Edifier S355DB im Test: 2.1-Lautsprecher System mit Bluetooth 6.0 und HDMI eARC

Die Edifier S355DB stehen für ein 2.1-Lautsprechersystem mit einigen Besonderheiten. So könnt ihr Musik nicht nur kabellos via Bluetooth 6.0 zuspielen, sondern die Speaker dank HDMI mit eARC bei Bedarf auch in einem Heimkino einsetzen. Ich nutze tatsächlich seit Jahren in meinem Arbeitszimmer die Edifier S1000W zum täglichen Musikhören, sodass ich auch hier gerne einmal einen Blick riskieren wollte.

Caschy hat ja kürzlich die Desktop-Speaker M90 getestet und ist von diesen eher semi-begeistert gewesen. Für den Schreibtisch sind die Edifier S355DB generell ziemlich massig. Auch wenn sie als PC-System beworben werden, so trifft das aus meiner Sicht primär dann zu, wenn ihr beabsichtigt, sie als Gaming-Soundsystem zu verwenden. Denn dank des Subwoofers kann man es da natürlich ordentlich krachen lassen. Letzterer ist übrigens bequemerweise kabellos (5,8 GHz) mit den beiden Stereo-Speakern verbunden.

Technische Eckdaten der Edifier S355DB

Kategorie Wert
Gesamtausgangsleistung Tweeter 15 W × 2, Mid-Bass 25 W × 2, Subwoofer 70 W
Treiber 8? Long-Throw-Subwoofer


3.5″ Long-Throw Aluminium-Cone Mid-Bass


1.5″ Titanium-Dome Tweeter (Neodym)
Frequenzgang Satelliten: 200 Hz – 40 kHz


Subwoofer: 44 Hz – 120 Hz
Signal-Rausch-Verhältnis Satelliten: 90 dB(A)


Subwoofer: 100 dB(A)
Audioeingänge HDMI eARC, Optical, Coaxial, USB-C, Line-In, Bluetooth
Eingangsempfindlichkeit HDMI eARC: 450 ± 50 mFS (PCM Stereo)


Optical: 450 ± 50 mFS


USB-C: 450 ± 50 mFS


Line-In: 450 ± 50 mV


Bluetooth: 450 ± 50 mFS


Subwoofer: 500 ± 50 mFS
Bluetooth-Version 6.0
Codecs LDAC, SBC
Abmessungen Aktiver Satellit: 134 × 226 × 163 mm


Passiver Satellit: 126 × 226 × 158 mm


Subwoofer: 267 × 295 × 317 mm
Nettogewicht 13,93 kg

Insgesamt erreicht das Set der Edifier S355DB 150 Watt Leistung – 70 Watt davon entfallen allein auf den Subwoofer. Zielgruppe sind hier Anwender, welche die Lautsprecher vielleicht als Allround-System zum Zocken, Musikhören und sogar für den ein oder anderen Film nutzen wollen. Entsprechend groß ist die Anschlussvielfalt, die neben HDMI eARC und Bluetooth 6.0, mit LDAC, auch noch Optical, koaxial, USB-C sowie Line-in abdeckt. Preislich landet ihr hier bei 429,99 Euro (UVP). Die meisten Händler bieten das 2.1-Set aber aktuell schon für ca. 370 Euro Straßenpreis an.

Ausstattung und Verarbeitung

Es gibt die Edifier S355DB wahlweise in den Farben Schwarz oder Walnuss. Zum Testen hat mir die zuletzt genannte Variante vorgelegen. Die Bedienung läuft im Übrigen wahlweise über die beiliegende Fernbedienung, die Regler an der rechten Seite des rechten Satelliten oder aber über die Begleit-App Edifier ConneX. Für eine hochwertige, kabellose Musikwiedergabe unterstützen die Lautsprecher Bluetooth 6.0 mit SBC und LDAC. Sie haben auch die Zertifizierung für Hi-Res Audio (Wireless) erhalten.

So oder so sind die Vorderseiten der Speaker schwarz gehalten. Das dunkle Walnuss-Dekor ist nur an den Seiten sichtbar. Die Oberflächen sind ziemlich empfindlich, sodass ihr aufpassen solltet beim Aufbau nicht irgendwo anzustoßen. Neben der schon erwähnten Fernbedienung mit Batterien liegen direkt auch noch eine Anleitung, ein Verbindungskabel für die Lautsprecher, ein Optical-Kabel, ein Stromkabel, ein USB-C-Kabel und ein 3,5-mm-Cinch-auf-RCA-Kabel bei. Einzig ein HDMI-Kabel habe ich da vermisst. Ja, und die beiliegende Remote könnte etwas hochwertiger sein, die ist gerade so zweckmäßig.

Im Gegensatz zu anderen Lautsprecher-Systemen, die auch PC-Gamer anvisieren, gibt sich das Edifier S355DB eher klassisch. Das ist eine kluge Entscheidung des Herstellers, sollte ein Käufer die Speaker mit einem TV kombinieren wollen. Manchem Leser werden die Satelliten vielleicht etwas zu retro aussehen, ich fand das jedoch in Ordnung. Da die Lautsprecher an den Rückseiten über Bassreflexöffnungen verfügen, solltet ihr sie mit etwas Abstand zur Wand aufstellen.

An der Rückseite befinden sich dann die erwähnten Anschlüsse und auch ein Netzschalter, wollt ihr das System komplett vom Strom trennen. Dass der Subwoofer kabellos arbeitet, bis auf sein Stromkabel, ist toll. Die beiden Satelliten müsst ihr dann aber eben doch per Kabel verbinden. Hier ist das rechte Exemplar der aktive Part, an dem der Stromanschluss und die Ports verbaut sind. Habt ihr mehrere Zuspieler angeschlossen, könnt ihr die auch über die Begleit-App wechseln. In ConneX lassen sich zudem Klangprofile anpassen und mehr. Eine Raumkalibrierung oder dergleichen gibt es jedoch nicht.

Praxistest der Edifier S355DB

In meinem Praxistest habe ich die Edifier S355DB hauptsächlich für Musik beim Arbeiten genutzt, aber auch ein paar Spielchen gewagt und dafür die HDMI-Verbindung am LG OLED G5 in Kombination mit der PlayStation 5 Pro verwendet. Meine Soundbar der Gaming-Ecke, die Samsung HW-Q90R, durfte entsprechend einen kleinen Urlaub einlegen. Hier sollte klar sein, dass das etwas betagte Soundbar-Flaggschiff natürlich insgesamt immer noch deutlich gewinnt. Ich selbst habe mir da also kein Upgrade erhofft, sondern aus Testgründen den temporären Wechsel vollzogen.

Dank HDMI eARC und CEC-Unterstützung lässt sich die Lautstärke der Edifier S355DB auch über die TV-Fernbedienung regeln. Einen Vorteil haben die Lautsprecher daher gegenüber meiner Soundbar: Die Stereo-Wiedergabe wird besser getrennt. Allerdings bemerkt man schnell das Fehlen eines Centers. Stimmen gehen also schneller mal im Klangbild unter. Ich selbst bin zudem Rears gewohnt, sodass die Immersion hier natürlich leidet. Dafür kann der Subwoofer bei Filmen und Games für reichlich Wumms sorgen. Da habe ich im Bassbereich nichts vermisst. Das 2.1-Set ist definitiv ein Mehrwert gegenüber den integrierten Speakern des LG OLED G5 und durchaus eine brauchbare Lösung für Gelegenheitsspieler.

Entweder ihr sitzt nah am Fernseher oder nah am PC-Monitor, dann spielen die Edifier S355DB klanglich ihre Stärken aus. Da der Subwoofer allerdings durchaus seinen Platz benötigt, solltet ihr vor dem Kauf abwägen, ob ihr unter dem Schreibtisch wirklich genug Platz habt oder am Ende ständig dagegen treten werdet. Am Rechner ist da natürlich auch der Anschluss via USB-C möglich. Genau wie am Fernseher lässt sich da mit dem Set auch das ein oder andere Video genießen, denn die Stereo-Wiedergabe passt bereits ab Werk. Mir ist lediglich der Bass auf Dauer doch etwas zu dominant gewesen, sodass ich da nachjustiert habe – auch zum Wohle der Nachbarn.

Generell machen die beiden Satelliten-Lautsprecher eine sehr gute Figur, sodass sich das System auch bei Musik gut schlägt. Ich höre viel melodiebetonte Musik mit scharfen Höhen und flirrenden Gitarren. Das kann ziemlich schnell zu Verzerrungen im Hochtonbereich führen. Hier haben sich die Edifier S355DB aber dennoch gut geschlagen. Auch Lieder wie Cryuff in the bedroom mit „Ukiyogunjou“ haben sich einwandfrei angehört. Klar, es fehlt etwas die Luftigkeit und Dynamik besserer Systeme, die nur auf Musik ausgelegt sind. Aber für einen Allrounder ist das ein gutes Ergebnis.

Wer gerne rhythmusbetonte Musik hört, wird mit den Edifier S355DB noch mehr Spaß haben als ich – es sei denn, die Nachbarn funken dazwischen. Denn die Basswiedergabe ist dank des 8-Zoll-Subwoofers nicht nur mächtig, sondern auch präzise. Voraussetzung ist, dass ihr es mit dem Tieftonbereich nicht übertreibt und auf eine sinnvolle Aufstellung geachtet habt. Ich habe den Bass wie gesagt eher etwas heruntergeregelt, also unterhalb der Mittelstellung platziert. So ergibt sich ein kräftiger, aber nicht zu überbordender Bass.

Mein Fazit

Die Edifier S355DB haben keine echte Paradedisziplin, in der sie absolut brillieren. Dafür fallen sie aber auch weder beim Gaming, noch bei Filmen oder Musik negativ aus dem Rahmen. Das 2.1-Set liefert also genau das, was versprochen wird: Eine saubere Allround-Wiedergabe, die sich für viele Anwendungsgebiete eignet. Als Zielgruppe sehe ich z. B. Studenten und Schüler, die sich bei mittlerem Budget ein Lautsprechersystem für mehrere Szenarien ins Haus holen wollen, ohne jeweils zu arge Kompromisse einzugehen.

Klar, eine Soundbar liefert bei Filmen und Gaming mehr Immersion – taugt aber in aller Regel für die Musikwiedergabe nichts. Stereo-HiFi-Lautsprecher liefern den besseren Klang – sind dann aber umgekehrt nichts für Spiele oder Filme. Die Edifier S355DB springen als Allrounder zum fairen Preis in die Bresche. Mit Bluetooth 6.0, USB-C, HDMI mit eARC und weiteren kabelgebundenen Anschlüssen sowie dem kabellos verbundenen Subwoofer seid ihr hier sehr flexibel aufgestellt.

Zum aktuellen Straßenpreis von rund 370 Euro kann ich die Edifier S355DB definitiv empfehlen. Ihr bekommt hier ein vielseitiges Allround-Set, das zwar in keiner Disziplin der absolute Spitzenreiter ist, aber sich eben auch keine Blöße gibt. Genau das kann bei Lautsprechern viel wert sein.

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De’Longhi Eletta Ultra ausprobiert: Vollautomat mit sehr viel Komfort

Kaffeevollautomaten sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem die Frage nicht mehr nur lautet, ob das Ding einen ordentlichen Espresso macht. Das sollte in der gehobenen Preisklasse selbstverständlich sein. Die spannendere Frage ist, wie viel Alltag nimmt mir die Maschine wirklich ab und wie viel davon ist am Ende nur ein sehr hübsches Display mit vielen Untermenüs.

Genau da setzt die De’Longhi Eletta Ultra an. Sie wird oberhalb der bekannten Eletta Explore positioniert. Auf dem Papier stehen 50 Kaffeerezepte, Cold Brew in unter fünf Minuten, LatteCrema Hot & Cool, Bean Adapt Technology und eine Silent Technology, die die Zubereitung bis zu 65 Prozent leiser machen soll.

Design und erster Eindruck

Die Eletta Ultra sieht nach Premium-Küche aus, ohne komplett in die Chrome-Show abzudriften. Sie kommt mit metallischem Finish, großem glänzenden Touchscreen und sauberer Linienführung. Die Maße liegen bei 38,0 x 45,5 x 23,5 cm und sie bringt 11 Kilogramm auf die Waage. Das ist nicht winzig, aber für einen Vollautomaten mit Milchsystem, Touchscreen und großem Getränkemenü noch im Rahmen.

Trotzdem sollte man Platz einplanen. Die Maschine will nicht in die hinterste Ecke gedrückt werden, zumal ihr Wasser, Bohnen, Milchsystem und Co. regelmäßig erreichen müsst. Was gut ist, dass der 1,8-Liter-Wassertank von vorne zugänglich ist und der 300-Gramm-Bohnenbehälter im Alltag länger durchhält, als man erwartet. Das klingt banal, macht aber bei Vollautomaten einen Unterschied. Eine Maschine kann noch so clever sein, wenn man ständig halb unter dem Hängeschrank herumfummelt, nervt sie irgendwann.

Der Look ist nicht verspielt, eher sauber und technisch. Wer eine möglichst unauffällige Maschine sucht, findet kompaktere Alternativen. Wer ein Gerät möchte, das nach ordentlichem Kaffee-Setup aussieht, wird hier auf jeden Fall abgeholt.

Einrichtung und Bedienung

Die Einrichtung hat De’Longhi gut gelöst. Der Start ist vollständig über den Bildschirm geführt. Wasser auffüllen, Bohnen rein, Spülvorgang, Wasserhärte testen, Filter einsetzen, kurzer Rundgang durch die Oberfläche. Das geht fix von der Hand und man bekommt alles kurz erklärt ohne überfrachtet zu werden.

Der große Hebel ist das Display. De’Longhi versucht, die über 50 Getränke nicht einfach als endlose Liste hinzukippen, sondern in „Collections“ zu sortieren. Das sind Sammlungen nach Stimmung, Tageszeit oder Kaffeesorte. Das ist clever, aber nicht ohne Nebenwirkung.

Das Problem ist, dass sich das Menü dynamisch verändert und dadurch anfangs unübersichtlich wirken kann. Personalisierung ist super, solange man versteht, warum einem die Maschine gerade etwas vorschlägt. Wenn sich Menüs zu sehr bewegen, sucht man irgendwann den Cappuccino, den man gestern noch an einer anderen Stelle hatte. Das ist kein Weltuntergang, aber bei einem Gerät jenseits der 1.000-Euro-Grenze darf Bedienung nicht zum Suchspiel werden.

Kaffee, Milch und Cold Brew

Die Kaffeequalität kommt zumindest bei mir als ambitioniertem Kaffeetrinker sehr gut weg. Die Eletta Ultra produziert Kaffee mit kräftiger Crema und auch der Milchschaum kann sich sehen lassen. Der Cappuccino kommt beispielsweise mit dickem, cremigem Schaum und einem kräftigen Espresso daher. Auch der Espresso ist sehr gut. Man bekommt hier konsistente Ergebnisse, dicke Crema und einen gleichen Geschmack, auch bei mehreren Espressi hintereinander.

Das Milchsystem ist meiner Meinung nach eines der Hauptargumente für die Eletta Ultra. Mit LatteCrema Hot & Cool bekommt die Maschine sowohl heiße Milchgetränke als auch kalte Varianten sauber hin. Dazu kommen unterschiedliche Milchtexturen und Einstellungen für Milchmenge, Temperatur und Schaum. Pflanzliche Milch wird ebenfalls gut aufgeschäumt. Gerade wenn ihr im Haushalt mehrere Vorlieben habt, ist das wichtig. Einer will Cappuccino, jemand anderes Cold Brew, der nächste Hafermilch-Latte. Genau dafür ist die Ultra gebaut.

Cold Brew ist ebenfalls mit an Bord. De’Longhi nutzt dafür die Cold Extraction Technology. Das ist natürlich nicht dasselbe wie klassischer Cold Brew, der zieht ja eine Weile. Es ist eher eine schnelle, kalte Kaffeevariante aus dem Automaten. Für den Alltag kann das trotzdem reichen, vor allem wenn man nicht jedes Mal vorbereiten möchte.

App, Bean Adapt und Personalisierung

Die Coffee-Link-App ist bei der Eletta Ultra nicht nur nettes Beiwerk. Über sie lassen sich Rezepte entdecken, Einstellungen anpassen und auch genauere Parameter setzen. Bean Adapt ist die Funktion, bei der die Maschine anhand eurer Bohnen bessere Einstellungen für Mahlgrad, Kaffeemenge und Brühtemperatur finden soll. Dafür müssen Röstgrad und Bohnenart hinterlegt werden.

Das ist sinnvoll, weil viele bei Vollautomaten genau an dieser Stelle nie wirklich optimieren. Man kauft gute Bohnen, lässt aber Mahlgrad und Temperatur irgendwo auf Werkseinstellung. Wenn die Maschine hier besser führt, kann das tatsächlich mehr bringen als die fünfzigste Getränkevariante.

Der Haken? Manche detaillierte Einstellungen, etwa exakte Mengen, sind nur über die App sauber wählbar. Das ist so ein Punkt, der mich bei Haushaltsgeräten grundsätzlich nervt. Eine App darf Zusatzkomfort bringen, aber bei einem Vollautomaten für rund 1.400 Euro sollte das Gerät selbst möglichst viel beziehungsweise alles unabhängig können. Wenn ich für präzise Mengen zum Smartphone greifen muss, ist das nicht dramatisch, aber auch nicht elegant. Dazu kommen die Kinderkrankheiten der App. Ich konnte die Maschine beispielsweise nie richtig über die iOS-App koppeln. Bei Android kein Problem. Dann synchronisierte die Maschine aber wieder nicht zu iOS zurück. Abstürze waren auch dabei. Alles nicht schön.

Lautstärke und Reinigung

Die Silent Technology ist eines der großen Verkaufsargumente. De’Longhi spricht von bis zu 65 Prozent leiserer Zubereitung. Das ist im Vergleich zu meiner vorherigen Maschine wirklich ein Update, weil laute Mahlwerke und Pumpen morgens schlicht nerven können. Ob es nun genau 65 Prozent sind, konnte ich nicht messen.

Bei der Reinigung ist die Eletta Ultra sehr gut dabei. Die automatischen Spülprogramme, Selbstreinigung der Milchkaraffen, Hinweise auf Wasser- und Bohnenstände und Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf dem Display sind im Alltag nützlich und nehmen wirklich Arbeit ab. Viele Teile sind leicht entnehmbar, einige auch spülmaschinengeeignet.

Aber auch hier gibt es einen praktischen Kritikpunkt. Ein leerer Milchbehälter wird beispielsweise nicht automatisch erkannt. Das ist bei einer Maschine, die sonst so viel Komfort verkauft, ein merkwürdiger Aussetzer. Wenn der Automat schon mitdenkt, sollte er auch merken, wenn keine Milch mehr da ist.

Fazit

Die De’Longhi Eletta Ultra ist kein Vernunftkauf für Menschen, die morgens einfach nur einen schwarzen Kaffee wollen. Dafür ist sie zu teuer, zu groß und zu umfangreich.

Sie ist spannend für Haushalte, in denen wirklich viele verschiedene Kaffeegetränke getrunken werden. Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, Cold Brew, kalte Milchgetränke, verschiedene Profile, unterschiedliche Milcharten. Genau da spielt die Maschine ihre Stärke aus. In den Paradedisziplinen wie Kaffeequalität, Milchschaum, Bedienkomfort und Reinigung kann sie sich auszeichnen. Die neue Collections-Oberfläche macht die riesige Getränkeauswahl besser nutzbar, und die leisere Arbeitsweise bringt im Alltag auch ziemlich viel.

Gleichzeitig sollte man die Schwächen nicht wegreden. Manche Funktionen sind zu sehr in der App versteckt (inklusive der Kinderkrankheiten), das dynamische Menü braucht Eingewöhnung, und das fehlende automatische Erkennen eines leeren Milchbehälters passt nicht ganz zum sonstigen Premium-Anspruch.

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Nitro Gen Omega: Geheimtipp für Anime-Fans kurz angespielt

Nitro Gen Omega ist ein Spiel, das bereits im Mai 2026 erschienen ist, nachdem es eine ganze Zeit im Early-Access verbrachte. Hinter der Mischung aus Strategie- und Rollenspiel steckt das kleine, italienische Studio Destinybit. Das 13-köpfige Team hat hier einen Titel veröffentlicht, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Deswegen liefere ich euch auch einen kleinen Anspielbericht.

So dreht sich „Nitro Gen Omega“ um zwei der Steckenpferde von Anime- und Manga-Fans: Mechs und kuriose Charakterbeziehungen. Das Ganze garniert man mit taktischen, rundenbasierten Kämpfen, in denen die bemannten Roboter-Kolosse aufeinander eindreschen dürfen. In den Kämpfen wird das Spektakel visuell von Anime-artigen Sequenzen garniert, sodass hier wirklich viel Atmosphäre aufkommt. Ein wenig erinnert die Präsentation an die JRPGs der Reihe „Persona“, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des großen Vorbilds.

So wird das begrenzte Budget z. B. auch am Fehlen von jeglicher Sprachausgabe deutlich. Und auch wenn „Nitro Gen Omega“ mit einem prägnanten, visuellen Stil punkten kann, solltet ihr hier keine High-End-Grafik erwarten. Das hat immerhin den Vorteil, dass auch ältere Rechner, z. B. mit einem Intel Core i5-8600K / AMD Ryzen 1300X, 8 GByte RAM und den betagten GeForce GTX 1650, 4 GB bzw. AMD Radeon R9 290X, 4 GB die empfohlenen Systemanforderungen erfüllen. Auch an einem Steam Deck oder anderweitigen PC-Gaming-Handheld werdet ihr daher keine Probleme haben, mit 60 fps zu zocken.

Mein Test-System:

CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D


CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2


Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E


RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30


Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080


SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte


Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte


Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)


Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)

Viel Stimmung, aber maue Geschichte

Die Geschichte von „Nitro Gen Omega“ erinnert an Klassiker wie „Neon Genesis Evangelion“. Sie dreht sich grob um eine apokalyptische Science-Fiction-Welt, in welcher man als Spieler mit einem Squad versucht, die Herrschaft der Maschinen über die Erde zu brechen. So zieht man mit seiner Truppe gegen die Rogue AI ins Feld. Auf der verwüsteten Erdoberfläche sucht man nach kleinen Siedlungen oder zieht sich in fliegende Städte zurück, um Kräfte zu sammeln. Der Clou: Ihr kommandiert zwar eine mutige, junge Söldnereinheit, doch jederzeit können einzelne Mech-Piloten unwiderbringlich über den Jordan gehen.

Daher ist jeder übernommene Auftrag ein Risiko. Eine stringente Hauptgeschichte gibt es jedoch kaum. Stattdessen entfalten sich die Beziehungen eurer Crew durch zahlreiche Events und ihre Interaktionen bilden gewissermaßen den roten Faden. So werden die Mechs der Menschen jeweils von vier Piloten bedient, die verschiedene Funktionen übernehmen und aufeinander angewiesen sind. Etwa steuert ein Crewmitglied die Waffen, ein anderes die Bewegungen. Zwischen den Aufträgen und Kämpfen könnten die Piloten ihre Freizeit miteinander verbringen. Dass sie sich dabei anfreunden, ist allerdings keineswegs gesagt.

So können sich zwischen euren Teammitgliedern zwar in der Tat Freundschaften, aber auch Rivalitäten entwickeln. Beides kann sich in den taktischen Kämpfen auswirken. Stirbt dann einer eurer Piloten im Kampf, müssen die restlichen Crewmitglieder weitermachen und sich mit dem Ersatz vertraut machen – was wieder neue Chancen mit sich bringt, um im Ödland Taktiken zu entwickeln.

Ihr lest es heraus: „Nitro Gen Omega“ setzt also auch auf Roguelite-Elemente. Permadeath ist also ein Aspekt, der sich auf eure persönliche Geschichte auswirkt. Die Roguelite-Ausrichtung sorgt jedoch auch dafür, dass ihr im Wesentlichen viele Fetch-Quests erledigt. Ihr besorgt für Siedlungen bestimmte Ressourcen, besiegt spezifische Gegner und besucht bestimmte Orte. Aber narrative Twists oder Überraschungen sind nicht Teil dieser Aufgaben. Je länger ihr spielt und je mehr der sich irgendwann wiederholenden Charakter-Events ihr bereits gesehen habt, desto mehr zeigt sich hier eine gewisse Monotonie.

Der eigentliche Reiz geht vom Kampfsystem aus. So gibt es eine in sechs Unterbereiche aufgeteilte Timeline. Jede eurer, aber auch der gegnerischen Aktionen belegt einen Abschnitt. Hier geht es nicht nur darum, Attacken, Ausweichmanöver und Konter passend einzuplanen, sondern auch die Position eures Mechs zu orchestrieren. Etwa bringt ein Nahkampfangriff nichts, wenn euer Gegner am anderen Ende des Kampfschauplatzes vor sich hin grinst. Einige Aktionen könnt ihr zudem nicht direkt ausführen, sie benötigen erst zeitliche Vorbereitung. So wird jedes Gefecht zu einer Art taktischem Rangieren.

Dabei könnt ihr nur raten, was euer Gegner machen wird, sodass auch ein wenig Glück im Spiel ist. Zwar könnt ihr jede Runde einmal einen Scan durchführen und so Teile der Aktionen eurer Gegner erhaschen, aber eben nicht alle. Vielmehr gilt es diese Option für besonders wichtige Manöver aufzusparen, bei denen ihr unbedingt richtigliegen müsst. In den Kämpfen müsst ihr überdies eure Munition, Hitzestau eurer Mechs und begrenzte Fähigkeitsaktivierungen im Blick behalten. Mit etwas Übung macht das durchaus viel Spaß, auch wenn Niederlagen eben dazugehören.

Mit der Zeit rüstet ihr euren Mech auf und könnt so gegen zunehmend mächtigere Feinde erst bestehen. Dabei könnt ihr jederzeit in Siedlungen weitere Piloten anheuern – die aber je nach Grad ihrer Fähigkeiten ordentlich bei euren Kosten reinhauen. Hintergrundgeschichten haben all diese bunten Anime-Charaktere jedoch nicht. Ihr solltet ihnen also eigene Namen geben, um euch zu merken, wen ihr da ins Boot geholt habt.

Mein Fazit

„Nitro Gen Omega“ ist ein taktisch komplexes Mech-Spiel mit einer kultigen Anime-Ästhetik. Schade ist, dass man dem visuellen Stil keine ansprechende Geschichte oder einzigartige Charaktere zur Seite gestellt hat. So unterhält der Titel mit seinem strategischen Tiefgang in dem hervorragenden Kampfsystem, doch bei langen Sessions wird es irgendwann arg monoton. Besser, ihr genießt das Spiel mit Roguelite-Elementen demnach in kleinen Dosen.

Wer Manga, Anime und speziell Science-Fiction-Ableger und Mechs mag, der wird in „Nitro Gen Omega“ auf jeden Fall seinen Spaß haben. Das kleine Entwicklerstudio Destinybit zeigt hier, dass es wirklich etwas drauf hat. Mein Interesse an zukünftigen Titeln des Teams ist jedenfalls geweckt.

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Amazon Ember Artline Fire TV 65 Zoll: Bilderrahmen-TV mit Fire TV, aber mit Kompromissen

Lifestyle-TVs sind mittlerweile kein reines Samsung-The-Frame-Thema mehr. Hisense, TCL und jetzt auch Amazon wollen den Fernseher im Wohnzimmer nicht mehr nur als schwarze Glasfläche verkaufen, sondern als etwas, das an der Wand auch dann halbwegs gut aussieht, wenn gerade nichts läuft. Genau in diese Ecke gehört der Amazon Ember Artline mit Fire TV.

Taugt das Ding als Art-TV wirklich, und wie groß sind die Abstriche, wenn man damit einfach normal Filme, Serien oder Sport schauen möchte?

Design und erster Eindruck

Der Ember Artline ist klar für die Wand gedacht. Amazon legt eine Wandhalterung bei, dazu kommt ein magnetischer Rahmen. Einen Standfuß gibt es nicht standardmäßig im Karton. Das sollte man wissen, denn wer den 65-Zöller einfach auf ein Lowboard stellen möchte, muss zusätzlich planen.

Optisch macht Amazon einiges richtig. Der Rahmen ist nicht nur Deko auf Produktbildern, sondern Teil des Konzepts. Es gibt mehrere Farben und Oberflächen, unter anderem Holzoptiken und neutralere Varianten. Laut Amazon stehen zehn Rahmenoptionen zur Wahl, der Rahmen selbst kommt beim Kauf dazu, weitere Rahmen kosten extra. Das ist gegenüber Samsung The Frame ein Pluspunkt, denn dort können Zusatzrahmen schnell unangenehm teuer werden.

Der 65-Zöller ist allerdings kein Leichtgewicht. Amazon nennt für den 65-Zöller knapp 26 Kilogramm. Das ist nicht dramatisch, aber auch nichts, was man mal eben entspannt alleine an die Wand hält. Die Montage selbst ist eine Sache, die sauber ausgeführt, aber einfach zu erledigen ist, wenn man zu zweit ist und keine zwei linken Hände sein Eigen nennt.

Ihr hängt zuerst die Wandhalterung an die Wand der Wahl. Diese natürlich gerade, als eine Wasserwaage nutzen. Danach wird an dieser Wandhalterung eine Schablone aufgehängt, mit der man noch vier Bohrungen an der Wand markiert. Dort kommen dann ein paar kleine, runde Eisenplatten an die Wand. An diesen hängt der TV dann zusätzlich magnetisch an den Ecken plan an der Wand. Das sieht wirklich gut aus und vor allem die Spaltmaße des magnetischen Rahmens begeistern mich etwas.

Technik

Unter der Haube steckt ein 4K-QLED-Display mit 3.840 x 2.160 Pixeln. Amazon nennt HDR10, HLG, HDR10 Adaptive und Dolby Vision. Das liest sich erst einmal ordentlich, gerade weil viele Fernseher entweder Dolby Vision oder HDR10 stärker betonen. Dazu kommen Wi-Fi 6, Ethernet, drei HDMI-2.0-Anschlüsse und ein HDMI-2.1-Port mit eARC. Der Ton läuft über 2 x 10 Watt, unterstützt wird Dolby Digital Plus.

Der entscheidende Punkt ist für mich, dass das Panel mit 60 Hz läuft. Für Filme, Serien, Nachrichten und normales Streaming reicht das. Wer aber eine PlayStation 5, Xbox Series X oder einen Gaming-PC ernsthaft ausnutzen möchte, bekommt hier keinen 120-Hz- oder 144-Hz-Fernseher. Amazon bewirbt zwar Gaming allgemein, aber technisch ist das eher „geht auch“ als „dafür kauft man ihn“.

Der Artline ist auch kein Mini-LED und kein OLED. Das Bild ist gut, aber nicht mit einem OLED zu vergleichen, vor allem in puncto Schwarz. Die matte Oberfläche des Panels sorgt zudem dafür, dass die Farben bzw. das Schwarz etwas gedämpft sind. In Summe ist das für einen Lifestyle-TV ordentlich, für einen klassischen Bildqualitätskauf aber nicht die erste Wahl. Die HDR-Qualität ist auch nicht auf dem Level von „reinen“ Fernsehern.

Die eigentliche Stärke ist der Art-Modus. Amazon legt über 2.000 Kunstwerke ohne Zusatzabo bei, dazu kommen laut Amazon 60 exklusive Bewegtkunstwerke. Das ist genau der Punkt, an dem der Ember Artline sympathisch wird. Ihr kauft nicht nur einen Fernseher und bekommt danach direkt das nächste Abo vor die Nase gehalten.

Der Art-Modus profitiert wiederum vom matten Display. Reflexionen werden gut reduziert, Kunst wirkt nicht sofort wie ein leuchtender TV-Screensaver. Dazu kommt „Match the Room“, eine KI-Funktion, die anhand eines Raumfotos passende Motive vorschlägt. Ob man das dauerhaft benötigt, ist eine andere Frage. Als Einstieg für Leute, die nicht manuell durch 2.000 Bilder scrollen wollen, ist es aber nützlich.

Fire TV ist Geschmackssache und nichts Neues, wenn man die Sticks kennt. Amazon hat die Oberfläche 2026 überarbeitet. Sie ist schneller und etwas aufgeräumter geworden. Insgesamt kann ich das bestätigen, man bekommt aber die übliche Werbung direkt mitgeliefert. Wenn ihr ohnehin Prime Video, Alexa, Ring und Amazon Fotos nutzt, ist das das Richtige für euch. Wenn ihr eher Apple-TV- oder Google-TV-Fraktion seid, wird Fire OS euch nicht plötzlich bekehren. Wer mit dem Gerät Live-TV schaut, muss mit etwas trägem Senderwechsel rechnen. Das geht schneller.

Es gibt Hands-free-Alexa und einen physischen Mikrofon-Schalter. Der Fernseher kann außerdem über Sensorik erkennen, ob jemand im Raum ist, und den Art-Modus entsprechend aktivieren oder deaktivieren. Amazon nennt das Omnisense. In der Praxis funktionierte der Sensor nicht immer und man muss halt auch bedenken, dass der Fernseher immer etwas mehr Strom verbraucht, weil das Gerät im Prinzip nicht aus ist, sondern wartet.

Was ist zum Sound zu sagen? 2 x 10 Watt sind bei einem dünnen Wand-TV die übliche Ausstattung. Der Klang ist aber ganz okay, wenn man nicht mehr gewohnt ist und kein anspruchsvolles Soundsystem erwartet. Für ernsthaftes Heimkino sollte eine Soundbar dazu. Das ist bei flachen Fernsehern keine Überraschung, aber bei einem Gerät, das als schönes Wandobjekt gedacht ist, muss man auch überlegen, wie elegant eine zusätzliche Soundbar darunter wirkt.

Fazit

Der Amazon Ember Artline Fire TV 65 Zoll ist meiner Meinung nach ein ordentlicher Fernseher, der mit Kompromissen leben muss. Wenn ihr einen großen Bildschirm wollt, der die meiste Zeit sichtbar im Wohnzimmer hängt und dabei nicht wie ein schwarzes Loch an der Wand wirken soll, dann ist der Ember Artline interessant. Die kostenlose Kunstbibliothek, die Rahmenauswahl, das matte Display und Fire TV in einem Gerät sind ein rundes Paket. Gerade wer ohnehin im Amazon-Ökosystem steckt, bekommt hier ein bequemes Gesamtpaket.

Wenn ihr aber vor allem einen guten 65-Zoll-TV für Filme, Serien, Sport und Gaming sucht, würde ich ihn nicht oben auf die Liste setzen. Dafür sind 60 Hz, eingeschränkte HDR-Leistung und die eher einfache Audioausstattung zu große Kompromisse. In der Preisklasse gibt es Fernseher mit besserem Bild. Sie sehen dann nur eben mehr nach Fernseher aus.

Alles in allem ist der Ember Artline ein Lifestyle-TV, der als Kunstobjekt mehr überzeugt als als klassischer TV-Kauf. Das 55-Zoll-Modell kostet knapp 730 Euro, der 65-Zöller schlägt mit knapp 1030 Euro zu Buche.

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Dreame X60 Pro Ultra Complete angesaugt: Ab in die Ecke!

Saugroboter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die Hersteller überbieten sich monatlich mit neuen Superlativen. Wenn ein neues Flaggschiff auf den Markt kommt, schaut man als Tester oft nur noch auf Nuancen. Dreame will mit dem neuen X60 Pro Ultra Complete jedoch genau die Probleme lösen, an denen die Konkurrenz, und teils auch die eigenen Vorgängermodelle, bisher gescheitert sind: die Ecken, die Kanten und die extrem flachen Möbel.

Mit einem Preisschild von satten 1.500 Euro (UVP) (Angebot aber 1.299 Euro) haben wir es hier mit einem absoluten Premium-Gerät zu tun. Ob sich diese Investition für euer Smart Home wirklich lohnt, habe ich mir im Alltag sehr genau angeschaut. Vermutlich hätte ich so einen Robo gar nicht mehr getestet, da mittlerweile viele Unterschiede zu gering sind, um meinen Aufwand zu rechtfertigen. Doch es klang spannend: Der ausfahrbare Mopp, der auch sehr genau unter Kanten wischen soll. Mir fiel meine überstehende Küchenzeile ein, an der bisher JEDER Sauger scheiterte.

Fangen wir beim Offensichtlichen an: Die Basisstation des X60 Pro Ultra Complete ist ein ziemliches Möbelstück. Wer sich diesen Roboter zulegt, braucht entsprechend Platz in der Wohnung. Die Station beherbergt einen 4,2-Liter-Frischwassertank, einen 3-Liter-Schmutzwassertank, den Staubbeutel und einen Tank für die automatische Reinigungsmitteldosierung. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, die schwarze Hochglanzfront ist allerdings erwartungsgemäß anfällig für Fingerabdrücke. Aber hey: Andere Stationen sind auch nicht so viel kleiner und an der Front tatsche ich eher nicht rum.

Die Station kümmert sich um die komplette Wartung des Roboters. Nach getaner Arbeit werden die Wischmopps ausgewaschen und anschließend mit Heißluft getrocknet, um Schimmelbildung und fiese Gerüche zu vermeiden. Dreame bewirbt die Moppwäsche vollmundig mit „100 Grad heißem Wasser“. Nachgemessen habe ich das nicht, der Fühltest nach dem Waschen sagte mir aber: Nee, das sind eher nicht 100 Grad. Dennoch wurden die Mopps ordentlich sauber. Müsst mal in der App schauen, da kann man einstellen, wie heiß gereinigt wird.

Auf dem Papier protzt der X60 Pro Ultra mit angegebenen 42.000 Pascal Saugkraft. Das ist aktuell einer der Spitzenwerte auf dem Markt. Aber entscheidend ist bekanntlich, was auf dem Boden passiert. Bei Hartboden und beim Teppich machte er saugtechnisch auch einen echt prima Job, da blieb eigentlich nichts liegen.

Auf Teppichen punktet das Gerät mit einem „Lift“. Er hebt nicht nur die Hauptbürste oder die Mopps an, sondern kann bei Bedarf sein gesamtes Gehäuse liften, um auf Hochflorteppichen nicht stecken zu bleiben. Apropos Teppiche: Hier lässt sich der Roboter so konfigurieren, dass er seine nassen Wischmopps vorher einfach selbstständig in der Station ablegt und nur zum Saugen ausrückt.

Kommen wir zu meinem Hauptargument für den X60 Pro Ultra: das neue Wisch- und Bürstensystem. Dreame hat dem Gerät einen ausfahrbaren Arm für die Seitenbürste und einen ausfahrbaren Arm für den rechten Wischmopp spendiert.

Im Alltag ist das ein echter Gamechanger. Wo frühere Modelle immer ein paar Zentimeter Dreck in den Zimmerecken oder an den Fußleisten liegen ließen, wischt und fegt der X60 Pro Ultra fast gnadenlos bis an die allerletzte Kante. Richtig, richtig gut. Kein Ausfegen vorab unter meiner Küchenzeile. Absoluter Gewinner mit einer kleinen Einschränkung: Die richtig derben Ecken sind halt teilweise nicht erreichbar, was natürlich an Wänden und Bebauung bei mir liegt.

Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Die KI-gestützte Schmutzerkennung soll eigentlich stark eingetrocknete Flecken auf dem Boden erkennen, um diesen Bereich gezielt mehrmals zu schrubben. Das klappt im Alltag eher so mittel. Manchmal ignoriert er den Fleck, der Roboter fährt nur in seinem Standardmuster einmal darüber und hinterlässt noch Reste. Wer also oft klebrige Malheure auf dem Küchenboden hat, muss den Roboter über die App gezielt in die Zonenreinigung schicken oder zwei Durchgänge programmieren.

Die App? Mittlerweile kann man da echt viel justieren, was natürlich vom genutzten Robo abhängt. Von der Wasserdurchflussmenge über die Saugkraft bis hin zum Verlegemuster der Dielen lässt sich hier alles bis ins kleinste Detail einstellen.

Wer darauf keine Lust hat, drückt einfach auf den „Clean Genius“-Modus und lässt den Roboter selbst entscheiden. Die Akkuleistung ist ordentlich. Selbst bei großen Grundrissen geht ihm nicht so schnell die Puste aus, Dreame gibt bis zu 242 Minuten an, das ist aber Mumpitz. Saugen, Wischen, volle Pulle und so verkürzen das natürlich. Sollte der Akku doch mal zur Neige gehen, lädt das Gerät dank neuer Power-Schnellladetechnik in nur fünfeinhalb Minuten wieder knapp 25 Prozent Akkukapazität auf, um die restlichen Quadratmeter fix zu beenden.

Das Problem ist vielleicht, dass ultraschnelles Laden der Batterie nicht guttut. Lithium-Ionen-Akkus altern schneller, wenn sie flott vollgeladen werden, insbesondere weil dadurch mehr Wärme und chemische Belastung in den Zellen entstehen. Selbst wenn Dreame über Sicherheitssysteme verfügt, wird wiederholtes Schnellladen den Akku wahrscheinlich deutlich schneller verschleißen als normales, langsames Laden.

Für die meisten Nutzer ist diese Geschwindigkeit nicht täglich erforderlich. Viele Wohnungen sind klein genug, dass der Roboter die Reinigung auch ohne intensives Laden abschließen kann. Daher sollte Dreame schnellstmöglich eine Option für „Langsames Laden“ oder „Akkuschonung“ in die App integrieren.

Pro:

  • Derbe Saugkraft: Mit 42.000 Pa tolles Saugergebnis auf Hartböden und Teppichen.
  • Meine Referenz bei der Kantenreinigung
  • Versenkbarer Lidar-Turm: Die Bauhöhe schrumpft auf rund 9 cm, wodurch der Roboter auch unter sehr flachen Möbeln saugen kann.
  • Sehr gute Kletterfähigkeit
  • Anti-Haar-Verhedderung der Bürsten klappt super (nicht mit meinen Nicht-Haaren getestet)
  • Teppich-Management: Smarter „Chassis-Lift“ und die Fähigkeit, Wischmopps vor der Teppichreinigung komplett in der Station abzulegen.

Contra:

  • Der Preis: Mit einer UVP von 1.500 Euro ein teurer Spaß. Achtet auf Angebote.
  • Marketing-Übertreibung: Die versprochene „100-Grad-Moppwäsche“ kann ich so nicht bestätigen.
  • Schmutzerkennung mit Aussetzern: Die KI erkennt hartnäckige Flecken nicht immer zuverlässig, wodurch manchmal ein zweiter manueller Durchgang nötig ist.
  • Smart Home: Die Matter-Integration funktioniert zur Stunde nicht bei mir, die App zeigt keinen Code an.

Machen wir es kurz: Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist ein absolutes Technik-Biest und bringt für mich Funktionen mit, die echten Mehrwert bieten. Das Ultra-Extend-System für Ecken und die Kombination aus versenkbarem Lidar und der extremen Kletterfähigkeit lösen genau die Probleme, die im Alltag mit Saugrobotern am meisten nerven. Ist er perfekt? Nein. Die KI-Erkennung für Flecken und Kleinkram hat noch Luft nach oben, das 100-Grad-Wisch-Versprechen ist reines Marketing und 1.500 Euro sind eine gewaltige Ansage für einen Haushaltshelfer. Pro-Tipp: Es gibt so viele Deals mit den Kisten, da wartet man am besten ab. Oder: Einfach warten, bis da wieder demnächst ein neues Modell kommt, dann werden die „Alten“ oft verbrannt, da kann man echt ’nen Schnapp machen. Tech-Specs und was im Paket ist? Schaut es euch auf der Webseite des Herstellers an.

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