
Adobe arbeitet weiter an seiner experimentellen Kamera-App Project Indigo. Ein Jahr nach dem Start der App, die sich vor allem an Fotografie-Enthusiasten richtet und auf manuelle Kontrollen sowie einen natürlichen SLR-Look setzt, legt das Team nach. Mit der neuen Version 1.1 zieht der sogenannte AI Playground in die App ein. Das Ziel: Generative KI soll direkt beim Fotografieren unterstützen und nicht erst Stunden später am Rechner.
Der AI Playground ist laut Adobe ein Experiment im Experiment. Das Ganze ist in vier Bereiche unterteilt. Unter Object Editing könnt ihr störende Elemente wie Personen im Hintergrund oder Autos per Fingertipp entfernen oder den Hintergrund nachträglich unscharf maskieren. Im Bereich Styles verpasst ihr euren Bildern künstlerische Looks wie Federzeichnung, Tusche oder das warme Licht der goldenen Stunde. Spannend ist die Photo Guidance: Hier analysiert ein großes Sprachmodell euer Foto und spuckt direkt eine Kritik sowie konkrete Tipps für ein besseres Motiv oder einen Neuschuss aus. Wer vollkommen frei Hand anlegen will, nutzt den Custom Edit und füttert die KI mit eigenen Text-Prompts oder diktiert diese einfach.
Unter der Haube nutzt Adobe für den Start Googles Modell Nano Banana, experimentiert im Hintergrund aber auch mit eigenen Firefly-Modellen. Da die Berechnungen in der Cloud stattfinden, ist eine aktive Internetverbindung Pflicht. Weil aktuelle Bildmodelle nur Standard-Kontraste (SDR) ausspucken, Indigo-Fotos aber in HDR aufgenommen werden, hat Adobe zudem ein eigenes ML-Modell integriert. Dieses bläst die SDR-Ergebnisse der KI unter Zuhilfenahme des Originalfotos wieder zu einem knackigen HDR-Bild auf.
Wer das Ganze ausprobieren möchte, benötigt etwas Glück: Der AI Playground rollt zwar kostenlos und ohne Registrierung mit dem Update auf Version 1.1 aus, wird vorerst aber nur für wenige Wochen und für einen kleinen, zufällig ausgewählten Prozentsatz der Nutzer freigeschaltet. Wer dabei ist, muss anonymen Nutzungsdaten zustimmen, die Bilder selbst landen laut Adobe aber nicht auf deren Servern und werden auch nicht für das KI-Training genutzt. Falls sich das Feature als beliebt erweist, soll es später eine, Trommelwirbel, kostenpflichtige Version geben.
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