IKEA GRILLPLATS: Smart Steckdose ausprobiert

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Smarte Steckdosen gehören für mich zu den sinnvollsten Einstiegsprodukten im Smart Home. Nicht spektakulär, nicht besonders sexy, aber im Alltag extrem praktisch. Lampe dran, Kaffeemaschine dran, Ventilator dran und schon wird aus einem eher dummen Gerät ein steuerbares Gerät. IKEA brachte mit GRILLPLATS eine neue smarte Steckdose auf den Markt, die genau in diese Kerbe schlägt. Dazu ist sie noch günstig, kompakt und mit Matter over Thread erfreulich offen. Der Preis ist dabei direkt eine Ansage. IKEA ruft in Deutschland 8,99 Euro für GRILLPLATS auf, das Set mit Fernbedienung liegt bei 12 Euro. Damit ist die Steckdose günstiger als viele Alternativen von Aqara, Eve, Meross oder Philips Hue. Natürlich darf man bei dem Preis kein Luxusprodukt erwarten, aber genau das ist vielleicht auch der Punkt. GRILLPLATS will nicht beeindrucken, sondern funktionieren.

Optisch bleibt IKEA bei dem Teil unaufgeregt. Die Steckdose ist weiß, schlicht und kompakt genug, um an einer normalen Wandsteckdose nicht sofort alles zu blockieren. Sie ist nicht winzig (Shelly Plug ist beispielsweise schmaler), aber auch kein Klotz. An der Seite sitzt eine Taste zum manuellen Ein- und Ausschalten, dazu kommt eine kleine LED. Mehr braucht es an so einem Gerät ehrlich gesagt auch nicht. Die Verarbeitung wirkt ordentlich, nichts klappert, nichts fühlt sich nach Wegwerfware an.

Die Einrichtung ist simpel und wurde bei mir im Home Assistant und testweise auch in Apple Home durchgeführt. GRILLPLATS setzt auf Matter over Thread. Das bedeutet, ihr braucht einen Matter-Hub und einen Thread Border Router. Das kann beispielsweise ein Apple TV, ein HomePod, ein passender Echo, ein Nest Hub, ein Samsung SmartThings Hub, Home Assistant Yellow oder IKEAs eigener DIRIGERA Hub sein. Wer bereits ein modernes Smart-Home-Setup hat, ist also wahrscheinlich versorgt. Wer noch gar nichts davon besitzt, muss den Hub natürlich in die Gesamtrechnung einbeziehen.

Im Test war das Anlernen schnell erledigt. QR-Code scannen, kurz warten, Gerät ist da. Kein Gefrickel mit Hersteller-Clouds, keine zehn Account-Verknüpfungen, keine App-Odyssee. Gerade in Apple Home oder Home Assistant zeigt sich, warum Matter grundsätzlich eine gute Idee ist. Ein Gerät in mehreren Ökosystemen ist kein Problem, da man hier Multi-Admin aktivieren kann.

Besonders interessant ist GRILLPLATS für viele durch die integrierte Energiemessung. Das ist bei einer Steckdose für 8,99 Euro nicht selbstverständlich. In Home Assistant lassen sich entsprechende Werte auslesen und für Automationen verwenden. Das ist mehr als nur Spielerei. Man kann damit etwa erkennen, ob ein Gerät gerade aktiv arbeitet, ob ein Verbraucher ungewöhnlich viel Strom zieht oder ob bei Überschussstrom vom Balkonkraftwerk automatisch ein bestimmtes Gerät eingeschaltet werden soll.

Natürlich hängt der praktische Nutzen davon ab, welche Plattform ihr nutzt. In Home Assistant bekommt man in der Regel deutlich mehr Möglichkeiten als in anderen App-Oberflächen. Wer nur schnell eine Lampe per App schalten möchte, wird die Verbrauchswerte vielleicht nie anschauen. Wer aber gerne automatisiert oder einfach nur wissen will, wo die Verbraucher im Haushalt sind, bekommt hier für sehr wenig Geld einen ordentlichen Baustein.

Auch die Kombination mit einer Fernbedienung ist ein guter Punkt. Nicht jeder im Haushalt möchte immer eine App öffnen oder mit Sprachassistenten sprechen. Eine kleine Taste auf dem Tisch oder an der Wand ist manchmal einfach die bessere Lösung. Das Set mit BILRESA-Fernbedienung kostet 12 Euro und ist damit ebenfalls günstig. Für Kinderzimmer, Flurlicht oder eine schwer erreichbare Stehleuchte ist das eine ziemlich praktische Kombination. Man muss das Set aber nicht kaufen, wenn man ohnehin schon andere Taster im Smart Home hat, die man auch mit der Steckdose verkuppeln kann.

Im Alltag macht GRILLPLATS genau das, was sie soll. Sie schaltet zuverlässig, reagiert schnell und verschwindet optisch weitgehend im Raum. Ich sehe solche Geräte vor allem bei klassischen Verbrauchern wie Lampen, Ventilatoren, Deko-Beleuchtung, kleine Haushaltsgeräte oder auch Ladegeräte, die nicht dauerhaft am Netz hängen sollen. Für Heizlüfter und andere starke Verbraucher sollte man natürlich immer die technischen Grenzen beachten. Laut den verfügbaren Angaben liegt die maximale Last bei der EU-Version bei 16 A bzw. 3.680 W.

Was fehlt? Mir persönlich nix. Aber wie immer bei Matter over Thread gilt, dass die Infrastruktur stimmen muss. Wenn euer Thread-Netz schwach ist oder ihr mehrere Ökosysteme wild kombiniert, kann es auch mal hakeln. Das ist aber weniger ein GRILLPLATS-Problem, sondern eher der aktuelle Zustand des Smart Homes allgemein.

Mein Fazit fällt daher recht eindeutig aus. IKEA GRILLPLATS ist keine spektakuläre Steckdose, aber eine meiner Meinung nach sehr gute. Für 8,99 Euro bekommt man Matter over Thread, eine solide Bauform, manuelle Bedienung und Energiemessung. Das ist ein starkes Paket. Wer bereits einen passenden Thread Border Router besitzt, kann hier fast blind zugreifen. Für Home-Assistant-Nutzer ist das Ding besonders interessant, weil sich die Messwerte schön in Automationen einbinden lassen.

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