Homebridge 2.0: Matter-Unterstützung ist endlich da

Wer sein Smart Home mit Apple-Geräten steuert, kennt Homebridge sicher als die Rettung für Hardware, die eigentlich nicht mit Apple Home spricht. Ich hatte damals einiges darüber geschrieben, da man so gut die Ring-Kameras gut an Apple Home durchreichen konnte. Und ja, klappte natürlich auch mit vielen anderen Kameras.

Nach über drei Jahren in der Beta-Phase ist nun die Version 2.0 erschienen. Der große Knaller in diesem Update ist die Integration von Matter. Damit agiert die Software nicht mehr nur als Brücke für Apple Home, sondern öffnet sich für den herstellerübergreifenden Standard. Das ist praktisch, weil Homebridge so auch Geräte an Alexa, Google Home oder Home Assistant durchreichen kann.

Die Entwickler verfolgen dabei zwei Ansätze. Zuerst geht es darum, Lücken in der HomeKit-Unterstützung zu füllen. Apple setzt bei neuen Kategorien wie Saugrobotern mittlerweile voll auf Matter statt auf das eigene Protokoll. Homebridge kann diese Geräte jetzt korrekt als Saugroboter einbinden, anstatt sie wie bisher als einfachen Schalter oder als Lampe zu tarnen. Der zweite Punkt ist die langfristige Öffnung der über 4.000 vorhandenen Plugins für andere Matter-Controller. So könnten Geräte über ein Homebridge-Plugin beispielsweise direkt in der Aqara-App auftauchen.

Nutzer sollten jedoch beachten, dass die einzelnen Plugins nach und nach von den jeweiligen Entwicklern angepasst werden müssen, damit die Matter-Funktionen überall greifen. Das Update ist übrigens kein Zwang, wer mit dem aktuellen Stand zufrieden ist, kann erst einmal abwarten.

Grundsätzlich muss ich für mich festhalten, dass Homebridge an Relevanz verloren hat – mit Matter, den nativen Funktionen und notfalls Home Assistant bin ich da für mich eigentlich safe.

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Aqara FP400: Sensor für Anwesenheitserkennung startet bald

Aqara bringt mit dem FP400 bald einen neuen Sensor für die Anwesenheitserkennung an den Start, der im Vergleich zum Vorgänger ordentlich nachlegt. Das Teil nutzt Radar-Technik und kann bis zu zehn Personen gleichzeitig im Blick behalten. In der App lässt sich die Fläche in ein Raster von 0,5 mal 0,5 Metern unterteilen, was insgesamt 320 Rasterpunkte und 30 einstellbare Zonen ergibt. So lässt sich ziemlich genau festlegen, wo im Raum was passieren soll, wenn jemand eine bestimmte Ecke betritt.

Die Entwickler haben laut eigener Aussage am KI-Algorithmus geschraubt, um Fehlalarme durch Haustiere, Ventilatoren oder wackelnde Vorhänge zu minimieren. Auch das Problem mit den sogenannten Geisterbildern, bei denen der Sensor Personen sieht, wo keine sind, soll damit der Vergangenheit angehören. Spannend ist die Zählung der Leute im Raum. Der FP400 verlässt sich nicht nur auf das Radarbild, sondern rechnet die Ein- und Ausgänge zusammen, um die genaue Anzahl der Anwesenden zu ermitteln.

Bei der Integration zeigt sich Aqara offen und setzt auf ein Dual-Protokoll mit Zigbee und Thread. Durch die Matter-Unterstützung landet das Gerät problemlos in Apple Home, Google Home, Alexa oder Home Assistant. Ein Lichtsensor ist ebenfalls wieder an Bord, um Automationen von der Helligkeit abhängig zu machen. Die Stromversorgung läuft dauerhaft über USB-C mit 5V/1A.

Bei der Montage gibt es verschiedene Möglichkeiten. An der Wand schafft der Sensor eine Tiefe von 10 Metern und eine Breite von 8 Metern. In der Ecke montiert sind es noch 7 mal 7 Meter. Wer das Gerät lieber an der Decke sieht, deckt bei einer Höhe von 2,80 Metern einen Radius von 3 Metern ab. Eine automatische Erkennung hilft bei der ersten Einrichtung, indem sie Raumgrenzen und Störquellen selbstständig identifiziert und Vorschläge für die Zonen liefert. Einen Preis für den deutschen Markt gibt es momentan bisher nicht.

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Dyson HushJet Purifier Compact im Test

Luftreiniger stehen dem einen oder anderen sicher schon eine Weile auf der Liste der Geräte, die man sich mal genauer ansehen möchte. Besonders im Winter kann das ein Thema sein, wenn die Fenster geschlossen bleiben und Kochen, Staub und Haustiere ihren Beitrag leisten. Der Frühling bietet mit seinem Pollenflug direkt den nächsten Grund. Dyson hat mit dem HushJet Purifier Compact ein Gerät auf den Markt gebracht, das optisch aus der Reihe tanzt und mit einem ungewöhnlichen technischen Ansatz aufwartet. Ich habe mir das Ganze mal etwas genauer angesehen.

Design und erster Eindruck

Das Erste, was man beim Auspacken merkt, ist, dass das Gerät im Vergleich zu seinen Schwestermodellen tatsächlich kompakt ist. Mit 47 cm Höhe und einem Durchmesser von 23 cm passt es problemlos auf den Schreibtisch oder Nachttisch. Dyson hat sich optisch auch etwas Neues getraut. Statt dem bekannten ringförmigen Luftauslass der Purifier-Reihe setzt der HushJet auf eine sternförmige Düse, die sich vom Rest des Gehäuses abhebt. Der Vergleich mit einem Düsentriebwerk ist nicht nur Marketing-Sprech, sondern tatsächlich Programm.

Das Design fügt sich ansonsten in Dysons typische Formsprache ein. Dunkler Kunststoff, klare Linien, ein kleines Display am Gehäuse und der gewohnte Kunststoff. Die Verarbeitungsqualität ist einwandfrei, da gibt es nichts zu meckern. Mit 3,15 kg ist das Gerät leicht genug, um es im Raum umzustellen, ohne dass es zum Gewichtheben wird.

Die HushJet-Technologie

Das Herzstück des Geräts ist die titelgebende HushJet-Technologie. Dyson hat sich dabei akustische Prinzipien aus der Luft- und Raumfahrttechnik geliehen. Die sternförmige Düse ist so gestaltet, dass sie Turbulenzen im Luftstrom unterdrückt, ähnlich wie Schalldämpfer an Triebwerken. Das Ergebnis soll ein kraftvoller, aber leiser Luftstrom sein.

Und das funktioniert in der Tat. Im Maximalmodus kommt das Gerät auf lediglich etwas mehr als 40 dB. Das ist etwa die Lautstärke eines leise geführten Gesprächs. Im Sleep-Modus sind es etwas mehr als 20 dB, was im Prinzip fast Stille ist. Wer nachts einen Luftreiniger im Schlafzimmer betreiben möchte, ohne davon wachgehalten zu werden, findet hiermit einen guten Kandidaten.

Dazu kommt, dass die sternförmige Düse den Luftstrom vertikal nach oben ausbläst und dadurch die gereinigte Luft effizient im Raum verteilt, auch in größeren Räumen. Dyson gibt eine Raumabdeckung von bis zu 100 m² an, was für ein derart kompaktes Gerät schon sehr ordentlich ist.

Der HushJet Purifier Compact arbeitet mit zwei Filtern:

  • 360° elektrostatischer Filter: Entfernt 99,97 % der Partikel bis 0,3 Mikrometer, also Allergene, Pollen, Schimmelpilzsporen und Viren. Dyson verspricht eine Lebensdauer von fünf Jahren, was die Folgekosten überschaubar hält.
  • 360° Aktivkohlefilter: Zuständig für Gerüche von Haustieren, Kochen, Zigarettenrauch und Co. und schädliche Gase wie NO2.

Das gesamte Gerät ist vollständig versiegelt. Was reinkommt, kommt nicht wieder raus. Das ist ein Punkt, den Dyson gegenüber günstigeren Wettbewerbern immer wieder betont. Technisch nachvollziehen konnte ich das nicht, dazu fehlt mir das Test-Equipment.

Der integrierte Sensor erkennt automatisch PM2,5-Partikel und reagiert entsprechend. Im Auto-Modus arbeitet das Gerät also nur dann auf höchster Stufe, wenn es auch wirklich nötig ist. Das spart Energie und verlängert die Filterlebensdauer.

Alltag und App-Anbindung

Die Bedienung ist unkompliziert. Ein kleines Display am Gerät zeigt die aktuelle Luftqualität in Echtzeit an. Das ist farbkodiert von Grün (gut) bis Violett (schwerwiegend). Wer das Gerät aus der Ferne steuern möchte, nutzt die MyDyson-App. Dort lassen sich Lüftungsstufen anpassen, Timer einstellen, historische Luftqualitätsdaten abrufen und Filterstandsmeldungen im Auge behalten. Auch Amazon Alexa, Google Assistant und Siri werden unterstützt. Die Kopplung erfolgt erst über Bluetooth. Nachdem man das Gerät ins WLAN gehängt hat, findet man es im Netzwerk.

Die Dyson-App ist solide. Sie ist übersichtlich aufgebaut, lädt zügig und liefert sinnvolle Daten. Die personalisierten Monatsberichte zur Luftqualität sind ein nettes Extra aber kein Must-have.

Während des Tests konnten wir feststellen, dass der HushJet seine Arbeit wohl ziemlich gut macht. Vor allem die Gerüche von Essen und Co. verschwanden relativ zügig aus dem Raum, ohne das Fenster zu öffnen. Generell haben wir im Haus und in unserer Gegend jedoch mit relativ wenig schlechter Luft zu kämpfen.

Was fehlt, was stört

Der HushJet Purifier Compact ist ein reiner Luftreiniger. Er kühlt nicht, er heizt nicht. Wer ein Kombigerät sucht, etwa mit Ventilationsfunktion für den Sommer, muss zu anderen Modellen aus dem Dyson-Portfolio oder von Konkurrenten greifen. Das ist keine Schwäche des Geräts an sich, aber ein Punkt, den man beim Kauf im Kopf haben sollte. Da der Luftzug nach oben gerichtet ist, spürt man diesen auch nicht.

Ein weiterer Punkt könnte eher die Überwachungsjunkies betreffen. Der Lüfter gibt in den Dateninsights nur Infos über die Luftqualität, PM2.5 und PM10 aus. Weitere Daten zur Partikelbelastung wie man sie etwa von anderen Modellen kennt, gibt es hier nicht.

Fazit

Der Dyson HushJet Purifier Compact ist ein ordentlicher und mobiler Luftreiniger, der sein Kernversprechen (leise, kompakt, leistungsstark) einhält. Der Knackpunkt ist wie so oft bei Dyson der Preis. 399 Euro für einen reinen Luftreiniger ist eine Hausnummer. Da kann man natürlich auch für deutlich weniger Geld einen funktionalen Luftreiniger bekommen. Wer aber Wert auf geringe Lautstärke legt, sich ein gut aussehendes und kompaktes Gerät wünscht und das Dyson-Ökosystem ohnehin schon nutzt, bekommt hier ein ausgereiftes Produkt ohne nennenswerte Schwächen. Für alle anderen lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz, bevor man den Geldbeutel zückt.

Bestseller Nr. 1

Bestseller Nr. 2

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SwitchBot Standventilator: Smarter Windmacher mit Akku-Option kurz angeschaut

SwitchBot, früher eigentlich eher bekannt für ihre kleinen Roboter-Ärmchen zum Drücken von Lichtschaltern, hat mit dem „Standing Circulator Fan“ einen weiteren Kandidaten für das smarte Zuhause im Sortiment. Das Gerät ist ein Hybrid aus klassischem Standventilator und Boden-Zirkulator. Den fand ich ganz spannend für einen kleinen Test, allerdings kam es dann anders als gedacht, aber der Reihe nach.Optisch gibt es hier keine Experimente: weißes Plastik, gold- / bronzefarbenes Gitter, schlichtes Design. Dank modularer Stangen lässt sich das Ding in der Höhe verstellen, taugt also für den Boden oder den Schreibtisch. Der Clou ist der verbaute 3.600 mAh starke Akku. Damit ist man nicht auf eine Steckdose angewiesen, was beim Umstellen im Haus oder auf der Terrasse recht angenehm ist. Geladen wird zeitgemäß über USB-C, was im Zweifel auch den Betrieb an einer Powerbank erlaubt.

Der Ventilator bewegt sich nicht nur horizontal, sondern auch vertikal (bis zu 90 Grad). Wer das Ganze kombiniert, bekommt eine 3D-Oszillation, die die Luft im Raum ordentlich durchmischt.

  • Lautstärke: Auf den niedrigen Stufen ist er mit rund 24 dB(A) tatsächlich sehr leise und schlafzimmertauglich. Dreht man ihn auf, hört man ihn natürlich, aber das Geräusch bleibt im Rahmen.
  • Akku-Leistung: SwitchBot gibt bis zu 12 Stunden an. Die Realität: Wer beide Achsen drehen lässt und volle Pulle gibt, zieht den Akku natürlich wesentlich flotter leer. Auf kleiner Stufe kommt man aber locker durch die Nacht.
  • Licht: Ein integriertes Nachtlicht ist an Bord. Nettes Feature, wenn man nachts nicht über den Standfuß stolpern will, aber sicher kein Kaufargument für sich.

Die „smarten“ Funktionen

Wie gewohnt spielt SwitchBot seine Stärken in der App aus. Man kann die Geschwindigkeit stufenlos von 1 bis 100 regeln. Wer einen SwitchBot Hub (z. B. Hub 2) besitzt, kann den Ventilator auch in Automationen einbinden („Wenn Temperatur > 25 Grad, dann Stufe 5“).

Matter-Unterstützung gibt es ebenfalls, allerdings nur über den Umweg des Hubs. Dann lässt sich der Fan auch in Apple Home, Google Home oder Alexa einbinden. Die physische Fernbedienung, die im Lieferumfang enthalten ist, wirkt im Vergleich zur App-Steuerung etwas klapprig, tut aber ihren Dienst. Und hier stolperte ich und musste den Support bemühen. SwitchBot hat zurzeit eh Probleme mit seiner App in Deutschland. Die ist aus dem App Store geflogen. Alternativ muss man aktuell zur Ausweich-App OneRobotics greifen, wenn man Neukunde ist.

Jedenfalls will ich auf die Matter-Einbindung klicken… und gelange auf eine Webseite, die sagt, dass der Inhalt nicht gefunden wurde. Also mal den offiziellen Support angeschrieben und mein Problem aller genauestens beschrieben. Was folgte, war eine völlig themenfremde Antwort, die sich auch um Amazon Alexa drehte. Richtiger Schwachsinn, und ich hoffe, dass nicht alle Support-Mitarbeiter dort so arbeiten.

Fast forward bin ich dann darauf gekommen, dass man zwar auf der Webseite von Matter spricht, aber nicht verrät, was genau beachtet werden muss. Denn der Ventilator spricht nur über Bluetooth mit dem SwitchBot-Hub, den man mal erst haben muss. Anbindung an andere Matter-Hubs? Mööp, Fehlanzeige. Und ja, ich habe das Unternehmen schon informiert, dass eine solche Info schon zwingend auf die Seite gehört. Das jedenfalls dazu.

Und sonst? Die Reinigung ist fummelig, da man das Gitter zwar abnehmen kann, aber die Rotorblätter fest verbaut sind, einfaches Abwaschen ist also nicht. Zudem ist der Preis mit rund 100 Euro eine Ansage für einen Ventilator dieser Größe. Mitbewerber bieten hier oft ähnliche Leistung für weniger Geld an.

Fazit: Ein solider Ventilator für Leute, die bereits im SwitchBot-Universum unterwegs sind und Wert auf Akkubetrieb und USB-C legen. Er macht, was er soll, ist leise und lässt sich gut automatisieren. Wer einfach nur Wind braucht, kriegt das bei der Konkurrenz günstiger. Wer das Ökosystem schätzt, macht wenig falsch.

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Saros 20 Sonic mit einziehbarem Laserturm ausprobiert: Das überarbeitete Wischsystem weiß zu gefallen

Roborock hat mit dem Saros 20 auf der diesjährigen CES ein Nachfolge-Modell für die Saros-Reihe und damit ein neues Flaggschiff-Modell aus dem Hause Roborock präsentiert. Mit seinen Ausstattungsdetails ist der Saros 20 (hier unser Testbericht) eher ein Nachfolgemodell des Saros 10R. Ich konnte im vergangenen Jahr den Saros 10 ausprobieren. In dessen Fußstapfen soll nun der Roborock Saros 20 Sonic treten, der als Nachzügler kürzlich vorgestellt wurde und seitdem hier seinen Dienst verrichtet. Beim Wischen setzt der Saros 20 Sonic auf ein vibrierendes Wischtuch. Zudem unterscheidet man sich weiterhin durch den einziehbaren Laserturm vom Geschwistermodell.

Der Saros 20 Sonic bietet eine Saugleistung von 36.000 Pa. Zum Wischen setzt man auf ein vibrierendes Wischtuch. Mit VibraRise 5.0 läutet man hier die neue Generation ein, die mit 4.000 Vibrationen pro Minute und einem erhöhten Abwärtsdruck von 14 N arbeitet und laut Roborock auch hartnäckige Verschmutzungen beseitigen soll. Mopp und Seitenbürste sind einziehbar. Auch wurde der Mopp-Vibrationsbereich für Ecken vergrößert.

Bei der Navigation setzt Roborock auf ein Lasersystem. Wie beim Vorgängermodell mit einziehbarem LDS-Turm. Dies schlägt sich in einer Bauhöhe von 7,95 Zentimetern nieder, womit er auch unter niedrige Möbel passen soll. Die Erkennung von Hindernissen an der Front erfolgt durch strukturiertes Licht und eine RGB-Kamera, auch seitlich setzt man strukturiertes Licht zum Ausweichen ein. Neu mit von der Partie ist, wie beim Saros 20, AdaptiLift Chassis 3.0. Hierdurch soll es möglich sein, auch Hindernisse mit bis zu 8,8 Zentimetern – bei Doppelschwellen mit jeweils etwa 4 Zentimetern – zu überwinden.

Im Gepäck kommt der Saug- und Wischroboter mit einer Docking-Station. Das RoboDock setzt auf automatische Selbstreinigung und Heißwasser-Moppwäsche (mit 100 Grad Celsius heißem Wasser) und bietet eine automatische Dosierung für eine Reinigungslösung. Nach dem Reinigungsvorgang wird der Staubbeutel selbst entleert und Mopps werden bei 55 Grad Celsius getrocknet.

Das wären die Daten auf dem Papier. Die Veränderungen zum Vorgängermodell fallen eher kleiner aus, entsprechend fokussiere ich mich bei meinen Erfahrungen hier auch vorrangig auf Verbesserungen. Durch die verbesserte Hinderniserkennung erhoffe ich mir einen besseren Umgang mit meinen Schwingstühlen im Esszimmer. Die waren auf lange Sicht dann doch teilweise der Endgegner vom Saros 10. Weitere Challenges, wie Haustiere oder Teppiche haben wir im Hause Frank keine. Die Räumlichkeiten sind entweder mit Fliesen oder Parkett versehen. Lediglich die langen Haare der besseren Hälfte stellen so manches Saugroboter-Modell auf die Probe. Zudem hoffte ich hier, auch in Sachen Umwicklungen, auf einfacheres Saubermachen durch den Wegfall der kleinen, rotierenden Seitenbürste.

Die Oberseite des Roboters sieht schick aus, zieht aber etwas viel Staub an. Von den Touch-Bedienflächen ist manwieder weggekommen, das ist schon eine gute Entscheidung. Der Saros 20 Sonic kommt mit einer eleganten Docking-Station. Die Frisch- und Schmutzwasserbehälter sind ordentlich verkleidet und machen einen aufgeräumten Eindruck. Zu schätzen weiß ich nach dem einen oder anderen Saug- und Wischrobotertest die geringe Höhe dieser – denn die passen direkt unter den Wasserhahn im Bad.

Das Türchen für den Staubbeutel ist beim diesjährigen Modell etwas anders gelöst und hält magnetisch. Da störte mich etwa beim Saros Z70 eine Blende, die man komplett abnehmen musste. Die Oberfläche hält man jetzt matt und damit weniger spiegelnd sowie anfällig für Staub oder Fingerabdrücke. (Der Klavierlack beim Vorgänger war da nicht ganz so mein Fall). Alles in allem eine – Wortspiel beabsichtigt – saubere Lösung. Weiterhin nicht zur Optik passt das graue Kabel beim schwarzen, mir vorliegenden, Modell.

Die Einrichtung des Saugroboters geht wie üblich flott vonstatten. Account einloggen, QR-Code scannen, WLAN verbinden, los kann es gehen. Nach einer schnellen Runde der Kartierung – welche dank Laser wirklich schnell und zielführend abläuft, kann es dann mit den ersten Reinigungen losgehen. Im Zuge der Kartierung werden inzwischen auch einige Möbelstücke erkannt, wenngleich die Raumnamen da, trotz hiesig typischer Bestückung mit Möbeln, nicht passen. Da muss man dann nochmals händisch ran – also alles unverändert.

Der Saros 20 Sonic navigiert präzise und systematisch durch meine Räumlichkeiten. Ich habe auch weiterhin das Gefühl, dass die Laser-Lösung zielführender navigiert (als etwa beim Saros Z70). Hindernisse werden sinnvoll und vorsichtig umfahren. Auf Wunsch macht er auch mit der verbauten Kamera Fotos der Hindernisse, die dann an der entsprechenden Stelle der Karte angezeigt werden. Ansonsten gibt es nur Symbole anhand der (sehr guten) KI-Erkennung. Auch Kabel, Stühle oder gar meine Waage werden dort vermerkt. Probleme mit rumfliegenden Kabeln hatte ich bis dato keine, da war der Saros 10 aber ja dank VertiBeam auch schon recht gut. Der Saros 20 Sonic fährt den Laserturm auch wirklich nur dann ein, wenn es sein muss. Wie sensibel er dabei sein soll, kann man in der App festlegen. Damit passt er haargenau dank einer geringeren Bauhöhe von unter 8 Zentimetern unter mehr Möbelstücke. Damit ist er der perfekte Kandidat, für alle die eine flache Bauweise mit einer gewohnt guten Laser-Navigation kombiniert haben wollen.

Ansonsten: Schwellen werden ebenfalls in der Karte verzeichnet. Da kann man dann (aus Sicherheitsgründen) auch festlegen, ob diese Stelle überwunden werden soll. Hier hatte er bei mir fälschlicherweise einen Bereich im Bad markiert, kann man aber auch jederzeit löschen. An den Schwellen-Stellen greift der Roboter auf seine neuen Kletterarme zurück. Das Chassis bei der Saros-20-Serie ist anhebbar und der Reinigungshelfer kann sich bei Bedarf aufbocken, um Schwellen mehrerer Zentimeter zu überwinden. Hier war er aber bei von mir künstlich erstellten Hindernissen doch oftmals zaghaft, diese zu überwinden und so versuchte er oftmals eher tänzelnd vor der Engstelle, ob sich eine Alternativroute auftut. Wenn er sich dann aber mal aufbockt, dann kann er Schwellen mit drei bis vier Zentimeter tatsächlich überwinden. Bisher hat er sich – anders als der Saros 10 – nicht auf den Füßen meiner Schwingstühle festgefahren, die erhoffte Verbesserung ist hier also eingetreten. Allerdings eher aufgrund von einer geänderten Hindernisumfahrung. Absichtlich zwischen die Stuhlbeine hineinmanövriert konnte er sich nicht eigenständig befreien – zugegebenermaßen teils auch aufgrund der Enge der Stuhlbeine ein Ding der Unmöglichkeit. In der App können übrigens verschiedenste Einstellungen zur Reinigung vorgenommen werden:

Im Praxistest muss sich ein solcher Reinigungshelfer vor allem bei der Putzleistung unter Beweis stellen. Der Saros 20 Sonic kann wahlweise Saugen, Wischen oder beides gleichzeitig. Beim reinen Saugen legt er seinen Wischmopp im Dock ab, das ist auch möglich, etwa um Teppiche zu reinigen. Ich könnte im alltäglichen Gebrauch nicht die (Mehr-) Saugleistung unterschiedlicher Modelle der letzten Jahre unterscheiden. Ob das nun 22.000 Pa (Saros 10) oder 36.000 Pa (Saros 20 Sonic) sind – geschenkt. Die Saugleistung der Roborock-Flaggschiff-Modelle kann überzeugen und mit der ausfahrbaren Seitenbürste sind auch Randbereiche von Staub und Haaren befreit. Mit den Duo-Divide-Bürsten habe ich auch mit langen Haaren nur noch wenige Probleme mit Verwicklungen. Das macht das manuelle Säubern des Roboters erheblich einfacher. Netter Nebeneffekt des regelmäßigen Saugens und Wischens, den ich hier mal allgemein und nicht modellspezifisch anbringen möchte: Ich muss kaum noch irgendwelche Möbel abstauben.

 Am meisten getan hat sich für meinen Geschmack bei der Wischfunktion. Im vergangenen Jahr war ich da etwas unglücklich über das Wischtuch und den kleinen Seitenmopp zur Kantenreinigung, der spazieren getragen wurde. Letzterer war auch nicht unbedingt so toll in der (manuellen) Reinigung. Was beim Vorgänger nicht ging: Den Wasserfluss stufenlos über die App einstellen. Da hat man hier nun nicht nur vier Stufen, sondern man kann hier viel feiner steuern. Auch lässt sich die Schrubbintensität unabhängig vom Wasserfluss einstellen. Der erhöhte Wischdruck lässt zumindest bei alltäglichen Verschmutzungen keine Wünsche offen. Streifen werden beim Wischen keine sichtbaren hinterlassen. Weder auf Parkett, noch auf den Fliesen. Aber besonders gelungen ist das neue Kantenwischsystem. Hierbei wird die Wischeinheit einfach zur Seite ausgefahren. Und zwar wirklich bis zur Sockelleiste. Da gibt es absolut keinen ungereinigten Bereich.

Das neue Kantenwischsystem

Trotz Reinigungssystem muss man hin und wieder selbst Hand anlegen und den Roboter sowie dessen Dock reinigen: Die Bodenplatte vom Dock muss hin und wieder von Staub und (je nach Wasser) auch Kalk befreit werden. Während sich die Wassertanks aufgrund ihrer Bauweise leichter reinigen lassen, fällt die Reinigung der Bodenplatte aufgrund diverser Selbstreinigungsfunktionen nicht ganz so einfach aus – sie ist auch nicht herausnehmbar, wie bei vielen anderen Modellen mit den rotierenden Wischmopps.

Unterm Strich? Der Roborock Saros 20 Sonic ist aufgrund seines einziehbaren Laser-Turms ein Modell, welches eine flache Bauweise mit einer hervorragenden Navigation vereint. Auch ansonsten lässt solch ein Modell aus der Flaggschiff-Klasse wohl kaum Wünsche offen. Eine Revolution darf man hier aber keineswegs erwarten. Man merkt aber, dass die Entwicklungen im Bereich Saug- und Wischroboter langsamer vorangehen und man nun eher auf konsequente Weiterentwicklungen mit kleineren Verbesserungen als neuen Top-Features setzt. Roborock hat für mich in diesem Segment weiterhin die Nase vorne, was die App und die Einstellungsmöglichkeiten angeht. Dank Matter-Unterstützung lässt sich der Saugroboter auch von anderen Smart-Home-Ökosystemen aus ansteuern oder automatisieren.

Während ich im Vorjahr vor allem das Wischen sowie das Kantenwischsystem monierte, bin ich in diesem Jahr hiervon wesentlich überzeugter. Das ausfahrbare Mopp-Pad kommt bei der Kantenreinigung besser an die Ränder, als den kleinen rotierenden Mopp des Vorgängermodells, oder auch die ausfahrbaren großen rotierenden Mopps. Das hat man sehr elegant gelöst. Bei seinen neuen Kletterfähigkeiten zeigte sich der Saros 20 Sonic eher zaghaft. Während die Esszimmer-Schwingstühle für den Saros 10 teils Endgegner waren und das Ende einer Reinigung bedeuteten, konnte ich nach zahlreichen Reinigungszyklen mit dem Saros 20 Sonic bis dato keine Probleme in diese Richtung feststellen, wenn auch nicht aufgrund der neuen Kletter-Skills. Ob die Verbesserungen die entsprechenden Aufpreise zu den älteren Modellen aufwiegen? Wohl kaum. Aber wer es nicht eilig zuzugreifen, der kann spätestens bei sinkenden Preisen hier für ein rundes Gesamtpaket beim Saros 20 Sonic zuschlagen. Ansonsten stellt sich natürlich immer die Frage, ob man denn alle (Flaggschiff-) Funktionen braucht, oder ob sich am, mit zahlreichen Modell-Diversifizierungen, überfüllten Markt nicht ein günstigeres Modell findet.

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