Insta360 Link 2 Pro & Link 2C Pro im Test: Die Webcam, die wirklich mitdenkt

Webcams hatten lange das Image des notwendigen Übels. Irgendein Plastikding oben am Monitor, das in schlechtem Licht ein körniges Bild liefert, während der Hintergrund aussieht wie eine Horrorfilmkulisse. Insta360 versucht seit einiger Zeit, dieses Klischee loszuwerden, tat das mit ziemlichem Erfolg und legt mit den neuen Pro-Modellen der Link-2-Familie nochmal eine Schippe drauf. Ich habe mir beide Geräte angeschaut: die Insta360 Link 2 Pro und die Insta360 Link 2C Pro.

Kurz vorab: Die beiden sind eng verwandt, teilen sich dieselbe Hardware-Basis und unterscheiden sich im Wesentlichen durch ein einziges, aber entscheidendes Feature. Dazu gleich mehr.

Was steckt drin?

Beide Kameras setzen auf einen 1/1,3-Zoll-Sensor, was ein ziemlich großer Chip für eine Webcam ist. Die meisten anderen Webcams werkeln mit deutlich kleineren 1/2-Zoll-Sensoren. Dazu kommen Dual Native ISO und HDR. Anders ausgedrückt, gibt es deutlich bessere Bilder bei schlechtem Licht, weniger ausgeblichene Fenster im Hintergrund, natürlichere Gesichter und so weiter. Wer schon mal im Homeoffice mit der Abendsonne oder einer einzigen Schreibtischlampe gekämpft hat, weiß, wovon ich rede.

Das Sichtfeld liegt bei rund 84 Grad – etwas breiter als beim Vorgänger und angenehm für kleine Räume. Der Autofokus arbeitet per PDAF (Phase Detection). In der Praxis bedeutet das, dass der Fokus sofort und schnell nachzieht, ohne das nervige Herumpumpen, das man von günstigeren Webcams kennt. Haltet ihr Dokumente oder Produkte vor die Linse, bleibt das Bild zackig scharf.

Das Audio-System ist ebenfalls ein Upgrade gegenüber dem, was man sonst von Webcams kennt. Zwei Mikrofone sind an Bord, ein omnidirektionales und ein Richtmikrofon, kombiniert mit Strahlformung und KI-Rauschunterdrückung. Im Link Controller lassen sich vier Modi einstellen: Standard, Breit, Fokus und Original. Wer in einem lauten Großraumbüro oder neben einer laufenden Spülmaschine arbeitet, wird den Fokus-Modus mögen. Dieser schneidet Hintergrundgeräusche ziemlich konsequent weg.

Kurz die Specs auf einen Blick:

Eigenschaft Link 2 Pro Link 2C Pro
Video
Sensorgröße 1/1,3″ 1/1,3″
Videoauflösung Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Horizontal:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps


360p @ 30/25/24 fps

Porträt:


4K @ 30/25/24 fps


1080p @ 60/50/30/25/24 fps


720p @ 60/50/30/25/24 fps

Videokodierungsformat H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
H.264, MJPEG


(4K und 1080p 60 fps Portraitmodus unterstützen H.264 nicht).
Belichtungskorrektur ±3 EV ±3 EV
ISO Dual Native ISO


100-3200
Dual Native ISO


100-3200
Verschlusszeit 1/8000~1/30s 1/8000~1/30s
Weißabgleich 2000-10000 K 2000-10000 K
Blende f/1,9 f/1,9
35 mm äquivalente Brennweite 24 mm 24 mm
Festes FOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV 83.9º DFOV, 71.4º HFOV
Digitalzoom Bis zu 4x Bis zu 4x
Autofokus Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–) Unterstützt (Fokusabstand: 12 cm–)
HDR Unterstützt Unterstützt
Mikrofone 2 2
Rauschreduzierung KI-Rauschunterdrückung KI-Rauschunterdrückung
Audiomodi Standard, Breit, Fokus, Original Standard, Breit, Fokus, Original
Modi KI-Tracking, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund Auto-Framing, Intelligentes Whiteboard, DeskView, Virtueller Hintergrund
Gimbal
Gimbal 2-Achsen Ohne
Hardware
Taste 1x Berührungstaste 1x Berührungstaste
Verbindungsmöglichkeiten Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter Per USB-C-zu-USB-C-Kabel (USB 2.0) oder USB-C-zu-USB-A-Adapter
Stromverbrauch 5V/1A 5V/1A
Befestigungsoptionen Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ Magnetische Halterung mit 1/4-Zoll-Befestigungspunkt für externes Stativ
Maße (B × H × T) 71,3 × 58,9 × 38 mm 62,7 × 30,2 × 26 mm
Gewicht Ohne Magnethalterung: 102,5 g


Mit Magnethalterung: 167,5 g
Ohne Magnethalterung: 48,5 g


Mit Magnethalterung: 113,5 g
Betriebstemperatur 32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
32 bis 104 Grad


*Unter Laborverhältnissen getestet
Farbe Graphitschwarz Graphitschwarz

Der Unterschied zwischen den Modellen: Dreht sich da was oder nicht?

Nachfolger, Vorgänger – irgendwas mit Spider-Man-Meme

Hier trennt sich die Zielgruppe. Die Link 2 Pro hat einen 2-Achsen-Gimbal. Die Kamera dreht sich physisch mit euch mit. Ihr steht auf, geht ans Whiteboard, zeigt Dinge, bewegt euch im Raum und die Kamera folgt. Das wirkt erstaunlich natürlich, weil es eben echte Bewegung ist und kein digitaler Trick. Einzel- und Gruppen-Tracking ist ebenfalls möglich, wobei ich für Gruppen sagen würde, dass zwei bis drei Personen realistisch sind, ab da wird es unruhig.

Die Link 2C Pro (das „C“ steht übrigens für Compact und Classic) dreht sich nicht. Sie nutzt stattdessen automatisches Framing, also einen intelligenten Bildzuschnitt. Die Kamera bleibt statisch, aber der Bildausschnitt folgt euch per Software-Zoom. So setzt es Apple beispielsweise auch bei Center Stage um. Das ist für klassische Schreibtisch-Setups absolut ausreichend und wirkt in ruhigen Szenarien sogar cleaner als das Gimbal-Tracking.

Die Frage ist also schlicht, ob ihr euch viel bewegt oder die meiste Zeit sitzt? Präsentiert ihr vor dem Rechner oder führt ihr hauptsächlich Meetings? Wer unterrichtet, Demos macht oder sich beim Sprechen naturgemäß bewegt, ist bei der Link 2 Pro besser aufgehoben. Wer hauptsächlich sitzt und redet, braucht den Gimbal nicht wirklich und spart dabei 50 Euro.

Die KI-Funktionen im Alltag

Beide Modelle bringen eine Handvoll Modi mit, die tatsächlich nützlich sind. Der DeskView-Modus kippt die Kamera nach unten auf den Schreibtisch, was ideal für Hardware-Demos oder Zeichnungen ohne zweite Kamera ist. Der Whiteboard-Modus verbessert die Lesbarkeit von Beschriftungen automatisch und lässt sich mit der Victory-Geste direkt aktivieren.




Die Gestensteuerung generell ist angenehm durchdacht. Hand hochhalten für Tracking an/aus, L-Geste für Zoom, V für Whiteboard. Das funktioniert zuverlässig und ist im Alltag ein echter Zeitsparer, besonders wenn man gerade in einem Meeting ist und nicht erst in der Software herumklicken will.




Der Portrait-Modus ermöglicht vertikales Video in 9:16 bis 4K 30fps. Für alle, die regelmäßig Reels oder vertikale Social-Media-Inhalte produzieren, ist das ein nettes Extra. Dazu kommen virtuelle Hintergründe, natürliches Bokeh und ein Greenscreen-Modus.

Wer Insta360 InSight nutzen möchte (das ist ein optionaler KI-Meeting-Assistent mit Transkription und Zusammenfassung) bekommt dafür 300 Credits zum Testen. Hab ich natürlich ausprobiert und muss sagen, dass es tatsächlich besser und strukturierter arbeitet als Granola und ohnehin VIEL besser als Copilot. Dazu kommt, dass InSight echt gute Grafiken erstellt, die zeigen, was in Meeting besprochen wurde.

Software

Wie eben schon erwähnt, heißt die Software Link Controller und ist die Schaltzentrale für alles. Dort findet ihr Belichtung, Weißabgleich, HDR, Audio-Modi, KI-Funktionen etc… Wer die Hintergrund-Effekte oder den Whiteboard-Modus auch in Zoom oder Teams nutzen will, wählt dort als Videoquelle die „Insta360 Virtual Camera“ statt der physischen Webcam. Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis für die Einrichtung.

Die Elgato Stream Deck Integration ermöglicht es, Szenen, Modi und Einstellungen direkt per Knopfdruck zu wechseln. Kombiniert mit den Szenen-Voreinstellungen (man kann komplette Setups für Meeting, Präsentation, DeskView, Stream etc. anlegen) ist das ein wirklich guter Workflow.

Was nervt?

Ganz ohne Kritikpunkte ist das natürlich nicht. Der Link Controller ist zwar funktional, aber nicht die schlankste Software. Wer wenig Platz auf dem Bildschirm hat oder mit mehreren Fenstern jongliert, muss sich erstmal organisieren. Auch ein wirklich kompakter Modus ist nicht vorhanden. Das Minimum ist eine ziemlich fette Leiste zur Steuerung der Kamera.

Das Tracking der Link 2 Pro ist bei sehr schnellen Bewegungen nicht perfekt. Man merkt gelegentlich das Nachziehen, wenn man sich ruckartig dreht. In normalen Meeting- oder Unterrichtssituationen fällt das kaum auf, wer aber hektische Demonstrationen macht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Was noch? Der Preis. Knapp 270 Euro für eine Webcam sind kein Impulskauf. Das muss man schon bewusst entscheiden. Wer ein paar Stunden pro Woche kurze Video-Calls macht, ist mit günstigeren Modellen der Link-2-Familie (ohne Pro) gut bedient. Oder halt mit dem Vorgänger, der auch wirklich gut ist.

Fazit

Die Insta360 Link 2 Pro und Link 2C Pro sind die bisher überzeugendsten Argumente dafür, dass man eine gute Webcam kaufen sollte und nicht nur irgendeine. Der 1/1,3-Zoll-Sensor mit HDR und Dual Native ISO macht im Alltag einen echten Unterschied, vor allem in schwierigen Lichtsituationen. Das Audio-System mit zwei Mikrofonen und vier Modi ist für eine Webcam durchdacht und die Software-Integration über Link Controller, Stream Deck und Szenen-Presets macht beide Modelle zu einem ernstzunehmenden Werkzeug und nicht nur zu einem Gimmick.

Die Insta ist auf jeden Fall etwas für alle, die den Großteil der Zeit vor der Kamera verbringen. Für den gelegentlichen Call gibt es deutlich günstigere Modelle, die auch ihren Job tun.

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Marathon angespielt: Ist das die Zukunft von Bungie?

Bungie hat Anfang März 2026 seinen neuen Shooter „Marathon“ für PC und die PlayStation 5 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen reinen Multiplayer-Titel. Nach „Destiny“ und „Halo“ versucht man sich erstmals an einem Extraction-Shooter. Ich habe einmal in den Titel hereingeschaut, um euch meine frühen Eindrücke zu vermitteln. Dabei konnte das Spiel in mir durchaus auch positive, aber insgesamt gemischte Gefühle erwecken.

Beispielsweise kann man sich über den visuellen Stil von „Marathon“ streiten, der vor der Veröffentlichung ja schon für Kontroversen sorgte, weil zunächst unerlaubt Artworks von fremden Designern genutzt wurden. Ich selbst empfinde die sterile Sci-Fi-Ästhetik des Titels als sehr austauschbar und fühle mich visuell nicht angesprochen. Technisch gibt es hier hingegen wenig zu meckern: Der Titel läuft flüssig, verfügt über knackscharfe Texturen und auch die Animationen wirken modern. Doch alles wirkt auf mich irgendwie von der Stange und ein wenig seelenlos.

Das kann euch anders ergehen. Aber ich finde, man merkt „Marathon“ an, dass es in einer Zeit in die Pipeline geschoben worden ist, als Sony unter Jim Ryan volle Kraft voraus auf den Hypetrain rund um Games-as-a-Service aufspringen wollte. Damit ist man später etwa mit „Concord“ voll auf die Nase gefallen. Ich glaube nicht, dass „Marathon“ ein ähnliches Desaster wird, aber ich sehe hier persönlich auch keinen Überraschungshit wie „Helldivers 2„.

„Marathon“ macht Spaß, sticht aber wenig heraus

Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, in „Marathon“ statt mit einem Team als Einzelspieler auf einen Run zu gehen, das ist aber mehr ein Nachgedanke. Immerhin gibt es für solche Fälle im Titel von Bungie aber sogar eine eigene Klasse – Rook. Für Teams aus mehreren Spielern bietet sich dann die Abstimmung für ein ausgewogenes Line-up an. Da könnt ihr entweder Assassinen wählen, die sich unsichtbar machen können. Recon-Einheiten, die vorpreschen und Aufklärung betreiben, sowie die Zerstörer, die dann besonders draufhauen, wenn es in die Offensive geht.

Wie bei anderen Extraction-Shootern lautet das zentrale Prinzip von „Marathon“: als Team eine Zone betreten, bessere Ausrüstung ergattern, Feinde auf dem Weg umnieten – und dann raus aus der Misere. Dabei kann jede Klasse ihre magischen Momente finden. Etwa mag ein Heiler erst einmal unscheinbar wirken, kann aber manchen Run aus dem Dreck ziehen, wenn impulsive Spieler sich verkalkuliert haben und Lebensenergie benötigen, damit nicht alles zusammenbricht.

Pro PvPvE-Run könnt ihr im Übrigen so ca. 20 Minuten einrechnen. Das ist ganz angenehm, wenn man berufstätig ist und abends mal eine schnelle Nummer einschieben will, ohne bis 3 Uhr nachts am Rechner zu verweilen. Allerdings sieht es auch hier so aus, dass ihr auf Dauer nur dann Land sehen werdet, wenn ihr „Marathon“ regelmäßig spielt. Andernfalls ist man meistens das schwächste Glied in der Kette. Bei den verfügbaren Karten bietet „Marathon“ im Übrigen durchaus Abwechslung und entführt euch in Alien-Dschungel, industrielle Komplexe und mehr. Wie schon erwähnt, wirkt das auf mich dennoch alles zu glatt, aber das mag mancher von euch auch völlig anders empfinden.

Je länger bzw. öfter ihr „Marathon“ zockt, desto mehr neue Ausrüstung, Aufträge und sogar Karten schaltet ihr frei. So ergibt sich also der Gameplay-Loop, der euch bei der Stange halten soll. Zudem gibt es für jede Season ein Fortschrittsystem, das euch weitere Boni verheißt. Allerdings soll der Fortschritt mit jeder Season zurückgesetzt werden, um es Neueinsteigern zu erleichtern, mitzuhalten. Veteranen werden dadurch aber abseits von kosmetischen Belohnungen dann auch jeweils einen Neubeginn wagen müssen, was manche frustrieren könnte.

Mit Kinderkrankheiten

Frust kam bei mir im Übrigen auch bei der Bedienung von „Marathon“ auf. Die Menüs nutzen einen sehr merkwürdigen Aufbau und das Interface soll wohl stylisch wirken, erschwert es aber oft, klare Unterschiede zwischen Ausrüstungen auf einen Blick zu erfassen. So hantierte ich deswegen oft länger mit Loot, als es nötig gewesen wäre, würde das Spiel eine klarere Designsprache verwenden. Da hoffe ich, dass Bungie sich ein Herz fasst und nochmal nachbessert.

Kritisieren kann man auch, dass Bungie echte Endgame-Inhalte erst in den kommenden Wochen per Update nachreichen will und Tester deswegen sogar um etwas Nachsicht gebeten hat. Gleichzeitig ist man aber nicht verlegen, dennoch zum Launch den vollen Preis von 39,99 Euro auszurufen, obwohl noch Content fertiggestellt werden muss. Trotzdem ist das natürlich immer noch eine Summe, die weit unter sonstigen Triple-A-Spielen liegt. Gleichzeitig muss sich „Marathon“ aber auch mit Free-to-Play-Shootern wie „Fortnite“ oder „PUBG“ messen, welche erhebliche Teile der Aufmerksamkeit der Zielgruppe bereits binden.

Mein Fazit

„Marathon“ ist kein Reinfall, aber auch kein Spiel, das mich persönlich wirklich fesselt. Nun bin ich ohnehin eher der Singleplayer-Fan, sodass Multiplayer-Spiele so eine Sache für mich sind. Hier ist es aber auch das visuelle Design, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Einerseits empfinde ich die Ästhetik des Titels als ziemlich fade, so hochwertig sie aus technischer Sicht sein mag, andererseits sind die Menüs und Oberflächen teils noch sehr benutzerfeindlich gestaltet worden. Das erschwert es etwa, zu differenzieren, welchen Loot man behalten oder direkt wieder verscherbeln sollte.

Die Zukunft von „Marathon, und vielleicht auch von Bungie, hängt jetzt davon ab, wie Sony das Game wachsen lässt. Mit einigen Überarbeitungen und Feinschliff könnte hier aus einem anständigen noch ein exzellenter Extraction-Shooter werden. Ich bezweifle aber, dass der derzeitige Status Quo ausreichen wird, um Gamer mittelfristig von kostenlosen Dauerbrennern wie „Fortnite“ fernzuhalten.

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beyerdynamic Aventho 200 im Test: Beweisen sich die Over-Ear-Kopfhörer?

Kürzlich habe ich hier im Blog die Over-Ear-Kopfhörer beyerdynamic Aventho 300 getestet. Jenes Modell ist bereits 2024 auf den Markt gekommen und hat mit dem Aventho 200 Ende 2025 einen kleinen Bruder erhalten. Auch jenes Modell konnte ich mir inzwischen für einen Test genauer anhören. Ist diese leicht abgespeckte Version eventuell vielleicht sogar die bessere Wahl?

Zunächst verrate ich euch, welche Funktionen des beyerdynamic Aventho 300 dem Aventho 200 fehlen. So behält man beim kleinen Bruder zwar den 45-mm-Treiber bei, bewirbt diesen aber nicht mehr explizit als STELLAR.45 (Made in Germany). Obendrein ist Dolby Atmos mit Head-Tracking der Schere zum Opfer gefallen. Dem Aventho 200 fehlt auch Unterstützung für LE Audio. Zusätzlich ist der abgedeckte Frequenzbereich etwas kleiner und reicht von 10 bis 22.000 statt von 5 bis 22.000 Hz. Im Tieftonbereich geht es also nicht ganz so tief herunter.

Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 200

Kategorie Wert
Trageart Over-Ear
Akustische Bauweise Geschlossen
Übertragungsart Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Version 5.4
Unterstützte Bluetooth-Profile AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.4, AVRCP 1.6.2, HFP 1.9
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive
Frequenzbereich 10 – 22.000 Hz
Reichweite 15 m
Gewicht 293 g
Akkulaufzeit (mit ANC) Bis zu 63 Stunden
Ladeanschluss USB-C
Besondere Features Adaptives ANC, Transparenzmodus, Multipoint, Trageerkennung
Treiber dynamisch, 45 mm
Preis 239 Euro

Doch der beyerdynamic Aventho 200 hat gegenüber dem großen Bruder auch Vorzüge. So ist das Gewicht dieses Modells geringer (293 vs. 319 g) und die Akkulaufzeit höher (bis zu 63 vs. bis zu 50 Std.). Der Preisunterschied beträgt wiederum ca. 60 Euro.

Ausstattung und Verarbeitung

Die Verarbeitung des beyerdynamic Aventho 200 ähnelt durchaus der des Aventho 300. So nutzt der deutsche Hersteller auch hier bequeme Kopfpolster aus Memoryschaum und Metall für den verstellbaren Bügel. Das geringe Gewicht fällt allerdings sofort auf, wenn man den Over-Ear aus der Verpackung nimmt. Beim Lieferumfang fehlt hier jedoch das Hardcase für den Transport, welches dem Aventho 300 beigelegen hat, was ich als merklichen Verlust empfinde. Im Ergebnis müsst ihr den Aventho 200 im beiliegenden Stoffbeutel transportieren.

Geblieben sind im Lieferumfang passende Kabel für 3,5-mm-Klinke sowie USB-C. Somit könnt ihr auch den beyerdynamic Aventho 200 nicht nur kabellos per Bluetooth verbinden, sondern auch kabelgebunden. Die Bedienung erfolgt auch hier sowohl über die Begleit-App als auch eine Touch-Oberfläche an der rechten Ohrmuschel plus einen Schieberegler für Power und einen Button, der zwischen ANC-, Transparenz- und Standardklang wechselt. Die Touchsteuerung funktioniert genau wie am Aventho 300. Ein Wischen nach oben/unten hebt und senkt die Lautstärke, ein Wischen nach links/rechts springt Songs zurück oder nach vorne. Doppeltes Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe.

In der Begleit-App wiederum könnt ihr nicht nur die aktive Geräuschunterdrückung in Stufen regeln, sondern auch die Firmware aktualisieren, einen Equalizer einrichten und mehr. ANC beinhaltet beim Aventho 300 5 verschiedene Stufen, beim Aventho 200 sind es nur drei. Auch hier ist im Übrigen eine Trageerkennung an Bord. Die Wiedergabe pausiert demnach automatisch, wenn ihr den Kopfhörer absetzt, und startet wieder, wenn ihr ihn aufsetzt. Auch eine Sidetone-Funktion für Telefonate ist wieder optional zuschaltbar.

Der beyerdynamic Aventho 200 lässt sich für den Transport zusammenfalten und auch ohne den Strom anzuknipsen per Kabel nutzen – worunter der Klang aber erheblich leidet. Haltet ihn also lieber aufgeladen. Im Übrigen kommt die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit gut hin. Zwar konnte ich keine vollen 63 Stunden erreichen, 60 Stunden waren mir ohne ANC aber durchaus möglich. Bluetooth Multipoint ist im Übrigen ebenfalls an Bord, um schnell zwischen zwei verbundenen Geräten zu wechseln.

Praxistest des beyerdynamic Aventho 200

Der beyerdynamic Aventho 200 ist dem Aventho 300 in vielen Punkten sehr ähnlich. So habe ich Dolby Atmos mit Head-Tracking persönlich zu keiner Zeit vermisst, weil ich das mehr für ein Gimmick halte. Allerdings merkt man, dass der Klang etwas weniger dynamisch auf die Ohren kommt. Das sind aber eher Nuancen als extreme Sprünge. Klanglich würde ich persönlich aber den exzellenten Aventho 300 dem immer noch sehr guten Aventho 200 vorziehen.

Anders sieht es beim Tragekomfort aus: Das geringere Gewicht macht sich durchaus bemerkbar und der Aventho 200 trägt sich gerade beim Sport nochmal eine Ecke angenehmer. Im Fitnessstudio musste ich allerdings auch bei diesem Modell feststellen, dass die aktive Geräuschunterdrückung und die eher maue, passive Isolierung die Achillesferse sind. Da sind die Konkurrenten von Bose, Sony oder sogar Apple einfach weiter. Im Fitnessstudio kamen in meinem Fall mehr Geräusche durch als bei meinem betagten Jabra Elite 85h, der jedoch klanglich natürlich durchweg unterlegen ist.

So liefert auch der Aventho 200 einen warmen Klang, den man über den Equalizer der Begleit-App gut für seine individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Dank aptX HD muss man sich auch um den Codec keine Sorgen machen. Vor allem die gute Räumlichkeit hat mir auch hier sehr gut gefallen, sodass ich den Kopfhörer auch für das ein oder andere Streaming-Video sehr gerne aufgesetzt habe. Ähnlich wie beim Aventho 300 ist auch der Sitz des Aventho 200 ziemlich fest, allerdings ohne auf die Ohren zu drücken. Aufgrund des geringeren Gewichts hat mir der Tragekomfort hier sogar noch mehr zugesagt, was sich bei längeren Sessions durchaus bemerkbar machen kann.

Schwächen? Der Aventho 200 integriert weniger Mikrofone als der Aventho 300, worunter nicht nur das ohnehin schwache ANC leidet, sondern auch der Transparenzmodus und die Telefonie. Letztere funktioniert zwar auch hier recht sauber, doch es dringen zu eurem Gesprächspartner definitiv mehr Umgebungsgeräusche durch. In der Summe ist ANC hier sicherlich kein Kaufargument, auch wenn es beim Pendeln durchaus Linderung verschafft – da ist die Konkurrenz aber in dieser Preisklasse ungleich stärker. Punkte sammelt beyerdynamic vielmehr beim ausgewogenen, räumlichen Sound und bei Verarbeitung und Tragekomfort.

Mein Fazit

Wer den besseren Klang und Telefonie in höherer Qualität sucht, ist beim Aventho 300 besser aufgehoben als beim Aventho 200. Da lohnt sich dann auch durchaus der Aufpreis von rund 60 Euro. Dafür trägt sich das günstigere Modell aufgrund des geringeren Gewichts noch angenehmer. Das sollte speziell Leser hellhörig machen, welche die Over-Ears beim Sport nutzen möchten. Euch ist die aktive Geräuschunterdrückung besonders wichtig? Dann hört euch erst einmal Konkurrenzmodelle von Bose und Sony an, denn hier hat beyerdynamic noch Hausaufgaben zu erledigen.

Fantastisch ist die Verarbeitung der beyerdynamic, die sehr wertig wirkt. Da steht der Aventho 200 dem großen Bruder also in nichts nach. Auch hier liegt deswegen ein empfehlenswerter Over-Ear-Kopfhörer vor, der sowohl eindeutige Schwächen (ANC) als auch Stärken (Klang, Tragekomfort) mitbringt.

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beyerdynamic Aventho 300 im Test: Over-Ears mit allem, was man braucht

beyerdynamic hat seinen kabellosen Premium-Kopfhörer Aventho 300 bereits 2024 auf den Markt gebracht. Da ich euch bald auch einen Test des jüngeren Geschwistermodells Aventho 200 präsentieren möchte, habe ich die Chance genutzt, mir vorher einmal diese Over-Ears anzuhören. Denn auf dem Papier wird mit Dolby Atmos, aptX HD und natürlich adaptiver, aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) so einiges geboten.

Dabei ist beyerdynamic ein deutscher Traditionshersteller, der allerdings gerade vom chinesischen Konzern Cosonic übernommen wird. So wirbt man dann auch für seine Aventho 300 mit einem in Deutschland gefertigten Schallwandler (Stellar.45). Mit 45 mm Durchmesser sind die Treiber etwas größer als bei vielen Konkurrenten, was aber nicht immer automatisch auch gleich für einen besseren Sound spricht. Beeindruckend klingen auch die vom Hersteller versprochenen Akkulaufzeiten von bis zu 50 Stunden mit ANC. Für immersiven Klang lässt sich das bereits erwähnte Dolby Atmos sogar mit optionalem Headtracking nutzen.

Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 300

Kategorie Wert
Trageart Over-Ear
Akustische Bauweise Geschlossen
Übertragungsart Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Version 5.4
Unterstützte Bluetooth-Profile AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP-B 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.3.2, AVRCP 1.6.2, HFP 1.8, IOPT
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive, LE Audio
Frequenzbereich 5 – 22.000 Hz
Reichweite 15 m
Gewicht 319 g
Akkulaufzeit (mit ANC) Bis zu 50 Stunden
Ladeanschluss USB-C
Besondere Features Adaptives ANC, Transparenzmodus, Dolby Atmos Head Tracking, Multipoint, Trageerkennung
Treiber STELLAR.45 (Made in Germany)
Preis 299 Euro

Die beyerdynamic Aventho 300 sind ursprünglich für 399 Euro auf den Markt gekommen, ihr Preis ist aber mittlerweile auf 299 Euro gefallen. Gleichzeitig hat der Hersteller seit dem Launch auch Verbesserungen vorgenommen, etwa für die Geräuschunterdrückung. Bieten will man euch im Übrigen auch „Tragekomfort der Extraklasse“, wie die Produktseite vollmundig wirbt. Man setzt diesbezüglich auf  schräggestellte Hörerschalen, ein Kopfband aus Memory-Foam und flexible Drehgelenke aus Aluminium fürs Zusammenklappen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Lieferumfang der beyerdynamic Aventho 300 ist (fast) komplett vorbildlich. Die Kopfhörer liegen in einem stabilen Hardcase, in welchem sogar noch ein weiterer Tragebeutel aus Stoff liegt. Auch ein USB-C-Lade- und Verbindungskabel liegt bei. Das gilt auch für ein 3,5-mm-Klinkenkabel. Ja, ihr könnt die Over-Ears nämlich auf Wunsch auch kabelgebunden verwenden. Das geht per Klinke sogar im ausgeschalteten Zustand bzw. wenn euch einmal die Akkuladung ausgehen sollte – allerdings leidet darunter der Klang erheblich.

Die beyerdynamic Aventho 300 lassen sich auch zusammenklappen, die Aluminiumgelenke ermöglichen da tatsächlich einen sehr sanften Übergang. Generell wirken die Kopfhörer sehr stabil und hochwertig. Ich hatte allerdings bei der ersten Kopplung einige Startschwierigkeiten, denn automatisch wurden die Over-Ears von der Begleit-App nicht gefunden. Also musste ich die Kopfhörer manuell koppeln. In der App könnt ihr Dolby Atmos und das Headtracking an- und ausschalten, über einen Equalizer den Sound anpassen und natürlich Updates beziehen. Auch Sidetone lässt sich etwa für Anrufe zu- oder abschalten. Wünscht ihr die Trageerkennung nicht, könnt ihr auch diese bei Bedarf abschalten.

Das Testmuster der beyerdynamic Aventho 300 hat mir in der Farbe Schwarz vorgelegen. An der rechten Ohrmuschel sitzen dabei die USB-C- und Klinkenanschlüsse, der Powerbutton sowie eine Taste zum Wechseln zwischen ANC- und Transparenzmodus. Die Intensität der Geräuschunterdrückung lässt sich über die App stufenweise anpassen. Neben den erwähnten Tasten gibt es aber auch noch ein Touch-Bedienfeld an der Oberfläche der rechten Ohrmuschel.

Zweimaliges Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe, während das Wischen nach links bzw. rechts einen Song zurück bzw. nach vorne springt. Das Wischen nach oben oder unten hebt bzw. senkt die Lautstärke. Die Bedienung funktioniert grundlegend gut, allerdings musste ich mich etwas daran gewöhnen, zumal es beim Zurechtrücken des Kopfhörers auch mal vorkommen kann, dass man aus Versehen ein Lied überspringt – ist mir im Testzeitraum zumindest ein-, zweimal passiert.

Praxistest der beyerdynamic Aventho 300

Ich habe bislang privat als Over-Ear-Kopfhörer tatsächlich den unkaputtbaren Jabra Elite 85h verwendet. Mit diesem Modell vergleiche ich daher den beyerdynamic Aventho 300 ein wenig, einfach weil ich beide Exemplare nun gut kenne. Dabei muss ich sagen, dass ich vom ANC des Aventho 300 sehr enttäuscht bin. Im Fitnessstudio schlägt er sich tatsächlich schlechter als das deutlich ältere Pendant von Jabra, was die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen angeht. Allerdings ist einzuwenden, dass der Elite 85h auch die deutlich bessere, passive Isolierung mitbringt. Jedenfalls ist die eher maue Geräuschunterdrückung für mich der größte Kritikpunkt des Over-Ears von beyerdynamic. Selbst auf der höchsten Stufe kommt mehr durch, als mir lieb ist.

Dafür ist der Klang tatsächlich ein Quantensprung. Der beyerdynamic Aventho 300 klingt relativ neutral, aber über den Equalizer der Begleit-App kann das natürlich jeder ganz gut für sich anpassen. Die Höhen finde ich manchmal etwas zu spitz bzw. bei aktivem ANC und hohen Lautstärken leicht klirrend. Das tritt aber eher sporadisch auf und kann durch den Equalizer gänzlich vermieden werden. Dazu muss ich sagen, dass meine noisige Musikuntermalung (Shoegaze, Dreampop) hier auch für jeden Kopfhörer einen Härtetest darstellt. In jedem Fall erlaubt der Aventho 300 eine hohe Dynamik und bietet vor allem eine sehr starke Stereo-Räumlichkeit, die ich sonst selten bei Over-Ears so deutlich wahrnehme.

Im Gesamtbild ist der Klang zwar nicht perfekt, aber sehr luftig und differenziert, was genau meinem Geschmack entspricht. Dabei könnt ihr über die Begleit-App auch Dolby Atmos zuschalten, was meines Erachtens aber wie bei den Konkurrenzmodellen eine Spielerei ist. Klar, das Head-Tracking ist beim ersten Ausprobieren ein nettes Gimmick, ich selbst würde aber nie auf die Idee kommen, dies im Alltag zu verwenden. Da lenkt es doch mehr ab, als dass Immersion entstünde.

Der beyerdynamic Aventho 300 sitzt dabei ziemlich fest auf dem Kopf, drückt aber in meinem Fall auch mit Brille bzw. beim Sport keinesfalls unangenehm. Man kann dabei die Passform gut über den Ohrbügel verstellen und die einzelnen Stufen rasten stabil ein. Die Ohrpolster umrahmen dabei ziemlich exakt meine Ohren, haben also eine gute Größe. Telefonate verliefen in meinem Testszenario glasklar und meine Gesprächspartner bescheinigten den Over-Ears bzw. ihren Mikrofonen eine gute Audioqualität. Das hat auch in herausfordernden Umgebungen, wie einer viel befahrenen Straße, gut funktioniert.

Mein Fazit

Der beyerdynamic Aventho 300 ist ein starker Over-Ear-Kopfhörer, der vor allem mit seiner räumlichen und dynamischen Stereo-Wiedergabe punktet. In Sachen Musikwiedergabe hat mir das Gebotene extrem gut gefallen. Dolby Atmos und Head-Tracking bleiben für mich auch bei diesem Modell Marketing-Gimmicks, auf die ich gerne verzichte. Schade ist, dass die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) für mich deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, zumal auch die passive Isolation besser sein könnte.

Neben dem starken Sound bei Musik punktet der beyerdynamic Aventho 300 aber auch bei Telefonaten mit sauberem Klang. Auch der stabile, aber komfortable Sitz weiß zu gefallen. Und Design und Verarbeitung empfinde ich als wirklich hochwertig, zumal ein robustes Case und ein zusätzlicher Stoffbeutel beiliegen. Im Gesamtbild bietet der deutsche Hersteller hier also einen immer noch sehr guten Over-Ear-Kopfhörer an, der beim Klang ganz vorne mitspielt.

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X-Sense: Thermometer- / Hygrometer-Set mit Basisstation ausprobiert

Kurz mal in die Runde gefragt: Wer von euch hat eigentlich keinen Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Bude hängen? Gefühlt gehört das ja mittlerweile zum guten Ton im Smart Home, sei es zur Schimmelprävention im Keller oder einfach nur, um zu wissen, warum man im Homeoffice eigentlich gerade so schwitzt. Mit dem X-Sense STH51 (bzw. dem Set STH0A41) drängt ein alter Bekannter im Bereich der Sicherheitssensoren nun verstärkt in das Segment der Raumklima-Überwachung. Das Set kommt mit einer Basisstation (SBS50) und in meinem Fall gleich vier Sensoren daher. Wer also das ganze Haus „verwanzen“ will, ist hier direkt bedient.

Die Sensoren selbst sind recht kompakt gehalten und verfügen über ein integriertes LCD-Display. Das ist löblich, denn nichts ist nerviger, als für jeden schnellen Blick auf die Temperatur erst das Smartphone aus der Tasche kramen zu müssen. Auf dem Display gibt es neben den nackten Zahlen auch einen „Smiley-Indikator“, für die unter euch, die eine schnelle visuelle Bestätigung brauchen, ob die Luft im grünen Bereich ist.

Angebunden werden die Sensoren nicht direkt ans WLAN (was die Batterielaufzeit innerhalb von Wochen killen würde), sondern per Funk an die mitgelieferte Basisstation. Diese wiederum hängt im 2,4-GHz-WLAN und schaufelt die Daten in die App bzw. die Cloud. Laut Hersteller soll die Reichweite im Freien bis zu 500 Meter betragen, in der Realität einer deutschen Altbauwohnung mit Stahlbetonwänden bleibt davon natürlich weniger übrig, aber für ein ordentliches Haus samt Gartenhaus sollte es locker reichen.

In der X-Sense-App könnt ihr die Daten loggen und euch bei Überschreitung gewisser Schwellenwerte (wenn es z. B. zu feucht im Keller wird) benachrichtigen lassen. Ein nettes Schmankerl: X-Sense bietet eine Speicherung für die Daten an, damit ihr auch rückwirkend schauen könnt, wann die Heizung mal wieder auf Anschlag lief oder ob gelüftet wurde.

Für die Alexa-Fraktion: Ja, das System ist kompatibel. Ihr könnt also per Sprachbefehl fragen, wie es im Schlafzimmer aussieht. HomeKit-User schauen (ohne Homebridge-Gebastel) allerdings erst einmal in die Röhre, das ist hier leider oft der Standard bei den günstigeren Lösungen aus Fernost.

Im Test machten die Kisten bei mir einen guten Job, ich habe mit ein paar anderen smarten Thermometern / Hygrometer verglichen und hatte da, wenn überhaupt, absolut nur minimal abweichende Werte. Warum ich mir das Set überhaupt angeschaut habe? Ich wollte einfach mehr mit weniger machen. Ich bin seinerzeit schon von irgendwelchen (teuren) Rauchmeldern abgegangen, die im Smart Home hängen. Brauche ich einfach nicht.

Da ist teilweise echt Sparpotential drin – und bei den Leckagemeldern bin ich genauso verfahren. Die Thermometer von X-Sense waren da für mich irgendwie nur eine logische Konsequenz. Ja, ganz nett, dass es smarte Kisten, auch mit Thread und so gibt. Rein preislich ist das Viererset mit Bridge für um 80 Euro (wenn es nicht im Angebot ist, attraktiver).

Das Set mit vier Sensoren und Basis liegt preislich bei Amazon also in einem Bereich, wo man als Smart-Home-Einsteiger wenig falsch macht, wenn man eine schlüsselfertige Lösung sucht und nicht jeden Sensor einzeln zusammenklauben will. Aktuell ist das Ganze eine solide Wahl für alle, die ihr Raumklima im Blick behalten wollen, ohne gleich ein Vermögen auszugeben – mit den genannten Abstrichen an die Anbindung. Wer schon im X-Sense-Ökosystem (Rauchmelder etc.) unterwegs ist, bekommt hier eine sinnvolle Ergänzung für die App. Nachteile? Ihr seht die Form und das Batteriefach. Sollte man eher stellen oder an einen Nagel hängen, kleben ist eher nicht.

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