Apple MacBook Neo im Test: Der Mac mit dem iPhone-Herz

Apple hat mit dem MacBook Neo den Rotstift ausgepackt und will den Massenmarkt zurückerobern. Für ab 699 Euro (oder schmale 599 Euro im Bildungsbereich) bekommt man hier den günstigsten Einstieg in die macOS-Welt seit gefühlten Ewigkeiten. Aber kann ein Laptop, der quasi ein iPhone im schicken Aluminium-Gewand ist, im Alltag wirklich bestehen? Ich habe mir das MacBook Neo nicht nur angeschaut, ich habe in der letzten Zeit damit gearbeitet, denn machen wir uns nichts vor: Ich kann fast meine komplette Arbeit damit erledigen.

Design und Verarbeitung: Edle Hülle, klassischer Kern

Beim Auspacken die erste Überraschung: Das Neo fühlt sich nicht nach Billig-Laptop an. Apple nutzt das bewährte schicke Design, setzt auf recyceltes Aluminium und liefert das Gerät in ziemlich schicken Farben wie Indigo oder dem knalligen Zitrus aus. Es wiegt gerade einmal 1,22 Kilogramm und ist meines Erachtens tadellos verarbeitet.

Doch wer genau hinsieht, findet die Sparmaßnahmen. Das Trackpad ist mechanisch. Das bedeutet, es klickt physisch und nutzt kein haptisches Feedback über Motoren wie die teureren Brüder. Die Tastatur schreibt sich gewohnt gut, kommt aber komplett ohne Hintergrundbeleuchtung daher. Wer abends im Bett noch eine Mail tippen will, sollte also wissen, wo die Tasten liegen. Tatsächlich so eine Sache, die ich selbst vermisst habe, da ich nicht immer im bestens ausgeleuchteten Büro arbeite.

Display und Sound: Solide Hausmannskost

Das 13-Zoll-Display leuchtet mit bis zu 500 Nits. Das ist hell genug für das Homeoffice oder den Hörsaal, stößt im direkten Sonnenlicht aber an seine Grenzen. Nicht, dass man nichts erkennen könnte, bei direkter Einstrahlung auf der Terrasse machte es mir aber etwas weniger Spaß. Auf Features wie True Tone oder die ProMotion-Technologie wurde verzichtet. Interessant ist der Rand: Da Apple keine Aussparung für die Kamera nutzt, ist der Rahmen um das Panel etwas dicker als beim aktuellen Air. Die 1080p-Webcam sitzt dort aber sicher und liefert ein ordentliches Bild in der Preisklasse für Video-Calls.

In Sachen Sound gibt es Lautsprecher an den Seiten, die für YouTube-Videos, Nebenbei-Musik oder einen Podcast völlig ausreichen. Ein Konzertsaal-Erlebnis wie beim MacBook Pro sollte man hier natürlich nicht erwarten. Positiv: Der Klinkenanschluss für Kopfhörer ist weiterhin an Bord.

Leistung: Das iPhone-Herz schlägt kräftig

Unter der Haube werkelt der A18 Pro Chip, den wir bereits aus dem iPhone 16 Pro kennen. Und ja, macOS läuft darauf erstaunlich flüssig. Für Office-Arbeiten, Surfen mit vielen Tabs und sogar Bearbeiten von Urlaubsfotos und Videos reicht die Power locker (und damit meine ich locker!) aus. Ich hab da während meiner Arbeitstage echt nichts vermisst, klingt komisch, ist aber so.

Das große Aber sind die 8 GB Arbeitsspeicher. Mehr gibt es nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Wer professionellen Videoschnitt plant oder Dutzende speicherhungrige Apps gleichzeitig nutzt, wird merken, dass das System an seine Grenzen stößt und Daten auf die SSD auslagern muss. Für die Zielgruppe Schüler und Studenten dürfte das aber selten zum Problem werden. Und wenn, werden die betreffenden Menschen schon von vornherein wissen, dass sie zu einem leistungsstärkeren Hobel greifen müssen.

Anschlüsse und Akku: Ein Tag ohne Netzteil?

Es gibt zwei USB-C-Ports auf der linken Seite, die jedoch unterschiedlich schnell sind. Der hintere Port beherrscht USB-3-Geschwindigkeiten und kann einen externen 4K-Monitor befeuern, während der vordere Port nur mit lahmem USB-2-Tempo funkt. MagSafe zum Laden gibt es nicht, man belegt also immer einen der beiden Ports mit dem Ladekabel, wenn man nicht „auf Akku“ unterwegs ist,

Dafür punktet das Neo bei der Ausdauer. Dank des effizienten A-Chips sind im Alltag 11 bis 16 Stunden Laufzeit drin. Das sind allerdings nur die theoretischen Werte, vom Surfen mit Safari bis hin zu reinem Videostreaming. Geht mal von weniger aus, ich kam im mixed Mode auf 7 Stunden, da spielt immer viel rein, was man macht, wie hell das Display ist und und und. Man kann sich auch den Sega Football Manager installieren und noch kürzeren Prozess mit dem Akku machen, aber das kenne ich auch vom MacBook Pro. Erwähnenswert: Das Gerät ist komplett lüfterlos und arbeitet somit absolut lautlos.

Die Übersicht: Pro und Contra

  • Pro: Unschlagbarer Preis für den Einstieg in das Apple-Ökosystem.
  • Leistungsstark für den Preis
  • Pro: Gute Akkulaufzeit und lautloser Betrieb.
  • Pro: Hochwertiges Aluminium-Gehäuse in frischen Farben.
  • Mein Contra: Keine Tastaturbeleuchtung vorhanden.
  • Contra: Festgezurrt auf 8 GB RAM, keine Upgrades möglich.
  • Eventuelles Contra: mechanisches Trackpad ohne Force Touch. Geht dennoch alles.
  • Eventuelles Contra: Touch ID fehlt im Basismodell mit 256 GB Speicher.

Fazit: Für wen ist das MacBook Neo?

Das MacBook Neo ist die perfekte Schreib-und-Mehr-Maschine für die Uni, die Schule oder das Homeoffice. Es ist ein Gerät für alle, die ein zuverlässiges macOS-Gerät suchen und keine Unsummen ausgeben wollen. Apple liefert hier echt solide Hardware ohne viel Schnickschnack. Als jemand, der oft auch Windows-Notebooks unter den Fingern hat (irgendwas ist ja immer), kann ich mir absolut nicht vorstellen, in der Preisregion ein Book mit Windows zu wollen. Hackt mich in Stücke, kritisiert mich – aber nee! Die Symbiose ist stimmig. Tolles Betriebssystem, Premium-Feeling, schlicht edel und genug Power.

Mein Rat: Wer es sich leisten kann, sollte zum 512-GB-Modell greifen. Dort ist nicht nur mehr Platz für Fotos und Apps, sondern auch der Touch-ID-Sensor im Power-Button verbaut. Wer allerdings auf eine beleuchtete Tastatur angewiesen ist oder mehr Leistung braucht, sollte schauen, ob er ein MacBook Air im Angebot findet. Da müsst ihr echt schauen, wenn ihr ein Vorjahres-Air günstig schießen könnt, why not? Auf jeden Fall zuschlagen, würde ich auch. Und wer am Neo interessiert ist: Saugt vielleicht mal einen Studenten im Freundeskreis an, wenn der sich eines kauft, spart man noch einmal 100 Euro. Ansonsten sind 699 Euro oder eben 799 Euro zu veranschlagen. Und falls kein Netzteil vorhanden ist, müsst ihr eines separat kaufen.

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Dyson Spot+Scrub Ai im Test: Endlich Wischen – aber zum Dyson-Preis

Dyson und die Saugroboter, das war bisher eine Geschichte voller Missverständnisse. Wer die bisherigen Modelle probiert hat, der weiß, wovon ich spreche. Die Saugleistung war dort nie wirklich ein Problem, aber die Teile waren immer mit ordentlich Kompromissen und Eigenheiten verbunden. Mit dem neuen Spot Scrub Ai versuchen es die Briten jetzt erneut und bringen einen Roboter auf den Markt der erstmals sowohl ein Saug- als auch ein Wischroboter mit Selbstentleerung, Selbstreinigung ist. Ob das klappt, habe ich für euch unter die Lupe genommen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Karton ist entsprechend groß. Drin stecken der Roboter selbst, die Dockingstation, die Seitenbürsten (die erst einzuklicken sind) sowie die üblichen Unterlagen. Was fehlt ist ein Fläschchen Reinigungsmittel, da möchte Dyson separat Geld verdienen. Das Unternehmen gibt in der Anleitung direkt an, dass man welches in den Wassertank geben soll. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse hätte ich das zumindest symbolisch im Lieferumfang erwartet. Kleine Geste, große Wirkung.

Die Dockingstation ist ein ziemlicher Klotz. 44 cm breit, 50 cm tief und 45,5 cm hoch. Das steht jetzt im Wohnzimmer und will gesehen werden, ob man will oder nicht. Im Vergleich zu manchen chinesischen Mitbewerbern fehlt ihr außerdem das gewisse Etwas in puncto Design. Dyson-Produkte haben normalerweise diesen unverkennbaren Effekt. Der ist zwar da, aber irgendwie dich auf der Strecke geblieben. Alles in schwarzem Kunststoff, funktional, aber nicht besonders aufregend.

Einrichtung

Die Einrichtung läuft über die Dyson-App, die es für iOS und Android gibt. Das Hinzufügen des Geräts geht schnell von der Hand, der Roboter verbindet sich mit dem WLAN und fährt anschließend einen Kartierungsdurchlauf. In meinem Durchlauf hat er alle Türen etc. sauber erkannt. Man kann aber auch in der App nachjustieren. Die App selbst sieht gut aus und ist stabil. Allerdings fehlt mir an einigen Stellen die Logik, besonders beim Bearbeiten der Karte und beim Zuweisen von Räumen.

Wer schon mal eine Roborock- oder Dreame-App benutzt hat, wird sich hier etwas weniger zu Hause fühlen. Dass erkannte Hindernisse nur als orangefarbener Kegel auf der Karte erscheinen, und zwar ohne Beschriftung oder Foto, ist ebenfalls schade. Der Roboter soll laut Dyson bis zu 200 verschiedene Objekte erkennen. Dann wäre es schön, wenn er zumindest versuchen würde zu raten, was er da gesehen hat. Das können andere inzwischen besser. Immerhin gibt es keine seitenweise Einstellungsmenüs, wie man sie von manchen Konkurrenten kennt. Dyson traut dem Gerät also zu, seinen Job selbst zu machen.

Verarbeitung und Design

Der Roboter selbst misst 37,3 cm im Durchmesser und ist 11 cm hoch. Damit kommt er unter die meisten Möbelstücke. Das Gewicht von 6,6 kg merkt man, wenn man ihn hochhebt, aber im Alltag ist das eher irrelevant. Das typische Dyson-Design ist noch erkennbar. die lila und roten Akzente an den Seitenbürsten und am Wischmodul erinnern an die Akkusauger. Der durchsichtige Staubbehälter in der Station ist dagegen Geschmackssache. Bei einem Handstaubsauger im Schrank praktisch, aber wer den Roboter in der Küche oder sonstwo stehen hat, guckt beim Frühstück direkt in einen Behälter voller Staub und Haare. Ich hätte das lieber nicht.

Die Dockingstation beherbergt einen 4-Liter-Staubbehälter, je einen 2-Liter-Tank für sauberes und schmutziges Wasser sowie den Lader. Das Wischmodul wird nach jedem Durchlauf mit warmem Wasser gereinigt und dann getrocknet. Das funktioniert wirklich gut. Nach mehreren Wochen Nutzung sieht das Mopp-Pad nahezu neuwertig aus. Beutellos ist übrigens ein echtes Argument. Wer schon mal versucht hat, den richtigen Ersatzbeutel für seinen Saugroboter zu bestellen, weiß, was ich meine. Hier entleert man einfach den Behälter in den Hausmüll – so wie bei jedem anderen Dyson auch.

Ein Punkt an die Katzenbesitzer: Die Staubehälter (sowohl im Robo als auch in der Station) sind so designt, dass man sie mit einem einfachen Druck entkoppeln kann. Ich habe zwei der Leisetreter im Haus, die den Roboter natürlich interessant finden, auf den Robo oder die Station springen und so weiter. Da ist es nicht nur ein Mal im Test vorgekommen, dass der Behälter der Station auf dem Boden lag und der Behälter im Roboter lose im Gerät stand. Unschön…

Saugperformance

Die Saugkraft wird mit bis zu 18.000 Pa angegeben. Das ist ordentlich, auch wenn der Vorgänger noch mit 22.000 Pa auftrumpfte. Der Kompromiss dürfte dem Wischsystem geschuldet sein, denn alles will ja irgendwo Platz haben. Auf Hartboden liefert der Spot Scrub Ai sehr gute Ergebnisse. Besonders positiv fiel auf, dass er die Saugkraft automatisch erhöht, wenn er Schmutz erkennt, und gleichzeitig die Seitenbürsten verlangsamt, damit kein Krümelchaos entsteht. Das ist ein Detail, das man nicht unbedingt erwartet, aber im Alltag wirklich einen Unterschied macht.

Auf Teppich ist das Bild gemischter. Im Auto-Modus arbeitet er ordentlich und schafft es, den Großteil des Schmutzes aufzunehmen. Der Zielreinigungsmodus, bei dem man dem Roboter eine bestimmte Zone zum Reinigen anweist, hat in meinen Tests aber nicht zuverlässig funktioniert. Mehrfach ist er dabei an der Schmutzstelle regelrecht vorbeigekurvt. Das ist frustrierend bei einem Gerät dieser Preisklasse. Außerdem ist er sehr laut, auch im leisen Modus. Wer empfindlich ist oder das Gerät tagsüber laufen lassen möchte, sollte das im Kopf behalten.

Die Wischfunktion ist das eigentlich Neue an diesem Gerät. Dyson setzt auf einen Rollenmopp, der mit auf 60 Grad aufgeheiztem Wasser gespeist wird und sich beim Fahren selbst reinigt. Das Prinzip ist anders als die flachen Wischpads der meisten Konkurrenten und hat seine Vor- und Nachteile. Den Vorteil habe ich bereits erwähnt. Die Reinigung des Mopps ist hervorragend. Als Nachteil muss ich nennen, dass der Mopp sich nicht vollständig anheben lässt, wenn der Roboter über Teppich fährt. Er kann ihn lediglich 4 cm zur Seite schieben. Wer also Teppich und Hartboden gemischt hat, sollte das im Hinterkopf behalten und den entsprechenden Bereich im App-Befehl ausschließen.

Das titelgebende „Spot“-Feature, also das automatische Erkennen von Flecken und das intensivere Nachschrubben dieser Stellen, konnte ich in meinen Tests nicht wirklich nachvollziehen. Ob der Roboter eine bereits vertrocknete Stelle erkennt und besonders gründlich bearbeitet? In einem Durchgang hat er jedenfalls nicht alles wegbekommen. Zwei Durchläufe auf maximaler Wasserstufe haben deutlich mehr gebracht, perfekt war das Ergebnis trotzdem nicht. Für hartnäckige Flecken bleibt man im Zweifel selbst gefragt. Für den täglichen Unterhalt ist die Wischfunktion aber durchaus brauchbar. Wer den Roboter regelmäßig durch Küche und Co. schickt, hält den Boden sauber.

Bei der Rückkehr zur Station gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mehrfach hat der Spot Scrub Ai Schwierigkeiten gehabt, die kleine Rampe in die Dockingstation hinaufzufahren. Er hat gedreht, mehrfach angesetzt, gedreht und es dann doch irgendwann geschafft. Auf einem völlig ebenen Boden. Warum, konnte ich nicht herausfinden. Das ist nicht dramatisch, fällt bei einem Gerät in dieser Preisklasse aber auf.

Laut Dyson schafft der Roboter bis zu 200 Minuten pro Ladung. Das ist für ein Gerät mit Wischfunktion beachtlich und reicht auch für größere Wohnungen. Wer eine mehrstöckige Wohnung hat, kann mehrere Karten anlegen, das klappt problemlos. In meinem Test hat es nie bis zum vollständigen Entladen des Gerätes gereicht und da habe ich ihn auf zwei Ebenen fahren lassen.

Fazit

Dyson hat mit dem Spot Scrub Ai endlich einen richtigen Saugroboter mit Wischfunktion und Selbstentleerung auf den Markt gebracht. Das ist zunächst mal eine gute Nachricht. Das beutellose Konzept ist praktisch, die Selbstreinigung des Wischsystems ist vorbildlich, und auf Hartboden saugt er wirklich gut. Der Auto-Modus ist die richtige Einstellung für den täglichen Einsatz und wer das Gerät regelmäßig durch die Wohnung schickt, hat saubere Böden. Es gibt jedoch auch Haken. Für knapp 1.000 Euro habe ich mehr erwartet. Die App braucht noch Feinschliff, der Zielreinigungsmodus ist nicht zuverlässig und das Andocken geht manchmal mehrere Versuche. Dazu kommt, dass die Wischleistung bei hartnäckigen Flecken nicht mithalten kann.. Wer Dyson liebt und das Budget hat, bekommt einen soliden Alltagshelfer. Wer das Beste aus seinem Geld herausholen will, schaut sich die Konkurrenz von Roborock, Dreame und Co an.

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Insta360 Link 2 Pro & Link 2C Pro im Test: Die Webcam, die wirklich mitdenkt

Webcams hatten lange das Image des notwendigen Übels. Irgendein Plastikding oben am Monitor, das in schlechtem Licht ein körniges Bild liefert, während der Hintergrund aussieht wie eine Horrorfilmkulisse. Insta360 versucht seit einiger Zeit, dieses Klischee loszuwerden, tat das mit ziemlichem Erfolg und legt mit den neuen Pro-Modellen der Link-2-Familie nochmal eine Schippe drauf. Ich habe mir beide Geräte angeschaut: die Insta360 Link 2 Pro und die Insta360 Link 2C Pro.

Kurz vorab: Die beiden sind eng verwandt, teilen sich dieselbe Hardware-Basis und unterscheiden sich im Wesentlichen durch ein einziges, aber entscheidendes Feature. Dazu gleich mehr.

Was steckt drin?

Beide Kameras setzen auf einen 1/1,3-Zoll-Sensor, was ein ziemlich großer Chip für eine Webcam ist. Die meisten anderen Webcams werkeln mit deutlich kleineren 1/2-Zoll-Sensoren. Dazu kommen Dual Native ISO und HDR. Anders ausgedrückt, gibt es deutlich bessere Bilder bei schlechtem Licht, weniger ausgeblichene Fenster im Hintergrund, natürlichere Gesichter und so weiter. Wer schon mal im Homeoffice mit der Abendsonne oder einer einzigen Schreibtischlampe gekämpft hat, weiß, wovon ich rede.

Das Sichtfeld liegt bei rund 84 Grad – etwas breiter als beim Vorgänger und angenehm für kleine Räume. Der Autofokus arbeitet per PDAF (Phase Detection). In der Praxis bedeutet das, dass der Fokus sofort und schnell nachzieht, ohne das nervige Herumpumpen, das man von günstigeren Webcams kennt. Haltet ihr Dokumente oder Produkte vor die Linse, bleibt das Bild zackig scharf.

Das Audio-System ist ebenfalls ein Upgrade gegenüber dem, was man sonst von Webcams kennt. Zwei Mikrofone sind an Bord, ein omnidirektionales und ein Richtmikrofon, kombiniert mit Strahlformung und KI-Rauschunterdrückung. Im Link Controller lassen sich vier Modi einstellen: Standard, Breit, Fokus und Original. Wer in einem lauten Großraumbüro oder neben einer laufenden Spülmaschine arbeitet, wird den Fokus-Modus mögen. Dieser schneidet Hintergrundgeräusche ziemlich konsequent weg.

Kurz die Specs auf einen Blick:

Eigenschaft Link 2 Pro Link 2C Pro
Video
Sensorgröße 1/1,3″ 1/1,3″
Videoauflösung Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Videokodierungsformat H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
Belichtungskorrektur ±3 EV ±3 EV
ISO Dual Native ISO


100-3200
Dual Native ISO


100-3200
Verschlusszeit 1/8000~1/30s 1/8000~1/30s
Weißabgleich 2000-10000 K 2000-10000 K
Blende f/1,9 f/1,9
35 mm äquivalente Brennweite 24 mm 24 mm
Festes FOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV
Digitalzoom Bis zu 4x Bis zu 4x
Autofokus Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–) Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–)
HDR Unterstützt Unterstützt
Mikrofone 2 2
Rauschreduzierung KI-Rauschunterdrückung KI-Rauschunterdrückung
Audiomodi Standard, Breit, Fokus, Original Standard, Breit, Fokus, Original
Modi KI-Tracking, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund Auto-Framing, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund
Gimbal
Gimbal 2-Achsen Ohne
Hardware
Taste 1x Berührungstaste 1x Berührungstaste
Verbindungsmöglichkeiten Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter
Stromverbrauch 5V/1A 5V/1A
Befestigungsoptionen Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ
Maße (B × H × T) 71,3 × 58,9 × 38 mm 62,7 × 30,2 × 26 mm
Gewicht Ohne Magnethalterung: 102,5 g


Mit Magnethalterung: 167,5 g
Ohne Magnethalterung: 48,5 g


Mit Magnethalterung: 113,5 g
Betriebstemperatur 32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
Farbe Graphitschwarz Graphitschwarz

Der Unterschied zwischen den Modellen: Dreht sich da was oder nicht?

Nachfolger, Vorgänger – irgendwas mit Spider-Man-Meme

Hier trennt sich die Zielgruppe. Die Link 2 Pro hat einen 2-Achsen-Gimbal. Die Kamera dreht sich physisch mit euch mit. Ihr steht auf, geht ans Whiteboard, zeigt Dinge, bewegt euch im Raum und die Kamera folgt. Das wirkt erstaunlich natürlich, weil es eben echte Bewegung ist und kein digitaler Trick. Einzel- und Gruppen-Tracking ist ebenfalls möglich, wobei ich für Gruppen sagen würde, dass zwei bis drei Personen realistisch sind, ab da wird es unruhig.

Die Link 2C Pro (das „C“ steht übrigens für Compact und Classic) dreht sich nicht. Sie nutzt stattdessen automatisches Framing, also einen intelligenten Bildzuschnitt. Die Kamera bleibt statisch, aber der Bildausschnitt folgt euch per Software-Zoom. So setzt es Apple beispielsweise auch bei Center Stage um. Das ist für klassische Schreibtisch-Setups absolut ausreichend und wirkt in ruhigen Szenarien sogar cleaner als das Gimbal-Tracking.

Die Frage ist also schlicht, ob ihr euch viel bewegt oder die meiste Zeit sitzt? Präsentiert ihr vor dem Rechner oder führt ihr hauptsächlich Meetings? Wer unterrichtet, Demos macht oder sich beim Sprechen naturgemäß bewegt, ist bei der Link 2 Pro besser aufgehoben. Wer hauptsächlich sitzt und redet, braucht den Gimbal nicht wirklich und spart dabei 50 Euro.

Die KI-Funktionen im Alltag

Beide Modelle bringen eine Handvoll Modi mit, die tatsächlich nützlich sind. Der DeskView-Modus kippt die Kamera nach unten auf den Schreibtisch, was ideal für Hardware-Demos oder Zeichnungen ohne zweite Kamera ist. Der Whiteboard-Modus verbessert die Lesbarkeit von Beschriftungen automatisch und lässt sich mit der Victory-Geste direkt aktivieren.




Die Gestensteuerung generell ist angenehm durchdacht. Hand hochhalten für Tracking an/aus, L-Geste für Zoom, V für Whiteboard. Das funktioniert zuverlässig und ist im Alltag ein echter Zeitsparer, besonders wenn man gerade in einem Meeting ist und nicht erst in der Software herumklicken will.




Der Portrait-Modus ermöglicht vertikales Video in 9:16 bis 4K 30fps. Für alle, die regelmäßig Reels oder vertikale Social-Media-Inhalte produzieren, ist das ein nettes Extra. Dazu kommen virtuelle Hintergründe, natürliches Bokeh und ein Greenscreen-Modus.

Wer Insta360 InSight nutzen möchte (das ist ein optionaler KI-Meeting-Assistent mit Transkription und Zusammenfassung) bekommt dafür 300 Credits zum Testen. Hab ich natürlich ausprobiert und muss sagen, dass es tatsächlich besser und strukturierter arbeitet als Granola und ohnehin VIEL besser als Copilot. Dazu kommt, dass InSight echt gute Grafiken erstellt, die zeigen, was in Meeting besprochen wurde.

Software

Wie eben schon erwähnt, heißt die Software Link Controller und ist die Schaltzentrale für alles. Dort findet ihr Belichtung, Weißabgleich, HDR, Audio-Modi, KI-Funktionen etc… Wer die Hintergrund-Effekte oder den Whiteboard-Modus auch in Zoom oder Teams nutzen will, wählt dort als Videoquelle die „Insta360 Virtual Camera“ statt der physischen Webcam. Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis für die Einrichtung.

Die Elgato Stream Deck Integration ermöglicht es, Szenen, Modi und Einstellungen direkt per Knopfdruck zu wechseln. Kombiniert mit den Szenen-Voreinstellungen (man kann komplette Setups für Meeting, Präsentation, DeskView, Stream etc. anlegen) ist das ein wirklich guter Workflow.

Was nervt?

Ganz ohne Kritikpunkte ist das natürlich nicht. Der Link Controller ist zwar funktional, aber nicht die schlankste Software. Wer wenig Platz auf dem Bildschirm hat oder mit mehreren Fenstern jongliert, muss sich erstmal organisieren. Auch ein wirklich kompakter Modus ist nicht vorhanden. Das Minimum ist eine ziemlich fette Leiste zur Steuerung der Kamera.

Das Tracking der Link 2 Pro ist bei sehr schnellen Bewegungen nicht perfekt. Man merkt gelegentlich das Nachziehen, wenn man sich ruckartig dreht. In normalen Meeting- oder Unterrichtssituationen fällt das kaum auf, wer aber hektische Demonstrationen macht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Was noch? Der Preis. Knapp 270 Euro für eine Webcam sind kein Impulskauf. Das muss man schon bewusst entscheiden. Wer ein paar Stunden pro Woche kurze Video-Calls macht, ist mit günstigeren Modellen der Link-2-Familie (ohne Pro) gut bedient. Oder halt mit dem Vorgänger, der auch wirklich gut ist.

Fazit

Die Insta360 Link 2 Pro und Link 2C Pro sind die bisher überzeugendsten Argumente dafür, dass man eine gute Webcam kaufen sollte und nicht nur irgendeine. Der 1/1,3-Zoll-Sensor mit HDR und Dual Native ISO macht im Alltag einen echten Unterschied, vor allem in schwierigen Lichtsituationen. Das Audio-System mit zwei Mikrofonen und vier Modi ist für eine Webcam durchdacht und die Software-Integration über Link Controller, Stream Deck und Szenen-Presets macht beide Modelle zu einem ernstzunehmenden Werkzeug und nicht nur zu einem Gimmick.

Die Insta ist auf jeden Fall etwas für alle, die den Großteil der Zeit vor der Kamera verbringen. Für den gelegentlichen Call gibt es deutlich günstigere Modelle, die auch ihren Job tun.

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Marathon angespielt: Ist das die Zukunft von Bungie?

Bungie hat Anfang März 2026 seinen neuen Shooter „Marathon“ für PC und die PlayStation 5 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen reinen Multiplayer-Titel. Nach „Destiny“ und „Halo“ versucht man sich erstmals an einem Extraction-Shooter. Ich habe einmal in den Titel hereingeschaut, um euch meine frühen Eindrücke zu vermitteln. Dabei konnte das Spiel in mir durchaus auch positive, aber insgesamt gemischte Gefühle erwecken.

Beispielsweise kann man sich über den visuellen Stil von „Marathon“ streiten, der vor der Veröffentlichung ja schon für Kontroversen sorgte, weil zunächst unerlaubt Artworks von fremden Designern genutzt wurden. Ich selbst empfinde die sterile Sci-Fi-Ästhetik des Titels als sehr austauschbar und fühle mich visuell nicht angesprochen. Technisch gibt es hier hingegen wenig zu meckern: Der Titel läuft flüssig, verfügt über knackscharfe Texturen und auch die Animationen wirken modern. Doch alles wirkt auf mich irgendwie von der Stange und ein wenig seelenlos.

Das kann euch anders ergehen. Aber ich finde, man merkt „Marathon“ an, dass es in einer Zeit in die Pipeline geschoben worden ist, als Sony unter Jim Ryan volle Kraft voraus auf den Hypetrain rund um Games-as-a-Service aufspringen wollte. Damit ist man später etwa mit „Concord“ voll auf die Nase gefallen. Ich glaube nicht, dass „Marathon“ ein ähnliches Desaster wird, aber ich sehe hier persönlich auch keinen Überraschungshit wie „Helldivers 2„.

„Marathon“ macht Spaß, sticht aber wenig heraus

Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, in „Marathon“ statt mit einem Team als Einzelspieler auf einen Run zu gehen, das ist aber mehr ein Nachgedanke. Immerhin gibt es für solche Fälle im Titel von Bungie aber sogar eine eigene Klasse – Rook. Für Teams aus mehreren Spielern bietet sich dann die Abstimmung für ein ausgewogenes Line-up an. Da könnt ihr entweder Assassinen wählen, die sich unsichtbar machen können. Recon-Einheiten, die vorpreschen und Aufklärung betreiben, sowie die Zerstörer, die dann besonders draufhauen, wenn es in die Offensive geht.

Wie bei anderen Extraction-Shootern lautet das zentrale Prinzip von „Marathon“: als Team eine Zone betreten, bessere Ausrüstung ergattern, Feinde auf dem Weg umnieten – und dann raus aus der Misere. Dabei kann jede Klasse ihre magischen Momente finden. Etwa mag ein Heiler erst einmal unscheinbar wirken, kann aber manchen Run aus dem Dreck ziehen, wenn impulsive Spieler sich verkalkuliert haben und Lebensenergie benötigen, damit nicht alles zusammenbricht.

Pro PvPvE-Run könnt ihr im Übrigen so ca. 20 Minuten einrechnen. Das ist ganz angenehm, wenn man berufstätig ist und abends mal eine schnelle Nummer einschieben will, ohne bis 3 Uhr nachts am Rechner zu verweilen. Allerdings sieht es auch hier so aus, dass ihr auf Dauer nur dann Land sehen werdet, wenn ihr „Marathon“ regelmäßig spielt. Andernfalls ist man meistens das schwächste Glied in der Kette. Bei den verfügbaren Karten bietet „Marathon“ im Übrigen durchaus Abwechslung und entführt euch in Alien-Dschungel, industrielle Komplexe und mehr. Wie schon erwähnt, wirkt das auf mich dennoch alles zu glatt, aber das mag mancher von euch auch völlig anders empfinden.

Je länger bzw. öfter ihr „Marathon“ zockt, desto mehr neue Ausrüstung, Aufträge und sogar Karten schaltet ihr frei. So ergibt sich also der Gameplay-Loop, der euch bei der Stange halten soll. Zudem gibt es für jede Season ein Fortschrittsystem, das euch weitere Boni verheißt. Allerdings soll der Fortschritt mit jeder Season zurückgesetzt werden, um es Neueinsteigern zu erleichtern, mitzuhalten. Veteranen werden dadurch aber abseits von kosmetischen Belohnungen dann auch jeweils einen Neubeginn wagen müssen, was manche frustrieren könnte.

Mit Kinderkrankheiten

Frust kam bei mir im Übrigen auch bei der Bedienung von „Marathon“ auf. Die Menüs nutzen einen sehr merkwürdigen Aufbau und das Interface soll wohl stylisch wirken, erschwert es aber oft, klare Unterschiede zwischen Ausrüstungen auf einen Blick zu erfassen. So hantierte ich deswegen oft länger mit Loot, als es nötig gewesen wäre, würde das Spiel eine klarere Designsprache verwenden. Da hoffe ich, dass Bungie sich ein Herz fasst und nochmal nachbessert.

Kritisieren kann man auch, dass Bungie echte Endgame-Inhalte erst in den kommenden Wochen per Update nachreichen will und Tester deswegen sogar um etwas Nachsicht gebeten hat. Gleichzeitig ist man aber nicht verlegen, dennoch zum Launch den vollen Preis von 39,99 Euro auszurufen, obwohl noch Content fertiggestellt werden muss. Trotzdem ist das natürlich immer noch eine Summe, die weit unter sonstigen Triple-A-Spielen liegt. Gleichzeitig muss sich „Marathon“ aber auch mit Free-to-Play-Shootern wie „Fortnite“ oder „PUBG“ messen, welche erhebliche Teile der Aufmerksamkeit der Zielgruppe bereits binden.

Mein Fazit

„Marathon“ ist kein Reinfall, aber auch kein Spiel, das mich persönlich wirklich fesselt. Nun bin ich ohnehin eher der Singleplayer-Fan, sodass Multiplayer-Spiele so eine Sache für mich sind. Hier ist es aber auch das visuelle Design, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Einerseits empfinde ich die Ästhetik des Titels als ziemlich fade, so hochwertig sie aus technischer Sicht sein mag, andererseits sind die Menüs und Oberflächen teils noch sehr benutzerfeindlich gestaltet worden. Das erschwert es etwa, zu differenzieren, welchen Loot man behalten oder direkt wieder verscherbeln sollte.

Die Zukunft von „Marathon, und vielleicht auch von Bungie, hängt jetzt davon ab, wie Sony das Game wachsen lässt. Mit einigen Überarbeitungen und Feinschliff könnte hier aus einem anständigen noch ein exzellenter Extraction-Shooter werden. Ich bezweifle aber, dass der derzeitige Status Quo ausreichen wird, um Gamer mittelfristig von kostenlosen Dauerbrennern wie „Fortnite“ fernzuhalten.

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beyerdynamic Aventho 200 im Test: Beweisen sich die Over-Ear-Kopfhörer?

Kürzlich habe ich hier im Blog die Over-Ear-Kopfhörer beyerdynamic Aventho 300 getestet. Jenes Modell ist bereits 2024 auf den Markt gekommen und hat mit dem Aventho 200 Ende 2025 einen kleinen Bruder erhalten. Auch jenes Modell konnte ich mir inzwischen für einen Test genauer anhören. Ist diese leicht abgespeckte Version eventuell vielleicht sogar die bessere Wahl?

Zunächst verrate ich euch, welche Funktionen des beyerdynamic Aventho 300 dem Aventho 200 fehlen. So behält man beim kleinen Bruder zwar den 45-mm-Treiber bei, bewirbt diesen aber nicht mehr explizit als STELLAR.45 (Made in Germany). Obendrein ist Dolby Atmos mit Head-Tracking der Schere zum Opfer gefallen. Dem Aventho 200 fehlt auch Unterstützung für LE Audio. Zusätzlich ist der abgedeckte Frequenzbereich etwas kleiner und reicht von 10 bis 22.000 statt von 5 bis 22.000 Hz. Im Tieftonbereich geht es also nicht ganz so tief herunter.

Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 200

Kategorie Wert
Trageart Over-Ear
Akustische Bauweise Geschlossen
Übertragungsart Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Version 5.4
Unterstützte Bluetooth-Profile AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.4, AVRCP 1.6.2, HFP 1.9
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive
Frequenzbereich 10 – 22.000 Hz
Reichweite 15 m
Gewicht 293 g
Akkulaufzeit (mit ANC) Bis zu 63 Stunden
Ladeanschluss USB-C
Besondere Features Adaptives ANC, Transparenzmodus, Multipoint, Trageerkennung
Treiber dynamisch, 45 mm
Preis 239 Euro

Doch der beyerdynamic Aventho 200 hat gegenüber dem großen Bruder auch Vorzüge. So ist das Gewicht dieses Modells geringer (293 vs. 319 g) und die Akkulaufzeit höher (bis zu 63 vs. bis zu 50 Std.). Der Preisunterschied beträgt wiederum ca. 60 Euro.

Ausstattung und Verarbeitung

Die Verarbeitung des beyerdynamic Aventho 200 ähnelt durchaus der des Aventho 300. So nutzt der deutsche Hersteller auch hier bequeme Kopfpolster aus Memoryschaum und Metall für den verstellbaren Bügel. Das geringe Gewicht fällt allerdings sofort auf, wenn man den Over-Ear aus der Verpackung nimmt. Beim Lieferumfang fehlt hier jedoch das Hardcase für den Transport, welches dem Aventho 300 beigelegen hat, was ich als merklichen Verlust empfinde. Im Ergebnis müsst ihr den Aventho 200 im beiliegenden Stoffbeutel transportieren.

Geblieben sind im Lieferumfang passende Kabel für 3,5-mm-Klinke sowie USB-C. Somit könnt ihr auch den beyerdynamic Aventho 200 nicht nur kabellos per Bluetooth verbinden, sondern auch kabelgebunden. Die Bedienung erfolgt auch hier sowohl über die Begleit-App als auch eine Touch-Oberfläche an der rechten Ohrmuschel plus einen Schieberegler für Power und einen Button, der zwischen ANC-, Transparenz- und Standardklang wechselt. Die Touchsteuerung funktioniert genau wie am Aventho 300. Ein Wischen nach oben/unten hebt und senkt die Lautstärke, ein Wischen nach links/rechts springt Songs zurück oder nach vorne. Doppeltes Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe.

In der Begleit-App wiederum könnt ihr nicht nur die aktive Geräuschunterdrückung in Stufen regeln, sondern auch die Firmware aktualisieren, einen Equalizer einrichten und mehr. ANC beinhaltet beim Aventho 300 5 verschiedene Stufen, beim Aventho 200 sind es nur drei. Auch hier ist im Übrigen eine Trageerkennung an Bord. Die Wiedergabe pausiert demnach automatisch, wenn ihr den Kopfhörer absetzt, und startet wieder, wenn ihr ihn aufsetzt. Auch eine Sidetone-Funktion für Telefonate ist wieder optional zuschaltbar.

Der beyerdynamic Aventho 200 lässt sich für den Transport zusammenfalten und auch ohne den Strom anzuknipsen per Kabel nutzen – worunter der Klang aber erheblich leidet. Haltet ihn also lieber aufgeladen. Im Übrigen kommt die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit gut hin. Zwar konnte ich keine vollen 63 Stunden erreichen, 60 Stunden waren mir ohne ANC aber durchaus möglich. Bluetooth Multipoint ist im Übrigen ebenfalls an Bord, um schnell zwischen zwei verbundenen Geräten zu wechseln.

Praxistest des beyerdynamic Aventho 200

Der beyerdynamic Aventho 200 ist dem Aventho 300 in vielen Punkten sehr ähnlich. So habe ich Dolby Atmos mit Head-Tracking persönlich zu keiner Zeit vermisst, weil ich das mehr für ein Gimmick halte. Allerdings merkt man, dass der Klang etwas weniger dynamisch auf die Ohren kommt. Das sind aber eher Nuancen als extreme Sprünge. Klanglich würde ich persönlich aber den exzellenten Aventho 300 dem immer noch sehr guten Aventho 200 vorziehen.

Anders sieht es beim Tragekomfort aus: Das geringere Gewicht macht sich durchaus bemerkbar und der Aventho 200 trägt sich gerade beim Sport nochmal eine Ecke angenehmer. Im Fitnessstudio musste ich allerdings auch bei diesem Modell feststellen, dass die aktive Geräuschunterdrückung und die eher maue, passive Isolierung die Achillesferse sind. Da sind die Konkurrenten von Bose, Sony oder sogar Apple einfach weiter. Im Fitnessstudio kamen in meinem Fall mehr Geräusche durch als bei meinem betagten Jabra Elite 85h, der jedoch klanglich natürlich durchweg unterlegen ist.

So liefert auch der Aventho 200 einen warmen Klang, den man über den Equalizer der Begleit-App gut für seine individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Dank aptX HD muss man sich auch um den Codec keine Sorgen machen. Vor allem die gute Räumlichkeit hat mir auch hier sehr gut gefallen, sodass ich den Kopfhörer auch für das ein oder andere Streaming-Video sehr gerne aufgesetzt habe. Ähnlich wie beim Aventho 300 ist auch der Sitz des Aventho 200 ziemlich fest, allerdings ohne auf die Ohren zu drücken. Aufgrund des geringeren Gewichts hat mir der Tragekomfort hier sogar noch mehr zugesagt, was sich bei längeren Sessions durchaus bemerkbar machen kann.

Schwächen? Der Aventho 200 integriert weniger Mikrofone als der Aventho 300, worunter nicht nur das ohnehin schwache ANC leidet, sondern auch der Transparenzmodus und die Telefonie. Letztere funktioniert zwar auch hier recht sauber, doch es dringen zu eurem Gesprächspartner definitiv mehr Umgebungsgeräusche durch. In der Summe ist ANC hier sicherlich kein Kaufargument, auch wenn es beim Pendeln durchaus Linderung verschafft – da ist die Konkurrenz aber in dieser Preisklasse ungleich stärker. Punkte sammelt beyerdynamic vielmehr beim ausgewogenen, räumlichen Sound und bei Verarbeitung und Tragekomfort.

Mein Fazit

Wer den besseren Klang und Telefonie in höherer Qualität sucht, ist beim Aventho 300 besser aufgehoben als beim Aventho 200. Da lohnt sich dann auch durchaus der Aufpreis von rund 60 Euro. Dafür trägt sich das günstigere Modell aufgrund des geringeren Gewichts noch angenehmer. Das sollte speziell Leser hellhörig machen, welche die Over-Ears beim Sport nutzen möchten. Euch ist die aktive Geräuschunterdrückung besonders wichtig? Dann hört euch erst einmal Konkurrenzmodelle von Bose und Sony an, denn hier hat beyerdynamic noch Hausaufgaben zu erledigen.

Fantastisch ist die Verarbeitung der beyerdynamic, die sehr wertig wirkt. Da steht der Aventho 200 dem großen Bruder also in nichts nach. Auch hier liegt deswegen ein empfehlenswerter Over-Ear-Kopfhörer vor, der sowohl eindeutige Schwächen (ANC) als auch Stärken (Klang, Tragekomfort) mitbringt.

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