Ausprobiert: Die Apple Vision Pro

Ob man Apple-Produkte nutzt oder nicht: Vermutlich ist niemand darum herumgekommen, etwas von der Apple Vision Pro gehört zu haben – ob man will oder nicht. Gerade, wenn man Genre-technisch in Medien wie dem unseren unterwegs ist, ist man da sicherlich auf dem Stand der Dinge.

Ich hatte nun auch endlich mal die Möglichkeit, mir die Vision Pro anzuschauen. Ich werde die ganzen technischen Details einmal heraushalten, denn über die haben wir schon einige Male berichtet. Der Artikel bezieht sich softwaretechnisch auf die derzeit aktuelle Version des Systems visionOS, da die Version 2 davon nur als Beta verfügbar ist, die ich vor diesem Beitrag noch nicht installieren wollte.

AVP: App Launcher

Apple liefert alles mit, um in virtuelle und in Augemted-Reality-Welten einzutauchen. Die Vision Pro, 600 Gramm schwer, lässt sich leicht befestigen. Das Solo Band aus Strickgewebe sitzt am Hinterkopf und lässt sich über einen Drehregler schnell strammer und loser stellen. Kein langes Frickeln. Drehen und gut. Das sind so kleine Finessen, die ich mag. Apple hat einen eigenen Anschluss für das Akkupack an der Vision Pro entwickelt. Das Akkupack ist so groß wie eine Powerbank und bietet Energie für bis zu zwei Stunden. Das Kabel und das Pack störten mich nicht – und wer dauerhaft durchziehen will, klemmt die Powerbank per USB-C einfach irgendwo an.

App Store

Einmal aufgesetzt, kann es gleich schon losgehen. Theoretisch. Sicherlich wird sich jeder erst einmal umschauen, ob alles abgedichtet ist. Obwohl sich im Nasenbereich ein kleines schwarzes Tuch befindet, ist die Vision Pro nicht zu 100 % dicht. Ein Umstand, der euch aber garantiert nach den ersten Minuten der Nutzung nicht mehr auffallen wird. Für die Brillenträger: Nein, ihr könnt nicht mit Brille darunter. Entweder Kontaktlinsen oder Zeiss Optical Inserts käuflich dazu erwerben.

Apple Arcade

Erstmals aufgesetzt, erfolgt die Einrichtung. Koppeln mit dem Account, dies das. Danach wird die Bewegung eurer Augen und eure Hände vermessen. Die Bedienung ist einfach, wie genial. Menüpunkte werden mit den Augen ausgewählt, ausgewählt und bestätigt mit einem Tipp zischen Daumen und Zeigefinger. Scrollen ist ebenfalls möglich und es gibt eine virtuelle Tastatur.

Ins Netz gegangen

Die Vision Pro verfügt über eine Eye-Tracking-Technologie, bei der Infrarot-Kameras die Augenbewegungen der Nutzer verfolgen und analysieren, wohin sie sehen. Kameras, die nach außen gerichtet sind, erfassen hingegen die Handbewegungen und interpretieren bestimmte Gesten als Klicks. So kann ich beispielsweise durch Ansehen eines Links im Browser und eine einfache Handbewegung diesen anklicken. Funktioniert gut und ist flott erledigt.

Draußen, aber dennoch woanders

Apples visionOS ist neu, aber ich behaupte, dass da jeder innerhalb weniger Minuten klarkommt. Jedem, dem ich die AVP gab, kam innerhalb weniger Augenblicke damit zurecht. Das ist wichtig für so eine Geräteklasse.

Für mich wirklich extrem gut: Die Qualität der Wiedergabe. Mein erster Anlaufpunkt waren die virtuellen Umgebungen. Ihr müsst euch das so vorstellen: Ihr könnt die ganzen Fenster und Apps frei im Raum verteilen. Ihr seht also eure echte Umgebung und könnt dort mit den Inhalten aus dem System agieren. Nett, wenn man etwas von seiner Umgebung mitbekommen will. Ich fand die Umgebungen toll. Da sitzt man an einem See und kann seine Fenster öffnen und „arbeiten“. Die Immersion ist gewaltig, man ist mittendrin. Mich hat es entspannt. Einfach mal raus.

Apple TV

Zahlreiche Dinge sind möglich. Man kann seinen Mac auf die Brille spiegeln und vice versa. So saß ich also am See und habe meinen Fußballmanager gespielt. Dabei konnte ich das Arbeitsfenster frei verschieben, auch in der Größe. Allerdings ist in meinen Augen das Dargestellte nie so scharf gewesen, wie mein Monitor selbst. Dennoch war das schon gut. Anders sah es bei den Apps aus, die man im Store der Vision Pro bekommt. Die sind nativ und dafür ausgelegt. Gerade die immersiven Spiele waren doch schon ganz nett, wobei man halt doch noch recht weit weg ist vom „Ready Player One“-Feeling.

Fotos

Wozu die AVP auch prädestiniert ist, ist der reine Konsum von Inhalten. Apple liefert immersive Demos mit, die mich komplett abgeholt haben. Die Wiedergabequalität und die Technik dürften allen Produkten, die ich so nutzte, überlegen sein. Die immersiven Inhalte sind 8K-Aufnahmen mit einem Sichtfeld von 180 Grad. Ob auf dem Hochseil, beim Parcours oder im Stadion – das wirkte teilweise mehr mittendrin als das echte Mittendrin. Irre.

Persona

Und wenn man dann noch als alter Doku-Fan hautnah an Dinosauriern und noch lebenden Tieren ist, entlockt mir das einfach ein wirkliches WOW! Das war und ist schon krass. Allerdings muss man dazu sagen: Von den immersiven Inhalten gibt es für mich viel zu wenig, ich kann mich kaum satt sehen. Aber das funktioniert halt auch nicht für jeden Inhalt. Und wenn man ganz genau hinschaut, hat es nicht nur Vorteile. Beim freien Drehen oder Umschauen sind dann schon durch die Aufnahmetechnik irgendwo mal Unschärfen zu erkennen. Man ist zwar mittendrin, aber dennoch nicht 360°. Alternativ kann man auch zahlreiche Inhalte in 3D schauen, auch ein unfassbarer Spaß. Am Ende blieb für mich die Erkenntnis: Immersives 180°-Video hat einen riesigen Sprung nach vorn gemacht.

Zocken am See

Was ebenfalls möglich ist, ist das Erstellen eigener „räumlicher“ Videos. Dafür nimmt man die Brille oder das iPhone 15 Pro. So aufgenommene Inhalte lassen sich dann auf der AVP wiedergeben und man ist ebenfalls gut mittendrin im Geschehen. Erinnerungen können so anfassbarer, ja, lebendiger wirken. Wer schon mit dem iPhone Panoramafotos machte, der kann diese auch passend betrachten. Tatsächlich ein Heidenspaß, kein Vergleich mit der Darstellung auf dem iPhone oder dem Monitor. Ich war mal vor vielen Jahren in Griechenland und habe da von hoch gelegenen Stellen Panoramabilder der Umgebung gemacht. Mit der AVP war ich dann plötzlich, wenn auch statisch, wieder mittendrin.

Im Joshua Tree

Natürlich habe ich auch versucht, zu arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass es in Bereichen, in denen der dreidimensionale Blick ein Vorteil ist, Sinn ergibt. Dinge drehen und zeigen, designen, Videokonferenzen mit dem eigens erstellten Avatar (die Persona), dies, das. Ich selbst wurde eher nüchtern, abseits des Konsums abgeholt. Selbstverständlich habe ich die ganzen Apps ausprobiert und wollte natürlich auch schreiben. Ich sage es mal so: Ich habe recht zügig aufgehört, mit der virtuellen Tastatur zu arbeiten. Buchstabe für Buchstabe, mit oder ohne automatischer Wortersetzung, ist wirklich PITA (pain in the ass). Das empfand ich als absolut anstrengend.

Da ist man derzeit noch sicherlich flott dabei, Sprachsteuerung oder externe Eingabegeräte zurate zu ziehen. Das funktioniert übrigens auch super, da Hände und Tastaturen super ausgeschnitten und eingeblendet werden, wenn man nach unten schaut. Eine extreme Hilfe für Menschen, die nicht mit 10 Fingern schreiben. Kein Witz, ich nutze, ebenfalls nur wenige Finger, weiß aber meist, wo alles ist, wenn ich meine eingerockten Tastaturen nutze. Da merkt man, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, dass das wirklich jeder bedienen kann. Als Arbeitsgerät betrachtet, ist das auch schon nett. Man muss nur in der Sparte arbeiten, die das so nutzt. Hier ein Element, da ein Fenster – nice.

Grundsätzlich halte ich die AVP schon für ein technisches Meisterwerk, auch wenn ich der Meinung bin, dass sie derzeit eher eine Nische bedient. Für Forschung und Entwicklung sehe ich großes Potenzial mit dem Erstling. Günstigere Nachfolger müssen kommen, um Casual-Nutzer abzuholen, denn knapp ab 4.000 Euro werden derzeit abseits der genannten Sparten vermutlich nur Tech-Enthusiasten ausgeben. Solche Geräte müssen etwas für jeden sein, nicht nur für irgendwelche Social-Media-Heiopeis und Schwätzer, die heute Threads-, gestern Podcast-Berater, aber morgen VR/MR-Experte etc. sind.

Ich für meinen Teil hoffe, dass VR/MR mehr im Mainstream ankommt, schaue ich mir aber VR-Hardware-Projekte so in den letzten Jahren an, dann ist da nicht wirklich viel übriggeblieben, was wirklich breit genutzt wird. Selbst günstigere Produkte, die weniger leisten (Meta Quest), sind ja Nische.

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OnePlus 12 im Langzeittest: OnePlus hat es noch drauf

Durch die Patentstreitigkeiten mit Nokia war OnePlus einige Jahre vom deutschen Markt verschwunden. Schade, denn in meinen Augen haben die Chinesen da echt immer gute Smartphones für den hiesigen Markt am Start gehabt und auch etwas Konkurrenz hat bekanntlich noch nie dem Android-Portfolio geschadet. Umso erfreulicher war für mich, dass das OnePlus 12 kurz nach seinem Start dann doch auch noch in Deutschland gestartet ist. Ich habe also nicht gezögert, als sich mir die Möglichkeit bot, auf die Probe zu stellen, ob OnePlus es auch weiterhin auf dem Kasten hat, das aktuelle Flaggschiff in den vergangenen Monaten unter die Lupe zu nehmen. Immerhin liegt mein letzter Testbericht eines OnePlus-Smartphones inzwischen knapp zwei Jahre zurück. Mir liegt die große Variante mit 16 GB Arbeitsspeicher sowie 512 GB Speicherplatz in der Farbe Flowy Emerald vor.

Auf die technischen Details will ich gar nicht zu detailliert eingehen. In Kürze daher: Im OnePlus 12 steckt ein 6,82 Zoll (ca. 17 cm) großes Display, welches mit 3168 x 1440 Pixeln auflöst und mit einer adaptiven Bildwiederholrate von 120 Hz um die Ecke kommt. Unter der Haube werkelt der Snapdragon 8 Gen 3, dem wahlweise 12 bzw. 16 GB Arbeitsspeicher (LPDDR5X) zur Seite stehen. Beim Speicherplatz gibt es 256 GB oder 512 GB UFS-4.0-Speicher. Der 5.400 mAh große Akku lässt sich mit 100-Watt-Schnellladung per USB-C (SuperVOOC) oder 50 Watt kabellos (AirVOOC) wieder aufladen. Bei der Kamera setzt OnePlus auf ein Gespann aus drei Linsen. Als Hauptkamera verbaut das Unternehmen einen 50 Megapixel Sony LYT-808-Sensor. Die Ultraweitwinkel-Linse bringt den Sony IMX581 mit 48 Megapixeln mit. Neu ist eine 64-Megapixel-Periskop-Kamera mit dreifachem, optischem Zoom.

Ausgepackt & angefasst: Der Ersteindruck

Rein optischer Natur hat sich bei OnePlus etwas getan. So ist der Kamera-Bump auf der Rückseite nicht nur größer geworden, um nicht zu sagen auf eine immense Größe angewachsen, dieser steht auch ein gutes Stück aus dem Smartphone hervor. Einen Pluspunkt will ich dennoch bereits an dieser Stelle anbringen: Alle vier Linsen stecken unter einer gemeinsamen Glasabdeckung auf gleicher Höhe. Hat den Vorteil, dass sich hier kein Staub um die Erhöhungen sammelt (das ist bei meinem 15 Pro Max beispielsweise sehr signifikant).

Auch Fingerabdrücke auf den Linsen sind dadurch einfacher zu beseitigen. Ansonsten: Die mattierte Rückseite fasst sich angenehm an und gibt dem sonst recht flutschigen Smartphone etwas mehr Grip – eine Hülle ist hier aber quasi Pflicht. Fingerabdrücke können der Rückseite nichts anhaben. Übrigens: Trotz der Abmaße des 6,82-Zoll-Displays liegt das OnePlus 12 gut in der Hand – klein und kompakt sind hier aber eher Fremdwörter.

Auf der Front gibt es leicht abgerundete Kanten am Display. Ich dachte davon wäre man abgekommen, stört mich in der Stärke aber auch nicht sonderlich. Die angenehme Gestenbedienung wiegt das auf, auch wenn – persönliche Meinung – ich da eher der Fan von komplett flachen Displays bin. Die Displayränder sind schmal und symmetrisch, die Frontkamera per Punch-Hole ausgespart (irgendwie tut sich da nichts mehr und beim 7 Pro mit der Popup-Kamera, war man einst Vorreiter). Das Display-Panel selbst sorgt für den entsprechenden Wow-Moment. Das Panel macht einen super Eindruck und wird wirklich ansprechend hell. Es gehört für mich zu den besten Panels, die derzeit so in Smartphones verbaut werden. Gerade unter Sonneneinstrahlung ist eine ansprechende Display-Helligkeit durchaus nützlich.

Performance: Schnell, schneller, OnePlus 12

Es gibt derzeit wohl kaum ein Flaggschiff-Gerät, bei dem man groß über die Performance schimpfen könnte. Moderne Chips tun da wirklich einen guten Job und im Zusammenspiel mit einem 120-Hz-Display wirkt das alles wirklich sehr fluffig und Apps starten schnell. OnePlus hat da mit OxygenOS scheinbar einige Optimierungen vorgenommen, für mich läuft das OnePlus 12 beispielsweise um einiges runder als die aktuellen Pixel-Modelle und auch im sonstigen Vergleich ist es derzeit wohl eines der performantesten Geräte. Auf dem OnePlus 12 läuft OxygenOS 14.0 auf Basis von Android 14, jedoch mit einigen netten Zusatz-Funktionen. Das hat als Gesamtpaket mit dem damaligen OxygenOS leider nur noch wenig gemein. Immerhin wirkt inzwischen alles einheitlicher, alteingesessene OnePlus-Nutzer müssen hier dennoch in den sauren Apfel beißen. Mit vier Jahren Android-Updates gewinnt man ebenso wenig einen Preis, da müsste man gegenüber den sieben Jahren bei Google wohl mal ordentlich nachlegen. Die performante Hardware gibt es sicherlich her, dass das Smartphone auch dann noch eine gute Figur macht.

Kamera

Bei der Kamera bringt das OnePlus 12 ein mächtiges Gespann mit. So setzt man beim Hauptsensor auf 50 Megapixel mit Sonys LYT-808 und optischer Bildstabilisierung. Die Ultraweitwinkel-Linse ist mit einem 48-Megapixel-Sensor und 114 Grad Sichtfeld bestückt. OnePlus setzt jetzt, und das dürfte wohl die größte Neuerung sein, auf einen dreifachen Zoom mit Periskop-Linse für den Tele-Bereich, dies entspricht hier einem Äquivalent von 70 mm Brennweite. Dahinter steht ein 64-Megapixel-Sensor. Ein Album mit diversen Testfotos findet ihr hier.

Der Hauptsensor des OnePlus 12 macht einen prima Job und OnePlus kann da als Gesamtpaket gesehen durchaus mit einem iPhone 15 Pro (Max) oder einem Google Pixel 8 Pro mithalten. Die Aufnahmen sind scharf, Farben wirken natürlich und vor allem das natürliche Bokeh des großen Sensors möchte ich an dieser Stelle positiv hervorheben. Punkten kann OnePlus wie bereits damals mit HDR-Aufnahmen.

Der Hauptsensor arbeitet auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut, hier gibt es dann aber kleinere Abstriche bei der Farbgebung bzw. dem Weißabgleich.

Die Ultraweitwinkel-Linse sorgt dank Autofokus auch im Makro-Bereich für ordentliche Aufnahmen. Im Vergleich zur Hauptkamera hat man hier kleinere Einbußen bei der Schärfe, ohne den Direktvergleich machen die Aufnahmen einen ordentlichen Eindruck.

Mangels Periskop-Linse war vor allem der Tele-Bereich bei OnePlus immer unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Flaggschiff-Smartphones. Mit dem Teleobjektiv lassen sich jetzt auch Resultate mit Zoom bei guten Lichtverhältnissen sehen.

In Sachen Kamera liefert man wohl im Vergleich bei der Frontkamera am schwächsten ab.

Weitere Kleinigkeiten

Die verbauten Lautsprecher im Gerät sind klar und können ganz schön laut werden. OnePlus ist nach wie vor unter den Champions, einst liebevoll von mir Druckbetankung genannt, was das kabelgebundene Aufladen mit 100 Watt angeht. Das geht flott. Eine vollständige Aufladung des 5400 mAh großen Akkus dauert kabelgebunden (100 Watt) weniger als eine halbe Stunde und passt auch spontan am Morgen rein. Kabellos (50 Watt) ist man mit einer knappen Stunde ebenfalls flott bedient, allerdings nur mit proprietärem Ladezubehör. Manko hier: Qi2 ist nicht mit von der Partie.

Der Fingerabdruckscanner liegt unter dem Display und ist optisch. Er reagiert schnell und zuverlässig, dennoch hätte ich mir hier jetzt mal den Sprung zu Ultraschall gewünscht. Der Alert Slider, für mich nach wie vor der Schalter schlechthin, wenn es um den Stumm-Modus geht, ist wieder mit dabei. Den mag ich ganz besonders. Außerdem ist der Vibrationsmotor auf einem gewohnt hohen Niveau. Überraschend: Im OnePlus 12 gibt es einen IR-Blaster, das war bisher sonst eher so ein Ding bei Xiaomi. Schöne Sache: Es gibt physisches Dual-SIM und es kann zudem auch eine physische SIM sowie eine eSIM auf Wunsch eingesetzt werden.

Fazit: Gelungenes Gesamtpaket, gelungenes Comeback

Für einen derzeitigen Straßenpreis zwischen 849 Euro (12 GB RAM und 256 GB Speicherplatz) und 899 Euro (16 GB RAM und 512 GB Speicherplatz – fairer Aufpreis muss man sagen) bietet OnePlus mit dem OnePlus 12 ein rundes Flaggschiff-Smartphone, welches mit diversen Platzhirschen in vielen Bereichen mindestens mithalten kann. Stärken hat man vor allem im Bereich Performance sowie beim Display. Kleinere Schwächen im Vergleich, die man bei Vorgängermodellen beispielsweise im Tele-Bereich bei der Kamera hatte, hat man inzwischen aufgeholt. Für mich gehört OnePlus damit auch weiterhin zur ernstzunehmenden Flaggschiff-Riege, mit einem Gerät, was man durchaus in die engere Auswahl nehmen sollte. Unterm Strich: Mit dem OnePlus 12 gelingt OnePlus sehr wohl das Comeback auf den hiesigen Markt.

Ein paar Worte zur OnePlus Watch 2

Mit der OnePlus Watch 2 gibt es auch ein weiteres Comeback, und zwar im Smartwatch-Segment. 2021 konnte man mit dem Erstlingswerk nicht sonderlich überzeugen: die OnePlus Watch war eher ein Fitness-Armband im Uhren-Design. Mit der zweiten Generation hat sich einiges getan. Und so verwendet man jetzt Wear OS, was die Uhr in vielfacher Hinsicht funktional aufwertet. Hier muss ich wohl wenig Worte zu verlieren, so gibt es über den Google Play Store zahlreiche Apps. Im Blog sind bereits einige Testberichte zu (aktuellen) Wear-OS-Smartwatches nachzulesen. Für Fitness-Anwendungen setzt man auf die eigene OHealth-App, die einen übersichtlichen, wenngleich oberflächlichen Einblick in sportliche Aktivitäten gibt – es ist eben keine Fitness-Uhr, andere Smartwatch-Hersteller bieten da dennoch mehr Einblicke und Analysen.

Die Uhr im Edelstahl-Chassis ist hervorragend verarbeitet, mit ihren knapp 80 Gramm (mit Armband) aber auch kein Leichtgewicht. Mit der OnePlus Watch 2R gibt es eine leichtere und günstigere Alu-Variante. Für meinen Geschmack (und meine kleinen Handgelenke) ist die Uhr mit ihren 46 mm bzw. das 1,43 Zoll (3,63 cm) große, leicht abgerundete AMOLED-Display zu wuchtig. Das Display lässt sich gut ablesen, einzig unter direkter Sonneneinstrahlung wird es teils schwieriger. Schöne Sache: Es passen handelsübliche Armbänder mit 22 Millimeter Breite. Die werden mit den üblichen zwei PINs an die Uhr geklemmt. Die „Krone“ dient leider nur als Knopf und lässt sich nicht drehen, das finde ich bei der Konkurrenz praktischer gelöst.

Ansonsten? Die Ladeschale mit vier Pins kommt ohne Kabel mit USB-C-Anschluss. Das ist kompakt und lässt sich somit mit verschieden-langen oder bereits angesteckten USB-C-Kabeln verbinden. Finde ich nett umgesetzt.

Beim Prozessor setzt OnePlus mit dem Snapdragon W5 Gen1 auf einen optimierten Smartwatch-Chipsatz. Der ist von der Performance ordentlich, alles läuft flüssig und nichts ruckelt. Lediglich manche Apps brauchen teils eine Gedenksekunde zum Öffnen. Eine Cellular-Variante mit eSIM/ mobilen Daten gibt es leider übrigens nicht.

Dafür gibt es mit dem BES2700 einen zweiten Chipsatz, der auf Effizienz ausgelegt ist. Ich hatte eingangs unterschlagen, dass WearOS nicht das einzige Betriebssystem ist, sondern man hält zumindest zum Energiesparen an RTOS fest. Und das ist in der Tat eine besondere Geschichte, denn OnePlus spart in diesem Modus tatsächlich genug Energie ein, um die Uhr über mehrere Tage – je nach Nutzungsverhalten – mit Saft zu versorgen. RTOS geht hierbei mit abgespeckten Funktionen einher, Benachrichtigungen werden jedoch weiterhin alle vom Smartphone gezeigt. Man bringt hier schlicht die Vorteile der Effizienz der alten Uhrengeneration mit dem Funktionsumfang der WearOS-Welt in Einklang – mit Erfolg.

Besonders intensiv zerrt, wie soll es anders sein, ein Sporttracking mit GPS am Akku. Die Uhr schlägt zuverlässig vor, eine begonnene Lauf-Aktivität aufzuzeichnen und pausiert bzw. setzt diese auch fort. Daten wie GPS, Puls etc. sind jenen der Apple Watch sehr ähnlich und entsprechend genau gewesen.

Wen die Größe nicht stört oder wer gar eine größere Smartwatch sucht, der sollte die OnePlus Watch 2 mal unter die Lupe nehmen. Insbesondere für OnePlus-Smartphone-Nutzer bietet sie ein perfektes Zusammenspiel und für knapp 299 Euro bekommt man doch einiges geboten.

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Dyson Wash G1: Der Wischsauger im Test

Dyson hat vor nicht allzu langer Zeit seinen ersten Kandidaten im Bereich der Wischsauger vorgestellt. Dieser hört auf den Namen Dyson Wash G1 und ist speziell dafür gedacht, Hartböden zu säubern. Teppich kann man damit nicht reinigen – das direkt vorweg. Ich bin nun schon eine Weile mit dem Gerät in meinem Haus unterwegs und konnte mir eine Meinung bilden.

Dyson ist eigentlich Spezialist im Bereich der Staubsauger, man hat aber bereits einen ersten Schritt mit dem Dyson V15s detect Submarine im Bereich der nassen Reinigung gemacht. Der Wash G1 hat sich Diverses bei der dort genutzten Wischdüse abgeschaut, macht aber auch einiges anders. Dyson hat sich nach etlichen Jahren der Forschung dagegen entschieden. Stattdessen werden bei dem Gerät zwei entgegengesetzt rotierende Walzen mit Wasser gleichmäßig befeuchtet. Diese rollen über den Boden und nehmen feinen und groben Dreck auf. Der grobe Dreck landet in einer separaten Schale in der Düse. Das dreckige Wasser wird von den Walzen abgestreift und in einen separaten Schmutzwassertank geführt. Man trennt also flüssig und fest.

Doch kehren wir zum Anfang zurück. In der Kiste liegt der Wischsauger selbst, der zügig über das Zusammenstecken der zwei Teile zusammengebaut werden kann, ein Netzteil inklusive Ladekabel und eine Dockingstation, die aber nichts weiter ist, als eine Kunststoffschale, in die das Gerät gestellt wird.

Der Wash G1 fügt sich nahtlos in die Designsprache des Herstellers ein. Er ist natürlich etwas klobiger als die Saug-Geschwister, aber es kommen wie üblich dunkler Kunststoff, rote Knöpfe zum Abnehmen von Teilen und ein farblich abgesetzter Stab inklusive Steuereinheit zum Einsatz. Besonders ist hier, dass man den Griff ergonomisch abwinkelt. Das ist vor allem beim Reinigen deutlich angenehmer. Eine Anzeige am Kopf gibt euch die nötigen Informationen zum Reinigungsmodus und zur Laufzeit. Die Verarbeitungsqualität ist meiner Meinung nach in Ordnung, obwohl ich von Dyson deutlich Besseres gewohnt bin. Vor allem die abnehmbaren Teile sind ungewohnt wackelig und wirken wenig robust. Da kann man bei dem Preis mehr erwarten.

Eingerichtet ist das Gerät schnell, denn die dazugehörige Dyson-App hat beim Wash G1 lediglich den Nutzen, dass man Informationen zur Einrichtung, Pflege etc. findet. Eingerichtet wird hier nichts. Mein registriert lediglich die Seriennummer, um Service beziehen zu können.

Also geht es auch schon los mit der wilden Fahrt über den Hartboden. Obwohl, nicht ganz. Bevor ihr wirklich startklar seid, muss der Frischwassertank noch mit Wasser befüllt werden. Dazu nimmt man die Einheit mit Frisch- und Schmutzwassertank vom Gerät und füllt klares Wasser ein. Einen Reiniger muss man nicht einsetzen. Dann kommt die Einheit wieder zurück in das Gerät und man kann starten.

Das Gerät kann sowohl trocknen als auch nassen Schmutz entfernen. Ihr müsst vor dem Reinigen also nicht noch separat staubsaugen – außer den Teppichen natürlich. Über den Button am Display könnt ihr einstellen, wie viel Wasser ihr zur Reinigung verwenden möchtet. In der Regel reicht die geringste, genauer gesagt mittlere Einstellung. Nur bei wirklich hartnäckigem Schmutz benötigt man die maximale Menge oder den Boost-Modus.

Das Gerät wiegt knapp 5 Kilogramm und ist damit kein Leichtgewicht. Dennoch gleitet man wirklich mühelos über den Boden. Für seine Größe ist er sehr wendig und kann komplett flachgelegt werden, um auch unter Möbeln reinigen zu können. Da er ordentlich Gewicht mitbringt, ist der Druck auf den Boden und den Dreck auch entsprechend groß. Dadurch wird der Schmutz wirklich erstaunlich gut weggewischt. Im Vergleich zum Roborock Flexi Pro ist er schneller, wenn es um gröberen und eingetrockneten Dreck geht. Der Wash G1 kann auch mit großen Müslikörnern umgehen. Da hat der Flexi Pro mehr Mühe, beseitigt aber auch so ziemlich alles. Das Reinigungsergebnis ist hervorragend. Keine Schlieren und der Boden sieht wirklich sehr sauber aus. https://youtu.be/vvx6VMY1QOA

Dyson sagt, dass man mit wenig Wasser viel Boden reinigen kann. Demnach soll eine Füllung des 1-Liter-Tanks für 290 Quadratmeter reichen. Ich habe in unserem Haus knapp 130 Quadratmeter Hartboden. Bei den Reinigungsaktionen musste ich mindestens ein Mal nachfüllen. Mit einer Akkuladung komme ich gerade so durch alle Räume. Laut Dyson liegt die Laufzeit bei 35 Minuten, was ich bestätigen kann. Der Flexi Pro von Roborock ist ausdauernder.

Seid ihr mit der Reinigung fertig, wird das Schmutzwasser einfach ausgeschüttet und ausgespült. An der Düse zieht man das Fach für den groben Dreck einfach heraus und spült das durch. Danach kann der Wash G1 in der Dockingstation verbracht werden. Als letzte Aktion betätigt man den Button zur Selbstreinigung. Dann spült der Wash G1 die Schläuche, Bürsten etc. durch. Was bei diesem Gerät jedoch fehlt, ist das System zur Trocknung. Der Flexi Pro trocknet die Walzen noch und wäscht sie zudem mit heißem Wasser. Auch nach mehreren Durchgängen riecht der Dyson Wash G1 jedoch nicht.

In Summe bin ich zufrieden mit dem, was Dyson hier als Jungferngerät hingelegt hat. Es gibt etwas Luft nach oben im Bereich der Verarbeitung und bei der Konkurrenz hat man bessere Systeme zur Reinigung / Trocknung parat. Der Knackpunkt ist bei Dyson jedoch wie üblich der Preis. Knapp 700 Euro möchte man für das Gerät haben und liegt damit ein gutes Stück höher als die Top-Modelle der Konkurrenz.

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Insta360 X4 im Kurztest: Lohnt sich der Wechsel von der X3?

Vor nun mittlerweile über anderthalb Jahren durfte ich mir die Insta360 X3 für einen Test anschauen. Hierbei handelt es sich um eine Actioncam, die besonderes Augenmerk darauf legt, nicht nur normale Weit- und Ultraweitwinkelvideos zu ermöglichen, sondern gleich ganze 360°-Aufnahmen erlaubt. Jene werden dann in 5,7K aufgenommen. Je nachdem, wie das Reframing der Videos auf Nutzerseite am Ende ausfällt, liegt die Auflösung dann aber natürlich niedriger. Dieses Jahr hat der Hersteller Insta360 sein neuestes Modell, die Insta360 X4 veröffentlicht, welche ich mir nun auch seit geraumer Zeit ausgiebig anschauen durfte.

Dabei sei eines vorweggesagt: Es handelt sich hierbei ganz klar um ein Upgrade der X3, das aber bei Weitem nicht für alle Nutzer zwingend notwendig ist. Darauf gehe ich im Nachfolgenden etwas genauer ein. Es sollte nur klargestellt sein, dass die X4 noch immer dieselbe Basis wie bei der X3 bietet, was ebenfalls den Funktionsumfang angeht. Vielmehr ist die Hardware der neuen Kamera optimiert worden, und das zahlt sich in vielen Aspekten auch aus – aber dazu gleich mehr. Einen direkten Vergleich der beiden Modelle liefert Insta360 direkt selbst:

Den Anfang macht hier also vor allem die maximale Videoauflösung, welche von 5,7K auf jetzt 8K bei weiterhin 30 Bildern pro Sekunde liegt. Der Zeitlupenfunktion ergeht es hier ähnlich. Dort ermöglicht die X4 nun 360°-Videos in 4K statt in den bisherigen 3K bei 100 fps. Weiter geht’s mit Videos im Weitwinkelformat, wo ihr nun 4K in 60 fps aufnehmen könnt und nicht mehr bei 30 fps limitiert seid. Auch der Selfie- oder besser „Ich“-Modus löst hier höher auf, 4K statt 1080p, dafür aber nur in maximal 30 statt bisher 60 fps.

Klar schlägt sich das auch im Akkuverbrauch nieder, doch hier kontert Insta360, indem man den austauschbaren Akku mit 2.290 mAh bestückt hat, welcher dann bis zu 135 Minuten Aufnahme erlauben soll. Bei der X3 waren es hier noch knapp 80 Minuten, wenn man Videos in denselben Settings aufnehmen wollte, was also durchaus einen ordentlichen Bonus ausmacht.

links die X3, rechts die X4

Was mir an der X4 aber direkt besser gefallen hat, was der mitgelieferte und vor allem simpel an- und abbaubare Linsenschutz für beide Linsenhälften. Per Gewinde sind die Dinger schnell aufgeschraubt und schützen die wichtigen Linsen vor unschönen Kratzern oder Schlimmerem. Was ich persönlich zudem ganz cool finde (mich aber erst ein wenig Überwindung gekostet hat, es einzusetzen), ist die neue Gestensteuerung. Ihr hebt die Hand und könnt damit die Aufnahme stoppen oder eben starten. Zeigt ihr das Peace-Symbol mit Zeige und Mittelfinger, wird ein Foto erstellt. Das ist natürlich auch nicht in allen Szenarien notwendig, birgt aber durchaus eine sinnvolle Erweiterung. Dennoch muss man hier aufpassen, denn die Erkennung der Gesten kann sehr wohl auch False Positives erzeugen, also Aufnahmen, die nur dadurch entstanden sind, dass die Software der Meinung war, eine Geste erkannt zu haben, wo eigentlich keine war.

Die hier dargestellten 36-MP-Aufnahmen wurden nachträglich komprimiert, die Originalaufnahmen gibt es hier.

Höher aufgelöste Aufnahmen erfordern auch, dass diese mindestens genauso schnell wie bisher oder besser noch schneller auf Endgeräte übertragen werden können. Hierfür besitzt die X4 jetzt einen USB-C-3.0-Port, der deutlich flotter arbeitet als noch der 2.0-Port des Vorgängers. Die Verbindung zwischen Smartphone und X4 findet weiterhin über Wi-Fi statt. Hierbei soll die Übertragung der Daten aber noch einmal um 58 % im Vergleich zur X3 gesteigert worden sein.

Ich mochte die X3 vor allem wegen ihrer Vielseitigkeit. Möchte ich „nur“ eine hochauflösende Single-Lens-Aufnahme machen, welche ich auch mit vielen anderen Actioncams erstellen könnte? Will ich vielleicht ein VLOG im Ich-Modus aufnehmen, in dem ich perfekt im Sucher positioniert bleibe? Oder möchte ich mich lieber noch gar nicht richtig festlegen, nehme stattdessen einfach ein 360°-Grad-Video auf und kümmere mich erst im Anschluss darum, was und wie es im finalen Video später zu sehen ist?

Das alles geht mir der X4 auch, nur eben noch besser. Die Aufnahmen sind deutlich schärfer, das Stitching zwischen den Linsen (quasi der Nahtübergang, der zwangsläufig vorhanden ist, aber von Software gut vertuscht werden kann) ist noch feiner, weshalb die Naht viel weniger wahrzunehmen ist. Die Fotos lösen weiterhin maximal in 72 MP auf, was erst einmal nach viel klingt, sich aber auf das Gesamtbild einer 360°-Grad-Aufnahme bezieht. Wollt ihr ein Weitwinkelbild mit einer der Linsen aufnehmen, löst jenes mit 18 MP auf. Für Snapshots auf Touren, etc. ist das mehr als ausreichen. Aber ihr solltet nicht erwarten, dass ihr damit ultrahochauflösende Selfies, etc. machen könnt.

[Das Klemm-Stativ wackelig, die Wege mehr als huckelig – dennoch bekommt es die Insta360 X4 hin, so großartig stabilisiertes Videomaterial daraus zu machen.]

Optisch ähnelt die X4 der X3 auch immer noch sehr, wenngleich sie auffallend größer, vor allem aber auch spürbar schwerer ist. Das wirkt sich in der Handhabung aber nur minimal aus, ich nutze die Cam vor allem am kleinen Manfrotto-Stativ oder eben am Selfiestick von Insta360, mit dem sich auch die bekannten Videos machen lassen, bei den es so wirkt, als sei die Kamera wie eine Drohne schwebend über/hinter der Person montiert. Allein damit lassen sich schon unglaublich interessante Bilder und Videos festhalten.

Das im Vergleich zur X3 noch größere Touchdisplay der X4 kommt vor allem der Bedienbarkeit zugute. Wer Angst hat, die Kamera im Regen zu benutzen oder sie auch mal in einen See/Bach/etc. zu halten, dem sei gesagt, dass das Modell von sich aus schon bis zu 10 Meter wasserdicht ist. Per Extra-Case (separat erhältlich) sollen dann gar bis zu 50 Meter möglich sein.

Das Update von 4K auf 8K bei den 360°-Grad-Videos sorgt vor allem dafür, dass in den finalen Reframing-Videos noch mehr Details zu erkennen sind, die Bildqualität im Gesamten viel besser ist. Sehr gut gefällt mir weiterhin die automatische Bildstabilisierung der X4, durch die Videos beim Laufen, Radfahren oder gar in der Achterbahn wirklich so gut wie immer wirken, als seien sie mit einem ultrateuren Gimbalsystem stabilisiert worden. Das hatte Insta360 auch schon bei der X3 perfektioniert. Großes ABER: Auch die neue X4 hat ihre Schwächen mit der Bildqualität, wenn das Licht während der Aufnahme mal nicht so perfekt ist. In Szenen, in denen beispielsweise Dämmerung herrscht oder aber die Morgensonne gerade erst aufsteigt, rauscht das Bild schon sehr, nach Bilddetails kann man dann eher suchen. Schuld ist hierbei wohl vor allem die Größe des verwendeten Sensors, der aber bei viel Licht seine vollen Stärken präsentiert.

[Eine der Funktionen aus der Insta360-Studio-Software für Windows und macOS ist Timeshift]

Die zugehörige App, über die ihr später die Aufnahmen auch zurechtschneiden und vor allem das Reframing vornehmen könnt, ist kostenlos verfügbar. Dank wirklich guter Einführung geht das Erstellen von kreativen Videos flott von der Hand – wer mag, kann diese dann auch direkt in soziale Netze streuen. Zudem lassen sich in den Aufnahmen einzelne Personen oder Objekte als Ziel festlegen, sodass diese in der Aufnahme durchgehend zentriert bleiben. Das gab es aber auch alles schon mit der X3.

Darum hier nun auch zu meinem Fazit am Ende des Kurztests: Die Insta360 ist eine großartige Actioncam für Menschen, die entweder besonders kreative Ideen mitbringen, wie sie ihre Videos in Szene setzen wollen und dafür ein recht kleines Gadget mit wirklich guter Bildqualität brauchen. Auf der anderen Seite ist sie aber eben auch ein Gerät, das sich für Leute eignet, die sich beim Aufzeichnen einfach noch nicht festlegen möchten, was sie später im finalen Video alles zeigen möchten und was eher nicht.

Besitzer einer X3 kennen eben diese Features aber schon, setzen dabei auf weniger Auflösung und einen kleineren Akku. Mit Blick auf den mittlerweile schon gut gefallenen Preis der X3 im Vergleich zu den knapp 560 Euro für die neue X4 muss der Bedarf nach mehr Auflösung aber schon sehr stark sein, um als überzeugender Grund herzuhalten.

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Der Sunlu Filament Connector FC01 im Kurztest

Mittlerweile darf ich mit Fug und Recht behaupten, voll und ganz im Hobby 3D-Druck aufgegangen zu sein. Und weil man dort eine ganze Menge Werkzeuge nebenher benötigt, die einen sicher sinnvoller als die anderen, war ich auch überhaupt nicht böse darüber, dass das Unternehmen Sunlu mir dieses Mal den neuen „SUNLU Filament Connector FC01“ für einen Test überlassen hat. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Berichts ist das Gerät noch für den Vorverkauf eingestellt. Ab dem 31. Oktober dieses Jahres soll dann die erste Charge, am 20. November 2024 dann die zweite Charge aller vorbestellten Geräte ausgeliefert werden. Der Vorverkaufspreis startet bei 32,99 Euro, je nachdem, für welches Bundle man sich entscheidet. Als offiziellen Verkaufspreis hat Sunlu dann 42 Euro angepeilt.

Doch für welchen Zweck schafft man sich so einen Filament Connector nun überhaupt an? Der eine Grund kann sein, dass ihr vorhabt, selbst Multicolor-Filament zu erstellen, damit eure Drucke noch interessanter aussehen. Zudem kostet mehrfarbiges Filament je nach Anbieter auch immer ein wenig mehr und wenn man genügend Reste beisammen hat, kann man sich das damit – zumindest in der Theorie – auch gut selbst herstellen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt dieser Test.

Die andere Überlegung, für die so ein Gerät nützlich sein kann, ist, dass ihr damit hervorragend einzelne, einfarbige Filamentreste zusammenbasteln könnt, um möglichst alle Reste zu verwerten. Oder aber, ihr besitzt einen 3D-Drucker ohne AMS, sprich: Ihr habt nur eine einzelne Spulenhalterung und müsst zur Not manuell die Rolle nachlegen, wenn die Farbe aufgebraucht ist. Dann könnt ihr ziemlich simpel im pausierten Druckzustand das letzte Ende des Filaments schnappen und mit einer neuen Rolle verschmelzen.

Das Gerät ist nicht größer als meine Hand, das heizende Innere wird abgeschottet von einem Acrylglas-Deckel. Das Heizelement selbst sitzt unter einer weiteren Abdeckung, die hitzebeständig ist und zum Verschmelzen des Filaments arretiert wird. Vorn am Gerät sitzt ein kleines Touch-Display. Darauf seht ihr im Betrieb nicht nur die aktuelle Heiztemperatur, sondern auch den Sollwert je nach ausgewähltem Material. „Fusionieren“ lässt sich hier laut Hersteller PLA als auch PCL, ABS, PETG und PA/PC – alle jeweils mit einem Durchmesser von 1,75 mm. Ich würde mutmaßen, dass auch TPU funktionieren würde, wenn man dies mit den PLA-Settings verwendet. Hier mangelt es mir aber leider an Testmaterial. Sunlu schickte für den Test direkt zwei Rollen ihres neuen PLA 2.0-Filaments mit, weshalb ich mich entsprechend auf diese Einstellungen konzentriere. Die maximale Heiztemperatur liegt bei 230 °C.

Mit Strom versorgt wird der FC01 über ein USB-auf-Hohlstecker-Kabel, für das ihr zwingend einen USB-A-Stromadapter besitzen müsst, der mindestens mit 5V/2A arbeitet. Ebenfalls nicht ganz so optimal finde ich die Steckerlösung. Hier hätte man durchaus auch eine USB-C-auf-C oder USB-A-auf-C-Lösung mitliefern können. Sollte das Kabel mal verlegt werden oder kaputtgehen, wird es mit der Suche nach Ersatz nämlich schwieriger.

Nicht so geil: das mitgelieferte USB-A-auf-Hohlstecker-Kabel. Zudem fehlt ein notwendiger 5V/2A-Adapter

Ebenfalls im Lieferumfang befindlich sind 200 PTFE-Schlauchenden, alle knapp 4 cm lang. Diese fungieren für jeden Verschmelzungsvorgang als Hülle, die beide Filamentenden miteinander verbindet. Jene wird aber am Ende mit einem integrierten Cutter-Werkzeug angeschlitzt, um das Ergebnis zu befreien. Darum sind eben auch gleich 200 Stück dabei, Ersatz sollte im Nachgang recht kostengünstig zu bekommen sein.

Zum einfachen Entfernen der PTFE-Tubes ist hier eine kleine, gefederte Klinge eingelassen, die durch Zuklappen einen schmalen Schnitt in den Schlauch schlitzt

Beim Einschalten wird immer erst einmal die Zieltemperatur von 185 °C anvisiert, da PLA mit zu den gängigsten Materialien zählt und Sunlu sich entsprechend hierfür entschieden hat. Das Aufheizen benötigt knapp 3 Minuten und wird mit einem kurzen Piepton finalisiert.

Material: Temperatur: Zeit zum Aufheizen: Dauer:
PCL 85 °C 1 Minute 5 bis 6 Sekunden
PLA 185 °C 3 Minuten 7 bis 8 Sekunden
PETG 210 °C 3 bis 4 Minuten 7 bis 8 Sekunden
ABS 220 °C 3 bis 4 Minuten 7 bis 8 Sekunden
PA/PC 230 °C 5 Minuten 9 bis 10 Sekunden

Ihr schiebt dabei aber nicht einfach zwei gerade Filamentenden aneinander und verschweißt diese. Stattdessen müssen jene Enden jeweils in einem 45°-Winkel abgeschnitten sein. Hierzu sei geraten, dass ihr da nicht den üblichen Seitenschneider nutzt, sondern lieber einen sauberen Schnitt mit einem Cuttermesser setzt oder vielleicht direkt auf eine selbst gedruckte Lösung wie diese hier zurückgreift – davon gibt es auf den bekannten Plattformen noch allerhand weitere Beispiele.

Ihr wartet nun also, bis das Gerät die perfekte Temperatur erreicht hat, dann piept das Gerät kurz und schon könnt ihr eure beiden Filamentenden im PTFE-Schlauch zentriert einlegen. Dann wird der Verschluss heruntergeklappt und arretiert. Wichtig ist, dass man die beiden herausragenden Enden des Filaments locker, aber gerade, festhalten muss, damit sich das Ganze nicht noch kurz vor dem Verschweißen wegdreht. Ebenfalls sollte man beachten, dass man das Filament nicht gegeneinander verdreht versucht, miteinander zu verschweißen. Hier könnte die Schweißnaht sonst später knicken und eventuell auch reißen. Es sollte angemerkt werden, dass vermutlich auch bei euch nicht direkt der erste oder zweite Anlauf perfekt klappen – das Einlegen, Zuklappen und das Festhalten beider Filamentenden ist zu Beginn schon noch recht kniffelig.

45° meets 45°

Ist alles fertig, sollte man das Material noch kurz abkühlen lassen, da sich die Naht sonst wieder öffnen könnte. Beachtet man diese Hinweise, erhält man aber in der Tat wahnsinnig gut haltende Filament-Verschweißungen, die sich dann – je nach Farbwahl – auch ideal für den Mehrfarbdruck anbieten.

So sollte das Ergebnis dann aussehen

Es handelt sich beim Sunlu Filament Connector FC01 also durchaus um ein Nischenprodukt für 3D-Druck-Fans, das dort aber eben absolut seine Daseinsberechtigung hat. Sofern man sich penibel an die oben genannten Herstellervorgaben hält, was die einzelnen Arbeitsschritte und dergleichen angeht, erhält man auch überzeugende Ergebnisse. Ich habe damit mittlerweile hervorragend meine PLA-Reste miteinander „fusionieren“ können, nutze für den Rollenwechsel von gleichen Farben aber eben auch die Automatik des Bambu Lab AMS Lite. Für rund 35 – 40 Euro bekommt man hier aber ein absolut nützliches Tool für gelegentliche Einsätze.

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