Weil Brüssel Dosen herunter verhandelt: Impfstoff-Deal der EU mit Corona-Hoffnung Valneva droht zu platzen

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Weil Brüssel Dosen herunter verhandelt: Impfstoff-Deal der EU mit Corona-Hoffnung Valneva droht zu platzen

  • Profielfoto Hendrikje Rudnick

Bei der Valneva-Impfung handelt es sich um ein Ganzvirus-Vakzin.

Bei der Valneva-Impfung handelt es sich um ein Ganzvirus-Vakzin.

Ayman Yaqoob/Anadolu Agency via Getty Images

Der Deal für den Totimpfstoff von Valneva droht für die EU und damit Deutschland zu platzen.

Das Impfstoffunternehmen verkündete am Freitag, dass es von dem Vertrag zurücktreten werde, nachdem die Europäische Kommission die Rahmenbedingungen neu verhandeln wollte.

So sollten die vereinbarten Dosen zum Verkauf stark heruntergehandelt werden, sodass sich der Deal für Valneva nicht mehr lohnen würde, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ist das möglicherweise das Aus für die Impfstoff-Alternative in Deutschland? Das französisch-österreichische Impfstoffunternehmen Valneva gab am Freitag bekannt, dass es vorhat, den Vertrag mit der EU zum Vorabkauf des Impfstoffes zu kündigen.

Drei Wochen zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, die Europäische Kommission wolle den Vorabkaufvertrag für das Vakzin kündigen. Die EU bestätigte dies nicht, wollte die vereinbarten Mengen im Vertrag jedoch neu verhandeln – und soweit herunterschrauben, dass der Impfstoffhersteller den Vertrag nun kündigen muss.

„Die von der Europäischen Kommission erhaltenen vorläufigen, inoffiziellen Mengenangaben würden jedoch nicht ausreichen, um die Nachhaltigkeit des COVID-19-Impfstoffprogramms von Valneva zu gewährleisten“, heißt es in einer Pressmitteilung, die das Unternehmen am Abend veröffentlichte.

Die EU will deutlich weniger Dosen der Impfung

So sollten die Liefermengen stark angepasst werden. Ursprünglich war der Verkauf von 60 Millionen Dosen vereinbart. Diese Zahl soll nun stark heruntergehandelt werden. Für Deutschland beispielsweise will die EU anstatt der ursprünglichen zwölf Millionen Dosen nur noch knapp eine Million Impfungen kaufen, wie Business Insider erfuhr. Für den Impfstoffhersteller jedoch lohnt sich dieser Deal nicht mehr. „Dies würde auch die zukünftige Entwicklung des Programms über das derzeitige Produktprofil hinaus erschweren.“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bei dem Impfstoff von Valneva handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der das komplette, inaktivierte Coronavirus enthält. Er bietet eine Alternative zu den mRNA-Impfstoffen, denen einige Menschen bisher zögerlich gegenüber standen. Oft liegt die Sorge zugrunde, dass die mRNA-Impfstoffe bisher unbekannte Langzeitschäden verursachen könnten – auch wenn Experten diese für nahezu ausgeschlossen halten. Totimpfstoffe hingegen gibt es schon seit langer Zeit gegen andere Krankheiten, zum Beispiel gegen Tollwut.

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Biontech machte 6,4 Milliarden Euro Umsatz im ersten Quartal 2022 – 3,7 Milliarden blieben als Gewinn in der Kasse

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Biontech machte 6,4 Milliarden Euro Umsatz im ersten Quartal 2022 – 3,7 Milliarden blieben als Gewinn in der Kasse

Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci

Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci

Getty Images

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech generierte im ersten Quartal 2022 einen Umsatz in Höhe von 6,4 Milliarden Euro und einen Gewinn von 3,7 Milliarden.

Das Unternehmen habe die „führende Position“ im Bereich der COVID-19-Impfstoffe weiter ausgebaut, sagt Uğur Şahin, CEO und Mitgründer von BioNTech.

Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet Biontech mit Umsatzerlösen durch den Impfstoff im Bereich zwischen 13 und 17 Milliarden Euro.

Der Impfstoffhersteller Biontech konnte im ersten Quartal 2022 einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro erzielen. Der Nettogewinn beträgt 3,7 Milliarden Euro. Das geht aus den neuesten Quartalszahlen hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

Im Vergleichszeitraum 2021 betrug der Biontech-Umsatz noch knapp zwei Milliarden Euro, der Gewinn 1,1 Milliarden.

„Im ersten Quartal haben wir unsere Pläne in unseren Wachstumsbereichen Infektionskrankheiten und Onkologie konsequent umgesetzt“, sagt Prof. Uğur Şahin, CEO und Mitgründer von Biontech.

Das Unternehmen habe die „führende Position“ im Bereich der Corona-Impfstoffe weiter ausgebaut und „ermutigende Daten“ für die Therapie zur Behandlung von Tumoren veröffentlicht. „Wir sind überzeugt, dass wir dank unserer Innovationskraft gut aufgestellt sind, um in den kommenden Jahren mehrere Produkte zur Marktreife zu bringen“, sagt der Biontech-Chef. Dies würde ein „signifikantes langfristiges“ Wachstum für das Unternehmen ermöglichen.

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Biontech sei „gut aufgestellt“, um die finanzielle Prognose für das Geschäftsjahr 2022 zu erreichen

Jens Holstein, CFO von Biontech, glaubt, dass der weltweite Einsatz des Biontech-Impfstoffs „wahrscheinlich Millionen von Leben gerettet und einen bedeutenden Einfluss auf die Menschheit hatte“. Holstein: „Infolge eines erhöhten Auftragsvolumens, das Ende 2021 aufgrund der aufkommenden Omikron-Variante zunächst einging, haben wir das Jahr 2022 mit starken Umsätzen und Ergebnissen begonnen.“

Damit sei das Unternehmen „gut aufgestellt“, um die finanziellen Prognosen für das Geschäftsjahr 2022 zu erreichen, so der CFO. Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet Biontech mit Umsatzerlösen durch den Impfstoff im Bereich zwischen 13 und 17 Milliarden Euro.

lg

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Mitglied des Corona-Expertenrats: Omikron-Welle ist noch nicht auf Intensivstationen angekommen

Die Omikron-Welle ist offenbar noch nicht auf den Intensivstationen angekommen, sagt Mediziner Karagiannidis

Die Omikron-Welle ist offenbar noch nicht auf den Intensivstationen angekommen, sagt Mediziner Karagiannidis

Jackyenjoyphotography/Gettyimages.com

Die Omikron-Mutation des Corona-Virus ist inzwischen die dominierende Variante in Deutschland.

Auf den Intensivstationen ist die Omikron-Welle allerdings noch nicht angekommen, sagt Intensivmediziner Christian Karagiannidis, der im Corona-Expertenrat auch die Bundesregierung berät.

Dennoch warnte Karagiannidis vor der Gefahr durch Omikron, besonders für Ungeimpfte.

Die Omikron-Welle ist nach Einschätzung der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner noch nicht auf den Intensivstationen angekommen. Er rechne aber damit, dass es in der nächsten oder übernächsten Woche deutlich mehr Corona-Patienten in den Notaufnahmen gebe werde, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis am Samstag im Deutschlandfunk. Der Experte leitet das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Im Moment machten sich die hohen Inzidenzen noch nicht bemerkbar, sagte er. „Es sieht nicht so aus, als wenn im Moment, Stand heute, die Omikron-Welle schon auf den Intensivstationen durchgeschlagen ist.“ Allerdings infizierten sich derzeit auch hauptsächlich jüngere Menschen im Alter bis 35 Jahre. Zugleich sehe man vermehrt auch Infektionen in der kritischen Infrastruktur, Krankenhäuser müssten sich darauf vorbereiten, dass Ärzte und Pflegekräfte ausfielen.

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Karagiannidis betonte: „Wenn wir das ganze Infektionsgeschehen jetzt extrem laufen lassen und ganz hohe Inzidenzen akzeptieren, dann akzeptieren wir auch, dass das Virus ganz sicher die Ungeimpften findet.“ Bereits jetzt seien 62 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft, nur 5 Prozent hätten eine Auffrischungsimpfung.

toh/dpa

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Corona: Biontech und Pfizer prüfen Notwendigkeit einer Drittimpfung bei Kleinkindern

Benjamin (r) wird im Impfzentrum Ingelheim der Corona-Impfstoff von Biontech verabreicht.

Benjamin (r) wird im Impfzentrum Ingelheim der Corona-Impfstoff von Biontech verabreicht.
picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

  • Biontech und Pfizer müssen bei ihrem Coronaimpfstoff für Kinder unter fünf Jahren womöglich auf drei Impfdosen setzen.
  • Eine laufende klinische Studie werde entsprechend angepasst, teilten der Mainzer Impfstoffentwickler am Freitag mit.
  • Die Entscheidung sei gefallen, weil erste Daten zeigten, dass Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren nicht so gut auf die Impfung ansprachen wie Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren.

Biontech und Pfizer müssen bei ihrem Vakzin für Kinder unter fünf Jahren womöglich auf drei Impfdosen setzen. Eine laufende klinische Studie werde entsprechend angepasst, teilten der Mainzer Impfstoffentwickler am Freitag mit. Die Entscheidung sei gefallen, weil erste Daten zeigten, dass Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren nicht so gut auf die Impfung ansprachen wie Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren und wie Kinder zwischen 6 und 24 Monaten. Sicherheitsbedenken seien keine festgestellt worden, hieß es. Die dritte Impfstoffdosis solle frühestens zwei Monate nach der zweiten verabreicht werden.

Damit dürften sich die bislang noch für dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres erwarteten Ergebnisse verzögern. „Bei erfolgreichem Verlauf der Studie mit drei Impfstoffdosen“ wollen die Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2022 in den USA einen Antrag auf eine Notfallzulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe stellen.

An der Studie nehmen den Unternehmen zufolge rund 4500 Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren aus mehreren Ländern teil. Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bekommen dabei Impfdosen von jeweils drei Mikrogramm. Das ist weniger als ein Drittel der Impfdosis von zehn Mikrogramm, die Kinder zwischen fünf und elf Jahren erhalten.

Für Kinder ab fünf Jahren ist der Impfstoff unter anderem in den USA und in der EU inzwischen zugelassen. Auch für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren wollen Biontech und Pfizer nun noch eine dritte Impfdosis untersuchen.

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24 Freunde, alle voll geimpft, machten gemeinsam Urlaub auf Cape Cod — 14 von ihnen erkrankten an Corona

24 Freunde, alle voll geimpft, machten gemeinsam Urlaub auf Cape Cod — 14 von ihnen erkrankten an Corona


Zach D Roberts/NurPhoto / Getty Images

24 Freunde, die alle vollständig gegen Covid-19 geimpft worden sind, verbrachten ab dem 4. Juli eine gemeinsame Ferienwoche in Provincetown im US-Bundesstaat Massachusetts.

14 von ihnen infizierten sich trotz des Impfschutzes mit Covid-19. Dank der Impfungen verliefen ihre Infektionen mild.

Die Fälle sind Teil einer größeren Studie der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC. Sie veranlassten die Behörde dazu, das Tragen von Masken in Innenräumen wieder anzuordnen.

In der Küstenstadt Provincetown im US-Bundesstaat Massachusetts haben sich 14 von insgesamt 24 Freundinnen und Freunden, die im Juli dort gemeinsam Urlaub machten und vollständig geimpft waren, mit Covid-19 infiziert. Das berichtete jetzt der Nachrichtensender Bloomberg. Der Fall zeigt die Grenzen und den Effekt des Impfschutzes.

Die Gruppe besuchte dem Bericht zufolge gemeinsam Provincetown, wo sie um den 4. Juli herum ankamen. Einer von ihnen war Daniel Barefoot, ein 33-jähriger Anwalt, der in Washington lebt. Er bemerkte, dass er sich mit Covid-19 infiziert hat, als er nach seiner Rückkehr feststellte, dass er keinerlei Süßes mehr schmecken konnte, wie er dem Sender berichtete. Von den 14 Personen, die alle positiv auf das Virus getestet wurden, erkrankte laut Bloomberg niemand ernsthaft.

Mehrere Ausbrüche unter Geimpften in Provincetown

Die Freunde waren nicht die einzigen Menschen, die sich ansteckten. Am Wochenende des 4. Juli hatten über 60.000 Menschen die LGBTQ-freundliche Stadt an der US-Ostküste besucht. Es gab Polonaisen, Drag-Brunches und Partys in Privathäusern, wie The New York Times berichtet. Zahlreiche Veranstaltungen könnten zur Verbreitung des Virus beigetragen haben.

Bloomberg zufolge fanden Barefoot und seine Freunde lange Schlangen, volle Tanzflächen und Menschenmengen ohne Abstand in Provincetown vor — die Reisegruppe fühlte sich aber durch die hohe Impfquote vor Ort sicher. Die Impfung reichte allerdings nicht aus, um eine Infektion bei allen zu verhindern. Allerdings entwickelte keiner der Beteiligten einen schweren Verlauf.

Der Ausbruch in Provincetown veranlasste die städtischen Verantwortlichen dennoch am 25. Juli, das Tragen von Masken in Innenräumen wieder anzuordnen, und erregte das Interesse der US-Seuchenschutzbehörde (Center for Disease Control and Prevention, CDC). Im Rahmen einer Studie, die die Behörde am Freitag veröffentlichte, verfolgte das CDC insgesamt 469 Infektions-Fälle von Menschen aus Massachusetts, die die Stadt besuchten.

Dabei wurde festgestellt, dass 74 Prozent der erkrankten Personen voll geimpft waren. Die Mehrheit dieser Gruppe erkrankte der Studie zufolge an der Delta-Variante des Coronavirus. Weil aber Impfungen das Risiko massiv reduzieren, ernsthaft an der Infektion zu erkranken, mussten nur vier der Infizierten im Krankenhaus behandelt werden. Niemand starb.

Dieser Artikel wurde von Judith Schallenberg-Kappius aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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