Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection im Test

„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ ist der nunmehr dritte Teil der JRPG-Reihe, welche ein Spin-off der Action-Rollenspiele von Capcom darstellt. Letzteren konnte ich nie so wirklich etwas abgewinnen, empfand aber die ersten beiden „Monster Hunter Stories“ als gute Titel, die heutzutage natürlich durch die altbackene Technik etwas ausgebremst werden. Immerhin sind diese beiden Spiele ursprünglich für den Nintendo 3DS bzw. die Nintendo Switch erschienen. Das brandneue Sequel kann da aus dem Vollen schöpfen und hat mich positiv überrascht.

Schon der etwas erwachsenere Anime-Stil gefällt mir richtig gut. Da wird eure Zuneigung aber natürlich davon abhängen, wie sehr euch derartige Ästhetik generell anspricht. Im Übrigen spielt „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ zwar in derselben Welt wie die Hauptreihe, sodass Veteranen viele Kreaturen wiedererkennen werden, die kunterbunte Grafik und das Aufziehen der Monster sowie die rundenbasierten Kämpfe erinnern aber eher an die Pokémon-Reihe. Im Gegensatz zu Nintendo und GameFreak hat Capcom jedoch seine Hausaufgaben gemacht und legt ein technisch zeitgemäßes Gewand vor. Deswegen kann ich selbst schonmal verraten, dass mich dieser Titel wesentlich mehr begeistert hat als etwa „Pokémon Legenden: Z-A“.

Das liegt aber nicht nur an der signifikant besseren Technik, sondern auch an der haushoch überlegenen Geschichte. Diese reicht zwar weiterhin nicht an die besten JRPG-Brecher wie „Persona 5“ oder „Ni No Kuni“ heran, birgt aber ausreichend Spannung, um einen stets bei Laune zu halten. Dabei übernimmt man die Rolle eines wahlweise weiblichen bzw. männlichen Riders / Rangers und freundet sich mit Monstern an, statt sie zu jagen. Das Gleichgewicht im Ökosystem herzustellen, ist aber gar nicht so einfach, wenn man zugleich die Rolle des Kronprinzen von Azuria ausfüllen muss. Dieses Reich befindet sich mitten in einem anschwellenden Konflikt mit dem benachbarten Vermeil, was den Anstoß für die Geschichte mit zahlreichen Wendungen gibt.

Mein Test-System:

  • CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
  • CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
  • Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
  • RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
  • SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte
  • Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
  • Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
  • Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)


Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection - [Playstation 5]


Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection – [Playstation 5]

  • Züchtet euch euer Team heran: Gestaltet und züchtet ein Team von Monsties, indem ihr Bindungen zu…
  • Rundenbasierte Kämpfe: Erlebt strategische rundenbasierte Kämpfe, die auf dem beliebten…
  • Plant eure Strategien mit verschiedenen Moves und entfesselt etwa Feueratem- oder speiende…

„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“: Gemeinsam stark

Im Gegensatz zur Hauptreihe zieht man in „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ nie alleine ins Feld. Neben dem quasselnden Katzenbegleiter Rudy hat man stets einen weiteren Charakter aus einer schillernden Truppe mit dabei. Jeder dieser Begleiter kommt dabei mit einer eigenen Nebengeschichte daher, mit der man sich im Verlauf des Spiels auseinandersetzen kann. Das verleiht der Party Tiefe, zumal alle Charaktere tatsächlich sympathisch sind. Wiederum nicht so der Hit: Capcom verscherbelt für die Begleiter direkt zum Launch allerlei Zusatz-Outfits gegen einen Obolus. Da vermisse ich die Zeiten, in denen man derlei einfach freispielen konnte.

Das Kampfsystem setzt im Übrigen auf ein elementares Schere-Stein-Papier-Prinzip. Rote Angriffe stehen für besonders mächtige Attacken, Grün für Raffinesse / Technik und Blau für Speed. Dabei schläft Macht / Kraft Technik, während Technik wiederum Speed ausbootet und die Geschwindigkeit schließlich Kraft bewältigt. So solltet ihr euch eine Party, inklusive Monster, zusammenstellen, die möglichst alle Bereiche abdeckt. Dazu gibt es aber auch noch verschiedene Waffentypen, die jeweils gegen spezifische Monster und Körperteile besonders wirksam sind. Für taktische Optionen ist also gesorgt.

Eine Open-World bietet „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ im Übrigen nicht. Stattdessen bewegt man sich durch vier weitläufige Hub-Spielwelten, die verschiedenen Landschaftstypen entsprechen. Erkundung kann sich dabei lohnen, um eines der über 100 Monster zu entdecken, versteckte Items zu ergaunern oder andere Aufgaben zu erfüllen. Vor allem die Hauptquest weiß hier im Übrigen auch durch die stilvoll inszenzierten Cutscenes zu gefallen, die mit einem orchestralen Soundtrack untermalt werden.

Auf meinem Gaming-PC konnte ich das neue JRPG von Capcom in maximalen Einstellungen bei 4K-Auflösung und lockeren 60 fps spielen – auch ganz ohne DLSS. Die Systemanforderungen sind auch ziemlich moderat, sodass selbst Besitzer älterer Rechner sich keine Sorgen machen müssen. Einen erheblichen Teil des Gameplay-Loops habe ich aber noch gar nicht angerissen: So spielt das Züchten von neuen Monstern eine große Rolle. Dafür findet man neue Nester bzw. Eier in der Spielwelt, die man ausbrüten kann. Die frisch geborenen Monster können dann das eigene Team unterstützen. Manchmal bekommt man es jedoch vorher mit den wütenden Eltern zu tun, welche auf Eierdiebe natürlich schlecht zu sprechen sind.

Mal hart,  mal zart

Gewöhnungsbedürftig ist auch der Schwierigkeitsgrad. Grundsätzlich gibt es nämlich nur einen, der aber stark variiert. So kann es sein, dass ihr im offenen Hub zunächst über die mickrigen Gegner müde lächelt, in einem Nest aber von einem Über-Monster chancenlos niedergemäht werdet. Bei der Monster-Zucht kommen im weiteren Spielverlauf sogar Mutationen und genetische Übertragungen ins Spiel. Das erinnert etwas an das Verschmelzen von Personas in den „Persona“-Spielen. Auf diese Weise könnt ihr Monstern eines bestimmten Typs Fähigkeiten verpassen, die sie sonst nicht beherrschen würden.

Damit könnt ihr also jede Menge Zeit verplempern, bis ihr euch das Monster herangezüchtet habt, das ihr gerne mit auf eure nächste Tour nehmen wollt. Teilweise gilt es dann auch, wie ein treuer Öko invasive Monster aus einem Lebensraum zu vertreiben, in den sie nicht gehören. Langweilig wird es in den jeweiligen Gebieten also wirklich nicht.

Kritisieren möchte ich lediglich, dass es streckenweise zu einer gewissen Monotonie kommen kann. Dies gilt insbesondere, wenn ihr beim Züchten, Einsammeln von Eiern und Ressourcen und dem Abhaken von Map-Icons die Hauptgeschichte zu lange ignoriert. Da gilt es, die richtige Balance zu finden. Zumal „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ ein ziemlicher Brocken ist. Je nachdem, wie sehr ihr in den unterschiedlichen Mechaniken aufgeht, sind 40 bis 60 Stunden als Gesamtspielzeit realistisch.

Mein Fazit zu „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“

„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ hatte ich lange nicht wirklich auf dem Zettel, sodass ich sehr positiv von diesem JRPG überrascht worden bin. Die Geschichte ist zwar weiterhin nicht weltklasse, aber deutlich spannender und emotionaler inszeniert als bei den Vorgängern. Auch die Begleiter haben mehr Tiefgang und glänzen alle mit eigenen Nebengeschichten. Die Mischung aus taktischen Kämpfen und dem Züchten von Monstern mit moderner Grafik zeigt Pokémon, wie es heutzutage richtig geht.

Im Ergebnis kann ich „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ allen JRPG-Fans wärmstens empfehlen. Ich hoffe, dass dieses Rollenspiel nicht im Sog von „Crimson Desert“ untergeht und die Aufmerksamkeit bekommt, die es wirklich verdient. Getestet habe ich dabei die PC-Version, ihr könnt das Game aber auch für die PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 kaufen.


Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection - [Nintendo Switch 2]


Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection – [Nintendo Switch 2]

  • Züchtet euch euer Team heran: Gestaltet und züchtet ein Team von Monsties, indem ihr Bindungen zu…
  • Rundenbasierte Kämpfe: Erlebt strategische rundenbasierte Kämpfe, die auf dem beliebten…
  • Plant eure Strategien mit verschiedenen Moves und entfesselt etwa Feueratem- oder speiende…

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Nothing Phone (4a) und Phone (4a) Pro im Ersteindruck: Mehr als nur Mittelklasse

Nothing hat mit dem Nothing Phone (4a) und Phone (4a) Pro Nachfolge-Modelle für seine Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Im letzten Jahr hatte ich die beiden Vorgängermodelle unter die Lupe genommen und konnte in den vergangenen Wochen nun auch erste Erfahrungen mit der diesjährigen Modellreihe sammeln. Nothing bietet in seiner a-Reihe durchaus potente Geräte an und in diesem Jahr gilt wieder einmal mehr: Die Phone-(4a)-Reihe kommt mit (kleineren, verschmerzbaren) Abstrichen gegenüber derzeitigen Flaggschiff-Geräten. Weiterhin gibt es viel Smartphone für einen schmalen Taler. So viel sei ebenfalls vorab verraten: Hatte ich derzeit noch zum Pro-Modell tendiert, so dürfte den meisten Nutzern in diesem Jahr das reguläre (4a) ausreichen, wenngleich das Pro-Modell in einigen Punkten etwas näher ans Flaggschiff heranragt.

Wer einen genauen Einblick in die technischen Spezifikationen der beiden Modelle bekommen will, dem sei mein Artikel zum Launch ans Herz gelegt. Um die Unterschiede zwischen dem (4a) und dem (4a) Pro auf dem Papier kurz zu resümieren: Beide Smartphones setzen auf ein ähnliches AMOLED-Panel. Das Pro-Modell fällt mit 6,83 Zoll (ca. 17 cm) minimal größer aus, legt auch bei der Peak-Helligkeit eine kleine Schippe mehr drauf und hat eine erhöhte, adaptive Bildwiederholrate von 144 Hz. Während im Phone (4a) der Snapdragon 7s Gen 4 zum Einsatz kommt, ist es beim Pro-Modell mit dem Snapdragon 7 Gen 4 jetzt der große Bruder und mit LPDDR5X auch der schnellere Arbeitsspeicher. Auch unterstützt nur das Pro-Modell eine eSIM.

Ansonsten: Das Nothing Phone (4a) Pro setzt auf ein Aluminium-Unibody-Design, im (4a) hingegen kommen Glas und Aluminium-Akzentezum Einsatz. Beim Triple-Kamera-Setup sind Tele (mit Periskop-Linse) und Ultraweitwinkel-Linse jetzt identisch. Sprich: Auch das normale (4a) kommt jetzt mit dedizierter Tele-Linse. Wohlgemerkt mit demselben Sensor wie im Nothing Phone (3). Einziger Unterschied neben schnellerer Bildverarbeitung im Pro-Modell sei nur der 50-Megapixel-Hauptsensor: Hier setzt das Pro-Modell auf den Sony LYT-700C als Sensor, das (4a) hingegen der Samsung GN9 (ebenfalls 50 Megapixel).

Ausgepackt und angefasst: Premium-Gefühle mit dem Aluminium-Design des Nothing (4a) Pro

Auch die beiden diesjährigen Modelle können beim Auspacken direkt durch ihre hochwertige Materialwahl sowie die Verarbeitung punkten. Das ist – Nothing-typisch – alles sehr stimmig, fasst sich super an und da gibt es auch absolut nichts zu meckern. Mit dem (4a) Pro legt man da durch das Aluminium-Unibody-Design nochmals eine Schippe drauf: Das wirkt echt Premium und durch das Metallgehäuse in einem Guss sticht man da auch diverse Flaggschiff-Modelle (mitunter das eigene Phone (3)) aus. Da möchte man echt kein Case drumherum packen.

Passt portfolioseitig übrigens auch super zu den Nothing Ear (3) sowie den Headphones (1), die ebenfalls auf eine massive Aluminium-Basis setzen.

Für Modelle mit solchen Abmaßen liegen beide Phone-(4a)-Modelle gut in der Hand. Die Buttons haben die guten Druckpunkte der letzten Generation, man hat aber die Button-Platzierung überarbeitet: Die hängen jetzt nicht mehr so tief und sind somit besser erreichbar.

Weitere Gedanken: Der Kamera-Buckel vom Phone (4a) fällt, trotz Periskop-Kamera, wesentlich kleiner aus. Der vom letztjährigen Pro-Modell war wirklich riesig. Man vereint somit die dedizierte Zoom-Kamera im kleineren Kamera-Buckel. Das dezentere Design des (4a) Pro wiederum dürfte vielen gefallen, die ansonsten nicht ganz mit dem Nothing-Look warm werden. Die transparenten Akzente hat man hier dezenter untergebracht. Holt mich (meine subjektive Meinung) tatsächlich sehr ab. Beim (4a) ist das eher Geschmackssache. Ich finde zudem angenehm, dass man einzelne Linsen nicht wie Türme erhebt, sondern man diese geschützt zusammenfasst. Das vereinfacht die Reinigung.

Nothing setzt bei beiden Geräten auf hochwertige AMOLED-Panels. Obwohl beide Geräte identisch groß sind, ist das Panel im Pro-Modell, dank minimal dünnerer Ränder, etwas größer. Die Panels spielen auf einem durchaus hohen Niveau und auch im Direktvergleich kann man da mit diversen Flaggschiffen sogar mithalten. Das Display ist scharf, Farben realitätsgetreu und Blickwinkel sind stabil. Auch bei Sonneneinstrahlung kann man die Geräte problemlos nutzen. Unterstützt wird eine Bildwiederholrate von 120 Hz bzw. 144 Hz, wobei weder die erhöhte Bildwiederholrate, noch die unterschiedlich bezifferte Peak-Helligkeit (4500 Nits vs. 5000 Nits) im Praxiseinsatz und somit Alltag eine Rolle spielen. Das ist auch kein Wunder, denn beim normalen Scrollen und Co. läuft auch das Pro-Modell im Regelfall auf 120 Hz. Nur bei einigen, ausgewählten Games (z. B.: Subway Surfers) werden die 144 Hz erreicht. Der Helligkeitsunterschied zu den Vorgängern fällt eher auf.

Wer meine Testberichte kennt, der weiß, ich bin absolut kein Fan von nichtssagenden Benchmarks. Im Zusammenspiel aus Prozessor, Nothing OS und der Bildwiederholrate ergibt sich ein butterweiches Nutzungserlebnis. Ich habe zu keiner Zeit mit der Nutzung sehnlichst ein aktuelles Flaggschiff-Modell gewünscht. Klar, kleinere Unterschiede gibt es da, etwa beim Öffnen von Apps. Der Unterschied zwischen (4a) und (4a) Pro macht sich auch eher bei Kleinigkeiten, wie der Verarbeitung von Bildern nach dem Auslösen bzw. den Ladezeiten der Galerie direkt nach dem Schießen eines Fotos bemerkbar. Starke Behauptung: Das Gros der Nutzer bekommt hier ein performantes und alltagstaugliches Gerät, dem nichts fehlt.

Auch wenn mir bisher die Langzeiterfahrungen zu den beiden Geräten fehlen, empfand ich den Standby-Verbrauch (Nothing-untypisch) als vergleichsweise hoch. Ich kam mit beiden Geräten in der Alltagsnutzung problemlos über den Tag, aber sowas hängt bekanntlich sehr stark von diversen Nutzungsszenarien ab. Tendenziell fällt die Laufzeit beim normalen (4a) eher etwas höher aus, was am etwas schwächeren Chipsatz liegen dürfte und dass die Glyph hier eben auch nicht dauerhaft leuchtet, beziehungsweise leuchten kann. Aufgeladen wird dank 50-Watt-Betankung sehr flott. Drahtloses Aufladen gibt es nicht, das dürfte so einer der größeren Abstriche zu Flaggschiff-Modellen sein.

Triple-Kamera: Zweimal Periskop-Linse zum Mitnehmen bitte

Für den aufgerufenen Preis besitzen beide Smartphones eine überdurchschnittlich gute Kamera. Bei Tageslicht kann man detailreiche Resultate einfangen. Nothing-typisch kann man mit einer sehr natürlichen Farbgebung und natürlichen Hauttönen punkten. Mit Presets können Nutzer hier nach eigenem Gusto nachsteuern. Wer gerne mit der Ultraweitwinkel-Kamera fotografiert, der wird an beiden Modellen keinen Gefallen finden. Im Vergleich zu aktuellen Flaggschiff-Modellen wird man vor allem bei der Low-Light-Performance in die Tasche gesteckt. Unbearbeitete Bilder in voller Auflösung könnt ihr an dieser Stelle einsehen.

Nothing Phone (4a)

Beim Hauptsensor setzt man bei (4a) und (4a) Pro in diesem Jahr nicht auf identische Sensoren. Während das Pro-Modell auf einen Sony-Sensor setzt, kommt beim normalen (4a) ein Samsung-Sensor zum Einsatz. Gemeinsam haben beide Sensoren ein schönes, natürliches Bokeh durch den großen Sensor. Im Direktvergleich sind Bilder mit dem (4a) Pro einen Tick schärfer. Ohne diesen zu haben würde ich in den meisten Szenarien aber recht ähnliche Resultate bescheinigen – auch im Vergleich zum (3a) Pro.

Nothing Phone (4a) Pro

Nothing Phone (4a) Pro

Das Nothing Phone (4a) erbt die Periskop-Kamera, die im vergangenen Jahr noch dem Pro-Modell vorbehalten war. Für Aufnahmen mit einem Zoomfaktor von bis zu 10 liefert das nicht nur brauchbare Resultate, sondern echt schöne Ergebnisse. Alles darüber hinaus, taugt teils nicht mal für die Schnappschussqualität, da pokert man wie andere Hersteller mit übertriebenen Zoom-Raten und verschlimmbessert per Post-Processing. Problematisch wird es auch bei schnell bewegenden Objekten, etwa Tieren.

Weiterhin ist die Ultraweitwinkel-Kamera das schwächste Glied im Triple-Kamera-Gespann: maximal für Schnappschüsse ausreichend. Es mangelt an Lichtstärke und zu den Rändern hin werden die Aufnahmen deutlich unschärfer. Das ist schade, zumal nach der Kritik im vergangenen Jahr sich in diesem Bereich nichts getan hat.

Nothing OS, Glyph & Co

Auf beiden Geräten werkelt Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16. Das Betriebssystem ist mittlerweile sehr erwachsen und setzt auf eine durchgängige, abgestimmte Benutzererfahrung. Die eigenen Apps wirken weitgehend wie aus einem Guss und greifen nahtlos ineinander. Wer den Look nicht ganz so fühlt, der kann ein sehr Android-natives Erlebnis auswählen. Missfallen dürfte einigen, dass man diverse Social-Media-Apps vorinstalliert. Das wäre neben Facebook und Instagram auch TikTok.

Nothing garantiert nach eigenen Angaben zwar sechs Jahre Sicherheitspatches, die OS-Updates hätten aber gerne länger sein dürfen als die beworbenen drei Jahre. Damit gewinnt man gegenüber der Google-Pixel-a-Reihe und Samsungs A-Serie keinen Preis.

Beim Glyph-Interface gibt es inzwischen einige (nützliche) Anwendungsfälle (Timer, Benachrichtigungen, etc.) und es ist ein Hingucker. Beide haben zudem eine rotleuchtende Aufnahme-LED. Während das (4a) die Glyph-Bar mitbringt, die neben einer Status-Anzeige lediglich eher eine allgemeine Benachrichtigungs-LED darstellt, kann man beim Pro-Modell mehr personalisieren, etwa spezielle Benachrichtigungssymbole hinterlegen. Das pixelige Glyph Interface passt super zum sonstigen Nothing-Look. An Drittanbieter-Unterstützungen großer Apps hat sich hier aber weiter nicht viel verändert. Von daher bleibt es, außerhalb einiger Usecases (Benachrichtigungen, Uhrzeit, Countdown beim Selbstauslöser, Visualisierung der Lautstärke), eher eine Spielerei. Für das Pro-Modell gibt es aber findige Entwickler in der Community.

Der Fingerabdruckscanner arbeitet weiter optisch und identisch zuverlässig. Hier kann man Flaggschiffen mit Ultraschallsensor (das Phone (3) hat übrigens keinen) nicht das Wasser reichen. Nothing baut auch sukzessive den Essential Hub aus, weiterhin aber mit Ausbaupotenzial.

Unterm Strich: Für den Großteil der Nutzer dürfte das (4a) sogar ausreichen

Nothing hat seine A-Reihe solide weiterentwickelt. Diese fällt sehr hochwertig aus und mutet in vielen Punkten (Display, etc.) an, wie ein Flaggschiff-Gerät. Damit hat man abermals ein durchaus attraktives Gesamtpaket geschnürt. Die (durchaus solide) Periskop-Kamera wandert vom Pro-Modell ins normale (4a) und das zu einem Kostenpunkt ab 349 Euro und bei einem signifikant kleineren Kamera-Buckel. Da bekommt man wirklich sehr viel fürs Geld und die Aufpreise für mehr Speicher sind fair bemessen. Ich würde wohl in den wenigsten Fällen mein Flaggschiff-Gerät vermissen – vor allem, wenn man nicht den Direktvergleich hat.

Hatte ich im vergangenen Jahr noch zum Pro-Modell geraten, würde ich in diesem Jahr sagen, dass man das Standard-Modell quasi ebenbürtig aufgewertet hat, nicht zuletzt aufgrund der Periskop-Linse. Das Unibody-Gehäuse im Pro ist schon ein Premium-Feeling der Extraklasse und auch die Glyph Matrix ist ein Hingucker, für die meisten aber eher eine Spielerei. Ansonsten? Die Unterschiede bei Hauptkamera, Display sowie Chipsatz-Performance sind marginal. Und der eSIM-Support trennt noch das (4a) vom (4a) Pro.

Klar, Abstriche gibt es bei beiden Modellen. Die dürften für viele Nutzer aber absolut verschmerzbar sein: So gibt es kein Wireless Charging und auch die Kamera kann (logischerweise) nicht an die Performance aktueller Flaggschiff-Smartphones heranragen, wenngleich die Qualität von Hauptkamera und Zoomkamera durchaus ausreicht. Und sind wir mal ehrlich, die meisten konsumieren ihre Fotos ohnehin nur auf dem Smartphone oder versenden diese (im Optimalfall) komprimiert über WhatsApp und Co weiter.

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Apple MacBook Neo im Test: Der Mac mit dem iPhone-Herz

Apple hat mit dem MacBook Neo den Rotstift ausgepackt und will den Massenmarkt zurückerobern. Für ab 699 Euro (oder schmale 599 Euro im Bildungsbereich) bekommt man hier den günstigsten Einstieg in die macOS-Welt seit gefühlten Ewigkeiten. Aber kann ein Laptop, der quasi ein iPhone im schicken Aluminium-Gewand ist, im Alltag wirklich bestehen? Ich habe mir das MacBook Neo nicht nur angeschaut, ich habe in der letzten Zeit damit gearbeitet, denn machen wir uns nichts vor: Ich kann fast meine komplette Arbeit damit erledigen.

Design und Verarbeitung: Edle Hülle, klassischer Kern

Beim Auspacken die erste Überraschung: Das Neo fühlt sich nicht nach Billig-Laptop an. Apple nutzt das bewährte schicke Design, setzt auf recyceltes Aluminium und liefert das Gerät in ziemlich schicken Farben wie Indigo oder dem knalligen Zitrus aus. Es wiegt gerade einmal 1,22 Kilogramm und ist meines Erachtens tadellos verarbeitet.

Doch wer genau hinsieht, findet die Sparmaßnahmen. Das Trackpad ist mechanisch. Das bedeutet, es klickt physisch und nutzt kein haptisches Feedback über Motoren wie die teureren Brüder. Die Tastatur schreibt sich gewohnt gut, kommt aber komplett ohne Hintergrundbeleuchtung daher. Wer abends im Bett noch eine Mail tippen will, sollte also wissen, wo die Tasten liegen. Tatsächlich so eine Sache, die ich selbst vermisst habe, da ich nicht immer im bestens ausgeleuchteten Büro arbeite.

Display und Sound: Solide Hausmannskost

Das 13-Zoll-Display leuchtet mit bis zu 500 Nits. Das ist hell genug für das Homeoffice oder den Hörsaal, stößt im direkten Sonnenlicht aber an seine Grenzen. Nicht, dass man nichts erkennen könnte, bei direkter Einstrahlung auf der Terrasse machte es mir aber etwas weniger Spaß. Auf Features wie True Tone oder die ProMotion-Technologie wurde verzichtet. Interessant ist der Rand: Da Apple keine Aussparung für die Kamera nutzt, ist der Rahmen um das Panel etwas dicker als beim aktuellen Air. Die 1080p-Webcam sitzt dort aber sicher und liefert ein ordentliches Bild in der Preisklasse für Video-Calls.

In Sachen Sound gibt es Lautsprecher an den Seiten, die für YouTube-Videos, Nebenbei-Musik oder einen Podcast völlig ausreichen. Ein Konzertsaal-Erlebnis wie beim MacBook Pro sollte man hier natürlich nicht erwarten. Positiv: Der Klinkenanschluss für Kopfhörer ist weiterhin an Bord.

Leistung: Das iPhone-Herz schlägt kräftig

Unter der Haube werkelt der A18 Pro Chip, den wir bereits aus dem iPhone 16 Pro kennen. Und ja, macOS läuft darauf erstaunlich flüssig. Für Office-Arbeiten, Surfen mit vielen Tabs und sogar Bearbeiten von Urlaubsfotos und Videos reicht die Power locker (und damit meine ich locker!) aus. Ich hab da während meiner Arbeitstage echt nichts vermisst, klingt komisch, ist aber so.

Das große Aber sind die 8 GB Arbeitsspeicher. Mehr gibt es nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Wer professionellen Videoschnitt plant oder Dutzende speicherhungrige Apps gleichzeitig nutzt, wird merken, dass das System an seine Grenzen stößt und Daten auf die SSD auslagern muss. Für die Zielgruppe Schüler und Studenten dürfte das aber selten zum Problem werden. Und wenn, werden die betreffenden Menschen schon von vornherein wissen, dass sie zu einem leistungsstärkeren Hobel greifen müssen.

Anschlüsse und Akku: Ein Tag ohne Netzteil?

Es gibt zwei USB-C-Ports auf der linken Seite, die jedoch unterschiedlich schnell sind. Der hintere Port beherrscht USB-3-Geschwindigkeiten und kann einen externen 4K-Monitor befeuern, während der vordere Port nur mit lahmem USB-2-Tempo funkt. MagSafe zum Laden gibt es nicht, man belegt also immer einen der beiden Ports mit dem Ladekabel, wenn man nicht „auf Akku“ unterwegs ist,

Dafür punktet das Neo bei der Ausdauer. Dank des effizienten A-Chips sind im Alltag 11 bis 16 Stunden Laufzeit drin. Das sind allerdings nur die theoretischen Werte, vom Surfen mit Safari bis hin zu reinem Videostreaming. Geht mal von weniger aus, ich kam im mixed Mode auf 7 Stunden, da spielt immer viel rein, was man macht, wie hell das Display ist und und und. Man kann sich auch den Sega Football Manager installieren und noch kürzeren Prozess mit dem Akku machen, aber das kenne ich auch vom MacBook Pro. Erwähnenswert: Das Gerät ist komplett lüfterlos und arbeitet somit absolut lautlos.

Die Übersicht: Pro und Contra

  • Pro: Unschlagbarer Preis für den Einstieg in das Apple-Ökosystem.
  • Leistungsstark für den Preis
  • Pro: Gute Akkulaufzeit und lautloser Betrieb.
  • Pro: Hochwertiges Aluminium-Gehäuse in frischen Farben.
  • Mein Contra: Keine Tastaturbeleuchtung vorhanden.
  • Contra: Festgezurrt auf 8 GB RAM, keine Upgrades möglich.
  • Eventuelles Contra: mechanisches Trackpad ohne Force Touch. Geht dennoch alles.
  • Eventuelles Contra: Touch ID fehlt im Basismodell mit 256 GB Speicher.

Fazit: Für wen ist das MacBook Neo?

Das MacBook Neo ist die perfekte Schreib-und-Mehr-Maschine für die Uni, die Schule oder das Homeoffice. Es ist ein Gerät für alle, die ein zuverlässiges macOS-Gerät suchen und keine Unsummen ausgeben wollen. Apple liefert hier echt solide Hardware ohne viel Schnickschnack. Als jemand, der oft auch Windows-Notebooks unter den Fingern hat (irgendwas ist ja immer), kann ich mir absolut nicht vorstellen, in der Preisregion ein Book mit Windows zu wollen. Hackt mich in Stücke, kritisiert mich – aber nee! Die Symbiose ist stimmig. Tolles Betriebssystem, Premium-Feeling, schlicht edel und genug Power.

Mein Rat: Wer es sich leisten kann, sollte zum 512-GB-Modell greifen. Dort ist nicht nur mehr Platz für Fotos und Apps, sondern auch der Touch-ID-Sensor im Power-Button verbaut. Wer allerdings auf eine beleuchtete Tastatur angewiesen ist oder mehr Leistung braucht, sollte schauen, ob er ein MacBook Air im Angebot findet. Da müsst ihr echt schauen, wenn ihr ein Vorjahres-Air günstig schießen könnt, why not? Auf jeden Fall zuschlagen, würde ich auch. Und wer am Neo interessiert ist: Saugt vielleicht mal einen Studenten im Freundeskreis an, wenn der sich eines kauft, spart man noch einmal 100 Euro. Ansonsten sind 699 Euro oder eben 799 Euro zu veranschlagen. Und falls kein Netzteil vorhanden ist, müsst ihr eines separat kaufen.

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Dyson Spot+Scrub Ai im Test: Endlich Wischen – aber zum Dyson-Preis

Dyson und die Saugroboter, das war bisher eine Geschichte voller Missverständnisse. Wer die bisherigen Modelle probiert hat, der weiß, wovon ich spreche. Die Saugleistung war dort nie wirklich ein Problem, aber die Teile waren immer mit ordentlich Kompromissen und Eigenheiten verbunden. Mit dem neuen Spot Scrub Ai versuchen es die Briten jetzt erneut und bringen einen Roboter auf den Markt der erstmals sowohl ein Saug- als auch ein Wischroboter mit Selbstentleerung, Selbstreinigung ist. Ob das klappt, habe ich für euch unter die Lupe genommen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Karton ist entsprechend groß. Drin stecken der Roboter selbst, die Dockingstation, die Seitenbürsten (die erst einzuklicken sind) sowie die üblichen Unterlagen. Was fehlt ist ein Fläschchen Reinigungsmittel, da möchte Dyson separat Geld verdienen. Das Unternehmen gibt in der Anleitung direkt an, dass man welches in den Wassertank geben soll. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse hätte ich das zumindest symbolisch im Lieferumfang erwartet. Kleine Geste, große Wirkung.

Die Dockingstation ist ein ziemlicher Klotz. 44 cm breit, 50 cm tief und 45,5 cm hoch. Das steht jetzt im Wohnzimmer und will gesehen werden, ob man will oder nicht. Im Vergleich zu manchen chinesischen Mitbewerbern fehlt ihr außerdem das gewisse Etwas in puncto Design. Dyson-Produkte haben normalerweise diesen unverkennbaren Effekt. Der ist zwar da, aber irgendwie dich auf der Strecke geblieben. Alles in schwarzem Kunststoff, funktional, aber nicht besonders aufregend.

Einrichtung

Die Einrichtung läuft über die Dyson-App, die es für iOS und Android gibt. Das Hinzufügen des Geräts geht schnell von der Hand, der Roboter verbindet sich mit dem WLAN und fährt anschließend einen Kartierungsdurchlauf. In meinem Durchlauf hat er alle Türen etc. sauber erkannt. Man kann aber auch in der App nachjustieren. Die App selbst sieht gut aus und ist stabil. Allerdings fehlt mir an einigen Stellen die Logik, besonders beim Bearbeiten der Karte und beim Zuweisen von Räumen.

Wer schon mal eine Roborock- oder Dreame-App benutzt hat, wird sich hier etwas weniger zu Hause fühlen. Dass erkannte Hindernisse nur als orangefarbener Kegel auf der Karte erscheinen, und zwar ohne Beschriftung oder Foto, ist ebenfalls schade. Der Roboter soll laut Dyson bis zu 200 verschiedene Objekte erkennen. Dann wäre es schön, wenn er zumindest versuchen würde zu raten, was er da gesehen hat. Das können andere inzwischen besser. Immerhin gibt es keine seitenweise Einstellungsmenüs, wie man sie von manchen Konkurrenten kennt. Dyson traut dem Gerät also zu, seinen Job selbst zu machen.

Verarbeitung und Design

Der Roboter selbst misst 37,3 cm im Durchmesser und ist 11 cm hoch. Damit kommt er unter die meisten Möbelstücke. Das Gewicht von 6,6 kg merkt man, wenn man ihn hochhebt, aber im Alltag ist das eher irrelevant. Das typische Dyson-Design ist noch erkennbar. die lila und roten Akzente an den Seitenbürsten und am Wischmodul erinnern an die Akkusauger. Der durchsichtige Staubbehälter in der Station ist dagegen Geschmackssache. Bei einem Handstaubsauger im Schrank praktisch, aber wer den Roboter in der Küche oder sonstwo stehen hat, guckt beim Frühstück direkt in einen Behälter voller Staub und Haare. Ich hätte das lieber nicht.

Die Dockingstation beherbergt einen 4-Liter-Staubbehälter, je einen 2-Liter-Tank für sauberes und schmutziges Wasser sowie den Lader. Das Wischmodul wird nach jedem Durchlauf mit warmem Wasser gereinigt und dann getrocknet. Das funktioniert wirklich gut. Nach mehreren Wochen Nutzung sieht das Mopp-Pad nahezu neuwertig aus. Beutellos ist übrigens ein echtes Argument. Wer schon mal versucht hat, den richtigen Ersatzbeutel für seinen Saugroboter zu bestellen, weiß, was ich meine. Hier entleert man einfach den Behälter in den Hausmüll – so wie bei jedem anderen Dyson auch.

Ein Punkt an die Katzenbesitzer: Die Staubehälter (sowohl im Robo als auch in der Station) sind so designt, dass man sie mit einem einfachen Druck entkoppeln kann. Ich habe zwei der Leisetreter im Haus, die den Roboter natürlich interessant finden, auf den Robo oder die Station springen und so weiter. Da ist es nicht nur ein Mal im Test vorgekommen, dass der Behälter der Station auf dem Boden lag und der Behälter im Roboter lose im Gerät stand. Unschön…

Saugperformance

Die Saugkraft wird mit bis zu 18.000 Pa angegeben. Das ist ordentlich, auch wenn der Vorgänger noch mit 22.000 Pa auftrumpfte. Der Kompromiss dürfte dem Wischsystem geschuldet sein, denn alles will ja irgendwo Platz haben. Auf Hartboden liefert der Spot Scrub Ai sehr gute Ergebnisse. Besonders positiv fiel auf, dass er die Saugkraft automatisch erhöht, wenn er Schmutz erkennt, und gleichzeitig die Seitenbürsten verlangsamt, damit kein Krümelchaos entsteht. Das ist ein Detail, das man nicht unbedingt erwartet, aber im Alltag wirklich einen Unterschied macht.

Auf Teppich ist das Bild gemischter. Im Auto-Modus arbeitet er ordentlich und schafft es, den Großteil des Schmutzes aufzunehmen. Der Zielreinigungsmodus, bei dem man dem Roboter eine bestimmte Zone zum Reinigen anweist, hat in meinen Tests aber nicht zuverlässig funktioniert. Mehrfach ist er dabei an der Schmutzstelle regelrecht vorbeigekurvt. Das ist frustrierend bei einem Gerät dieser Preisklasse. Außerdem ist er sehr laut, auch im leisen Modus. Wer empfindlich ist oder das Gerät tagsüber laufen lassen möchte, sollte das im Kopf behalten.

Die Wischfunktion ist das eigentlich Neue an diesem Gerät. Dyson setzt auf einen Rollenmopp, der mit auf 60 Grad aufgeheiztem Wasser gespeist wird und sich beim Fahren selbst reinigt. Das Prinzip ist anders als die flachen Wischpads der meisten Konkurrenten und hat seine Vor- und Nachteile. Den Vorteil habe ich bereits erwähnt. Die Reinigung des Mopps ist hervorragend. Als Nachteil muss ich nennen, dass der Mopp sich nicht vollständig anheben lässt, wenn der Roboter über Teppich fährt. Er kann ihn lediglich 4 cm zur Seite schieben. Wer also Teppich und Hartboden gemischt hat, sollte das im Hinterkopf behalten und den entsprechenden Bereich im App-Befehl ausschließen.

Das titelgebende „Spot“-Feature, also das automatische Erkennen von Flecken und das intensivere Nachschrubben dieser Stellen, konnte ich in meinen Tests nicht wirklich nachvollziehen. Ob der Roboter eine bereits vertrocknete Stelle erkennt und besonders gründlich bearbeitet? In einem Durchgang hat er jedenfalls nicht alles wegbekommen. Zwei Durchläufe auf maximaler Wasserstufe haben deutlich mehr gebracht, perfekt war das Ergebnis trotzdem nicht. Für hartnäckige Flecken bleibt man im Zweifel selbst gefragt. Für den täglichen Unterhalt ist die Wischfunktion aber durchaus brauchbar. Wer den Roboter regelmäßig durch Küche und Co. schickt, hält den Boden sauber.

Bei der Rückkehr zur Station gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mehrfach hat der Spot Scrub Ai Schwierigkeiten gehabt, die kleine Rampe in die Dockingstation hinaufzufahren. Er hat gedreht, mehrfach angesetzt, gedreht und es dann doch irgendwann geschafft. Auf einem völlig ebenen Boden. Warum, konnte ich nicht herausfinden. Das ist nicht dramatisch, fällt bei einem Gerät in dieser Preisklasse aber auf.

Laut Dyson schafft der Roboter bis zu 200 Minuten pro Ladung. Das ist für ein Gerät mit Wischfunktion beachtlich und reicht auch für größere Wohnungen. Wer eine mehrstöckige Wohnung hat, kann mehrere Karten anlegen, das klappt problemlos. In meinem Test hat es nie bis zum vollständigen Entladen des Gerätes gereicht und da habe ich ihn auf zwei Ebenen fahren lassen.

Fazit

Dyson hat mit dem Spot Scrub Ai endlich einen richtigen Saugroboter mit Wischfunktion und Selbstentleerung auf den Markt gebracht. Das ist zunächst mal eine gute Nachricht. Das beutellose Konzept ist praktisch, die Selbstreinigung des Wischsystems ist vorbildlich, und auf Hartboden saugt er wirklich gut. Der Auto-Modus ist die richtige Einstellung für den täglichen Einsatz und wer das Gerät regelmäßig durch die Wohnung schickt, hat saubere Böden. Es gibt jedoch auch Haken. Für knapp 1.000 Euro habe ich mehr erwartet. Die App braucht noch Feinschliff, der Zielreinigungsmodus ist nicht zuverlässig und das Andocken geht manchmal mehrere Versuche. Dazu kommt, dass die Wischleistung bei hartnäckigen Flecken nicht mithalten kann.. Wer Dyson liebt und das Budget hat, bekommt einen soliden Alltagshelfer. Wer das Beste aus seinem Geld herausholen will, schaut sich die Konkurrenz von Roborock, Dreame und Co an.

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Insta360 Link 2 Pro & Link 2C Pro im Test: Die Webcam, die wirklich mitdenkt

Webcams hatten lange das Image des notwendigen Übels. Irgendein Plastikding oben am Monitor, das in schlechtem Licht ein körniges Bild liefert, während der Hintergrund aussieht wie eine Horrorfilmkulisse. Insta360 versucht seit einiger Zeit, dieses Klischee loszuwerden, tat das mit ziemlichem Erfolg und legt mit den neuen Pro-Modellen der Link-2-Familie nochmal eine Schippe drauf. Ich habe mir beide Geräte angeschaut: die Insta360 Link 2 Pro und die Insta360 Link 2C Pro.

Kurz vorab: Die beiden sind eng verwandt, teilen sich dieselbe Hardware-Basis und unterscheiden sich im Wesentlichen durch ein einziges, aber entscheidendes Feature. Dazu gleich mehr.

Was steckt drin?

Beide Kameras setzen auf einen 1/1,3-Zoll-Sensor, was ein ziemlich großer Chip für eine Webcam ist. Die meisten anderen Webcams werkeln mit deutlich kleineren 1/2-Zoll-Sensoren. Dazu kommen Dual Native ISO und HDR. Anders ausgedrückt, gibt es deutlich bessere Bilder bei schlechtem Licht, weniger ausgeblichene Fenster im Hintergrund, natürlichere Gesichter und so weiter. Wer schon mal im Homeoffice mit der Abendsonne oder einer einzigen Schreibtischlampe gekämpft hat, weiß, wovon ich rede.

Das Sichtfeld liegt bei rund 84 Grad – etwas breiter als beim Vorgänger und angenehm für kleine Räume. Der Autofokus arbeitet per PDAF (Phase Detection). In der Praxis bedeutet das, dass der Fokus sofort und schnell nachzieht, ohne das nervige Herumpumpen, das man von günstigeren Webcams kennt. Haltet ihr Dokumente oder Produkte vor die Linse, bleibt das Bild zackig scharf.

Das Audio-System ist ebenfalls ein Upgrade gegenüber dem, was man sonst von Webcams kennt. Zwei Mikrofone sind an Bord, ein omnidirektionales und ein Richtmikrofon, kombiniert mit Strahlformung und KI-Rauschunterdrückung. Im Link Controller lassen sich vier Modi einstellen: Standard, Breit, Fokus und Original. Wer in einem lauten Großraumbüro oder neben einer laufenden Spülmaschine arbeitet, wird den Fokus-Modus mögen. Dieser schneidet Hintergrundgeräusche ziemlich konsequent weg.

Kurz die Specs auf einen Blick:

Eigenschaft Link 2 Pro Link 2C Pro
Video
Sensorgröße 1/1,3″ 1/1,3″
Videoauflösung Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Videokodierungsformat H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
Belichtungskorrektur ±3 EV ±3 EV
ISO Dual Native ISO


100-3200
Dual Native ISO


100-3200
Verschlusszeit 1/8000~1/30s 1/8000~1/30s
Weißabgleich 2000-10000 K 2000-10000 K
Blende f/1,9 f/1,9
35 mm äquivalente Brennweite 24 mm 24 mm
Festes FOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV
Digitalzoom Bis zu 4x Bis zu 4x
Autofokus Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–) Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–)
HDR Unterstützt Unterstützt
Mikrofone 2 2
Rauschreduzierung KI-Rauschunterdrückung KI-Rauschunterdrückung
Audiomodi Standard, Breit, Fokus, Original Standard, Breit, Fokus, Original
Modi KI-Tracking, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund Auto-Framing, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund
Gimbal
Gimbal 2-Achsen Ohne
Hardware
Taste 1x Berührungstaste 1x Berührungstaste
Verbindungsmöglichkeiten Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter
Stromverbrauch 5V/1A 5V/1A
Befestigungsoptionen Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ
Maße (B × H × T) 71,3 × 58,9 × 38 mm 62,7 × 30,2 × 26 mm
Gewicht Ohne Magnethalterung: 102,5 g


Mit Magnethalterung: 167,5 g
Ohne Magnethalterung: 48,5 g


Mit Magnethalterung: 113,5 g
Betriebstemperatur 32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
Farbe Graphitschwarz Graphitschwarz

Der Unterschied zwischen den Modellen: Dreht sich da was oder nicht?

Nachfolger, Vorgänger – irgendwas mit Spider-Man-Meme

Hier trennt sich die Zielgruppe. Die Link 2 Pro hat einen 2-Achsen-Gimbal. Die Kamera dreht sich physisch mit euch mit. Ihr steht auf, geht ans Whiteboard, zeigt Dinge, bewegt euch im Raum und die Kamera folgt. Das wirkt erstaunlich natürlich, weil es eben echte Bewegung ist und kein digitaler Trick. Einzel- und Gruppen-Tracking ist ebenfalls möglich, wobei ich für Gruppen sagen würde, dass zwei bis drei Personen realistisch sind, ab da wird es unruhig.

Die Link 2C Pro (das „C“ steht übrigens für Compact und Classic) dreht sich nicht. Sie nutzt stattdessen automatisches Framing, also einen intelligenten Bildzuschnitt. Die Kamera bleibt statisch, aber der Bildausschnitt folgt euch per Software-Zoom. So setzt es Apple beispielsweise auch bei Center Stage um. Das ist für klassische Schreibtisch-Setups absolut ausreichend und wirkt in ruhigen Szenarien sogar cleaner als das Gimbal-Tracking.

Die Frage ist also schlicht, ob ihr euch viel bewegt oder die meiste Zeit sitzt? Präsentiert ihr vor dem Rechner oder führt ihr hauptsächlich Meetings? Wer unterrichtet, Demos macht oder sich beim Sprechen naturgemäß bewegt, ist bei der Link 2 Pro besser aufgehoben. Wer hauptsächlich sitzt und redet, braucht den Gimbal nicht wirklich und spart dabei 50 Euro.

Die KI-Funktionen im Alltag

Beide Modelle bringen eine Handvoll Modi mit, die tatsächlich nützlich sind. Der DeskView-Modus kippt die Kamera nach unten auf den Schreibtisch, was ideal für Hardware-Demos oder Zeichnungen ohne zweite Kamera ist. Der Whiteboard-Modus verbessert die Lesbarkeit von Beschriftungen automatisch und lässt sich mit der Victory-Geste direkt aktivieren.




Die Gestensteuerung generell ist angenehm durchdacht. Hand hochhalten für Tracking an/aus, L-Geste für Zoom, V für Whiteboard. Das funktioniert zuverlässig und ist im Alltag ein echter Zeitsparer, besonders wenn man gerade in einem Meeting ist und nicht erst in der Software herumklicken will.




Der Portrait-Modus ermöglicht vertikales Video in 9:16 bis 4K 30fps. Für alle, die regelmäßig Reels oder vertikale Social-Media-Inhalte produzieren, ist das ein nettes Extra. Dazu kommen virtuelle Hintergründe, natürliches Bokeh und ein Greenscreen-Modus.

Wer Insta360 InSight nutzen möchte (das ist ein optionaler KI-Meeting-Assistent mit Transkription und Zusammenfassung) bekommt dafür 300 Credits zum Testen. Hab ich natürlich ausprobiert und muss sagen, dass es tatsächlich besser und strukturierter arbeitet als Granola und ohnehin VIEL besser als Copilot. Dazu kommt, dass InSight echt gute Grafiken erstellt, die zeigen, was in Meeting besprochen wurde.

Software

Wie eben schon erwähnt, heißt die Software Link Controller und ist die Schaltzentrale für alles. Dort findet ihr Belichtung, Weißabgleich, HDR, Audio-Modi, KI-Funktionen etc… Wer die Hintergrund-Effekte oder den Whiteboard-Modus auch in Zoom oder Teams nutzen will, wählt dort als Videoquelle die „Insta360 Virtual Camera“ statt der physischen Webcam. Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis für die Einrichtung.

Die Elgato Stream Deck Integration ermöglicht es, Szenen, Modi und Einstellungen direkt per Knopfdruck zu wechseln. Kombiniert mit den Szenen-Voreinstellungen (man kann komplette Setups für Meeting, Präsentation, DeskView, Stream etc. anlegen) ist das ein wirklich guter Workflow.

Was nervt?

Ganz ohne Kritikpunkte ist das natürlich nicht. Der Link Controller ist zwar funktional, aber nicht die schlankste Software. Wer wenig Platz auf dem Bildschirm hat oder mit mehreren Fenstern jongliert, muss sich erstmal organisieren. Auch ein wirklich kompakter Modus ist nicht vorhanden. Das Minimum ist eine ziemlich fette Leiste zur Steuerung der Kamera.

Das Tracking der Link 2 Pro ist bei sehr schnellen Bewegungen nicht perfekt. Man merkt gelegentlich das Nachziehen, wenn man sich ruckartig dreht. In normalen Meeting- oder Unterrichtssituationen fällt das kaum auf, wer aber hektische Demonstrationen macht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Was noch? Der Preis. Knapp 270 Euro für eine Webcam sind kein Impulskauf. Das muss man schon bewusst entscheiden. Wer ein paar Stunden pro Woche kurze Video-Calls macht, ist mit günstigeren Modellen der Link-2-Familie (ohne Pro) gut bedient. Oder halt mit dem Vorgänger, der auch wirklich gut ist.

Fazit

Die Insta360 Link 2 Pro und Link 2C Pro sind die bisher überzeugendsten Argumente dafür, dass man eine gute Webcam kaufen sollte und nicht nur irgendeine. Der 1/1,3-Zoll-Sensor mit HDR und Dual Native ISO macht im Alltag einen echten Unterschied, vor allem in schwierigen Lichtsituationen. Das Audio-System mit zwei Mikrofonen und vier Modi ist für eine Webcam durchdacht und die Software-Integration über Link Controller, Stream Deck und Szenen-Presets macht beide Modelle zu einem ernstzunehmenden Werkzeug und nicht nur zu einem Gimmick.

Die Insta ist auf jeden Fall etwas für alle, die den Großteil der Zeit vor der Kamera verbringen. Für den gelegentlichen Call gibt es deutlich günstigere Modelle, die auch ihren Job tun.

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