Paul-Ehrlich-Institut warnt: Jeder fünfte Corona-Schnelltest ist nicht zuverlässig genug

Schnelltests werden von vielen Menschen genutzt, um den Alltag sicherer zu machen

Schnelltests werden von vielen Menschen genutzt, um den Alltag sicherer zu machen
picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Viele Menschen nutzen in der Corona-Pandemie Schnelltests, um ihren Alltag sicherer zu machen.

Doch einer Meldung des Paul-Ehrlich-Instituts zufolge sind viele dieser Tests nicht zuverlässig genug.

26 der überprüften 122 Tests haben dem Bericht zufolge nicht die geforderte Sensitivität.

Deutschland befindet sich mitten in der vierten Corona-Welle. Um ihr Herr zu werden, sollen auch die kostenlosen Schnelltests wieder eingeführt werden. Doch viele in Deutschland angebotene Schnelltests sind offenbar nicht zuverlässig, berichtet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Zusammen mit anderen Einrichtungen hat das PEI 122 Antigen-Schnelltests überprüft – 26 Tests haben der Untersuchung zufolge nicht die erforderlich Sensitivität von 75 Prozent erreicht, also knapp jeder fünfte Test.

Der Großteil der untersuchten Tests erfülle aber die Mindestanforderungen und könne eine hohe Viruslast nachweisen. Deswegen könnten Schnelltests auch helfen, die Pandemie einzudämmen, heißt es vom PEI: „Bei entsprechender Güte erlauben Antigen-Schnelltests daher eine zeitnahe Identifizierung akut infizierter und potenziell infektiöser Personen und ermöglichen unmittelbare Maßnahmen, um die Virusausbreitung einzudämmen.“ 

Laut aktuellen EU-Regeln können die Hersteller ihre Tests selbst zertifizieren. Eine unabhängige Überprüfung ist derzeit nicht erforderlich. Doch das soll sich ab Mai 2022 ändern. Dann sollen die Tests unabhängig überprüft werden.

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toh

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Erstes Kanzler-Triell: An diese Spielregeln müssen sich Laschet, Baerbock und Scholz am Sonntagabend halten

Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock, (Grüne), Olaf Scholz (SPD) treten im Kanzlerduell an.
Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock, (Grüne), Olaf Scholz (SPD) treten im Kanzlerduell an.

picture alliance / Sven Simon, Malte Ossowski

Wer wird beim TV-Aufeinandertreffen der Kanzlerkandidaten Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz in der wichtigen Wahlkampfphase den ersten Erfolg einfahren?

Vieles wird anders sein als bei den Duellen, die TV-Zuschauer in Deutschland bisher gewohnt waren. Zum ersten Mal treten an diesem Sonntagabend drei Kandidaten gegeneinander an.

Business Insider gibt einen Überblick über die Spielregeln, die im Studio der Privatsender gelten und welche Moderatoren bereitstehen, um auf deren Einhaltung zu pochen.

Das TV-Duell zweier Kanzlerkandidaten gehört in Deutschland zu den wichtigsten Momenten im Wahlkampf. Es gab schon einige Zweikämpfe – zum Beispiel Schröder gegen Stoiber, Schröder gegen Merkel oder zuletzt Merkel gegen Schulz. Jeder Wimpernschlag, jede Schweißperle, jede Sekunde, die es für eine Antwort zu lange braucht – TV-Kameras nahmen es für Millionen auf. Doch dieses Mal wird vieles anders sein, als das, was die Deutschen bislang gewohnt waren. Das Duell ist kein Duell mehr.

Gleich drei Mal werden vor der Bundestagswahl am 26. September die drei Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) in Redekämpfen bei großen Fernsehsendern aufeinandertreffen. Triell – das Wort ist in aller Munde. Der Duden führt es gar nicht in seiner Liste: „Es handelt sich um eine Neuschöpfung“, heißt es von Verlagsseite.

Dreimal stehen sich die Kandidaten in den kommenden Wochen gegenüber

Am Sonntag (29. August, 20.10 Uhr bis 22.00 Uhr) werden die privaten Sender RTL und NTV, die zu einer Senderfamilie gehören, knapp zwei Stunden lang das erste Triell in einem Berliner Studio live im TV-Programm und online zeigen. Das Moderatoren-Team besteht aus der ehemaligen „Tagesthemen“-Moderatorin und RTL-Neuzugang Pinar Atalay und RTL-Nachrichtenmann Peter Kloeppel. Im Anschluss gibt es eine Nachbesprechung unter anderem mit Fernsehmoderator Günther Jauch als Gast, wie RTL am Freitag ankündigte.

Im September werden ARD und ZDF und dann noch einmal die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabel-Eins, die zu einer Gruppe gehören, mit eigenen Triellen folgen. Bislang war es so, dass sich private wie öffentlich-rechtliche Sender zu einem großen TV-Duell zusammenschließen mussten – da standen dann vier Moderatoren zwei Kandidaten gegenüber. Das galt eher als Kompromiss als eine Traumkonstellation. Dieses Mal können die Sender ein eigenes Profil zeigen.

Rundes Studio: Das Triell stellt die Sender aber auch vor Herausforderungen. Das fängt schon bei vermeintlich profanen Dingen an wie: Wie platziert man die Kandidaten im Studio? Der Chefredakteur Primetime bei RTL News, Michael Wulf, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben uns für ein rundes Studio entschieden, sodass wir in der Lage sind, immer wieder andere Führungs-Kamera-Positionen zu wählen.“ Bei den Duellen sei es so gewesen, dass man immer eine feste Führungs-Kamera auf die beiden Kandidaten gerichtet hatte. Jeder Kandidat habe ein Pult, auch die Moderatoren. „Jeder Kandidat wird am Ende ein Schlussstatement haben. Am Anfang wird allen die gleiche Frage gestellt.“

Der Ablauf: Die Historikerin Ulrike Ludwig von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die zur Geschichte des Duells geforscht hat, sagte: „Der Ablauf beim Rede-Triell ist komplizierter: Auf Rede kann nicht einfach Gegenrede folgen wie bei einem Rede-Duell, weil noch ein Dritter da ist.“ Ludwig erläuterte auch: „Bei dem verbalen Triell geht es für die Teilnehmer darum, eine Sprachlosigkeit zu vermeiden. Es geht darum, den Angriff des Gegners durch einen Konter aufzufangen und zu zeigen, dass man beweglich und schlagfertig ist.“

Das Zeit-Problem: Zeit spielt als Ordnungsfaktor eine wichtige Rolle. Es war auch bisher schon so, dass die Kandidaten am Ende in etwa auf dieselbe Redezeit kommen sollten. Auch dieses Mal werden laut Wulf die Redezeiten der Kandidaten eingeblendet. Der Wissenschaftler Jürgen Maier mit Schwerpunkt politische Kommunikation von der Universität Koblenz Landau, betonte zum Unterschied zwischen Duell und Triell: „Das Auffälligste ist, dass die Kandidaten weniger Zeit haben werden. Das heißt, man muss fokussierter, klarer, präziser und gebündelter in seinen Aussagen sein. Man läuft sonst Gefahr, dass einem schneller das Wort entzogen wird als beim TV-Duell.“

Der lachende Gewinner: Bei einem Drei-Kandidaten-Konzept könnte es auch einen „lachenden Dritten“ geben, das könne der Fall sein, wenn ein Kandidat einen anderen angreift, erläuterte Maier. Wird sich das Sprichwort „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ bewahrheiten? Der Politikwissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen, Karl-Rudolf Korte, sieht eine weitere Auffälligkeit bei den diesmaligen Formaten. „Fast immer nutzt das Format den Unbekannten, den Neuen, die auf Augenhöhe mit dem Amtsinhaber debattieren. Das ist diesmal alles anders, da kein Titelverteidiger im Studio steht.“

Zielgruppe Briefwähler: RTL setzte nach eigenen Angaben auf das erste TV-Triell und auch auf den Zeitpunkt. Wulf sagte: „Uns war es wichtig, das erste Triell zu kriegen. Wir werden sehr viele Briefwähler haben, die sich sehr früh entscheiden müssen, das geht diese Woche los.“ Wissenschaftler Korte erläuterte: „Da die Anzahl der Briefwähler deutlich steigt, ist es potenziell möglich, nach der Sendung gleich zu wählen. Das erhöht die Wirkung der Trielle.“

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cri/dpa

Gesundheitsminister beschließen flächendeckendes Impfangebot für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren

Gesundheitsminister beschließen flächendeckendes Impfangebot für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren

  • Profielfoto Business Insider Deutschland


picture alliance/dpa | Oliver Berg

Kinder zwischen 12 und 17 Jahren sollen nun  in allen Bundesländern geimpft werden können, wenn sie wollen.

Das entschieden die Gesundheitsminister von Bund und Länder am Montag.

Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant.

Alle Bundesländer sollen nun Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten. Das beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag. Als Corona-Schutz zum Schulstart nach den Sommerferien sollen zusätzliche Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche kommen. Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant.

Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen.“ Auch 12- bis 17-Jährige, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, könnten sich und andere schützen. Mit der Möglichkeit einer Auffrischimpfung im September sollten zudem besonders gefährdete Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. „Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten.“ Der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte: „Wir gehen vorbereitet in den Herbst.“

dpa

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Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich


Getty Images

  • Die Delta-Variante breitet sich in Deutschland nach neuesten Daten des Robert Koch-Instituts weiter aus. Der Anteil hat sich in kurzer Zeit verdoppelt.
  • Die Symptome des Erregers unterscheiden sich dabei mitunter von denen anderer Varianten. Typisch sind demnach vor allem Kopfschmerzen, eine laufende Nase und raue Kehle. Zum Geruchs- oder Geschmacksverlust kommt es dagegen nur selten.
  • Business Insider erklärt die typischen Symptome der Corona-Delta-Variante und welche Folgen das hat.

In Deutschland bahnt sich eine vierte Corona-Welle an, vor der Gesundheitsexperten wie Karl Lauterbach in diesem Herbst warnen. Schuld daran ist die sich weiter ausbreitende Delta-Variante aus Indien. Doch wie gefährlich ist die Delta-Mutation nun wirklich, wie erkenne ich eine Infektion und welche Folgen kann das haben? Business Insider beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was sind die typischen Symptome einer Delta-Infektion?

Die Symptome einer typischen Corona-Infektion sind mittlerweile weit bekannt. Husten, Fieber, Schnupfen sowie der Geruchs- und Geschmacksverlust sind klare Anzeichen auf eine mögliche Infektion mit dem Virus. Doch gerade hier liegt auch die Gefahr der Delta-Variante. Die typischen Symptome unterscheiden sich nämlich von den anderen Varianten. So tritt nach einer Infektion mit dem Delta-Erreger in den meisten Fällen kein typischer Geruchs- und Geschmacksverlust auf.

Während auch Fieber vermehrt nach einer Infektion mit dem Virus aus Indien auftritt, leiden Delta-Patienten außerdem vor allem unter Kopfschmerzen, einer laufenden Nase und rauen Kehle. Die unterschiedlichen Anzeichen einer Erkrankung zeigen daher, dass es auch bei harmlosen Erkältungssymptomen besonders wichtig ist, sich weiterhin testen zu lassen.

Wie gefährlich ist die Delta-Variante wirklich?

Klar ist, dass sich die Delta-Variante aufgrund Dutzender Mutationen sich schneller ausbreitet als bisher jede andere bekannte Corona-Variante. Ein Infizierter steckt im Schnitt sechs bis sieben weitere Personen an, die keinen Immunschutz besitzen. Damit liegt die Ansteckungsgefahr der Delta-Variante fast doppelt so hoch wie beim Ursprungserreger. Auch britische Studien zeigen, dass sich die Delta-Variante 40 bis 60 Prozent leichter übertragen lässt als die ebenfalls aggressive Alpha-Variante aus Großbritannien.

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Die Delta-Variante enthält außerdem Immunflucht-Mutationen, wodurch sie Antikörpern entkommen kann, die durch eine Impfung erzeugt werden. Deshalb breitet sich die Variante auch in Ländern aus, in denen bereits ein großer Teil der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten hat. Die bisherige Datenlage zeigt, dass nur vollständig Geimpfte vor der neuen Virus-Variante weitgehend sicher sind. Personen, die nur eine Dosis des Corona-Vakzins erhalten haben, sind dagegen weniger geschützt und können sich erneut anstecken. So waren einer Studie zufolge in Großbritannien ein Drittel aller Personen, die sich mit dem Delta-Virus infizierten, bereits einmal geimpft. Allerdings bieten nach aktuellen Erkenntnissen alle hierzulande zugelassenen Impfstoffe nach einer vollständigen Impfung einen sicheren Schutz gegen die Delta-Variante.

Ob die Delta-Variante auch einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht, ist noch nicht mit Sicherheit festgestellt. In Großbritannien kam es jedoch aufgrund der höheren Viruslast zu mehr Klinikeinweisungen. Die Hospitalisierungsrate lag demnach nach der Ausbreitung der Delta-Variante doppelt so hoch. Allerdings spielten hierbei auch die Vorerkrankungen der Patienten eine Rolle, wie in der Studie betont wird. Die Sterberate sei dagegen nicht automatisch angestiegen.

Woher kommt die Delta-Variante und wie weit ist sie schon in Deutschland verbreitet?

Um die Lage zu vereinfachen, wird im Allgemeinen von vier großen Corona-Varianten gesprochen, die alle griechische Buchstaben zur Identifikation erhielten. Die Alpha-Variante stammt ursprünglich aus Großbritannien und macht nach aktuellen Stichproben des RKI 74 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland aus. Die Beta-Variante stammt aus Südafrika und ist für ein Prozent der Neuinfektionen in Deutschland verantwortlich, genauso wie die brasilianische Gamma-Variante. Die Delta-Variante wurde zuerst im Frühjahr 2021 in Indien nachgewiesen und breitete sich von hier stark aus. Nach Auswertung der Neuinfektionen aus der Woche vom 07. Juni zum 13. Juni sind 15 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen.

Die Anteile der vier Corona-Varianten an den Neuinfektionen in den jeweiligen Kalenderwochen.
Die Anteile der vier Corona-Varianten an den Neuinfektionen in den jeweiligen Kalenderwochen.

Robert Koch-Institut

Das RKI schreibt dazu: „Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland zeigt, dass damit zu rechnen ist, dass die VOC B.1.617.2 (Delta) sich gegenüber den anderen Varianten, insbesondere auch gegenüber der dominierenden VOC B.1.1.7 (Alpha) durchzusetzen wird.“ Diese Entwicklung zeigte sich auch in Großbritannien, wo 90 Prozent der Infektionen mittlerweile auf die Delta-Variante zurückzuführen sind. Allerdings sinkt in Deutschland die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zu Großbritannien bisher weiter und liegt aktuell bei 6,6. Die sinkenden Fallzahlen sorgen daher auch automatisch dafür, dass sich der Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen erhöht.

Aus Indien gibt es mittlerweile außerdem Berichte über eine neue Corona-Variante, die „Delta plus“ genannt wird. Der neue Erreger sei demnach mit einer zusätzlichen Mutation ausgestattet, die ihn noch aggressiver macht.

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Curevac-Impfstoff enttäuscht mit nur 48 Prozent Wirksamkeit – Bundesregierung plant mit anderen Lieferfirmen

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Curevac-Impfstoff enttäuscht mit nur 48 Prozent Wirksamkeit – Bundesregierung plant mit anderen Lieferfirmen

  • Profielfoto Business Insider Deutschland


Giovanni Cancemi/Shutterstock

Auch die finalen Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten von Curevac aus Tübingen sind enttäuschend. Sie zeigen insgesamt eine deutlich geringere Wirksamkeit als andere Impfstoffe. Das Zulassungsverfahren läuft trotzdem weiter.

Die Daten für die über 60-Jährigen innerhalb der Studie waren nicht ausreichend, um eine Wirksamkeit bestimmen zu können, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit.

Die Bundesregierung hatte den Curevac-Impfstoff ursprünglich für die Impfkampagne eingeplant. Zuletzt rechnete das Gesundheitsministerium aber nicht mehr mit Lieferungen des Unternehmens.

Der Corona-Impfstoffkandidat des Tübinger Unternehmens Curevac zeigt laut den Ergebnissen der finalen Analyse eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. Das teilte Curevac am späten Mittwochabend in Tübingen mit. In der Mitte Juni veröffentlichten Zwischenanalyse war von einer vorläufigen Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ die Rede gewesen. Damit ist der Impfstoff insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Die Daten der Zwischenanalyse hatten für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt.

In der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren zeigte der Impfstoff laut der Mitteilung eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und eine Wirksamkeit von 77 Prozent gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf. Einen vollständigen Schutz gab es in dieser Altersgruppe vor einem Krankenhausaufenthalt oder Tod. „Die Daten für die über 60-Jährigen innerhalb der Studie waren nicht ausreichend, um eine Wirksamkeit bestimmen zu können“, sagte Curevac-Sprecherin Sarah Fakih.

Curevac wird an diesem Donnerstag um 10 Uhr in einer Pressekonferenz detailliert über die Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie berichten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet. „Wir haben die Daten mit der EMA geteilt. Das rollierende Verfahren wird fortgesetzt mit Hinblick auf eine Zulassung des Impfstoffs“, erklärte Fakih.

Bundesregierung rechnete bereits nicht mehr mit einer Lieferung des deutschen Unternehmens

In der finalen Analyse wurden insgesamt 228 bestätigte Covid-19-Fälle über 15 aufgetretene Virusstämme hinweg untersucht. Von den 228 Fällen wurden 204 sequenziert, um zu identifizieren, welche Variante die Infektion verursacht hatte. In rund 86 Prozent der Fälle waren dies sogenannte besorgniserregende Varianten (51 Prozent) und Varianten von besonderem Interesse (rund 35 Prozent). An der Studie hatten rund 40.000 Probanden in zehn Ländern in Lateinamerika und Europa teilgenommen.

Die Bundesregierung hatte den Curevac-Impfstoff ursprünglich für die Impfkampagne eingeplant. Zuletzt rechnete das Gesundheitsministerium aber nicht mehr mit Lieferungen des Unternehmens. An Curevac ist auch der Bund indirekt über die KfW zu 16 Prozent beteiligt. Auf diese Weise wollte Berlin das Unternehmen gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Den größten Anteil am Unternehmen hält der SAP-Mitbegründer und Investor Dietmar Hopp. Das Präparat des Tübinger Unternehmens Curevac ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff – wie die von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA) und Moderna (USA). cri/dpa

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