
Bereits zur IFA im vergangenen Jahr hat Roborock angekündigt, das Portfolio auszuweiten. Neben Wischsaugern und Saugrobotern fährt Roborock mit Mährobotern jetzt auch außerhalb der vier Wände im Garten. Zum Start stellt man sich bereits breit auf: Die neue Serie umfasst die Modelle RockMow Z1, RockMow S1 und RockNeo Q1. Das Flaggschiff Z1 richtet sich an Nutzer mit komplexen Gartenflächen. Mit seinem Allradantrieb bewältigt er Steigungen bis zu 80 Prozent und überwindet Hindernisse bis zu 6 Zentimeter Höhe. Inzwischen sind die Mähroboter auf dem Markt erhältlich und ich konnte einen ersten Blick auf den RockMow Z1, das Flaggschiff-Modell der Roborock-Erstlingswerke, werfen, mit welchem man sich direkt mit Modellen der Oberklasse messen möchte.

Im heimischen Garten gibt es durchaus die eine oder andere Steigung, welche Roborocks erstem Mähroboter als Spielwiese dient. Für diverse Hindernisse sorgt da zudem das Spielzeug der Nichte. Zur Einordnung der weiteren Gegebenheiten und Vergleichsobjekte: Den Garten hat bis zuletzt ein Worx M500 (seit inzwischen mehreren Jahren) bewirtschaftet. Dieser kommt noch mit Begrenzungsdraht aus und verfolgt keine intelligente Navigation. Für entsprechende Steigungen musste er tatsächlich mit „Spikes“ ausgestattet werden, um diese zu bewerkstelligen. Seine Problemchen hatte dieser unter anderem auch mit Ausläufern der Gartenfläche (diese wurden gemieden) sowie diversen Rasenkanten, etwa an der Terrasse (auch hier hielt man aufgrund des Drahts großzügig Abstand).

| RockMow Z115 AWD | 1.999,00 Euro | Allrad | Elektrisch via App | 1.500 qm |
| RockMow Z120 AWD LiDAR | 2.699,00 Euro | Allrad | Elektrisch via App | 2.000 qm |
| RockMow Z130 AWD | 2.999,00 Euro | Allrad | Elektrisch via App | 3.000 qm |
| RockMow Z150 AWD | 3.499,00 Euro | Allrad | Elektrisch via App | 5.000 qm |
Die maximal angegebene Rasenfläche von 5000 Quadratmeter beim RockMow Z150 AWD unterschreitet die hiesige Gartenfläche deutlich, dennoch dürfte das Setup die eine oder andere Herausforderung für einen Praxistest bieten. Die meisten Eindrücke dürften sich problemlos also auch auf den RockMow Z115 (max. 1500 Quadratmeter Mähbereich für 1999 Euro) übertragen lassen, hier unterscheidet sich lediglich der verbaute Akku und das verwendete Netzteil.

| Modell | RockMow Z150 |
|---|---|
| Preis | 3.499 € |
| Kapazität und Abdeckung | 5.000 qm (empfohlener Mähbereich) |
| Akkukapazität | 10 Ah |
| Mähzeit pro Akkuladung | 200 Min |
| Ladezeit | 60 Min |
| Schnittsystem | 6 Schneidemesser |
| Schnittbreite | 24 cm |
| Schnitthöhe | 20–70 mm |
| Höheneinstellung | Elektrische Höheneinstellung der Schnitthöhe |
| Mähdeck | Schwebendes Mähdeck |
| Kantenschnitt | 3 cm Kantenschnitt (Optional) |
| Geländeleistung | Allradantrieb (4WD) |
| Maximale Steigung | 80 % (39°) |
| Maximale Hindernishöhe | 8 cm |
| Lenksystem | Aktives Lenksystem |
| Federung | Dynamic Suspension System |
| Umweltintelligenz | Sentisphere-Umgebungswahrnehmung |
| Hindernisvermeidung | Quad-Vision Hindernisvermeidung |
| Kartierung | KI-gestützte Kartierung |
| App-Steuerung | Verwaltung mehrerer Zonen |
| Diebstahlschutz | Ja |
| Mähen nach individuellem Muster | Ja |
| Abmessungen | 661 × 475 × 294 mm |
| Gewicht | 21,5 kg |
| Wasserschutz | IPX6 wasserdicht |
| Konnektivität | WLAN & Bluetooth & 4G |

Die Roborock-Mähroboter verzichten auf einen Begrenzungsdraht. Die Navigation erfolgt über eine Kombination aus RTK-, VSLAM-Technologie und KI. (Es gibt eine Lidar-Variante vom Z1, diese konnte ich allerdings nicht testen.) Hindernissen soll dank Dual-RGB-Kameras ausgewichen werden, bis zu 8 Zentimeter können überwunden werden. Das Gerät nutzt sechs Klingen für das schwebende Mähdeck und verfügt über eine elektrische Schnitthöhenverstellung (20–70 mm). Mit PreciEdge steht ein Schneidemodul für einen Kantenschnitt bis auf 3 Zentimeter als optionales Zubehör zur Verfügung. Ein Active Steering System mit unabhängigen Lenkungsmotoren in den Vorderrädern ermöglicht laut Unternehmen auch präzise Manöver auch in engen Kurven. So viel zu den blanken, technischen Daten und Versprechen von Roborock auf dem Papier.
Ausgepackt & angeschaut

Schon aufgrund der Packungsmaße war klar: Der RockMow Z1 ist schon ein Bolide. Ausgepackt macht er einen durchaus hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung wirkt, wie man das auch aus den anderen Bereichen von Roborock her gewohnt ist, erstklassig. Designtechnisch wirkt er futuristisch, wie eine Art Mars-Rover, und macht da optisch durchaus was her und einen „freundlichen Eindruck“.

Die Standortwahl ist aufgrund der externen RTK-Antenne begrenzt. Diese soll am besten von Gebäuden oder Bäumen gut entfernt stehen und freie Sicht zum Himmel haben. Das ist eine Aufgabe für sich, wenngleich das nicht ansatzweise dem Aufwand zum Verlegen von Begrenzungsdrähten ähnelt. So muss man für diese eben auch noch die entsprechende Verkabelung vornehmen, es genügt also nicht nur der Strom für die Basisstation und sieht je nach Standort halt auch nicht sonderlich schick aus.

Letztlich wurde der dezente Standort an der Hecke empfangsseitig vom Roboter und der App in der Einrichtung nur kurzzeitig akzeptiert und ich musste nach Problemen mit der Navigation dann doch nochmals umbauen. Da hat man es bei Lidar-Modellen oder welchen mit der Weiterentwicklung NRTK (Network RTK) leichter. Letztere setzt anstelle einer eigenen Referenzantenne im Garten auf ein externes Netzwerk an Referenzstationen zur Positionskorrektur über das Mobilfunknetz. Das würde die Installation deutlich erleichtern, zumal man die Antenne mit der Kabellage ja auch nicht einfach irgendwo mitten auf den Rasen stellen kann.
Den größten Aufwand der Inbetriebnahme hat tatsächlich die Standortwahl, Verkabelung und letztlich vor allem das Anbringen der Bodendübel gefressen. Die für die Base sind aus Kunststoff, ebenso der zugehörige Inbus zur Montage. Das ist für den hiesigen Boden nicht so ganz geeignet und war durchaus aufwendig, die da letztlich in den Boden zu schrauben. (Der Inbus hat sich bei meinem Kraftaufwand durchaus etwas gebogen.) Zudem: Das mir vorliegende Netzteil für den großen Akku ist auch selbst: groß.
Die Einrichtungsprozedur
Die Einrichtung selbst ist letztlich ein Kinderspiel. App, wie bei den Reinigungshelfern (und ebenfalls mit Bedarf an Account), verbinden und WLAN-Daten eintippen. Auf Wunsch kann man sich auch durch den Aufbau-Prozess leiten lassen. Los geht’s an das Erstellen der Karte: Man steuert den Roboter mit dem Smartphone als Controller einmal an den kompletten Außenkanten des Gartens entlang. Das automatische Mapping ist nicht so zufriedenstellend und funktioniert wirklich nur an perfekt gesäumten Rasenkanten. Zugegebenermaßen macht das manuelle Mapping auch durchaus Laune und erinnert an ein ferngesteuertes Auto oder ein Videospiel. (Ein Glück kann man das auch jederzeit im Nachgang zum Mähen so steuern).

Das Mapping ist am Ende flott erledigt. Habt ihr was falsch gemacht, könnt ihr da schrittweise per „Undo“ auch wieder zurück und der Mäher macht exakt den Satz rückwärts, den ihr zuvor per Smartphone-Controller manövriert hattet. Am Ende kann man noch entsprechende No-Go-Zonen einrichten, wobei da die Hinderniserkennung je nachdem auch ohne Zonen schon gute Arbeit verrichtet. Unschön: Wird der Empfang irgendwo im Garten dann doch zu schwach wird die Kartierung ohne Zwischenresultate abgebrochen. Bei größeren Flächen bietet es sich aber ohnehin an, mehrere Zonen einzurichten.

Praxistest: Das mäht
Schon im Einrichtungsprozess fiel mir die Wendigkeit des Mähers als überaus positiv auf. Er dreht quasi auf der Stelle, vorwärts- und rückwärtsfahren – dank Allradantrieb absolut kein Problem. Damit meistert der Mäher tatsächlich auch allerlei komplexe Rasenflächen. Lautstärketechnisch ist das auch kein Problem, wenn das mal eben nebenbei passiert, während man im Garten ist – das hört man kaum. Auch Neigungen sind kein Problem. Als Anhaltspunkt: Ich kann für den hiesigen Hang keine konkrete Steigung angeben, aber als ich ihn manuell den Buckel hoch manövrierte ist er jedenfalls ohne sich drehende Räder wieder nach unten gerollt. Die Steigung im normalen Betrieb meistert der Z1 mühelos – selbst bei Nässe.

Die RTK-Technologie erlaubt eine zentimetergenauer Satellitennavigation. Hierbei wird die Abweichung der GPS-Technologie korrigiert. Die Position des RockMow wird stets exakt über die App dargestellt. Die Basis steht an einem Ort, an dem der WLAN-Empfang nicht mehr ganz so optimal ist. Das ist absolut kein Problem der Z1 verfügt über eine eSIM mit 4G. Die Direktverbindung zum Smartphone erfolgt übrigens per Bluetooth. Im Datenblatt steht zudem Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), was man sicherlich zur Kommunikation zwischen Station und RockMow Z1 einsetzt.

Von der Hinderniserkennung und deren Zuverlässigkeit war ich zunächst mehr als positiv überrascht. So werden Personen zuverlässig erkannt, der Roboter wendet und widmet sich dem ausgewichenen Bereich zu einem späteren Zeitpunkt, sobald die Person Platz gemacht hat. Teils wurde etwas höheres Unkraut gar als Blume erkannt, was ich auch eher auf der positiven Seite verbuche, denn dann häckselt der Roboter nicht ungewollt Blumen in der Freifläche um, auch wenn hier keine No-Go-Zone eingerichtet ist. Da sollte man halt einmal (in der Saison) entsprechendes Unkraut beseitigen und hat da die Gelegenheit den Mäher auch manuell per App drüber zu manövrieren. Besonders beeindruckend: Ein knapp vor den Mäher geschossener Fußball, der problemlos und auch spontan als Hindernis verbucht wurde. Ihr seht: Vergessenes Spielzeug oder Hindernisse (zumindest mit entsprechendem Kontrast) werden erkannt. Hier wurde nichts platt gemacht, was nicht gemäht werden sollte. Im Gegenteil: Wenn dann ist der Z1 eher übervorsichtig.
Während der RockMow die große Gartenfläche unten mit Bravour mähte und er auch wieder zu seiner Base zurückfand, machten vor allem enge Passagen von einem knappen Meter Probleme – und das trotz spitzenmäßiger Wendigkeit und Manövrierbarkeit. So sind scheinbar auch keine kurzen Abschnitte mit rein visueller Navigation sinnvoll möglich: Ohne Empfang kuschelte das smarte Schaf auch gerne mit dem Mauerstein und hatte Probleme beim Heimweg. Auch lässt der Z1 hier Abschnitte teils komplett aus oder müht sich mit der Mährichtung unnötig ab. Das ist sicherlich eine Softwaregeschichte und ich hoffe eine temporäre, weil der Ist-Stand ist da derzeit nicht zu beschönigen und für Nutzer ohne perfekt rechteckige Rasenfläche teils untragbar. Wenn sich da was zum Positiven wenden sollte, gebe ich Laut, aber derzeit reift die Software da wohl noch beim Kunden.
Der Kantenschnitt ist zudem etwas für Rasenflächen, wenn an die Kante ordentlich abgegrenzt ist. Eine Hecke oder Sträucher am Rand sind vom RockMow Z1 da eher weniger angesehen und werden oftmals (bei sensibler Hinderniserkennung) auch großflächig gemieden. Das dedizierte Kantenschnittmodul konnte ich im Rahmen meines Tests bislang nicht erproben. Sollte ich noch Erfahrungen dazu sammeln können, reiche ich die bei Bedarf nach.

nachher / vorher
Das (strukturierte, ordentliche) Schnittergebnis weiß zu überzeugen. Auf Wunsch kann man neben dem klassischen, parallelen Streifenmusters des „Fußballrasens“ auch eigene Winkel einstellen. Muster möchte man per Update nachreichen. Die Schnitthöhe kann per App jederzeit im Bereich der gängigen 2 bis 7 Zentimeter angepasst werden. So kann man es problemlos im Sommer etwas länger lassen, ohne dass man da manuell Hand anlegen muss.

Da mir das Modell mit dem großen Akku vorliegt, war der Mäher auf der hiesigen Rasenfläche nicht ansatzweise leer zu bekommen. Die knapp 170 Quadratmeter (die Angabe der App dürfte da sicher in etwa hinkommen) waren stets flott und innerhalb einer knappen Stunde erledigt und hatten einen Akkuverbrauch von knapp 25 Prozent des großen Akkus (10 Ah). Hochgerechnet sind dann etwa 650 bis 700 Quadratmeter in einem Abwasch und eine Laufzeit von knapp 200 Minuten am Stück möglich, mehr als sie Roborock im Datenblatt angibt. Den meisten dürfte also sicherlich die kleinste Akkuvariante mit 6 Ah völlig für die heimischen Gefilde genügen. Es gilt aber die Faustregel: Je mehr Hindernisse oder verwinkelte Abschnitte, je länger braucht der Mäher auch. Entsprechend sollte man da durchaus etwas mehr kalkulieren, als die eigene Rasenfläche, zumal das ohnehin mit Zwischenladen angegeben wird. (So nebenbei: Rechnet man das auf 24 Stunden Fahrtzeit hoch, dann kommt man auf die angegebenen 5000 Quadratmeter – aber wann lädt der Z1 dann? Da geht man sicherlich von einer perfekten rechteckigen Fläche aus, die auch keine zusätzliche Zeit zum Wenden und Co benötigt.)

Die Roborock-App erlaubt neben der Verwaltung und Steuerung des Roboters das übliche: hinterlegen von Zeitplänen, wetterabhängiges Mähen, wildtierfreundliche Sperrzeiten bei Nacht oder auch Einstellungsmöglichkeiten für die Hindernisvermeidung. Ein nettes Schmankerl wäre ein Live-Kamera-Feed für die manuelle Steuerung sowie Aufnahmen der Hindernisse, wie bei den Saugrobotern, gewesen. Schön, dass man da als Nutzer eines Roborock-Saugroboters auch alles in einer App hat.

Integrationen, wie etwa zu Amazon Alexa oder Google Assistant, gibt es. Apple Home unterstützt bis dato keine Mähroboter, folglich auch Roborock nicht – da muss man mal schauen, was sich in dem Segment künftig mit Matter tut. Ob man das wirklich braucht? Wohl kaum: Meistens wird das so wie bei den Saug- und Wischrobotern sein, dass der Roboter größtenteils ohnehin nach Zeitplan läuft. Es gibt aber einen Diebstahlschutz per eSIM, sollte der Roboter Beine bekommen (Wegtragen ist aber nicht unbedingt so einfach erledigt). Ansonsten geht auch die Steuerung mit den Bedienelementen am RockMow.

Die Pflege des Mähers ist einfach. Da gibt es ja auch keinen Staub- oder Wassertank zum Leeren. Einfach per Wasserstrahl bei Bedarf abspritzen, das war es. Fürs Einmotten im Winter kann die Bodenplatte der Basis liegen bleiben und man kann den technischen Teil der Basis abnehmen. Klingt praktisch, die Praxis wird’s da zu gegebener Jahreszeit zeigen.

Unterm Strich
Der RockMow Z1 ist hardwareseitig ein durchaus potenter Gartenhelfer. Ohne Begrenzungsdraht ist er, wie derzeit wohl jeder standesgemäße Mähroboter, flott eingerichtet. Ich hätte jedoch den Wunsch, dass ein Nachfolgemodell nicht mehr auf eine externe RTK-Antenne angewiesen ist und man da möglicherweise NRTK mit Lidar kombiniert. Besonders punkten kann er mit seiner Manövrierbarkeit, seinen Wendemanövern und der Hinderniserkennung. Auch große Steigungen machen dem Mähhelfer nicht zu schaffen.
Derzeit merkt man, vor allem was enge Passagen oder verwinkelte Gartenteile angeht, oder auch die Navigation entlang von Hecken, dass die Software noch nicht vollständig ausgereift ist. Das ist schade, vor allem bei einem Produkt dieser Preiskategorie. Das Kantenmähen ist eher etwas für Gärten mit gepflegter Rasenkante, wenngleich ich bisher leider nicht das dedizierte Kantenschnittmodul austesten konnte. Jenes schlägt optional zu Buche.
