
Handventilatoren sind so ein Produkt, bei dem man erst einmal denkt. Braucht man das wirklich? Und dann sitzt man im Sommer im Zug, im Büro ohne Klimaanlage oder irgendwo in der prallen Sonne und denkt sich, dass es ab und zu vielleicht doch ganz nützlich ist. Dyson steigt mit dem HushJet Mini Cool nun in genau diese Kategorie ein. Ein kleiner, tragbarer Ventilator, der nicht nach Jahrmarkt-Gadget aussehen soll, sondern wie eine verkleinerte Version des neuen Dyson Lüfters, den ich neulich testete.
Preislich ist das Ganze natürlich direkt Dyson. Der HushJet Mini Cool kostet in Deutschland 99 Euro und ist damit deutlich teurer als viele kleine Akku-Ventilatoren, die man sonst online findet. Dafür bekommt man ein sehr kompaktes Gerät mit USB-C-Ladung, einem mitgelieferten Halsband, einer Ladestation und einer Transporttasche. Getestet habe ich die Variante Ceramic Pink/Roségold, es gibt außerdem bald noch Cobalt/Blau und Karneol/Rot.

Optisch macht Dyson wieder das, was Dyson kann. Das Ding sieht nicht nach Billigplastik aus, erzeugt beim ersten Blick während des Auspackens aber eher den Eindruck eines Artikels aus einer anderen Produktsparte (die Form und Farbgebung tut ihr Übriges). Der HushJet Mini Cool ist schmal, rundlich und eher wie ein kleines Technik-Accessoire gebaut. Er wiegt ungefähr so viel wie ein Smartphone und passt in eine Tasche oder einen Rucksack. Das ist wichtig, denn so ein Gerät nimmt man nur dann wirklich mit, wenn es nicht nervt.
Die Bedienung ist simpel. Einschalten, Stufe wählen, Wind geht los. Der kleine Ventilator arbeitet ohne klassische sichtbare Rotorblätter und kann in der Hand gehalten, auf den Tisch gestellt oder mit dem mitgelieferten Band um den Hals getragen werden. Die Düse lässt sich drehen, sodass man den Luftstrom auch auf das Gesicht ausrichten kann. Gerade unterwegs ist das praktisch, weil man nicht dauerhaft die Hand frei haben muss. Ich würde mir das Teil jedoch nicht wirklich umhängen.

Bei der Leistung war ich positiv überrascht. Klar, das ist kein Standventilator und ersetzt keine Klimaanlage. Aber für die Größe kommt da ordentlich Luft raus. Dyson spricht von bis zu 25 Metern pro Sekunde, also knapp 90 km/h Luftgeschwindigkeit. Auf den unteren Stufen reicht das für Schreibtisch, Bahn oder Couch locker aus, ist mir sogar bei entsprechender Nähe fast too much. Der Boost-Modus ist dann eher die kurze Frische-Klatsche für draußen oder nach dem Sport.
Und genau da sehe ich auch den sinnvollsten Einsatzbereich. Das Ding ist nicht als Dauerlösung für den ganzen Raum gedacht, sondern als persönlicher Luftstrom. Beim Spazieren, im Park, auf Reisen, im Fitnessstudio oder auch am Schreibtisch. Wer schnell überhitzt oder im Sommer häufig unterwegs ist, wird den HushJet Mini Cool vermutlich deutlich häufiger nutzen, als man vorher denkt.

Das größte Problem ist die Lautstärke. Das Teil ist deutlich hörbar, auch in den niedrigen Stufen. Ein hohes Fiepen, das vor allem in den höheren Lautstärken auch echt stört. Für draußen ist das egal. Im Büro, in der Bahn oder in einem ruhigen Raum würde ich eher bei den unteren Stufen bleiben, und selbst das ist für den Schreibtisch schon zu laut. Der Boost-Modus ist effektiv, aber nichts, was man direkt neben anderen Menschen dauerhaft laufen lassen möchte. Dyson hat zwar am Motor gearbeitet, um Vibrationen und Geräusche zu reduzieren. Dennoch…

Beim Akku gibt es Licht und Schatten. Bis zu sechs Stunden Laufzeit sind für so ein kleines Gerät ordentlich, aber nur auf niedriger Stufe realistisch. Wer viel Power nutzt, muss entsprechend früher wieder laden. Voll ist der Akku nach rund drei Stunden per USB-C.
Vergleichen muss man den HushJet Mini Cool natürlich mit günstigeren Handventilatoren. Und da gibt es Modelle für deutlich weniger Geld. Einige davon machen auch ordentlich Wind und sind dabei auch leiser. Ob Dyson das mit dem Gesamtpaket aus Design, Verarbeitung, Zubehör und Leistung wettmachen kann, wird der Markt entscheiden.
Mein Fazit fällt zweigeteilt aus. Der Dyson HushJet Mini Cool ist ein starkes kleines Gerät, wenn man einen hochwertigen, kompakten und kräftigen persönlichen Ventilator möchte. Er ist leicht, gut verarbeitet, einfach zu bedienen und macht erstaunlich viel Wind für seine Größe. Aber 99 Euro bleiben 99 Euro. Wer nur ab und zu etwas Luft am Schreibtisch möchte, findet günstigere und leisere Alternativen.
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