#Interview – „Wir haben viel gelernt – teilweise schmerzhaft“

eleQtron, 2020 von Christof Wunderlich, Jan Leisse und Michael Johanning als Spin-Off des Lehrstuhls für Quantenoptik der Universität Siegen gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“.

Schwarz Digits, EIC Fund, Ankaa Ventures, das Laser-Ausrüstungsunternehmen Precitec, NRW.Bank, IFB Hamburg und Altinvestor Earlybird investieren 57 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor sammelte das Unternehmen, das derzeit über 100 Mitarbeitende beschäftigt, rund 16 Millionen ein.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Jan Leisse einmal ganz ausführlich über den Stand der Dinge bei eleQtron.

Wie würdest Du Deiner Großmutter eleQtron erklären?

Ich würde meiner Großmutter vermutlich sagen: Manche Probleme sind so komplex, dass selbst die besten Supercomputer der Welt irgendwann nicht mehr sinnvoll weiterkommen – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Materialien, Medikamenten, oder zum Beispiel in der Logistik. Wir bauen Computer, die auf eine ganz andere Art rechnen als heutige Computer – so genannte Quantencomputer. Diese sollen genau solche Probleme lösbar machen. Und eleQtron baut diese Maschinen mit einer eigenen patentierten Technologie.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Der technologische Kern war von Anfang an klar: Wir setzen auf Ionenfallen und unsere eigene MAGIC-Technologie, bei der Qubits mit Mikrowellen statt mit hochkomplexen Lasersystemen gesteuert werden. Am Anfang standen natürlich stark Forschung, Technologieentwicklung und die Frage im Vordergrund: Können wir diesen Ansatz wirklich in funktionierende Systeme übersetzen? Heute fokussieren wir uns darauf, diese Technologie in kommerzielle Produkte zu transformieren. Es geht nicht mehr nur darum, einen wissenschaftlichen Proof Point zu liefern, sondern robuste, betreibbare Quantencomputer zu bauen, Kundenzugang zu schaffen und konkrete Anwendungen mit Partnern zu entwickeln. Also kein klassischer Pivot im Sinne von „wir machen jetzt etwas völlig anderes“, sondern eher eine konsequente Weiterentwicklung: von der Forschungsidee zum skalierenden DeepTech-Unternehmen.

Wie hat sich eleQtron seit der Gründung entwickelt?

eleQtron wurde 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet. Seitdem sind wir von einem kleinen Gründungsteam zu einem Unternehmen mit inzwischen mehr als 100 Mitarbeitenden gewachsen. Wir haben heute Standorte in Siegen und Hamburg, arbeiten mit führenden Forschungs- und Industriepartnern zusammen und konnten einen Auftragsbestand von über 54 Millionen Euro aufbauen. Zu unseren Kunden gehören unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR, im Rahmen der Quantencomputing-Initiative sowie das Forschungszentrum Jülich. Mit der aktuellen Series-A-Finanzierung über 57 Millionen Euro gehen wir nun in die nächste Phase: Skalierung der Technologie, Ausbau des Teams und unserer Kapazitäten.

Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

DeepTech ist ein Markt, in dem Vertrauen, technologische Substanz und langfristige Perspektive entscheidend sind. Viele Gespräche entstehen deshalb nicht über klassische Pitch-Events, sondern über Netzwerke, gemeinsame Überzeugungen und intensive technische Due Diligence. Mit Earlybird hatten wir bereits sehr früh einen starken VC an Bord, der unser Potenzial erkannt hat. Für die Series A war uns dann wichtig, einen Lead-Investor zu finden, der nicht nur Kapital mitbringt, sondern auch strategisch versteht, worum es geht: Quantencomputing als kritische Zukunftsinfrastruktur. Schwarz Digits war dafür aus unserer Sicht der ideale Partner. Schwarz ist eine der finanzstärksten Unternehmensgruppen Europas und investiert gezielt in digitale Infrastruktur und technologische Souveränität. Das war für uns kein „Dumb Money“, sondern ein sehr bewusster strategischer Fit.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

In DeepTech geht ständig etwas schief. Das gehört quasi zum Geschäftsmodell – nur nennt man es dort meistens „Erkenntnisgewinn“. Wir bauen keine App, bei der man nach zwei Wochen A/B-Testing weiß, welcher Button besser funktioniert. Wir arbeiten an extrem komplexer Hardware, an physikalischen Grenzen, Engineering, Software, Systemintegration und gleichzeitig am Aufbau eines Unternehmens. Der Übergang von Forschung zu Produkt wird uns noch eine Weile begleiten. Eine Technologie im Labor zu demonstrieren ist das eine. Daraus ein robustes, skalierbares System mit klaren Prozessen, Roadmaps, Qualitätsstandards und Kundenanforderungen zu machen, ist eine ganz andere Aufgabe. Da haben wir viel gelernt – teilweise schmerzhaft, aber immer notwendig, sonst stünden wir heute nicht da, wo wir sind. Wichtig ist, Fehler bewusst zuzulassen, sie schnell zu erkennen und daraus nachhaltig zu lernen. Fail fast, eigentlich schon eine Binsenweisheit.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben sehr früh auf einen technologisch differenzierten Ansatz gesetzt – und daran konsequent festgehalten. Unsere MAGIC-Technologie ist der Kern unseres Unternehmens. Sie kombiniert die Vorteile von Ionenfallen – also sehr stabile, natürliche Qubits – mit mikrowellenbasierter Steuerung. Das ist aus unserer Sicht ein besonders vielversprechender Weg, um Quantencomputer skalierbar zu machen. Außerdem haben wir früh verstanden, dass Technologie allein nicht reicht. Man braucht ein starkes Team, ein belastbares Netzwerk aus Partnern, Kunden, Investoren und die Fähigkeit, ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen. Wir können deshalb heute 54 Millionen Euro Auftragsbestand und eine 57-Millionen-Euro-Series-A vorweisen. Das schaffen nicht alle und darauf sind wir sehr stolz, dass uns das gelungen ist. Natürlich sind wir jetzt nicht „angekommen“. Wir haben wahnsinnig viel zu tun. Wir wollen weiter wachsen, unsere Technologie perfektionieren, unseren Kunden Zugang zu unseren Systemen verschaffen und mit unseren Maschinen echte Probleme lösen. Und genau dahin wird auch das frische Kapital fließen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Nicht zu früh aufgeben – aber auch nicht zu lange an falschen Annahmen festhalten. Gerade in DeepTech braucht man eine sehr seltsame Mischung aus Sturheit und Lernfähigkeit. Man muss an eine große Vision glauben, obwohl der Weg dorthin oft ungewiss, teuer und unbequem ist. Gleichzeitig muss man bereit sein, ständig dazuzulernen, Pläne anzupassen und sich ehrlich anzuschauen, was funktioniert und was nicht. Mein zweiter Tipp wäre: Baut früh ein Team, das nicht nur technisch brillant ist, sondern auch unternehmerisch denken kann. Aus einer großartigen Technologie wird nicht automatisch ein großartiges Unternehmen. Mir hilft außerdem die Philosophie: „Don’t hire assholes!“ Ich bin unglaublich froh, dass wir es immer wieder schaffen, großartige Menschen mit Herz und Verstand an Bord zu holen.

Wo steht eleQtron in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir in der nächsten Skalierungsphase sichtbar weiter sein. Das heißt: Wir werden unser Team weiter ausgebaut haben, unsere Technologieplattform weiterentwickeln, die Industrialisierung unserer Systeme vorantreiben und gemeinsam mit Partnern konkrete Anwendungspfade weiter schärfen. Für uns ist die Series A kein Endpunkt und auch kein Selbstzweck. Sie ist der Startschuss für die nächste Phase. Einfach gesagt: In einem Jahr wollen wir weniger darüber sprechen, was Quantencomputing eines Tages leisten könnte – und mehr darüber, was unsere Systeme konkret ermöglichen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): eleQtron

#Interview – „Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“

#Interview

Das Team von brixl möchte Bauunternehmen dabei helfen, “mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen”. Die größte Herausforderung ist dabei “nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen”.

„Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“

Freitag, 15. Mai 2026VonAlexander

Bei brixl dreht sich alles um Bauaufträge. „Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen“, erklärt Gründer Robin Karutz die Idee hinter seinem Startup, das er zusammen mit Sascha Nievelstein gegründet hat.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt brixl-Gründer Karutz sein Startup einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter brixl erklären?

Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Wir sparen kostbare Ingenieurszeit, indem wir alle relevanten, fragmentierten Ausschreibungen an einem Ort bündeln und deren Auswertung teilautomatisieren. Gleichzeitig reduzieren wir Opportunitätskosten durch weniger verpasste Chancen, helfen dabei, mehr passende Projekte zu gewinnen, und schaffen Transparenz über Marktdynamiken. Als webbasierte Softwarelösung wird brixl über eine monatliche Lizenzgebühr angeboten.

Wie ist die Idee zu brixl entstanden?

Gemeinsam mit meinem Co-Founder Sascha haben wir direkt nach unserem Studium an der RWTH Aachen wissenschaftlich und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegründet. Wir sind als Dienstleistungsagentur gestartet. Als brixl – bricks pixels – hat unsere Kompetenzschnittmenge zwischen Bau und Informatik die Ansprache im Produkt und Markt schon von Beginn an grob eingeschränkt. Nach vereinzelten Eigenentwicklungen haben wir immer wieder von den Problematiken rund um öffentliche Ausschreibungen gehört, und dann den Fokus konsequent darauf ausgerichtet.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Die größte Herausforderung ist für uns tatsächlich nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen. Gerade bei KI gibt es viele, oft berechtigte Vorbehalte: Dass sie halluziniert, unzuverlässig ist oder bestehende Prozesse aufwendiger als vorher ersetzt, statt sie sinnvoll zu unterstützen. Durch enge Zusammenarbeit in praxisnahen Pilotpartnerschaften konnten wir diese Bedenken aufnehmen und adressieren. Trotz KI ist unsere Suche deterministisch, bedeutet: Die selbe Suche, führt zur selben, robusten Antwort – im Gegensatz zu reinen Antworten eines Sprachmodells wie chatGPT. Damit sind unsere Ergebnisse nachvollziehbar, prüfbar und belastbar, was gerade am Bau entscheidend ist. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, uns sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das nicht aus der Ferne oder „one-size-fits-all“ funktioniert. Jedes Bauunternehmen arbeitet anders, hat eigene Strukturen und eigene Entscheidungslogiken. Deshalb gehen wir bewusst vor Ort, arbeiten eng mit den Teams zusammen und passen die Lösung an ihre Realität an. Die Herausforderung ist also weniger, ein gutes Produkt zu bauen, sondern es so einzuführen, dass es wirklich angenommen wird. Genau darin sehen wir heute eine unserer größten Stärken.

Wo steht brixl in einem Jahr?

In einem Jahr findet man brixl in jedem Bauunternehmen, dass die Projektakquise datengetrieben und strategisch angeht, anstatt sich auf Hörensagen und Bauchgefühl zu verlassen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

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Foto (oben): brixl

#Interview – „Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken“

#Interview

“Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden”, sagt Jasper Roll von Haufe Group Ventures.

„Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken“

Mittwoch, 13. Mai 2026VonAlexander

Seit 2023 investiert Haufe Group Ventures, ein Ableger der bekannten Haufe Group (Haufe, Lexware), in junge „Corporate-Service-Startups“. Gemeint sind damit „Startups, die im B2B-Kontext und im Bereich Software-as-a-Service (SaaS)“ unterwegs sind und die „Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten“.

Das Team rund um Jasper Roll investiert initial bis zu 1 Million Euro. Zuletzt investierte Haufe Group Ventures gemeinsam mit Venture Stars, TKM, Gründerfonds Ruhr und Caesar Venture in CyberDesk. Das Startup aus München, 2022 gegründet, setzt auf identitätszentrierte Datensicherheit. Zum Portfolio des Geldgebers gehören ansonsten Startups wie become.1, Doctorflix und Dyno.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Haufe Group Ventures-Macher Jasper Roll einmal ausführlich über die aktuelle Investmentsituation in Deutschland.

Tipp: STARTUPLAND: Reverse Pitch mit Jasper Roll (Haufe Group Ventures) Jetzt ansehen!

Wie würdest Du Deiner Großmutter Haufe Group Ventures erklären? 

Haufe Group Ventures ist im Kern ein Investor, aber nicht nur im klassischen Sinne. Wir unterstützen Gründerinnen und Gründer dabei, digitale Lösungen zu bauen, die echte Probleme in Unternehmen lösen. Das Ziel ist dabei immer das gleiche: Firmen den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie wirklich gut können. Neben Kapital bringen wir vor allem eines mit: Verständnis für den Mittelstand und Zugang zu einem Netzwerk, das hilft, Ideen schneller in den Markt zu bringen. Oder einfacher gesagt: Wir helfen dabei, gute Ideen zu funktionierenden Geschäftsmodellen zu machen. 

Wie bewertest Du die aktuelle Investmentsituation in Deutschland? 

Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken – zumindest für gute Teams. Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden. Die Geschwindigkeit, mit der neue Themen entstehen – vor allem rund um KI – ist extrem hoch. Das führt zu einer Art „Abundance of Solutions“. Es gibt sehr viele Ansätze für sehr ähnliche Probleme. In diesem Umfeld gewinnen diejenigen, die wirklich differenzieren können: mit klaren Lösungen, echten Wettbewerbsvorteilen und einem belastbaren Geschäftsmodell. 

Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate? 

Ich glaube, es bleibt herausfordernd, aber Europa ist gut positioniert. Was sich klar zeigt: Auswahl wird wichtiger. Es gibt immer mehr Lösungen für immer mehr Probleme. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht alles davon relevant ist. Langfristig werden sich die Unternehmen durchsetzen, die einen echten „Moat“ haben – also etwas, das sie schwer kopierbar macht. Das kann Technologie sein, ist es aber immer seltener allein. Viel wichtiger sind ein klarer Anwendungsfall, echte Kundenrelevanz und ein tiefes Verständnis für das Problem. 

Was rätst Du Gründer:innen, die derzeit auf Kapitalsuche sind? 

Software wird zunehmend zur Commodity. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht mehr: Was kann eure Technologie? Sondern: Welches Problem löst ihr wirklich – und warum ist das relevant genug, dass jemand dafür bezahlt? Mein Rat wäre: Das Problem messerscharf herausarbeiten, früh Beweise liefern und schnell Momentum aufbauen. Viele Startups scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sie zu spät merken, dass das Problem nicht groß genug ist. Validierung schlägt Vision – gerade in frühen Phasen.   

Welche Startups begeistern Dich derzeit ganz besonders? 

Natürlich schaue ich zuerst auf unser eigenes Portfolio, da arbeiten wir mit Teams, die genau diesen Anspruch haben, reale Probleme zu lösen. Was mich aktuell aber generell begeistert, sind weniger einzelne Unternehmen als vielmehr ein Trend: Wir sehen gerade viele sehr starke Teams, die extrem lösungsorientiert arbeiten und nicht mehr nur auf Technologie fokussiert sind. Gerade im Worktech- und Corporate-Service-Bereich passiert viel Spannendes. KI ist dabei gleichzeitig Chance und Herausforderung. Sie senkt zwar Eintrittsbarrieren, aber genau deshalb wird es umso wichtiger, echte Probleme zu lösen und nicht nur gute Technologie zu bauen. 

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Foto (oben): Haufe Group Ventures

#Interview – „Netzwerkaufbau ist keine einmalige Sache“

#Interview

“Am Anfang dachten wir, dass ein starkes Produkt und technologische Exzellenz ausreichen würden”, sagt Katharina Hesseler, Gründerin von Omegga. “In der Realität muss man Technologie, industrielle Skalierung und Go-to-Market gleichzeitig sauber aufsetzen”, führt sie aus.

„Netzwerkaufbau ist keine einmalige Sache“

Dienstag, 12. Mai 2026VonAlexander

Das Münchner BioTech Omegga, 2022 von Katharina Hesseler, Till Nöllgen, Paul Günther, Kyle Hiroyasu, Moritz Eder und Clara Kaufhold gegründet, entwickelt eine „optische, Methode zur in-ovo Geschlechtsklassifizierung von frühembryonalen Hühnern“. Das Team möchte so „Millionen männliche Küken davor bewahren, direkt nach dem Schlüpfen getötet zu werden“.

Der englische DeepTech-Investor IQ Capital, der Kölner Investor Capnamic und EIC Fund investierten kürzlich 10 Millionen Euro in das Unternehmen. Das frische Kapital soll unter anderem in die „kommerzielle Skalierung der Lösung zur In-Ovo-Geschlechtsbestimmung“ fließen.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründerin Katharina Hesseler einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei Omegga.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Omegga erklären?

Stell dir vor, bevor ein Küken schlüpft, können wir schon im Ei erkennen, ob es ein Hahn oder eine Henne wird. Die Geflügelindustrie tötet heute Milliarden männlicher Küken direkt nach dem Schlüpfen, weil sie keine Eier legen. Mit künstlicher Intelligenz lösen wir das, bevor es so weit kommt.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Von Anfang an war klar: Wir wollen etwas mit echtem Impact bauen. Wir haben verschiedene Bereiche analysiert und bei der Geschlechtsbestimmung im Ei den größten Gap zwischen Kundenbedarf und verfügbaren Lösungen gesehen – also haben wir genau dort angesetzt.

Wie hat sich Omegga seit der Gründung entwickelt?

Seit unserer Gründung 2022 ist unser Team auf 20 Mitarbeitende gewachsen. 2024 konnten wir einen non-dilutiven EIC-Grant in Höhe von 2,4 Millionen Euro sichern. Ein Kunde ist bereits vollständig operativ, zwei weitere befinden sich in der Implementierungsphase. Mit der Anfang 2026 abgeschlossenen Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro werden wir unser Team nun verdoppeln.

Wie seid Ihr mit euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

Netzwerk, Netzwerk, Netzwerk. Wir haben Multiplier aus unserem Netzwerk aktiviert, die warme Intros für uns machen. Netzwerkaufbau ist keine einmalige Sache, sondern eine Beziehungspflege über Jahre.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Am Anfang dachten wir, dass ein starkes Produkt und technologische Exzellenz ausreichen würden. In der Realität muss man im DeepTech-Umfeld Technologie, industrielle Skalierung und Go-to-Market gleichzeitig sauber aufsetzen. Diese Komplexität und die enge Verzahnung der Themen haben wir anfangs unterschätzt. Heute arbeiten wir deutlich integrierter, mit schnelleren Feedback-Loops zwischen Kunden, Produktentwicklung und Operations.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben früh auf schnelle Prototypen-Iterationen gesetzt und sehr eng mit unseren Kunden zusammengearbeitet. Dadurch konnten wir ihren Blickwinkel direkt in das Produktdesign einfließen lassen. Statt Perfektion im ersten Schritt anzustreben, haben wir schnell iteriert, gelernt und uns kontinuierlich verbessert. Gleichzeitig ist es uns gelungen, uns früh über Grants zu finanzieren. Gerade für ein CAPEX-intensives Vorhaben mit starkem Forschungsfokus war das essenziell, weil diese Finanzierungsspielräume schafft, ohne kurzfristig rein nach Umsatz bewertet zu werden.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Mein wichtigster Tipp ist: Arbeitet Kunden-fokussiert. Der echte Stresstest für jedes Produkt ist nicht die interne Meinung, sondern ob der Markt es wirklich annimmt. Deshalb so früh wie möglich mit Kunden sprechen, Feedback einholen, testen und daraus lernen. Wer nah am Kunden baut, trifft in der Regel deutlich bessere Entscheidungen – schneller und mit weniger Umwegen.

Wo steht Omegga in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir unser Team deutlich ausgebaut, weitere Kunden operativ live und unsere Technologie im Markt noch breiter etabliert haben. Gleichzeitig soll Omegga als einer der führenden Anbieter in unserem Segment deutlich sichtbarer geworden sein – personell, technologisch und kommerziell.

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Foto (oben): Omegga 

#Interview – „Geht raus. Redet mit eurer Zielgruppe“

#Interview

Der Weg, bis aus Sizeless ein Startup wurde, war lang! “Die Entwicklung war technisch fordernd, weshalb wir bereits vor der offiziellen Gründung mehrere Jahre im universitären Startup-Ökosystem geträumt, gebaut und validiert haben”, sagt Gründer Leander Peters.

„Geht raus. Redet mit eurer Zielgruppe“

Donnerstag, 7. Mai 2026VonAlexander

Bei Sizeless dreht sich alles um größenverstellbare Kinderschuhe. „Unser Sizeless-Sneaker ist stufenlos größenverstellbar und deckt in einem Modell zwei Größen ab. Das wird der erste Lieblingssneaker für Kids, der auch nach dem nächsten Wachstumsschub noch passt“, sagt Gründer Leander Peters.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Sizeless-Macher, der das Startup 2025 gemeinsam mit Alexander Schemel und Louis Smith in Köln gegründet hat, über den aktuellen Stand der Dinge in seinem Unternehmen.

Tipp: Sizeless auf der Pitch Stage im STARTUPLAND Jetzt ansehen!

Wie würdest Du Deiner Großmutter Sizeless erklären? 

Liebe Oma, mit Sizeless hätten wir damals einmal mehr in den Zoo und einmal weniger ins Schuhgeschäft gehen dürfen. Unser Sizeless-Sneaker ist dank seines zum Patent angemeldeten Wachstumsmechanismus stufenlos größenverstellbar und deckt in einem Modell zwei Größen ab. Das wird der erste Lieblingssneaker für Kids, der auch nach dem nächsten Wachstumsschub noch passt.

Wie hat sich Sizeless seit der Gründung entwickelt? 

Die Entwicklung war technisch fordernd, weshalb wir bereits vor der offiziellen Gründung im Herbst 2025 mehrere Jahre im universitären Startup-Ökosystem geträumt, gebaut und validiert haben. Mit der EXIST-Förderung im April 2025 ging es dann in großen Schritten Richtung MVP. Nachdem wir zum Sommer 2025 Produzenten an Bord geholt hatten, konnten wir im Herbst die ersten Muster testen. Im März haben wir eine Vorbestellerkampagne über Kickstarter gestartet, um die Produktion zu finanzieren. Dabei sind über 17.000 Euro zusammengekommen – mehr als doppelt so viel wie angesetzt. Knapp 200 Paare wurden direkt vorbestellt. Wir haben deshalb die erste Order in Portugal platziert und erhalten im Juni eine kleine Sommerkollektion, limitiert auf 500 Stück. Dieses Jahr wird das Jahr der großen Schritte Richtung Skalierung: MVP launchen, Go-to-Market-Hypothesen testen und Sizeless als junge Kids-Lifestyle-Brand so positionieren, dass wir 2027 mit 5.000 statt 500 Paaren wachsen können.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch? 

Wir haben seit wenigen Wochen einen Founders Associate mit an Bord. Damit vergrößert sich das Team um einen weiteren „Ex-Spoho“, der durch Stationen bei Jung von Matt und der Deloitte Sports Business Group ebenfalls die Nähe zur Sportbranche und adidas mitbringt. Es ist spannend zu sehen, wie wir das Core-Team aus dem adidas-Umfeld aufbauen – zumal wir gerade auch die erste Ticketzusage für unsere Finanzierung aus diesem Kosmos erhalten haben.

Was ist seit der Gründung so richtig schiefgegangen?

Vor einigen Wochen erhielten wir die Info, dass die Fabrik für die Veredelung unserer Schuhe die Kosten pro Paar allein für diesen Schritt auf 35 Euro erhöhen wollte. Der Schuh hätte uns in der Herstellung dann insgesamt rund 60 Euro gekostet, was jede Wirtschaftlichkeit zunichtegemacht hätte. Zum Glück haben wir einen Sourcing-Agenten vor Ort in Portugal, mit dem wir in nur zwei Tagen Ersatz finden konnten. Ohne diesen Partner vor Ort wäre das so kurz vor der Auslieferung definitiv schiefgegangen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht? 

Ich glaube, die einzige richtige Antwort ist: trotz gemachter Fehler immer weitergemacht zu haben. Wir haben bisher wahrscheinlich auf jeder geschäftlichen Ebene Fehler gemacht. Aber solange wir diese wahrnehmen, besprechen und unsere Lehren daraus ziehen, ist ein Fehler nichts anderes als eine Praxislehrstunde – davon kann man als Gründer eigentlich nicht genug haben.

Welche drei Tipps gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Erstens: Geht raus. Redet mit eurer Zielgruppe und versteht, was wirklich gebraucht wird. Wenn ihr an den Leuten vorbeientwickelt, merkt ihr es sofort und spart Zeit und Geld. Zweites: Baut ein Ökosystem auf. Sucht euch Mentor:innen, Unterstützer und andere Startups. Sie können nicht jedes Feuer für euch löschen, aber sie helfen beim Löschen und beraten dazu, was leicht entzündlich ist. Drittens: Bleibt hartnäckig. Lasst euch von konservativen Branchen nicht einschüchtern. Bei unserem ersten Besuch in Portugal haben alle Fabriken mit dem Kopf geschüttelt und „Experten“ sagten uns, so ein Schuh ließe sich nicht bauen. Hätten wir an sie und nicht an uns geglaubt, stünden wir jetzt bei Null anstatt bei 200 Vorbestellungen.

Wo steht Sizeless in einem Jahr? 

Sizeless ist nicht einfach irgend ein Kinderschuh. Mit Sizeless definieren wir neu, wie Kinderschuhe funktionieren. Und daran arbeiten wir auch in einem Jahr noch. Dann sind wir voraussichtlich mit einer deutlich größeren Spring/Summer-Kollektion bereits im Verkauf und bereiten parallel den Launch unseres Wintermodells vor. Dieses Jahr geht die Sizeless-Saison von Sommer bis Herbst – nächstes Jahr endet sie nicht mehr.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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Foto (oben): Sizeless

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