Maidesite T4 Pro Plus: Höhenverstellbarer Schreibtisch ausprobiert

Das Homeoffice ist zu Zeiten der Pandemie modern geworden und etliche Unternehmen stützten sich auf die Möglichkeit, auch Mitarbeiter fernab des Büros produktiv arbeiten zu lassen. Mittlerweile rudern viele Unternehmen wieder zurück und wollen ihre Leute wieder im Büro sehen. Dennoch: Schreibtische und Bürostühle sind nach wie vor beliebte Stücke am Markt. Der Hersteller Maidesite gehört schon eine Weile zur Riege der Hersteller von Schreibtischen, wir hatten hier im Blog bereits diverse Modelle im Test. Ich habe mir den T4 Pro Plus mal etwas genauer angesehen.

Das Modell ist ein Stehschreibtisch, der elektrisch verstellt werden kann. Eine Kurbel ist an dem Tisch also nicht dran und das Gestell kann bei Maidesite auch allein erworben werden. Das gibt dem Käufer die Freiheit, selbst eine ordentliche Tischplatte aus insbesondere Echtholz zu nutzen. Wer das nicht möchte, kann natürlich auch beides erwerben.

Das Gestell ist bei Maidesite in Weiß und Schwarz erhältlich. Die Platte kann in Eiche, Weiß, Vintagebraun oder Schwarz erworben werden, wobei ihr bei den Maßen die Auswahl zwischen 120 × 60 cm, 140 × 70 cm oder 160 × 80 cm habt. In meinem Fall ist das Gestell schwarz und die Platte Vintagebraun. Der Vorteil des T4 Pro Plus aber, dass das Gestell nicht nur für Schreibtische nutzbar ist. Auch einen Esstisch kann man theoretisch daraus machen, denn Tischplatten von 120 bis 250 cm Breite und einer Tiefe von 80 bis 100 cm sind möglich.

Im Gestell des Tisches verbergen sich zwei Motoren, die das Gestell auf vier Beinen nach oben oder nach unten bewegen und für die entsprechende Einstellung sorgen. Die Form der Beine ist oval, was dem einen oder anderen vielleicht besser gefällt als eine runde oder eckige Variante. Das ist aber Geschmackssache. Die maximale Traglast liegt bei ordentlichen 200 Kilogramm und ihr habt die Möglichkeit, den Schreibtisch zwischen 72 und 120 cm in der Höhe zu verstellen.

Der Zusammenbau ist leicht verständlich in einer beiliegenden Bedienungsanleitung erklärt und mit einem Kreuzschraubendreher und einem Inbusschlüssel innerhalb von einer halben Stunde erledigt. In dieser Disziplin hat sich Maidesite durchaus verbessert. Die Anleitungen waren schon schlechter.

Die Verarbeitung der Metallbauteile ist einwandfrei. Es gibt keinerlei Mängel wie grobe Kanten, Makel in der Beschichtung oder Ähnliches. Auch die Bohrungen sind alle sauber und passen zu den Bauteilen, die Inlays in der Platte sitzen auch sauber in dem Holz. Die Schrauben lassen sich demzufolge gut eindrehen. Gelegentlich hat man bei derlei Möbelstücken ja das Problem, dass billige Gewinde für Verkantungen oder gar zum kompletten Zerstören des Gewindes sorgen.

Habt ihr den Rahmen zusammengebaut und an der Platte angebracht, muss nur noch die Steuereinheit mit den Motoren und dem Netzteil verbunden werden. Die notwendigen Kabel werden von zwei Abdeckungen verdeckt. Kabelbinder zum Aufkleben sorgen für zusätzliche Ordnung unter der Tischplatte.

Im Gegensatz zu anderen Modellen hat die hier genutzte Tastatur zum Verstellen des Schreibtisches keinen USB-A- oder USB-C-Anschluss zum Laden anderer Geräte. Das Bedienelement bietet euch vier Speicherplätze, auf die ihr eure präferierten Sitz- und Stehhöhen legen könnt. Der Schreibtisch lässt sich also auch prima für zwei Personen nutzen. Habt ihr euch eine Höhe abgespeichert, reicht ein Tipp auf die Zahl zum jeweiligen Einstellen. Die Platte bewegt sich 3,2 Zentimeter pro Sekunde nach oben oder unten, das ist nicht unbedingt schnell, aber meiner Meinung nach kein Beinbruch. Es gibt außerdem ein Antikollisionssystem, das Hindernisse unter oder über dem Schreibtisch erkennt und den Verstell-Vorgang zügig stoppt. Auch das funktionierte in meinem Test einwandfrei. Der Schreibtisch reagiert rasch und fährt dann ein kleines Stück in die entgegengesetzte Richtung. Mit 50 dB ist das Modell nicht unbedingt sehr leise, aber auch nicht so laut, dass es stört. Man fährt ohnehin nicht immerzu den Tisch hoch oder runter. Ihr könnt zudem einen Timer über die Tastatur stellen, der euch an das Stehen und Sitzen erinnert.

Das Fazit? Maidesite bietet mit dem T4 Pro Plus ein potentes Modell mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten an. Wer auf der Suche nach einem günstigen Schreibtisch ist, wird sicher nicht zu diesem Modell greifen, denn mit knapp 700 Euro (gerade knapp 550 Euro) ist das kein Schnäppchen. Das Modell ist eher etwas für Nutzer, die viel Last auf dem Schreibtisch benötigen oder das Teil als Konferenz- oder Esstisch nutzen möchten.

Die Verarbeitung ist einwandfrei, der Funktionsumfang aber nichts Besonderes, wenn man in die preiswerteren Modelle oder auf die Konkurrenz schielt. Maidesite bedient hier meiner Meinung nach eher eine Nische.

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Ayaneo Pocket S im Test: Android-Handheld für Emulations-Fans

Ayaneo hat mit dem Pocket S wieder einmal ein Gaming-Handheld auf den Markt gebracht. In diesem Fall handelt es sich jedoch um ein Modell mit Android und nicht Windows als Betriebssystem. Deswegen grenzt sich das mobile Endgerät dann auch stark von den etwa von mir bereits getesteten Ayaneo Kun und Ayaneo Slide ab. Im Test zeige ich euch, was das für Stärken, aber auch Schwächen, bedingt.

Während die Windows-Modelle von Ayaneo direkt mit dem Steam Deck oder dem Asus ROG Ally konkurrieren, sieht es beim Pocket S anders aus. Denn PC-Gaming ist hier nicht das Einsatzgebiet – bestenfalls per Cloud-Gaming. Android ist allerdings nicht gerade für hochwertige Core-Games bekannt, sondern eher für mobile Abzock-Titel, deren rudimentäres Gameplay um Mikrotransaktionen herumgebastelt wird. Für Gelegenheitsspieler reicht da sicherlich unterwegs auch ein Smartphone oder Tablet für eine Runde „Fortnite“ und Co. aus. Wer ist also die Zielgruppe des Pocket S?

Technische Eckdaten des Ayaneo Pocket S

  • Mobile Gaming-Handheld
  • Betriebssystem: Android 13
  • Display: LCD, IPS-Panel, 1.920 x 1.080 Pixel, 60 Hz, 6 Zoll, Touchscreen
  • SoC: Qualcomm Snapdragon G3x Gen 2
  • RAM: 12 GByte
  • Speicherplatz: 128 GByte
  • Akku: 6.000 mAh
  • Schnittstellen: Bluetooth 5.3, Wi-Fi 7, USB-C (mit Display Port 1.4 Alt-Mode), microSD
  • Gewicht: 350 g
  • Preis: ca. 370 Euro

Ein Blick auf die technischen Daten gibt euch vielleicht bereits Hinweise, denn mit dem Qualcomm Snapdragon G3x Gen 2 ist ein leistungsfähiger Chip verbaut. Dieser wurde speziell für Gaming-Handhelds mit Android entwickelt, ist also nicht für Smartphones gedacht. Und wer profitiert unterwegs von dessen Leistung? Das sind vor allem diejenigen, die Retro-Gaming über Emulatoren schätzen. Für jene Nische ist das Ayaneo Pocket S wie gemacht. Warum es für den „Normalo“ mit einer Empfehlung schwierig wird, verrate ich euch später.

Ausstattung und Verarbeitung

Es gibt das Ayaneo Pocket S im Übrigen sowohl als Variante mit 1080p-Display als auch mit 1440p-Bildschirm. Auch hochpreisigere Varianten mit mehr RAM und Speicherplatz sind zu haben. Für meinen Test habe ich die zuerst genannte Variante mit 1080p-Display, 12 GByte RAM und 128 GByte Kapazität erhalten. Bei 6 Zoll Bilddiagonale und dem Einsatzgebiet Retro-Gaming halte ich 1080p persönlich auch für voll und ganz ausreichend. Eher bedauere ich, dass Ayaneo nicht auf einen OLED-Screen gesetzt hat. Denn aufgrund der LCD-Technik bekommt ihr hier kein perfektes Schwarz und Bewegungen sind nicht so scharf, wie ihr das anno dazumal vielleicht von euerem CRT gewohnt gewesen seid.

Da soll aber ja bald das Pocket Evo mit OLED-Bildschirm aushelfen. Letzteres sieht schon richtig gut aus, zumal es auch die Bildwiederholrate von 60 auf 120 Hz erhöht. Aber bleiben wir zunächst beim Pocket S. Das Gerät ist deutlich schlanker und auch leichter als etwa ein Ayaneo Slide, sodass ich persönlich es deutlich eher mal zum Pendeln in Bus und Bahn mitnehmen würde. Zumal es da auch schon passende und stabil wirkende Schutztaschen gibt.

Dabei wirkt das Pocket S mit seinem Metallrahmen wirklich hochwertig. Optisch wie haptisch macht das Android-Handheld eine richtig gute Figur. Auch das matte Plastik der Rückseite gefällt mir, zeigt es doch nicht so schnell Fingerabdrücke. Schade ist jedoch, dass im Lieferumfang ein Netzteil fehlt. Lediglich ein USB-C-Kabel liegt bei. Ansonsten geht Ayaneo davon aus, dass ihr schon ein passendes Ladegerät in der Schublade haben dürftet.

Praxistest des Ayaneo Pocket S

Eine Stärke des Pocket S ist seine Akkulaufzeit: Je nachdem, was ihr so zockt, könnt ihr mit 5 bis 7 Stunden rechnen. Da können die Windows-Pendants natürlich keinesfalls mithalten. Doch ich will zunächst einige Probleme dieses Modells von Ayaneo aufzählen, bevor ich zu meinen positiven Erlebnissen kommen. Zunächst einmal fehlt dem Pocket S die Zertifizierung für Play Protect. Heißt im Klartext, dass ihr den vorinstallierten Play Store nicht wirklich nutzen könnt.

Nun ja, zumindest gilt das manchmal. Denn ab und an ließ mich Google dann doch in den Play Store, um Apps zu beziehen oder zu aktualisieren – um mich Minuten später unvermittelt wieder auszusperren. Wie dieses Verhalten zustande kommt, weiß ich mir nicht zu erklären. Vielleicht hängt dies mit der Funktion des Device-Spoofings zusammen, die es dem Ayaneo Pocket S erlaubt, sich als unterschiedliche Smartphones „auszugeben“. Dieses hatte ich zwar nicht aktiviert, spekuliere aber auf irgendeinen Bug.

Generell ist die Oberfläche / Software von Ayaneo in diesem Fall aber noch verbesserungswürdig. Einmal geschah es etwa, dass ich nach Aufspielen eines System-Updates plötzlich nur noch das hochkante Bildformat angezeigt bekommen habe. Abhilfe schuf am Ende nur ein Werksreset, um das Problem zu lösen. Auch sonst fühlen sich der AyaSpace für Android oder z. B. die App zur Feinabstimmung der Controller-Funktionen alle etwas hausbacken an.

Immerhin könnt ihr aber zwischen verschiedenen Leistungsprofilen, Lüftereinstellungen, Beleuchtungsfunktionen und mehr wechseln, um für euch die optimale Konfiguration zu finden – ähnlich eben, wie bei den Windows-Modellen des Unternehmens. Auch Emulatoren wie RetroArch könnt ihr hier verwenden und unterschiedliche Cores ausprobieren. Das lief in meinem Test absolut sauber. Ob ihr dabei den Lüfter bemerken werdet, hängt sehr davon ab, was ihr zockt.

So habe ich bei der SNES-Emulation, die vergleichsweise anspruchslos ist, keinen Pieps vom Lüfter gehört. Zockt ihr dann doch mal modernere Spiele wie „Genshin Impact“, macht sich der Lüfter aber lautstark bemerkbar. Auch erwärmt sich denn die Rückseite des Ayaneo Pocket S doch spürbar. Dabei macht das Spielen am Pocket S wirklich Spaß und hat quasi „out of the box“ ohne viel Gefrickel bei mir funktioniert.

RetroArch etwa erkennt die Eingabemöglichkeiten des Ayaneo Pocket S als Xbox-360-Controller und es ist z. B. in meinem Fall gar kein manuelles Eingreifen notwendig gewesen – außer, dass ich die On-Screen-Overlays zur Touchscreen-Bedienung natürlich deaktiviert habe. Die integrierten Lautsprecher des Pocket S sind allerdings eine gute Stufe schlechter als beim Ayaneo Slide und klingen eher blechern. Da sind Bluetooth-Kopfhörer zu empfehlen.

Geht doch mal was in Sachen Steuerung schief, könnt ihr am Ayaneo Pocket S auch manuell tätig werden. Laien, die sonst keine Emulatoren nutzen, sollten sich bei solchen Problemen aber auf einiges an Experimentieren gefasst machen. Das ist eben doch etwas anderes, als z. B. ein Steam Deck zu zücken und dort entsprechende PC-Spiele anzuschmeißen. Da werden eher Erinnerungen an alte PC-Tage wach, als solche Dinge wie EMS-Speicher noch zum Haareraufen verleiteten.

Diese Mentalität betrifft auch Aspekte wie die Systemsteuerung des Ayaneo Pocket S. Mal wühlt ihr im AyaSpace, doch häufig müsst ihr auch in den generellen Android-Settings nach Optionen suchen. Sonderlich benutzerfreundlich ist das nicht. Hier muss man gewillt sein, solche Macken in Kauf zu nehmen.

Mein Fazit

Das Ayaneo Pocket S ist ein Nischenprodukt für Gamer, die unterwegs nach der vollen Emulations-Dröhnung mit optimalen Steuerungsmöglichkeiten suchen. Dafür ist das Pocket S ein tolles Gerät, wenn man denn willig ist zu frickeln und zu experimentieren. Für Gelegenheitsspieler oder auch moderne Core-Gamer eignet es sich aus meiner Sicht wegen der fehlenden Zertifizierung für Google Play Protect und der eher spröden Software nicht.

Dabei ist das Pocket S erstklassig verarbeitet, bringt für ein Android-Gerät hohe Leistung mit und ist dank des geringen Gewichts und des schlanken Designs äußerst portabel. Die Zielgruppe dürfte hier allerdings schmal sein, sodass ich Ayaneo zwar den Erfolg wünsche, aber glaube, dass außerhalb der Retro-Szene die meisten Leser mit einem PC-Gaming-Handheld mit Windows besser versorgt sind. Bei Interesse findet ihr die Bestellmöglichkeiten zum Pocket S jedenfalls direkt hier.

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Bosch Smart Home Eyes Außenkamera II im Test

Bosch hat bereits im August 2023 auf der IFA die neue Außenkamera Eyes II vorgestellt. Erst in diesem Juli ging diese aber in den Verkauf und kostet stattliche 360 Euro. Ich habe mir das Ganze mal etwas genauer angesehen.

Im Karton befindet sich lediglich die Kamera, eine Montageplatte und ein paar rechtliche und Garantieinformationen. Das Design hat Bosch im Vergleich zum Vorgänger nur wenig geändert. Es handelt sich nach wie vor um eine zylinderförmige Lampe, die mit einer großen Fläche hauptsächlich nach vorn, nach oben, unten und zu den Seiten Licht abstrahlt. Die Aufnahme zur Wand bildet ein Quader. Unten an der Lampe sitzt der Lautsprecher, das Radar und die Kamera. Die Designsprache behält man also bei, wobei die Lampe sowohl in Silber als auch in Schwarz zu haben ist.

Die technischen Daten sehen wie folgt aus:

Schauen wir noch etwas genauer auf die Technik am unteren Teil der Kamera. Bosch verbaut hier einen DualRadar mit einer 3D-Bewegungserkennung. Mit den Sensoren können Bewegungen im Erfassungsbereich von 180 Grad erfasst werden. Zusätzlich analysiert die Kamera wohl intelligent das Video-Material und erkennt genau, ob es Bewegungen in bestimmten Zonen gibt. Diese Zonen kann man selbst definieren und Entfernungen bestimmen. Aber dazu gleich mehr. Die Kamera kann im Falle des Falles auch einen Alarm auslösen. Dazu nutzt man die Lichter, die nach oben und unten gerichtet sind, und den Lautsprecher. Auf Wunsch wird per Knopfdruck ein rotes Licht angezeigt und eine Sirene aktiviert, die mit 75 dB ausreichend laut ist. Auch bei der Verarbeitung kann man Bosch aus meiner Sicht keine negativen Punkte geben, das ist alles einwandfrei.

Die Installation der Kamera ist schnell erklärt. Zuerst sucht ihr euch einen passenden Platz an der Außenwand des Gebäudes aus. Dort muss entweder schon eine Lampe vorhanden sein, die ihr ersetzt, oder ihr bringt ein separates Stromkabel bis dorthin. Einen Akku oder ein Solarpanel gibt es bei der Kamera nicht.  Die Montageplatte wird nun mit vier Schrauben am Ort des Geschehens befestigt. Das Kabel mit Neutralleiter, Schutzleiter und Phase kann durch eine vorhandene Öffnung geführt werden. Danach klemmt ihr die entsprechenden Kabel in die grüne Klemme der Montageplatte, die eine Aufnahme für die Lampe besitzt. Zum geraden Anbringen gibt es übrigens auch eine kleine Libelle in der Platte, aber auf die würde ich mich nicht verlassen wollen. Der Einsatz einer Wasserwaage ist also nicht verkehrt.

Ist die Installation erledigt, kann die Kamera eingerichtet werden. Dafür hat Bosch eine separate App, die nur für Kameras gedacht und mit der Smart-Home-Plattform gekoppelt werden kann. Wie für Bosch üblich muss zum Set-up ein QR-Code gescannt werden, danach wird die Kamera mit dem WLAN verbunden. Hierbei gilt es zu beachten, dass ihr das Gerät nicht in einem 5-GHz-WLAN betreiben könnt. Die App ist übersichtlich gestaltet. Ihr seht beim Start ein Vorschaubild der Kamera, dieses wird in einer gewissen Regelmäßigkeit aktualisiert. Ein Tipp darauf leitet euch zu einer detaillierteren Sicht der Kamera weiter. Hier habt ihr im großen Bild die Ansicht des Livestreams und einen Button zur Steuerung. So kann man da unter anderem den Alarm manuell auslösen, die Gegensprechfunktion starten, die Kamera Ein-/Ausschalten, den automatischen Alarm deaktivieren oder aktivieren, ein Foto machen, die Lichter steuern oder die Mitteilungen ganz ausschalten. Darunter finden sich die erkannten Ereignisse in einer Timeline-Sicht.

Leider können in der kostenlosen Variante nur 100 dieser kurzen Videos gespeichert werden, die allesamt nur 15 Sekunden lang sein dürfen und nur maximal sieben Tage alt werden. Bosch bietet für 2,99 Euro pro Monat das Cloud -Abo an. Damit kann man auf 400 Clips upgraden. Die dürfen dann 60 Sekunden lang sein und 30 Tage alt werden. Das ist meiner Meinung nach nicht optimal; hier hätte ich lieber eine microSD-Karte gesehen, welche die Daten auch lokal halten kann. Auch mehr als 60 Sekunden wären je nach Ereignis sicher wünschenswert. Die Ladezeiten der App hat Bosch seit einiger Zeit gut im Griff. Das war nicht immer so. Wenn man sich das Full-HD-Bild ansieht, dann muss man sagen, dass das Video an und für sich ordentlich aussieht. Im Dunkeln sieht das Bild ebenfalls gut aus, die mit bis zu 1.100 Lumen leuchtende LED hilft hier natürlich extrem.

Wenn ihr die Kamera im Einsatz habt, könnt ihr natürlich auch selbst regeln, wie / wann Alarme gegeben werden oder ihr benachrichtigt werdet. So könnt ihr euch entweder bei allen Bewegungen, bei erkannten Personen oder Dingen innerhalb der Bewegungszonen erinnern lassen oder Clips aufnehmen. Auch die Empfindlichkeit ist regelbar. Bewegungszonen definiert man per Gitter, das man über das Video legt. Auch das Schwärzen von Zonen, die außerhalb eures Grundstücks liegen, ist möglich. Der Vorteil bei der Außenkamera ist außerdem, dass ihr die volle Kontrolle darüber habt, wie und wann die Lampe geschaltet wird. Ihr könnt den Bewegungsmelder entsprechend einstellen, dabei die Empfindlichkeit, die Lichtstärken und vieles mehr regeln. Auch eine Dauerbeleuchtung im Ambiente-Modus ist möglich, wer den Strom dafür hat und verwenden möchte.

Bosch hat, wie eingangs erwähnt, auch die Möglichkeit platziert, die Kamera in das eigene Smart Home einzubinden. Dazu müsst ihr in der Smart-Home-App von Bosch zuerst den Kamera-Dienst verbinden und dann die Kamera separat über die Geräte anlegen. Dann erfolgt ein Anlern-Prozess, die Raumzuweisung und erst danach habt ihr eine Kachel, mit der ihr zum Stream kommt. Alles etwas frickelig. Was ich obendrein nicht optimal finde, ist die Tatsache, dass ich keinen RTSP-Stream abgreifen und damit etwa die Surveillance Station von Synology füttern könnte. Das hätte man schöner und flexibler lösen können. Aber damit könnte Bosch dann kein Geld über das Abo verdienen.

All das bekommt man für knapp 360 Euro. Ein ordentlicher Batzen Geld für Features, die in meinem Test zwar tadellos funktionieren, die jedoch per se kein Alleinstellungsmerkmal bieten. Viele Konkurrenten bieten da dasselbe für weniger Geld und ich kann selbst entscheiden, ob ich ein Abo möchte, die Videos auf SD-Karte oder meinem NAS speichere. Die Kamera ist toll, doch der Preis ist meiner Meinung nach zu hoch.

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Closer the Distance angespielt – Die etwas andere Lebenssimulation

Ich schaue immer mal wieder durch den Games-Markt und bin dabei auf einen etwas ungewöhnlichen Titel gestoßen. Closer the Distance kommt von Publisher Skybound Games und ist nicht das übliche Adventure- oder Simulator-Spiel, das man oft antrifft. In Closer the Distance dreht sich alles um Trauer und Verlust und wie sich das in Beziehungen widerspiegelt. Ich war daher neugierig und habe einen Blick gewagt. 

Anfangs findet ihr euch in einem Haus wieder, ein Paar mit zwei Töchtern, von denen eine verschwunden ist. Schlussendlich landet ihr in einem Raum, die verbliebene Tochter spricht, mit sich selbst oder genauer gesagt, mit ihrer verschwundenen Schwester. Wo könnte sie sein? Was ist mit ihr passiert? Ihr seid Beobachter, aber gleichzeitig auch derjenige, der bestimmt, wo Hinweise sein könnten, der Aktionen auslöst etc. Direkt hier fällt schon auf, wie liebevoll die Dialoge durchdacht und auch gesprochen sind. Während der Dialog läuft, wartet unten bei den Eltern die Polizei.

Der Grafikstil ist genau so, dass er auch ins Setting passt. Er ist simpel, die Charaktere wirken wie Puppen in einem Puppenhaus. Details finden sich kaum. Das ist aber genau das, was das Spiel ausmacht. Farblich stimmig und mit einem angenehmen Design präsentiert sich das Setting und die Spielwelt. Der Fokus liegt hier nicht auf der Grafik, den Modells und Co. Es geht um die Handlung, ihr sollt erleben, abtauchen. Das erreicht man denke ich sehr gut. Vor allem das Spiel mit Licht und Schatten ist wirklich stimmig.

Doch was ist denn nun mit den Töchtern? Weiß man wo Angie, die Schwester der verbliebenen Conny steckt? Die Polizei offenbart es recht schnell. Sie ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Doch sie ist immer noch bei ihrer Familie und vor allem Conny spürt den Kontakt zu Angie. Es geht darum, den Moment wieder zu erleben, wann die beiden sich zuletzt gesehen haben, was bis zu ihrem Tod geschehen ist. Das ist das Setting, das im Laufe des Spiels weiter gesponnen wird. Ihr übernehmt dabei weiter die Rolle der verbliebenen Conny und verhelft den Personen in Yesterby (so heißt das Dorf) über den Tod von Angela hinwegzukommen. Conny kann sie immer noch hören und vermittelt mehr oder weniger bei der Trauerbewältigung. Man baut Beziehungen auf und kann im Verlauf des Spiels auch andere Charaktere steuern.

Ihr habt dabei keine freie Wahl, sondern folgt der Geschichte, die euch erzählt wird. Dennoch gibt es immer auch Optionen, die ihr bei Interaktionen nutzen könnt. Je nachdem, was ihr macht, hat das auch Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Auch Bedürfnisse müssen erfüllt werden. Man landet also mehr und mehr in einer Lebenssimulation, die dem der Sims jedoch nicht gleicht. 

Somit ist das Gameplay gleichzeitig abwechslungsreich, unterhaltsam aber auch wiederholend. Hier liegt meiner Meinung nach auch der große Nachteil des Spiels. Wen die Geschichte nicht angeln kann, der wird den Titel schnell zur Seite legen. 

Dennoch: Das Spiel punktet mit einer starken Geschichte und dem guten Transport der Emotionen. Man muss dem Studio zugutehalten, dass das Thema Trauerbewältigung kein einfaches ist, man es aber dennoch geschafft hat, das Ganze in ein stimmiges Paket zu packen. Wer sich mal heranwagen möchte, macht mit knapp 20 Euro Investment sicher keinen Fehler.

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Angeschaut: Geldbörse von ESR mit integriertem Wo ist? von Apple

ESR, chinesischer Hersteller von Zubehör, hat neulich seine »smarte« Geldbörse vorgestellt. Letzten Endes ein Portemonnaie mit integrierten Wo ist? von Apple, das man derzeit über Kickstarter an den Kunden bringen möchte. Die kurzen Fakten: Im Inneren der Brieftasche gibt es einen 1,6 mm dicken Akku, der bis zu 5 Monate halten soll und wiederaufladbar ist. ESR liefert ein proprietäres Kabel mit (USB-C auf Pogo), über das der Akku geladen werden kann. Unabhängig vom Ladekabel: Es bleibt zu hoffen, dass der Akku lange lebt, das kann ich natürlich nicht überprüfen. Ist der Akku hinüber, bleibt die blanke Geldbörse übrig, logo.


Das ESR Geo Wallet ist mit einem Apple-zertifizierten „Wo ist?“ Modul ausgestattet, das es Benutzern ermöglicht, die Position in Echtzeit über die „Wo ist?“-App auf iPhone, iPad oder Mac zu überwachen. Dies gewährleistet, dass das Wallet selbst bei Verlust oder Vergessen schnell auffindbar ist. Zusätzlich ist das Wallet mit einem integrierten Lautsprecher versehen, der den exakten Standort akustisch signalisiert. Die Abmessungen des Geo Wallets betragen 115 mm x 90 mm x 15 mm, wobei es eine Dicke von 15 mm aufweist.

Die Brieftasche bietet ein Fach für Bargeld, vier Steckplätze für Karten und zwei Sichtfenster für Ausweise, sowie zusätzlichen Raum für Münzen. Laut Herstellerangaben ist das Portemonnaie zudem mit einer RFID-Blockiertechnologie ausgerüstet.

Mein Senf: Ja, mir reichen die Kartenslots locker. Darüber muss man nicht groß diskutieren, das kann jeder für sich abzählen. Ich zahle am liebsten per Apple Pay, aber Bargeld, auch in Münzform, ist hier unausweichlich. Eisdiele an der Ecke? Nur bar. Trinkgeld für guten Service? Bar. Speis und Trank im Vereinsheim? Bar. Stammlokalitäten für geistige Getränke? Bar. Ist halt so und ich gehöre nicht zu den Leuten, die dann sagen „Ja, mein Lieblingsladen nimmt nur bar, da geh’ ich dann nicht mehr hin.“ Mir Lachs, was andere machen.

Jedenfalls ist das Bargeldfach im ESR Geo Wallet erschreckend klein und fitzelig zu erreichen. Da hat man dann so ein eingenähtes Stoffsäckchen im hinteren Fach für die Scheine. Das fand ich dann weniger schön und eigentlich ist das auch für mich schon der Dealbreaker. Aber das kann bei jedem anders aussehen.

Bargeldfach

Rein funktionell macht das ESR Geo Wallet sonst alles richtig. Es ist flott in Wo ist? von Apple eingebunden und somit auffindbar. Der integrierte Lautsprecher ist deutlich bei Aktivierung hörbar und übertrumpft die eines AirTags. Das passt also schon sehr gut. Rein qualitativ kann ich wenig sagen, denn ich trug das ESR Geo Wallet nur wenige Tage mit mir herum.

Vom Anfassgefühl würde ich sagen, dass sich das Fake-Leder gar nicht so falsch anfühlt, mein klassisches Leder-Wallet hat aber schon eine Haptik, die mir besser gefällt. So etwas ist Geschmackssache. Unterm Strich bleibt für mich: Ja, die Technik stimmt, der Rest (für mich) eher nicht. Reine Schein-Fans könnten hiermit glücklich werden.

Das ESR Geo Wallet mit integriertem „Wo ist?“ kann auf Kickstarter bestellt werden, der weltweite Versand beginnt Anfang September. Eine begrenzte Menge wird zum Frühbucherpreis von 38 Dollar erhältlich sein. Rein preislich ist das aus meiner Sicht okay.

Und am Ende bleibt der Tipp, der nicht direkt etwas mit dem ESR Wallet zu tun hat: Kauft euch keine No-Name-Leder-Geldbörsen bei Amazon, oft ist das Unternehmen nur noch ein Schaufenster für Chinagedöns, da könnt ihr dann gleich direkt bei AliExpress und Co. bestellen und locker 50 bis 80 Prozent sparen. Traurig, aber wahr.

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