Reolink Argus MagiCam im Test: Klein, magnetisch, praktisch

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Gefühlt wirft Reolink jeden Monat ein neues Kameramodell auf den Markt, und man fragt sich als Tester langsam, wo eigentlich noch die Lücken im Portfolio sein sollen. Wenn man die letzten Generationen betrachtet, wurden viele Modelle – so gut sie technisch auch sein mögen – immer etwas klobiger. Sie waren eindeutig für die feste Montage an der Hauswand konzipiert. Mit der neuen Reolink Argus MagiCam geht das Unternehmen nun aber auch mal kurzfristig davon weg. Ich habe mir die kleine Kiste in den letzten Tagen mal genauer angeschaut und für einen Kurztest herangezogen.

Das kleine, schlichte weiße Gerät ist mit Abmessungen von 68 x 68 x 28 Millimetern wirklich winzig und wiegt ohne Batterien gerade einmal schlappe 108 Gramm. Der große schwarze Kreis neben der eigentlichen Linse ist kein zweites Objektiv. Dahinter verstecken sich lediglich der PIR-Bewegungssensor und die Infrarot-LEDs für die Nachtsicht.

Die Rückseite der MagiCam ist komplett magnetisch. Das System hält richtig gut fest und erinnert schon ein wenig an Apple MagSafe und Co. Ihr könnt die Kamera im Grunde an jede metallische Oberfläche klatschen. Für alle nicht-metallischen Oberflächen liefert Reolink ein magnetisches Montagepad und eine verschraubbare Halterung mit. Die Basis der mitgelieferten Halterung selbst ist nicht magnetisch, das wäre an sich aber schon ganz nützlich dann und wann. Lediglich die Rückseite der Kamera sorgt für die magnetische Haftung an dieser Halterung.

Stromversorgung? Joa, hier wird’s dann erst einmal etwas kurios. Im Gerät ist nämlich kein Akku festverbaut, stattdessen bastelt man da zwei AA-Batterien rein. Laut Reolink soll man hier bloß keine Akkus verbauen, das mitgelieferte USB-C-Kabel sei dafür nicht gedacht. Jenes ist lediglich für die kabelgebundene Betriebsart gedacht. Dennoch taucht in den Geräteeinstellungen der App später ein Eintrag für NiMH-Akkus auf. Diese werdet ihr dann – wenn leer – aber dennoch ausbauen und manuell aufladen müssen.

Die Batterie-Option erhöht die Lebensdauer der Hardware enorm und ist unterm Strich deutlich nachhaltiger. Reolink verspricht bis zu 9 Monate Laufzeit mit einem Satz AA-Lithiumbatterien. Das hängt im Alltag natürlich stark davon ab, wie oft die Kamera aus dem Standby aufwacht und aufzeichnet. Wer die Kamera lieber dauerhaft mit Strom versorgen will, findet auf der Unterseite glücklicherweise den USB-C-Anschluss, um sie an ein 5V/1A-Netzteil zu klemmen.

Die Installation läuft wie gewohnt über die Reolink-App. Gerät hinzufügen, WLAN-Daten eingeben, QR-Code scannen, fertig. Ist die Kamera einmal im Netzwerk, bieten sich in der App allerhand bekannte Einstellungen. Besonders hervorheben muss man hier vielleicht die smarte Erkennung. Unter der Haube arbeiten der PIR-Sensor und die integrierte KI Hand in Hand, um Personen, Fahrzeuge und Tiere sehr zuverlässig voneinander zu unterscheiden. In meinem Fall benötige ich das alles nicht, weil ich die Kamera nur auf Zuruf einschalten lasse und das Live-Kamerabild sehen will.

Die Kamera funkt im Dual-Band-WLAN, kommt also problemlos mit 2,4 und 5 GHz-Netzwerken klar. Das sorgt für deutlich stabilere Verbindungen. Aber ihr braucht zwingend einen WLAN-Router oder einen mobilen Hotspot in der Nähe. Es gibt keine direkte Verbindung zwischen der Kamera und eurem Smartphone. Wenn ihr also mit dem Camper unterwegs seid und die Cam da einsetzt, muss am Stellplatz ein Router laufen, der die Kamera ins Netz bringt, damit ihr auch aus der Ferne auf den Live-Stream zugreifen könnt.

In Sachen Bildqualität bewegen uns hier bei 1080p (2 Megapixeln), gepaart mit einer F2-Blende. Das reicht für eine Überwachungskamera dieser kompakten Größe absolut aus. Das Bild ist scharf genug, um Gesichter auf typische Distanzen problemlos zu erkennen. Darüber hinaus gibt es nun aber auch nicht wirklich etwas hervorzuheben.

Im Batteriebetrieb läuft die Kamera mit 15 Bildern pro Sekunde. Hängt ihr sie per USB-C dauerhaft an den Strom, schaltet sie auf 20 Bilder pro Sekunde hoch. Das Sichtfeld ist mit 132 Grad in der Diagonale (113,3° horizontal, 62,7° vertikal) sehr ordentlich bemessen. Man kann sie problemlos in die Ecke eines Raumes stellen und deckt den gesamten Bereich ohne tote Winkel ab.

Nachts gibt es klassische Infrarotkost. Für den Alltag und die kurze Kommunikation mit dem Paketboten, etc. – das integrierte Mikrofon und der Lautsprecher für Zwei-Wege-Audio machen einen guten Job – ist die MagiCam durchaus tauglich. Zudem ist das Gehäuse nach IP67 zertifiziert und überlebt somit auch diverses Wetter und kräftige Regenschauer im Außeneinsatz.

Was ich an Reolink seit jeher schätze und was auch bei diesem kleinen Modell glücklicherweise wieder zutrifft: Es gibt absolut keinen Cloud-Zwang. Unter der Abdeckung verbirgt sich ein Slot für microSD-Karten, die bis zu 256 GB fassen dürfen. Wer ohnehin schon im Ökosystem des Herstellers unterwegs ist, kann die Kamera auch nahtlos an den Reolink Home Hub koppeln – so hab ich das hier gelöst – und die Aufnahmen zentral im Haus speichern.

Reolink verlangt für die Argus MagiCam knapp 55 Euro, da kann man auch noch nach häufiger ausgeschriebenen Angeboten schauen. Für diesen schmalen Kurs kann man die Kamera eigentlich fast blind kaufen. Wer maximale 4K-Details oder eine motorisierte Schwenksteuerung für sein Grundstück sucht, ist bei diesem Modell aber natürlich an der falschen Adresse.

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