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#StartupTicker

#StartupTicker TravelTech Holidu zündet mit KI den M&A-Turbo IndustrialTech boomt in Deutschland ClimateTech ecoLocked schlittert in die Insolvenz Startups aus Heidelberg, die alle kennen sollten

    Holidu     M&A     IndustrialTech     ecoLocked     Heidelberg

Donnerstag, 9. Juli 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 9. Juli).

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#STARTUPTICKER

Holidu

Hier funktioniert KI als M&A-Turbo! Das Münchner Travel-Unternehmen Holidu, 2014 gegründet, übernahm kürzlich den niederländischen Ferienhausdienst Gites.com – die 14. Akquisition der jungen Firmengeschichte. Eine beachtliche Zahl – auch für ein millionenschweres Scaleup. Denn die eigentliche Arbeit bei Akquisitionen beginnt meist erst nach dem Deal: Systeme müssen zusammengeführt, Daten migriert und Prozesse integriert werden. Genau dabei setzt Holidu inzwischen ganz gezielt auf KI. „Der Deal selbst war nie der schwierige Teil, die Migration danach schon“, sagt Gründer Johannes Siebers. Holidu legt bei Übernahmen viel Wert auf die etablierten Marken, die nach außen erhalten bleiben. Im Hintergrund führt das Team jedoch alles auf einer gemeinsamen Technologieplattform zusammen. KI unterstützt dabei unter anderem die Due Diligence, automatisiert Datenmigrationen und beschleunigt die technische Integration. „Früher hat sie Monate gedauert. Heute nimmt KI uns einen Großteil dieser Arbeit ab“, führt der Holidu-Macher aus. Die jetzt schon ordentliche Buy-and-Build-Strategie von Holidu, das in den vergangenen Jahren bereits rund 175 Millionen an Venture Capital eingesammelt hat, dürfte damit weiter an Tempo gewinnen. Schon jetzt stammen rund 30 % des Angebotswachstums in diesem Jahr aus Übernahmen. Mehr über Holidu

IndustrialTech

IndustrialTech boomt! Im ersten Halbjahr 2026 entstanden in Deutschland 128 neue Industrie-Startups – ein Plus von 125 % gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Dies geht aus dem neuen Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“ von Startup-Verband und startupdetector hervor. Der Gründungsboom erreicht damit zunehmend auch die industrielle Wertschöpfung – ein Bereich, der für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit besonders wichtig ist. Startups wie Kyrok, Hades Mining und Almetra haben zuletzt gezeigt, wie viel Potenzial inzwischen in diesem Segment steckt. (Next Generation, PDFMehr über Next Generation

ecoLocked 

Pleite! Das Berliner Startup ecoLocked ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Florian Linkert bestellt. Das ClimateTech, 2021 von Mario Schmitt, Micheil Gordon und Stefanie Gerhart gegründet, „entwickelt für Kunden aus der Baubranche sowohl CO2-optimierte Betonrezepturen als auch die entsprechenden Biokohlenstoff-Zusatzstoffe“. Matterwave Ventures, Climentum Capital, Counteract, SFO, Sabanci Building Solutions und Voyagers investierten zuletzt 4 Millionen Euro in die Jungfirma. Mit ecoLocked gerät damit das nächste deutsche ClimateTech in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mehr über ecoLocked

Heidelberg

Im kleinen Städtchen Heidelberg am Neckar tummeln sich zahlreiche aufstrebende Startups. Deswegen blicken wir wieder einmal auf die Digital-Szene in der Neckarstadt und stellen sieben aufstrebende Startups aus Heidelberg vor, die alle kennen sollten. Mehr über Heidelberg

Startup-Radar

Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: Kontori, Arctory, Coback, azuza und goal100.studio. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

Fuchs & Eule erhält 10 Millionen ValueGrain sammelt bis zu 3,3 Millionen ein auxilius.ai streicht 1,3 Millionen ein reverse.fashion bekommt Millionensumme butterfly & elephant investiert in Additive Marking Tourlane übernimmt Lambus. Mehr im Deal-Monitor

#JOBS

CHECK24

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Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

#StartupsToWatch – 7 aufstrebende Startups aus Heidelberg, die alle kennen sollten

#StartupsToWatch

Im kleinen Städtchen Heidelberg am Neckar tummeln sich zahlreiche aufstrebende Startups. Deswegen blicken wir wieder einmal auf die Digital-Szene in der Neckarstadt und stellen sieben aufstrebende Startups aus Heidelberg vor, die alle kennen sollten.

7 aufstrebende Startups aus Heidelberg, die alle kennen sollten

Mittwoch, 8. Juli 2026VonTeam

Immer mehr deutsche Universitätsstädte etablieren sich als Gründerhochburgen – darunter auch das wunderschöne Städtchen Heidelberg. In den vergangenen Jahren bekam die Neckarstadt vor allem dank des KI-Überfliegers Aleph Alpha viel Aufmerksamkeit. Aber auch Dank GetSafe und Verivox war Heidelberg in der letzten Zeit immer wieder in den Schlagzeilen.

Dennoch steht Heidelberg weiter viel zu selten im Fokus der bundesweiten Startup-Szene. Deswegen blicken wir heute wieder einmal ganz gezielt auf die Startup-Szene in Heidelberg. Denn den vergangenen Monaten sind wieder einige aufstrebende Startups aus der Neckarstadt aufgefallen.

7 vielversprechende Startups aus Heidelberg

Cirql One

Cirql One, 2025 von Gregor Stöckler, Stefan Hockenberger und Tara von Metzen an den Start gebracht, setzt auf eine „Enterprise-KI mit Geschäftskontext“. Die Plattform des Startups extrahiert dabei „gewachsenes institutionelles Wissen aus Enterprise-Systemen wie SAP und macht es für KI direkt nutzbar“. Mehr über Cirql One

blue activity

blue activity, 2021 von Lars Havighorst und Michael Simon gegründet, kümmert sich um die „nachhaltige Behandlung von Kühlwasser in industriellen Verdunstungskühlsystemen“. Das „Echtzeit-Monitoring-Dashboard“ des CleanTechs überwacht dabei „alle relevanten KPIs-Biofilm, Scaling, Korrosion und Füllstand“. Mehr über blue activity

FLEXOO

FLEXOO, 2023 angeschoben, entwickelt „ultradünne, frei formbare Sensoren, die direkt in einzelne Batteriezellen integriert werden“. Das Schlagwort dabei lautet „Physical-AI-Sensorplattform“. Die Sensoren des Unternehmens sollen „Physical AI überhaupt erst möglich“ machen. „Nur ultradünne, frei formbare Sensorik schließt die Lücke zwischen physischer Hardware und lernenden Algorithmen“, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über FLEXOO

Enzo

Enzo, 2021 von Marvin Follmann und Sascha Wolf ins Leben gerufen, hilft Wohngebäudeversicherungen. „Mit der one.drop-Technologie überwacht Enzo Trinkwassersysteme digital und meldet Defekte automatisiert, um Schäden und Wasserverluste zu minimieren“, heißt es zum Konzept. Mehr über Enzo

paretos 

paretos, 2020 von Fabian Rang und Thorsten Heilig auf die Beine gestellt, möchte „Analyseprozesse für Unternehmen so leicht zugänglich und integrierbar wie ein E-Mail-Programm“ machen. So sollen „umfangreiche Datenanalysen ohne Vorkenntnisse oder die Expertise von Data-Science-Spezialisten durchgeführt werden“ können. Mehr über paretos

become.1

become.1, 2019 von Friedrich Villhauer und David Wambsganss gegründet, hat Mitarbeiter-Benefits im Fokus. Das Team verspricht dabei „minimalen Verwaltungsaufwand für Arbeitgebende und maximale Flexibilität für Arbeitnehmende“. Mehr über become.1

Heidelberg Epignostix

Heidelberg Epignostix, 2022 aus der Taufe gehoben, möchte die Krebsdiagnostik durch Data Science verändern. „The company has developed novel AI-based bioinformatics algorithms with utility in cancer classification for improved accuracy in cancer diagnosis, prognosis and therapy management“, heißt es zum Konzept. Mehr über Heidelberg Epignostix

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Foto (oben): Shutterstock

#Interview – „Timing ist alles. Gebt nicht auf“

#Interview

“Wir sind mit einer Überzeugung gestartet – und haben sie zur Realität gemacht”, sagt Lars Havighorst, Gründer von blue activity. Das Startup aus Heidelberg tritt an, um chemische Biozide in industriellen Kühlsystemen durch Mikroorganismen zu ersetzen.

„Timing ist alles. Gebt nicht auf“

Montag, 6. Juli 2026VonAlexander

Das Heidelberger CleanTech blue activity, 2021 von Lars Havighorst und Michael Simon gegründet, setzt auf die „nachhaltige Behandlung von Kühlwasser in industriellen Verdunstungskühlsystemen“. Das „Echtzeit-Monitoring-Dashboard“ des CleanTechs überwacht dabei „alle relevanten KPIs-Biofilm, Scaling, Korrosion und Füllstand“.

Wind Capital (Paris), Venture Stars (München) und Angel Invest (Berlin) investierten zuletzt 8,5 Millionen Euro in das Unternehmen, das 10 Mitarbeitende beschäftigt. Das frische Kapital soll dabei helfen, „die Produktentwicklung zu beschleunigen und die kommerziellen Aktivitäten in europäischen Industriemärkten auszubauen“. 

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Havighorst einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei blue activity.

Wie würdest Du Deiner Großmutter blue activity erklären?

Große Fabriken benötigen riesige Mengen Wasser, um ihre Produktion zu kühlen. Damit dieses Wasser sauber bleibt, setzen Unternehmen traditionell auf giftige Chemikalien – die jedoch unser Wasser und die Natur schädigen. Das eigentliche Problem lösen sie dabei nicht, sondern schaffen neue: Sie belasten unsere Flüsse und Böden. Wir haben einen einzigartigen Weg gefunden, dasselbe mit winzig kleinen Mikroorganismen zu erledigen. Diese reinigen das Wasser ganz natürlich, ganz ohne gefährliche Stoffe. Das Ergebnis: Prozesse laufen effizienter – und nichts Schädliches gelangt mehr in unser Wasser.

War dies von Anfang an Euer Konzept,?

Unsere Kernvision war von Beginn an klar: chemische Biozide in industriellen Kühlsystemen durch Mikroorganismen zu ersetzen. Dieser Fokus hat uns geleitet und ist bis heute unser Antrieb. Natürlich haben wir das Produkt iterativ weiterentwickelt – aber an der grundlegenden Ausrichtung haben wir nie gezweifelt.

Wie hat sich blue activity seit der Gründung entwickelt?

Seit unserer Gründung 2021 – damals zu zweit – sind wir heute ein Team von zehn Personen. Der Umsatz ist von 60.000 Euro im ersten Jahr auf einen siebenstelligen Umsatz gewachsen, und wir konnten eine stetig steigende Kundenbasis von unserer Lösung überzeugen. Zahlen, auf die wir stolz sind – und die zeigen, dass der Markt bereit ist.

Zuletzt konntet Ihr 8,5 Millionen einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

Wir haben von Anfang an aktiv das Gespräch gesucht: Investoren direkt angesprochen, die Idee klar und überzeugend präsentiert – und auf die Kraft unserer Technologie vertraut. Die Resonanz hat uns bestätigt, dass wir zur richtigen Zeit mit dem richtigen Ansatz am Markt sind.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wir haben in einer frühen Phase das Wachstum schneller vorangetrieben, als es die Produktreife zuließ. Die notwendigen Anpassungen haben mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant, was uns vorübergehend ausgebremst hat. Rückblickend eine wichtige Erkenntnis: Skalierung muss mit Produktreife und Teamaufbau im Einklang stehen.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht? 

Wir sind mit einer Überzeugung gestartet – und haben sie zur Realität gemacht. Dass unsere Technologie nach fünf Jahren vom VDI als zukunftsweisend anerkannt wurde, ist für uns eine besondere Bestätigung. Vor allem aber: Wir haben unseren Kunden echten Mehrwert geliefert und langfristige Partnerschaften aufgebaut.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Prüft eure Idee kontinuierlich und kritisch – nicht nur auf ihre technische Machbarkeit, sondern auch darauf, ob der Markt gerade bereit dafür ist. Timing ist alles. Und dann: Gebt nicht auf. Der Weg wird nicht linear sein – er verläuft in Wellen. Wer das akzeptiert und dennoch konsequent vorangeht, hat die besten Chancen.

Wo steht blue activity Startup in einem Jahr?

Wir planen, unseren Umsatz auf 3 Millionen Euro zu steigern und das Team auf 13 bis 15 Personen auszubauen. Wir stehen vor einer spannenden Wachstumsphase – mit solidem Fundament und klarem Kurs.

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Foto (oben): blue activity

#Brandneu – 5 neue Startups: Primogene, Mobility Signage, Synfia.ai, Cirql One, Immodio

#Brandneu

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Primogene, Mobility Signage, Synfia.ai, Cirql One und Immodio.

5 neue Startups: Primogene, Mobility Signage, Synfia.ai, Cirql One, Immodio

Mittwoch, 3. Juni 2026VonVeronika

deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten, an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die vor Kurzem aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

Primogene 

Das BioTech Primogene aus Leipzig, von Reza Mahour, Valerian Grote und Linda Karger angeschoben, setzt auf die Herstellung funktioneller Inhaltsstoffe für Ernährung, Personal Care sowie pharmazeutischer Rohstoffe „auf der Grundlage von Multi-Enzym-Systemen“.

Mobility Signage

Die Münchner Firma Mobility Signage entwickelt „ein zentrales Fahrgastinformationssystem für Verkehrsbetriebe, sowie Städte und Bahnbetreiber im öffentlichen Nah- und Fernverkehr“. Zu den Kunden des von Stefan Rademacher und Dominik Nouri gegründeten Startups gehören BVG, SSB und Deutsche Bahn. 

Synfia.ai

Mit Synfia.ai aus Wien, von René Mähr und Simon Rutar ins Leben gerufen, lassen sich Fragebögen und Interviews durch intelligente Sprachdialoge ersetzen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, „Feedback so einfach und wirksam wie ein Gespräch zu machen – als Grundlage für bessere Entscheidungen in Organisationen“.

Cirql One

Hinter Cirql One aus Heidelberg, von Gregor Stöckler, Stefan Hockenberger und Tara von Metzen auf die Beine gestellt, steckt eine „Enterprise-KI mit Geschäftskontext“. Die Plattform des Startups extrahiert dabei „gewachsenes institutionelles Wissen aus Enterprise-Systemen wie SAP und macht es für KI direkt nutzbar“. 

Immodio

Immodio aus Reichenschwand digitalisiert den gesamten Neuvermietungs- und Verwaltungsprozess von Immobilien für Vermieter, Verwalter und Makler. „Alle Gründer von Immodio sind selbst Vermieter. Deshalb entwickeln wir Software aus der Praxis für die Praxis“, heißt es vom Team der Gründer Dominik Hettlich, Hendric Owesle, Leon Blank und Lukas Kolb.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

#Interview – „Die Marktmacht der Pharmaindustrie haben wir unterschätzt“

#Interview

In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 100 Millionen in das umtriebige MedTech Precisis, das eine Hirnstimulation für Menschen mit Epilepsie entwickelt. Nun drängt das Team aus Heidelberg, das seit 2015 an seiner Idee arbeitet in die USA.

„Die Marktmacht der Pharmaindustrie haben wir unterschätzt“

Mittwoch, 27. Mai 2026VonAlexander

Beim Heidelberger Startup Precisis, 2015 von Angela Liedler gegründet, dreht sich alles um Epilepsie. „Precisis hat ein medizinisches Gerät erfunden, mit dem sich Epilepsie-Patienten im Alltag geschützt fühlen können. In Deutschland, England, der Schweiz und Österreich tragen bereits Hunderte von Patienten das Implantat unter der Kopfhaut und wollen es nicht mehr missen, weil es ihr Leben mit Epilepsie so viel leichter macht“, sagt Gründerin Liedler.

In den vergangenen Jahren flossen bereits 100 Millionen Euro in das MedTech, das derzeit 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Investoren von Precisis gehört unter anderem der australische Medizintechnikhersteller Cochlear, der auf implantierbare Hörlösungen spezialisiert ist.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Precisis-Gründerin Angela Liedler einmal ausführlich über den Stand der Dinge in ihrem Unternehmen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Precisis erklären?

Precisis hat ein medizinisches Gerät erfunden, mit dem sich Epilepsie-Patienten im Alltag geschützt fühlen können. Das hochmoderne Gerät kann epileptische Anfälle, also das „Gewitter im Kopf“, punktgenau an seinem Entstehungsort unterdrücken. Die technologische Erfindung dabei ist, dass winzig kleine Ströme über dünne Elektroden, die unter der Haut liegen, durch den Kopfknochen hindurch ins Gehirn geleitet werden, ohne dass die Patienten davon etwas spüren. In Deutschland, England, der Schweiz und Österreich tragen bereits Hunderte von Patienten das Implantat unter der Kopfhaut und wollen es nicht mehr missen, weil es ihr Leben mit Epilepsie so viel leichter macht. Der Name EASEE spielt darauf an, dass clevere Ideen scheinbar einfach daherkommen.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Die Idee, das kranke Gehirnareal bei jedem Patienten individuell mit elektrischen Pulsen zu behandeln, war von Anfang an unser Konzept. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden wollten wir keinesfalls Gehirngewebe beschädigen oder Elektroden um Nerven herumwickeln. Wir wollten immer schon etwas Elegantes, Sicheres, und wieder rückgängig Machbares anbieten, damit die Patienten unsere moderne Alternative leicht akzeptieren können und attraktiv finden. Mit der Zeit haben sich natürlich Hard- und Software weiterentwickelt – hin zu einem intelligenten, digitalen Taktgeber fürs Gehirn. 

Wie hat sich Precisis seit der Gründung entwickelt?

Seit Kick-off im Jahr 2015 ist das Team in Heidelberg von vier auf ein Team von 40 international Mitarbeitenden gewachsen.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Das aktuelle Highlight ist die Erhebung von Wirksamkeitsdaten bei Kindern mit Epilepsien. Die Genehmigung zur Durchführung einer Klinischen Studie an Kindern war möglich geworden, weil die Behandlung davor bei Erwachsenen so gut und sicher funktionierte. Wir rechnen damit, dass die EASEE-Therapie gegen Ende 2027 auch für Epilepsie-Patienten ab dem Alter von 12 Jahren im Markt zur Verfügung stehen wird. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?

Die Marktmacht der Pharmaindustrie haben wir unterschätzt. So mussten wir lernen, dass jeder dritte Epilepsie-Patient im Schnitt 22 Jahre lang mit unwirksamen Medikamenten behandelt wird, bevor ihm von seinem betreuenden Arzt eine andere – modernere, technische oder chirurgische – Methode angeboten wird. So ein starres System aus überkommenen Ritualen aufzubrechen, ist für ein kleines Startup eine echte Herausforderung.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?

Mit der konsequenten Fokussierung unserer Erfindung auf das Patientenwohl lagen wir von Anfang an richtig. Auch unser Team ist nahezu perfekt gewachsen. Bei uns arbeiten hochmotivierte Persönlichkeiten effektiv zusammen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Ich persönlich finde es sehr hilfreich, wenn Gründer, die Experten auf ihrem Gebiet sind, möglichst viele unterschiedlich ausgebildete Leute von ihrem Geschäftsmodell begeistern können. Denn Startups werden nur mit Partnern und Mitmachern groß und erfolgreich.

Wo steht Precisis in einem Jahr?

Im amerikanischen Gesundheitswesen. Wir haben von der Zulassungsbehörde FDA eine Art wissenschaftliches Gütesiegel erhalten, das es uns ermöglicht, das EASEE-Gerät in hochrangigen amerikanischen Epilepsie-Zentren zu testen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Precisis

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