Nicht alle Startups sind eine Erfolgsgeschichte! Leider sind auch 2026 schon wieder einige millionenschwere deutsche Startups, Scaleups und Grownups gescheitert. Neben dem Berliner MedTech-Startup Caresyntax, dem Berliner Musikunternehmen Native Instruments schlitterte auch der Hamburger Consumer-Good-Incubator Vivere in die Insolvenz.
Zudem verkündete die 2012 gegründete Berliner Restaurant-Reservierungsplattform Quandoo ihren Abschied an. Der Aufbau von Quandoo kostete bis Ende 2023 bereits mehr als 260 Millionen Euro. Für negative Schlagzeilen sorgten zudem das Hamburger HR-Unternehmen Joblift, das Bonner Unternehmen Code Intelligence und das Berliner Bluttest-Startup Aware.
Startups, die 2026 gescheitert sind (Auswahl)
Quandoo
Die 2012 gegründete Berliner Restaurant-Reservierungsplattform Quandoo stellt Ende September ihren Betrieb ein. Das Unternehmen spricht dabei von einer „geschäftlichen Entscheidung“. Dies sei eine globale Entscheidung, die alle Länder betreffe, in denen Quandoo seine Dienste anbiete, teilt das Team weiter mit. Ein Blick auf die Zahlen, zeigt das ganze Dilemma bei Quandoo. Die Reservierungsplattform, die seit 2015 zu Recruit Holdings gehört, erwirtschaftete über Jahre hinweg massive Verluste. 2024 lag der Jahresfehlbetrag bei 23,8 Millionen Euro (Vorjahr: 22,3 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von Quandoo bis Ende 2023 bereits mehr als 260 Millionen. Das japanische Unternehmen Recruit Holdings hatte Quandoo einst für beachtliche 198,6 Millionen übernommen. Mehr über Quandoo
Caresyntax
Das Berliner MedTech-Startup Caresyntax schlitterte im Sommer in die Insolvenz. Das Grownup (Berlin und San Francisco), 1991 von Dennis Kogan und Björn von Siemens (Urururenkel von Werner von Siemens) gegründet, möchte Kliniken und Krankenhäuser unterstützen, Operationen sicherer und effizienter durchzuführen. Symbiotic Capital, BlackRock, Aescuvest, Optum Ventures, Cure Capital, Relyens Group und Co investierten zuletzt imposante 180 Millionen US-Dollar (Eigen- und Fremdkampital) in Caresyntax. 2021 sammelte das Team bereits 130 Millionen ein. Mehr über Caresyntax
Native Instruments
Das millionenschwere Berliner Musikunternehmen Native Instruments (50 Millionen Investment in 2017) schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das Unternehmen, 1996 gegründet, kümmert sich um Software und Hardware für digitale Musikproduktion. Die Beteiligungsgesellschaft Francisco Partners übernahm 2021 die Mehrheit an Native Instruments. Im Mai übernahm dann die US-amerikanische DJ-Tech-Firma inMusic die insolvente Firma. Mehr über Native Instruments
Vivere
Der 2018 gegründete Hamburger Consumer-Good-Incubator Vivere schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz (Eigenverwaltung). In den vergangenen Jahren flossen knapp 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Zu den Investoren der FMCG-Firma, die einst von Christopher Glatzel und Sebastian Johnston (2021 ausgestiegen) gegründet wurde, gehören unter anderem Redalpine, InnoStarterFonds (IFH) und Rockaway Ventures. Die Hanseaten starteten in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben rund 10 Marken und 150 Produkte. Auf der Website werden aktuell Marken wie Prowess, Lincoln und Portion erwähnt. Zudem bietet das Team auch einen B2B-Service an. Mehr über Vivere
Noscendo
Das millionenschwere Duisburger MedTech-Unternehmen Noscendo schlitterte im Sommer in die Insolvenz. Das Unternehmen, 2018 gegründet, entwickelt softwaregestützte Lösungen zur Identifizierung und Bewertung von Krankheitserregern. Investoren wie Earlybird, Wieland Capital, Paua Ventures, der High-Tech Gründerfonds (HTGF), Revent sowie ein Family Office investierten in den vergangenen Jahren rund 27 Millionen Euro in die Jungfirma. Mehr über Noscendo
Joblift
Das Hamburger HR-Unternehmen Joblift, eine Jobsuchplattform, schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das 2015 gegründete Unternehmen sammelte in den vergangenen Jahren rund 26 Millionen Euro ein – unter anderem von DN Capital, Cherry Ventures und Redline Capital. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen (ohne US-Geschäft) einen Umsatz in Höhe von 10,5 Millionen Euro (Vorjahr: 16 Millionen). Der Jahresfehlbetrag lag bei 6,4 Millionen (Vorjahr: 4,8 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von Joblift bis Ende 2023 bereits rund 28 Millionen. Mehr über Joblift
Code Intelligence
Das Bonner Unternehmen Code Intelligence, das auf Application Security Testing für Entwickler setzt, schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. In den vergangenen Jahren flossen rund 14 Millionen Euro in das Unternehmen, das 2017 von Khaled Yakdan, Sergej Dechand und Matthew Smith gegründet wurde. Zu den Investoren des Unternehmens gehören Tola Capital, LBBW Venture Capital und High-Tech Gründerfonds. 2023 erwirtschaftete das Team einen Verlust in Höhe von 6,4 Millionen (Vorjahr: 3 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von Code Intelligence bis Ende 2023 bereits 10,6 Millionen. Mehr über Code Intelligence
Aware
Das millionenschweres Berliner Bluttest-Startup Aware schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das Startup, 2021 von den EyeEm-Gründern Florian Meissner und Ramzi Rizk sowie Ferdinand Schmidt-Thomé gegründet, setzt auf Bluttests – samt App zur Auswertung von Gesundheitsdaten und Abo-Modell. In den vergangenen Jahren eröffnete das Unternehmen zahlreiche Standorte für Blutentnahmen in ganz Deutschland und expandierte sogar nach Amsterdam und Wien. Zu den Investoren von Aware gehören Lakestar, Cherry Ventures und June Fund. Zuletzt flossen 15 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Mehr über aware
FarmInsect
Das Münchner AgriTech FarmInsect schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das junge Unternehmen, 2020 von Thomas Kuehn, Wolfgang Westermeier und Andre Klöckner gegründet, bietet eine Lösung, um Insektenlarven aus Ernteresten herzustellen – samt Rückverfolgung der Erntereste über eine IT-Plattform. Der norwegische ClimateTech-Investor Sandwater, Bayern Kapital, Minderoo Foundation, EIC Fund und Co. investierten im Jahre 2023 rund 8 Millionen Euro in das Unternehmen. Insgesamt flossen bis Ende 2024 rund 11 Millionen in FarmInsect. Mehr über FarmInsect
VisionHealth
Das Münchner HealthTech VisionHealth schlitterte im Sommer in die Insolvenz. Das Unternehmen aus München, 2017 von Sabine Häußermann gegründet, entwickelt die digitale Gesundheits-App Kata, ein Produkt zur Verbesserung der Inhalationsbehandlung bei Atemwegserkrankungen. DB Speciality Invest, also der Life-Science-Unternehmer Dietrich Bruchmann, investierte zuletzt 3 Millionen Euro in das Unternehmen. Insgesamt flossen in den vergangenen Jahren rund 10 Millionen in VisionHealth. DB Speciality Invest hielt zuletzt 50,1 % an VisionHealth. Mehr über VisionHealth
Cirplus
Das 2018 gegründete Hamburger Startup Cirplus, eine digitale Beschaffungsplattform für recycelte Kunststoffe, wird liquidiert. „There is a moment when responsible entrepreneurship means not clinging on at all costs, but returning capital, protecting integrity, and admitting that the current setup of your company no longer offers a viable path forward. Seven and a half years after founding Cirplus, that moment is now“, schreibt Gründer Christian Schiller. Das Recycling-Unternehmen sammelte in den vergangenen Jahren mehr als 5,5 Millionen ein. Mehr über Cirplus
4tiitoo
Das Münchner Startup 4tiitoo (forty two), das sich um die KI-gestützte Blick- und Sprachsteuerung von Computern kümmert, schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das Unternehmen, 2013 von Tore Meyer und Stephan Odörfer gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 5,5 Millionen Euro ein – unter anderem vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Zuletzt plante das Unternehmen laut Jahresabschluss 2023 eine weitere Investmentrunde. Mehr über 4tiitoo
EmmySoft
Das 2021 gegründete Düsseldorfer HR-Startup EmmySoft schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das Unternehmen setzt auf „Digital Recruiting Solutions“. „Die Lösung transformiert den gesamten Recruitingprozess für BewerberInnen, ArbeitgeberInnen und HeadhunterInnen und bietet eine neue Art der Transparenz“, verspricht das Team. In den vergangenen Jahren flossen rund 5 Millionen in das Unternehmen – insbesondere von Geschwister Oetker Beteiligungen und dem Family Office Zimmermann Invest. Mehr über EmmySoft
Coachwhisperer
Das junge SportsTech Coachwhisperer schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Das Unternehmen aus Jena, 2021 gegründet, positioniert sich als „Live-Kommunikationssystem für den Sport“. In den vergangenen Jahren flossen rund 3 Millionen Euro in Coachwhisperer. Zu den Investoren gehörte unter anderem Fußball-Weltmeister Julian Draxler. Mehr über Coachwhisperer
Zentur.io
Das Landshuter Startup Zentur.io, das eine Software für Wärmenetzbetreiber entwickelt, schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Die Jungfirma, 2021 von Michael Detke und Alexander Stoll gegründet, wurde in den vergangenen Jahren von Bayern Kapital, Enpulse Ventures und 5X Ventures finanziell unterstützt. 2024 floss dabei eine siebenstellige Summe in Zentur.io. Mehr über Zentur.io
Kloster Kitchen
Im April schlitterte das Ingwer-Shot-Startup Kloster Kitchen in die Insolvenz. Wie zu vernehmen war, konnten sich die Gesellschafter des Unternehmens nicht auf eine weitere Finanzierung einigen. Zu den Investoren von Kloster Kitchen, 2015 gegründet, gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem BayBG, die Intro Gruppe um den Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl sowie der Fruchtsaft-Hersteller Eckes-Granini, der 2022 ausstieg. Mehr über Kloster Kitchen
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