Testbericht Apple AirPods Max 2: Neues Hirn, alte Schale

Machen wir uns nichts vor: Wer seit 2020 auf einen echten Nachfolger der AirPods Max gewartet hat, brauchte einen langen Atem. Das kleine „Update“ im Herbst 2024, bei dem Apple lediglich den Lightning-Port durch USB-C ersetzte und neue Farben anmischte, intern aber den H1-Chip beließ, stieß einigen vielleicht sauer auf. Etwas Abhilfe dürfte da aber auf jeden Fall das große 2025er-Update gebracht haben, welches viele gar nicht mehr auf dem Schirm haben, wenn sie über die AirPods Max mit USB-C sprechen. Ich hatte das damals zum Anlass genommen, die AirPods Max 2024 einem Hörtest zu unterziehen.

Doch nun sind sie da: die echten AirPods Max 2. Ich habe mir das neue Over-Ear-Flaggschiff geschnappt und in den letzten Tagen viele, viele Stunden Musik gehört – wobei das ja bei mir nichts Neues ist. Die Kurzfassung vorab: Unter der Haube tut sich mächtig was, aber äußerlich beweist Apple eine fast schon bewundernswerte Gelassenheit.

Die AirPods Max 2 sehen exakt so aus wie das 2024er USB-C-Modell. Wer auf ein faltbares Design für den Rucksack gehofft hat, schaut in die Röhre. Dennoch sind sie im Profil recht schmal und verschwinden bei mir immer hochkant an der Rückentasche des Rucksacks. Ist weniger dick als viele faltbare.

Das Kampfgewicht von stolzen 385 Gramm bleibt unverändert. Damit sind sie weiterhin wohl die schwersten Premium-Over-Ears auf dem Markt für Konsumenten. Wer das Vorgängermodell schon als zu drückend empfand, wird hier vermutlich nicht glücklicher, wobei ich der subjektiven Meinung bin, dass die neuen noch einen Ticken bequemer sitzen. Da hab ich Glück, mich hat das trotz Glatze und Brille nie gestört – und ich trage die Dinger stundenlang. Da klappt mir also nicht der Kopf nach hinten aufgrund des Mehrgewichts…

Das Kopfband (Canopy) ist zwar sehr bequem, neigt aber erfahrungsgemäß nach einiger Zeit zum Ausleiern (zumindest bei den AirPods Max der ersten Generation habe ich da einen Schutz nachgekauft, kostet nur wenige Euro). Vorsicht ist zudem bei schlechtem Wetter geboten: Offiziell wasser- oder schweißfest sind sie immer noch nicht – die Schutzmuscheln könnt ihr aber weiterhin leicht abnehmen und reinigen.

Und ja, auch beim Zubehör bleibt Apple sich treu. Das berühmt-berüchtigte „Smart Case“ ist weiterhin an Bord. Es schützt das Netzgewebe des Kopfbügels nicht und zwingt uns weiterhin dazu, die Kopfhörer dort hineinzustecken, um sie in den Deep-Sleep-Modus zu versetzen. Ein simpler Power-Button? Weiterhin Fehlanzeige. Vermutlich sind das aber keine Probleme für die, die sich in der Vergangenheit bewusst für die AirPods Max entschieden haben. Selbst ich kann gut damit leben, auch bei der ersten Generation, die ich seit 2020 zufrieden (!) im Einsatz habe.

Wenn man das alte Design akzeptiert hat, wird es im Inneren richtig spannend (denn hier spielt die Musik (Wortspiel beabsichtigt)). Apple hat den H2-Chip verbaut und bringt die Over-Ears damit softwareseitig auf das Level der AirPods Pro 2. Und das merkt man im Alltag massiv.

Das Highlight für Menschen, die die Hörer nicht abnehmen, ist die Konversationserkennung (Conversation Awareness). Wer irgendwo angesprochen wird, muss die Kopfhörer nicht mehr abnehmen oder Tasten drücken. Sobald man anfängt zu sprechen, wird die Musik automatisch leise, das ANC deaktiviert sich und die Stimmen der Umgebung werden durch die Mikrofone verstärkt. Hört man auf zu reden, regelt sich die Musik wieder hoch. Das hat in meinem Testlauf erstaunlich gut funktioniert, wobei ich das schon erwartbar fand – ich kenne es ja aus den AirPods Pro (ab v2).

Dazu gesellen sich die euch vielleicht bekannten smarten Kopf-Gesten: Wer in der Bahn nicht laut rufen will, um einen Anruf anzunehmen, nickt einfach mit dem Kopf. Kopfschütteln lehnt den Anruf ab. Für Gamer und Video-Cutter wichtig: Dank Bluetooth 5.3 ist die Latenz (insbesondere im Game Mode) laut Apple deutlich gesunken.

Klanglich gehörten die AirPods Max für mich schon immer zur Oberklasse, aber die zweite Generation legt noch eine kleine Schippe drauf. Wobei ich schon einmal schrieb: Wer da jetzt absolut riesige Sprünge, total Neues und derbe Verbesserungen beschreibt, der sagt da nicht ganz die Wahrheit.

Apple verbaut laut eigenen Aussagen einen neuen High-Dynamic-Range-Verstärker. Das Ergebnis? Das Soundprofil wirkt gesamtbetrachtet aufgeräumter. Mitten und Höhen klingen weiterhin natürlich und der Bass ist druckvoll, ohne den Rest der Frequenzen zu vermatschen. Wer Apple Music nutzt, bekommt ein fantastisches Dolby-Atmos-Erlebnis geliefert. Und: Wenn man gerne laut hört, wird man einen Ticken weniger Verzerrungen wahrnehmen – höre ich ganz gut bei meinen Gabber- und Frenchcore-Sessions, oder wenn mal ordentlich Geschrammel anliegt. Aber wie gesagt: Da muss man schon genau hinhören, macht alles in allem aber sehr viel Spaß, wenn man was mit Musik anfangen kann.

Für Audiophile: Wer die Max 2 per USB-C-zu-USB-C-Kabel direkt an den Mac, das iPhone oder das iPad klemmt, bekommt nativ 24-bit/48kHz Lossless Audio. Der kabelgebundene Klang ist schlichtweg phänomenal und holt noch mal  (kleine) Details aus den Tracks. Über Bluetooth gibt es aber weiterhin kein verlustfreies Audio.

Wichtig für Kabelnutzer: Wenn sie Lossless aktiviert haben und einen entsprechenden Titel abspielen, wird das angezeigt. Um zu sehen, ob eine kabelgebundene Verbindung für die Wiedergabe verwendet wird, tippt im Kontrollzentrum auf das Kopfhörer-Symbol, und es wird angezeigt, ob USB-C für Audio verwendet wird (was automatisch geschehen sollte, wenn Nutzer die AirPods Max 2 über ein USB-C-Kabel anschließen).

Das ANC (Active Noise Cancelling) hat laut Apple einen 1,5-fachen Boost bekommen. Im Realtest zeigt sich das vor allem bei tiefen und konstantem Störgedöns. Hier herrscht mit aufgesetzten Max 2 absolute Totenstille. Die machen selbst in normalen Wohnhäusern Spaß, denn da bekommste einfach mal nichts mit, eine nette Sache, wenn man das mag. Gepaart mit dem „Adaptiven Audio“ (einer Mischung aus ANC und Transparenzmodus je nach Umgebungslautstärke) kommt man entspannt durch den Alltag. Nutze ich aber nie.

Eine der unauffälligen Verbesserungen betrifft die Mikrofone. Obwohl diese an derselben physischen Stelle sitzen, holt der H2-Chip über die verbesserte Stimmenisolation gefühlt noch was raus. Die Sprachqualität bei Telefonaten oder Videocalls ist einfach besser.

Und lass uns kurz noch einmal auf das Live-Übersetzen eingehen. Das machen andere ja mittlerweile auch. Aber das ist herrlich. Wie geht das überhaupt? Wenn dein Gesprächspartner spricht: Taste für den Hörmodus antippen, das Mikrofon schnappt die Fremdsprache auf.

Deine AirPods regeln automatisch die Umgebungsgeräusche herunter, und du hörst die übersetzte Sprache fast in Echtzeit direkt in deinem Ohr, ohne dass dir eine App das erst mühsam vorlesen muss. Die Sprachen könnt ihr auswählen, das Ganze funktioniert lokal und ohne Internetanbindung. Logo, ihr habt da ein bisschen Versatz, je nachdem, wie schnell euer Gegenüber spricht. Das Ganze lässt sich auch in der Übersetzen-App nachlesen, da habt ihr ja den Punkt Live.

Bei der Akkulaufzeit bleibt alles beim Alten: bis zu 20 Stunden mit aktiviertem ANC. Das ist okay und bringt einen gut durch Reisen und lange Tage ohne Auflade-Chance, aber verglichen mit Konkurrenten ist das im Jahr 2026 nur noch Mittelmaß. Preislich liegen wir weiterhin bei einer saftigen UVP von rund 549 Euro.

Gefällt mir:

  • Herausragender Klang (subjektiv, meine Ohren)
  • Top ANC & Transparenzmodus: besser als bei den Vorgängern.
  • Smarte Features (H2-Chip): Konversationserkennung, Adaptives Audio und Kopfgesten sind im Alltag ein Mehrwert (wenn man es denn braucht)
  • Bessere Mikrofone: Sehr gute Sprachqualität bei Telefonaten.
  • Lossless Audio via USB-C: Ein Traum für Hi-Res-Fans.

Ansichtssache:

  • Das Smart Case.
  • Komfort & Gewicht: Mit 385 Gramm schwer; das Netzgewebe am Bügel leiert vielleicht mit der Zeit aus.
  • Kein Power-Button: Zwangs-Schlafengehen im Case.
  • Kein faltbares Design: Nimmt euch vielleicht Platz weg.
  • Akkulaufzeit: 20 Stunden sind heute der Konkurrenz unterlegen.
  • Kein USB-C-Klinke dabei

Das Fazit fällt erstaunlich pragmatisch aus. Ich teile das mal in drei Lager:

  1. Ihr habt die AirPods Max der 1. Generation (Lightning, 2020)?


    Das Upgrade könnte es wert sein. Ihr bekommt endlich USB-C, frische Akkus und all die tollen Software-Features (H2-Chip), die euch seit Jahren verwehrt blieben. Ihr hört nur Musik und seid zufrieden? Ja dann lohnt auch kein Upgrade direkt, wartet vielleicht auf Angebote.
  2. Ihr habt die AirPods Max (USB-C Version von 2024)?


    Schwierige Kiste. Wenn euch der reine Klang reicht, behaltet sie. Wenn ihr aber tagtäglich neidisch auf die Konversationserkennung eurer AirPods Pro schielt und das bessere ANC wollt, verkauft die alten und holt euch die Max 2.
  3. Ihr wollt zum ersten Mal AirPods Max kaufen?


    Wenn ihr tief im Apple-Ökosystem steckt, keine Probleme mit einem schweren Kopfhörer habt und das nötige Kleingeld locker sitzt, bekommt ihr hier die vermutlich am besten klingenden und smartesten Over-Ears für eure Apple-Geräte. Bei dem Preis ist halt die ganze „Verwobenheit“ mit dem Apple-Kosmos mit drin, die Features verzahnt im System bekommt ihr nur hier.

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SteelSeries Arctis Nova Elite: Gaming-Headset der Luxusklasse im Test

SteelSeries hat im letzten Jahr mit dem Arctis Nova Elite ein neues Gaming-Headset der Oberklasse veröffentlicht. Eigentlich muss man schon Luxusklasse sagen, denn das gute Stück kostet happige 649,99 Euro. Ihr zahlt also mehr für dieses Zubehör als für z. B. eine PlayStation 5 oder Xbox Series X. Doch dafür will der Hersteller euch auch einiges bieten – z. B. Hi-Res Audio Wireless und vielfältige Verbindungsoptionen dank einer externen Station (GameHub). Inzwischen konnte ich mir das Arctis Nova Elite auch für euch anhören.

Ein wenig werde ich dabei mit dem Razer Kraken V4 Pro vergleichen, denn jenes Modell nutzt ebenfalls einen externen Verbindungs-Hub. Dank des sogenannten GameHubs können vier Zuspieler gleichzeitig angeschlossen bzw. verbunden werden – per USB-C (gleich dreimal), Bluetooth 5.4, 2,4 GHz und 3,5-mm-Klinke. Kabellos bietet man euch nicht nur SBC und AAC als Codecs an, sondern auch LC3 . SteelSeries bindet am Arctis Nova Elite auch aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ein. So bringt man ins Spiel, dass das Gaming-Headset für euch auch einfach unterwegs als Over-Ear-Kopfhörer dienen kann.

Technische Eckdaten des SteelSeries Arctis Nova Elite

Kategorie Spezifikation
Kompatibilität PC (ChatMix über Sonar, Win 10 )


PS4 | PS5 (ChatMix über System)


Xbox Series X|S


Mac (kein ChatMix)


Switch | Switch 2 (USB-C Wireless / BT)


iPhone USB-C (USB-C Wireless / BT)


Android (USB-C, Wireless / BT)


Tablet USB-C (USB-C Wireless / BT)


Handheld (USB-C, Wireless / BT)


Meta Quest 2 | 3 (USB-C Wireless / BT, nur Audio)
Software Arctis Companion App (iOS 15.6 , Android 9 )


GG Engine (Windows 8.1 , macOS 10.13 )


GG Sonar (Windows 10 , erforderlich für ChatMix)
Lautsprechertreiber 40-mm-Kohlenstofffaser-Treiber


2-teiliges Design (Messing-Sicke Carbonfaser-Treiber)
Frequenzgang (Kopfhörer) 10–40.000 Hz
Empfindlichkeit 101 dBSPL @ 1 kHz / 1 mW
Impedanz 38 Ohm
Klirrfaktor (THD) < 1 %
360°-Raumklang Tempest 3D, Windows Sonic, SteelSeries Sonar Surround, DTS Headphone, Dolby Atmos
Mikrofone ClearCast Gen 2.X (Boom On-Ear Beamforming, Smart-Switching)


Richtcharakteristik: Boom bidirektional, On-Ear omnidirektional


Frequenzgang (Wireless): 100–14.000 Hz


Empfindlichkeit: -14 dBV/Pa


Bandbreite: 32 kHz / 16 Bit
Geräuschunterdrückung 4-Mikrofon-Hybrid-ANC


Transparenzmodus


KI-Rauschunterdrückung (alle Systeme) Sonar-Software (PC)
Akkulaufzeit Infinite Power System: 2 Hot-Swap-Akkus, je 30 h (gesamt 60 h)


Schnellladung: 15 min = bis zu 4 h


Akku: Lithium-Ionen
Drahtlos Hi-Res Wireless zertifiziert


2,4-GHz-Gaming-Wireless


Bluetooth 5.3 LE Audio (SBC, LC3, LC3 , MultiPoint bis 10 Geräte)


OmniPlay: bis zu 4 Quellen gleichzeitig (USB1 USB2/3 BT Line-In)
On-Ear-Bedienelemente Lautstärke / ChatMix


Source Mix


Power / Pairing / Quick-Switch


Stummschaltung


Bluetooth-Mediensteuerung


Multifunktionsrad (GameHub-Steuerung)
Lieferumfang Arctis Nova Elite Headset


Arctis Nova Elite GameHub


3× USB-C-zu-USB-A-Kabel (1,5 m)


Mikrofon-Popfilter


Reinigungstuch


Transportbeutel
Gewicht Kopfhörer: 380 g


GameHub: 169 g


Tragetasche: 143 g

Ihr könnt über das Gaming-Headset auch 3D-Audio in Form von z. B. Windows Sonic Spatial und Tempest 3D Audio verwenden. Dolby Atmos und DTS:X sind ebenfalls möglich, da müsst ihr euch dann aber separat die passenden Lizenzen kaufen. Beeindruckend: In Sachen Klang sind bis zu 24-bit Klangtiefe bei 96 kHz machbar. Hinweis dazu: An den Spielekonsolen ist bei maximal 16-bit und 48 kHz Schluss, weil die Plattformen nicht mehr unterstützen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der dänische Hersteller SteelSeries, seit einigen Jahren im Übrigen Teil des GN-Konzerns zu dem auch Jabra gehört, will sich mit dem Arctis Nova Elite zur absoluten Spitzenklasse vorarbeiten. Deswegen bietet man euch nicht nur eine Desktop-App zur weiteren Konfiguration an. Unter Android und Apple iOS könnt ihr den Klang ebenfalls über die Begleit-App Arctis abstimmen. Ein spannendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der breiten Konkurrenz: Im laufenden Betrieb könnt ihr den Akku austauschen (Hot-Swap). Es liegen daher auch gleich zwei Akkuexemplare bei, die je 30 Stunden Betriebsdauer gewährleisten.

Für meinen Test hat mir die Farbvariante in Sage & Gold vorgelegen. Dabei ist die Verarbeitung durchaus eine Hausnummer. So nutzt SteelSeries nicht nur für den Rahmen Metall, was mich direkt an die Aventho 300 von beyerdynamic erinnert hat, sondern auch für den Lautstärkeregler an der linken Ohrmuschel. Im Übrigen erfolgt die Größenverstellung stufenlos, wird also nicht eingerastet. Die Ohrpolster sind übrigens überdurchschnittlich dick und sehr fluffig. Sie schirmen daher auch schon passiv verdammt gut ab und verhindern exzellent Druck auf den bzw. um die Ohren.

Der Tragekomfort wird auch durch das aufhängbare Innenkopfband gestärkt. Da muss ich schon einmal an dieser Stelle sagen, dass das SteelSeries Arctis Nova Elite für mich tatsächlich das ergonomischste Gaming-Headset darstellt, das ich bisher getragen habe. Beim Auspacken wird aber auch schnell klar, dass SteelSeries hier mehr als ein reines Gaming-Headset liefern will. Dank des Hubs erhaltet ihr ein anspruchsvolles Gesamtpaket. Dieses Allrounder-Flair wird auch dadurch verstärkt, dass der Anbieter auf RGB-Bling-Bling verzichtet. Auch die Basisstation wirkt angenehm unaufgeregt. Sie ersetzt nicht nur anderweitige USB-Dongles, sondern verfügt auch über ein monochromes OLED-Display und Bedienmöglichkeiten für Lautstärke, Abmischung, Wechsel der Eingänge und mehr.

Im Paket befinden sich auch mehrere USB-Kabel, ein 3,5-mm-Kabel sowie ein Popschutz fürs Mikro und natürlich eine Anleitung. Auch eine kleine Tasche liegt bei. Ich vermisse hier aber ein Hardcase, was bei der Preisempfehlung von 649,99 Euro schon hätte möglich sein können. Auch ein Mikrofasertuch zur Reinigung der Ohrmuscheln ist dabei.

Die Ohrmuscheln des SteelSeries Actis Nova Elite lassen sich leicht anwinkeln, ein Zusammenfalten der Kopfhörer ist jedoch nicht möglich. Beim Tragekomfort hilft auch das bereits erwähnte Textilband, das letzten Endes auf eurem Kopf aufliegt. Dieses ist elastisch und hilft bei der Gewichtsverteilung. Es lässt sich innen über mehrere Stufen verstellen. Ein Nachteil der verwendeten Materialien: SteelSeries nutzt Kunstleder statt Stoff für die Ohrmuscheln als Bezug, wodurch man eher „heiße Ohren“ bekommt. Wie schon beschrieben, dichtet das Headset aber bereits passiv hervorragend ab, sodass ANC meistens für euch gar nicht nötig sein dürfte.

Auch ohne die Basisstation könnt ihr direkt über die Bedienelemente an den Ohrmuscheln einiges einstellen – die Lautstärke und die Stummschaltung des Mikrofons etwa. Schön gelöst: Der Mikrofonarm an der linken Ohrmuschel lässt sich komplett in das Gehäuse schieben. Er lässt sich dennoch flexibel justieren. Den Akku könnt ihr im Übrigen beim laufenden Betrieb tauschen, indem ihr die magnetische Abdeckung der rechten Ohrmuschel entfernt. Darunter sitzt dann der Akku und kann leicht entnommen werden. Unter dem Magnet-Cover der linken Ohrmuschel verbirgt sich im Übrigen der USB-C-Ladeanschluss.

Praxistest des SteelSeries Arctis Nova Elite

Wie eingangs beschrieben ist der Hub des SteelSeries Arctis Nova Elite eine praktische Sache. Er erlaubt es z. B., dass ihr vom Gaming-PC Audio per 2,4 GHz zuspielt, während gleichzeitig auch euer Smartphone via Bluetooth für Anrufe verbunden bleibt. Wo der Hub vielseitig ist, bleibt das Headset an sich glücklicherweise auf das Wesentliche beschränkt. Wie schon erwähnt, verzichtet man nicht nur auf eine RGB-Beleuchtung, sondern fokussiert sich auch bei den Bedienelementen auf wenige Buttons – für Bluetooth, die Mikrofon-Stummschaltung, Power und das Lautstärkerad. Letzteres finde ich besonders praktisch, da es leicht zu ertasten ist und nicht versehentlich mit den anderen Tasten verwechselt werden kann.

Was ich am Gesamtpaket weniger durchdacht finde: Der GameHub ist zugleich Bedien- und Ladestation, was aber auch heißt, dass man im Alltag häufig daran Herumtatschen wird. Gleichzeitig zieht die Klavierlack-Hochglanz-Oberfläche aber geradezu magisch Fingerabdrücke und Staub an. Hier wäre mattes Material schlichtweg pragmatischer gewesen. Zumal man vollkommen auf Kunststoff setzt. Bei dem ausgerufenen Preis hätte es auch gerne eine Kombination aus Metall und Glas dein dürfen. Auch mit dem Hub kommt ihr aber zur Nutzung des vollen Funktionsumfangs nicht an der Begleit-App von SteelSeries vorbei – dem Programm GG. Letzteres könnt ihr, habt ihr noch andere Peripherie der Marke oder plant, jene anzuschaffen, auch zur Steuerung entsprechender Mäuse und Tastaturen nutzen.

Über GG könnt ihr dann auch den Audiobereich Sonar verwenden, der es euch erlaubt, Soundprofile zu erstellen, den Audiomix zwischen Chat und Spieleton zu optimieren oder Filter auf das Mikrofon zu legen. Eher unverständlich: Während ihr GG für Firmware-Updates und Grundeinstellungen ohne Konto nutzen könnt, benötigt ihr für den Sonar-Bereich ein SteelSeries-Account. Das finde ich persönlich unschön, denn im Ergebnis könnt ihr das Arctis Nova Elite nur voll ausnutzen, wenn ihr euch ein Konto beim Hersteller aufzwingen lasst.

Die Software an sich empfinde ich, wie z. B. auch Razer Synapse, als etwas überladen. Ja, es gibt viele Einstellungsmöglichkeiten, das ist gut. Aber man fühlt sich anfangs regelrecht erschlagen. Immerhin hat SteelSeries auch an Details gedacht. Beispielsweise könnt ihr einrichten, dass sich das OLED-Display der Bassisstation nach einiger Zeit automatisch abdimmt bzw. einen Screensaver nutzt. Auch könnt ihr Feinheiten justieren – etwa wie stark die Gaming-Lautstärke automatisch sinken soll, wenn ein Anruf an eurem Smartphone eingeht.

Während an Spielekonsolen mit dem SteelSeries Arctis Nova Elite ohnehin nur 48 kHz möglich sind, nutzt auch Windows 11 dies übrigens zunächst aus Kompatibilitätsgründen als Standard. Wollt ihr mit vollen 96 kHz reinhauen, müsst ihr manuell in den Audioeinstellungen eingreifen. Ehrlicherweise ist das aber mehr ein Marketing-Argument, denn ich wünsche euch viel Spaß bei der Suche nach Content, der davon profitiert. Gerade bei Spielen bringt das im Grunde nichts. Wo wir endlich bei Spielen sind: Sowohl der Klang der Kopfhörer an sich als auch der des Mikrofons sind „gesoundet“, und damit fürs Gaming abgestimmt. Für das Mikro bedeutet das etwa, das der Tieftonbereich abgeschwächt wird, damit z. B. eure Atemgeräusche und Vibrationen weniger durchdringen. Die Sprachverständlichkeit ist dabei exzellent, erwartet aber nicht, dass eure Stimme komplett unverfälscht beim Gegenüber ankommt.

Selbiges gilt grundsätzlich auch für die Audiowiedergabe von Spielen. So entsteht ab Werk ein ziemlich wuchtiger Sound, der in Action-Spielen richtig Laune macht, aber auch eine gute Stereo-Separation und Ortbarkeit von Umgebungsgeräuschen sicherstellt. Glücklicherweise habe ich mir bereits vor einigen Jahren eine Dolby-Atmos-Lizenz für Windows gekauft, denn auch der immersive Klang kommt gut zur Geltung. Bis zu einem gewissen Grad bleibt das zwar ein Gimmick, denn mit „echtem“ 3D- oder Surround-Sound hat das wenig zu tun, es entsteht aber eine breite Bühne, die in Spielen wie „Crimson Desert“ tatsächlich hilft, etwa Gegner zu orten.

Wenn euch der Klang des SteelSeries Arctis Nova Elite ab Werk zu aggressiv erscheint, könnt ihr natürlich auch über GG bzw. eben dessen Sonar-Unterbereich persönliche Anpassungen vornehmen. Doch schon wer dazu zu faul ist, erhält in Games satten, dynamischen Klang. Ihr habt da glücklicherweise die Wahl, wie intensiv ihr ins Klangbild eingreifen wollt bzw. ob ihr eher möglichst natürlichen oder eher funktional angestimmten Sound wünscht – z. B., um in Multiplayer-Titeln einen Vorteil zu haben.

Bei Videos sieht es übrigens ähnlich aus, wenn man das Headset etwas zähmt und die Bässe zurückfährt. Da kann man sich durchaus schonmal Abends eine actiongeladene Serie wie „Spartacus: House of Ashur“ mit dem Arctis Nova Elite ansehen und viel Spaß haben. Auch die Musikwiedergabe habe ich mit dem Modell von SteelSeries natürlich ausprobiert. Hier sind die Kopfhörer zwar „gut“, aber da solltet ihr bedenken, dass dies nicht die Paradedisziplin dieses Produkts ist. Gerade meine bevorzugten, melodiebetonten aber noisigen Genres wie Shoegaze klingen aufgrund der Sound-Abstimmung etwas zu anstrengend über das Headset.

So sorgt das SteelSeries Arctis Nova Elite für eine gefühlt eher „harten“ und kühlen Klang, der gerade zu akustischer Musik oder flirrendem Noise nicht so recht passen will. Man kann zwar nachregeln, aber am Ende bekommt ihr zum ausgerufenen Preis von 649 Euro bereits Einstiegs-Hi-Fi-Kopfhörer die bei der Musikwiedergabe haushoch überlegen sind.

Mein Fazit

Das SteelSeries Arctis Nova Elite ist zum Preis von 649 Euro ein Gaming-Headset der Oberklasse, das auch als Allrounder funktioniert. Allerdings sind Spiele hier wirklich die Paradedisziplin, denn wer viel Wert auf die Musikwiedergabe legt, findet in dieser Preisklasse bereits deutlich überlegene Kopfhörer am Markt. Auch gibt es kleine Schwächen in der Ausstattung: Der GameHub ist zwar eine vielseitige Bedienstation, das man aber für die Vorderseite ausgerechnet Hochglanz-Plastik im Klavierlack-Look genutzt hat, das quasi nach dem Auspacken schon schmuddelig wirkt, ist schwer zu verzeihen.

Dafür ist das Konzept mit den beiden, im Betrieb austauschbaren Akkus, ein echter Segen. So könnt ihr beim Zocken sicher sein, dass euch nie der Saft ausgeht. Zumal es auch cool ist, dass ihr gleichzeitig Gaming-Audio vom PC oder der Konsole nutzen könnt, während ihr z. B. über das Smartphone telefoniert. Als größten Pluspunkt möchte ich den Tragekomfort erwähnen: Die fluffigen Ohrpolster und das aufgehängte Kopfband haben das Arctis Nova Elite für mich persönlich zum bequemsten Headset gemacht, das ich bisher genutzt habe.

Auch die GG-Software von SteelSeries ist insgesamt gelungen, wenn auch leicht überladen und mit Kontozwang für den Sonar-Bereich versehen. Für Voice-Chats ist das Arctis Nova Elite hervorragend geeignet, während Spiele eine enorme Wucht entfalten. Selbst das Ansehen eines Films oder einer Serie macht Laune. ANC hätte ich bei so einem Modell nicht unbedingt gebraucht, es geht aber zumindest in Ordnung. Bereits die passive Abschirmung ist wirklich gut. Im Gesamtbild hat SteelSeries hier ein exzellentes, allerdings auch kostspieliges Headset veröffentlicht. Hier sind anspruchsvolle Gamer die Zielgruppe, die den vollen Funktionsumfang nutzen möchten.

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beyerdynamic Aventho 200 im Test: Beweisen sich die Over-Ear-Kopfhörer?

Kürzlich habe ich hier im Blog die Over-Ear-Kopfhörer beyerdynamic Aventho 300 getestet. Jenes Modell ist bereits 2024 auf den Markt gekommen und hat mit dem Aventho 200 Ende 2025 einen kleinen Bruder erhalten. Auch jenes Modell konnte ich mir inzwischen für einen Test genauer anhören. Ist diese leicht abgespeckte Version eventuell vielleicht sogar die bessere Wahl?

Zunächst verrate ich euch, welche Funktionen des beyerdynamic Aventho 300 dem Aventho 200 fehlen. So behält man beim kleinen Bruder zwar den 45-mm-Treiber bei, bewirbt diesen aber nicht mehr explizit als STELLAR.45 (Made in Germany). Obendrein ist Dolby Atmos mit Head-Tracking der Schere zum Opfer gefallen. Dem Aventho 200 fehlt auch Unterstützung für LE Audio. Zusätzlich ist der abgedeckte Frequenzbereich etwas kleiner und reicht von 10 bis 22.000 statt von 5 bis 22.000 Hz. Im Tieftonbereich geht es also nicht ganz so tief herunter.

Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 200

Kategorie Wert
Trageart Over-Ear
Akustische Bauweise Geschlossen
Übertragungsart Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Version 5.4
Unterstützte Bluetooth-Profile AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.4, AVRCP 1.6.2, HFP 1.9
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive
Frequenzbereich 10 – 22.000 Hz
Reichweite 15 m
Gewicht 293 g
Akkulaufzeit (mit ANC) Bis zu 63 Stunden
Ladeanschluss USB-C
Besondere Features Adaptives ANC, Transparenzmodus, Multipoint, Trageerkennung
Treiber dynamisch, 45 mm
Preis 239 Euro

Doch der beyerdynamic Aventho 200 hat gegenüber dem großen Bruder auch Vorzüge. So ist das Gewicht dieses Modells geringer (293 vs. 319 g) und die Akkulaufzeit höher (bis zu 63 vs. bis zu 50 Std.). Der Preisunterschied beträgt wiederum ca. 60 Euro.

Ausstattung und Verarbeitung

Die Verarbeitung des beyerdynamic Aventho 200 ähnelt durchaus der des Aventho 300. So nutzt der deutsche Hersteller auch hier bequeme Kopfpolster aus Memoryschaum und Metall für den verstellbaren Bügel. Das geringe Gewicht fällt allerdings sofort auf, wenn man den Over-Ear aus der Verpackung nimmt. Beim Lieferumfang fehlt hier jedoch das Hardcase für den Transport, welches dem Aventho 300 beigelegen hat, was ich als merklichen Verlust empfinde. Im Ergebnis müsst ihr den Aventho 200 im beiliegenden Stoffbeutel transportieren.

Geblieben sind im Lieferumfang passende Kabel für 3,5-mm-Klinke sowie USB-C. Somit könnt ihr auch den beyerdynamic Aventho 200 nicht nur kabellos per Bluetooth verbinden, sondern auch kabelgebunden. Die Bedienung erfolgt auch hier sowohl über die Begleit-App als auch eine Touch-Oberfläche an der rechten Ohrmuschel plus einen Schieberegler für Power und einen Button, der zwischen ANC-, Transparenz- und Standardklang wechselt. Die Touchsteuerung funktioniert genau wie am Aventho 300. Ein Wischen nach oben/unten hebt und senkt die Lautstärke, ein Wischen nach links/rechts springt Songs zurück oder nach vorne. Doppeltes Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe.

In der Begleit-App wiederum könnt ihr nicht nur die aktive Geräuschunterdrückung in Stufen regeln, sondern auch die Firmware aktualisieren, einen Equalizer einrichten und mehr. ANC beinhaltet beim Aventho 300 5 verschiedene Stufen, beim Aventho 200 sind es nur drei. Auch hier ist im Übrigen eine Trageerkennung an Bord. Die Wiedergabe pausiert demnach automatisch, wenn ihr den Kopfhörer absetzt, und startet wieder, wenn ihr ihn aufsetzt. Auch eine Sidetone-Funktion für Telefonate ist wieder optional zuschaltbar.

Der beyerdynamic Aventho 200 lässt sich für den Transport zusammenfalten und auch ohne den Strom anzuknipsen per Kabel nutzen – worunter der Klang aber erheblich leidet. Haltet ihn also lieber aufgeladen. Im Übrigen kommt die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit gut hin. Zwar konnte ich keine vollen 63 Stunden erreichen, 60 Stunden waren mir ohne ANC aber durchaus möglich. Bluetooth Multipoint ist im Übrigen ebenfalls an Bord, um schnell zwischen zwei verbundenen Geräten zu wechseln.

Praxistest des beyerdynamic Aventho 200

Der beyerdynamic Aventho 200 ist dem Aventho 300 in vielen Punkten sehr ähnlich. So habe ich Dolby Atmos mit Head-Tracking persönlich zu keiner Zeit vermisst, weil ich das mehr für ein Gimmick halte. Allerdings merkt man, dass der Klang etwas weniger dynamisch auf die Ohren kommt. Das sind aber eher Nuancen als extreme Sprünge. Klanglich würde ich persönlich aber den exzellenten Aventho 300 dem immer noch sehr guten Aventho 200 vorziehen.

Anders sieht es beim Tragekomfort aus: Das geringere Gewicht macht sich durchaus bemerkbar und der Aventho 200 trägt sich gerade beim Sport nochmal eine Ecke angenehmer. Im Fitnessstudio musste ich allerdings auch bei diesem Modell feststellen, dass die aktive Geräuschunterdrückung und die eher maue, passive Isolierung die Achillesferse sind. Da sind die Konkurrenten von Bose, Sony oder sogar Apple einfach weiter. Im Fitnessstudio kamen in meinem Fall mehr Geräusche durch als bei meinem betagten Jabra Elite 85h, der jedoch klanglich natürlich durchweg unterlegen ist.

So liefert auch der Aventho 200 einen warmen Klang, den man über den Equalizer der Begleit-App gut für seine individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Dank aptX HD muss man sich auch um den Codec keine Sorgen machen. Vor allem die gute Räumlichkeit hat mir auch hier sehr gut gefallen, sodass ich den Kopfhörer auch für das ein oder andere Streaming-Video sehr gerne aufgesetzt habe. Ähnlich wie beim Aventho 300 ist auch der Sitz des Aventho 200 ziemlich fest, allerdings ohne auf die Ohren zu drücken. Aufgrund des geringeren Gewichts hat mir der Tragekomfort hier sogar noch mehr zugesagt, was sich bei längeren Sessions durchaus bemerkbar machen kann.

Schwächen? Der Aventho 200 integriert weniger Mikrofone als der Aventho 300, worunter nicht nur das ohnehin schwache ANC leidet, sondern auch der Transparenzmodus und die Telefonie. Letztere funktioniert zwar auch hier recht sauber, doch es dringen zu eurem Gesprächspartner definitiv mehr Umgebungsgeräusche durch. In der Summe ist ANC hier sicherlich kein Kaufargument, auch wenn es beim Pendeln durchaus Linderung verschafft – da ist die Konkurrenz aber in dieser Preisklasse ungleich stärker. Punkte sammelt beyerdynamic vielmehr beim ausgewogenen, räumlichen Sound und bei Verarbeitung und Tragekomfort.

Mein Fazit

Wer den besseren Klang und Telefonie in höherer Qualität sucht, ist beim Aventho 300 besser aufgehoben als beim Aventho 200. Da lohnt sich dann auch durchaus der Aufpreis von rund 60 Euro. Dafür trägt sich das günstigere Modell aufgrund des geringeren Gewichts noch angenehmer. Das sollte speziell Leser hellhörig machen, welche die Over-Ears beim Sport nutzen möchten. Euch ist die aktive Geräuschunterdrückung besonders wichtig? Dann hört euch erst einmal Konkurrenzmodelle von Bose und Sony an, denn hier hat beyerdynamic noch Hausaufgaben zu erledigen.

Fantastisch ist die Verarbeitung der beyerdynamic, die sehr wertig wirkt. Da steht der Aventho 200 dem großen Bruder also in nichts nach. Auch hier liegt deswegen ein empfehlenswerter Over-Ear-Kopfhörer vor, der sowohl eindeutige Schwächen (ANC) als auch Stärken (Klang, Tragekomfort) mitbringt.

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beyerdynamic Aventho 300 im Test: Over-Ears mit allem, was man braucht

beyerdynamic hat seinen kabellosen Premium-Kopfhörer Aventho 300 bereits 2024 auf den Markt gebracht. Da ich euch bald auch einen Test des jüngeren Geschwistermodells Aventho 200 präsentieren möchte, habe ich die Chance genutzt, mir vorher einmal diese Over-Ears anzuhören. Denn auf dem Papier wird mit Dolby Atmos, aptX HD und natürlich adaptiver, aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) so einiges geboten.

Dabei ist beyerdynamic ein deutscher Traditionshersteller, der allerdings gerade vom chinesischen Konzern Cosonic übernommen wird. So wirbt man dann auch für seine Aventho 300 mit einem in Deutschland gefertigten Schallwandler (Stellar.45). Mit 45 mm Durchmesser sind die Treiber etwas größer als bei vielen Konkurrenten, was aber nicht immer automatisch auch gleich für einen besseren Sound spricht. Beeindruckend klingen auch die vom Hersteller versprochenen Akkulaufzeiten von bis zu 50 Stunden mit ANC. Für immersiven Klang lässt sich das bereits erwähnte Dolby Atmos sogar mit optionalem Headtracking nutzen.

Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 300

Kategorie Wert
Trageart Over-Ear
Akustische Bauweise Geschlossen
Übertragungsart Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Version 5.4
Unterstützte Bluetooth-Profile AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP-B 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.3.2, AVRCP 1.6.2, HFP 1.8, IOPT
Audio-Codecs SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive, LE Audio
Frequenzbereich 5 – 22.000 Hz
Reichweite 15 m
Gewicht 319 g
Akkulaufzeit (mit ANC) Bis zu 50 Stunden
Ladeanschluss USB-C
Besondere Features Adaptives ANC, Transparenzmodus, Dolby Atmos Head Tracking, Multipoint, Trageerkennung
Treiber STELLAR.45 (Made in Germany)
Preis 299 Euro

Die beyerdynamic Aventho 300 sind ursprünglich für 399 Euro auf den Markt gekommen, ihr Preis ist aber mittlerweile auf 299 Euro gefallen. Gleichzeitig hat der Hersteller seit dem Launch auch Verbesserungen vorgenommen, etwa für die Geräuschunterdrückung. Bieten will man euch im Übrigen auch „Tragekomfort der Extraklasse“, wie die Produktseite vollmundig wirbt. Man setzt diesbezüglich auf  schräggestellte Hörerschalen, ein Kopfband aus Memory-Foam und flexible Drehgelenke aus Aluminium fürs Zusammenklappen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Lieferumfang der beyerdynamic Aventho 300 ist (fast) komplett vorbildlich. Die Kopfhörer liegen in einem stabilen Hardcase, in welchem sogar noch ein weiterer Tragebeutel aus Stoff liegt. Auch ein USB-C-Lade- und Verbindungskabel liegt bei. Das gilt auch für ein 3,5-mm-Klinkenkabel. Ja, ihr könnt die Over-Ears nämlich auf Wunsch auch kabelgebunden verwenden. Das geht per Klinke sogar im ausgeschalteten Zustand bzw. wenn euch einmal die Akkuladung ausgehen sollte – allerdings leidet darunter der Klang erheblich.

Die beyerdynamic Aventho 300 lassen sich auch zusammenklappen, die Aluminiumgelenke ermöglichen da tatsächlich einen sehr sanften Übergang. Generell wirken die Kopfhörer sehr stabil und hochwertig. Ich hatte allerdings bei der ersten Kopplung einige Startschwierigkeiten, denn automatisch wurden die Over-Ears von der Begleit-App nicht gefunden. Also musste ich die Kopfhörer manuell koppeln. In der App könnt ihr Dolby Atmos und das Headtracking an- und ausschalten, über einen Equalizer den Sound anpassen und natürlich Updates beziehen. Auch Sidetone lässt sich etwa für Anrufe zu- oder abschalten. Wünscht ihr die Trageerkennung nicht, könnt ihr auch diese bei Bedarf abschalten.

Das Testmuster der beyerdynamic Aventho 300 hat mir in der Farbe Schwarz vorgelegen. An der rechten Ohrmuschel sitzen dabei die USB-C- und Klinkenanschlüsse, der Powerbutton sowie eine Taste zum Wechseln zwischen ANC- und Transparenzmodus. Die Intensität der Geräuschunterdrückung lässt sich über die App stufenweise anpassen. Neben den erwähnten Tasten gibt es aber auch noch ein Touch-Bedienfeld an der Oberfläche der rechten Ohrmuschel.

Zweimaliges Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe, während das Wischen nach links bzw. rechts einen Song zurück bzw. nach vorne springt. Das Wischen nach oben oder unten hebt bzw. senkt die Lautstärke. Die Bedienung funktioniert grundlegend gut, allerdings musste ich mich etwas daran gewöhnen, zumal es beim Zurechtrücken des Kopfhörers auch mal vorkommen kann, dass man aus Versehen ein Lied überspringt – ist mir im Testzeitraum zumindest ein-, zweimal passiert.

Praxistest der beyerdynamic Aventho 300

Ich habe bislang privat als Over-Ear-Kopfhörer tatsächlich den unkaputtbaren Jabra Elite 85h verwendet. Mit diesem Modell vergleiche ich daher den beyerdynamic Aventho 300 ein wenig, einfach weil ich beide Exemplare nun gut kenne. Dabei muss ich sagen, dass ich vom ANC des Aventho 300 sehr enttäuscht bin. Im Fitnessstudio schlägt er sich tatsächlich schlechter als das deutlich ältere Pendant von Jabra, was die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen angeht. Allerdings ist einzuwenden, dass der Elite 85h auch die deutlich bessere, passive Isolierung mitbringt. Jedenfalls ist die eher maue Geräuschunterdrückung für mich der größte Kritikpunkt des Over-Ears von beyerdynamic. Selbst auf der höchsten Stufe kommt mehr durch, als mir lieb ist.

Dafür ist der Klang tatsächlich ein Quantensprung. Der beyerdynamic Aventho 300 klingt relativ neutral, aber über den Equalizer der Begleit-App kann das natürlich jeder ganz gut für sich anpassen. Die Höhen finde ich manchmal etwas zu spitz bzw. bei aktivem ANC und hohen Lautstärken leicht klirrend. Das tritt aber eher sporadisch auf und kann durch den Equalizer gänzlich vermieden werden. Dazu muss ich sagen, dass meine noisige Musikuntermalung (Shoegaze, Dreampop) hier auch für jeden Kopfhörer einen Härtetest darstellt. In jedem Fall erlaubt der Aventho 300 eine hohe Dynamik und bietet vor allem eine sehr starke Stereo-Räumlichkeit, die ich sonst selten bei Over-Ears so deutlich wahrnehme.

Im Gesamtbild ist der Klang zwar nicht perfekt, aber sehr luftig und differenziert, was genau meinem Geschmack entspricht. Dabei könnt ihr über die Begleit-App auch Dolby Atmos zuschalten, was meines Erachtens aber wie bei den Konkurrenzmodellen eine Spielerei ist. Klar, das Head-Tracking ist beim ersten Ausprobieren ein nettes Gimmick, ich selbst würde aber nie auf die Idee kommen, dies im Alltag zu verwenden. Da lenkt es doch mehr ab, als dass Immersion entstünde.

Der beyerdynamic Aventho 300 sitzt dabei ziemlich fest auf dem Kopf, drückt aber in meinem Fall auch mit Brille bzw. beim Sport keinesfalls unangenehm. Man kann dabei die Passform gut über den Ohrbügel verstellen und die einzelnen Stufen rasten stabil ein. Die Ohrpolster umrahmen dabei ziemlich exakt meine Ohren, haben also eine gute Größe. Telefonate verliefen in meinem Testszenario glasklar und meine Gesprächspartner bescheinigten den Over-Ears bzw. ihren Mikrofonen eine gute Audioqualität. Das hat auch in herausfordernden Umgebungen, wie einer viel befahrenen Straße, gut funktioniert.

Mein Fazit

Der beyerdynamic Aventho 300 ist ein starker Over-Ear-Kopfhörer, der vor allem mit seiner räumlichen und dynamischen Stereo-Wiedergabe punktet. In Sachen Musikwiedergabe hat mir das Gebotene extrem gut gefallen. Dolby Atmos und Head-Tracking bleiben für mich auch bei diesem Modell Marketing-Gimmicks, auf die ich gerne verzichte. Schade ist, dass die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) für mich deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, zumal auch die passive Isolation besser sein könnte.

Neben dem starken Sound bei Musik punktet der beyerdynamic Aventho 300 aber auch bei Telefonaten mit sauberem Klang. Auch der stabile, aber komfortable Sitz weiß zu gefallen. Und Design und Verarbeitung empfinde ich als wirklich hochwertig, zumal ein robustes Case und ein zusätzlicher Stoffbeutel beiliegen. Im Gesamtbild bietet der deutsche Hersteller hier also einen immer noch sehr guten Over-Ear-Kopfhörer an, der beim Klang ganz vorne mitspielt.

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Beyerdynamic Amiron 200 im Test

Open-Ear-Kopfhörer legen seit einigen Jahren spürbar zu – und das nicht nur in puncto Beliebtheit, sondern zunehmend auch klanglich. Beyerdynamic macht mit dem neuen Amiron 200 deutlich, dass man das Segment nicht den Sportmarken überlassen will. Anders als das hauseigene Clip-on-Modell Amiron Zero Sport setzt der Amiron 200 auf klassische Ohrbügel. Der Fokus liegt dabei klar auf dem Klang – und das spürt man tatsächlich.

Design und Verarbeitung

Die Amiron 200 sehen zurückhaltend aus. Kein Logo, das sofort ins Auge springt, kein buntes Plastik. Erhältlich in Mattschwarz und Mattweiß wirken die Kopfhörer ordentlich und modern. Die ergonomischen Ohrbügel bestehen aus robustem Kunststoff, der Lautsprecher positioniert sich vor dem Gehörgang.

Mit gut zehn Gramm pro Earbud fallen die Amiron 200 etwas schwerer aus als mancher Konkurrent. Das schlägt sich bei bestimmten Ohrenformen in einem nicht ganz so festen Sitz nieder, beim Tragekomfort an sich macht sich das Gewicht aber kaum bemerkbar. Das Ladecase bringt rund 76 g auf die Waage und ist mit Abmessungen von 87 × 68 × 29 mm eines der größeren Modelle in diesem Segment. Es passt noch in die Hosentasche, trägt dort aber spürbar auf.


Die IP54-Zertifizierung schützt vor Staub und Wasserspritzern – für eine schweißtreibende Runde Joggen oder einen kurzen Schauer reicht das allemal. Schwimmen, duschen oder sie in einer Pfütze zum Verweilen ablegen – alles keine gute Idee für die Amiron 200. Verarbeitung und Haptik sind insgesamt solide.

Tragekomfort

Der Sitz ist angenehm. Die weich gummierten Ohrbügel passen sich gut an und erzeugen auch nach längerer Tragedauer keinen Druck. Beim Sport – Crosstraining, Radfahren – bleiben die Earbuds zuverlässig am Ohr. Bei sehr kleinen Ohren kann der Halt sicher etwas locker ausfallen, das sollte man vor dem Kauf im Hinterkopf behalten. Grundsätzlich gilt: Man kann die Amiron 200 problemlos den ganzen Tag tragen, ohne Beschwerden.

Bedienung und App

Gesteuert wird per Touch-Oberfläche an den Treibereinheiten. Tippen, mehrfach tippen, halten – die üblichen Gesten für Wiedergabe, Lautstärke, Spurwechsel und Anrufannahme sind alle dabei. Eine leichte Mulde hilft dabei, die Sensorfläche schnell zu finden, was in der Praxis ordentlich funktioniert. Wischgesten gibt es nicht.

Etwas nervig: Die Amiron 200 besitzen keine Trageerkennung. Musik läuft weiter, wenn man die Kopfhörer abnimmt. Fehlauslösungen der One-Touch-Geste passieren hin und wieder. Beides lässt sich über die App entschärfen – die One-Touch-Geste lässt sich deaktivieren, eine automatische Abschaltung nach einstellbaren Zeiträumen zwischen 15 und 120 Minuten ist ebenfalls konfigurierbar. Wer physische Tasten bevorzugt, wird hier aber eben nicht glücklich.

Die Beyerdynamic-App für iOS und Android ist schlicht und direkt gehalten. Ein 5-Band-Equalizer lässt den Klang individuell anpassen, fünf Genre-Presets wie Rock oder Klassik sind vorinstalliert, eigene Profile lassen sich abspeichern. Dazu kommen Firmware-Updates, Akkuanzeige und flexible Tastenbelegung – sogar für jedes Earbud separat. Was fehlt: Spatial Audio, Health-Tracking, eine Gerät-finden-Funktion oder ein personalisiertes Hörprofil. Für den Grundbedarf reicht die App, wer mehr gewohnt ist, muss Abstriche machen, trotz des einigermaßen hohen Preises.

Bluetooth und Codecs

Bluetooth 5.3 ist an Bord, Multipoint verbindet die Amiron 200 gleichzeitig mit maximal zwei Geräten. Bei den Codecs bleibt Beyerdynamic bei SBC und AAC. LDAC und aptX sind nicht dabei. Für ein offenes Design fällt das klanglich kaum ins Gewicht – aber beim Videoschauen kann die Latenz leicht auffallen.

Klang

Hier wird es richtig interessant. Der Klang der Amiron 200 ist für einen Open-Ear-Kopfhörer schlicht mega! Die Klangbühne ist weit und offen – das fühlt sich stellenweise an wie das Tragen eines guten offenen Over-Ear-Kopfhörers. Instrumente lassen sich gut auseinanderhalten, Stimmen kommen klar und direkt rüber, ohne dass der räumliche Eindruck dabei verloren geht.

Was besonders auffällt: mein Liebling, der Bass. Tiefe Frequenzen gehen bei offenen Kopfhörern durch die Bauart naturgemäß teilweise verloren – die Amiron 200 kompensieren das aber spürbar. Der Tiefton ist kräftig, präsent und durchaus druckvoll. Auch für Genres, die ein solides Fundament im Tieftonbereich brauchen, taugen die Kopfhörer gut.

Die Mitten sind ausgewogen und natürlich. Der Hochtonbereich ist scharf genug für Details, aber nicht so überspitzt, dass er nach längerer Tragedauer anstrengend wird. Das Klangbild klingt rundum super – nicht wie ein Kompromiss, den man eingeht, weil man beim Tragen der Dinger die Umgebung wahrnehmen will.

Mit dem Equalizer lässt sich noch nachsteuern. Die Profile „Bass“ oder „Loudness“ heben Tiefen und Mitten gezielt an und bringen nochmal mehr Druck – besonders für Pop und Rock eine sinnvolle Einstellung. In lauten Umgebungen verliert das offene Design bauartbedingt an Tiefe, das geht aber eben allen Open-Ear-Modellen so. Und: Bei höherer Lautstärke bekommt die Umgebung durchaus etwas mit. Wer im Großraumbüro oder Flieger sitzt, sollte das im Kopf behalten.

Telefonie

Vier Mikrofone – zwei pro Earbud – sind für Telefonate und Geräuschunterdrückung zuständig. In ruhigen Räumen klingt das gut und verständlich. In lauten Umgebungen – Straße, Bahnhof, Innenstadt – lässt die Qualität nach, Umgebungsgeräusche erzeugen einen leichten Echoeffekt. Für gelegentliche Anrufe im Alltag ist das aber akzeptabel. Wer viel draußen telefoniert und dabei auf besonders hohe Sprachqualität angewiesen ist, wird sich daran stören.

Akku

Elf Stunden Laufzeit pro Ladung verspricht der Hersteller, das kann ich so abnicken. Das Ladecase liefert zwei weitere Vollladungen, was auf insgesamt bis zu 36 Stunden hinausläuft. Für einen normalen Arbeitstag, Sport oder Reisen braucht man sich keine Gedanken zu machen. Per Quick Charge lassen sich nach zehn Minuten am USB-C-Kabel rund zwei Stunden Wiedergabezeit herausholen – praktisch, wenn es mal schnell gehen muss. Kabelloses Laden per Qi unterstützt das Case nicht. Das hätte dem Gesamtpaket gutgetan und fehlt auf diesem Preisniveau dann doch.

Fazit

Die Beyerdynamic Amiron 200 kosten 179 Euro und machen das meiste davon richtig. Klanglich gehören sie zu den überzeugendsten Open-Ear-Kopfhörern, die man derzeit kaufen kann. Dazu kommen eine starke Akkulaufzeit, ein bequemer Sitz und solide Verarbeitung.

Wer damit leben kann, dass Qi-Lading fehlt, das Case etwas klobig ausfällt und LDAC nicht an Bord ist, bekommt hier ein Paket, das überzeugt. Wer Open-Ear-Kopfhörer sucht und dabei Klangqualität über Komfortfeatures stellt, liegt mit den Amiron 200 richtig.

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