Nuki Keypad 2 NFC vorgestellt: Entsperren per PIN, Fingerabdruck und Aliro-Unterstützung für Tap to Open

Neue Hardware aus dem Hause Nuki – wie angekündigt: das Nuki Keypad 2 NFC. Das Zubehör richtet sich an Besitzer eines Nuki Smart Locks, die ihre Haus- oder Wohnungstüre ohne Smartphone oder physischen Schlüssel öffnen wollen. Nuki bietet in seinem Keypad diverse Entsperrmethoden an, mit dem Aliro-Standard steht im 2026er-Modell jetzt eine weitere Methode ergänzend zum Aufsperren bereit.

Wie beim alten Nuki Keypad 2 (hier unser Testbericht aus 2022) haben die Nutzer die Wahl zwischen einem sechsstelligen Zutrittscode oder einem Fingerabdruck. Bis zu 200 Codes oder 20 verschiedene Fingerabdrücke lassen sich abspeichern und verwalten. Kompatibel sind die Matter-fähigen Türschlösser, sprich das Smart Lock Ultra, das Smart Lock Pro (der fünften Generation) sowie das Smart Lock Go.

Neu ist die NFC-Funktion, die auf den neu vorgestellten Aliro-Standard setzt. Tap to Unlock ermöglicht hier das Aufsperren durch das Dranhalten des Smartphones oder der Smartwatch. Das Endgerät und das Keypad kommunizieren direkt per NFC über Aliro. Im Apple-Home-Ökosystem kommt da im Frontend dann der „Apple Home Key“ zum Einsatz.

Auch Samsungs Wallet ist bereits kompatibel. Notwendig ist für die Verwendung von Aliro ein entsprechender Matter Hub, um die Credentials auszutauschen. Im Falle von Apple Home etwa ein kompatibler HomePod oder Apple TV. Im Falle des Samsung Wallets wird ein SmartThings-Hub benötigt. Ein Parallelbetrieb der beiden ist möglich, pairt dann erst mit Apple, dann mit Samsung. Google hat ebenfalls eine Aliro-Unterstützung verlauten lassen: Hier wird es sich aber noch einige Monate bis zur Implementierung ziehen.

Der Blick auf Nutzerkommentare, auch in unseren Kommentarspalten, geht da nun doch sehr stark in die Richtung: Wieso nur NFC? Was ist mit UWB? Die für viele vermutlich ernüchternde Antwort: Mit dem Nuki Keypad 2 NFC bietet man das nicht – auch nicht über ein künftiges Software-Update.

Man sieht bei Nuki die großen Vorzüge von Ultrabreitband (UWB) und man arbeitet an einer (technischen) Umsetzung, um die Auto-Unlock-Geschichte über Aliro zu ermöglichen und die Nutzerfahrung diesbezüglich weiter zu verbessern. Die Integration von UWB sei aber, so Jürgen Pansy von Nuki, weit mehr als einfach nur einen Chip einzubauen.

Man sieht sich bei Nuki unter anderem mit der Problematik konfrontiert, dass bei hiesigen Retrofit-Lösungen keine Kabelverbindung zwischen dem Innen- und Außenbereich möglich ist, um entsprechende Antennen (latenzfrei) zu verkabeln. Das sieht bei Smart Locks in Übersee etwas anders aus. Ultrabreitband benötigt mehrere, zusätzliche Antennen in entsprechenden Abständen. Nur so ist eine Erkennung, ob sich eine Person von außen oder von innen der Haustüre nähert, möglich. Das macht das Aufsperren zwar zuverlässiger, aber gleichzeitig auch wesentlich komplexer.

Aliro setzt da unter der Haube nämlich auf einen Erstkontakt per Bluetooth Low Energy (BLE). Erst wenn dieser gegeben ist, wird per UWB geprüft, ob eine Person die Absicht hat, sich der Türe (von außen) zu nähern. Das hat natürlich, wenn es dann funktioniert, den Vorteil, dass man zuverlässiger aufsperren kann – ganz ohne Geofencing, etwa auch dann, wenn man vom Keller wieder zur Wohnung nach oben kommt.

Zudem steigert UWB doch stark den Energiebedarf – was zulasten der Batterielaufzeit von Smart Lock respektive Keypad gehen könnte. Derzeit erfüllt man da nicht die eigenen Ansprüche für ein zuverlässiges und somit marktreifes Produkt.

Ansonsten? Optisch und auch sonst bleibt alles beim Alten: Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, misst 11,8 × 2,9 × 2,1 cm und bringt eine IP54-Zertifizierung mit, ist also gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. Die Montage erfolgt kabellos an der Fassade, wahlweise durch Kleben oder Schrauben. Die Energieversorgung übernehmen Batterien, deren Laufzeit mit mindestens 12 Monaten angegeben wird.

Der Onlineshop listet das Neue für 179 Euro und damit etwas über dem Vorgängermodell, welches bei 159 Euro startete und in Angeboten durchaus für weniger zu bekommen ist. Für Bestandskunden gibt es ein Upgrade-Programm.

Erste Eindrücke

Ich konnte das Aliro-fähige Keypad bereits im Vorfeld ausprobieren. Da das Keypad 2 NFC in vielen Punkten identisch zum Vorgängermodell ausfällt, werde ich lediglich auf ausgewählte Aspekte in meinen ersten Erfahrungen eingehen. So brauche ich euch beispielsweise nicht erzählen, dass die Verarbeitung solide ausfällt und wie das mit dem Erkennen von Fingerabdrücken klappt – das ist nämlich wie beim Keypad 2.

Auch der Einrichtungsprozess fällt einfach aus und die App geleitet euch durch die Einstellungen. Besonders ist beim Keypad 2 NFC dann eben das Einrichten von Tap to Unlock. Die Funktion ist optional, ihr könnt das Keypad also auch auf den Funktionsumfang des Vorgängers einschränken. Für Tap to Unlock stehen zwei Modi bereit: Zum einen der Nuki-App-Modus und der Smart-Home-Modus.

Der erste Modus erlaubt das Aufschließen mithilfe der Nuki-App. Das Smartphone muss hierbei entsperrt werden. Der ist momentan aufgrund der geringen Aliro-Verbreitung dennoch praktisch. Der Umweg erfolgt hier über die Nuki-App. Die wird zwar bei iOS per Tap geöffnet – jedoch erst nach Drücken auf die Benachrichtigung. Das ist vergleichsweise unkomfortabel. Dank direkter Integration kommen so auch Android-Nutzer vor der Google-Wallet-Integration in den Genuss von Tap to Unlock. Während Aliro eine Matter-Zentrale in der Hinterhand braucht, ist das in diesem Fall nicht notwendig.

Und dann wäre da noch der Smart-Home-Modus. Hierfür ist, wie oben beschrieben, ein dedizierter Matter-Hub nötig. Derzeit funktioniert das auch nur mit dem Samsung Wallet (was ich hier mangels Smartphone nicht testen konnte) und dem Apple Wallet. Letzteres bringt, in Verbindung mit kompatiblem HomePod oder Apple TV, das von vielen ersehnte „Home-Key-Feature“ zu Nuki.

Nicht möglich ist eine gemischte Nutzung. So ist es derzeit nicht gleichzeitig möglich, dass ein Teil der Nutzer auf den digitalen Schlüssel im Apple Wallet setzt, während die Android-Fraktion mit dem Schlüssel in der Nuki-App überbrückt. Googles Wallet ist bisher noch nicht kompatibel, da fehlt es noch an einem Update mit Aliro-Funktionalität.

Ich hatte das Nuki Smart Lock Pro bereits via Matter in Apple Home. Entsprechend flott ging der Prozess vonstatten. Einmal eingerichtet, erhalten alle freigegebenen Nutzer im Apple Home ihren digitalen Hausschlüssel für das Keypad ins Wallet. Dies gilt sowohl für das iPhone, als auch für die Apple Watch. Über die Funktion „Gast einladen“ in Apple Home kann man auch eine temporäre Schlüsselkarte für andere Personen ausstellen.

Wer sein Gerät nicht extra entsperren möchte, sondern lediglich zum Öffnen (auch das gesperrte Gerät) dranhalten möchte, der muss zudem den Expressmodus aktivieren. Das Entsperren funktioniert dann sogar auch mit „leerem Akku“: Das iPhone hält eine Energiereserve (für einige Stunden) für Schlüssel mit Expressmodus bereit. iOS muss dafür nicht laufen.

Das Entsperren selbst funktioniert reibungslos und schnell. Die Uhr kann hierbei auch minimalen Abstand zum Keypad haben. Ich würde sagen, das Aufschließen ist gar noch einen Tick (Sekundenbruchteil) schneller als per Fingerabdruck. Das Keypad gibt durch seine LED-Anzeige ein kurzes Feedback. Auf dem Smartphone bzw. der Smartwatch ploppt die virtuelle Schlüsselkarte auf und ihr seid drin.

Ich nutze das Keypad wirklich ausgesprochen gerne, gerade auch, wenn ich die Home-Zone nicht verlasse und somit das Auto-Unlock von Nuki nicht greift. Ob ihr aber das Entsperren per Smartwatch oder Smartphone wirklich „braucht“, das steht auf einem anderen Blatt. Das Entsperren mit dem Fingerabdruck funktioniert bekanntlich zuverlässig und auch mit schwitzigen Fingern, etwa nach der Jogging-Runde – und das ohne extra Gerät in der Tasche und mit günstigerem Keypad 2 (ohne NFC). Für andere Personen könnt ihr bekanntlich für eine spontane Nutzung einen Zugangscode generieren. Nuki erlaubt aber weiterhin nicht das Generieren von Zugangscodes in Apple Home.

Für mich bietet das Keypad wenig Mehrwert – ich war aber auch nie ein Nutzer, der nach „Home Key“ geschrien hat. Der Personenkreis, (etwa weil der Finger nicht so toll für den Scanner geeignet ist, im Winter beim Tragen von Handschuhen, etc.) der da wirklich einen Mehrwert mit hat, ist sicherlich beschränkt. Allerdings: Toll, dass man eben für jeden Personenkreis Lösungen bietet und eine breite Möglichkeit an Entsperrmethoden anbietet, die man stetig erweitert.

Und ich hoffe doch sehr auf eine funktionstüchtige und zuverlässige UWB-Variante für die Zukunft. Auch ich würde mir hiervon mehr Zuverlässigkeit bei Gebäuden mit mehreren Zugängen versprechen. So ist bei mir die Wohnungstüre per (Nuki-nativem) Auto Unlock je nach Situation schon sehr früh aufgeschlossen, während ich noch auf dem Weg zur Haustüre – zwei Stockwerke weiter unten – bin.

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Insta360 Wave: Intelligenter Konferenzlautsprecher ausprobiert

Insta360 ist vor allem für seine Kameras bekannt. Wer denkt denn da an Konferenzlautsprecher? Doch mit der Insta360 Wave wagt man sich in ein völlig neues Territorium. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes Speakerphone für Meetings, Content Creator und alle, die mehr aus ihrem Setup herausholen wollen. Ich habe das Gerät eine Weile in meinem Alltag gehabt und kann sagen, dass das ein nützliches Gadget sein kann.

Design und Verarbeitung

Die Insta360 Wave schaut nicht so aus wie ein normaler Konferenzlautsprecher. Das zylindrische Gehäuse aus schwarzem Kunststoff ist sauber verarbeitet und macht keinen billigen Eindruck. Es erinnert eher an ein futuristisches Designobjekt als an ein Büro-Gadget. Wenn ihr das Gerät einschaltet, hebt sich die Mittelsäule aus dem Sockel und gibt einen 1,82 Zoll großen Touchscreen frei. Das sieht beim ersten Mal schlicht beeindruckend aus und ich habe tatsächlich mehrere Leute damit überrascht, die das Gerät auf meinem Tisch gesehen haben.

Mit einem Gewicht von rund 490 Gramm und einem Durchmesser von 64,3 mm ist die Wave etwas schwerer als erwartet. Im aktivierten Zustand ist sie 248 mm hoch, zusammengeklappt sind es 198 mm. Im Lieferumfang steckt eine Tragetasche, was zeigt, dass Insta360 dieses Gerät nicht nur als Schreibtischgerät, sondern als mobiles Tool für unterwegs, im Meetingraum oder auch beim Lunch-Meeting sieht.

Eigenschaft Spezifikation
Mikrofone & Reichweite 8 MEMS-Mikrofone mit 5 Metern Spracherfassungsbereich
Audio-Features Vollduplex-Audio, KI-gestützte Geräuschunterdrückung (ANS) & Echounterdrückung (AEC)
Akku & Laufzeit 9.800 mAh Kapazität für bis zu 12 Stunden Sprechzeit
Bedienung 1,82-Zoll-Touchscreen
Verbindungen Bluetooth, USB, Dongle (unterstützt drahtlose Kaskade von bis zu 3 Geräten)
Gewicht & Maße 490 g | Ø 64,3 mm | Länge: 198 mm (zusammengeklappt) bis 248 mm (ausgeklappt)
Kompatibilität Windows, macOS, Android, iOS/iPadOS

Einrichtung

Wer Insta360-Produkte kennt, erwartet eine sofortige Plug-and-Play-Erfahrung. Die Link 2 Webcam war in Minuten einsatzbereit, und das erwarte ich eigentlich auch von der Wave. Pustekuchen – zumindest beim ersten Mal. USB-Kabel rein, Mac gebootet, und… nichts passiert. Das Gerät startet, zeigt seinen schicken Begrüßungsbildschirm, aber wird vom Computer schlicht nicht erkannt.

Das Problem liegt in einem versteckten Einstellungsmenü: Auf dem Touchscreen muss man erst unter Einstellungen in den USB-Modus wechseln und dort den Dateiübertragungsmodus aktivieren. Danach klappt alles sofort. Man kann die Software auch direkt von der Insta360-Website herunterladen, dann entfällt das Problem komplett. Trotzdem könnte das etwas klarer in der Kurzanleitung beschrieben sein und ich bin mir sicher, dass das nicht nur mir passiert ist. Ein erster Eindruck, der also etwas holprig war.

Danach ist der Wave Controller installiert, und ab hier läuft alles rund.

Die Insta360 Wave im Alltag

Die Wave ist im Kern ein Speakerphone mit einem dedizierten KI-Chip an Bord. Und der macht den entscheidenden Unterschied zu einem normalen Konferenzlautsprecher. Für mich gibt es zwei hauptsächliche Einsatzszenarien, in denen die Wave glänzt:

Nummer eins sind Meetings und Videocalls. Einmal eingerichtet, kann ich einfach auf Aufnahme tippen und das Meeting aufzeichnen, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Teams-Call, ein Google-Meet-Gespräch oder ein Face-to-Face-Meeting im Raum handelt. Die Audioqualität ist dabei wirklich gut. Das Array aus 8 MEMS-Mikrofonen nimmt Stimmen aus bis zu 5 Metern Entfernung auf. Ich habe das mit mehreren Menschen im Haus ausprobiert und selbst aus gut drei Metern Entfernung war die Sprachklarheit beeindruckend gut und weit besser als alles, was mein MacBook-Pro-Mikrofon liefert (und die sind auch sehr gut). Auch wer während des Meetings aufsteht, an die Wand geht oder vor einem Whiteboard steht, klingt für die Gegenseite weiterhin klar und verständlich.

Nummer zwei ist die KI-Transkription und der Meeting-Assistent. Das ist das eigentliche Killer-Feature. Nach einem Meeting geht man in die Wave-Software, klickt auf „KI-Aufnahmen ansehen“, und bekommt eine vollständige Transkription inklusive Sprechermarkierungen. Man kann dann mit einem KI-Assistenten in den Notizen interagieren. Fragen wie „Was waren die Aufgaben, die der XXXX übernommen hat?“ werden direkt beantwortet, inklusive Zeitstempel. Das klingt nach Spielerei, aber im Arbeitsalltag ist das Gold wert. Gerade wer regelmäßig Meetings hat, in denen Action Points verteilt werden, wird das lieben.

Die Sprechertrennung funktioniert zuverlässig, auch bei mehreren Personen im Raum. Mit einem kleinen Training per Stimmabdruck wird die Erkennung nochmals präziser. Und die automatisch erstellten Zusammenfassungen? Die sind wesentlich besser als die von Copilot und auch besser als die von Granola. Wie immer bei Transkription und Meetingaufnahme: Vorher Bescheid sagen, ob das für alle im Raum in Ordnung ist.

Ein Feature, das man immer bei solchen Gadgets unterschätzt, sind die fünf Aufnahmemuster. Per Touchscreen oder Software kann man zwischen Omni (360°), Cardioid (Richtmikrofon, ideal für Videocalls), Supercardioid (starke Umgebungsgeräuschunterdrückung), Figure-of-Eight (für Interviews mit zwei Personen gegenüber) und Stereo wählen. Im Praxistest machen diese Modi einen spürbaren Unterschied, je nach Situation.

Für ein klassisches Online-Meeting reicht der Omni-Modus oder Cardioid. Wer ein Podcast-ähnliches Interview aufnimmt, greift zu Figure-of-Eight. In lauter Umgebung hilft Supercardioid. Nur für Musikaufnahmen oder Instrumente ist die Wave nicht gedacht, das sagen auch die Specs klar, und im Test bestätigt sich das. Der Lautsprecher und die Mikrofone sind klar auf Sprache optimiert. Zum gelegentlichen Musikhören taugt das aber auch.

Wer schon die Insta360 Link 2 Webcam besitzt (ich habe die ja ebenfalls getestet), kann beide Geräte zusammen nutzen. Das ist eine richtig gute Kombination. Die Wave liefert exzellentes Audio, die Link 2 das entsprechende scharfe Bild mit KI-Tracking. Als Gesamtlösung für professionelle Videocalls oder Streaming ist das Duo beeindruckend, aber natürlich auch preislich entsprechend.

32 GB interner Speicher für Aufnahmen sind insgesamt in dem Gerät. Das reicht für ein paar Stunden, von den 32 sind aber per se schon 10 GB geblockt. Per USB-C lässt sich der Speicher danach auf den Rechner ziehen oder direkt in der Wave-Cloud-App archivieren.

Der verbaute 9.800-mAh-Akku verspricht laut Insta360 bis zu 12 Stunden kabelloser Nutzung per Bluetooth. Das habe ich so nicht ausgereizt, aber die Akkuausdauer reicht locker über einen kompletten Arbeitstag voller Meetings. Verbunden werden kann das Ding übrigens nicht nur über USB-C, sondern auch über Dongle oder Bluetooth.

Das Abo-Modell

Wer die KI-Features nutzen will, braucht einen Account bei Insta360. 300 Minuten KI-Transkription gibt es im kostenlosen Basis-Plan pro Monat, das reicht für Gelegenheitsnutzer gut. Wer die Wave aber täglich im Büro einsetzt, wird feststellen, dass diese 300 Minuten schnell weg sind. Der Pro-Plan kostet 9,50 Euro pro Monat (jährlich) und liefert zusätzliche 900 Minuten, erweiterte KI-Zusammenfassungsvorlagen, Sprecher-KI-Erkennung und mehr.

Das Abo-Modell ist kein Ausschlusskriterium, aber man sollte es einkalkulieren. Wer die Wave für gelegentliche Meetings kauft, kommt mit dem Free-Tier prima durch. Ist auch wichtig zu wissen, dass hier keine lokale Verarbeitung möglich ist. Alles wird in die Cloud zu Insta360 geschubst. Dem muss man sich bewusst sein.

Fazit

Die Insta360 Wave ist ein Gerät, was nicht jeder braucht und bei dem erst der Einsatz zeigt, dass es sehr nützlich sein kann. Die Kombination aus sehr guter Mikrofon-Hardware, den flexiblen Aufnahmemodi und der echten KI-Transkription macht aus einem Speakerphone ein gutes Werkzeug.

Die stolperige Ersteinrichtung per USB und das Abo-Modell sind kleine Wermutstropfen, die aber nicht wirklich schwer wiegen, sobald man im Betrieb ist. Der Preis von rund 299 Euro ist happig für ein Einzelgerät, aber wer regelmäßig Meetings hat, in denen es auf gute Audioqualität und nachvollziehbare Protokolle ankommt, wird schnell merken, dass es ein guter Invest ist.

Für wen lohnt sich die Wave also? Für alle, die regelmäßig Meetings aufzeichnen, Protokolle erstellen oder Audioinhalte produzieren. Freelancer, kleine Teams, Content Creator, Podcaster und alle, die Wert auf gute Audio-Qualität legen. Das Teil ist nix für alle, die Musik aufnehmen wollen oder Gelegenheits-Meeting-Teilnehmer.

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Aqara Camera Hub G350 im Test: Mehr als nur eine Kamera

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Der Smart-Home-Hersteller Aqara hat neulich die Camera Hub G350 auf den Markt gebracht. Zeit für mich, mal wieder reinzuschauen. Wer den Camera Hub G3 kennt, wird sich beim neuen G350 erst einmal wie zu Hause fühlen, zumindest optisch. Die Silikon-Hülle mit den Ohren ist wieder am Start, aber unter der Haube hat sich einiges getan.

Das Auffälligste vorab: Die G350 setzt jetzt auf ein Dual-Lens-System. Wir haben hier eine 4K-Weitwinkel-Linse und ein 2,5K-Teleobjektiv. Das sorgt im Zusammenspiel für einen bis zu 9-fachen Hybridzoom. Wer also im Wohnzimmer mal eben schauen will, ob die Katze oder der Hund wirklich nur schläft oder gerade das Sofa zerlegt, bekommt hier tatsächlich ordentlich Schärfe geboten.

Für Profi-Anwender gibt es zudem drei parallele RTSP-Streams, was die Einbindung in NAS-Systeme oder Home Assistant deutlich flexibler machen sollte. Aaaaaaber: Drei Kanäle gibt es, aber nur einer hat 2160p, der andere hat 1080p, der dritte dann nur noch 360p.

Ein kleiner Wermutstropfen für Fans des Vorgängers: Der integrierte IR-Blaster zur Steuerung von Fernsehern oder Klimaanlagen wurde beim G350 gestrichen. Dafür gibt es jetzt Wi-Fi 6(ne Kamera, die sich ins 5-GHz-Netz einwählt, ist nicht selbstverständlich) und WPA3, technisch ist man also auf der Höhe der Zeit. Auch als Thread-Border-Router macht die Kamera eine gute Figur, auch wenn sie aktuell noch auf Version 1.3.0 setzt. Das ist vermutlich aber eher was für Menschen, die ausschließlich auf Aqara setzen wollen, viele werden ja sicherlich schon einen solchen Hub am Start haben – zumindest unter unseren Lesern.

Aqara trommelt laut: Die G350 ist die weltweit erste Kamera mit Matter-1.5-Zertifizierung. Das klingt super, bedeutet in der Praxis aber aktuell noch: Abwarten. Während Samsung SmartThings schon recht weit ist und das Videobild zeigt, schauen Apple-Home-Nutzer bei den speziellen Matter-Funktionen (wie der PTZ-Steuerung über Matter) noch in die Röhre.

Aber keine Sorge: Die Kamera unterstützt natürlich weiterhin nativ HomeKit Secure Video, Google Home und Alexa. Wer auf Matter gewartet hat, bekommt hier die Hardware, muss aber hoffen, dass die Plattform-Betreiber ihre Hausaufgaben machen. In Apple Home bleibt die Auflösung wegen der Apple-Vorgaben zudem weiterhin auf 1080p beschränkt, während die Aqara-App das volle 4K-Bild ausreizt.

Im Hinblick auf Intelligenz ist Aqara gewohnt stark. Die KI erkennt Personen, Haustiere und sogar Gesten, um Szenen zu starten. Neu sind Audioerkennungen wie weinende Babys oder Husten. Ein kleiner Dämpfer: Einige der fortgeschrittenen Analyse-Funktionen, wie die KI-Videosuche oder tägliche Zusammenfassungen, sind hinter dem kostenpflichtigen HomeGuardian-Abo versteckt. Das kostet nen Zehner im Monat für unbegrenzte Kameras, schade, dass Aqara da auch so einsteigt. Aber war bei KI-Funktionen ja zu erwarten. Aber ansonsten wieder alles lecker dabei: Automatisches rumcruisen, dies das eben.

Zusätzlich bleibt das Gerät ein Hub. Es funkt als Zigbee-Hub für Aqara-Sensoren und als Matter-Controller. Wer also sein Ökosystem ausbauen will, schlägt hier zwei Fliegen mit einer Klappe.

Pro Contra
Erste Matter 1.5 Kamera: Zukunftssicher für den neuen Standard. Matter-Ecosystem noch unreif: Viele Funktionen via Matter hängen von Drittanbietern ab.
Dual-Lens und 4K: Tolle Bildqualität und brauchbarer 9x Hybrid-Zoom. Kein IR-Blaster mehr: Wer alte Geräte steuern will, vermisst das Feature der G3.
Eierlegende Wollmilchsau: Kamera, Zigbee-Hub und Thread Border Router in einem. HKSV Limitierung: In Apple Home weiterhin auf 1080p beschränkt.
Privatsphäre: Physisches Wegrollen der Linse gibt ein gutes Gefühl. Abo-Modell: Einige KI-Funktionen kosten monatlich extra.
Lokales Speichern: microSD-Slot bis 512 GB und RTSP-Support. Keine Farb-Nachtsicht: Immer noch klassisches Infrarot-Graustufenbild.

Die Aqara Camera Hub G350 ist meines Erachtens ein echtes Power-Paket für alle, die tief im Aqara- oder Apple-Ökosystem stecken. Die Bildqualität durch das Dual-Lens-System ist ein sichtbares Upgrade zum Vorgänger und die RTSP-Unterstützung macht sie für lokale Setups extrem attraktiv.

Kaufen oder warten? Wer ohnehin einen neuen Hub braucht und die beste Indoor-Kamera von Aqara will, macht hier nichts falsch. Wer allerdings nur wegen Matter 1.5 upgraden will, sollte vielleicht noch ein paar Software-Updates der großen Plattformen abwarten. Aktuell fühlt es sich noch ein bisschen nach Hardware für Early Adopter an, die ihr volles Potenzial erst in ein paar Monaten entfalten wird.

Ab sofort ist die Matter-zertifizierte Überwachungskamera mit eingebautem Smart-Home-Hub zum Preis von 139,99 Euro erhältlich.

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SteelSeries Arctis Nova Elite: Gaming-Headset der Luxusklasse im Test

SteelSeries hat im letzten Jahr mit dem Arctis Nova Elite ein neues Gaming-Headset der Oberklasse veröffentlicht. Eigentlich muss man schon Luxusklasse sagen, denn das gute Stück kostet happige 649,99 Euro. Ihr zahlt also mehr für dieses Zubehör als für z. B. eine PlayStation 5 oder Xbox Series X. Doch dafür will der Hersteller euch auch einiges bieten – z. B. Hi-Res Audio Wireless und vielfältige Verbindungsoptionen dank einer externen Station (GameHub). Inzwischen konnte ich mir das Arctis Nova Elite auch für euch anhören.

Ein wenig werde ich dabei mit dem Razer Kraken V4 Pro vergleichen, denn jenes Modell nutzt ebenfalls einen externen Verbindungs-Hub. Dank des sogenannten GameHubs können vier Zuspieler gleichzeitig angeschlossen bzw. verbunden werden – per USB-C (gleich dreimal), Bluetooth 5.4, 2,4 GHz und 3,5-mm-Klinke. Kabellos bietet man euch nicht nur SBC und AAC als Codecs an, sondern auch LC3 . SteelSeries bindet am Arctis Nova Elite auch aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ein. So bringt man ins Spiel, dass das Gaming-Headset für euch auch einfach unterwegs als Over-Ear-Kopfhörer dienen kann.

Technische Eckdaten des SteelSeries Arctis Nova Elite

Kategorie Spezifikation
Kompatibilität PC (ChatMix über Sonar, Win 10 )


PS4 | PS5 (ChatMix über System)


Xbox Series X|S


Mac (kein ChatMix)


Switch | Switch 2 (USB-C Wireless / BT)


iPhone USB-C (USB-C Wireless / BT)


Android (USB-C, Wireless / BT)


Tablet USB-C (USB-C Wireless / BT)


Handheld (USB-C, Wireless / BT)


Meta Quest 2 | 3 (USB-C Wireless / BT, nur Audio)
Software Arctis Companion App (iOS 15.6 , Android 9 )


GG Engine (Windows 8.1 , macOS 10.13 )


GG Sonar (Windows 10 , erforderlich für ChatMix)
Lautsprechertreiber 40-mm-Kohlenstofffaser-Treiber


2-teiliges Design (Messing-Sicke Carbonfaser-Treiber)
Frequenzgang (Kopfhörer) 10–40.000 Hz
Empfindlichkeit 101 dBSPL @ 1 kHz / 1 mW
Impedanz 38 Ohm
Klirrfaktor (THD) < 1 %
360°-Raumklang Tempest 3D, Windows Sonic, SteelSeries Sonar Surround, DTS Headphone, Dolby Atmos
Mikrofone ClearCast Gen 2.X (Boom On-Ear Beamforming, Smart-Switching)


Richtcharakteristik: Boom bidirektional, On-Ear omnidirektional


Frequenzgang (Wireless): 100–14.000 Hz


Empfindlichkeit: -14 dBV/Pa


Bandbreite: 32 kHz / 16 Bit
Geräuschunterdrückung 4-Mikrofon-Hybrid-ANC


Transparenzmodus


KI-Rauschunterdrückung (alle Systeme) Sonar-Software (PC)
Akkulaufzeit Infinite Power System: 2 Hot-Swap-Akkus, je 30 h (gesamt 60 h)


Schnellladung: 15 min = bis zu 4 h


Akku: Lithium-Ionen
Drahtlos Hi-Res Wireless zertifiziert


2,4-GHz-Gaming-Wireless


Bluetooth 5.3 LE Audio (SBC, LC3, LC3 , MultiPoint bis 10 Geräte)


OmniPlay: bis zu 4 Quellen gleichzeitig (USB1 USB2/3 BT Line-In)
On-Ear-Bedienelemente Lautstärke / ChatMix


Source Mix


Power / Pairing / Quick-Switch


Stummschaltung


Bluetooth-Mediensteuerung


Multifunktionsrad (GameHub-Steuerung)
Lieferumfang Arctis Nova Elite Headset


Arctis Nova Elite GameHub


3× USB-C-zu-USB-A-Kabel (1,5 m)


Mikrofon-Popfilter


Reinigungstuch


Transportbeutel
Gewicht Kopfhörer: 380 g


GameHub: 169 g


Tragetasche: 143 g

Ihr könnt über das Gaming-Headset auch 3D-Audio in Form von z. B. Windows Sonic Spatial und Tempest 3D Audio verwenden. Dolby Atmos und DTS:X sind ebenfalls möglich, da müsst ihr euch dann aber separat die passenden Lizenzen kaufen. Beeindruckend: In Sachen Klang sind bis zu 24-bit Klangtiefe bei 96 kHz machbar. Hinweis dazu: An den Spielekonsolen ist bei maximal 16-bit und 48 kHz Schluss, weil die Plattformen nicht mehr unterstützen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der dänische Hersteller SteelSeries, seit einigen Jahren im Übrigen Teil des GN-Konzerns zu dem auch Jabra gehört, will sich mit dem Arctis Nova Elite zur absoluten Spitzenklasse vorarbeiten. Deswegen bietet man euch nicht nur eine Desktop-App zur weiteren Konfiguration an. Unter Android und Apple iOS könnt ihr den Klang ebenfalls über die Begleit-App Arctis abstimmen. Ein spannendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der breiten Konkurrenz: Im laufenden Betrieb könnt ihr den Akku austauschen (Hot-Swap). Es liegen daher auch gleich zwei Akkuexemplare bei, die je 30 Stunden Betriebsdauer gewährleisten.

Für meinen Test hat mir die Farbvariante in Sage & Gold vorgelegen. Dabei ist die Verarbeitung durchaus eine Hausnummer. So nutzt SteelSeries nicht nur für den Rahmen Metall, was mich direkt an die Aventho 300 von beyerdynamic erinnert hat, sondern auch für den Lautstärkeregler an der linken Ohrmuschel. Im Übrigen erfolgt die Größenverstellung stufenlos, wird also nicht eingerastet. Die Ohrpolster sind übrigens überdurchschnittlich dick und sehr fluffig. Sie schirmen daher auch schon passiv verdammt gut ab und verhindern exzellent Druck auf den bzw. um die Ohren.

Der Tragekomfort wird auch durch das aufhängbare Innenkopfband gestärkt. Da muss ich schon einmal an dieser Stelle sagen, dass das SteelSeries Arctis Nova Elite für mich tatsächlich das ergonomischste Gaming-Headset darstellt, das ich bisher getragen habe. Beim Auspacken wird aber auch schnell klar, dass SteelSeries hier mehr als ein reines Gaming-Headset liefern will. Dank des Hubs erhaltet ihr ein anspruchsvolles Gesamtpaket. Dieses Allrounder-Flair wird auch dadurch verstärkt, dass der Anbieter auf RGB-Bling-Bling verzichtet. Auch die Basisstation wirkt angenehm unaufgeregt. Sie ersetzt nicht nur anderweitige USB-Dongles, sondern verfügt auch über ein monochromes OLED-Display und Bedienmöglichkeiten für Lautstärke, Abmischung, Wechsel der Eingänge und mehr.

Im Paket befinden sich auch mehrere USB-Kabel, ein 3,5-mm-Kabel sowie ein Popschutz fürs Mikro und natürlich eine Anleitung. Auch eine kleine Tasche liegt bei. Ich vermisse hier aber ein Hardcase, was bei der Preisempfehlung von 649,99 Euro schon hätte möglich sein können. Auch ein Mikrofasertuch zur Reinigung der Ohrmuscheln ist dabei.

Die Ohrmuscheln des SteelSeries Actis Nova Elite lassen sich leicht anwinkeln, ein Zusammenfalten der Kopfhörer ist jedoch nicht möglich. Beim Tragekomfort hilft auch das bereits erwähnte Textilband, das letzten Endes auf eurem Kopf aufliegt. Dieses ist elastisch und hilft bei der Gewichtsverteilung. Es lässt sich innen über mehrere Stufen verstellen. Ein Nachteil der verwendeten Materialien: SteelSeries nutzt Kunstleder statt Stoff für die Ohrmuscheln als Bezug, wodurch man eher „heiße Ohren“ bekommt. Wie schon beschrieben, dichtet das Headset aber bereits passiv hervorragend ab, sodass ANC meistens für euch gar nicht nötig sein dürfte.

Auch ohne die Basisstation könnt ihr direkt über die Bedienelemente an den Ohrmuscheln einiges einstellen – die Lautstärke und die Stummschaltung des Mikrofons etwa. Schön gelöst: Der Mikrofonarm an der linken Ohrmuschel lässt sich komplett in das Gehäuse schieben. Er lässt sich dennoch flexibel justieren. Den Akku könnt ihr im Übrigen beim laufenden Betrieb tauschen, indem ihr die magnetische Abdeckung der rechten Ohrmuschel entfernt. Darunter sitzt dann der Akku und kann leicht entnommen werden. Unter dem Magnet-Cover der linken Ohrmuschel verbirgt sich im Übrigen der USB-C-Ladeanschluss.

Praxistest des SteelSeries Arctis Nova Elite

Wie eingangs beschrieben ist der Hub des SteelSeries Arctis Nova Elite eine praktische Sache. Er erlaubt es z. B., dass ihr vom Gaming-PC Audio per 2,4 GHz zuspielt, während gleichzeitig auch euer Smartphone via Bluetooth für Anrufe verbunden bleibt. Wo der Hub vielseitig ist, bleibt das Headset an sich glücklicherweise auf das Wesentliche beschränkt. Wie schon erwähnt, verzichtet man nicht nur auf eine RGB-Beleuchtung, sondern fokussiert sich auch bei den Bedienelementen auf wenige Buttons – für Bluetooth, die Mikrofon-Stummschaltung, Power und das Lautstärkerad. Letzteres finde ich besonders praktisch, da es leicht zu ertasten ist und nicht versehentlich mit den anderen Tasten verwechselt werden kann.

Was ich am Gesamtpaket weniger durchdacht finde: Der GameHub ist zugleich Bedien- und Ladestation, was aber auch heißt, dass man im Alltag häufig daran Herumtatschen wird. Gleichzeitig zieht die Klavierlack-Hochglanz-Oberfläche aber geradezu magisch Fingerabdrücke und Staub an. Hier wäre mattes Material schlichtweg pragmatischer gewesen. Zumal man vollkommen auf Kunststoff setzt. Bei dem ausgerufenen Preis hätte es auch gerne eine Kombination aus Metall und Glas dein dürfen. Auch mit dem Hub kommt ihr aber zur Nutzung des vollen Funktionsumfangs nicht an der Begleit-App von SteelSeries vorbei – dem Programm GG. Letzteres könnt ihr, habt ihr noch andere Peripherie der Marke oder plant, jene anzuschaffen, auch zur Steuerung entsprechender Mäuse und Tastaturen nutzen.

Über GG könnt ihr dann auch den Audiobereich Sonar verwenden, der es euch erlaubt, Soundprofile zu erstellen, den Audiomix zwischen Chat und Spieleton zu optimieren oder Filter auf das Mikrofon zu legen. Eher unverständlich: Während ihr GG für Firmware-Updates und Grundeinstellungen ohne Konto nutzen könnt, benötigt ihr für den Sonar-Bereich ein SteelSeries-Account. Das finde ich persönlich unschön, denn im Ergebnis könnt ihr das Arctis Nova Elite nur voll ausnutzen, wenn ihr euch ein Konto beim Hersteller aufzwingen lasst.

Die Software an sich empfinde ich, wie z. B. auch Razer Synapse, als etwas überladen. Ja, es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten, das ist gut. Aber man fühlt sich anfangs regelrecht erschlagen. Immerhin hat SteelSeries auch an Details gedacht. Beispielsweise könnt ihr einrichten, dass sich das OLED-Display der Bassisstation nach einiger Zeit automatisch abdimmt bzw. einen Screensaver nutzt. Auch könnt ihr Feinheiten justieren – etwa wie stark die Gaming-Lautstärke automatisch sinken soll, wenn ein Anruf an eurem Smartphone eingeht.

Während an Spielekonsolen mit dem SteelSeries Arctis Nova Elite ohnehin nur 48 kHz möglich sind, nutzt auch Windows 11 dies übrigens zunächst aus Kompatibilitätsgründen als Standard. Wollt ihr mit vollen 96 kHz reinhauen, müsst ihr manuell in den Audioeinstellungen eingreifen. Ehrlicherweise ist das aber mehr ein Marketing-Argument, denn ich wünsche euch viel Spaß bei der Suche nach Content, der davon profitiert. Gerade bei Spielen bringt das im Grunde nichts. Wo wir endlich bei Spielen sind: Sowohl der Klang der Kopfhörer an sich als auch der des Mikrofons sind „gesoundet“, und damit fürs Gaming abgestimmt. Für das Mikro bedeutet das etwa, das der Tieftonbereich abgeschwächt wird, damit z. B. eure Atemgeräusche und Vibrationen weniger durchdringen. Die Sprachverständlichkeit ist dabei exzellent, erwartet aber nicht, dass eure Stimme komplett unverfälscht beim Gegenüber ankommt.

Selbiges gilt grundsätzlich auch für die Audiowiedergabe von Spielen. So entsteht ab Werk ein ziemlich wuchtiger Sound, der in Action-Spielen richtig Laune macht, aber auch eine gute Stereo-Separation und Ortbarkeit von Umgebungsgeräuschen sicherstellt. Glücklicherweise habe ich mir bereits vor einigen Jahren eine Dolby-Atmos-Lizenz für Windows gekauft, denn auch der immersive Klang kommt gut zur Geltung. Bis zu einem gewissen Grad bleibt das zwar ein Gimmick, denn mit „echtem“ 3D- oder Surround-Sound hat das wenig zu tun, es entsteht aber eine breite Bühne, die in Spielen wie „Crimson Desert“ tatsächlich hilft, etwa Gegner zu orten.

Wenn euch der Klang des SteelSeries Arctis Nova Elite ab Werk zu aggressiv erscheint, könnt ihr natürlich auch über GG bzw. eben dessen Sonar-Unterbereich persönliche Anpassungen vornehmen. Doch schon wer dazu zu faul ist, erhält in Games satten, dynamischen Klang. Ihr habt da glücklicherweise die Wahl, wie intensiv ihr ins Klangbild eingreifen wollt bzw. ob ihr eher möglichst natürlichen oder eher funktional angestimmten Sound wünscht – z. B., um in Multiplayer-Titeln einen Vorteil zu haben.

Bei Videos sieht es übrigens ähnlich aus, wenn man das Headset etwas zähmt und die Bässe zurückfährt. Da kann man sich durchaus schonmal Abends eine actiongeladene Serie wie „Spartacus: House of Ashur“ mit dem Arctis Nova Elite ansehen und viel Spaß haben. Auch die Musikwiedergabe habe ich mit dem Modell von SteelSeries natürlich ausprobiert. Hier sind die Kopfhörer zwar „gut“, aber da solltet ihr bedenken, dass dies nicht die Paradedisziplin dieses Produkts ist. Gerade meine bevorzugten, melodiebetonten aber noisigen Genres wie Shoegaze klingen aufgrund der Sound-Abstimmung etwas zu anstrengend über das Headset.

So sorgt das SteelSeries Arctis Nova Elite für eine gefühlt eher „harten“ und kühlen Klang, der gerade zu akustischer Musik oder flirrendem Noise nicht so recht passen will. Man kann zwar nachregeln, aber am Ende bekommt ihr zum ausgerufenen Preis von 649 Euro bereits Einstiegs-Hi-Fi-Kopfhörer die bei der Musikwiedergabe haushoch überlegen sind.

Mein Fazit

Das SteelSeries Arctis Nova Elite ist zum Preis von 649 Euro ein Gaming-Headset der Oberklasse, das auch als Allrounder funktioniert. Allerdings sind Spiele hier wirklich die Paradedisziplin, denn wer viel Wert auf die Musikwiedergabe legt, findet in dieser Preisklasse bereits deutlich überlegene Kopfhörer am Markt. Auch gibt es kleine Schwächen in der Ausstattung: Der GameHub ist zwar eine vielseitige Bedienstation, das man aber für die Vorderseite ausgerechnet Hochglanz-Plastik im Klavierlack-Look genutzt hat, das quasi nach dem Auspacken schon schmuddelig wirkt, ist schwer zu verzeihen.

Dafür ist das Konzept mit den beiden, im Betrieb austauschbaren Akkus, ein echter Segen. So könnt ihr beim Zocken sicher sein, dass euch nie der Saft ausgeht. Zumal es auch cool ist, dass ihr gleichzeitig Gaming-Audio vom PC oder der Konsole nutzen könnt, während ihr z. B. über das Smartphone telefoniert. Als größten Pluspunkt möchte ich den Tragekomfort erwähnen: Die fluffigen Ohrpolster und das aufgehängte Kopfband haben das Arctis Nova Elite für mich persönlich zum bequemsten Headset gemacht, das ich bisher genutzt habe.

Auch die GG-Software von SteelSeries ist insgesamt gelungen, wenn auch leicht überladen und mit Kontozwang für den Sonar-Bereich versehen. Für Voice-Chats ist das Arctis Nova Elite hervorragend geeignet, während Spiele eine enorme Wucht entfalten. Selbst das Ansehen eines Films oder einer Serie macht Laune. ANC hätte ich bei so einem Modell nicht unbedingt gebraucht, es geht aber zumindest in Ordnung. Bereits die passive Abschirmung ist wirklich gut. Im Gesamtbild hat SteelSeries hier ein exzellentes, allerdings auch kostspieliges Headset veröffentlicht. Hier sind anspruchsvolle Gamer die Zielgruppe, die den vollen Funktionsumfang nutzen möchten.

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Atonemo Streamplayer im Kurzcheck: Alte Anlage ohne Stress „smart“ machen




Im Regal steht noch die alte Hi-Fi-Anlage, auf dem Schreibtisch ein Paar gute Aktivboxen, aber Streaming gibt es da nicht? Bluetooth-Adapter wirken oft klanglich flau, viele Hi-Fi-Streamer gehen preislich direkt in eine andere Liga. Genau da sortiert sich der Atonemo Streamplayer ein, ein kleiner Kasten aus Schweden, der klassische Anlagen ins Netzwerk holt. Den konnte ich mir in der letzten Zeit anschauen, besser gesagt anhören. Am Ende geht es aber auch um Alternativen, logo.

Der Streamplayer ist extrem kompakt. Das Gehäuse hält sich optisch zurück, matte Oberfläche, keine Leuchte-Orgien, passt damit unauffällig neben Verstärker oder Lautsprecher. Hinten wird es übersichtlich: einmal USB-C für die Stromversorgung, dazu ein 3,5-mm-Klinkenausgang für das Audiosignal. Mehr gibt es nicht.

Im Karton liegt ein ordentliches, stoffummanteltes USB-Kabel, beim Audiokabel hat Atonemo dann den Rotstift angesetzt. Mitgeliefert wird nur Klinke-auf-Klinke. Wer auf einen Verstärker mit Cinch-Eingängen geht, braucht also ein eigenes Klinke-auf-Cinch-Kabel aus dem Fundus oder muss eins nachkaufen.

Spannender ist die Softwareseite. Der Streamplayer versteht AirPlay 2, Google Cast beziehungsweise Chromecast, dazu Spotify Connect und Tidal Connect. Im Alltag bedeutet das: Es reicht, aus der jeweiligen Musik-App heraus das Cast- oder AirPlay-Symbol zu nutzen, eine extra Fernbedienungs-App ist nicht nötig. Die Ersteinrichtung läuft über die Atonemo-App unter iOS und Android, das Setup ist in kurzer Zeit erledigt und danach spielt der Kasten wie ein normaler Netzwerk-Client im jeweiligen Ökosystem mit. Technisch setzt man auf Wi-Fi 6 im Dual-Band-Betrieb, wer hochauflösende Musikdateien streamt, kann dies bis zu 24-Bit und 192 kHz tun.

Beim Klang gibt es keine Zauberei, aber der interne DAC liefert ein sauberes Signal. Für die Preisklasse um die 100 Euro macht das Gerät einen ordentlichen Job, liegt klar über den üblichen Billig-Bluetooth-Adaptern, ohne den Sound künstlich anzudicken. Wichtig ist der Blick auf die Anschlüsse: Es gibt nur den analogen 3,5-mm-Ausgang, keine optischen oder koaxialen Digitalausgänge. Ein separater High-End-DAC lässt sich daher nicht digital füttern, hier ist am Line-Out Schluss.

Im Alltag verhält sich der Streamplayer unauffällig, was bei so einem Gerät ja gewünscht ist. Die WLAN-Verbindung läuft stabil, Aussetzer sind kein Thema. Unterm Strich zielt der Atonemo Streamplayer auf Leute, die vorhandene Lautsprecher oder Anlagen ohne Gebastel ins Streaming-Zeitalter schieben wollen. Kein Spielzeug für Mess-Fetischisten, eher ein pragmatischer Netzwerk-Zwischenstecker. Unter der Haube ist auch kein Hexenwerk, denn man hat sich, wie viele Hersteller, Know-how aus Österreich eingekauft, denn im Inneren arbeitet Hardware von StreamUnlimited.

Nun muss man schauen, in welchen Welten sich befindet. Reicht Bluetooth? Dann kann man eh Geld sparen. Selbst AirPlay ist so eine Sache, denn ich habe schon vor 15 Jahren mit den AirPort Express von Apple dumme Boxen smart gemacht. Und das Uralt-Ding bekam schon 2018 die Unterstützung für AirPlay 2. Deshalb dürfte es nicht wundern, dass es da schon x Dongles gibt, die alles Mögliche anbieten – längst unter 100 Euro. Und wenn man zu den „Größeren“ schaut: Eve hat so etwas, Belkin hat das auch und auch WiiM bietet AirPlay und mehr über einen kleinen Kasten an. Der Atonemo Streamplayer besetzt also eine Nische, die keine mehr ist. Das wird schwer.

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