Wieder wird das Klopapier knapp, aber Hamsterkäufe sind diesmal nicht der Grund

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Wieder wird das Klopapier knapp, aber Hamsterkäufe sind diesmal nicht der Grund

So sah es im Frühjahr 2020 weltweit in vielen Supermarktregalen aus und oftmals stritten die Kunden sogar über das letzte Paket Klopapier.

So sah es im Frühjahr 2020 weltweit in vielen Supermarktregalen aus und oftmals stritten die Kunden sogar über das letzte Paket Klopapier.

Getty Images/Andrew Merry

In den Geschäften herrscht wieder einmal Klopapier-Not, diesmal jedoch nicht wegen gieriger Kunden.

Die Gründe dafür sind die erhöhten Rohstoffpreise, die steigenden Kosten in der Logistik und die enormen Energiepreise.

Außerdem kommt es immer wieder zu pandemiebedingten Lieferverzögerungen und einem Mangel an Mitarbeitern in Geschäften, da so viele Menschen in Quarantäne sind.

Beim Blick in manches Supermarktregal werden böse Erinnerungen an das erste Jahr der Corona-Pandemie wach: Denn die Toilettenpapier-Regale sind vielerorts wieder leer. Diesmal sind aber nicht die Hamsterkäufer schuld, dass andere ohne Toilettenprodukte wieder nach Hause gehen, wie zu Anfang der Pandemie.

Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, dass der Hauptgrund für die wiederholte Klopapier-Not die erhöhten Rohstoffpreise sind. Die Hersteller Sofidel und Essidy haben bereits hohe Preissteigerungen bekannt gegeben. Obwohl die Preise für Produkte wie Taschentücher und Klopapier erst kürzlich um 20 Prozent gestiegen sind, könnten die Preise noch viel stärker steigen – teilweise wären wohl „deutlich zweistellige“ Aufschläge möglich, meldet die Lebensmittelzeitung. Denn nicht nur die Energiepreise treiben die Produktionskosten in die Höhe, die Papierindustrie leidet auch unter den Logistikpreisen, die in der Pandemie explodiert sind.

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Seit die Weltwirtschaft wieder in Bewegung gekommen ist, sind die Rohstoffpreise wieder in die Höhe geschossen. Der Einfuhrpreis für Zellstoff sei um 45,7 Prozent gestiegen und der für Altpapier um 75 Prozent, notierte das Statistische Bundesamt im November laut dem Wochenmagazin Stern. Denn der Hauptrohstoff für Toilettenpapier, Zellstoff, wird immer knapper. Der akute Grund dafür ist, dass die Fracht von Schiffen nicht rechtzeitig entladen werden kann. Zudem hat die energieintensive Papierbranche mit höheren Kosten in der Logistik und den enormen Energiepreisen zu kämpfen. Laut dem Verband der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie sind 80 Prozent seiner Mitglieder schwer von den erhöhten Energiepreisen betroffen.

Keine Besserung in Sicht

Da sich viele Mitarbeiter der Papierhersteller mit Covid-19 infiziert haben und sich in Quarantäne befinden, können die Produktionen auch nicht weiter erhöht werden. Dazu kommen noch die pandemiebedingten Lieferverzögerungen und der Streik bei dem Zellstoffhersteller „UPM“. Eine Besserungen ist vorerst nicht in Sicht: „Wir erwarten in naher Zukunft keinen Rückgang der historisch hohen Kosten für Rohstoffe, Energie und Vertrieb“, sagt der Essity-Chef, Magnus Groth.

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Streit um 2G: Woolworth kippt Regel in Hessen auf eigene Faust und will auch Ungeimpfte einkaufen lassen

Streit um 2G: Woolworth kippt Regel in Hessen auf eigene Faust und will auch Ungeimpfte einkaufen lassen

picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Woolworth hat die bislang geltende 2G-Regel eigenmächtig aufgehoben. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am vergangenen Montag.

In Hessen dürfen nun auch ungeimpfte Personen in den Filialen der Kaufhauskette einkaufen.

Das hessische Wirtschaftsministerium müsse allerdings erst noch prüfen, ob Woolworth tatsächlich den Voraussetzungen als Grundversorger entspricht, so die „FAZ“.

Seit Samstag dürfen in Hessen auch ungeimpfte Personen wieder bei Woolworth einkaufen. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Montag. Die Kaufhauskette setzt sich damit eigenmächtig über geltende 2G-Regelungen hinweg, welche von Bund und Ländern für den Einzelhandel beschlossen worden waren.

Bundesweit sind im Einzelhandel derzeit vorrangig Stellen der Grundversorgung von den G-Regelungen ausgenommen. Ist das nicht der Fall, müssen Kunden und Kundinnen vollständig geimpft sein oder ihren Genesenenstatus vorweisen können, um ein Geschäft zu betreten. Ob Woolworth tatsächlich weiterhin auch ungeimpfte Personen Einlass gewähren darf, bleibt abzuwarten. Laut „FAZ“ sagte eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums, es müsse erst geprüft werden, ob die Kaufhauskette die Voraussetzungen als Grundversorger erfülle. Dies sei Aufgabe der kommunalen Ordnungsbehörden.

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Gerichte reagierten unterschiedlich auf Woolworth-Klagen

In den vergangenen Monaten hatte Woolworth bereits mehrmals gegen die geltenden 2G-Regelungen geklagt. Bundesweit gab es dabei unterschiedliche Entscheidungen durch die Oberverwaltungsgerichte. Schleswig-Holstein und Nordrheinwestfalen hatten im Dezember die Regeln für die jeweiligen Bundesländer nach Woolworth-Klagen für rechtmäßig erklärt. Dagegen hatte das niedersächsische OVG die 2G-Regel im Einzelhandel des Bundeslandes gekippt. Die Maßnahme sei zur weiteren Eindämmung des Coronavirus nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar, lautete die Argumentation des Gerichts.

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Das ist der Grund, warum sich Deutschlands Wirtschaft langsamer von der Corona-Krise erholt als andere Länder

Die internationalen Lieferketten sind noch nicht wieder voll in Gang

Die internationalen Lieferketten sind noch nicht wieder voll in Gang

picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Deutschlands Wirtschaft hat noch nicht wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht.

Laut Wirtschaftswissenschaftler Timo Wollmerhäuser vom ifo-Institut liegt das vor allem am verarbeitenden Gewerbe.

Dieses habe derzeit große Schwierigkeiten, weil die globalen Lieferketten noch immer nicht reibungslos laufen. Zudem mache dieser Wirtschaftszweig einen viel größeren Teil der Wertschöpfung aus als in anderen Ländern.

Deutschlands Wirtschaft ist bislang ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Bestimmte Branchen wie die Gastronomie und Reiseveranstalter wurden hart getroffen, dennoch gab es zumindest keine Massenentlassungen, wie mancher befürchtet hatte.

Dennoch hat Deutschlands Wirtschaft noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Das hat vor allem einen Grund, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef am Münchner Ifo-Institut: „Dass Deutschland gesamtwirtschaftlich das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht hat, liegt am verarbeitenden Gewerbe“, sagte er der „FAZ“.

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Die deutsche Industrie sei von globalen Lieferengpässen besonders betroffen, sagt Wollmershäuser. Und die seien nach wie vor gestört. Außerdem trage das verarbeitende Gewerbe rund 20 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleitung bei – das ist rund doppelt so viel wie in Großbritannien oder in Frankreich. Deren Volkswirtschaften sind schon wieder auf die Größe von vor der Pandemie gewachsen.

Dass die Lieferengpässe schnell behoben werden, damit rechnen die meisten Ökonomen nicht, gleichwohl dürfte es im Laufe des Jahres zu einer deutlichen Entspannung kommen. Wenn dann die aufgelaufenen Aufträge abgearbeitet werden, könne die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 3,5 bis 4 Prozent wachsen.

toh

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Gesundheitsminister Lauterbach: Überlegungen zu verkürzter Quarantäne-Dauer nötig

Gesundheitsminister Lauterbach: Überlegungen zu verkürzter Quarantäne-Dauer nötig

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht während einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht während einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bestätigt, dass die Bundesregierung überlegt, die Zeit für die Corona-Quarantäne zu reduzieren.

Hintergrund sind Sorgen um Personalausfälle in kritischen Bereichen in einer durch die Omikron-Variante ausgelösten fünften Corona-Welle.

Lauterbach kündigte zudem an, für mehr Personal in Gesundheitsämtern sorgen zu wollen.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie mit einer befürchteten fünften Welle wirft auch nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Frage nach der Quarantäne-Dauer auf. Es sei „eine etwas andere Situation als wir vor einer Woche gehabt haben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in den ARD-„Tagesthemen“. Man müsse nun überlegen, „was bedeutet das für die Quarantäne-Dauer, was bedeutet das für die Kontaktreduzierungen?“

Es gebe aber derzeit nur Schätzwerte zur Corona-Lage, weil die Neuinfektionen über die Feiertage nur unzureichend erfasst würden: weil weniger getestet werde, weil die Tests dann auch verspätet an die Gesundheitsämter gemeldet würden und weil die Ämter selbst die Daten auch später weiterleiteten. Die Gesundheitsämter hätten viel zu wenig Personal, sagte Lauterbach. Er wolle dies ändern. „Das ist eine Priorität, die ich habe.“ Die Schätzwerte seien aber „gut genug, um zu sehen, was sich in Deutschland abspielt“.

USA und Großbritannien haben Corona-Quarantäne bereits reduziert

Mehrere Länder wie etwa die USA und Großbritannien haben angesichts der anrollenden Welle mit der noch ansteckenderen Virusvariante Omikron die Quarantäne-Dauer für Infizierte ohne Symptome bereits verkürzt, um einem akuten Personalmangel in Einrichtungen und Branchen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien verkürzte die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte am Mittwoch von zehn auf sieben Tage.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dringt auf eine Regelung auch für Deutschland. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um gut vorbereitet zu sein – auch und gerade mit Blick auf die kritische Infrastruktur“, sagte er dem Nachrichtenportal „Watson“. „Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen.“ In der Sendung „RTL Direkt“ sagte er, nötig sei eine Stellungnahme des Robert Koch-Instituts oder des Expertenrats der Bundesregierung noch vor der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar.

Deutscher Städtetag fordert mehr Testkapazitäten

Der Deutsche Städtetag forderte Bund und Länder auf, mehr Labor- und Testkapazitäten zu ermöglichen. Sie sollten „dafür sorgen, dass die niedergelassenen Praxen die nötigen PCR-Tests auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr sicherstellen und auch genügend Laborkapazitäten an diesen Tagen zur Verfügung stehen“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Die Gesundheitsämter seien nicht das Nadelöhr – die meisten PCR-Tests würden von der Ärzteschaft durchgeführt. „Da viele Arztpraxen und Labore jetzt im Weihnachtsurlaub sind, wird dort weniger getestet.“

jg/dpa

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Corona: Biontech und Pfizer prüfen Notwendigkeit einer Drittimpfung bei Kleinkindern

Benjamin (r) wird im Impfzentrum Ingelheim der Corona-Impfstoff von Biontech verabreicht.

Benjamin (r) wird im Impfzentrum Ingelheim der Corona-Impfstoff von Biontech verabreicht.
picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

  • Biontech und Pfizer müssen bei ihrem Coronaimpfstoff für Kinder unter fünf Jahren womöglich auf drei Impfdosen setzen.
  • Eine laufende klinische Studie werde entsprechend angepasst, teilten der Mainzer Impfstoffentwickler am Freitag mit.
  • Die Entscheidung sei gefallen, weil erste Daten zeigten, dass Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren nicht so gut auf die Impfung ansprachen wie Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren.

Biontech und Pfizer müssen bei ihrem Vakzin für Kinder unter fünf Jahren womöglich auf drei Impfdosen setzen. Eine laufende klinische Studie werde entsprechend angepasst, teilten der Mainzer Impfstoffentwickler am Freitag mit. Die Entscheidung sei gefallen, weil erste Daten zeigten, dass Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren nicht so gut auf die Impfung ansprachen wie Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren und wie Kinder zwischen 6 und 24 Monaten. Sicherheitsbedenken seien keine festgestellt worden, hieß es. Die dritte Impfstoffdosis solle frühestens zwei Monate nach der zweiten verabreicht werden.

Damit dürften sich die bislang noch für dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres erwarteten Ergebnisse verzögern. „Bei erfolgreichem Verlauf der Studie mit drei Impfstoffdosen“ wollen die Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2022 in den USA einen Antrag auf eine Notfallzulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe stellen.

An der Studie nehmen den Unternehmen zufolge rund 4500 Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren aus mehreren Ländern teil. Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bekommen dabei Impfdosen von jeweils drei Mikrogramm. Das ist weniger als ein Drittel der Impfdosis von zehn Mikrogramm, die Kinder zwischen fünf und elf Jahren erhalten.

Für Kinder ab fünf Jahren ist der Impfstoff unter anderem in den USA und in der EU inzwischen zugelassen. Auch für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren wollen Biontech und Pfizer nun noch eine dritte Impfdosis untersuchen.

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