#Interview – “Wir haben es geschafft ein Startup im schwierigen Lebensmittelumfeld ohne Investoren zu skalieren”

Das Berliner Startup fairment, das 2015 von Paul Seelhorst und Leon Benedens gegründet wurde, setzt auf Fermentation. “Wir sind als Getränke-Startup gestartet, das ausschließlich Kombucha in Flaschen verkauft hat. Mittlerweile sehen wir uns als Gesundheits-Startup, das über Fermentation und ihren gesundheitlichen Nutzen aufklärt. Uns treibt an, gesunden Genuss für alle zu schaffen”, sagt Gründer Seelhorst zum Stand der Dinge bei fairment.

Derzeit arbeiten rund 20 Mitarbeiter:innen für das Unternehmen, das bereits einen Jahresumsatz von rund 5 Millionen erwirtschaftet. “Wir haben es geschafft ein Startup im schwierigen Lebensmittelumfeld ohne Investoren zu skalieren, da müssen wir einfach mehr richtig als falsch gemacht haben.”, sagt Seelhorst. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der fairment-Macher außerdem über Sauerkraut, Darmgesundheit und die “Höhle der Löwen”.

Wie würdest Du Deiner Großmutter fairment erklären?


Meiner Oma müsste ich Fermentation gar nicht erklären – die hat ja selbst noch jedes Jahr Sauerkraut gemacht um ihren Kohl über das ganze Jahr essen zu können und auch im Winter genügend Vitamin C zu sich zu nehmen zu können. Sie wusste zwar nicht genau weshalb, aber spürte, dass ihr fermentierte Lebensmittel guttun. Dieses alte Wissen wollen wir mit fairment wieder zurückbringen und mittlerweile gibt es viele spannende Studien, die die gesundheitlichen Vorteile klar belegen. Ich würde ihr aber sagen, dass ich Menschen mit fairment jetzt das Fermentieren mit modernen Ansätzen beibringe, sodass sie sich selbst zu Hause die leckersten, gesunden Lebensmittel ganz einfach, kostengünstig und nachhaltig zu Hause herstellen können. Von Kombucha über Kefir und Joghurt, bis zu echtem Sauerteig und mehr. Dafür versorge ich sie mit frisch gezüchteten Kulturen und modernem Equipment, damit auch nichts schiefgehen kann. Und um Menschen Appetit auf Fermentiertes zu machen gibt es Kombucha, Krauts und Miso bei uns auch schon als fertige Produkte für den gesunden Genuss.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?


Wir sind als Getränke-Startup gestartet, das ausschließlich Kombucha in Flaschen verkauft hat. Mittlerweile sehen wir uns als Gesundheits-Startup, das über Fermentation und ihren gesundheitlichen Nutzen aufklärt. Uns treibt an, gesunden Genuss für alle zu schaffen.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?


Wir bringen Leuten kostenlos das Thema Fermentieren bei und nutzen dafür alle konventionellen, als auch digitale Lösungen, die wir mit den heutigen Möglichkeiten so haben. Wir bekommen Reichweite über Blogartikel, Youtube, Instagram, Pinterest, Facebook, als auch Influencer-Marketing. Über diese Reichweite bieten wir den Leuten an, sich für unsere kostenlosen Kurse oder Events einzutragen – wir veranstalten die größten Online Events der Welt zum Thema Fermentation – und etwas über das Thema zu lernen und wie es mit dem Thema Darmgesundheit zusammenhängt. So können wir Menschen dafür begeistern, sich unsere Produkte zu kaufen.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?


Anfangs haben wir davon profitiert, dass die Leute plötzlich mehr online geshoppt haben, Zeit hatten zu Hause zu sein und Dinge auszuprobieren – wie etwa Fermente anzusetzen. Im ersten Lockdown hatte ja zum Beispiel jeder Hobby-Bäcker plötzlich einen eigenen Sauerteigansatz zu Hause, um selbst Brot zu backen. Da ist unser Sauerteig Starter Kit natürlich voll eingeschlagen. Ein anderer sehr großer Faktor war auch, dass durch Covid das Thema Immunsystem plötzlich in aller Munde war. Der Darm als Mittelpunkt, in dem sich 70 % des Immunsystems befinden und auch die Rolle der Bakterien, die uns potenziell vor unerwünschten Eindringlingen schützen können. Fermentierte Lebensmittel sind außerdem reich an organischen Säuren, wie Essigsäuren und Milchsäuren und Vitaminen, was nochmal ein weiteres gutes Argument für sie ist. Als dann aber der Lockdown vorbei war und der Sommer kam, gab es ein ganz schönes Loch, weil genau das Gegenteil der Fall war. Daraus haben wir viel gelernt und nehmen deswegen aktuell neue Produkte in Angriff, die noch leichter in den Alltag integrierbar sind

Wie ist überhaupt die Idee zu fairment entstanden?


Aus einer persönlichen Gesundheitskrise. Mit Ende Zwanzig war ich an einem Punkt, an dem ich nichts mehr essen, geschweige denn richtig verdauen konnte und ständig aufgebläht war. Von Histaminproblemen über Übelkeit, Migräne, Energielosigkeit, Panikattacken, Schlafprobleme, Hautprobleme über Rheuma war alles dabei. Als ich mich auf die Suche nach der Ursache machte, stieß ich auf diverse gesunde Ernährungsformen, die ich alle ausprobierte – zum Beispiel Rohkost, Vegan, Low Carb, Ketogen, Paleo, etc. So streng diese Ernährungsformen auch waren, eine Sache hatten sie alle gemeinsam. Und zwar, dass fermentierte Lebensmittel in Rohkostqualität überall als absolute Superfoods gelten. Als ich diese konsumieren wollte, fiel mir auf, dass das entweder super schwer war, weil ich sie jedes Mal aufs neue aufwändig in kleinen Mengen herstellen musste, oder sie in dieser Form – unpasteurisiert und authentisch fermentiert – kaum oder gar nicht im Handel erhältlich waren. Also fing ich am Anfang an Kombucha und Wasserkefir zu brauen und Gemüse zu fermentieren und das auf Events und an Bekannte zu verkaufen. Und so war die Idee geboren.

Wie viele andere Startups habt ihr bereits an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” teilgenommen. Hat sich die Teilnahme an der Show für euch gelohnt?


Auf jeden Fall. Wir wussten bis einige Wochen davor nicht mal, ob wir ausgestrahlt werden, da wir den Deal nicht angenommen hatten. Wir hatten auf Risiko unsere Lager aufgestockt und neue Server inklusive neuem, leistungsstarken Onlineshop eingerichtet. Gott sei Dank ging das auf. An dem Abend haben wir eine viertel Million Umsatz gemacht.

Welchen Einfluss genau hatte die Vox-Show auf eure Entwicklung?


Es war auf jeden Fall ein guter Push und hat uns sehr geholfen. Wir wurden auch von Kunden als etablierter wahrgenommen. Wir hatten auf einmal eine breitere Kundschaft: Nicht nur die Gesundheits-Enthusiasten, sondern auch Leute, die einfach an dem leckeren Getränk Kombucha interessiert waren.

Was rätst Du anderen Gründern, die bei der Gründershow mitmachen wollen?


Den Pitch runterbeten können. Alle Zahlen genau kennen. Viele Sendungen vorher schauen. Den Kaufpreis lieber höher ansetzen als zu niedrig und verhandeln üben. Genau überlegen, was das letzte Angebot wäre, was okay ist, weil ihr euch nur sicher sein könnt, dass ihr ausgestrahlt werdet, wenn ihr den Deal auch annehmt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Ein Jahresgespräch mit unserem größten Kunden, als mein Co-Founder Leon gerrade sein drittes Kind bekam, ich unterwegs war und wir jemand externen dafür beauftragen mussten, da es anders nicht ging. Danach wurden wir direkt entlistet. Das war sehr bedrohlich für uns. Der Einzelhandel ist hart. Auch ist eine geplante Internationalisierung des Online-Shops nicht so gezündet wie erwartet und dass wir zu viele Waren auf einmal eingekauft hatten genau zu einem Zeitpunkt, als die Verkäufe kurz danach saisonbedingt wieder stark runter gingen. Das hat uns fast die Liquidität gekillt. In sieben Jahren hat man viel Zeit viele Fehler zu machen – und daraus zu lernen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Bei der Kundenzufriedenheit und dabei echte, authentische Produkte ohne Abstriche zu produzieren – fast alle anderen Kombuchas, Krauts und Misos sind pasteurisiert und damit nicht mehr lebendig. Nachhaltige Produkte mit echtem Mehrwert für die Kunden zu schaffen, die ihnen ein Leben lang die leckersten Fermente zaubern können. Wir haben es geschafft in sieben Jahren ein Startup im schwierigen Lebensmittelumfeld ohne Investoren zu skalieren, da müssen wir einfach mehr richtig als falsch gemacht haben.

Wo steht fairment in einem Jahr?


Wir möchten in einem Jahr in allen Bio-Läden in Deutschland mit mindestens einem Produkt wie Kombucha, Miso, Krauts oder unseren Kulturen stehen und so Fermentation in alle Küchen bringen. Egal ob zum Trinken, Essen oder Selber machen.

TippFairment: Auch Gründer haben einen Wert 

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): fairment

#DealMonitor – Jokr sammelt 260 Millionen ein – Flink bekommt 560 Millionen – 1Komma5 sammelt 100 Millionen ein

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um die beiden Einhörner Jokr und Flink, 1Komma5 sowie bettr egg.

Jokr sammelt 260 Millionen ein – Flink bekommt 560 Millionen – 1Komma5 sammelt 100 Millionen ein

Freitag, 3. Dezember 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 3. Dezember werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Jokr


Jetzt offiziell: Der amerikanische Gorillas-Investor G Squared investiert – wie im aktuellen Insider-Podcast berichtet – gemeinsam mit Altinvestoren wie Activant, Balderton, Greycroft, GGV Capital, Tiger Global und HV Capital 260 Millionen US-Dollar (und damit mehr als zunächst berichtet) in Jokr. Die Pre-Money-Bewertung des schnellen Lebensmittellieferdienstes liegt – wie berichtet – bei 1 Milliarde Dollar. Damit ist Jokr nach Gorillas und Flink das neueste Quick Commerce-Unicorn mit deutschen Wurzeln. Hinter Jokr steckt unter anderem Foodpanda-Gründer Ralf Wenzel, zuletzt Managing Partner bei SoftBank. Tiger Global, GGV Capital, Balderton Capital, Softbank und HV Capital investierten zuletzt 170 Millionen Dollar in das junge Unternehmen, dass seinen Sitz formal in Luxemburg hat und das Quick Commerce-Konzept insbesondere in Emerging Markets bringen möchte. Derzeit ist Jokr nach eigenen Angaben an 200 Standorte in elf Städten, darunter New York Mexiko-Stadt, Lima, São Paulo, Warschau und Wien unterwegs. 500 Mitarbeiter:innen wirken derzeit für Jokr. Mehr über Jokr

Flink


Der US-Lieferdienst DoorDash, der zuletzt beim Quick Commere-Überflieger Gorillas einsteigen wollte, investiert – wie bereits berichtet – gemeinsam mit Altinvestoren in Flink. Die genaue Höhe der Finanzierungsrunde war bisher aber noch nicht bekannt. Hier nun die Zahlen: DoorDash und Altinvestoren wie Rewe, der Staatsfonds von Abu Dhabi, Mubadala Capital-Ventures, und Bond Capital investieren 560 Millionen in Flink – siehe manager magazin. 400 Millionen stammen dabei von DoorDash. Die Bewertung liegt nun bei knapp 2,7 Milliarden Dollar, vermutlich Post-Money. DoorDash hält nun rund 15 % an Flink, Rewe ist weiter mit 5 % an Bord. Hinter Flink stecken vor allem Christoph Cordes (Fashion4Home, Home24), Oliver Merkel (Bain & Company) und Julian Dames (Foodora). Flink wurde als GmbH Anfang Dezember 2020 eingetragen. Wettbewerber Gorillas wurde zuletzt mit rund 3 Milliarden Dollar. Delivery Hero investierte kürzlich gemeinsam mit den Altinvestoren rund 1 Milliarde Dollar in den Quick Commerce-Dienst Gorillas. Auf Delivery Hero entfielen dabei 235 Millionen Dollar. Mehr über Flink

1Komma5


 Porsche Ventures, der Beteiligungsableger des Autobauers, und mehrere Family Offices investieren in den kommenden Monaten “bis zu 100 Millionen Euro” in 1Komma5 – siehe FAZ. Hinter dem Unternehmen stecken Phillipp Schröder, ehemals Tesla-Deutschlandchef und ehemals Geschäftsführer des Solar-Batterieherstellers Sonnen, Micha Grüber sowie Jannik Schall. Die drei Gründer setzen mit 1Komma5 auf einen “One-Stop-Shop” für Vertrieb, Installations- und Serviceleistungen rund um Solar, Stromspeicher und Ladeinfrastruktur. Das Startup aus Hamburg möchte dabei Know How selbst einkaufen, indem es Mehrheitsbeteiligungen an Fachbetrieben erwirbt. Beim Installationsunternehmen Quadt Energy aus Lingen im Emsland stieg 1Komma5 bereits ein. “In einem zweiten Schritt arbeitet 1Komma5 an der Vernetzung und Steuerung dezentraler Erzeugungsanlagen, mit dem Ziel, das Potenzial der dezentralen Energiewende vollständig zu heben”, heißt es in der Selbstbeschreibung der Jungfirma.

bettr egg


Der Berliner Food- und GreenTech-Investor Green Generation Fund, hinter dem Manon Sarah Littek und Janna Ensthaler stecken, investiert nach unseren Informationen gemeinsam mit Zentis Ventures, Zentis-Geschäftsführer Norbert Weichele, Zentis-Manager Dietmar Otte und 
Peter Eisner vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in bettr egg. Das Berliner Startup, das von Veronica Garcia Arteaga und Patrick Deufel gegründet wurde, setzt auf eine vegane Ei-Alternative. Wettbewerber Perfeggt, der auf eine flüssige Ei-Alternative setzt, konnte gerade erst die EVIG Group, Stray Dog Capital, Good Seed Ventures, E²JDJ, Tet Ventures und Shio Capital sowie Godo Röben, Frank Kühne, Fredrik Jung Abbou und Ludwig Cramer-Klett als Investoren gewinnen. Die Geldgeber steckten 2,5 Millionen Euro in Perfeggt. Das Berliner Food-Unternehmen wurde von kisura-Gründerin Tanja Bogumil, glispa-Gründer Gary Lin und Bernd Becker gegründet wurde. Im Segment ist zudem noch MyEy unterwegs. Das Unternehmen war mit seinem veganen Ei-Ersatz zuletzt in der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” dabei. International bearbeitet Eat Just mit Just Egg das Segment. #EXKLUSIV

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

#Interview – “Echte Erfahrungen wiegen schwerer als ein bis ins Detail durchgeplantes Konzept”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “So richtig startet für mich der Tag erst nach dem ersten Becher Kaffee – gerne pur und stark. Der Vorteil ist, dass wir nun ja direkt an der Quelle sitzen”, sagt Finn Geldermann, Gründer von CO’PS.

“Echte Erfahrungen wiegen schwerer als ein bis ins Detail durchgeplantes Konzept”

Freitag, 26. November 2021VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Finn Geldermann, Gründer von CO’PS, einem Schnaps aus Kaffeebohnen und Kolanuss. In der neunten Staffel der Gründershow “Die Höhle der Löwen” investierte Pharma-Löwe Nils Glagau 100.000 Euro in das Unternehmen.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Es ist kein Zufall, dass wir ein Produkt mit Koffein entwickelt haben. So richtig startet für mich der Tag erst nach dem ersten Becher Kaffee – gerne pur und stark. Der Vorteil ist, dass wir nun ja direkt an der Quelle sitzen. Und so starten wir mit unserem eigenen Blend in den Tag, der sonst auch die Basis für unseren Likör ist. Die Mischung ist definitiv der beste Auftakt für einen kultivierten Morgen – und einen erfolgreichen Tag.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?


Ich bin ein echter Foodie. Also schnapp ich mir nach Feierabend meist Lektüre zum Thema Food oder kreiere neue Rezepte für unsere Booklets. Hin und wieder schaltet man natürlich auch mit dem ein oder anderen gutem Drink ab. Am liebsten in guter Gesellschaft.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?


Das man nicht in jedem Bereich selbst Experte sein muss und sich viele Dinge mit der Zeit auch entwickeln. Echte Erfahrungen und Learnings wiegen viel schwerer als ein bis ins allerletzte Detail durchgeplantes Business-Konzept.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Für mich persönlich war es die Entscheidung, das Studium links liegen zu lassen und mich fortan zu 100 Prozent CO’PS zu widmen. Es fiel mir schwer, diese andere Tür zu schließen und ich hätte mir gerne beides offengehalten. Aber irgendwann war unser Startup so groß, dass es nicht mehr ging. Aber jede Entscheidung für etwas geht eben auch mit einer gegen etwas anderes einher. Ich habe es allerdings bis heute nie bereut. In unternehmerischer Hinsicht war die größte Herausforderung definitiv, im bereits extrem dicht besiedelten Beverage-Markt eine Lücke zu finden und diese dauerhaft zu besetzen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Dinge zu früh outsourcen, gehört definitiv dazu. Gerade wenn sie wichtig und repräsentativ für den Markenkern sind. Heute prüfen wir ganz genau, wen wir mit ins Boot holen und ob die Person oder der Dienstleister uns und unser Produkt verstanden hat.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?


Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, direkt über die Community zu scouten.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Halte dein Unternehmen möglichst schlank!

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren? (z.B.Shopify, Asana, Google (Cloud, Mail, Kalender)).


Xentral und Shopify sind bei uns nicht wegzudenken.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?


Wir müssen zum Glück gar nicht dafür sorgen – die ist tatsächlich „einfach“ da. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass sich alle echt mit CO’PS identifizieren und die Marke aus sich heraus voranbringen wollen. Ich glaube, der größte Stimmungskiller in vielen Firmen ist Druck. Deshalb machen wir uns den nicht und geben ihn auch nicht weiter.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Wir haben für die Festival Saison 2018 mit viel Mühe und Herz einen alten DDR-Wohnwagen zu einer rollenden CO‘PS Bar umgebaut. Die Farbe war noch nicht mal richtig trocken und trotzdem waren wir damit direkt auf zwei Festivals. Auf dem Rückweg vom zweiten Festival ist uns jemand auf der Autobahn hinten in die Bar gefahren. Daraufhin hat sich unser Wohnwagen mehrfach überschlagen und war Geschichte. Zum Glück wurde niemand verletzt – und CO’PS waren ja schon genug vor Ort! Unser Barwagen hat also insgesamt nur 14 Tage überlebt.

#DealMonitor – Jina sammelt 30 Millionen ein – Yababa bekommt 15,5 Millionen – DocPlanner kauft jameda

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Jina, limehome, Yababa, Captiq, Peers, Conntac, Innerspace, Kombuchery sowie AnaCap und Fintus, DocPlanner und jameda, Netflix und Scanline VFX.

Jina sammelt 30 Millionen ein – Yababa bekommt 15,5 Millionen – DocPlanner kauft jameda

Dienstag, 23. November 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 23. November werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Jina 


Canaan  Partners, Mango Capital und Altinvestoren wie GGV Capital, SAP.iO und Yunqi Partners investieren 30 Millionen US-Dollar in Jina – siehe TechCrunch. Das KI-Startup aus Berlin, das 2020 von Han Xiao, Nan Wang und Bing He gegründet wurde, setzt auf das Thema neuronale Suche. In der Eigenbeschreibung heißt es: “Our mission is to provide an open-source neural search ecosystem for businesses and developers, allowing everyone to search for information in all kinds of data with high availability and scalability”. GGV Capital und Co. investierten zuvor bereits 7,5 Millionen in das junge Unternehmen.

limehome


Bauwens, Momeni und Althoff Hotels investieren eine mittlere siebenstellige Summe in limehome. “Bauwens und Momeni schaffen als erfahrene erfahrene Entwickler, Investoren und Manager von Wohn- und Gewerbeimmobilien in Bestlagen den Zugang zu einem breiten Angebot und Netzwerk. Althoff Hotels unterstützt mit der Erfahrung aus 35 Jahren Premiumhotellerie”, teilt das Unternehmen mit. Das Münchner Startup, das 2018 von Lars Stäbe und Josef Vollmayr gegründet wurde, mietet Wohnungen an und richtet diese als Apartments zur kurz- und langfristigen Miete ein. Investoren wie HV Capital, Lakestar und Picus Capital investierten in den vergangenen Jahren mehr als 30 Millionen Euro in die Jungfirma. Mehr über limehome

Yababa


Jetzt offiziell: Creandum, Project A Ventures und FoodLabs investieren 15,5 Millionen US-Dollar in Yababa. Das Berliner Startup, das von Ralph Hage, Hadi Zaklouta, Javier Gimenez und Kamel Semakieh gegründet wurde, positioniert sich als Lieferservice für orientalische Lebensmittel. Dabei setzen die Hauptstädter auf Same Day Delivery. Der Berliner Gorillas-Investor Atlantic Food Labs, inzwischen als FoodLabs bekannt, schob das Unternehmen vor wenigen Wochen an. “With the fresh capital, Yababa will accelerate it’s roll-out across Germany, with plans for rapid expansion in Europe and a goal of reaching sev cities by 2022. The company will build out its network of warehouses, broaden its offering, scale the supply chain and grow the team”, teilt die Jungfirma mit. Mitte November haben wir im Insider-Podcast über den Einstieg von Creandum und Project A berichtet. Mehr über Yababa

Captiq


Der Trade Republic-Investor Sino investiert 2,6 Millionen Euro in Captiq – siehe FinanceFWD. Das FinTech aus Frankfurt am Main, das 2012 von Soraya Braun und Lorenz Beimler gegründet wurde, positioniert sich als Finanzierungsplattform für Ärzte, Apotheker, Juristen und andere Kammerberufe. “Das Unternehmen bietet Finanzierungen zu marktgängigen Konditionen bis 250.000 Euro an”, heißt es in der Selbstbeschreibung.

Peers


 Fortino Capital, seed speed Ventures, der Auxxo Female Catalyst Fund und Trumpf Venture investieren 3 Millionen Euro in Peers. Das Berliner Startup, das 2019 von Elisa Hertzler und David Tropf als Ausgründung von Trumpf, einem Werkzeugmaschinen-Unternehmen, gegründet wurde, erstellt mithilfe von Künstlicher Intelligenz individuelle Weiterbildungsprogramme für Nutzer:innen.

Conntac


 Bayern Kapital, der Venture-Capital-Ableger des Freistaats Bayern, Basinghall, H&S Investment und “ein Business Angel aus dem bestehenden Investorenkreis” investieren eine siebenstellige Summe in Conntac. Das Augsburger Unternehmen, das 2017 von Michael Faath, Benjamin Wöhrl, Christoph Keller und Rolf Winter gegründet wurde, entwickelt eine Self-Service-Plattform für Telekommunikationsanbieter, die es “Endnutzern ermöglicht, die Einrichtung und Entstörung ihrer Internetverbindung eigenständig zu lösen”.

Innerspace 


Der aws Gründerfonds, Mad Ventures und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investieren eine siebenstellige Summe in Innerspace. Das 2017 von Sebastian Scheler, Bernhard Fercher und Andreas Berger gegründete Virtual-Reality Startup entwickelt Trainingslösungen für Anwendungen in der Life-Science-Industrie. “Das Startup wird mit dem Investment seine Marktpräsenz weiter ausbauen und nutzt die Mittel zur Aufstockung seines Vertriebs- und Consulting-Teams”, heißt es in der Presseaussendung.

Kombuchery


  Caesar Business Angels, Christian Willem, DTC Ventures, Felix Wolf, Impact Bakery, Jakob Fricke, Julius Göllner, Julius Rüßmann, Kay Uplegger, Mathis Schuller, Matthias Steinforth, Simon Biela, Moritz Birke, Oliver Stahl und Robert Kronekker investieren eine siebenstellige Summe in Kombuchery. Das Food-Startup aus Berlin, das 2019 von Maximilian Seedorf gegründet wurde, setzt auf Erfrischungsgetränke auf Kombucha-Basis.

MERGERS & ACQUISITIONS

Fintus


 Der britische Private-Equity-Fonds AnaCap Financial Partners übernimmt Fintus, einen Finanz-Software-Anbieter aus Frankfurt am Main. “Die Bewertung dürfte im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich liegen, berichtet FinanceFWD. Das Unternehmen, das 2016 von Benjamin Hermanns gegründet wurde, positioniert sich als Low-Code-Banking-Plattform. Das Unternehmen verspricht dabei: “Unsere agile Transformationsplattform integriert Ihr Kernbankensystem von den Frontends bis in die Backends. Damit vermeiden Sie einen aufwendigen und riskanten Austausch”. AnaCap übernahm zuletzt auch die Mehrheit am Identitätsdienst WebID.

jameda


Die polnische DocPlanner Group, 2012 gegründet, übernimmt die Arzt-Patienten-Plattform jameda. “jameda und Docplanner bündeln ihre Stärken, um innovative Lösungen zu entwickeln, die Arztpraxen effizient und erfolgreich machen, sowie gelingende Beziehungen zwischen Ärzt:innen und Patient:innen ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das jameda Team in den nächsten zwei bis drei Jahren um mindestens 200 neue Mitarbeiter:innen wachsen. In diesem Zeitraum wird Docplanner mehr als eine Viertel Milliarde Euro in den deutschen Markt investieren”, teilen die Unternehmen mit. Der Medienkonzern Hubert Burda Media übernahm jameda 2015 und zahlte damals 46,8 Millionen für das Unternehmen, das 2007 von Michael Nowak, Barbara Nowak, Jan Richter und Markus Reif gegründet wurde.

Scanline VFX


Der amerikanische Streaming-Gigant Netflix übernimmt das Münchner Unternehmen Scanline VFX. Das Unternehmen, das 1989 gegründet wurde, setzt auf das Fluid-Renderingsystem Flowline. “Scanline is known for its complex, photorealistic effects and expertise in virtual production. It’s also done an extraordinary job of supporting our creators on everything from the above-mentioned VFX achievements to those in upcoming titles like Don’t Look Up, The Gray Man, Slumberland, The Adam Project and Stranger Things 4.”, teilt Netflix mit.

Newsletter: Über neue Startups berichten wir zuerst in unserem Startup-Radar-Newsletter. Der Newsletter erscheint einmal pro Woche und stellt junge Startups vor, die noch nicht jeder kennt. Den Newsletter gibt es aber nur im kostenpflichtigen Abo. Jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

#Brandneu – 7 neue Food-Startups: eatPlants, the plate, Untouched Water, kiukiu, Hamwa, hye, ingarden

#Brandneu

Es ist mal wieder Zeit für neue Startups! Hier wieder einige ganz junge Startups, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Startups vor: eatPlants, the plate, Untouched Water, kiukiu, Hamwa, hye und ingarden.

7 neue Food-Startups: eatPlants, the plate, Untouched Water, kiukiu, Hamwa, hye, ingarden

Dienstag, 23. November 2021VonTeam

deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

eatPlants


Das Berliner Unternehmen eatPlants, das von Sebastian Bentele und Benedikt Rapp gegründet wurde, setzt auf  pflanzliche Saucen und Brühen. “Wir verzichten dabei komplett auf Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe”, schreiben die Gründer zu ihrem Konzept.

the plate


the plate, das von Nadine Erk und Isabell Weiser gegründet wurde, positioniert sich als “creator platform for the culinary world”. Die Gründerinnen schreiben weiter: “Our mission is to give creative control back to the cooks who inspire thousands to enjoy the satisfaction that comes with creating delicious food”.

Untouched Water


Das Hamburger Startup Untouched Water bietet Produkte mit nachhaltigem Anspruch. Den Auftakt macht ein Bio-Mineralwasser, welches nach Aussagen des Jungunternehmens “aus unberührter Natur”, nämlich dem Nationalpark Hunsrück entstammt. Dort wird das Wasser durch Gesteinsschichten natürlich gefiltert.

kiukiu


Das Hamburger Food-Startup kiukiu setzt auf einen alkoholfreien Cocktail. Die Hanseaten scheiben dazu: “kiukiu is a blend of the fruit of the cacao plant with pink berries from the Brazilian pepper tree with the addition of acerola cherries”. Hinter der Jungfirma stecken Volker Weinlein, Chloé Merz und Jörg Meyer.

Hamwa


Hamwa – steht für “Haben wir da” – bietet Filialbetrieben im Food-Sektor eine Omnichannel-Lösung. Mit der App soll eine Plattform geboten werden, in der Nutzer:innen Angebote online präsentieren können. Dabei möchte Hamwa sich speziell an “Digital Natives” richten.

hye


hye, das von Andre Klan sowie der Influencerin Cathy Hummels gegründet wurde, positioniert sich als “Mental Wellbeing-Getränk”. Zum Konzept schreibt das Team: “Die enthaltenen Adaptogene und Nootropika helfen dem Körper durch ihre entspannende Wirkung stressige Momente besser zu meistern”.

ingarden


ingarden positioniert sich als “vollautomatischer Superfood Indoor-Garten, mit dem jeder erfolgreich frische und nährstoffreiche Bio-Microgreens zu Hause anbauen kann”. Das Startup mit sitz in Berlin wurde von Natalie Paterson, Christian Saitner und Yenal Ersen gegründet.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies