LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters im Test: Das beste LEGO-Spiel

Mit „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ ist am 22. Mai 2026 das nunmehr bereits vierte LEGO-Videospiel erschienen, das sich um den Dunklen Ritter dreht. „LEGO DC Super-Villains“ lasse ich einmal außen vor, da Batman dort nur eine Nebenrolle innehat. Doch der neue Titel steht für einen Neuanfang und bedient sich in Sachen Gameplay stark bei Rocksteadys „Arkham“-Trilogie. Dazu gibt es viele, weitere Neuerungen, welche „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ aus meiner Sicht zum bisher besten LEGO-Spiel überhaupt machen.

Der größte Bruch mit bisherigen LEGO-Games von Traveller’s Tales, welche inzwischen seit über 20 Jahren (!) die Reihe betreuen: Konntet ihr bisher Hunderte von Charakteren freispielen und anschließend selbst verkörpern, so gibt es in „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ tatsächlich nur sieben spielbare Figuren: Bruce Wayne / Batman, Jim Gordon, Batgirl, Nightwing, Robin, Catwoman und Talia al Ghul. Dafür spielen sich alle Protagonisten aber tatsächlich komplett unterschiedlich. Alle haben eigene Fertigkeiten und auch Skilltrees zur Weiterentwicklung selbiger.

Als logische Konsequenz ist auch die offene Spielwelt Gotham stringenter auf die Fähigkeiten der Charaktere zugeschnitten. Mich hat das Szenario dabei am ehesten an „Batman: Arkham Knight“ erinnert. Düstere Farben, viele vertikale Strukturen und die Option, mit dem Batmobil durch die Straßen zu brettern, wecken viele Erinnerungen. Zumal es auch in „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ Riddler-Rätsel und andere Herausforderungen und Sammelobjekte gibt – wie die Waynetech-Kisten, deren Chips sozusagen als Währung für Waffen-Upgrades dienen.

Mein Test-System:

CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D


CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2


Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E


RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30


Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080


SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte


Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte


Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)


Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)


LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters Deluxe Edition (PS5)


LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters Deluxe Edition (PS5)

  • Das neue LEGO Batman-Kampfsystem stellt Batmans Kampfstil authentisch dar, mit fließenden Angriffsketten…
  • Bietet, zusätzlich zur gewohnten LEGO-Erfahrung, die verbesserte Maskierter Rächer- und die noch…
  • Erkunde Gotham City als offene Welt mit dem Wurfhaken von Dach zu Dach, über der Stadt im Gleiter und…

LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters wühlt sich quer durch die Historie der Hauptfigur

Doch bevor ich zu sehr auf das Gameplay eingehe: „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ hat mich als Fan der meisten Filme, Serien und Comics rund um Batman besonders begeistert, da die Story des Spiels zwar eigene Wege geht, gleichzeitig aber überraschend gut die vielen Vorlagen aufgreift. So ist etwa der Anfang des Titels stark von „Batman Begins“ geprägt. Vielfach werden etwa Dialoge aus dem Kinofilm von Christopher Nolan wörtlich übernommen. Parallel spielt aber auch Jack Napier eine Rolle, der wie in Tim Burtons Film von 1989 zum Mörder von Bruce Waynes Eltern wird.

Die erste Begegnung mit dem Pinguin hingegen greift dann wieder einen Abschnitt aus „The Batman“ auf – inklusive der Originalmusik. Dieser Mischmasch könnte in reinen Fanservice ausarten und tatsächlich irgendwann nerven, bleibt aber im Rahmen der humorvollen Geschichte durchaus stimmig. Klar, dieser Titel bleibt ein LEGO-Game, erwartet also keine Tiefe wie in einem „Kingdom Come: Deliverance 2„. Aber aus meiner Sicht bewältigt die Story sauber den Spagat aus Verweisen auf die unzähligen Vorlagen und dem Erzählen einer Geschichte im humorvollen LEGO-Stil.

Als technische Basis dient dabei die Unreal Engine 5. Gespielt habe ich die PC-Fassung mit maximalen Settings, 4K-Auflösung und 60 fps als Bildrate. Mit DLSS Quality läuft das Ganze tatsächlich vernünftig, die für ihren Hardware-Hunger berüchtigte Engine sorgt aber für deutlich höhere Anforderungen als bei vergangenen LEGO-Spielen. Allerdings spiegelt sich das tatsächlich auch in vielen optischen Details wider. Wasser läuft bei Regen etwa natürlich Batmans Maske herunter, alle Texturen sind knackscharf und die Weitsicht ist oft beeindruckend. Kein anderes LEGO-Spiel hat bisher so hübsch ausgesehen.

Die Sprachausgabe auf Englisch finde ich recht gelungen, auch wenn Shai Matheson mir als Batman etwas zu soft klingt. Die deutsche Umsetzung kommt mir tatsächlich etwas hingeschludert vor, das hat man in anderen Batman-Titeln wie eben der „Arkham“-Reihe schon deutlich besser gehört. Die Soundkulisse übernimmt bekannte Effekte aus den bisherigen LEGO-Titeln, während der Soundtrack eine Mischung aus Eigenkompositionen im Stil der „Arkham“-Reihe und lizenzierten Stücken aus den Kinofilmen darstellt.

Batcave wird zum Mancave

Neu ist im Übrigen, dass ihr auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad „Dark Knight“ im Gegensatz zu bisherigen LEGO-Spielen tatsächlich einen „Game Over“-Screen zu Gesicht bekommen könnt. Auch warten hier mehr bzw. stärkere Gegner auf euch. Ich empfehle dieses Setting jedoch ausdrücklich. Denn so spielt sich „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ tatsächlich wie eine Mischung aus Rocksteadys „Arkham“-Reihe und bisherigen LEGO-Spielen.

Das Free-Flow-Kampfsystem etwa mit passendem Counter-Timing und Kombos hat man nahezu 1:1 aus der „Arkham“-Reihe übernommen. Es wurde aber etwas vereinfacht, damit auch jüngere Mitspieler zurechtkommen. So spielen Batmans Gadgets in den Kämpfen eine geringere Rolle. Es ist auch möglich, „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ im Koop zu spielen. Denn in den Missionen und der offenen Welt hat Batman immer einen Begleiter dabei – im Prolog Talia al Ghul, anschließend Jim Gordon und später Robin und Co.

Wie man es aus den anderen LEGO-Spielen kennt, so müsst ihr auch als Singleplayer die Fähigkeiten der unterschiedlichen Charaktere in Anspruch nehmen. Beispielsweise verfügt Gordon über eine Art Klebepistole, die Zahnräder blockieren kann. Nur so lassen sich manche Apparate in der Welt aushebeln. Jeder Charakter bringt eigene Spezialitäten mit, die bei der Erkundung der Spielwelt und der geschlossenen Levels helfen.

In Letzteren könnt ihr auch wieder Mini-Kits freispielen – das sind jetzt je nach Level z. B. Surfbretter, Discokugeln oder andere Objekte, die sich fünfmal finden und allesamt zerdeppern wollen. Findet ihr alle, winkt eine Trophäe für den Batcave. Je Level gibt es zudem einen roten Legostein und Waynetech-Kisten für zusätzliche Boni. So werdet ihr natürlich motiviert, bereits abgeschlossene Levels später erneut zu erkunden. Die Bathöhle wird dabei schnell zum Mancave. Denn dort sammelt ihr gefundene Trophäen, neue Kostüme, Trainingsanlagen und mehr. Gerade, wenn man auch die Comics oder andere Filme und Serien rund um den dunklen Ritter kennt, wird das schnell zum Fest. Ich habe etwa von Anfang an auf Kostüm und Batmobile aus „Batman“ (1989) nur so gewartet.

Ein Feuerwerk an Fanservice

Generell hält „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ sauber bei Laune. Kids werden die Anspielungen nicht alle verstehen, aber Erwachsene können sich auf ein Feuerwerk an Querverweisen auf die gesamte Historie von Batman freuen. Selbst wenn ihr die Story nach etwa 15 Stunden durchgespielt habt, bleibt dabei noch Raum, die offene Spielwelt zu entdecken, Rätsel und Herausforderungen zu lösen oder bereits bewältigte Levels nochmals nach Geheimnissen abzuklappern. Die Altersfreigabe „Ab 12 Jahren“ finde ich persönlich dabei etwas streng. Klar, selbst die Welt von LEGO-Batman ist teilweise düster, doch „brisante“ Geschehnisse der Comics oder Filme werden hier LEGO-typisch so verpackt, dass sie extrem entschärft herüberkommen.

Am Ende ist „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ eine Art Mischung aus bisherigen LEGO-Spielen und der „Arkham“-Reihe – fast wie das, was sich vielleicht mancher z. B. von „Gotham Knights“ gewünscht hätte. Mir hat der Titel extrem viel Spaß gemacht und die Mischung aus Fanservice und eigener Story funktioniert hervorragend. Zum Abschluss nur nochmals der Tipp: Spielt den Titel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Die Kämpfe machen dadurch mehr Laune, sind aber immer sehr gut zu bewältigen.

Ich habe mich jedenfalls unheimlich gefreut, nach Jahren des Wartens endlich wieder ein rundum gelungenes Batman-Game zu bekommen. Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet ein LEGO-Spiel sein würde? Erhältlich ist „LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ ab sofort für die Xbox Series X|S, PlayStation 5 und den PC (Steam, Epic Games Store). Eine Portierung für die Nintendo Switch 2 erscheint im weiteren Jahresverlauf.

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IKEA GRILLPLATS: Smart Steckdose ausprobiert

Smarte Steckdosen gehören für mich zu den sinnvollsten Einstiegsprodukten im Smart Home. Nicht spektakulär, nicht besonders sexy, aber im Alltag extrem praktisch. Lampe dran, Kaffeemaschine dran, Ventilator dran und schon wird aus einem eher dummen Gerät ein steuerbares Gerät. IKEA brachte mit GRILLPLATS eine neue smarte Steckdose auf den Markt, die genau in diese Kerbe schlägt. Dazu ist sie noch günstig, kompakt und mit Matter over Thread erfreulich offen. Der Preis ist dabei direkt eine Ansage. IKEA ruft in Deutschland 8,99 Euro für GRILLPLATS auf, das Set mit Fernbedienung liegt bei 12 Euro. Damit ist die Steckdose günstiger als viele Alternativen von Aqara, Eve, Meross oder Philips Hue. Natürlich darf man bei dem Preis kein Luxusprodukt erwarten, aber genau das ist vielleicht auch der Punkt. GRILLPLATS will nicht beeindrucken, sondern funktionieren.

Optisch bleibt IKEA bei dem Teil unaufgeregt. Die Steckdose ist weiß, schlicht und kompakt genug, um an einer normalen Wandsteckdose nicht sofort alles zu blockieren. Sie ist nicht winzig (Shelly Plug ist beispielsweise schmaler), aber auch kein Klotz. An der Seite sitzt eine Taste zum manuellen Ein- und Ausschalten, dazu kommt eine kleine LED. Mehr braucht es an so einem Gerät ehrlich gesagt auch nicht. Die Verarbeitung wirkt ordentlich, nichts klappert, nichts fühlt sich nach Wegwerfware an.

Die Einrichtung ist simpel und wurde bei mir im Home Assistant und testweise auch in Apple Home durchgeführt. GRILLPLATS setzt auf Matter over Thread. Das bedeutet, ihr braucht einen Matter-Hub und einen Thread Border Router. Das kann beispielsweise ein Apple TV, ein HomePod, ein passender Echo, ein Nest Hub, ein Samsung SmartThings Hub, Home Assistant Yellow oder IKEAs eigener DIRIGERA Hub sein. Wer bereits ein modernes Smart-Home-Setup hat, ist also wahrscheinlich versorgt. Wer noch gar nichts davon besitzt, muss den Hub natürlich in die Gesamtrechnung einbeziehen.

Im Test war das Anlernen schnell erledigt. QR-Code scannen, kurz warten, Gerät ist da. Kein Gefrickel mit Hersteller-Clouds, keine zehn Account-Verknüpfungen, keine App-Odyssee. Gerade in Apple Home oder Home Assistant zeigt sich, warum Matter grundsätzlich eine gute Idee ist. Ein Gerät in mehreren Ökosystemen ist kein Problem, da man hier Multi-Admin aktivieren kann.

Besonders interessant ist GRILLPLATS für viele durch die integrierte Energiemessung. Das ist bei einer Steckdose für 8,99 Euro nicht selbstverständlich. In Home Assistant lassen sich entsprechende Werte auslesen und für Automationen verwenden. Das ist mehr als nur Spielerei. Man kann damit etwa erkennen, ob ein Gerät gerade aktiv arbeitet, ob ein Verbraucher ungewöhnlich viel Strom zieht oder ob bei Überschussstrom vom Balkonkraftwerk automatisch ein bestimmtes Gerät eingeschaltet werden soll.

Natürlich hängt der praktische Nutzen davon ab, welche Plattform ihr nutzt. In Home Assistant bekommt man in der Regel deutlich mehr Möglichkeiten als in anderen App-Oberflächen. Wer nur schnell eine Lampe per App schalten möchte, wird die Verbrauchswerte vielleicht nie anschauen. Wer aber gerne automatisiert oder einfach nur wissen will, wo die Verbraucher im Haushalt sind, bekommt hier für sehr wenig Geld einen ordentlichen Baustein.

Auch die Kombination mit einer Fernbedienung ist ein guter Punkt. Nicht jeder im Haushalt möchte immer eine App öffnen oder mit Sprachassistenten sprechen. Eine kleine Taste auf dem Tisch oder an der Wand ist manchmal einfach die bessere Lösung. Das Set mit BILRESA-Fernbedienung kostet 12 Euro und ist damit ebenfalls günstig. Für Kinderzimmer, Flurlicht oder eine schwer erreichbare Stehleuchte ist das eine ziemlich praktische Kombination. Man muss das Set aber nicht kaufen, wenn man ohnehin schon andere Taster im Smart Home hat, die man auch mit der Steckdose verkuppeln kann.

Im Alltag macht GRILLPLATS genau das, was sie soll. Sie schaltet zuverlässig, reagiert schnell und verschwindet optisch weitgehend im Raum. Ich sehe solche Geräte vor allem bei klassischen Verbrauchern wie Lampen, Ventilatoren, Deko-Beleuchtung, kleine Haushaltsgeräte oder auch Ladegeräte, die nicht dauerhaft am Netz hängen sollen. Für Heizlüfter und andere starke Verbraucher sollte man natürlich immer die technischen Grenzen beachten. Laut den verfügbaren Angaben liegt die maximale Last bei der EU-Version bei 16 A bzw. 3.680 W.

Was fehlt? Mir persönlich nix. Aber wie immer bei Matter over Thread gilt, dass die Infrastruktur stimmen muss. Wenn euer Thread-Netz schwach ist oder ihr mehrere Ökosysteme wild kombiniert, kann es auch mal hakeln. Das ist aber weniger ein GRILLPLATS-Problem, sondern eher der aktuelle Zustand des Smart Homes allgemein.

Mein Fazit fällt daher recht eindeutig aus. IKEA GRILLPLATS ist keine spektakuläre Steckdose, aber eine meiner Meinung nach sehr gute. Für 8,99 Euro bekommt man Matter over Thread, eine solide Bauform, manuelle Bedienung und Energiemessung. Das ist ein starkes Paket. Wer bereits einen passenden Thread Border Router besitzt, kann hier fast blind zugreifen. Für Home-Assistant-Nutzer ist das Ding besonders interessant, weil sich die Messwerte schön in Automationen einbinden lassen.

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Dyson HushJet Mini Cool im Test: Teurer Taschenwind mit ordentlich Druck

Handventilatoren sind so ein Produkt, bei dem man erst einmal denkt. Braucht man das wirklich? Und dann sitzt man im Sommer im Zug, im Büro ohne Klimaanlage oder irgendwo in der prallen Sonne und denkt sich, dass es ab und zu vielleicht doch ganz nützlich ist. Dyson steigt mit dem HushJet Mini Cool nun in genau diese Kategorie ein. Ein kleiner, tragbarer Ventilator, der nicht nach Jahrmarkt-Gadget aussehen soll, sondern wie eine verkleinerte Version des neuen Dyson Lüfters, den ich neulich testete.

Preislich ist das Ganze natürlich direkt Dyson. Der HushJet Mini Cool kostet in Deutschland 99 Euro und ist damit deutlich teurer als viele kleine Akku-Ventilatoren, die man sonst online findet. Dafür bekommt man ein sehr kompaktes Gerät mit USB-C-Ladung, einem mitgelieferten Halsband, einer Ladestation und einer Transporttasche. Getestet habe ich die Variante Ceramic Pink/Roségold, es gibt außerdem bald noch Cobalt/Blau und Karneol/Rot.

Optisch macht Dyson wieder das, was Dyson kann. Das Ding sieht nicht nach Billigplastik aus, erzeugt beim ersten Blick während des Auspackens aber eher den Eindruck eines Artikels aus einer anderen Produktsparte (die Form und Farbgebung tut ihr Übriges). Der HushJet Mini Cool ist schmal, rundlich und eher wie ein kleines Technik-Accessoire gebaut. Er wiegt ungefähr so viel wie ein Smartphone und passt in eine Tasche oder einen Rucksack. Das ist wichtig, denn so ein Gerät nimmt man nur dann wirklich mit, wenn es nicht nervt.

Die Bedienung ist simpel. Einschalten, Stufe wählen, Wind geht los. Der kleine Ventilator arbeitet ohne klassische sichtbare Rotorblätter und kann in der Hand gehalten, auf den Tisch gestellt oder mit dem mitgelieferten Band um den Hals getragen werden. Die Düse lässt sich drehen, sodass man den Luftstrom auch auf das Gesicht ausrichten kann. Gerade unterwegs ist das praktisch, weil man nicht dauerhaft die Hand frei haben muss. Ich würde mir das Teil jedoch nicht wirklich umhängen.

Bei der Leistung war ich positiv überrascht. Klar, das ist kein Standventilator und ersetzt keine Klimaanlage. Aber für die Größe kommt da ordentlich Luft raus. Dyson spricht von bis zu 25 Metern pro Sekunde, also knapp 90 km/h Luftgeschwindigkeit. Auf den unteren Stufen reicht das für Schreibtisch, Bahn oder Couch locker aus, ist mir sogar bei entsprechender Nähe fast too much. Der Boost-Modus ist dann eher die kurze Frische-Klatsche für draußen oder nach dem Sport.

Und genau da sehe ich auch den sinnvollsten Einsatzbereich. Das Ding ist nicht als Dauerlösung für den ganzen Raum gedacht, sondern als persönlicher Luftstrom. Beim Spazieren, im Park, auf Reisen, im Fitnessstudio oder auch am Schreibtisch. Wer schnell überhitzt oder im Sommer häufig unterwegs ist, wird den HushJet Mini Cool vermutlich deutlich häufiger nutzen, als man vorher denkt.

Das größte Problem ist die Lautstärke. Das Teil ist deutlich hörbar, auch in den niedrigen Stufen. Ein hohes Fiepen, das vor allem in den höheren Lautstärken auch echt stört. Für draußen ist das egal. Im Büro, in der Bahn oder in einem ruhigen Raum würde ich eher bei den unteren Stufen bleiben, und selbst das ist für den Schreibtisch schon zu laut. Der Boost-Modus ist effektiv, aber nichts, was man direkt neben anderen Menschen dauerhaft laufen lassen möchte. Dyson hat zwar am Motor gearbeitet, um Vibrationen und Geräusche zu reduzieren. Dennoch…

Beim Akku gibt es Licht und Schatten. Bis zu sechs Stunden Laufzeit sind für so ein kleines Gerät ordentlich, aber nur auf niedriger Stufe realistisch. Wer viel Power nutzt, muss entsprechend früher wieder laden. Voll ist der Akku nach rund drei Stunden per USB-C.

Vergleichen muss man den HushJet Mini Cool natürlich mit günstigeren Handventilatoren. Und da gibt es Modelle für deutlich weniger Geld. Einige davon machen auch ordentlich Wind und sind dabei auch leiser. Ob Dyson das mit dem Gesamtpaket aus Design, Verarbeitung, Zubehör und Leistung wettmachen kann, wird der Markt entscheiden.

Mein Fazit fällt zweigeteilt aus. Der Dyson HushJet Mini Cool ist ein starkes kleines Gerät, wenn man einen hochwertigen, kompakten und kräftigen persönlichen Ventilator möchte. Er ist leicht, gut verarbeitet, einfach zu bedienen und macht erstaunlich viel Wind für seine Größe. Aber 99 Euro bleiben 99 Euro. Wer nur ab und zu etwas Luft am Schreibtisch möchte, findet günstigere und leisere Alternativen.

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Philips Hue Essential: Flex Lightstrip, GU10 und E27 ausprobiert

Ich nutze seit einiger Zeit smarte Leuchtmittel der Marke Philips Hue. Angefangen hat alles bei mir mit dem Test der Hue Play HDMI-Sync Box 8K. Einmal angefixt, habe ich so gut wie alle Leuchtmittel hier im Haushalt auf Hue umgestellt. Auch den Umstieg auf die Bridge Pro habe ich mitgemacht. Im letzten Jahr hat Signify, das Unternehmen hinter der Marke, dabei das Sub-Label Essential eingeführt. Produkte der Essential-Reihe sind günstiger, integrieren sich aber voll ins Ökosystem. Doch wie groß sind die Abstriche? Das wollte ich mir im Alltag einmal genauer anschauen.

Für diesen Bericht habe ich mir daher beispielsweise einmal die GU10-Leuchtmittel mit Stiftsockel angesehen, denn da hatte ich mir noch vor dem Start die deutlich teurere, reguläre Version gekauft. Entsprechend habe ich den direkten Vergleich. Ebenfalls unter die Lupe genommen habe ich die E27-Modelle sowie schließlich den biegsamen Flex-Lightstrip. Letzterer ist weniger als klassische Beleuchtung und mehr als Stimmungslicht gedacht.

Als kleine Erinnerung: Philips Hue Essential ist eine Untermarke, die sowohl günstiger als auch technisch etwas eingeschränkter ist. Beispielsweise lassen sich die regulären Hue-Leuchtmittel auf 0,2 % ihrer Helligkeit dimmen. Bei den Essential-Varianten ist bei minimal 2 % Schluss. Zudem beträgt die Weißabdeckung bei Hue Essential nur 2.000 bis 6.500 Kelvin. Die Standard-Leuchtmittel aus dem Ökosystem bewältigen 1.000 bis 20.000 Kelvin. Zudem soll die Farbgenauigkeit bei Essential nicht auf dem Niveau der vollwertigen Hue-Produkte sein.

Das spiegelt sich eben auch im Preis wider. Beispiel: Ein Dreierpaket Hue GU10 kostet im Angebot rund 105 Euro. Die Essential-Version mit vier GU10-Stiftsockel-Leuchtmitteln liegt in ähnlichen Deals bei gerade einmal 50 Euro. Das ist natürlich ein massiver Preisunterschied, der manchen Leser sicherlich dazu bringen wird, nachzugrübeln, ob vielleicht die Essential-Varianten ausreichen.

Philips Hue GU10 und Hue Essential GU10 im Vergleich

Wie schon angedeutet, nutze ich in meinem Arbeits- und Gaming-Zimmer seit geraumer Zeit die Philips Hue G10 für meine Deckenlampe. Ich habe sie sogar in meinen Entertainment-Bereich eingebunden, sodass ihre Beleuchtung farblich mit den Bildschirminhalten synchronisiert wird. Entsprechend ist hier aber natürlich auch eine passende Farbgebung wichtig. Wie schlagen sich da die neuen Essential G10?

Angemerkt sei, dass die oben erwähnten technischen Unterschiede in diesem Fall kleiner sind. So schaffen die regulären GU10 etwa 2.000 bis 6.500 Kelvin und können auf 1 % gedimmt werden. Bei der Essential-Version sind es 2.200 bis 6.500 Kelvin und Dimmung auf 2 % der Leuchtstärke. Das liest sich auf dem Papier dann doch ähnlich. Aber: Vor allem die Farbübergänge (Color Blending), also der Wechsel von einer Farbe zur anderen, sind bei den Standard-Hue viel sanfter und fließender. Das fällt vor allem bei geringeren Helligkeitseinstellungen deutlich auf. Und wie es das Schicksal so will, so regle ich persönlich die Deckenbeleuchtung beim Gaming stark herunter.

Ich bewege mich da also speziell in dem Szenario – Synchronisation mit den Bildschirmfarben, häufige, schnelle Farbwechsel und geringe Helligkeit – in dem die Essential-Leuchtmittel tatsächlich die größten Nachteile haben.

Was den Essential-Leuchtmitteln im Übrigen auch fehlt: Chromasync. Das ist ein Marketing-Begriff dafür, dass die Hue-Leuchtmittel so ausgelegt sind, dass sie auch nach mehreren Jahren Farben immer noch so akkurat zeigen, wie bei der anfänglichen Verwendung. Da ich keinen Langzeitvergleich über mehrere Jahre anbieten kann, ist es mir aber derzeit nicht möglich, das zu beurteilen.

Links die Philips Hue G10, rechts die G10 Essential.

Auch die Hue-Essential-Leuchtmittel könnt ihr im Übrigen via Matter over Thread einbinden. Meine klare Ansage nach dem Testen: In meinem Szenario, in dem die Hue G10 Teil eines Entertainment-Bereichs sind und sich daher in ihrer Farbe mit den dargestellten Bildschirminhalten synchronisieren, sieht man deutliche Unterschiede zwischen den regulären und den Essential-Versionen – vor allem bei den Übergängen.

Ehrlicherweise muss ich aber auch einräumen: Laufen die Hue Essential G10 am Arbeitstag als „einfache“ Beleuchtung, bei mir auf sehr warmes Weiß eingestellt, dann ist kein echter Unterschied feststellbar. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt also stark davon ab, was ihr mit den Leuchtmitteln anstellt.

Philips Hue Essential Flex Lightstrip

Angecheckt habe ich auch den Lightstrip Hue Essential Flex. Der kommt in der 10-m-Version in zwei zusammengerollten Teilen zu euch nach Hause, die ihr dann miteinander verbinden könnt bzw. über eine kleine Box zusammenschaltet. Wie der Name es schon sagt, so handelt es sich hier um einen biegsamen Lightstrip. Die Variante mit 5 m Länge kostet im Handel ca. 99 Euro. Wenn ihr es auf 10 m anlegt, zahlt ihr ca. 160 Euro. Es handelt sich hier um ein Stimmungslicht, das dafür gedacht ist, z. B. an oder in einem Regal befestigt zu werden – oder zu einem Symbol geformt an der Wand zu landen.

Im Lieferumfang liegen auch 50 kleine Halterungen, verpackt in zwei Beuteln, bei, die bei der Befestigung aushelfen. Wie schon erwähnt, teilt sich der Lightstrip Hue Essential Flex eigentlich in zwei Strips von je 5 m Länge auf, die ihr verbinden müsst. Die Hue-App erkennt das Ganze aber als Gesamtkunstwerk. Das heißt auch, dass sich die beiden Teile nicht einzeln ansteuern und nicht mit verschiedenen Mustern versehen lassen. Da könnt ihr in der App natürlich verschiedene Farbverläufe ausprobieren oder mehrere Farben in einzelnen Segmenten parallel anzeigen.

Was bei der Essential-Version aber ausgespart worden ist, sind „echte“, weiße LEDs. Wollt ihr also kalt- bzw. warmweiß anzeigen, muss das aus den RGB-Farben „zusammengemischt“ werden. Das führt zu einem weniger reinen Weiß, das zudem nicht so hell wird wie bei den teureren Hue-Produkten.

Wie ihr schon auf meinen Bildern seht, kann man beim Hue Essential Flex Lightstrip recht gut ausmachen, wo die LEDs sitzen, und es sind immer dunklere und hellere Segmente klar erkennbar. Je nachdem, was für eine Konstruktion ihr also an die Wand bringen wollt, kann das ein Argument sein, das vielleicht gegen den Kauf spricht. Konkurrenzprodukte gibt es da im gleichen Preissegment z. B. von Govee, die dann aber eben nicht im Hue-Ökosystem beheimatet sind.

Im Gesamtbild finde ich den Essential Flex Lightstrip zu Dekozwecken ganz in Ordnung, zumal die Befestigung recht flexibel läuft. Je nach Lage kann da bei euch aber auch eine günstigere Lösung voll und ganz ausreichend sein.

Philips Hue Essential E27

Last but not least hätten wir da noch die Philips Hue Essential E27. Im Grunde sind das recht „langweilige“ Standard-Leuchtmittel für den verbreiteten Sockel. Dass man sie in den meisten Fällen als schnörkellose Beleuchtung im Einsatz haben dürfte, muss aber ja nichts Schlechtes sein. Im Gegenteil, gerade dann kommt es doch auf Verlässlichkeit an. Hier greifen dann aber eben die eingangs beschriebenen Einschränkungen bezüglich der Farb- und Weißdarstellung sowie der Dimmung gegenüber den vollwertigen Hue-Leuchtmitteln.

Da lohnt es sich natürlich, die Preise im Kopf zu behalten. Ein Viererpack von E27-Leuchtmitteln der Essential-Reihe kostet ca. 60 Euro. Kauft ihr die Standard-Modelle von Philips Hue im Bundle mit vier Exemplaren, seid ihr ca. 200 Euro los. Das ist schon ein heftiger Preisunterschied. Kühne Behauptung von mir: Wenn ihr nicht gerade die allerniedrigsten Dimmstufen regelmäßig benötigt, dann sind die Essential-Modelle vollkommen ausreichend.

Okay, auch die Helligkeit ist niedriger. Die Essential-Versionen erreichen bis zu 806 Lumen – bei den Standardmodellen sind es je nach Variante 810 oder sogar 1.100 Lumen. Ob ihr da in der Leuchtstärke im Alltag wirklich Unterschiede bemerkt, hängt aber von euren Szenarien ab. Auffällig fand ich im Direktvergleich nur die Unterschiede bei pulsierenden Farbmustern. Im „normalen“ Betrieb zur Ausleuchtung bemerkt man die abweichenden Leuchtstärken vor allem dann, wenn ihr mit mehreren Leichtmitteln große Bereiche ausleuchten wollt.

Selbst dann müsst ihr euch aber fragen, ob ihr nicht eher ein oder zwei Essential-Exemplare mehr verbauen könnt, statt den Aufpreis für die Standard-Ausführungen zu blechen. Klar, wer höchste Qualität und beste Farbdarstellung haben will, ist immer noch beim regulären Hue besser aufgehoben. Zumal Chromasync da eben auch auf Dauer die Farben konstant halten soll. Aber für den Alltag sind die Essential E27 eine echte Alternative.

Erstes Fazit

Kennt ihr sicherlich auch: Wenn man weiß, es gibt ein objektiv überlegenes Modell vom selben Hersteller, zaudert man manchmal beim Kauf der günstigsten Version. Schließlich ist man emotional lieber der Max-, Pro- oder Ultra-Kunde als der „Einsteiger“. Bei Philips Hue Essential dürfte das aber in vielen Fällen im Alltag fehl am Platze sein. Ja, wenn ihr die beste Dimmung und genaueste Farbgebung und das vielfältigste und reinste Weiß wollt, dann müsst ihr zu den Standard- / Premium-Produkten von Hue greifen. Aber gerade für die Alltagsbeleuchtung dürften die Essential-Varianten oft schon ausreichen.

Ausnahmen gibt es auch, wie ich feststellen musste: In eine Entertainment-Zone, die sich mit dem Smart-TV synchronisiert, würde ich immer die vollwertigen Hue-Leuchtmittel verbauen. Denn in diesem Szenario mit vielen schnellen Farbwechseln und auch Überblendungen zwischen hell und dunkel schlagen sich die Essential-Versionen doch merklich schlechter. Abseits dessen sprechen die Preisunterschiede aber oft für sich und ich muss da selbst in Zukunft sicherlich des Öfteren mal abwägen, ob die vermeintliche „Billig-Version“ nicht doch für mich voll ausreicht.

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Jabra Evolve3 85 im Test: Business-Headset ohne Mikrofonarm

Jabra dürfte den meisten von euch ein Begriff sein. In meinem Berufsalltag, der zu großen Teilen aus Calls, Meetings und gefühlt endlosen Abstimmungen besteht, ist mir die dänische Marke ohnehin schon seit Jahren ein treuer Begleiter. Hier im Blog habe ich über die Jahre auch die meisten Vorgängermodelle vorgestellt, beispielsweise das Evolve 75, das Evolve2 55 oder auch das Evolve2 85. Mit dem Evolve3 85 startet jetzt eine komplett neue Generation, mit einer größeren Änderung. Der klassische Mikrofonarm ist Geschichte. Ob das in der Praxis aufgeht oder ob das gute Stück damit einen seiner größten Vorteile verspielt, habe ich für euch in den letzten Wochen herausgefunden.

Lieferumfang und erster Eindruck

Im recycelten Karton finden sich neben dem Headset selbst ein erstaunlich flaches Hardcase, ein USB-C-Bluetooth-Adapter, ein 3,5-mm-Klinkenkabel sowie ein USB-C-Kabel. Das Case ist mit gerade einmal rund 22 mm Bauhöhe so dünn geraten, dass es im Rucksack neben dem Notebook kaum auffällt. Wer schon einmal das Case eines anderen Over-Ear-Headsets in der Tasche hatte, weiß, wie viel Platz so etwas sonst beanspruchen kann. Optional gibt es das Headset auch im Bundle mit Wireless-Charging-Pad.

Beim Auspacken fällt sofort auf, wie zurückhaltend Jabra inzwischen designt. Der typische, gefällig-funktionale Look der Evolve-Reihe ist geblieben, jedoch deutlich aufgeräumter und ohne den optisch dominanten Mikrofonarm. Auf dem Kopf wirkt das Evolve3 85 dadurch weniger nach „Call-Center-Agent“ und mehr nach modernem Over-Ear-Kopfhörer. Mit gerade einmal 220 g ist es zudem ein gutes Stück leichter als der Vorgänger. Jabra spricht von rund 23 % weniger Gewicht und 35 % flacherer Bauform. Das merkt man.

Verarbeitung, Tragekomfort und Bedienung

Materialseitig setzt Jabra weiterhin auf eine Mischung aus hochwertigem Kunststoff, etwas Aluminium sowie einem deutlich angenehmeren Stoffbezug für Polster und Bügel. Das ist eine der größten Veränderungen zum Evolve2 85. Statt Kunstleder, das gerne mal heiß wird, kommen nun atmungsaktive Stoffpolster zum Einsatz. Für mich als jemand, der gerne mal sechs bis acht Stunden am Stück telefoniert, ist das ein echter Pluspunkt. Auch nach langen Sessions blieben meine Ohren angenehm „warm“, ohne zu schwitzen. Polster und Akku sind austauschbar, das ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ich bin Brillenträger und reagiere bei Over-Ear-Modellen ziemlich empfindlich auf zu viel Anpressdruck. Beim Evolve3 85 ist das absolut im grünen Bereich. Die Hörmuscheln sind innen leicht angewinkelt, sodass die Ohrläppchen nicht plattgedrückt werden. Aber wie üblich heißt das für euch nix. Das ist subjektiv, denn jeder Kopf ist anders.

Auf der rechten Hörmuschel sitzen die üblichen Bedientasten: Lautstärke, Wiedergabe/Stummschaltung, ein Button für Abnehmen / Auflegen sowie der Microsoft-Teams-Button für direkten Zugriff auf Meetings. Schade, dass dieser sich nicht frei belegen lässt. Eine Shortcut-Taste für andere Funktionen wäre gut gewesen. Links sitzt der Klinkenanschluss, der USB-C-Port, der Power/Bluetooth-Schieber und der Button für ANC / Hearthrough. Die LED-Busylight signalisiert Kollegen außerdem zuverlässig, dass man gerade nicht ansprechbar ist.

Anrufqualität

Der spannendste Punkt war für mich natürlich die Mikrofon-Performance. Jabra verbaut beim Evolve3 85 sechs digitale MEMS-Mikrofone und kombiniert diese mit der neuen ClearVoice-Technologie. Dahinter steckt ein Deep-Neural-Network-Modell, das laut Hersteller mit über 60 Millionen echten Sprachbeispielen trainiert wurde. Das Ziel ist, Sprache präzise von Hintergrundgeräuschen zu trennen, ohne dass ein sichtbarer Mikrofonarm benötigt wird.

In der Praxis ist das wirklich gut funktional. Beim Evolve2 85 hatte ich seinerzeit bemängelt, dass meine Stimme von Gesprächspartnern oft als „dünn“ und wenig voluminös beschrieben wurde. Beim Evolve3 85 ist das jetzt anders. In Calls über Microsoft Teams und Zoom bekam ich durchgehend gutes Feedback. Meine Stimme klinge klar, präsent und natürlich. Selbst, als ich versuchsweise mit laufender Spülmaschine im Hintergrund oder bei tobenden Kindern im Nebenraum ein Meeting hatte, kam beim Gegenüber kaum etwas davon an. Ein guter Fortschritt.

ANC, Klang und Akku

Die adaptive aktive Geräuschunterdrückung passt sich in Echtzeit an Umgebung und Passform an. Tieffrequente Geräusche (Lüfter, Klimaanlage, Bahn-Brummen) werden zuverlässig weggebügelt. Bei höheren Frequenzen sind Sony, Apple oder Bose immer noch eine Idee besser, aber für ein Business-Headset ist das auf gutem Niveau. ANC bleibt auch während Anrufen aktiv.

Klanglich ist das Evolve3 85 für ein Conferencing-Headset überraschend gut. Die 32-mm-Treiber spielen warm und detailreich, der Bass ist präsent ohne zu aufdringlich zu sein, Mitten und Höhen klingen sauber. Wer dedizierte Kopfhörer in der Preisklasse gewohnt ist, wird hier und da etwas vermissen. Das Volumen des Headsets ist nicht ganz so weit, und der Bass kommt nicht ganz so sauber in die Tiefen. Für den Allroundeinsatz im Büro und auf Reisen reicht das aber locker.

Der Akku ist ebenfalls gut. Bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC, bis zu 55 Stunden mit, bis zu 25 Stunden Sprechzeit. Dazu kommt eine Schnellladefunktion, die in 10 Minuten bis zu 10 Stunden Nutzungszeit liefert. In meinem Test musste ich das Headset auch bei knapp drei Tagen hintereinander nicht laden. Und da hatte ich das Teil ständig auf dem Kopf.

Fazit

Das Jabra Evolve3 85 ist für mich ein gelungener Generationssprung. Der Wegfall des Mikrofonarms war für Jabra sicherlich ein Risiko. Doch das geht laut meiner Meinung auf, denn die Sprachqualität ist besser geworden. Dazu kommen ein deutlich schlankeres Design, ein sehr guter Tragekomfort, ordentlicher Klang, eine lange Akkulaufzeit und mit austauschbarem Akku sowie tauschbaren Polstern auch ein Plus an Langlebigkeit. Schade ist der Teams-Button, der nicht frei belegbar ist.

Mit einer UVP von 569 Euro ist das Headset definitiv kein Schnäppchen und richtet sich klar an Profis und Vielnutzer. Wer aber täglich in Calls hängt und ein Headset sucht, das nicht nach Headset aussieht, bekommt hier aktuell wohl eines der besten Gesamtpakete am Markt.

Bestseller Nr. 1

Bestseller Nr. 2

Bestseller Nr. 3

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