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#StartupTicker

#StartupTicker Unicorn-Time: Schon sieben neue Einhörner in diesem Jahr GovTech – der Staat bleibt ein schwieriger Kunde High-Tech Gründerfonds: Axel Nitsch und Johannes Weber steigen auf Speedinvest und der große KI-Boom

    Unicorn-Time     Finn     GovTech     High-Tech Gründerfonds     Speedinvest

Mittwoch, 1. Juli 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 1. Juli).

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Unicorn 

Unicorn-Time! Nach fünf neuen Einhörnern im Jahr 2025 legt die deutsche Startup-Szene 2026 noch einmal nach. Mit Finn (München), Neura Robotics (Metzingen), Focused Energy (Darmstadt, Berlin, Austin, San Francisco), CMBLU (Alzenau), Dash0 (Solingen, New York), Stark (Berlin) und osapiens (Mannheim) schafften bereits sieben Unternehmen den Sprung zur Milliardenbewertung – und das, obwohl das Jahr gerade erst zur Hälfte vorbei ist. Auffällig: Die neuen Unicorns kommen längst nicht mehr nur aus dem KI-Umfeld. DefenseTech, Robotik, Fusionsenergie, ClimateTech, Enterprise Software und Mobility sorgen inzwischen gleichermaßen für milliardenschwere Erfolgsgeschichten. Bemerkenswert ist zudem die regionale Verteilung: Milliarden-Startups entstehen inzwischen in ganz Deutschland – von Darmstadt und Metzingen über Alzenau, Solingen und Mannheim bis nach München und Berlin. Der deutsche Unicorn-Club wächst zudem so schnell wie seit Jahren nicht mehr. Zur Erinnerung: 2025 stiegen Black Forest Labs, n8n, Isar Aerospace, Quantum Systems und Parloa in den Milliarden-Club auf, 2024 waren es lediglich EGYM und Autodoc. Mehr über deutsche Einhörner

GovTech

Der Staat bleibt ein schwieriger Kunde! Zwar sehen 78 % der GovTech-Startups großes Marktpotenzial im öffentlichen Sektor, doch nur 11 % halten den Staat derzeit für attraktiver als Unternehmen aus der Privatwirtschaft – das geht aus dem neuen GovTech Startup Monitor 2026 von Startup-Verband, Accenture und der Hertie School hervor. Als größte Hürden nennen die Gründerinnen und Gründer komplizierte Vergabeverfahren, lange Entscheidungswege und schwer auffindbare Ansprechpartner – nicht etwa kulturelle Unterschiede. Gleichzeitig sehen 86 % der befragten Startups eine startupfreundlichere öffentliche Beschaffung als wichtigen Baustein für die digitale Souveränität Deutschlands. Der Monitor macht damit deutlich: Weniger die Technologien als vielmehr die bestehenden Beschaffungsstrukturen bremsen die Digitalisierung des Staates. Das GovTech-Ökosystem wächst seit Jahren kontinuierlich. Startups wie GovRadar, Polyteia und SUMM AI zeigen, welches Innovationspotenzial inzwischen für den öffentlichen Sektor bereitsteht. (Startup-Verband, PDF) Mehr über GovTech

High-Tech Gründerfonds

Aufstieg! Der Bonner Frühphasen-Investor High-Tech Gründerfonds (HTGF) erweitert seinen Partnerkreis: Axel Nitsch und Johannes Weber steigen auf. Nitsch übernimmt den Bereich „Digital Tech & KI“, Weber die Segmente „Industrial, Climate & Deep Tech“. Beide gehören seit Jahren zum Investmentteam des aktivsten deutschen Frühphaseninvestors. Mit den beiden Personalien stärkt der HTGF seine Investmentkompetenz in den derzeit wichtigsten Zukunftsfeldern. Mehr über den HTGF

Speedinvest

Lesenswert! Im Interview mit brutkasten spricht Oliver Holle, Gründer des Wiener Investors Speedinvest, über den KI-Boom, den verschärften Wettbewerb um die besten Startups und die Veränderungen im Venture-Capital-Markt. „Artificial Intelligence ist eine immer noch unterschätzte Drehbewegung, die die ganze Branche umorientiert – auch die Venture-Branche“, sagt Holle. Der Geldgeber hatte zuletzt mit einem Stellenabbau für Schlagzeilen gesorgt. (brutkasten) Mehr über Speedinvest

Heimstatt

„Hunderte Kleinstädte und Dörfer stehen vor massiven Leerstands- und Überalterungsproblemen“, sagt Daniel Ehlers, Gründer von Heimstatt. Das Startup verbindet deswegen Kommunen mit jungen Familien, die aufs Land ziehen möchten. Mehr über Heimstatt

Startup-Radar

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: peeps, Zelara, MARIMET, encosa und Whaaat AI. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

PropTech Theo sammelt 25 Millionen ein DeepTech-Startup Fusion Bionic erhält 8,2 Millionen FinTech Nomerra sammelt 2 Millionen ein Entryzero sammelt Kapital ein KoRo übernimmt seedtrace Rauch rettet Kloster Kitchen. Mehr im Deal-Monitor

#JOBS

MySecondEar

Unser Job des Tages! MySecondEar Audiology Group sucht einen Digital Content Manager (m/w/d). Bei MySecondEar denken wir den Prozess neu, Menschen zu einem besseren Hörerlebnis zu verhelfen. Gegründet in Berlin, sind wir heute Deutschlands führender digitaler Hörakustik-Anbieter und verbinden fachliche Expertise mit modernster Technologie und persönlicher Betreuung – online und vor Ort in unseren Fachgeschäften.

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Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

#Interview – „Wir werden bezahlt, wenn Vorteile für Kommunen absehbar sind“

#Interview

“Hunderte Kleinstädte und Dörfer stehen vor massiven Leerstands- und Überalterungsproblemen”, sagt Daniel Ehlers, Gründer von Heimstatt. Das Startup verbindet deswegen Kommunen mit jungen Familien, die aufs Land ziehen möchten.

„Wir werden bezahlt, wenn Vorteile für Kommunen absehbar sind“

Dienstag, 30. Juni 2026VonAlexander

Hinter Heimstatt aus Potsdam, 2025 von Daniel Ehlers und Leo Gremmer gegründet, verbirgt sich eine „Vernetzungsplattform zwischen Kommunen und Familien für lebendige Quartiere im ländlichen Raum“. Konkret verbindet das Team Kommunen mit jungen Familien, die aufs Land ziehen möchten.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Gründer Daniel Ehlers die Idee hinter Heimstatt einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Heimstatt erklären?

Hunderte deutsche Kleinstädte und Dörfer stehen vor massiven Leerstands- und Überalterungsproblemen. Nicht nur einzelne Wohnungen, sondern ganze Straßenzüge und Viertel, die keine Bewohner mehr finden. Warum, wo doch ein erheblicher Mangel an Wohnraum in Deutschland beklagt wird? Weil junge Familien dorthin ziehen, wo bereits andere junge Familien sind, und eine entsprechende Versorgung gewährleistet ist. Wo das nicht der Fall ist, ziehen keine hin, bestehende Strukturen verfallen und neue aufzubauen ist unrentabel. Um dieses Problem zu lösen, müsste eine Mindestanzahl an jungen Familien gleichzeitig angesiedelt werden, sodass Bevölkerung, Orte und Strukturen wieder eine klare Zukunftsperspektive erhalten. Diese Koordination – von den Gesprächen mit den betroffenen Kommunen über die Inserierung und Bewerbung leerstehender Viertel, Abstimmung der Mindestzahl an Familien bis hin zu deren Ansiedlung vor Ort – ist Unternehmenszweck der Heimstatt GmbH.

Wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Heimstatt generiert primär auf zwei Wegen Einnahmen. Erstens werden wir von den betroffenen Kommunen monatlich für die Inserierung, zielgruppenspezifische Bewerbung und Koordination ihrer Wiederansiedlungsprojekte bezahlt. Diese Ausgaben können häufig durch Förderprogramme von Land, Bund und EU gedeckt werden. Zweitens erhält Heimstatt eine auf zehn Jahre zahlbare Erfolgspauschale für jede vor Ort angesiedelte Familie – fällig ab erfolgter Ummeldung. Durch das so generierte Steueraufkommen, Kaufkraftzuwachs, staatliche Subventionen und sinkende Leerstandskosten gewinnen die Kommunen deutlich an finanziellem Spielraum. Wir werden also bezahlt, wenn durch unsere Dienstleistung bereits spürbare monetäre Vorteile für die Kommunen absehbar sind.

Wie ist die Idee zu Heimstatt entstanden?

Es gibt seit einigen Jahren eine sehr erfolgreiche NDR-Dokureihe „Mit Mut, Mörtel und ohne Millionen“ über junge Familien, die sich für kleinste Beträge und häufig ohne Rücklagen verfallene Guthäuser in Ostdeutschland kaufen und sie in Eigenregie sanieren. Die Idee fand ich spannend und gleichzeitig unfassbar ineffizient. Einerseits großartig, dass man mit wenig Eigenkapital und Kreditaufnahme Wohnraum erwerben kann, historische Bausubstanz wiederherstellt und die Vorzüge des Landlebens genießen kann. Andererseits war das Projekt auf sehr wenige herausstehende Gebäude begrenzt, änderte an den systemischen Problemen rundherum wenig und war als Massenlösung für das Leerstands- und Demographieproblem ungeeignet.

Wie oder wo hast Du Deinen Mitgründer kennengelernt?

Leo und ich waren beide Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung und kannten uns schon von gemeinsamen Veranstaltungen. Häufig ging es bei diesen um politische Herausforderungen der Zukunft und mögliche Ansätze, um ihnen zu begegnen. Wir haben dabei sehr ähnliche Wertevorstellungen vertreten und kamen überein, dass viele Probleme nicht primär durch den Staat, sondern durch uns alle – also privat und selbstbestimmt handelnde Akteure – gelöst werden könnten. Von diesem Grundkonsens aus war der gedankliche Weg zu Heimstatt nicht mehr weit.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Mit den ersten Kommunen in ernsthafte Verhandlungen zu kommen. Unser Ansatz lebt von beidseitigem Vertrauen und Skaleneffekten, die in der Regel erst nach einer längeren Etablierung am Markt entstehen. Das zu etablieren, komplexe Entscheidungsprozesse mitzubegleiten und skeptische Stakeholder zu überzeugen, war daher gerade in den Anfangsmonaten eine enorme Herausforderung und bleibt bis heute eine hohe Hürde für neue Projekte.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf Eurer Agenda?

Wir freuen uns, zeitnah die ersten Großprojekte bekanntmachen und in die Umsetzung geben zu können. In finaler Verhandlung sind aktuell mehrere Siedlungsprojekte mit einer dreistelligen Zahl an Wohneinheiten und exzellenter Anbindung an die nächstgelegenen Großstädte. Ein Proof of Concept wäre damit in einer ganz neuen Größenordnung erfolgt und würde unsere Verhandlungsposition gegenüber weiteren Kommunen enorm stärken.

Wo steht Heimstatt in einem Jahr?

Unser Momentum aus den letzten Monaten möchten wir beibehalten und die Zahl der teilnehmenden Kommunen maximal ausbauen. Unser Ziel ist es, binnen einem Jahr in jedem ostdeutschen Bundesland mindestens ein erfolgreiches Referenzprojekt vorweisen zu können und in der Fläche einen spürbaren Beitrag gegen Wohnungsnot von Familien und Leerstand auf dem Land leisten zu können. Die Lösung ist längst vorhanden; man muss sie nur systematisch umsetzen!

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Foto (oben): Heimstatt

#DealMonitor – Almetra erhält 16,3 Millionen Euro – Zelara bekommt 3 Millionen – Wakeline sammelt 2,1 Millionen

#DealMonitor

#DealMonitor IndustrialTech Almetra erhält 16,3 Millionen Euro KI-Startup Zelara bekommt 3 Millionen DeepTech Wakeline sammelt 2,1 Millionen ein SportsTech CoTrainer erhält 1 Million Finanzspritze für GovTech lingomatch

Almetra erhält 16,3 Millionen Euro – Zelara bekommt 3 Millionen – Wakeline sammelt 2,1 Millionen

Freitag, 26. Juni 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 26. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND

Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

Almetra

 Der Investor blisce/ (Paris, New-York), NAP, Merantix Capital, Robin Capital, Underline und Critical Ventures sowie Business Angels investieren 16,3 Millionen Euro (Series A) in Almetra, früher als Deltia bekannt. Das Berliner Startup, von Maximilian Fischer und Silviu Homoceanu sowie Merantix gegründet, möchte sich als „KI-Plattform für die Fertigungsindustrie“ etablieren. Unternehmen wie Bosch, Siemens Energy und ABB nutzen die Plattform bereits. Das frische Kapital „soll die Weiterentwicklung der Plattform, die Expansion in die USA sowie den Ausbau von Almetra zur zentralen Daten- und Automatisierungsplattform für die Produktion vorantreiben“. NAP, Merantix, Robin Capital, Combination und Business Angels wie Nico Peters, Willi Tscheschner, Max Viessmann und Walter Kortschak investierten zuvor bereits 4,5 Millionen Euro in das Unternehmen. blisce/ hält nun 11,7 % an Almetra. Mehr über Almetra

Zelara

Jetzt offiziell! Der Berliner Seed-Kapitalgeber NAP (früher als Cavalry Ventures) bekannt), der Berliner Geldgeber Heartfelt und der Berliner Frühphasen-Investor Angel Invest investieren – wie berichtet – 3 Millionen Euro in Zelara. Das Berliner Startup, 2025 vom Stagelink-Gründer Nikolas Schriefer und Björn Heckel, zuletzt Vice President of Engineering bei HelloFresh, gegründet, möchte sich als „KI-gestütztes System für maßgeschneiderte Kommunikation“ etablieren. Zum Konzept teilt das erfahrene Team mit: „In einem einheitlichen Lernzyklus erstellt das System markenkonforme Botschaften für jeden einzelnen Kunden, entscheidet für jeden Versand über die passende Variante und den optimalen Zeitpunkt und lernt aus jeder Interaktion dazu.“ NAP hält nun rund 21 % am Unternehmen. Mehr über Zelara

Wakeline

Der Aachener Investor TechVision Fonds (TVF) und der Kölner Geldgeber neoteq ventures investieren 2,1 Millionen Euro in Wakeline. Das Düsseldorfer DeepTech-Startup, 2025 von Tim Gülke, Jan Böggering, Simon Sprünker und Merten Tiedemann gegründet, entwickelt KI-Systeme, „die im laufenden Betrieb lernen, statt nur auf historischen Daten zu basieren“. Das frische Kapital soll in die „Weiterentwicklung der Plattform, die Intensivierung des Go-to-Markets sowie den weiteren Aufbau des Teams“ fließen. Mehr über Wakeline

CoTrainer

kicker ventures, die Beteiligungsgeschäft des Olympia-Verlags, Comvest Digital, superangels sowie Business Angels wie Markan Karajica, Teamgeist Capital (Georg Bader und Christian Böhm), Sebastian Weil, Timo Skrzypski und Fußballprofi Maximilian Arnold investieren 1 Million Euro in CoTrainer. Das Kölner SportsTech, 2022 von André Werres, Dyke Lambertz und Claudius Ludwig gegründet, positioniert sich als „App, die ehrenamtliche Trainer:innen und Amateurvereine von Verwaltungsarbeit entlastet“. kicker ventures hält nun rund 7 % an der CoTrainer-Mutter Fussballetics. Mit dem frischen Kapital möchte das Team unter anderem die „Produktentwicklung vorantreiben“. Mehr über CoTrainer

lingomatch

Die beiden Business Angels Jürgen Schmidt und Alexander Beck, die ihr Intralogistik-Software-Startup iX-tech 2022 an HelloFresh verkauft haben, investieren eine ungenannte Summe in lingomatch. Beim GovTech-Startup aus Saarbrücken, 2025 von Florian Crosbie gegründet, handelt es sich um eine digitale Dolmetschplattform für qualifizierte Sprachmittlung im Behördenkontext. „Über die Plattform werden passende, geprüfte Dolmetscher:innen kurzfristig verfügbar gemacht und bei Bedarf per Video/Audio zugeschaltet – genau dann, wenn es eilt“, führt das Startup aus. Mehr über lingomatch

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Foto (oben): azrael74

#Interview – „Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden“

#Interview

“Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen”, sagt Ruth Bosse, Gründerin des Münchner GovTechs Ark Climate. “Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema.”

„Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden“

Montag, 8. Juni 2026VonAlexander

„Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen“, sagt Ruth Bosse, Gründerin von Ark Climate. „Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema.“

Das Münchner GovTech Ark Climate, 2024 von Ruth Bosse und Michael Fröhlich gegründet, möchte sich als „Plattform für kommunalen Klimaschutz“ etablieren. Konkret entwickelt das Team „gemeinsam mit Städten Softwarelösungen, die es Kommunen ermöglichen, schneller und effizienter Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen“. 

Der ClimateTech-Investor Satgana, another.vc, Voyagers Climate-Tech Fund, Triple Impact Ventures, The Operator-Angel Collective (TOAC) sowie Business Angels wie Florian Schwenkert, Piran Asci, Wladimir Nikoluk und Hanns Koenig investierten zuletzt 2,1 Millionen Euro in die Jungfirma.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründerin Bosse, die bei den German Startup Awards gerade als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet wurde, über den Stand der Dinge in ihrem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Ark Climate erklären? 

Haha, meine Großmutter kennt sich gut aus. Sie war lange in der Kommunalpolitik, wie meine ganze Familie. Ich müsste ihr also nicht erklären, dass Kommunen immer mehr Aufgaben zugewiesen bekommen, gleichzeitig aufgrund des Fachkräftemangels immer weniger Personal haben. Sie weiß auch, dass Verwaltungen noch mit Software aus den 90er Jahren arbeiten und viele Aufgaben händisch erledigen, die in der Wirtschaft längst automatisiert sind. Ich würde ihr erklären, dass wir genau das machen – sicherstellen, dass auch Verwaltungen die modernste Software bekommen und damit bessere Entscheidungen treffen, sich sehr viel Geld und Beraterkosten sparen und politische Entscheidungen schneller umgesetzt werden können. Das Thema AI würde ich meiner 94-jährigen Großmutter nicht erklären, sondern es bei „modernster Software“ belassen. 

Wie hat sich Ark Climate seit der Gründung entwickelt? 

Wir haben Ark 2024 gegründet und haben mit ersten Piloten gestartet: Kassel, Würzburg, Freising. Ich habe von Tag eins an meine Vision verkauft und mit zahlenden Kunden gemeinsam das Produkt entwickelt. Ich wollte validieren, dass ich an die Zielgruppe des öffentlichen Sektors verkaufen kann und dass ein echter Bedarf für die Insights, die wir nun mit unserer KI generieren, vorliegt. Richtig losgegangen ist es dann vor circa einem Jahr, als wir angefangen haben, wirklich Kunden at scale zu gewinnen. Wir stehen jetzt bei über 50 Kunden und 0,8 Millionen Euro Jahresumsatz und unser Team ist auf 13 Mitarbeitende angewachsen. Besonders freuen mich zwei Kennzahlen: 98 % Retention, sprich sehr sehr zufriedene Kunden und Sales Cycles von drei Monaten in einem Markt, in dem ein bis zwei Jahre als normal gelten. Das erreichen wir durch die vielen Weiterempfehlungen und Inbound requests. 

Du wurdest gerade bei den German Startup Awards als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung? 

Sehr viel. Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen. Die meisten waren der Meinung, dass Verwaltungen zu analog und zu langsam seien. Meiner Meinung nach ist es genau andersrum: Wenn ich mit der Software arbeiten müsste, wie sie heute in Verwaltungen verwendet wird, wär ich auch langsam. Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema. Friedrich Merz hat selbst in seiner Begrüßung bei den German Startup Awards genau das hervorgehoben. Dass wir jetzt ausgezeichnet wurden, bestätigt mich darin, an den Dingen zu arbeiten, die ich persönlich wichtig finde. 

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Die größte Herausforderung war der Markteintritt. Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden. Wir sind mit etablierten Spielern Partnerschaften eingegangen und ich habe meine Netzwerke aus meiner politischen Arbeit und meiner Arbeit bei McKinsey genutzt. Zum Glück mache ich schon seit fast 20 Jahren Kommunalpolitik, da hat man dann seine Kontakte und versteht, wie die Kundengruppe denkt.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda? 

Wir sind gerade an einem spannenden Wendepunkt für unser Unternehmen: Wir entwickeln uns weiter von einem AI Co-Piloten für die Klimaschutzabteilungen der Städte zu einem AI Co-Piloten für die gesamte Verwaltung. Dafür raise ich auch Ende des Jahres eine Seed Runde, falls hier Investor:innen mitlesen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Letztes Frühjahr hat mein Co-Founder mir aus heiterem Himmel erzählt, dass er raus möchte bei Ark. Er hat realisiert, dass er nicht langfristig im Public Sector Bereich arbeiten will. Das war noch bevor wir am Markt waren und ein ordentlicher Schock für mich. Ich musste dann auch einige zentrale Entscheidungen treffen, die Firma umbauen und natürlich auch Anteile verhandeln. In dem Moment war mir nicht bewusst, was für ein riesen Risiko Cofounder-Breakups für Startups sind. Ich war einfach im Lösungsmodus und hab das erst später realisiert. Zum Glück hab ich mit Alex und Nick einen top Ersatz für das Leadership in Tech und Product. Das Erlebnis hat mir gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann und wie wenig sicher ist als Gründerin.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht? 

Wir haben das beste Team der Welt. Jede und jeder Einzelne ist ein großer Mehrwert und ohne sie wäre Ark nicht, was es heute ist: alle übernehmen extrem viel Verantwortung, gehen die Extrameile wo notwendig, entwickeln sich schnell weiter und haben gleichzeitig das Herz am rechten Fleck und sind ganz ganz tolle Menschen. Ich bin unglaublich dankbar, so ein tolles Team jeden Tag um mich zu haben und würde jedem Founder empfehlen, genug Zeit in Hiring zu investieren und wählerisch zu sein. Es zahlt sich extrem aus. Und falls jemand Interesse hat – wir haben grad ein paar Positionen offen, schreibt uns gerne! 

Wo steht Ark Climate in einem Jahr? 

Oh, schöne Frage – ich freue mich sehr auf das kommende Jahr!! Bis dahin werden in Deutschland erste Rathäuser komplett auf Ark laufen, wie cool!! Unser Team wird auch größer sein und wir haben unser zweites Büro in Berlin eröffnet. Ich bin sehr gespannt, was ich auf der Reise dahin alles erleben und lernen darf!

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Foto (oben): Ark Climate

#Interview – „Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“

#Interview

Das Team von brixl möchte Bauunternehmen dabei helfen, “mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen”. Die größte Herausforderung ist dabei “nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen”.

„Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“

Freitag, 15. Mai 2026VonAlexander

Bei brixl dreht sich alles um Bauaufträge. „Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen“, erklärt Gründer Robin Karutz die Idee hinter seinem Startup, das er zusammen mit Sascha Nievelstein gegründet hat.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt brixl-Gründer Karutz sein Startup einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter brixl erklären?

Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Wir sparen kostbare Ingenieurszeit, indem wir alle relevanten, fragmentierten Ausschreibungen an einem Ort bündeln und deren Auswertung teilautomatisieren. Gleichzeitig reduzieren wir Opportunitätskosten durch weniger verpasste Chancen, helfen dabei, mehr passende Projekte zu gewinnen, und schaffen Transparenz über Marktdynamiken. Als webbasierte Softwarelösung wird brixl über eine monatliche Lizenzgebühr angeboten.

Wie ist die Idee zu brixl entstanden?

Gemeinsam mit meinem Co-Founder Sascha haben wir direkt nach unserem Studium an der RWTH Aachen wissenschaftlich und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegründet. Wir sind als Dienstleistungsagentur gestartet. Als brixl – bricks pixels – hat unsere Kompetenzschnittmenge zwischen Bau und Informatik die Ansprache im Produkt und Markt schon von Beginn an grob eingeschränkt. Nach vereinzelten Eigenentwicklungen haben wir immer wieder von den Problematiken rund um öffentliche Ausschreibungen gehört, und dann den Fokus konsequent darauf ausgerichtet.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Die größte Herausforderung ist für uns tatsächlich nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen. Gerade bei KI gibt es viele, oft berechtigte Vorbehalte: Dass sie halluziniert, unzuverlässig ist oder bestehende Prozesse aufwendiger als vorher ersetzt, statt sie sinnvoll zu unterstützen. Durch enge Zusammenarbeit in praxisnahen Pilotpartnerschaften konnten wir diese Bedenken aufnehmen und adressieren. Trotz KI ist unsere Suche deterministisch, bedeutet: Die selbe Suche, führt zur selben, robusten Antwort – im Gegensatz zu reinen Antworten eines Sprachmodells wie chatGPT. Damit sind unsere Ergebnisse nachvollziehbar, prüfbar und belastbar, was gerade am Bau entscheidend ist. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, uns sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das nicht aus der Ferne oder „one-size-fits-all“ funktioniert. Jedes Bauunternehmen arbeitet anders, hat eigene Strukturen und eigene Entscheidungslogiken. Deshalb gehen wir bewusst vor Ort, arbeiten eng mit den Teams zusammen und passen die Lösung an ihre Realität an. Die Herausforderung ist also weniger, ein gutes Produkt zu bauen, sondern es so einzuführen, dass es wirklich angenommen wird. Genau darin sehen wir heute eine unserer größten Stärken.

Wo steht brixl in einem Jahr?

In einem Jahr findet man brixl in jedem Bauunternehmen, dass die Projektakquise datengetrieben und strategisch angeht, anstatt sich auf Hörensagen und Bauchgefühl zu verlassen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): brixl

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