#Gastbeitrag – Geniale Idee? Reicht nicht! – Das Erfolgsrezept für Tech-Gründer

#Gastbeitrag

Eine geniale Idee ist ein guter Anfang. Aber um erfolgreich zu sein, brauchst du mehr als das. Du brauchst ein ausgewogenes Team, in dem Technologie und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen. Nur so kannst du die richtigen Entscheidungen treffen.

Geniale Idee? Reicht nicht! – Das Erfolgsrezept für Tech-Gründer

Montag, 2. Dezember 2024VonTeam

Du hast eine bahnbrechende Idee für ein Tech-Startup? Super! Aber: Eine geniale Idee allein reicht nicht aus, um in der Startup-Welt wirklich durchzustarten. In Deutschland sehen wir oft ein faszinierendes Phänomen: Tech-Startups werden häufig von BWLern mit interessanten Geschäftsideen ins Leben gerufen. Doch warum schaffen es viele dieser vielversprechenden Unternehmen nicht, richtig groß zu werden?

Der blinde Fleck: Technisches Know-how in der Chefetage

Der Knackpunkt liegt oft in der Zusammensetzung des Führungsteams. Während BWLer zweifellos wichtige betriebswirtschaftliche Kompetenzen mitbringen, fehlt vielen Startups das tiefgreifende IT-Verständnis in C-Level-Positionen. Diese Lücke kann fatale Folgen haben.

Werfen wir einen Blick über den großen Teich: In den USA, der Heimat zahlreicher Tech-Giganten, stammen die Gründer erfolgreicher Unternehmen oft selbst aus dem technischen Bereich. Denk an Larry Page und Sergey Brin von Google, Jeff Bezos von Amazon oder Elon Musk von Tesla und SpaceX. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie verstehen die Technologie, auf der ihr Geschäftsmodell basiert.

Die Macht des ausbalancierten Teams

Ein erfolgreiches Tech-Startup braucht mehr als nur eine brillante Idee oder technisches Know-how. Es braucht ein ausgewogenes Team, in dem Technologie und Wirtschaft auf Augenhöhe agieren. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg:

  1. Komplementäre Fähigkeiten: Ein starkes Gründerteam vereint technische Expertise mit betriebswirtschaftlichem Know-how. Beide Aspekte sind gleichermaßen wichtig und müssen in Balance sein.
  2. Gleichberechtigte Entscheidungsfindung: Tech-Experten sollten nicht nur Angestellte sein, sondern wesentlicher Teil der Gesellschafterstruktur. So können sie bei strategischen Entscheidungen mitwirken und das Unternehmen aktiv lenken.
  3. Gegenseitiger Respekt: In einem idealen Team verstehen und schätzen die Mitglieder die Expertise der anderen. Der BWLer respektiert die technischen Herausforderungen, während der Techie die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten anerkennt.
  4. Gemeinsame Vision: Trotz unterschiedlicher Fachgebiete muss das Team eine gemeinsame Vision für das Unternehmen entwickeln und verfolgen. Die Mischung macht es, nur gemeinsam wird es wettbewerbsfähig. 

Warum Techies am Steuer den Unterschied machen

In der heutigen, technologiegetriebenen Geschäftswelt ist es entscheidend, dass Führungskräfte nicht nur über betriebswirtschaftliches Wissen, sondern auch über technisches Verständnis verfügen. Ein CEO mit technischem Background bringt einzigartige Perspektiven und Fähigkeiten mit, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Innovationskraft eines Unternehmens fördern. Im Folgenden sind einige zentrale Gründe aufgeführt, warum Techies in Führungspositionen einen signifikanten Unterschied machen:

  1. Fundierte Entscheidungen: Ein technisch versierter CEO kann die Machbarkeit und Skalierbarkeit von Produktideen besser einschätzen. Er weiß, welche Ressourcen nötig sind und wo potenzielle Stolpersteine lauern.
  2. Innovationskraft: Wer die Technologie versteht, kann auch deren Grenzen ausloten und neue Möglichkeiten erkennen. Das fördert echte Innovation statt oberflächliche Features.
  3. Respekt des Teams: Ein CEO mit technischem Background gewinnt leichter den Respekt der Entwickler. Er spricht ihre Sprache und versteht ihre Herausforderungen.
  4. Effiziente Kommunikation: Die Übersetzung zwischen Business und Tech entfällt. Das beschleunigt Entscheidungsprozesse und reduziert Missverständnisse.
  5. Langfristige Vision: Techies an der Spitze können besser abschätzen, wie sich Technologien entwickeln werden. Das ermöglicht eine zukunftssichere Ausrichtung des Unternehmens.

Der Paradigmenwechsel: Tech als Kernkompetenz, nicht als Dienstleistung

In vielen deutschen Startups wird die Tech-Abteilung leider immer noch als reiner Dienstleister betrachtet. Das ist ein fataler Fehler, der das volle Potenzial technologischer Innovationen ungenutzt lässt. Stattdessen sollte Technologie als Kernkompetenz des Unternehmens verstanden und entsprechend behandelt werden. Das bedeutet in erster Linie, dass Tech-Experten einen Platz in der Führungsebene und im Gesellschafterteam einnehmen sollten. Ihre Expertise und ihr Verständnis für technologische Trends und Möglichkeiten sind unerlässlich für fundierte strategische Entscheidungen. Denn in der heutigen digitalisierten Welt sind technologische Entscheidungen oft gleichbedeutend mit strategischen Unternehmensentscheidungen. Sie können den Erfolg oder Misserfolg eines Startups maßgeblich beeinflussen. Darüber hinaus ist es wichtig, auch das Outsourcing von Kernkompetenzen in der IT zu vermeiden. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, technologisches Wissen und Fähigkeiten im Unternehmen aufzubauen und zu erhalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleibt und schnell auf neue Marktveränderungen reagieren kann.

Der Weg nach vorn

Was bedeutet das für dich als angehender Tech-Gründer?

  1. Sei ehrlich zu dir selbst: Verstehst du wirklich die Technologie, auf der dein Geschäftsmodell basiert? Falls nicht, hol dir einen technischen Co-Founder ins Boot – und zwar als gleichberechtigten Partner auf Augenhöhe.
  2. Investiere in deine technische Bildung: Auch wenn du kein vollwertiger Tech-Experte wirst, solltest du die Grundlagen der Technologie in deinem Unternehmen verstehen und dir aneignen.
  3. Schaffe eine technologiefreundliche Kultur: Stelle sicher, dass deine Tech-Abteilung nicht als reiner Dienstleister gesehen wird, sondern als Innovationstreiber und Kernstück deines Produktes und Unternehmens.
  4. Denk langfristig: Kurzfristige Erfolge durch cleveres Marketing sind verlockend. Aber nur mit dem richtigen Investment in ein solides technisches Fundament und einem ausbalancierten Team kannst du nachhaltig wachsen.

Fazit

Eine geniale Idee ist ein guter Anfang. Aber um wirklich erfolgreich zu sein, brauchst du mehr als das. Du brauchst ein ausgewogenes Team, in dem Technologie und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen. Nur so kannst du die richtigen Entscheidungen treffen, um dein Startup von einer guten Idee zu einem großartigen Unternehmen zu entwickeln.

Denk daran: Die nächste große Erfolgsgeschichte der deutschen Tech-Szene könnte deine sein – wenn du die richtige Balance zwischen Business und Tech findest und beiden Seiten eine Stimme am Steuer gibst.

Über den Autor


Peyman Pouryekta arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten im Bereich Technologie und Produktentwicklung. Mit seinem Unternehmen beschäftige er sich intensiv mit dem Thema, wie Startups den schnellen Erfolg mit einhergehenden Wachstumsschmerzen in den Griff bekommen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Ein guter Lead Investor kann den Unterschied ausmachen

#Gastbeitrag

Ein Lead Investor ist weit mehr als ein Kapitalgeber. Er beeinflusst die strategische Ausrichtung des Startups, unterstützt bei ESG-Umsetzungen, fördert technologische Innovationen und sorgt für klare Kommunikation mit Co-Investoren. Ein Gastbeitrag von Arkadi Belocerkov.

Ein guter Lead Investor kann den Unterschied ausmachen

Donnerstag, 28. November 2024VonTeam

Eine erfolgreiche Finanzierung ist für Startups oft entscheidend für Wachstum und nachhaltigen Erfolg. Insbesondere in Finanzierungsrunden spielt der Lead Investor eine zentrale Rolle, die weit über das Bereitstellen von Kapital hinausgeht. Ein gut gewählter Lead Investor kann das Vertrauen weiterer Kapitalgeber gewinnen und damit das Wachstum beschleunigen. Doch was genau macht ein Lead Investor, und welche Qualitäten sollte er mitbringen?

Was macht ein Lead Investor?

Ein Lead Investor ist meist der erste größere Kapitalgeber in einer Finanzierungsrunde und führt diese dann an. Er übernimmt eine Art Vorreiterrolle, bringt Vertrauen in das Startup und signalisiert anderen Investoren Sicherheit. Neben der finanziellen Unterstützung fungiert der Lead Investor oft als strategischer Partner und Vermittler zwischen dem Startup und weiteren Investoren. Er übernimmt häufig die Due-Diligence-Prüfung, Marktanalysen und legt die Konditionen der Finanzierungsrunde fest.

Den passenden Lead Investor finden

Die Wahl des richtigen Lead Investors ist für Startups von entscheidender Bedeutung. Neben der Kapitalbereitstellung sollte ein Lead Investor auch strategische Vorteile mitbringen, die das Unternehmen langfristig stärken. Idealerweise verfügt ein Lead Investor über fundiertes Branchenwissen und ein umfassendes Netzwerk, das dem Startup nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch wertvolle Kontakte und gezielte strategische Beratung bietet.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die langfristige Vision des Lead Investors. Er sollte das Potenzial des Unternehmens erkennen und bereit sein, das Startup über mehrere Finanzierungsrunden hinweg zu begleiten. Diese langfristige Perspektive kann entscheidend sein, um das Unternehmen erfolgreich durch schwierige Wachstumsphasen zu führen und auf die nächste Ebene zu bringen.

Moderne Investoren legen zudem Wert auf flexible Beteiligungsmodelle, bei denen auch Co-Investoren Mitspracherechte in wichtigen Entscheidungen erhalten. Durch die Einbindung aller Beteiligten – etwa durch Voting-Rechte – entstehen Transparenz und Vertrauen, was eine solide Grundlage für den gemeinsamen Erfolg und eine langfristige Partnerschaft schafft.

Eigenschaften für den nachhaltigen Erfolg

Ein erfolgreicher Lead Investor sollte nicht nur finanziell stark sein, sondern auch bestimmte Qualitäten mitbringen, die das Startup langfristig stärken:

  • Strategisches Know-how: Ein Lead Investor ist oft auch Berater und unterstützt das Startup mit Marktanalysen und Einblicken in neue Trends wie Künstliche Intelligenz und Cybersecurity. Dieses Wissen hilft dem Startup, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
  • Nachhaltigkeit (ESG): ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) sind ein zunehmend wichtiger Faktor für Investoren. Ein moderner Lead Investor sorgt dafür, dass das Startup ESG-konform agiert und so die Anforderungen nachhaltig orientierter Kapitalgeber erfüllt.
  • Transparenz und Kommunikation: Ein Lead Investor sollte regelmäßig über Marktentwicklungen und potenzielle Risiken informieren. Transparente Kommunikation stärkt das Vertrauen der Investoren und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine langfristige Zusammenarbeit.

Anforderungen an moderne Lead Investoren

Die Anforderungen an Lead Investoren haben sich in den letzten Jahren verändert. Neben Kapital und strategischer Beratung wird erwartet, dass sie technologische und nachhaltige Aspekte berücksichtigen.

  • Co-Investoren einbinden: Große Co-Investoren möchten oft an strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Ein Lead Investor, der Programme zur Mitwirkung ermöglicht, sichert so langfristige Partnerschaften.
  • Integration von ESG und Technologie: ESG-Standards sind für Investoren nicht mehr optional. Ein zukunftsorientierter Lead Investor achtet darauf, dass das Startup diese Standards erfüllt und unterstützt es, KI-gestützte und datengetriebene Strategien zu integrieren.
  • Sicherheit und Steueroptimierung: Besonders in den Bereichen Cybersecurity und Vermögensschutz muss ein Lead Investor Expertise bieten. Steuerstrategische Beratung erhöht zudem die Effizienz und Rentabilität für alle Beteiligten.

Fazit

Ein Lead Investor ist weit mehr als ein Kapitalgeber. Er beeinflusst die strategische Ausrichtung des Startups, unterstützt bei ESG-Umsetzungen, fördert technologische Innovationen und sorgt für klare Kommunikation mit Co-Investoren. Die richtige Wahl des Lead Investors kann den Unterschied zwischen dem langfristigen Erfolg und dem Scheitern eines Startups ausmachen.

Über den Autor


Arkadi Belocerkov ist Gründer und Geschäftsführer der Swiss Value Group AG, einer international tätigen Beteiligungsgruppe, die sich auf Investitionen in nachhaltige Immobilien und erneuerbare Energien spezialisiert hat. 

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Wie sogar Startups mit ihrem Dach Geld verdienen könn(t)en 

#Gastbeitrag

Als Startup Verantwortung zu übernehmen, ist gefragter denn je. Ein guter erster Schritt dafür ist, die eigene Energieversorgung zu hinterfragen. Denn jede Kilowattstunde, die auf dem eigenen Dach erzeugt wird, ist ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft.

Wie sogar Startups mit ihrem Dach Geld verdienen könn(t)en 

Donnerstag, 21. November 2024VonTeam

Kostenoptimierung ist bei Startups  gegenwärtig ein zentrales Thema. Die Wahl der Software, die Reduktion von Bürokosten oder das Outsourcing nicht strategischer Bereiche – alles Wege, um die Finanzen in unruhigen Zeiten zu optimieren. Doch ein enormer Hebel für Einsparungen liegt oft direkt über unseren Köpfen: auf dem Dach.

Jedes Dach kann Geld verdienen – auch und gerade im Gewerbe

Aus dem Privatbereich mit den diversen Balkonkraftwerken oder Anlagen auf dem Dach sind Photovoltaikanlagen kaum mehr wegzudenken. Anders sieht es auf Deutschlands Lagerhallen, Bürodächern und Co. aus: Dort werden derzeit nur etwa 10 % der verfügbaren Gewerbedachflächen für Photovoltaikanlagen genutzt. Das ist verschenktes Kapital. Denn die Rechnung ist simpel: PV-Anlagen amortisieren sich oft bereits nach 7 Jahren, abhängig von Standort und Nutzung. Dem gegenüber stehen meist über 30 Jahre funktionierende Solaranlagen, die kostenlos Strom liefern. Angesichts der steigenden Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten, wie wir sie mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlebt haben, eine wirtschaftlich relevante Überlegung. 

Wie können Startups starten? Die technischen Voraussetzungen

Schon klar: 30 Jahre in die Zukunft zu planen, ist gerade für Startups ambitioniert, dennoch gibt es auch hier Wege, dazu gleich mehr.

Startups, die bereits gewachsen sind, bzw. Grownups haben unter Umständen eigene Büro- oder Produktionsgebäude erworben. Wenn sie überlegen, eine PV-Anlage für ihre Gewerbeimmobilie einzurichten, ist der erste Schritt die Überprüfung des Dachs: Ist es statisch tragfähig und bietet es ausreichend Fläche? Mit sogenannten Leichtbaumodulen ist es selbst bei Dächern mit geringerer Traglast möglich, die Sonnenenergie zu nutzen.

Die Größe der Anlage hängt dann von der Fläche, der Ausrichtung und möglichen Verschattungen ab. Hier ist auch relevant, ob es etwa Aufbauten auf dem Dach gibt. Dank digitaler Tools können Startups bereits in einer frühen Phase eine grobe Schätzung ihres Solarenergiepotenzials erhalten, bevor detaillierte Planungen vorgenommen werden. 

Gut zu wissen: Es gibt staatliche Förderprogramme für Unternehmen, die mit Solarenergie unabhängiger werden wollen, sowie durch das Solarpaket 1 auch eine erhöhte Einspeisevergütung für den ins Netz eingespeisten Strom.

Startups ohne eigene Immobilie: Das Gespräch mit Vermietern suchen

Auch für Startups, die noch zur Miete arbeiten, gibt es Möglichkeiten, proaktiv an der (wirtschaftlichen) Nachhaltigkeit zu arbeiten. Der Schlüssel liegt in der Absprache mit den Vermietern. 

Immer mehr Eigentümer von Gewerbeimmobilien erkennen die Vorteile von Solaranlagen, nicht nur als Wertsteigerung der Immobilie, sondern auch als Beitrag zur Reduzierung der Betriebskosten. Startups sollten den Dialog mit ihren Vermietern suchen und gemeinsam überlegen, wie Photovoltaik-Projekte auf die Gebäude gebracht werden können. Denn am Ende profitieren beide Seiten: Der Vermieter von einer aufgewerteten Immobilie und das Startup von niedrigeren Energiekosten.

Investoren und Mitarbeitende mit selfmade Strom überzeugen

Neben den direkten Kostenvorteilen durch mittelfristig niedrigere Energiekosten spielt auch das Thema Nachhaltigkeit bei Stakeholdern eine Rolle – bei Kund:innen, aber auch für Investor:innen. Laut einer Studie von PwC von 2023 berücksichtigen 75 % der befragten Investoren ESG-Kriterien bei ihren Investitionsentscheidungen.

Zudem ist selbstgemachter Strom für das Employer Branding ein echter Pluspunkt. Der eigene Strom, der das Büro versorgt, kann ein starkes Signal für potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein – ein Zeichen dafür, dass das Startup nicht nur Innovationen vorantreibt, sondern auch Verantwortung für den Planeten übernimmt.

Flexibilität und Unabhängigkeit: Batteriespeicher als kluge Ergänzung

Aber da ist noch das “one more thing”: Solaranlagen sollten heute idealerweise mit Batteriespeicher kombiniert werden. Denn sie ermöglichen es, überschüssige Energie zu speichern und dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird – zum Beispiel abends oder an bewölkten Tagen. Dies optimiert den Eigenverbrauch und senkt langfristig die Stromkosten. Für produzierende Startups, die in Hochphasen flexibel agieren müssen, bieten Batteriespeicher außerdem die Möglichkeit, Lastspitzen zu managen und Netzentgelte zu minimieren. Dass hier an Optimierungsmöglichkeiten noch längst nicht Schluss ist, liegt auf der Hand; so sind auch die genutzten Lieferketten einen Blick wert und vielleicht kommt das Weihnachtsfeier-T-Shirt dieses Jahr mal aus Deutschland und nicht Fernost. 

Denn als Startup Verantwortung zu übernehmen, ist gefragter denn je. Ein guter erster Schritt dafür ist, die eigene Energieversorgung zu hinterfragen. Denn jede Kilowattstunde, die auf dem eigenen Dach erzeugt wird, ist nicht nur eine Einsparung, sondern auch ein Schritt in eine unabhängige und nachhaltige Zukunft.

Über den Autor


Florian Resatsch ist CEO von Elevion Green und befähigt Unternehmen, aus Klimaschutz einen Business Case zu machen. Mit seiner Plattform ermöglicht er Startups und Unternehmen in Deutschland die einfache, schnelle und digitale Installation von Solaranlagen. Florian war zuvor Gründer von Friendticker und als CMO bei Viessmann tätig.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Mit diesen 10 Tipps meisterst du den Funding-Stress

Die Suche nach Investoren ist ein Drahtseilakt zwischen Hoffnung und Unsicherheit. Für Gründer:innen ist die Vorbereitung auf eine Finanzierungsrunde emotional und organisatorisch fordernd. Hoher Druck, Zeitmangel und die Angst vor dem Scheitern sind häufige Begleiter. Doch anstatt dich vom Stress überwältigen zu lassen, gibt es Strategien, mit denen du souverän und gelassen bleibst. Mit den richtigen Ansätzen kannst du die nächste Funding-Runde fokussiert und selbstbewusst angehen. Hier sind 10 Wege, die dir helfen, den Stress zu reduzieren und den Prozess erfolgreich zu bewältigen.

Zugegeben, viele Faktoren sorgen für Druck vor und während der Funding-Runde. Das ist zum einen der zeitliche Faktor. Besonders in der Seed-Phase und Series A wird das Funding schnell zu einem Full-Time-Job zusätzlich zu deinem normalen Arbeitsalltag. Gleichzeitig musst du in dieser Phase oft mit widersprüchlichen Gefühlen umgehen. Du musst Investoren beeindrucken, während du innerlich vielleicht mit Unsicherheiten kämpfst. Du willst deinem Team Sicherheit geben, obwohl dich die Angst vor dem Scheitern belastet. Gleichzeitig wiegt die Verantwortung für das Team und die Zukunft des Unternehmens schwer, während du kaum Kontrolle darüber hast, was Investoren letztendlich entscheiden.

Zusätzlich erschwert die aktuelle Marktsituation die Lage: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.489 Startups gegründet, wie der Bundesverband Deutsche Startups berichtet. Fast alle sind auf der Suche nach Investoren, die aber agieren zurückhaltend. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom rechnet derzeit etwa jedes neunte befragten Startups in den kommenden zwölf Monaten mit einer Insolvenz. 

Resilienz als Schlüssel

Um dem Stress des Fundings standzuhalten, ist emotionale Widerstandsfähigkeit entscheidend. Resilienz hilft dir, Rückschläge zu bewältigen, kritische Fragen von Investoren als normal zu verstehen und in stressigen Momenten Ruhe zu bewahren. Resilienz lässt sich trainieren, und diese 10 Tipps werden dir helfen, gelassener durch die nächste Finanzierungsrunde zu gehen:

  1. Nimm an, was ist

Was die Psychologen “Normalisierung” nennen, beschreiben die Kölner so: “Et es wie et es!” Gemeint ist: Was du akzeptierst, wirkt weniger bedrohlich. Funding-Stress ist völlig normal – mach dir also keine Vorwürfe, wenn der Stress mal für schlaflose Nächte sorgt oder das Gedankenkarussell kreist. Nimm es an, anstatt dich dafür zu verurteilen.

  1. Lass es dir gutgehen

Funding ist ein Marathon, kein Sprint. Über Monate wirst du immer wieder durch intensive Phasen gehen. Deshalb ist es besonders wichtig, auf dich selbst zu achten: Setze auf viel Bewegung, gesunde Ernährung und verzichte weitgehend auf Alkohol. Diese Selbstfürsorge hilft dir, den Stress besser zu bewältigen. Nimm dir bewusst mehr Zeit für das, was dir gut tut, und baue Entspannungsroutinen am besten schon vor der Finanzierungsrunde auf – denn unter Druck greift man auf die etablierten Gewohnheiten zurück.

  1. Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Verschwende keine Energie auf Dinge, die außerhalb deiner Kontrolle liegen. Stattdessen solltest du dich auf das konzentrieren, was du beeinflussen kannst: eine gute Unternehmenskultur, klare KPIs, ein starkes Pitchdeck und ein breites Netzwerk an wertvollen VC-Kontakten. Diese Aspekte liegen in deiner Hand – was Investoren letztlich entscheiden, nicht. Bleib also bei dem, was du selbst gestalten kannst.

  1. Fokussiere dich ausschließlich aufs Funding

In der intensiven Phase der Finanzierungsrunde solltest du dich nur auf das Funding konzentrieren. Dein Team und deine Co-Founder können sich um andere Aufgaben kümmern. Schone deine Ressourcen, nutze Pausen wirklich zur Erholung (und nicht, um schnell noch ein paar Vertriebstermine einzuschieben). Vermeide zusätzliche Verpflichtungen. Arbeite nachts nicht auch noch operative Aufgaben ab, sondern sorge dafür, dass du ausreichend Schlaf bekommst. Dein Fokus sollte jetzt nur auf dem Funding und deiner Regeneration liegen – sonst nichts.

  1. Finde einen erfahrenen Begleiter

Andere Gründer:innen sind diesen Weg bereits gegangen – nutze ihre Erfahrung. Ein Coach oder eine Mentorin, die die Prozesse gut kennt, können dir wertvolle Hinweise geben, was normal ist und worauf du achten solltest. Eine solche Person an deiner Seite bietet dir Sicherheit und hilft dir, den Weg leichter zu meistern.

  1. Arbeitet als Team

Verteile die Last auf deine Co-Founder und dein Team. Sprich offen darüber, wo ihr im Prozess steht und wie das Team dich unterstützen kann. Du musst nicht alles alleine bewältigen (auch wenn dir deine schwarzen Gedanken genau das vielleicht suggerieren wollen…). Vertraue deinem Team und delegiere Aufgaben gezielt. Gemeinsam seid ihr stärker und könnt den Herausforderungen besser begegnen.

  1. Schafft euch einen War-Room

Gebt dem Funding einen festen Platz. Schafft, wenn möglich, einen speziellen Raum, in dem alle Aktivitäten rund um das Funding stattfinden. So bleibt der Prozess an einem Ort, zu dem du die Tür auch mal schließen kannst und nimmt nicht dein gesamtes Leben in Anspruch.

  1. Sprecht über den Worst Case

Zum War-Room gehört auch die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Worst-Case-Szenario. Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Oft ist die tatsächliche Fallhöhe weniger dramatisch als befürchtet. Geht die Risiken in einem “Premortem” durch: Angenommen, das Funding scheitert – was ist schiefgelaufen? Was sind die größten Risiken, und was könnt ihr dagegen tun? Identifiziert die potenziellen negativen Auswirkungen und entwickelt gezielt Lösungsansätze für die Bereiche, die ihr beeinflussen könnt.

  1. Starte früh und bleib flexibel

Finanzierungsrunden lassen sich nur bedingt planen. Je früher du beginnst und je mehr Spielraum du dir lässt, desto entspannter wirst du sein. Überlege dir klar, was dein eigentliches Ziel ist: Welche Art von Unternehmen möchtest du aufbauen? Was willst du wirklich erreichen? Denke auch an alternative Wege zur klassischen Funding-Runde – es gibt schließlich viele Möglichkeiten, dein Ziel zu erreichen.

  1. Feiert eure Erfolge – auch die kleinen

Fokussiere dich nicht nur auf den großen Abschluss. Jeder kleine Meilenstein ist ein Grund zum Feiern, am besten im Team. Ob das erste Pitchdeck verschickt ist, die ersten Termsheets eintreffen oder die Due Diligence beginnt – all das sind Erfolge, die Anerkennung verdienen und die ihr feiern solltet!

Fazit

Du siehst, du kannst jede Menge (für dich) tun, um der Funding-Stressfalle zu entgehen. Vor allem gilt: Plane die nächste Funding-Runde rechtzeitig. Welche VCs sind für euch besonders interessant, und wie kannst du früh mit ihnen in Kontakt treten? Welche Vorbereitungen brauchst du, um Sicherheit zu gewinnen? Überlege, welche Bereiche du selbst kontrollieren kannst und wo du loslassen musst. Entwickle jetzt schon Entspannungsroutinen, die dir später in stressigen Phasen helfen. 

Die Reise zum Funding gleicht gerade in der ersten Zeit eines Unternehmens einer emotionalen Achterbahnfahrt. Doch mit jedem Durchgang wird es leichter. Und gut vorbereitet ist schon halb gewonnen. So wirst du schon bald zum echten Funding-Profi. Halte durch – es lohnt sich!

Über die Autorin:


Dorothea von Wichert-Nick widmet sich nach einer äußerst erfolgreichen Karriere in der Geschäftsführung digitaler Beratungsunternehmen (u.a. AltmanSolon, etventure, affilinet) der Förderung von erfahrenen Führungskräften. In einer herausfordernden Zeit für Startups und Gründer unterstützt sie mit ihrem Unternehmen volate ihre Klienten dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und ihre Führungsfähigkeiten an die sich ständig wandelnden Anforderungen anzupassen. Seit der Gründung von volate vor fünf Jahren hat sie mehr als 160 Gründer und Gründerteams begleitet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Wieso Business-Angel-Netzwerke die perfekten Partner für dein Startup sind

#Gastbeitrag

Für Gründer ist der Zugang zu einem starken Business-Angel-Netzwerk von unschätzbarem Wert. Ein sauberer Cap Table, Zugriff auf Expertenwissen und professionelle Unterstützung sind bedeutend für einen langfristigen Erfolg. Ein Gastbeitrag von Julian Kappus.

Wieso Business-Angel-Netzwerke die perfekten Partner für dein Startup sind

Dienstag, 12. November 2024VonTeam

Als Gründer steht man früher oder später vor einer der wichtigsten Fragen: Wie finanziere ich mein Startup? Wer sich für externe Kapitalgeber wie Venture Capital, Business Angels oder ähnliche Investoren entscheidet, sollte sich im nächsten Schritt fragen: Wer bringt mir die größten Vorteile? Eine Seed-Kombination aus einem Lead VC und einem starken Business-Angel-Netzwerk kann Startups einen großen Mehrwert über das Kapital hinaus bieten. Aber wie genau?

Clean Cap Table: Eine klare Struktur für langfristigen Erfolg

Eine Beteiligungsübersicht (Cap Table) eines Startups kann schnell unübersichtlich werden: Viele Investoren, verschiedene Runden und unterschiedliche Anteile. Ein gut strukturiertes Business-Angel-Netzwerk löst das Problem. Statt unzähligen Einzelpersonen, die als Investoren auftreten, agiert ein starkes Netzwerk als eine einzige Entität auf dem Cap Table. Gründer halten so ihre Strukturen klar und einfach. Hinter dieser Entität stehen mehrere erfahrene und wertvolle Investoren, die dem Startup mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein sauberer Cap Table erleichtert die Kontrolle über das Unternehmen und macht spätere Finanzierungsrunden oder Exits reibungsloser. Ein Netzwerk aus Business Angels bietet hier die Vorteile eines Super Angels: wertvolle Ansprechpartner mit unterschiedlicher Expertise.

Zugriff auf Erfahrung und Netzwerke

Business Angels investieren bewusst in junge Unternehmen und suchen die aktive Zusammenarbeit. 2023 kamen laut dem Business Angel Report 78% aller Startup-Investments von Business Angels. Dabei investieren die meisten Angels in der ersten Runde 50.000€. Sie unterstützen Startups in der Frühphase bei der Produktentwicklung, Marketingstrategien und internationalen Expansion. Über die Hälfte der aktivsten 100 Business Angels gründeten selbst ein Startup.

Jeder Angel bringt außerdem sein Netzwerk mit, was erheblichen Mehrwert bietet. Diese Verbindungen öffnen Türen zu potenziellen Partnern, Kunden oder weiteren Investoren. Business-Angel-Netzwerke vereinen oft Menschen mit vielfältigen beruflichen Hintergründen und Fachkenntnissen. Diese Vielfalt macht sie besonders wertvoll, da sie Startups aus verschiedenen Blickwinkeln beraten und unterstützen.

Zusammenarbeit mit verfügbaren Ansprechpartnern

Ein Problem, mit dem viele Gründer konfrontiert sind: Einzelne Business Angels sind häufig schwer zu erreichen. Sie sind zu beschäftigt, um aktiv zum Wachstum beizutragen. Hier punktet ein strukturiertes Business-Angel-Netzwerk. Die Lead Partner im Netzwerk gewährleisten eine professionelle Zusammenarbeit. Regelmäßige Meetings, Events und Feedbackrunden sind fest in der Struktur verankert und unterstützen Gründer erheblich.

Ein gut geführtes Netzwerk bietet nicht nur Kapital, sondern sorgt auch dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen den Angels und den Gründern auf einem professionellen Niveau stattfindet.

Risikobereitschaft und unternehmerisches Mindset

Business Angels haben oft selbst als Gründer begonnen und wissen genau, wie herausfordernd der Start eines Unternehmens sein kann. Das bedeutet, dass sie ein besonderes Verständnis für die Risiken und Unsicherheiten in der Frühphase eines Startups mitbringen.

Was bedeutet das für Gründer?

Für Gründer, die über eine Seed-Finanzierung nachdenken, ist der Zugang zu einem starken Business-Angel-Netzwerk von unschätzbarem Wert. Ein sauberer Cap Table, Zugriff auf Expertenwissen und professionelle Unterstützung sind bedeutend für einen langfristigen Erfolg. In Kombination mit einem Lead VC, der die strategische Führung übernimmt, bietet ein gut geführtes Netzwerk eine perfekte Grundlage für den Aufbau eines erfolgreichen Startups.

Über den Autor


Julian Kappus ist Mitgründer der Collective Ventures und CEO der Heliad AG.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3 

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies