#Interview – „Wir haben viel gelernt – teilweise schmerzhaft“

eleQtron, 2020 von Christof Wunderlich, Jan Leisse und Michael Johanning als Spin-Off des Lehrstuhls für Quantenoptik der Universität Siegen gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“.

Schwarz Digits, EIC Fund, Ankaa Ventures, das Laser-Ausrüstungsunternehmen Precitec, NRW.Bank, IFB Hamburg und Altinvestor Earlybird investieren 57 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor sammelte das Unternehmen, das derzeit über 100 Mitarbeitende beschäftigt, rund 16 Millionen ein.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Jan Leisse einmal ganz ausführlich über den Stand der Dinge bei eleQtron.

Wie würdest Du Deiner Großmutter eleQtron erklären?

Ich würde meiner Großmutter vermutlich sagen: Manche Probleme sind so komplex, dass selbst die besten Supercomputer der Welt irgendwann nicht mehr sinnvoll weiterkommen – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Materialien, Medikamenten, oder zum Beispiel in der Logistik. Wir bauen Computer, die auf eine ganz andere Art rechnen als heutige Computer – so genannte Quantencomputer. Diese sollen genau solche Probleme lösbar machen. Und eleQtron baut diese Maschinen mit einer eigenen patentierten Technologie.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Der technologische Kern war von Anfang an klar: Wir setzen auf Ionenfallen und unsere eigene MAGIC-Technologie, bei der Qubits mit Mikrowellen statt mit hochkomplexen Lasersystemen gesteuert werden. Am Anfang standen natürlich stark Forschung, Technologieentwicklung und die Frage im Vordergrund: Können wir diesen Ansatz wirklich in funktionierende Systeme übersetzen? Heute fokussieren wir uns darauf, diese Technologie in kommerzielle Produkte zu transformieren. Es geht nicht mehr nur darum, einen wissenschaftlichen Proof Point zu liefern, sondern robuste, betreibbare Quantencomputer zu bauen, Kundenzugang zu schaffen und konkrete Anwendungen mit Partnern zu entwickeln. Also kein klassischer Pivot im Sinne von „wir machen jetzt etwas völlig anderes“, sondern eher eine konsequente Weiterentwicklung: von der Forschungsidee zum skalierenden DeepTech-Unternehmen.

Wie hat sich eleQtron seit der Gründung entwickelt?

eleQtron wurde 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet. Seitdem sind wir von einem kleinen Gründungsteam zu einem Unternehmen mit inzwischen mehr als 100 Mitarbeitenden gewachsen. Wir haben heute Standorte in Siegen und Hamburg, arbeiten mit führenden Forschungs- und Industriepartnern zusammen und konnten einen Auftragsbestand von über 54 Millionen Euro aufbauen. Zu unseren Kunden gehören unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR, im Rahmen der Quantencomputing-Initiative sowie das Forschungszentrum Jülich. Mit der aktuellen Series-A-Finanzierung über 57 Millionen Euro gehen wir nun in die nächste Phase: Skalierung der Technologie, Ausbau des Teams und unserer Kapazitäten.

Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

DeepTech ist ein Markt, in dem Vertrauen, technologische Substanz und langfristige Perspektive entscheidend sind. Viele Gespräche entstehen deshalb nicht über klassische Pitch-Events, sondern über Netzwerke, gemeinsame Überzeugungen und intensive technische Due Diligence. Mit Earlybird hatten wir bereits sehr früh einen starken VC an Bord, der unser Potenzial erkannt hat. Für die Series A war uns dann wichtig, einen Lead-Investor zu finden, der nicht nur Kapital mitbringt, sondern auch strategisch versteht, worum es geht: Quantencomputing als kritische Zukunftsinfrastruktur. Schwarz Digits war dafür aus unserer Sicht der ideale Partner. Schwarz ist eine der finanzstärksten Unternehmensgruppen Europas und investiert gezielt in digitale Infrastruktur und technologische Souveränität. Das war für uns kein „Dumb Money“, sondern ein sehr bewusster strategischer Fit.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

In DeepTech geht ständig etwas schief. Das gehört quasi zum Geschäftsmodell – nur nennt man es dort meistens „Erkenntnisgewinn“. Wir bauen keine App, bei der man nach zwei Wochen A/B-Testing weiß, welcher Button besser funktioniert. Wir arbeiten an extrem komplexer Hardware, an physikalischen Grenzen, Engineering, Software, Systemintegration und gleichzeitig am Aufbau eines Unternehmens. Der Übergang von Forschung zu Produkt wird uns noch eine Weile begleiten. Eine Technologie im Labor zu demonstrieren ist das eine. Daraus ein robustes, skalierbares System mit klaren Prozessen, Roadmaps, Qualitätsstandards und Kundenanforderungen zu machen, ist eine ganz andere Aufgabe. Da haben wir viel gelernt – teilweise schmerzhaft, aber immer notwendig, sonst stünden wir heute nicht da, wo wir sind. Wichtig ist, Fehler bewusst zuzulassen, sie schnell zu erkennen und daraus nachhaltig zu lernen. Fail fast, eigentlich schon eine Binsenweisheit.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben sehr früh auf einen technologisch differenzierten Ansatz gesetzt – und daran konsequent festgehalten. Unsere MAGIC-Technologie ist der Kern unseres Unternehmens. Sie kombiniert die Vorteile von Ionenfallen – also sehr stabile, natürliche Qubits – mit mikrowellenbasierter Steuerung. Das ist aus unserer Sicht ein besonders vielversprechender Weg, um Quantencomputer skalierbar zu machen. Außerdem haben wir früh verstanden, dass Technologie allein nicht reicht. Man braucht ein starkes Team, ein belastbares Netzwerk aus Partnern, Kunden, Investoren und die Fähigkeit, ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen. Wir können deshalb heute 54 Millionen Euro Auftragsbestand und eine 57-Millionen-Euro-Series-A vorweisen. Das schaffen nicht alle und darauf sind wir sehr stolz, dass uns das gelungen ist. Natürlich sind wir jetzt nicht „angekommen“. Wir haben wahnsinnig viel zu tun. Wir wollen weiter wachsen, unsere Technologie perfektionieren, unseren Kunden Zugang zu unseren Systemen verschaffen und mit unseren Maschinen echte Probleme lösen. Und genau dahin wird auch das frische Kapital fließen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Nicht zu früh aufgeben – aber auch nicht zu lange an falschen Annahmen festhalten. Gerade in DeepTech braucht man eine sehr seltsame Mischung aus Sturheit und Lernfähigkeit. Man muss an eine große Vision glauben, obwohl der Weg dorthin oft ungewiss, teuer und unbequem ist. Gleichzeitig muss man bereit sein, ständig dazuzulernen, Pläne anzupassen und sich ehrlich anzuschauen, was funktioniert und was nicht. Mein zweiter Tipp wäre: Baut früh ein Team, das nicht nur technisch brillant ist, sondern auch unternehmerisch denken kann. Aus einer großartigen Technologie wird nicht automatisch ein großartiges Unternehmen. Mir hilft außerdem die Philosophie: „Don’t hire assholes!“ Ich bin unglaublich froh, dass wir es immer wieder schaffen, großartige Menschen mit Herz und Verstand an Bord zu holen.

Wo steht eleQtron in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir in der nächsten Skalierungsphase sichtbar weiter sein. Das heißt: Wir werden unser Team weiter ausgebaut haben, unsere Technologieplattform weiterentwickeln, die Industrialisierung unserer Systeme vorantreiben und gemeinsam mit Partnern konkrete Anwendungspfade weiter schärfen. Für uns ist die Series A kein Endpunkt und auch kein Selbstzweck. Sie ist der Startschuss für die nächste Phase. Einfach gesagt: In einem Jahr wollen wir weniger darüber sprechen, was Quantencomputing eines Tages leisten könnte – und mehr darüber, was unsere Systeme konkret ermöglichen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): eleQtron

#StartupTicker – +++ Sarah Jessica Parker – Brad Pitt +++ glow25 +++ Trade Republic +++ GreenTech +++ eleQtron +++ Taxfix +++

#StartupTicker

#StartupTicker Sarah Jessica Parker (glow25) trifft auf Brad Pitt (Trade Republic): Promialarm in der Startup-Szene GreenTech: Die goldenen Zeiten sind vorbei StartupsToWatch! eleQtron So rüstet sich Taxfix gegen die große KI-Welle

    Sarah Jessica Parker – Brad Pitt     glow25     Trade Republic     GreenTech     eleQtron     Taxfix

Freitag, 15. Mai 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 15. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

glow25 Trade Republic

Promialarm in der deutschen Startup-Szene! Die amerikanische Schauspielerin Sarah Jessica Parker („Sex and the City“) heuerte als Chief Creative Officer und Markenbotschafterin beim Berliner Supplement-Startup glow25 an. Die Stilikone soll künftig unter anderem die Markenstrategie des 2021 gegründeten Startups, das bislang vor allem Kollagenprodukte verkauft, voranbringen. Ansonsten soll die Schauspielerin bei der „internationale Expansion“ helfen. Dafür bringe sie laut Unternehmen „Reichweite, Glaubwürdigkeit und kulturelle Relevanz mit“. Der Berliner Neobroker Trade Republic setzt unterdessen auf Brad Pitt. Eine offizielle Funktion bekommt der Schauspieler neben seiner zentralen Funktion als Markenbotschafter aber nicht. „Der Spot läuft ab sofort im Fernsehen, auf Streaming-Plattformen sowie auf allen relevanten digitalen Kanälen“, teilt das Unternehmen mit. Mehr über Trade Republic

GreenTech Monitor

Grüne Zeiten! In Deutschland tummeln sich derzeit 2.903 GreenTech-Startups. „Fast ein Viertel der GreenTechs entfällt auf den Energiesektor, weitere 18 % lassen sich dem breiteren Feld der Umwelttechnologien zuordnen. Besonders stark sind die Ökosysteme in Berlin (549), München (222) und Hamburg (170)“, heißt es im GreenTech Monitor 2026, der vom Startup-Verband herausgegeben wird. Der Boom ist aber vorbei! Im vergangenen Jahr sind laut Erhebung nur 312 neue GreenTech-Startups entstanden. „Die politische Unsicherheit und das schwache Investitionsklima im Sektor hinterlassen ihre Spuren“, lautet das bittere Fazit. Die goldenen Zeiten für GreenTechs sind somit vorbei. Dabei zeigt sich gerade jetzt, wie wichtig nachhaltige Lösungen – etwa im Energiesektor – wären. (GreenTech Monitor 2026, PDF) Mehr über den GreenTech Monitor

eleQtron

StartupsToWatch! eleQtron sollten alle, die sich für aufstrebende Startups interessieren, auf der Agenda haben. Das Unternehmen, 2020 gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Ein Thema, das derzeit weltweit so richtig angesagt ist. Quantencomputing hat das Potenzial, die technische Welt komplett umzukrempeln. Schwarz Digits, Ankaa Ventures und Co. investierten kürzlich 57 Millionen Euro in das Unternehmen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeitende. „In einem Jahr wollen wir weniger darüber sprechen, was Quantencomputing eines Tages leisten könnte – und mehr darüber, was unsere Systeme konkret ermöglichen“, sagt Gründer Jan Leisse. Mehr über eleQtron

Taxfix

Lesenswert! Das Manager Magazin nimmt das milliardenschwere Berliner FinTech Taxfix unter die Lupe. Im Kern geht es dabei um die Auswirkungen der SaaS-Apokalypse auf das Unternehmen. Das Fazit dabei: „Das reine Softwaregeschäft, mit dem das Unternehmen einst zum Einhorn aufstieg, spielt eine immer geringere Rolle.“ (Manager Magazin) Mehr über Taxfix

Haufe Group Ventures

„Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden“, sagt Jasper Roll von Haufe Group Ventures. Mehr über Haufe Group Ventures

Startup-Radar

Es ist wieder soweit – neue Startups stehen in den Startlöchern! Hier sind einige spannende junge Unternehmen, die man kennen sollte. Heute werfen wir einen Blick auf diese Neugründungen: Preeo, firepanda.ai, Boniforce, Liebs und Bitpull AI. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

NCSoft kauft Mehrheit des Hidden Champions JustPlay (Kaufpreis: 202 Millionen) Schwabe Group übernimmt die Mehrheit an NeuroNation NVision bekommt 55 Millionen Clera erhält 3 Millionen Regulate sammelt 1,4 Millionen ein. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

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#StartupTicker – +++ Auxxo +++ Schwarz Digits +++ Quantencomputing +++ Native Instruments +++ Creandum +++

#StartupTicker

#StartupTicker Auxxo-Team stemmte bereits 50 Investments Schwarz Digits steht total auf Quantencomputing Rettung für Native Instruments Creandum: Jakob Stein steigt zum Partner auf 18 spannende Startup-Exits

    Auxxo     Schwarz Digits      Quantencomputing     Native Instruments     Creandum

Dienstag, 12. Mai 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 12. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

Auxxo

Starke Bilanz! Seit sechs Jahren investierte das Auxxo-Team rund um Gesa Miczaika und Bettine Schmitz inzwischen in 50 Startups, die von mindestens einer Gründerin ins Leben gerufen wurde. „We are proud to make a real difference by channeling capital into the hands of women. And we strive to bring value to the ecosystem by backing these diverse teams early with capital, network, and everything in between“, teilt der Geldgeber auf Linkedin mit. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem Auxxo Angel Fund, der 2019 an den Start ging, im Jahre 2021 der erste Female Catalyst Fund (19 Millionen Euro, 30 Startups). 2024 legte das Team dann den zweiten Female Catalyst Fund (derzeit 28,5 Millionen, bisher 10 Investments) auf. In der Regel investiert Auxxo initial zwischen 350.000 und 800.000 Euro. Im Portfolio von Auxxo befinden sich derzeit Startups wie anybill, Biovox, Delta Labs, Dude Chem, Exakt Health und einwert. Hoffentlich folgen noch viele weitere Auxxo-Investments. (Linkedin) Mehr über Auxxo Female Catalyst Fund

Schwarz Digits – Quantencomputing

Schlüsseltechnologie mit konkretem Nutzen! Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland, PreZero) steht derzeit auf das Trendthema Quantencomputing. Die Digitalsparte des milliardenschweren Handelskonzerns investierte zuletzt nach dem Einstieg bei IQM nun auch in eleQtron aus Siegen. Das Unternehmen, 2020 gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Schwarz Digits, Ankaa Ventures und Co. statteten die Jungfirma nun mit 57 Millionen Euro aus. Das finnische Quantencomputing-Startup IQM, das über eine starke Präsenz in München verfügt, wurde 2028 gegründet. Schwarz Digits, Ten Eleven Ventures und Co. investierten zuletzt 320 Millionen US-Dollar in das Unternehmen (Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar). Zu den Investoren aus Deutschland gehören auch der World Fund, Vsquared, Salvia (Helmut Jeggle) und Santo Venture Capital (Sprüngmann). Für die Schwarz Digits ist Quantencomputing „eine Schlüsseltechnologie für die digitale Souveränität Deutschlands und Europas im globalen Wettbewerb“. Das Unternehmen möchte mit Quantentechnologie etwa Themen wie Lieferketten und Logistik optimieren. Das ist Zukunftsmusik, die sich gut anhört. Mit der Schwarz-Gruppe als Treiber dürfte das Thema massiv Fahrt gewinnen. Mehr über Quantencomputing

Native Instruments

Rettung für Native Instruments! Das insolvente Berliner Musikunternehmen Native Instruments bekommt eine zweite Chance. Die US-amerikanische DJ-Tech-Firma inMusic übernimmt die Kultmarke. „Native Instruments represents everything we look for in a partner: exceptional products, a deeply engaged community, and a clear point of view on what musicians want“, teilt inMusic mit. Native Instruments, 1996 gegründet, kümmert sich um Software und Hardware für digitale Musikproduktion. Die Beteiligungsgesellschaft Francisco Partners übernahm 2021 die Mehrheit an Native Instruments. 350 Mitarbeitende wirkten zuletzt für Native Instruments. Mehr über Native Instruments

Creandum – Jakob Stein

Aufstieg! Jakob Stein wird Partner beim schwedischen Early-Stage-Investor Creandum, der seit einigen Jahren massiv in Deutschland investiert. „The energy Jakob brings to our team and Berlin office every day is infectious. So is the impact he had“, schreibt Creandum-Partner Peter Specht auf Linkedin. Stein wirkt mit Unterbrechung, in der er für die Creandum-Beteiligung cargo.one („AI-native operating system for logistics“) tätig war, seit 2020 bei Creandum. Der Geldgeber legte zuletzt seinen sechsten Fonds (500 Millionen Euro) auf. Zum Portfolio von Creandum hierzulande gehören unter anderem Black Forest Labs, Trade Republic, Sereact, Leapsome und CarOnSale. (Linkedin) Mehr über Creandum

Exit-Time

Exits sind das Salz in der Startup-Suppe! In den vergangenen vier Monaten sorgten vor allem die Exits von Talon.One (750 Millionen), Blacklane (500 Millionen), Kaia Health (285 Millionen) und Sanity Group (250 Millionen) für Schlagzeilen. Mehr im Deal-Monitor

Startup-Radar

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Delta Labs, modulo8, BubbleTax, GuardAero und Lobby. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

KI-Startup Elephant erhält 5 Millionen DeepTech-Startup NanoStruct sammelt 2,6 Millionen ein inMusic rettet Musik-Grownup Native Instruments Aareon Group übernimmt PropTech easimo. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): KI

#DealMonitor – eleQtron sammelt 57 Millionen ein – Deel kauft Sastrify

#DealMonitor

#DealMonitor eleQtron sammelt 57 Millionen ein Mosaic SoC bekommt 3,8 Millionen vGreens streicht 2 Millionen ein profitize erhält 1,7 Millionen TV-Moderator Ralph Caspers investiert in TukToro Deel kauft Sastrify

eleQtron sammelt 57 Millionen ein – Deel kauft Sastrify

Dienstag, 5. Mai 2026VonTeam

Im #DealMonitor für den 5. Mai werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE



The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND

Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

eleQtron

Schwarz Digits, EIC Fund, Ankaa Ventures, das Laser-Ausrüstungsunternehmen Precitec, NRW.Bank, IFB Hamburg und Altinvestor Earlybird investieren 57 Millionen Euro in eleQtron. Das Unternehmen, 2020 von Christof Wunderlich, Jan Leisse und Michael Johanning als Spin-Off des Lehrstuhls für Quantenoptik der Universität Siegen gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Bis Ende 2023 sammelte das Unternehmen bereits rund 6,5 Millionen ein. Das frische Kapital soll „in den Aufbau skalierbarer Produktionskapazitäten, den Ausbau eines Cloud-basierten Zugangs zu den Systemen sowie in die Weiterentwicklung der Hardwareplattform fließen“. Earlybird hielt vor der aktuellen Investmentrunde knapp 17 % an eleQtron. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeitende. Mehr über eleQtron

Mosaic SoC

Der Schweizer Geldgeber Founderful und Venture Kick investieren 3,8 Millionen US-Dollar in Mosaic SoCsiehe auch Forbes. Das Startup aus Zürich, 2024 von Moritz Scherer und Alfio Di Mauro gegründet, entwickelt entwickelt Perception-Chips, „die Geräten helfen, ihre Umgebung in Echtzeit zu sehen und zu verstehen – bei minimalem Energieverbrauch“. Zur Investmentrunde schreibt das Team auf Linkedin: „We’re just getting started. The era of spatially aware devices is here — and we’re building the layer that makes it possible“. Mehr über Mosaic SoC

vGreens 

Das Obst- und Gemüse-Unternehmen Frutania, der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr, Christ Capital, die Investmentgesellschaft der Christ Group, und der Dortmunder Investor VORNvc investieren 2 Millionen Euro in vGreens. Das Startup aus Essen, 2022 von Claas Ahrens, Maximilian Hartmann, Stefan Hey und Caspar Krampe gegründet, digitalisiert mit Hilfe von Sensorik und Künstlicher Intelligenz den Obst- und Gemüseanbau. „Ziel ist es, die weltweite Obst- und Gemüseproduktion im geschlossenen Anbau plan- und steuerbar zu machen“, teilt das Team mit. Mehr über vGreens

profitize 

Alpine Fund (Redstone & Euregio ), aws Gründungsfonds und Business Angels investieren 1,4 Millionen Euro in profitize. Das Startup aus Bozen (Südtirol), 2024 von Simon Falkensteiner, Michael Gorfer und Mark Nardi gegründet, entwickelt eine KI-gestützte Finanzplanungs- und Analyseplattform für die Hotellerie. Die Plattform wird bereits von „rund 150 Hotels und Gastronomiebetrieben in Europa genutzt“. Das frische Kapital soll unter anderem in die Europaexpansion fließen. Mehr über profitize

TukToro

TV-Moderator Ralph Caspers („Die Sendung mit der Maus”, „Wissen macht Ah!“ investiert eine ungenannte Summe in TukToro bzw. die Betreiberfirma a2zebra. Das Berliner EdTech-Startup, 2022 von Elisha Benner, Andreas Häring, Patrick Goehl, Martin Klemann und Justyna Zubrycka gegründet, setzt auf „interaktives und haptisches Mathe-Lernspielzeug für Kinder“. Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Simon Capital, das Family Office der Familie Schadeberg, IBB Ventures, Angel Invest, das Falk Family Office (Just Spices-Gründer Florian Falk) sowie die Toniebox-Gründer Patric Faßbender und Marcus Stahl investierten zuletzt rund 2,5 Millionen Euro in das Startup. Mehr über TukToro

MERGERS & ACQUISITIONS

Deel Sastrify

Das amerikanische HR-Unternehmen Deel übernimmt das Kölner Scaleup Sastrify, das Unternehmen beim Kauf und der Verwaltung von Softwarelösungen unterstützt. „We’re bringing their entire team’s expertise into Deel, pairing their knowledge with more resources and reach to build a full-stack solution for customers. This matters because software has become one of the fastest-growing and least-understood costs for modern companies. And with the explosion of AI tools, this cost is on track to double“, teilt Deel zur Übernahme mit. Sastrify, 2020 von den evopark-Gründern Maximilian Messing und Sven Lackinger gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 50 Millionen US-Dollar ein – unter anderem von Endeit Capital, Simon Capital, HV Capital, FirstMark Capital und TriplePoint Capital. HV Capital hielt zuletzt rund 15 % an Sastrify. FirstMark Capital war mit 13 % an Bord, Endeit mit 8 % und Superangel Tim Schumacher mit 6 %. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Deel setzt bei seiner Wachstumsstrategie seit einiger Zeit auf Übernahmen. Hierzulande übernahm das Team bereits Münchner Startup Zavvy und das Berliner Startup Zeitgold. Mehr über Sastrify

Tipp: Remote: The Good and the Bad with Sven Lackinger (Sastrify) Jetzt ansehen!

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Foto (oben): azrael74

#Interview – “Niemand weiß wirklich, was Venture Capital oder Startup bedeutet”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Scheitern ist Teil des Prozesses. Man kann es auch positiv sehen: Als Gründer oder Gründerin kannst du so schnell Fehler machen und lernen wie in keiner anderen Position”, ist sich Jan Leise von eleQtron sicher.

“Niemand weiß wirklich, was Venture Capital oder Startup bedeutet”

Freitag, 11. August 2023VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Jan Leisse, Gründer von eleQtron. Das Unternehmen aus Siegen “entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern”.

Wie startest du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ein guter Start in den Tag ist entscheidend für einen erfolgreichen Arbeitstag, insbesondere als Unternehmer:in oder Gründer:in. Mein perfekter Morgen sieht so aus: Früh aufstehen – 1,5 Stunden vor Arbeitsbeginn –, gesund frühstücken, Sport machen und dann den bevorstehenden Tag planen. Dafür setze ich mich mit einer Tasse Kaffee hin und überlege: Was sind heute meine Ziele und Aufgaben, welche Meetings habe ich und wo liegen meine Prioritäten? So starte ich maximal motiviert und vor allem mit klaren Zielen vor Augen in den Tag. Abends mache ich das Ganze dann rückwärts. Quasi den Tag gedanklich “aufräumen”. Natürlich funktioniert das aber nicht immer. Es gibt auch Tage, an denen ich morgens aus dem Bett falle, einmal schnell die Familie drücke, mit einer Banane in der Hand ins Auto springe, dort meinen ersten Call habe und sich das den ganzen Tag so durchzieht, bis ich abends wieder müde ins Bett falle…

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?


Ich trinke mein abendliches warmes Wasser (soll helfen bei der Regeneration!) und gehe möglichst früh schlafen. Sechs Stunden sollten immer mindestens drin sein, damit ich mich am nächsten Tag voller Energie fühle. Oder das Kontrastprogramm: Auspowern. Ich mache mindestens zweimal pro Woche Sport und gehe entweder ins Fitnessstudio, das praktischerweise direkt unter unserem Office ist, oder zum Schwimmen. Ich würde sagen, dass meine Familie auf jeden Fall “zu spüren bekommt”, dass ich gerade mit einem nicht unwesentlichen Zeit- und Energieaufwand ein Startup aufbaue. Die Wochenenden sind aber größtenteils reserviert und das brauche ich auch, um abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?


Da fällt mir so einiges ein, aber meine größten Learnings waren bisher: 1. Scheitern ist Teil des Prozesses. Man kann es auch positiv sehen: Als Gründer oder Gründerin kannst du so schnell Fehler machen und lernen wie in keiner anderen Position. 2. Wenn sich eine Chance auftut, muss man sie nutzen. Das ist wie, wenn du mit dem Rennrad vor einem Berg stehst: Ja, da hoch wird es anstrengend, aber die Aussicht wird sicher grandios. 3. Zeitmanagement ist ziemlich wichtig. Wenn du den ganzen Tisch voll mit To-dos hast, musst du Prioritäten setzen können und dich auch mal von Aufgaben verabschieden, die keinen Sinn oder Mehrwert haben. 4. Neue Ideen zulassen – immer wieder. Nicht zu sehr auf eine Lösung festfahren, sondern immer offen für etwas komplett anderes sein. 5. Niemand weiß wirklich, was Venture Capital oder Startup bedeutet. Das hört sich erstmal cool an, aber was damit einhergeht, weißt du eigentlich erst, wenn du es machst. Entsprechend viel Aufklärungsarbeit müssen wir stemmen. 6. Kommunikation ist King. Generell immer, aber besonders wenn du ein schnell wachsendes Startup bist und so viele Themen noch in der Luft hängen. Es gibt nicht zu viel Kommunikation! Neue Personen bringen auch immer neue Impulse mit – und neue Themen ebenso. Hier gilt es,  größere Divergenzen und ein Auseinanderdriften zu minimieren. Besser man drückt zwischendurch “Reset” und setzt Dinge komplett neu auf.

Was waren die größten Fehler, die du bisher gemacht hast – und was hast du aus diesen gelernt?


So far so good – wir hatten bisher keine Riesenklatsche. Das liegt aber sicher auch daran, dass ich vieles nicht als “Fehler” verbuche, sondern eben als Learning. Klar: Es geht immer besser und daran arbeiten wir. Aber wir sind sehr zufrieden.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Indem man sich zuerst einmal ganz genau überlegt: Wen will ich haben? Was muss diese Person mitbringen? Und dann die Stellenanzeige entsprechend der Zielgruppe verfasst. Mit 08/15-Stellenanzeigen kommst du nicht weit. Oder es gilt: Ausprobieren und mit den richtigen Schlüsselworten arbeiten, mit den richtigen Personen, Gruppen und Themen verlinken usw. Dann: LinkedIn für Stellenanzeigen nutzen. Da geht einiges. Wir bekommen ca. 70% unserer Bewerbungen über LinkedIn und ca. 20% über unsere Webpage. Beim Bewerbungsprozess finde ich am wichtigsten, sich nicht zu verstellen, sondern einfach ehrlich und authentisch zu sein. Am Ende geht es doch vor allem darum, sich kennenzulernen und ein Gefühl dafür zu bekommen: Will ich mit dieser Person zusammenarbeiten oder nicht? Dafür zählt nicht nur das Fachliche, sondern vor allem das Persönliche. Team-Fit ist sehr wichtig!

Welchen Tipp hast du für andere Gründer:innen?


Machen! Einfach machen und immer wieder aufstehen. Immer. Wieder.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Alle, die mich kennen, werden nur eine Antwort erwarten: Excel.


Als wichtigeres Tool oder vielmehr Inhalt unseres Werkzeugkoffers sehe ich den Lehrstuhl für Quantenoptik der Uni Siegen. Hier hat alles angefangen – mit der jahrzehntelangen Forschungsarbeit, die meine Mitgründer Christof und Michael hier geleistet haben. Wir arbeiten immer noch eng mit dem Lehrstuhl zusammen. Aus unserer Zusammenarbeit sind nicht nur brillante Lösungen, sondern auch echte Freundschaften entstanden.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Es wird immer, ohne Ausnahme und auch wenn es nicht schön klingt, “Happy Birthday” gesungen. Wir gehen jedes Jahr für ein paar Tage zusammen an die Ostsee zum Segeln, inklusive in Zelten oder im Schlafsaal schlafen und zusammen kochen. Das schweißt uns als Team enorm zusammen. Wir haben generell viel Spaß miteinander – auch weil wir es eben so wollen. Natürlich ist nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen. Aber das ist okay. Wir reden offen über alles, diskutieren, räumen Fehler ein und lernen daraus.

Was war dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Da war ich leider nicht dabei, aber die EleQtron GmbH wurde an einem regnerischen Sonntag im Parkhaus gegründet. Damals galten noch Abstandsregeln. Also kamen alle Beteiligten, inklusive der Anwälte und Ansprechpartner der Banken, einfach ins Parkhaus. Ich selbst bin dann ein paar Monate später mit ins Boot gekommen, als Christof und Michael gemerkt haben, dass Physik allein noch keine Company macht.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): eleQtron

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