein interessantes Gerät, weil er nicht einfach „kleiner V16“ ist. Eigentlich ist er näher an V8 Cyclone / V10-Basis dran, bekommt aber die neue konische Bodendüse und eben die Selbstentleerungsstation als großes Argument. Ausprobiert habe ich das Teil auf Hartboden und Teppich.

Im Lieferumfang steckt neben dem Sauger die All-Floor-Cones-Bodendüse, eine Fugendüse, eine Mini-Motorbürste und natürlich das Auto-empty Dok. Die Station ist nicht klein, die Kiste daher auch schon riesig. Wer bisher einen Dyson einfach an die Wandhalterung gehängt hat, muss umdenken. Das Dok steht sichtbar im Raum oder eben im Hauswirtschaftsraum. Dafür erledigt es mehrere Dinge gleichzeitig. Es lädt den Sauger, nimmt Zubehör auf und saugt den Staubbehälter des V10 automatisch leer. Der Schmutz landet in einem versiegelten Beutel mit 2,5 Litern Volumen, Dyson spricht von bis zu 60 Tagen Schmutz, der da reingeht. Wie immer hängt das stark davon ab, wie viel Fläche, Tierhaar und Kinderkrümel man im Haushalt hat.

Die Absaugstation ist für mich der eigentliche Grund, sich dieses Modell anzuschauen. Nicht, weil Dyson damit das Rad neu erfindet, sondern weil genau dieses Thema bei den klassischen Dyson-Akkusaugern immer genervt hat. Der Sauger selbst kann gut sein, aber das Entleeren des Behälters ist je nach Mischung aus Feinstaub, Haaren und Fusseln eben kein Premium-Moment. Wer schon einmal mit einem alten Dyson über dem Mülleimer stand und trotzdem noch mit der Hand nachhelfen musste, weiß, was ich meine. Die Station nimmt dem Alltag genau diesen unschönen Teil ab. In meinem Test funktionierte das Auto-empty Dok sehr zuverlässig. Sauger rein, Absaugung startet und öffnet dabei quasi den Staubsauger, zack, Behälter leer. Das ist nicht leise, aber praktisch. Kennt man so ja schon von den vielen Saugrobotern.

Beim Sauger selbst merkt man. dass es kein V16 ist. Der V10 Konical arbeitet mit 150 Air Watt, Dyson nennt bis zu 60 Minuten Laufzeit und setzt auf drei Leistungsstufen. An diese 60 Minuten kommt man im echten Alltag aber nicht heran, auch nicht, wenn man nur im normalen Modus unterwegs ist. Für den Alltag reicht die Laufzeit trotzdem, nur sollte man Dysons Maximalwert nicht als realistische Wohnungsrunde verstehen. In normalen Wohnräumen muss man nicht permanent im Boost-Modus unterwegs sein. Auf Hartboden und Teppich reicht der Normalmodus häufig aus, Boost ist eher für eingetretene Stellen, Fugen oder hartnäckige Teppichbereiche da. Wer ständig viel Leistung abruft, sieht die 60 Minuten erst recht nicht.

Die neue All-Floor-Cones-Bodendüse ist wie schon im V16 Test bemängelt Fluch und Segen zugleich. Dyson setzt nicht mehr auf klassisches Kopf-Duo aus Fluffy für Hartboden und Bürste für Teppich, sondern auf konische Walzen, die Haare Richtung Saugkanal führen sollen. Bei Haaren funktioniert das Konzept grundsätzlich gut. Gerade lange Haare wickeln sich deutlich weniger um die Hauptwalzen. Das ist im Alltag Gold wert, wenn im Haushalt lange Haare oder Tierhaare unterwegs sind. Auch die grüne Staubbeleuchtung ist kein reiner Showeffekt. Man sieht auf Hartböden tatsächlich Schmutz, den man vorher ignoriert hätte. Ob man das gut findet oder dadurch nur neurotischer putzt, muss jeder selbst entscheiden.

Aber? Die Düse bleibt für mich suboptimal. Schon beim V16 störte mich die Geometrie, und auch hier ist das Thema wieder da. Die Front läuft nicht gerade, sondern folgt der Form der Kegel. Entlang von Fußleisten und Schrankkanten fährt man deshalb nicht so sauber frontal an die Kante wie mit klassischen Köpfen. Man muss häufiger von der Seite ran. Dazu kommt die bekannte „tote Zone“ zwischen den zwei Kegeln. Auf Teppich fällt das weniger auf, auf Hartboden kann bei feinem Staub oder gröberen Partikeln mal etwas liegen bleiben oder erst im zweiten Zug verschwinden. Bei Müsli, Steinchen oder größeren Krümeln sollte man ohnehin nicht erwarten, dass jeder Akkusauger das im ersten Schub elegant wegräumt. Er tut es oft, aber die Düse kann auch mal etwas vor sich herschieben.

Die Mini-Motorbürste ist praktisch für Polster, Treppen und Auto, aber hier sitzt nicht die gleiche Anti-Haar-Technik wie in der großen Bodendüse. Bei langen Haaren kann man dort wieder klassisch wickelnde Haare bekommen. Das ist kein Drama, aber erwähnenswert, weil Dyson das Haar-Thema beim Hauptkopf stark bewirbt.

Die Verarbeitung ist typisch Dyson sauber, stabil und alles rastet ordentlich ein. Der V10 Konical ist leichter und weniger brachial als ein V16, dadurch wirkt er im Alltag handlicher. Gut ist auch, dass Dyson hier auf einen Ein-/Ausschalter setzt und nicht auf den alten Trigger-Zwang. Wer je eine ganze Wohnung mit gedrücktem Abzug gesaugt hat, weiß, dass das kein unnützes Detail ist. Einfach einschalten, saugen, fertig. So muss das sein und ist bei der Konkurrenz längst gängig.

Der Staubbehälter am Sauger selbst wirkt nicht riesig, relativiert sich aber durch die Station. Ohne Auto-empty Dok wäre das weiterhin ein klassischer Dyson-Kompromiss. Gut beim Saugen, weniger schön beim Entleeren. Mit Station ist der kleine Behälter weniger störend, weil man ihn im Idealfall nach jeder Runde automatisch leeren lässt. Genau dadurch ergibt das Gesamtpaket mehr Sinn als der Sauger allein.

Der V10 Konical ist nicht der neue Leistungsprimus. Wer maximale Power, Display-Spielereien, Staubkomprimierung und Dysons aktuellstes Konzept will, schaut eher zum V16 Piston Animal. Wer aber schon einen V15 oder Gen5detect besitzt, bekommt mit dem V10 Konical nicht automatisch den besseren Sauger, sondern vor allem ein anderes Komfortkonzept. Gegenüber dem V8 Cyclone ist er besonders nah dran. 150 AW, ähnliche Alltagseinordnung, kompatibles Zubehör-Ökosystem, aber die Konical-Düse und das Auto-empty Dok machen den Unterschied. Genau deshalb ist der V8 Cyclone eigentlich das naheliegendste Vergleichsmodell, nicht der V16.

Und genau da wird es preislich interessant. Der V10 Konical liegt  bei 499 Euro, das Auto-empty Dok bei 150 Euro, das Set bei 659 Euro UVP. Ja, richtig gelesen. Das Bundle ist sogar 10 Euro teurer als Einzelkauf. Muss man nicht verstehen. Egal, denn für 659 Euro muss man die Selbstentleerung wirklich wollen. Denn rein von der Saugleistung bekommt man bei Dyson und auch bei der Konkurrenz viel Auswahl. Von anderen gibt es schon länger Sauger mit Absaugstation, teils mit sehr ausgereiften Stationen. Dyson punktet mit Zubehörqualität, Filterung und dem bekannten System, kommt bei der Station aber nicht als Erster ins Ziel.

Das Fazit

Der Dyson V10 Konical mit Auto-empty Dok ist für Haushalte spannend, die regelmäßig saugen, lange Haare oder Tierhaare einsammeln und keine Lust mehr auf das manuelle Entleeren des Behälters haben. Gerade als Alltagsgerät für Hartboden, Teppich-Mix und schnelle Runden durchs Haus ergibt das Paket Sinn. Wer schon einen starken Dyson mit klassischem Kopfduo besitzt und mit dem Entleeren leben kann, muss nicht wechseln. Wer maximale Saugleistung und die neuesten Dyson-Funktionen will, schaut eher zum V16. Wer vor allem Selbstentleerung sucht, sollte auch zur Konkurrenz schauen, denn dort ist das Konzept teilweise schon in der zweiten oder dritten Generation angekommen.

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