
Australiens Internetaufsichtsbehörde eSafety nimmt die großen Technologiekonzerne wie Apple, Google, Meta, Microsoft und Snap hart ins Visier. In einem neuen Transparenzbericht stellt die Behörde den Branchenriesen laut Reuters ein miserables Zeugnis aus: Trotz leicht verfügbarer Technologien gebe es bei der Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch und sogenannter sexueller Erpressung (Sextortion) im Netz weiterhin erhebliche und gefährliche Lücken.
eSafety-Chefin Julie Inman Grant spart nicht mit deutlicher Kritik. Man habe den Plattformen in der Vergangenheit klare Beweise und technische Wege aufgezeigt, wie Kriminelle ihre Dienste für Erpressungen missbrauchen und wie sich dies stoppen ließe. Dennoch seien angemessene Reaktionen ausgeblieben. So scheitern viele Konzerne laut dem Bericht bereits daran, bekannte Verhaltens- und Erpressungsmuster von Tätern, etwa durch automatisierte Sprachanalysen in Chats, proaktiv zu erkennen.
Der Bericht deckt allerdings auch minimale Lichtblicke ab. So lobt die Behörde die Bemühungen von Google und Snap bei der Erkennung bekannter Missbrauchsdokumente. Discord blockiere Links zu solchen Inhalten mittlerweile besser, während Meta neue Tools gegen Cybergrooming testet und Microsoft Live-Missbrauch in Videoanrufen aktiver aufspürt. Unterm Strich reicht das der Aufsichtsbehörde aber bei weitem nicht aus. Australien hatte erst kürzlich mit einem strikten Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren international für Schlagzeilen gesorgt und droht den Konzernen bei Verstößen mit empfindlichen Strafen.
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