#DHDL – Betula Natura, Nutriomix, ByeByeToe, peers, Avoocadoo treten vor die Löwen

#DHDL

Es geht wieder in die Löwen-Höhle! An diesem Montag flimmert bei Vox erneut “Die Höhle der Löwen” über den Bildschirm. In der aktuellen Folge pitchen Betula Natura, Nutriomix, ByeByeToe, peers. und Avoocadoo.

Betula Natura, Nutriomix, ByeByeToe, peers, Avoocadoo treten vor die Löwen

Montag, 22. April 2024VonTeam

In der fünfzehnten Staffel der erfolgreichen Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen (DHDL) wittert das mehrköpfige Löwenrudel wieder fette Beute. Die Jury besteht in dieser Staffel aus der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl, dem Sales-Löwen Carsten Maschmeyer, dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, der Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler und dem Produkt-Löwen Tillman Schulz sowie der neuen Diversity-Löwin Tijen Onaran.

Die DHDL-Startups der Woche

Betula Natura aus Konstanz


In der dritten Folge traut sich die jüngste weibliche Gründerin in der Geschichte von “Die Höhle der Löwen” vor die Investorinnen und Investoren. Mit gerade einmal 16 Jahren präsentiert Valeria Weingardt ihre Zahnbürstenhülle aus Birkenrinde. Diese verfügt über antibakterielle Eigenschaften und gilt damit als nachhaltige Plastikalternative. Bereits mit zwölf Jahren hat Valeria die Frage beschäftigt, wie man besser mit dem Planeten umgehen und wie man Müll vermeiden kann. Besonders auf Reisen hat sie geärgert, dass sie keine umweltfreundliche Aufbewahrungsmöglichkeit für ihre Zahnbürste fand: “Es gab nur Hüllen und Clips aus Plastik. Doch bekanntlich vermehren sich Bakterien in Plastik sehr, sehr schnell.” Mit der Birkenrinde hat sie eine Alternative gefunden: “Sie ist von Natur aus antibakteriell, wasserabweisend, atmungsaktiv und sehr pflegeleicht.” Nachdem sie ihren Grundstoff gefunden hatte, gründete sie Betula Natura und entwickelte ihr erstes Produkt. “Im Schülerlabor der Uni Konstanz habe ich eine ganz kleine Studie durchgeführt. Bereits nach einigen Stunden konnte man sehen, dass die Zahnbürste, die in meiner Birkenhülle aufbewahrt wurde, 40-Mal weniger Bakterienkolonien auf sich hatte als die Zahnbürste in einer Plastikhülle”, so die 16-Jährige. Für die Zahnbürstenhülle aus Birkenrinde bekommt sie von ihrem Zulieferer unbehandelte Rinde. Diese wird in Form gestanzt und die Stanzlinge vernäht sie zusammen mit ihrer Mutter an der der Nähmaschine. Hundertprozentige Unterstützung bekommt Valeria bereits von ihrer Mutter, doch jetzt ist die Junggründerin auf der Suche nach einer Unterstützung von einer Löwin oder einem Löwen. Für 60.000 Euro bietet Valeria 20 Prozent ihrer Firmenanteile an Betula Natura.

Nutriomix aus Biberach


Christof Schlindwein (35) und Aziz Cayli (58) präsentieren das Ergebnis von 25 Jahren Zellforschung in Form einer Software für Nährstoffoptimierung. Täglich nimmt der Mensch durch seine Nahrung Nährstoffe auf, darunter Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Welche Nährstoffe elementar wichtig sind und das Zellleben verlängern können, hat der promovierte Bio-Technologe Aziz Cayli über 25 Jahre lang erforscht: “Es kommt nicht auf einen einzigen Nährstoff an, auch nicht zwei oder drei. Eine Zelle benötigt alle bekannten 58 Nährstoffe in einem balancierten Verhältnis zueinander. Nur dann kann sie bis zu fünffach mehr Energie produzieren. Und sie kann tatsächlich doppelt so lang leben.” Laut des 58-Jährigen, sollte das der Mensch tagtäglich zu sich nehmen – am besten durch natürliche Lebensmittel ohne Chemie und ohne Nahrungsergänzungsmittel. “Unsere Ziele: Einerseits natürliche Lebensmittel, die richtig gut schmecken. Andererseits balancierte Nährstoffprofile”, so Christof Schlindwein. Dazu hat der Mathematiker einen Algorithmus entwickelt. Die Software analysiert die Ausgangsrezeptur nach den 58 Nährstoffen und das Ergebnis zeigt den sogenannte Nutriomix Balance-Score. Durch den hinterlegten Algorithmus wird eine neue Nutriomix-Rezeptur mit den ausbalancierten Nährstoffen angezeigt. “Sie macht unsere Ernährung ausgewogener mit ganz natürlichen Zutaten”, sagt der 35-Jährige. “Der Algorithmus ist auf jedes beliebige Gericht anwendbar, z.B. Pizza, Pasta und sogar Frühstückscerealien.” Die Vision der Gründer: ein volles Regal mit Nutriomix-optimierten Lebensmitteln. Das Geschäftsmodell: Kooperationen mit großen Lebensmittelherstellern, Optimierung derer Rezepturen und Verleihung eines Nutriomix-Siegels. Im Gegenzug gibt es eine Umsatzbeteiligung für das Unternehmen. Um ihre Ziele in die Tat umsetzen zu können, benötigen Christof Schlindwein und Aziz Cayli ein Investment von 500.000 Euro und bieten fünf Prozent der Firmenanteile an.

ByeByeToe aus München


Ob enge Leggins, Jumpsuits oder High-Waist-Hosen – sie alle können ungewollte und unbequeme Abzeichnungen im Schritt verursachen. “Ich habe einen String-Tanga entwickelt, der nicht nur das In-den-Schritt-Ziehen vermeidet, sondern auch noch saubequem ist”, präsentiert Marie Mueller ihr Produkt. Der ByeByeToe ist in der Mitte mit einem weichen Padding verstärkt und vermeidet so den “Cameltoe”-Effekt – so wird international umgangssprachlich die Verformung des Schritts bei der Frau benannt. Das Höschen besteht aus einer Mischung von Lycra und Polyamid. Das Material ist flexibel, robust, langlebig und dadurch nachhaltig. Die nahtlose Herstellung soll für einen optimalen Tragekomfort sorgen und damit nicht unter der Kleidung sichtbar sein. Marie Mueller: “Das erreichen wir durch die innovative Laser-Cut-Bonding-Technologie. Der Stoff wird mit einem Laser zurechtgeschnitten und die Nähte werden mit einer Klebe-Technologie verklebt.” Das soll das Nahtlos-Höschen festsitzend machen, es rollt nichts runter und es verrutscht nicht. Zudem möchte die ByeByeToeErfinderin ein weiteres Problem lösen: “Das Wundscheuern im Po-Bereich. Viele Frauen tragen deswegen keine Strings, weil es ihnen unangenehm ist.” Das Feedback ihrer Kundinnen ist positiv: “Ich bekomme fast jeden Tag Liebesmails von Mädels, die sich dafür bedanken, dass ich gleich mehrere Probleme auf einmal löse.” Mit ihren ByeByeToes stattet Marie Mueller u.a. deutsche Nationalteams im Beachvolleyball aus und auch Reiterinnen haben ihr Produkt entdeckt, “weil sie dadurch nicht mehr im Schritt wundgescheuert werden. Meine Zielgruppe umfasst alle Frauen, die Sport treiben, Frauen, die eine ‘Cameltoe’-Lösung und einen bequemen Tanga suchen.” Gemeinsam mit einer Löwin oder einem Löwen möchte die Gründerin den Unterwäsche-Markt revolutionieren. Für ein Investment von 100.000 Euro bietet sie zehn Prozent der Firmenanteile.

peers aus Aachen


Das Gründertrio rund um Julia Maria Hautumm (geb. Rüttgers) (31, CEO, Betriebswirtin), Sophie Schürmann (32, CEO, Psychologin) und Max Kirschning (29, CTO, Ingenieur) bietet psychologische Online-Gruppenkurse an, wobei Gleichgesinnte mithilfe eines KI-basierten Matchings zusammengebracht und von erfahrenen Psycholog:innen begleitet werden. In Deutschland leiden jährlich knapp 18 Millionen Menschen an einer klassifizierten psychischen Diagnose. “Das ist fast jeder Vierte und würde bedeuten, dass in dieser Runde mindestens zwei Personen vor uns schon einmal in dieser Situation waren”, erklärt Sophie Schürmann vor den Löwen. Das kann eine Depression, eine Angststörung oder ein Burnout sein. Doch darüber hinaus gehen viel mehr Menschen durch eine psychisch herausfordernde Lebenssituation, z.B. der schmerzliche Verlust eines Angehörigen, Beziehungsprobleme, Sorge um den Arbeitsplatz oder die Zukunft. “Damit sich Symptome erst gar nicht chronifizieren, wollen wir dort schon ansetzen”, sagt Sophie Schürmann. Schnelle Hilfe brauchen alle betroffenen Menschen. Doch die Realität sieht anders aus: nur wenig verfügbare Termine, Bürokratie und lange Wartezeiten von durchschnittlich neun Monaten. Um diese Versorgungslücke zu schließen, haben Julia Maria Hautumm und Sophie Schürmann peers. gegründet. “Eine digitale Plattform, die mithilfe unseres intelligenten Algorithmus’ deutschlandweit Gleichgesinnte verbindet. Wir matchen diese anhand von ihren Symptomen, ihrer Lebenssituation, aber auch ihren sozio-demografischen Daten”, erklärt Max Kirschning. Die Gruppen mit jeweils acht Personen erhalten in wöchentlichen Video-Sitzungen von erfahrenen Psycholog:innen Hilfe. Das aktuelle Angebot fokussiert sich auf depressive Stimmungen, Ängste, Stress und Beziehungen und soll sukzessive ausgebaut werden. Bevor die Löwinnen und Löwen ihre Fragen an das peers.-Team stellen, bringen sie selbst ihre ganz persönlichen Ängste und Sorgen auf Papier. Carsten Maschmeyer beispielsweise teilt seine Erfahrungen mit Burn-out, Tablettensucht und Depressionen: “Das Burn-out hat zu Schlafproblemen geführt, ich wurde mit falschen Medikamenten behandelt und dann war die Depression da. Mein Leben habe ich radikal ändern müssen. Nach einem Entzug und einer Therapie weiß ich jetzt, dass ich mich nicht an abgesessener Arbeitszeit orientiere, sondern an Ergebnissen. Heute steht für mich nicht nur die Arbeit im Fokus, sondern ich verbringe auch viel Zeit mit meiner Familie und Freunden.” Damit möglichst viele Menschen Hilfe finden, appelliert Gründerin Julia Maria Hautumn an die Löwen: “Wir glauben fest daran, gemeinsam sind wir weniger allein. Lasst uns eine starke Gemeinschaft bilden.” Für 400.000 Euro ist das Trio bereit, zehn Prozent ihrer Firmenanteile abzugeben. 

Avoocadoo aus Stuttgart


Markus (44) und Sajda Kindler (43) lieben Avocados und damit sind sie nicht allein. “Weltweit ist sie unglaublich populär, denn sie ist der Innbegriff für gesunde Ernährung”, so der Gründer. Sie ist reich an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren. Zum Frühstück wird sie gerne auf Toast verzehrt. Dazu die Avocado teilen, den Kern entfernen, in einer Schale zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone würzen. “Das ist allerdings recht aufwändig, nicht für unterwegs geeignet und auf Dauer etwas eintönig”, weiß Sajda Kindler aus eigener Erfahrung. Es gibt zwar unzählige Rezepte, aber bislang kaum ein Angebot für fertige Avocado-Produkte. Bis jetzt: Das Gründer-Paar möchte mit ihrem Startup Avoocadoo eine vielfältige Produktwelt erschaffen. Gestartet sind sie mit Bio-Smoothies in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen – sie sind vegan, kaltgepresst, ohne Hitze haltbar gemacht und ohne Zuckerzusatz. Aufgrund der positiven Resonanz möchten sie ihr Sortiment weiter ausbauen und präsentieren sechs weitere Prototypen von neuen Produkten. Für Kaffee- und Teeliebhaber haben sie kaltgebraute Avoccino, Avolatte oder Avochai kreiert. Außerdem gibt es Avocado-Desserts mit Kokos und Mandel und als Snack die Avocado-Fruchtdrops mit Avocado-, Mango- und Ingwer-Fruchtpüree. Weitere Produktentwicklungen hat das Gründer-Paar bereits in Vorbereitung. Ihr Ziel ist es nun, die Smoothies und ihre neue Produktpalette deutschlandweit im Handel zu platzieren. Dafür benötigen Markus und Sajda Kindler die Unterstützung einer Löwin oder eines Löwen und bieten für 150.000 Euro 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#Interview – “Messen waren beim Fundraising der Schlüssel zum Erfolg”

Das Berliner Startup myo, 2018 von Jasper Böckel gegründet, positioniert sich als Kommunikationsplattform für Pflegeheime. “Begonnen hat alles mit der Kommunikation zwischen Mitarbeitenden im Pflegeheim und den Angehörigen der Pflegebedürftigen. Wir haben dann nach und nach mehr Stakeholder, vom Wäschedienst, über die Apotheke bis hin zur Küche auf unsere Plattform geholt und damit komplexe Prozesse wie das Versenden von Rezepten per Fax oder das Bestellen von Essen mit Stift und Papier, vereinfacht”, sagt Gründer Böckel. 

TVM Capital Life Science (TVM), TWIP Impact Ventures (Twip) und Altinvestoren investierten zuletzt 10,5 Millionen Euro in myo. BonVenture, Baby Royal, Mountain Partners und Co. investierten zuvor zudem bereits rund 5 Millionen in das Unternehmen. Die Firma verfügt nach eigenen Angaben derzeit über “rund 400 Kunden im DACH-Raum sowie in Großbritannien”. “Wir machen mittlerweile siebenstellige Umsätze in Deutschland und England”, führt Böckel aus.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der myo-Gründer außerdem über Optimismus, Weitsicht und Smart Money.

Wie würdest Du Deiner Großmutter myo erklären?


Liebe Großmutter, wenn Du mal ins Pflegeheim kommen solltest, dann will ich weiterhin mit Dir und den Personen, die sich täglich um Dich kümmern, in Kontakt bleiben. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die Menschen, die dort arbeiten, so viel ihrer Zeit wie möglich mit Dir verbringen und sie nicht mit umständlichen administrativen Prozessen verschwenden. Deswegen suche ich für Dich eine Einrichtung, welche die myo App nutzt. Damit wird sämtliche Kommunikation der Mitarbeiter an einem Ort datenschutzkonform und effizient bündelt. 

War dies von Anfang an Euer Konzept?


Begonnen hat alles mit der Kommunikation zwischen Mitarbeitenden im Pflegeheim und den Angehörigen der Pflegebedürftigen. Es konnten mit Hilfe von Fotos, Videos oder Sprachnachrichten Einblicke in den Alltag gewährt oder schnell administrative Dinge geklärt werden. Häufig waren wir damals das erste digitale Produkt, das es in die tägliche Anwendung geschafft hat. Damit ist Vertrauen für das Thema Digitalisierung geschaffen worden und auch die Kundenstimmen wurden lauter, die immer mehr über unsere App abbilden wollten. Wir haben dann nach und nach mehr Stakeholder, vom externen Wäschedienst, über die Apotheke bis hin zur Küche oder Physiotherapeutin auf unsere Plattform geholt und damit komplexe Prozesse wie das Versenden von Rezepten per Fax oder das Bestellen von Essen mit Stift und Papier, vereinfacht. Das Konzept, irgendwann sämtliche Kommunikation rund um den Pflegebedürftigen an einem Ort zu bündeln, hat sich damit nie verändert, sondern nur erweitert. 

Zuletzt konntet Ihr über 10 Millionen einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?


Ich habe auf der LSX Konferenz in London eine Gesprächsanfrage an Sascha Berger, Partner von TVM Capital, geschickt und er hat zum Glück angenommen. Aus dem 20-minütigen Kennenlernen ist sieben Monate später das Investment entstanden. Ähnlich war es bei TWIP Impact Ventures, die ich bei einem Speed Dating Event auf der Bits and Pretzels in München kennengelernt habe. Nachdem Messen in der Vergangenheit keine Rolle in Sachen Fundraising für uns gespielt haben, waren sie diesmal der Schlüssel zum Erfolg. 

Wie hat sich myo seit der Gründung entwickelt?


Wir sind heute 25 Mitarbeitende und bedienen ungefähr 400 Kunden. Wir machen mittlerweile siebenstellige Umsätze in Deutschland und England. Unseren Markteintritt haben wir 2020 gewagt – seitdem sind wir jedes Jahr um mehr als 100 % gewachsen. Mehr als 30.000 Personen nutzen myo bereits und wir haben Schnittstellen zu marktführenden Dienstleistern.

Es herrscht derzeit weiter Krisenstimmung in der deutschen Startup-Szene. Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate?


Ich vermute, dass sich die Situation so schnell nicht ändern wird und neues Kapital weiterhin schwer zu bekommen ist. Gleichzeitig glaube ich, dass Optimismus und die Fähigkeit, Chancen in Krisen zu sehen, zwei wichtige Tugenden eines Unternehmers sind. Auch in der Pflege wird der Leidensdruck immer größer und mit ihm die Notwendigkeit für strukturellen Wandel. Ich schaue daher mit einer Mischung aus Spannung und Vorfreude auf das, was da kommt. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Die Liste ist ziemlich lang, ich versuche mal eine Sache hervorzuheben, die erstmal klein erscheint, aber riesige Implikationen hat: Die Entscheidung über unsere technische Architektur. Ich habe mich damals entschieden, unsere Software nativ auf allen drei Plattformen, Web, Android und iOS zu programmieren. Mir hat die Weitsicht für die Anforderungen an das Produkt und noch viel mehr für die rasante Entwicklung von Cross-Plattform Frameworks gefehlt. Was uns das an Zeit bei Teamaufbau und Geld gekostet hat, rechne ich mal lieber nicht aus. 

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?


Eine Sache, von der uns fast alle abgeraten haben, wir aber auf unseren eigenen Kopf und Bauch gehört haben, war die Wahl unseres ersten großen Investors. Entgegen jeder Ratschläge, haben wir uns für einen institutionellen strategischen Investor entschieden. Ich habe die Warnungen noch heute im Ohr: “Damit macht ihr euch komplett uninteressant für jeden VC in weiteren Runden”, “Der Exit geht jetzt nur noch an die und der Preis wird miserabel sein” und so weiter und so fort. Für uns war es ein absoluter Glücksgriff, da wir ein unendliches Spielfeld für Produkt-Tests hatten, den ersten Referenzkunden, Pricing-Diskussionen neben dem echten Budget von einem Pflegeheim führen konnten oder einen Crashkurs zum Thema Datenschutz bekamen. Gerade wo in der VC Landschaft gerne von Smart Money gesprochen wird, habe ich dort erfahren, was das wirklich bedeutet. 

Wo steht myo in einem Jahr?


Immer noch mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Neues Kapital birgt auch immer das Risiko, zu schnell zu viel zu wollen und strukturelle Probleme mit Headcount zu kompensieren. Die letzten Monate haben uns -und auch vielen anderen – die wichtige Lektion der Kapitaleffizienz gelehrt. Diese wird auch weiterhin hohe Priorität haben. Trotzdem wollen wir natürlich wachsen und dafür brauchen wir in jedem Department Unterstützung. Zum Ende des Jahres wird das dazu führen, dass wir uns knapp verdoppelt haben, sowohl beim Headcount als auch ARR. Wir sind unangefochtener Marktführer in unserem Segment und geben diese Position auch nicht mehr her – weder dieses noch irgendein anderes Jahr. 

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Foto (oben): myo / Miriam Klingl

#StartupTicker – +++ Neugründungen +++ Investments +++ Creditshelf +++ Wefox +++ Scaleups +++

#StartupTicker

#StartupTicker Es werden wieder mehr Startups gegründet Investments ziehen wieder an Teylor interessiert sich für Creditshelf So steht es um das Berliner InsurTech Wefox  Was Startups beim Wandel zum Scaleup beachten müssen

    Neugründungen     Investments     Creditshelf     Wefox     Scaleups

Montag, 22. April 2024VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 22. April)

#STARTUPTICKER

Neugründungen


Aufwärtstrend! In Deutschland werden wieder mehr Startups gegründet. Im ersten Quartal 2024 wurden in Deutschland 658 neue Startups gegründet und damit 17% mehr als im Quartal zuvor – dies geht aus einem brandneuen startupdetector report 2023/24 hervor. Fü2 2023 zählte startupdetector 2.558 Neugründungen in Deutschland – und somit 10 % weniger als im Jahr zuvor. “Die gründungsstärksten Branchen im Jahr 2023 waren Software (452), Medizin (276), Lebensmittel (183) und E-Commerce (159)”, heißt es im Bericht. Bei den verzeichneten Investment gibt es keine große Überraschung: 1.925 Finanzierungsrunden bedeuten im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 9 %. Spannend dabei: “In den Branchen Medizin, Energie und Umwelttechnologie gab es deutlich mehr Runden als im Vorjahr.” Mehr bei startupdetector

Investments


Und noch einmal gute Nachrichten: Im ersten Quartal 2024 gab es in Europa laut Dealroom-Erhebung (Europe Tech Update) wieder deutlich mehr Startup-Investments. “European startups raised $13.7 billion in VC funding in Q1 2024, a 5% increase on the same period last year”, heißt es in einer Presseaussendung. Die Erhebung liefert zudem auch Zahlen speziell für den deutschen Markt: “Germany’s total funding is up 16% compared to the same time last year and three German tech hubs were in the top 10 for Europe – Munich ($589.3M), Berlin ($554.3M) and Stuttgart ($271.3M). Though only 10 companies have raised funding in Stuttgart this year, two mega rounds helped push it to the top 10 – sustainable e-kerosene company Ineratec which raised $128M in Series B funding, and mobile power infrastructure company Instagrid which raised $96M in Series C funding.” Mehr übers Europe Tech Update

GoodBytz – Universitäten 


Jetzt auf deutsche-startups.de “Es hat sich für mich ausgezahlt, der eigenen Passion zu folgen” – sagt Hendrik Susemihl, Gründer GoodBytz  Universitäten müssen zu Ideen-Schmieden werden – ein Gastbeitrag von Jan Mittendorf

#LESENSWERT

Creditshelf – Teylor – Wefox


Das Schweizer FinTech Teylor interessiert sich für das insolvente Unternehmen Creditshelf (Finance Forward) So steht es um das Berliner InsurTech Wefox (Manager Magazin)   Was Startups beim Wandel zum Scaleup beachten müssen (Brutkasten)

#DEALMONITOR

Investments & Exits


Flink erhält weitere 100 Millionen Giano Capital stemmt großen Secondaries-Deal bei GetYourGuide Langdock sammelt 3 Millionen ein DocuWare übernimmt 468-Investment Natif.ai. Mehr im Deal-Monitor

#LESESTOFF

Helden werden in der Krise geboren


Spannender Lesestoff für Gründerinnen und Gründer! Seriengründer Holger G. Weiss, zuletzt mit German Autolabs unterwegs, liefert mit seinem Buch “Helden werden in der Krise geboren” einen wichtigen Grund gegen den allgemeinem Krisentrend. Inhaltlich geht es darum, wie “man über sich hinauswächst und sein Startup durch schwierige Zeiten bringt”. Das Mott dabei lautet: “Superheld*innen geben niemals auf!” Jetzt bei amazon bestellen

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3 

#DealMonitor – Pliant erhält 18 Millionen – Centrifuge streicht 15 Millionen ein – VetVise sammelt siebenstellige Summe ein

#DealMonitor

#DealMonitor Pliant erhält 18 Millionen Centrifuge streicht 15 Millionen ein VetVise sammelt siebenstellige Summe ein mytalents.ai bekommt sechsstellige Summe

Pliant erhält 18 Millionen – Centrifuge streicht 15 Millionen ein – VetVise sammelt siebenstellige Summe ein

Mittwoch, 17. April 2024VonTeam

Im #DealMonitor für den 17. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Pliant


 PayPal Ventures, SBI Investment, Motive Ventures und Alstin Capital investieren 18 Millionen Euro in Pliant. “This brings Pliant’s total Series A financing to more than €50 million”, teilt das Unternehmen mit. Das Berliner FinTech, das 2021 von Malte Rau und Fabian Terner gegründet wurde, setzt auf Firmenkreditkarten. Molten Ventures, SBI Investment, Alstin Capital und Motive Ventures investierten zuletzt 8 Millionen Euro in das Fintech. Davor flossen 28 Millionen US-Dollar in Pliant. Insgesamt sammelte das Unternehmen nun schon rund 70 Millionen Euro ein. “Pliant will now pursue expansion outside the EU for the first time, starting with the UK”, heißt es in einer Presseaussendung. PayPal Ventures investierte zuletzt bereits in das Kölner FinTech bezahl.deMehr über Pliant

Centrifuge


 ParaFi Capital, Greenfield, Arrington Capital, Bloccelerate, Borderless Capital, Circle Ventures, Edessa Capital, Gnosis, IOSG Ventures, Modular Capital, ProtoCap, Re7 Capital, Scytale Digital, Skynet Trading, Stake Capital, The Spartan Group, TRGC und Wintermute Ventures investieren 15 Millionen US-Dollar in Centrifuge. Beim FinTech aus Zug, 2017 von Lucas Vogelsang und Martin Quensel in Berlin gegründet, dreht sich alles um das Trendthema Decentralized Finance (DeFi). “This strategic investment will help fuel the company’s mission to drive widespread adoption of institutional DeFi”, teilt das Team mit. Coinbase, BlockTower Capital und Co. investierten zuletzt 4 Millionen US-Dollar in Centrifuge. Mehr über Centrifuge 

VetVise


Das Unternehmen LV digital, ein Ableger vom Landwirtschaftsverlag, investiert eine siebenstellige Summe in VetVise. “Neben weiteren Business Angels ist die LV digital nun einer der Hauptinvestoren von VetVise”, heißt es in einer Presseaussendung. Das Unternehmen aus Hannover, 2020 von gegründet, entwickelt “KI- basierten Lösungen für das Stallmonitoring bei Geflügel und Schweinen”.

mytalents.ai


Die Altinvestoren Ben Ruschin, Michael Kamleitner, Florian Haas, A&S Investment und Kambis Kohansal investieren eine sechsstellige Summe in mytalents.ai. Das Startup aus Wien, 2023 von Florian Hasibar und Fabian Hemmerich gegründet, möchte Unternehmen helfen, ihre Mitarbeitenden in Sachen KI fit zu machen. Dafür bietet das EdTech Video-Kurse zu Themen wie Marketing, Vertrieb und Finance an. Derzeit nutzen 40 B2B-Kunden das Angebot von mytalents.ai. Mehr über mytalents.ai

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Foto (oben): azrael74

#DHDL – Pee & Bob: Wenn Gründerin und Investor Fans voneinander sind

Gerade in der letzten Zeit hört man immer wieder von Fällen, in denen Investoren unmögliche Verhandlungstaktiken an den Tag legen, um die Bewertung so weit es nur geht zu drücken. Zuvor waren es eher die Gründerteams, die gerne einmal mit der erzielten Bewertung ihr Ego pushten. Doch sinnvoll, um damit eine langfristige Zusammenarbeit zu starten, ist weder das einige noch das andere. Anna Wirsching von Pee & Bob zeigte in “Die Höhle der Löwen”, wie man von vornherein einen ganz anderen Ton anschlägt.

Löwen wie Zuschauer merkten es wohl schon nach den ersten Sätzen: hier stand eine ganz besondere Gründerin vor ihnen. Eine, die für ihr Produkt brannte, die Spaß am präsentieren und verkaufen hatte – und die sich überhaupt nicht verstellen musste, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen.

Schon nach dem Pitch hagelte es Lob, da Gründerin Anna ihren Vortrag mit soviel Freude und Elan hielt, dass alle fünf Löwen selbst mit um die Wette strahlten.

Dabei war das Thema ihres Startups gar nicht mal eines, bei dem man große Begeisterungsstürme erwarten dürfte: Pee & Bob steht für ein mobiles Kinder-Töpfchen, so dass es in Zukunft für Eltern viel einfacher wird, wenn die Kleinen unterwegs plötzlich dringend ihr großes Geschäft erledigen müssen.

Denn dass das ein Problem darstellt, wird von allen Löwen bestätigt, schließlich haben sie selbst Kinder und die von der Gründerin beschriebene Situation alle schon einmal durchgemacht. Doch mit Pee & Bob soll das Geschichte sein: das Grundgestell ist schnell aufgebaut, hinein kommt eine Plastiktüte mit speziellem Saugkern, und anschließend lässt sich das so abgepackte Geschäft einfach und sauber im nächsten Mülleimer verstauen. Das Gestell selbst ist dann schnell wieder zusammengepackt und platzsparend verstaut.

Und dafür hagelt es Begeisterungsstürme? Ja, aber die gelten vor allem Gründerin Anna. Nicht nur den Pitch meistert sie mit einer sagenhaften Ausstrahlung, auch auf alle Fragen hat sie eine Antwort und immer wieder strahlt die Begeisterung für ihr Produkt durch.

Kein Löwe verliert ein schlechtes Wort, trotzdem steigt Nils Glagau aus, weil ihn die Gründerin zwar umhaut, das Produkt aber anscheinend doch nicht so seins ist. Auch Tillmann Schulz ist begeistert von ihr, kann aber nicht so sehr helfen, wie er gerne möchte.

Was viele jedoch überraschen dürfte: Carsten Maschmeyer, der sonst eher an den Tech- und Gesundheitsthemen der nächsten Generation interessiert ist, sagt erst einmal nicht ab, sondern betont, dass bei ihm die Gründer immer vor dem Produkt kommen. Erst nachdem es zwei Angebote gibt, verabschiedet auch er sich. Hätte er es etwa nicht so weit kommen lassen wollen, die begeisternde Gründerin ohne Deal aus der Höhle zu lassen?

Doch das muss er nicht, denn Dagmar Wöhrl eröffnet das Bieten, und zwar genau mit dem Deal, den die Gründerin sich gewünscht hat: 30.000 € für 10%. Ralf Dümmel schließt sich an, betont aber, dass er mindestens 20% braucht, damit das Investment für ihn Sinn macht. Das hat man schon häufiger von ihm in der Höhle gehört. Bemerkenswert ist jedoch, dass er gleichzeitig – völlig ohne weitere Verhandlung – die Investitionssumme anhebt, so dass auch bei seinem Deal die Bewertung 300.000 € beträgt: Er bietet ganze 60.000 € für die gewünschten 20%.

Dagmar Wöhrl zieht anschließend gleich und lässt die Gründerin sogar auswählen, ob sie den ursprünglichen Deal oder den gleichen Deal wie von Ralf Dümmel angeboten mit ihr eingehen möchte.

Doch was genau könnte der Grund für das Verhalten der Löwen sein? Mangelnde Lust zu verhandeln? Ja und nein. Kein Investor verzichtet wohl einfach aus einer Laune heraus aufs Verhandeln.

Doch was Gründerin Anna hier geschafft hat, ist etwas ganz Besonderes: sie hat den Investoren durch ihre herausragende Persönlichkeit einfach unglaublich viel Lust darauf gemacht, mit Ihr zusammenzuarbeiten. Sie steht zwar noch relativ am Anfang, ruft aber auch eine sehr faire Bewertung auf. Das signalisiert Investoren auch, dass sie sich der Phase, in der ihr Unternehmen gerade steckt, bewusst ist, aber auch des Wertes der Investoren, und mit ihnen zusammen weiter nach vorne kommen will.

Sie reißt mit, ohne künstliches Storytelling, begeistert, ohne übertriebene Visionen aufzumalen. Man glaubt ihr einfach, was sie erzählt, glaubt ihr ihre Stories und ihre Visionen bis zum letzten Wort. Und eine solche Begeisterung, aber auch eine solche Nahbarkeit können jegliches Gefälle zwischen Gründer:innen und Investoren verhindern. So kann es passieren, dass schon längst über Strategien und nächste Schritte gesprochen wird, wo andere noch um die letzten Prozente feilschen.

Das ist nicht nur angenehmer, sondern lenkt die Energie in die richtige Richtung: alles fließt von Anfang an in das Wachstum des Unternehmens. Denn schließlich will man noch lange erfolgreich zusammenarbeiten, und nur die wenigsten richtig erfolgreichen Partnerschaften beginnen mit einem Gegeneinander.

Die Gründerin hält in diesem Fall zwar noch Rücksprache mit ihrem Mann, der sich anscheinend eher an den Zahlen festklammert, entscheidet sich aber schließlich doch für Ralf Dümmel, denn von ihm ist sie wohl schon immer ein Fan. Er freut und betitelt sich selbst als “Anna-Fan” bei der anschließenden Umarmung.

Einen passenderen Abschluss hätte dieser Fall wohl nicht bekommen können: denn Gründer:innen und Investoren müssen nicht Gegner sein, so lange sie noch verhandeln. Sie können auch als gegenseitige Fans von vornherein eine gute Zusammenarbeit starten.

Die Höhle der Löwen – Vom Pitch zum Deal

Startup-Expertin Ruth Cremer (die für uns regelmäßig über die Gründer-Show schreibt) berät in “Die Höhle der Löwen”, Gründer*innen bei der Vorbereitung auf ihren großen Auftritt. In ihrem Buch nimmt sie alle, die sich für die faszinierende Welt der Startups interessieren, selbst gründen wollen oder überlegen, erstmals zu investieren, mit hinter die Kulissen der erfolgreichen TV-Show. Sie zeigt, worauf es bei einem Pitch ankommt, entschlüsselt die Codes von Investoren und verrät, wie man vor ihnen besteht..


Ruth Cremer: “Die Höhle der Löwen – Vom Pitch zum Deal”, Goldmann, 336 Seiten, ab 12,99 Euro. Jetzt bei amazon.de bestellen

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

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