#Interview – „Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken“

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#Interview

“Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden”, sagt Jasper Roll von Haufe Group Ventures.

„Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken“

Mittwoch, 13. Mai 2026VonAlexander

Seit 2023 investiert Haufe Group Ventures, ein Ableger der bekannten Haufe Group (Haufe, Lexware), in junge „Corporate-Service-Startups“. Gemeint sind damit „Startups, die im B2B-Kontext und im Bereich Software-as-a-Service (SaaS)“ unterwegs sind und die „Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten“.

Das Team rund um Jasper Roll investiert initial bis zu 1 Million Euro. Zuletzt investierte Haufe Group Ventures gemeinsam mit Venture Stars, TKM, Gründerfonds Ruhr und Caesar Venture in CyberDesk. Das Startup aus München, 2022 gegründet, setzt auf identitätszentrierte Datensicherheit. Zum Portfolio des Geldgebers gehören ansonsten Startups wie become.1, Doctorflix und Dyno.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Haufe Group Ventures-Macher Jasper Roll einmal ausführlich über die aktuelle Investmentsituation in Deutschland.

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Wie würdest Du Deiner Großmutter Haufe Group Ventures erklären? 

Haufe Group Ventures ist im Kern ein Investor, aber nicht nur im klassischen Sinne. Wir unterstützen Gründerinnen und Gründer dabei, digitale Lösungen zu bauen, die echte Probleme in Unternehmen lösen. Das Ziel ist dabei immer das gleiche: Firmen den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie wirklich gut können. Neben Kapital bringen wir vor allem eines mit: Verständnis für den Mittelstand und Zugang zu einem Netzwerk, das hilft, Ideen schneller in den Markt zu bringen. Oder einfacher gesagt: Wir helfen dabei, gute Ideen zu funktionierenden Geschäftsmodellen zu machen. 

Wie bewertest Du die aktuelle Investmentsituation in Deutschland? 

Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken – zumindest für gute Teams. Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden. Die Geschwindigkeit, mit der neue Themen entstehen – vor allem rund um KI – ist extrem hoch. Das führt zu einer Art „Abundance of Solutions“. Es gibt sehr viele Ansätze für sehr ähnliche Probleme. In diesem Umfeld gewinnen diejenigen, die wirklich differenzieren können: mit klaren Lösungen, echten Wettbewerbsvorteilen und einem belastbaren Geschäftsmodell. 

Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate? 

Ich glaube, es bleibt herausfordernd, aber Europa ist gut positioniert. Was sich klar zeigt: Auswahl wird wichtiger. Es gibt immer mehr Lösungen für immer mehr Probleme. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht alles davon relevant ist. Langfristig werden sich die Unternehmen durchsetzen, die einen echten „Moat“ haben – also etwas, das sie schwer kopierbar macht. Das kann Technologie sein, ist es aber immer seltener allein. Viel wichtiger sind ein klarer Anwendungsfall, echte Kundenrelevanz und ein tiefes Verständnis für das Problem. 

Was rätst Du Gründer:innen, die derzeit auf Kapitalsuche sind? 

Software wird zunehmend zur Commodity. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht mehr: Was kann eure Technologie? Sondern: Welches Problem löst ihr wirklich – und warum ist das relevant genug, dass jemand dafür bezahlt? Mein Rat wäre: Das Problem messerscharf herausarbeiten, früh Beweise liefern und schnell Momentum aufbauen. Viele Startups scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sie zu spät merken, dass das Problem nicht groß genug ist. Validierung schlägt Vision – gerade in frühen Phasen.   

Welche Startups begeistern Dich derzeit ganz besonders? 

Natürlich schaue ich zuerst auf unser eigenes Portfolio, da arbeiten wir mit Teams, die genau diesen Anspruch haben, reale Probleme zu lösen. Was mich aktuell aber generell begeistert, sind weniger einzelne Unternehmen als vielmehr ein Trend: Wir sehen gerade viele sehr starke Teams, die extrem lösungsorientiert arbeiten und nicht mehr nur auf Technologie fokussiert sind. Gerade im Worktech- und Corporate-Service-Bereich passiert viel Spannendes. KI ist dabei gleichzeitig Chance und Herausforderung. Sie senkt zwar Eintrittsbarrieren, aber genau deshalb wird es umso wichtiger, echte Probleme zu lösen und nicht nur gute Technologie zu bauen. 

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Foto (oben): Haufe Group Ventures

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