#Interview – „Unsicherheit ist kein Zeichen von Scheitern“

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Mein Tag beginnt ruhig. Bevor ich in Mails, To-dos und Abstimmungen gehe, brauche ich erst einmal einen klaren Kopf. Das kann eine kurze Meditation oder einfach ein Kaffee in Stille sein”, sagt Maja Mast, Gründerin von Yoga Studio Fox.

„Unsicherheit ist kein Zeichen von Scheitern“

Freitag, 22. Mai 2026VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Maja Mast, Gründerin von Yoga Studio Fox, einem digitalen Yoga Studio aus Stuttgart.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?

Mein Tag beginnt ruhig. Bevor ich in Mails, To-dos und Abstimmungen gehe, brauche ich erst einmal einen klaren Kopf. Das kann eine kurze Meditation, ein paar bewusste Atemzüge oder einfach ein Kaffee in Stille sein. Danach priorisiere ich sehr bewusst: Was ist heute wirklich wichtig, was zahlt auf die Vision von Yoga Studio Fox ein und was darf auch warten. Struktur gibt mir Freiheit, gerade im oft sehr dynamischen Startup-Alltag.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?

Am besten durch Bewegung und Natur. Yoga gehört natürlich dazu, aber auch Spaziergänge, Zeit mit meiner Familie oder bewusstes Nichtstun. Mir hilft es, abends digitale Grenzen zu setzen und nicht ständig erreichbar zu sein. Abschalten heißt für mich, wieder bei mir anzukommen.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?

Wie emotional diese Reise ist. Gründerin zu sein bedeutet nicht nur Strategien, Zahlen und Entscheidungen, sondern auch Zweifel, Verantwortung und permanentes Lernen. Ich hätte gerne früher gewusst, dass Unsicherheit dazu gehört und kein Zeichen von Scheitern ist.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?

Loszulassen und zu vertrauen. Am Anfang wollte ich alles selbst machen und kontrollieren. Zu lernen, Verantwortung abzugeben und gleichzeitig die Vision klar zu halten, war eine große Herausforderung. Außerdem die Umstellung von der reinen Yogalehrerin zur Unternehmerin.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast und was hast Du aus diesen gelernt?

Zu schnell Ja zu sagen. Zu Projekten, Kooperationen oder Arbeitsweisen, die sich nicht ganz stimmig angefühlt haben. Daraus habe ich gelernt, stärker auf mein Bauchgefühl zu hören und Entscheidungen langsamer, dafür nachhaltiger zu treffen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?

Über Werte, nicht nur über Lebensläufe. Fachlichkeit ist wichtig, aber Haltung, Eigenverantwortung und echtes Interesse an der Vision sind entscheidend. Bei Yoga Studio Fox suchen wir Menschen, die mitgestalten wollen, nicht nur Aufgaben abarbeiten.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?

Hab Geduld mit dir selbst. Erfolg ist selten linear. Bleib verbunden mit deinem Warum, hol dir Unterstützung und vergleiche dich nicht ständig mit anderen. Dein Weg darf genauso aussehen, wie er für dich stimmig ist.

Ohne welches externes Tool würde Yoga Studio Fox quasi nicht mehr existieren?

Ohne unsere digitalen Lern- und Organisationsplattformen. Sie ermöglichen es uns, Yoga-Aus- und Weiterbildungen ortsunabhängig, persönlich und hochwertig anzubieten. Digitalisierung ist für uns kein Ersatz für Nähe, sondern ein Werkzeug dafür.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?

Durch Vertrauen, Offenheit und echtes Interesse aneinander. Wir kommunizieren viel, geben Raum für Feedback und achten darauf, dass Arbeit und Mensch im Gleichgewicht bleiben. Humor und Menschlichkeit gehören für uns genauso dazu wie Professionalität.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?

Der Moment, in dem wir entschieden haben, uns komplett neu auszurichten und von einem lokalen Studio zu einem rein digitalen Ausbildungsanbieter zu werden. Das war mutig, beängstigend und gleichzeitig einer der besten Schritte für Yoga Studio Fox.

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Foto (oben): Yoga Studio Fox

#Interview – „Ich habe lange versucht, alles allein zu stemmen“

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Mit drei Kindern beginnt mein Tag meistens zwischen Brotdosen und Babyflasche”, so Dilan Küçük, Gründerin von NAILD. “Danach: starker Kaffee und ein schneller Blick in die Zahlen”, führt sie weiter aus.

„Ich habe lange versucht, alles allein zu stemmen“

Freitag, 24. April 2026VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Dilan Küçük, Gründerin von NAILD. Das 2017 gegründete Startup aus Berlin, das auf Press-on Nails setzt, erwirtschaftet inzwischen einen siebenstelligen Umsatz.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?

Mit drei Kindern beginnt mein Tag meistens zwischen Brotdosen und Babyflasche. Danach: starker Kaffee und ein schneller Blick in die Zahlen. Ich brauche einen klaren Überblick über die Performance, erst dann kann ich fokussiert in Meetings oder kreative Themen einsteigen. Mein Mann und ich führen NAILD gemeinsam – also startet unser Tag oft im Team.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?

Ehrlich gesagt gar nicht immer. Das Gründerinnen-Leben hört im Kopf selten um 18 Uhr auf. Aber ich versuche, bewusste Übergänge zu schaffen, zum Beispiel durch Kochen, Spazieren mit den Kids oder ein Matcha-Date mit mir selbst. Inzwischen weiß ich: Selfcare ist kein Luxus, sondern notwendig, wenn du langfristig brennen willst, ohne auszubrennen.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?

Wie einsam es manchmal ist, wenn man niemanden hat, der wirklich versteht, was gerade in deinem Kopf los ist. Deswegen habe ich früh angefangen, mir einen Female Founder Circle aufzubauen. Ohne Austausch, Ehrlichkeit und gegenseitigen Support wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?

Ich hatte keine Vorbilder, die aussahen wie ich. Keine Business-Eltern, kein Kapital, keinen „klassischen“ Weg. Ich musste mir alles selbst beibringen und oft doppelt so laut sein, um gehört zu werden. Aber genau deshalb ist NAILD heute eine Marke, die andere ermutigt, sich selbst zu vertrauen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?

Ich habe lange versucht, alles allein zu stemmen – aus Angst, die Kontrolle zu verlieren. Dabei habe ich gelernt: Vertrauen ins Team und klare Prozesse sind keine Schwäche, sondern der Schlüssel zu Wachstum. Und: Nicht jede Agentur ist die richtige. Gute Briefings sind Gold wert.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?

Nicht durch CVs, sondern durch Haltung. Wir schauen, ob Menschen unsere Werte teilen, mitdenken und mitwachsen wollen. Wir sind ein kleines Team, da zählt jede Stimme. Wer bei uns arbeitet, muss nicht perfekt sein, aber bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?

Zeig dich. Deine Geschichte, deine Vision, deine Haltung. Personal Branding ist kein Buzzword – es ist dein USP und deine größte Chance auf einen nachhaltigen Wachstumstreiber. Und: Hab keine Angst vor deiner eigenen Stimme. Sichtbarkeit schafft Vertrauen: bei Kund:innen, bei Partner:innen und im Team.

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?

Shopify. Unsere gesamte E-Commerce-Infrastruktur läuft über die Plattform. Aber genauso wichtig: WhatsApp. Wir sind ein kleines Team, das super schnell reagieren muss und unsere wöchentliche Kommunikation mit Agenturen läuft größtenteils asynchron über kurze Voice-Memos.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?

Wertschätzung ist der Anfang von allem. Wir feiern kleine Erfolge, sprechen offen über Herausforderungen und lassen Flexibilität zu, wo es möglich ist. Mein Mann und ich arbeiten eng mit dem Team – und wir wissen, wie wichtig es ist, gesehen zu werden, nicht nur als Arbeitskraft.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?

Unser erstes Pop-Up-Event in Berlin. Innerhalb von zehn Tagen haben wir alles selbst organisiert – inklusive Matcha-Bar, DJ, Fotowand und hunderten Besucher:innen. Es war chaotisch, emotional und komplett überwältigend. Und genau das hat mir gezeigt: Female Energy ist eine unterschätzte Kraft.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Naild

#Interview – “Unser kostspieligster ‘Fehler’ war unsere erste Produktion”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Man kann als eigener Chef oder als Gründerin sein Leben so gestalten, wie man selbst es möchte. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Ein ausbalanciertes Familienleben zu leben, ist möglich”, ist sich Nele Schellschmidt von Judes Family sicher.

“Unser kostspieligster ‘Fehler’ war unsere erste Produktion”

Freitag, 6. Dezember 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Nele Schellschmidt, Gründerin von Judes Family. Das Startup aus München bietet Eltern die “einfachsten Stoffwindel der Welt”

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ich habe Judes zusammen mit meinem Partner gegründet. Wir sind nicht nur gemeinsam Gründer, sondern haben zusammen ein Kind, das wir in den ersten drei Jahren selbst betreut haben. Das heißt: Bei uns ist jede Woche und nahezu jeder Tag anders. Ich bin die Hauptansprechpartnerin für unser Team und nehme mir viel Zeit für die Kommunikation. Solange das gewährleistet ist, sind wir extrem flexibel. Wir sind viel auf Reisen und arbeiten immer dann, wenn es gut passt.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


In der Natur. Ich liebe es, wandern zu gehen und zu campen. Ich bin mit meiner Familie fast jede freie Minute draußen, sowohl bei Sonne als auch bei Regen. Es bleibt nicht aus, dass wir auch bei einer Wanderung mal über Judes brainstormen, aber das ist ok. Oft kommen uns da die besten Ideen.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Eine Sache, die ich nicht auf dem Schirm hatte: wie einsam es sein kann. Ich bin ein sehr extrovertierter Mensch und liebe es, in Gemeinschaft zu sein. Wir haben während der Corona-Pandemie gegründet und gleichzeitig ein Kind bekommen. Wir waren in der Zeit gezwungenermaßen sehr viel unter uns. Nach ein paar Jahren habe ich gemerkt: Es fehlt mir, eingebunden zu sein und im Team zu arbeiten. Die Einsamkeit war sicher einer der Gründe, warum ich nach knapp zwei Jahren ein Burnout hatte. Ich habe dann lernen dürfen, dass es in der Position als Gründerin und Geschäftsführerin für mich wichtig ist, Verbindungen mit anderen Gründer:innen aufzubauen und mit dem Team Verbindlichkeit aufzubauen, zum Beispiel durch regelmäßige Meetings, in dem wir uns auch Zeit für Zwischenmenschliches nehmen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?


Meine eigenen Glaubenssätze. In mir ist ganz tief der Perfektionismus verankert. Das hat mich früher oft eingeschränkt und ich musste lernen, anders zu arbeiten. Mittlerweile arbeite ich nach dem 80/20 Prinzip. Es ist ok, Dinge erstmal in Bewegung zu setzen, auch wenn sie noch nicht perfekt sind. Wir sind deshalb auch offen für Kunden-Feedback und kommunizieren deutlich, dass wir das Produkt stetig weiterentwickeln. Dadurch können sich viele Türen öffnen. Die Menschen kommen leichter auf uns zu und es entsteht ein wertvoller Austausch.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Unser kostspieligster “Fehler” war unsere erste Produktion. Wir haben lange nach einem Hersteller gesucht, waren nach dem Sampling-Prozess und vielen Feedback-Loops sehr zufrieden und haben dann die erste Produktionscharge in Auftrag gegeben. Doch leider haben wir keine Qualitätsinspektion der ersten Charge vor Ort gemacht. Die Produktionsfirma hatte ein anderes Klettmaterial als vereinbart verwendet, der Klettverschluss unserer Windeln löste sich beim Waschen förmlich auf. Aber wir haben daraus gelernt. Unter anderem, dass es sich auszahlt, mit unseren Kund:innen ehrlich und transparent zu sein. Viele Familien haben sehr verständnisvoll reagiert. Wir haben einen neuen Produktionspartner gefunden und ihre Produkte ersetzt. Mit der neuen Qualität waren die Judes Families super happy. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Der allergrößte Teil unserer Mitarbeiterinnen stammt aus der Judes Community. Wenn wir Stellen zu vergeben hatten, haben wir immer wieder unsere Kund:innen gefragt. Das war ein Erfolg, denn sie kannten sich nicht nur gut mit dem Produkt aus, sondern waren und sind davon überzeugt. Ich höre immer wieder von ihnen, dass es für sie extrem befriedigend ist, an etwas zu arbeiten, woran sie glauben.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Als erstes: immer wieder den Dialog mit Kund:innen zu suchen. Wir haben von Anfang an immer viel Feedback eingefordert. Wir sind viel im Gespräch mit Kund:innen, schreiben hin und her, sind im Austausch über jede Produktänderung. Das hat uns sehr viele spannende Einblicke gegeben.


Und zweitens: Man kann als eigener Chef oder als Gründerin sein Leben so gestalten, wie man selbst es möchte. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Ein ausbalanciertes Familienleben zu leben, ist möglich. Für uns soll nicht das Leben der Firma dienen, sondern die Firma dem Leben. Das gilt nicht nur für uns Gründer und Gründerin, sondern für das ganze Team.

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Ganz klar Shopify. Es war keine Frage, mit welchem Shop-System wir Judes aufbauen wollen. Shopify war das einfachste und performanteste Tool. Da wir ausschließlich direct to consumer verkaufen, wären wir ohne Shopify aufgeschmissen. An zweiter Stelle Google Sheets, weil wir extrem Daten getrieben arbeiten.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Wie oben gesagt ist die Motivation im Team gar nicht so ein Thema, da wir den Großteil unserer Mitarbeiter:innen über die Judes Community rekrutiert haben. Die meisten kommen aus stabilen, gut bezahlten Jobs und haben sich dafür entschieden, bei Judes zu arbeiten, weil wir so familienfreundlich sind. Wir alle arbeiten komplett selbstbestimmt, flexibel und remote. Einige unserer Teammitglieder leben im Ausland oder sind immer mal wieder länger auf Reisen. Eine Mitarbeiterin ist in Australien, eine lebt in Spanien. Wir machen alles möglich. Für uns ist das super befriedigend zu sehen, dass wir nicht nur für uns im Gründer-Team ein tolles Leben in Freiheit aufbauen können, sondern auch für das gesamte Team.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Ich hatte erst vor kurzem ein wirklich lustiges Erlebnis. Auf einem Fest habe ich mich mit einer anderen Mutter unterhalten und den Namen von meinem Partner und Mitgründer Leon erwähnt. Sie starrte mich ganz erstaunt an und sagte: “Ist das etwa Leon von Judes Family? Der kommt mir so bekannt vor.” Es stellte sich heraus, dass sie Judes-Nutzerin war und unsere Story mitbekommen hatte, weil wir sie sehr offen teilen. Das war für mich einfach ein total verrücktes Gefühl. Ich hatte unbewusst immer noch den Gedanken, dass unsere Freunde und Familie netterweise Judes kaufen. Aber in Wirklichkeit gibt es mittlerweile über 30.000 Familien da draußen, die mit Judes wickeln und noch viel mehr, die die Story mitbekommen haben. Jemanden zu treffen, der uns kannte und der überzeugt war und unsere Werte teilt, war ein super verrücktes und verbindendes Gefühl. Es hat mich vom Neuen motiviert, weiterzumachen.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Judes Family

#Interview – “User standen plötzlich vor der Wohnung meines Co-Founders”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Ich stehe meistens um 6:30 Uhr auf, trinke einen Kaffee und mache erst einmal Sport. Nebenbei beantworte ich schon ein paar E-Mails”, sagt Loris Lange, Gründer von ArtistConnect zu seinem Start in den Tag.

“User standen plötzlich vor der Wohnung meines Co-Founders”

Freitag, 29. November 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Loris Lange, Gründer von ArtistConnect. Das Berliner Startup kümmert sich um die “Demokratisierung der Musikindustrie”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ich stehe meistens um 6:30 Uhr auf, trinke einen Kaffee und mache erst einmal Sport. Nebenbei beantworte ich schon ein paar E-Mails. Dann fahre ich ins Büro. Bis 11 Uhr ist immer Zeit geblockt für Themen, die viel Ruhe und Konzentration benötigen bspw. Strategieplanungen oder Prozessoptimierungen. Anschließend starten die ersten Meetings mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Bevor ich meinen Laptop zuklappe, plane ich den nächsten Tag mit alle To-Do’s. Das hilft mir, wichtige Gedanken loszuwerden. Ich lasse mit meiner Freundin den Abend ausklingen und lese ganz gerne noch ein Buch oder schaue mir eine Dokumentation an.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Es gibt positive Dinge, die mich wahrscheinlich früher zur Gründung gebracht hätten. Zum Beispiel war ich positiv überrascht, wie viel Spaß es macht, mit einem Team an einer Lösung für Millionen von Menschen zu arbeiten. Das Feedback von Nutzern zeigt, dass wir ihr Leben positiv beeinflussen. Das ist wirklich bewegend. Ich hätte nicht gedacht, dass ich als Gründer so viel bewirken kann. Gleichzeitig gibt es auch schwierige Phasen. Zum Beispiel, wenn das Team am Product Market Fit arbeitet. In dieser Zeit probiert man viele Ideen aus. Die meisten funktionieren nicht. Auf diese Herausforderungen wäre ich gerne besser vorbereitet gewesen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?


Die größte Hürde war für mich der Ausstieg aus dem Investmentbanking. Es war schwierig, von einer planbaren Karriere in eine Welt voller Unsicherheit zu wechseln. Keiner von uns hatte vorher ein Unternehmen gegründet. Wir hatten auch noch nie eine innovative Plattform entwickelt oder Finanzierungsrunden organisiert. In unserem Umfeld gab es kaum Founder, die einen ähnlichen Weg gegangen sind. Dieser Schritt hat meine Co-Founder und mich viel Überwindung gekostet.

Wie findet man die passenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sein Startup?


Wir haben die besten Mitarbeiter vor allem über unser Netzwerk gefunden. Zusätzlich veröffentlichten wir online Stellenangebote. Von Anfang an gab es einen 4-stufigen Interviewprozess. In diesem Prozess prüfen wir den Culture-Fit, den Fit mit den Gründern, die Leidenschaft für das Thema und die Technical Skills. Der Prozess ist etwas komplexer und zeitaufwändiger als bei anderen Unternehmen. Für uns ist er aber der Schlüssel für erfolgreiche Einstellungen. Bisher sind 100 % der eingestellten Mitarbeiter:innen immer noch bei uns im Unternehmen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Feiert eure Erfolge ab Tag 1. Für uns waren das damals der erste User, der erste Investor und die erste Berichterstattung. Mit der Zeit ändern sich die Maßstäbe, und frühere Ziele erscheinen klein. Ich kann aber sagen: Das Gefühl, als wir unseren ersten zahlenden Kunden hatten, war unglaublich. Vielleicht sogar besser als beim 100. oder 1000. Kunden.

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Wir nutzen für alles Slack und Notion. Für wirklich alles.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Alle Teammitglieder haben eine Leidenschaft für Musik. Mit der Zeit haben sich daraus verschiedene Routinen entwickelt. Zum Beispiel schickt jedes Teammitglied wöchentlich seinen neuesten Lieblingssong in unsere Company-Channels. Bei Team-Events kreieren wir auch gemeinsam Musik. Mein persönlicher Favorit: Bei besonders erfolgreichen Songs werden wir für unsere Arbeit von Musikindustrie Instituten ausgezeichnet und erhalten Awards. Es ist großartig, das Funkeln in den Augen zu sehen, wenn ein Teammitglied den Award stolz bei sich zu Hause im Regal stehen hat.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Als User plötzlich vor der Wohnung meines Co-Founders standen! Es gab nämlich zwei User, die in unserem Impressum gesehen haben, dass wir die gleiche Anschrift haben wie sie selbst. Sie haben dann die Wohnungen im Haus abgeklingelt. Bei einer hat mein Co-Founder aufgemacht. Die beiden haben wohl ein Großraumbüro erwartet, stießen aber nur auf die kleine 1-Zimmer-Wohnung meines Mitgründers, die als Anschrift und Postadresse genutzt wurde. Funny enough: Die beiden User sind mittlerweile bekannte Music Producer unter dem Alias “Wooshy”.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): ArtistConnect

#Interview – “Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Wir arbeiten in einem CoWorking Space, da hilft der Heimweg schon sehr, an Home Office Tagen endet der Tag gefühlt nie”, sagt Charlotte Irlen, Gründerin des jungen FemTech-Unternehmens Fevana.

“Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie”

Mittwoch, 27. November 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Charlotte Irlen, Gründerin von Fevana. Das Unternehmen aus Köln setzt auf spezielle Nahrungsergänzungsmittel für Frauen. Konkret geht es darum, Frauen zu unterstützen, “ihren Hormonhaushalt zu regulieren”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Wir haben morgens immer ein kurzes Stand Up Briefing, in dem jeder sagt, wie es ihm geht, was er an dem Tag vor hat und was ihn davon abhalten könnte, das zu schaffen.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Wir arbeiten in einem CoWorking Space, da hilft der Heimweg schon sehr, an Home Office Tagen endet der Tag gefühlt nie, da geh ich dann oft zum Yoga, um einen Cut zu haben.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Wieviel Energie man aus dem Unternehmen ziehen kann. Wenn die Sales richtig gut sind und gleichzeitig ein paar top Bewertungen reinkommen, sind die Endorphine für ein paar Tage gesichert. Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Dass man sich immer wieder selbst motivieren muss. Auch wenn man ab und zu die Hoffnung hat, bekommt man einfach nichts geschenkt. Am Montag voll da zu sein, wenn die Vorwoche schlecht lief, ist immer wieder eine der größten Hürden. Da hilft dann nur einfach durchzuziehen und sich selbst immer wieder zu sagen, dass es auch wieder bergauf geht. Und das tut es dann auch jedes Mal wieder, da muss man einfach vertrauen und sich nicht davon abhalten lassen, einfach weiter zu machen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Ich habe vor allem ganz am Anfang viele Sachen verkompliziert. In der Anfangszeit musste alles immer perfekt sein, weil man in der Uni gelernt hatte, wenn du es nicht genau nach Textbook machst, gibt es Punkteabzug. Auch vielen Werbeagenturen zu glauben, die einem erzählen man müsse es genauso machen, wie es nur die Agentur dank ihrer Erfahrung machen kann, hat unnötig Zeit und Geld gekostet. Mittlerweile sind wir deutlich pragmatischer und machen fast alles selbst. So macht man sich nicht abhängig und hat die Kernkompetenzen im Team. Man kann schnell reagieren und Dinge ändern. Wir starten mittlerweile bei ganz vielen Sachen einfach und passen dann im Nachhinein an. Das ist soviel effizienter. Dieses ewige Abwarten und Anpassen bis etwas perfekt ist, ist einer der größten Fehler überhaupt.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Wir haben klassisch über LinkedIn & Co ausgeschrieben und bei der Auswahl ist dann ist das Wichtigste Eigenverantwortung. Mitdenken, Ideen haben, Sachen hinterfragen war für uns viel wichtiger, als gute Noten oder renommierte Unis.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Herausfinden, was die wirklich entscheidenden zwei KPIs sind, mit denen das Business Model steht und fällt. Und dann den ganzen Fokus darauf legen, diese immer weiter zu verbessern und sich nicht von Kleinkram aufhalten lassen.

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Shopify. Wir haben keinen Affiliate Deal, aber die sind halt einfach die besten und unkompliziertesten.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?


Wir sind im WeWork, da gibt es oft Frühstück, einen Barista und viele Leute von anderen Startups, mit denen man sich austauschen kann. Das sorgt meistens für gute Laune und einen guten Teamspirit.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Nach einem Pitchevent ganz am Anfang von Fevana kam der Geschäftsführer von einem großen deutschen Familienunternehmen mit einem Übernahmeangebot auf uns zu. Wir haben das nicht ganz ernst genommen, aber am nächsten Tag hat er über fünf Ecken die Privatnummer von meinem Mitgründer organisiert und mehrmals angerufen. Wir haben dann ein paar Tage später auch recht konkret nochmal gesprochen.  Das wäre tatsächlich auch ganz lukrativ gewesen, aber unser Anspruch, das effektivste und vor allem qualitativ hochwertigste Produkt für Frauen anzubieten, wäre dahin gewesen und Fevana wäre ein Massenprodukt mit Fokus auf Marge geworden.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Fevana

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