Kurzer Dämpfer für den geplanten Zusammenschluss der beiden Entertainment-Riesen: Eine US-Richterin hat die Megafusion von Paramount und Warner Bros. am Montag vorerst gestoppt. Die Richterin erließ laut Bericht eine einstweilige Verfügung für die kommenden 14 Tage, die noch auf bis zu 28 Tage verlängert werden kann. Geklagt hatte eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten unter der Führung von Kalifornien. Die Bundesstaaten argumentieren, dass der Zusammenschluss gegen das Kartellrecht verstoße. Die Befürchtung: Höhere Preise für die Verbraucher und am Ende weniger Auswahl bei Filmen und TV-Shows.
Die Richterin betonte in ihrer Entscheidung, dass die von den Staaten vorgebrachten Argumente zumindest schwerwiegende Fragen aufwerfen, die vorab geklärt werden müssen. Zudem sei Paramount durch die kurze Verzögerung kein direkter Schaden nachzuweisen, da beide Unternehmen ohnehin erst einmal als eigenständige, konkurrierende Akteure am Markt weiterarbeiten. Kaliforniens Generalstaatsanwalt feierte die Entscheidung bereits als wichtigen ersten Etappensieg, um die Fusion komplett zu verhindern.
Für die beteiligten Konzerne ist die Luft nun allerdings dünn, denn in der Praxis entscheiden solche einstweiligen Verfügungen oft über das Schicksal des gesamten Deals. Wird die Fusion dauerhaft per einstweiliger Verfügung blockiert, platzen solche Milliardengeschäfte meist, noch bevor es überhaupt zu einem Hauptverfahren kommt. Paramount drängt deshalb auf eine schnelle Anhörung mit Zeugen im August, um bis Anfang September eine Entscheidung zu haben. Der Grund ist auch finanzieller Natur: Sollte der Deal bis zum 30. September nicht durch sein, muss Paramount den Warner-Bros.-Investoren täglich Millionenstrafen zahlen.
Während Paramount argumentiert, dass neue Player wie A24 oder Amazon MGM den Kinomarkt ohnehin dynamischer machen und das klassische Kabelfernsehen an Bedeutung verliert, sehen die Bundesstaaten die Marktmacht kritisch. Immerhin würden hier zwei der drei größten Kabelanbieter und zwei der fünf wichtigsten Filmverleiher verschmelzen. Auch das Argument von Paramount, man schaffe durch die Fusion lediglich einen stärkeren Streaming-Gegner für Platzhirsche wie Netflix, ließ die Richterin in einer Fußnote nicht gelten. Vorteile in einem Markt könnten die Wettbewerbsnachteile in einem anderen nicht einfach aufwiegen.
Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.
