Anker Powerhouse 767 im Test

Ich konnte seit ihrem Erscheinen die Anker Powerhouse 767 testen. Ein Powerstation (bei Anker heißt es eben Powerhouse) ist ein tragbares Ladegerät, das in erster Linie dazu verwendet wird, elektronische Geräte unterwegs aufzuladen. Es kann entweder über ein herkömmliches Steckernetzteil oder mithilfe von Solarpaneelen aufgeladen werden.

Solarpaneele sind Photovoltaik-Module, die Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln. Wenn eine Powerstation mit Solarpaneelen betrieben wird, kann sie in Gebieten eingesetzt werden, in denen kein Zugang zu einer Steckdose besteht, wodurch sie besonders nützlich für Outdoor-Aktivitäten und Notfälle ist.

Seit einiger Zeit machen sich auch hierzulande die Hersteller (unter anderem Ecoflow, Anker, Jackery, Bluetti und x andere) breit und sind auch sehr fleißig, was die Vermarktung ihrer Produkte angeht. Hatte man es früher nur auf Menschen abgesehen, die solche leistungsstarken Kisten im Alltag benötigen, so adressiert man – subjektiv empfunden – heute alle, denn der nächste andauernde Stromausfall könnte ja kommen. Mir geht es da nur um das reine Gerät dahinter, nicht die Philosophie oder die möglichen Anwendungszwecke wie das Camping, den Einsatz auf der Baustelle oder im selbstgebauten Weltuntergangsbunker aus Alufolie.

Wenn man ehrlich ist: Grundsätzlich günstig sind alle Lösungen dieser Art nicht, von keinem Anbieter. Auch mit Solar-Panel wird es schwer, die Anschaffung zu amortisieren. Aber wie gesagt – das muss jeder Interessierte selbst wissen.

Der Preis vorab: Kauft man nicht im Angebot, dann ist man bei Ankers Powerhouse 767 mit 2.699 Euro dabei. Solarpanels müsste man noch zusätzlich käuflich erwerben, ebenfalls nicht ganz günstig, diese Biester. Was bietet Anker für diese Summe? Als Akku-Technologie (mit GaNPrime zum Schonen der Akkus) setzt Anker auch hier auf LiFePO4, womit bis zu 3.000 Ladezyklen drin sein sollen, bis die ersten Abnutzungserscheinungen zu spüren sind. Eine Zusatzbatterie lässt sich für einen Preis von 1.699 Euro ankoppeln. 5 Jahre Garantie gibt Anker dem PowerHouse 767 mit.

Als Anschlüsse stehen zur Verfügung:

  • 3x USB-C mit je 100 Watt
  • 2x USB-A mit jeweils 12 Watt
  • 2x Auto-Anschlüsse mit je 120 Watt (echt eine Besonderheit, dass die nicht parallel sind)
  • 3x EU-Stromstecker mit insgesamt 2.300 Watt Gesamtleistung

Als Besonderheit darf man sicher erwähnen, dass die Anker Powerhouse 767 gesamt 2.048 Wattstunden bietet, das ist also derzeit Ankers leistungsstärkstes Gerät. Ankers PowerHouse 767 kommt auch aus diesem Grunde (und aufgrund der LiFePo4-Akkus) auf knapp 30 Kilo Gewicht, die möchte man da sicherlich nicht mit sich herumtragen. Aus diesem Grunde ist wie bei einem Trolley die Möglichkeit vorhanden, einen Griff auszuziehen, um die 767 wiederum hinter sich herzuziehen – und ja, auch Rollen sind drunter.

Grundsätzlich zum ersten Eindruck: Ankers Powerhouse 767 wirkt farblich schlicht, sehr robust – und den herausziehbaren Griff fand ich bereits nach wenigen Augenblicken extrem praktisch, denn man will die Anker Powerhouse 767 sicherlich nicht dauernd von A nach B tragen. Die Rollen sind leise und leichtgängig.

Was mich bei den Geräten von Anker erst verwirrte: Sie lassen sich nicht klassisch ausschalten, sondern sind eigentlich immer auf Abruf. Da ich bereits ein anderes Modell von Anker testete, kann ich sagen, dass ich da eigentlich keinen Verlust bemerkte. Der Vorteil soll auf der Hand liegen, die Geräte sind quasi immer direkt auf Zuruf da, zumindest bei den USB-Anschlüssen. Die EU-Stromstecker haben einen separaten Anschalter.

Die Anschlüsse von USB- und Euro-Steckern liegen offen, der Rest hat einen Schutz davor. Die Anker Powerhouse 767 hat auch eine Lampe, die sich in drei Stufen regeln lässt. Sie bietet warmweißes Licht. Die Lampe selbst lässt sich auch über eine App steuern. Nutzer können sie auch auf den SOS-Modus einstellen, der ein Blinken auslöst. Dieses Licht zieht ungefähr 4 bis 5 Wh aus dem Gerät, wenn es auf die hellste Stufe gestellt wird.

Jene App gibt euch unterschiedliche Insights eures Gerätes aus. Verbunden wird die Powerhouse über Bluetooth, man kann ein Konto anlegen, muss dies aber nicht. In der App selbst sieht man, was derzeit so angeschlossen ist und was verbraucht wird. Laut meiner Messungen ist dies auch ziemlich genau, was so angezeigt wird – also in der App und auf dem Display der 767 (das Display der Anker PowerHouse 767 ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut zu erkennen).

Mit einer Kapazität von 2.048 Wh und einer AC-Leistung von 2.300 W kann das Gerät die meisten eurer Geräte mit Strom versorgen. Man sollte natürlich bedenken, was man anschließen will. Ich habe die Powerhouse mit Wasserkocher, Kühlschrank, Haartrockner, Bohrmaschine, Toaster, Laptop und Ventilator ausprobiert – problemlos. Aber: nicht parallel. Die 767 hat keinen Booster-Modus für „mal eben ein paar Minuten mehr Watt“ (surrt kurz über 2.300 Watt und drosselt dann wieder runter), des Weiteren muss man clever denken, wie viel die eigenen Geräte verbrauchen.

Rechenbeispiel: Der Stromspeicher bietet 2.048 Wh Lithium-Batteriekapazität. Angenommen, die Leistungsaufnahme eines Verbrauchers liegt bei 60 Watt. Die meisten Hersteller geben einen Faktor von rund 0,85 an (Anker im konkreten Fall rund 0,9). 2.048 Wh * 0,85 : 60 Watt = rund 19 Stunden. Da müsst ihr natürlich schauen, denn 60 Watt sind nun nicht viel.

Wer da mit einem Föhn loslegen will – oder gar einem Heizlüfter, der wird sehen, wie schnell die Ladung einer Powerstation zur Neige gehen kann. Da reicht der Blick zum schlimmen Elektrogrill mit 800 Watt aufwärts. Da ist nach knapp 2 Stunden Feierabend. Das sind natürlich nur Extrembeispiele, denn ein Camping-Kühlschrank ballert meistens nicht durchgängig, sondern in einigen Intervallen. Wichtig ist auch bei der Anker Powerhouse 767: Ladet ihr am Stromnetz auf, dann packt ihr mehr rein als ihr am Ende rausbekommt. Typische Verlustleistung solcher Akkus.

Aufladen? Entweder über Solarpanels (bis zu 5x 200 Watt) oder klassisch an der Steckdose (dauert rund 90 Minuten). Der Solareingang unterstützt ein 11-60-V-Solarladegerät mit einem XT-60-Anschluss. Verwenden Besitzer ein 11-32V-Ladegerät, beträgt die max. Stromstärke 10A, ein 32-60V-Ladegerät unterstützt max. 20A. Falls da also jemand im LKW laden möchte. Anker empfiehlt Anker 531 Solarpaneele (200 W) zu nutzen. Beim Aufladen surren die Lüfter recht laut. In der App könnt ihr aber auch ein „Leises Laden“ Einstellen, dann wird jedoch auch mit weniger Watt aufgeladen. Beim Verbrauch selbst bekommt ihr überraschenderweise nicht wirklich etwas vom Lüfter mit, es sei denn, ihr habt einen 1.000-Watt -Verbraucher dran (hier mal 1.750 Watt im Hörtest). Ankers Lüftersteuerung ist dahingehend gut gelungen.

Unterm Strich: Kostspielig, aber gut gelungen. Anker bietet hier eine robuste, gut verarbeitete und gut gelungene Lösung für viele Fallbeispiele an. Im Test lieferte die Anker Powerhouse 767 stabile Leistung im Rahmen der angegebenen Werte. Der ausziehbare Griff und die Rollen sind ein Mehrwert, ebenso die Tatsache, dass die Lüfter nicht dauerhaft Vollgas geben, sondern nur bei hoher Leistung und auch nur dann.

Dennoch bleibt mit Blick auf den Anschaffungspreis zu sagen: Augen auf, Anker nimmt seine Geräte oft ins Angebot oder bietet Bundles günstiger an. Wer in diesem Preis-Leistungsgefilde schaut, wird derzeit kaum Besseres finden.

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NHL 23 angespielt – Ein lohnenswertes Upgrade?

Der Herbst hat uns nun schon eine Weile im Griff und die Jahreszeit bringt nicht nur mieseres Wetter mit sich. Für Fans der Sportspiele von EA bedeuten die bunten Blätter der Bäume draußen auch gleichzeitig mehr potenzielle Zeittotschläger für drinnen. Etwas nach FIFA erscheint da nämlich auch das Eishockey-Spiel NHL, das in diesem Jahr den Namenszusatz 23 erhält. Wer EAs Strategie kennt, der weiß, dass man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht viel Neues serviert bekommt und eine Menge Recycling vorzufinden ist. So viel vorweg: Auch in diesem Jahr ist das so. Doch lasst uns etwas weiter vorn beginnen.

Wer meinen Test zu NHL 22 gelesen hat, der weiß, dass EA letztes Jahr von der Ignite auf die Frostbite Engine gewechselt ist und damit grafisch einige Verbesserungen einhergingen. In diesem Jahr ist NHL 23 auch wieder der Vorgänger, mit ein paar wenigen Tweaks, die unter anderem auch in der Grafik zu finden sind. Dieses Jahr nutzt das Spiel beispielsweise erstmalig die volle Power der aktuellen Konsolengeneration. Sah der Vorgänger schon gut aus, ist das hier noch einmal einen Tick besser. Vor allem das Eis sieht um einiges besser und realistischer aus. Die Präsentation an sich wurde auch weiter aufpoliert, das kann EA ja schon lange ziemlich gut. So gibt es mittlerweile neue Overlays auf dem Eis, die bei Team-Intros genutzt werden, die Zuschauer wirken nun realistischer und reagieren auf die Szenen auf dem Eis und machen das Ganze noch etwas authentischer.

In Bezug auf die Spiele-Modi wird man keine Neuerungen vorfinden. Der „Rollenspiel“-Teil Be a Pro ist genauso mit dabei wie World of Chel, Franchise und natürlich Hockey Ultimate Team, was wieder auf den üblichen Mikrotransaktionen beruht. Während Be a Pro im Single Player ganz amüsant ist, aber nicht wirklich viel Tiefe mitbringt, bringt World of Chel nach wie vor etwas Frische ins Spiel mit seinem Online-Multiplayer. War aber auch schon in NHL 22 so. An Hockey Ultimate Team verdient EA sicher wieder eine Menge, da der Spieler wieder zum Karten sammeln animiert wird und dafür natürlich Geld ausgibt. Muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn ihr NHL 22 gespielt habt, werdet ihr kaum Unterschiede feststellen, denn es sind die Feinheiten, die hier verbessert wurden. Unter anderem machen sich so Dinge wie das sogenannte „Last Chance Puck Movement“ bemerkbar. Mit diesem Feature gibt man euch die Möglichkeit per besonderen Move den Puck noch so umzulenken, dass er ins Netz fliegt. Das Problem dabei: Man hat diese Momente im Spiel aber relativ selten bis nie, sodass da relativ schnell die Luft raus ist. Ich persönlich hab es noch gar nicht aufs Eis gebracht, obwohl ich auch schon ein paar Stunden auf der Spieluhr habe. Auf der anderen Seite kann man so ein Feature auch nicht so einstellen, dass es andauernd passiert. NHL ist zwar keine „echte Simulation“, aber eben auch kein Arcade-Monster, wo man solche Dinger öfter zu Gesicht bekommt.

Verbesserungen gibt es auch bei dem X-Factor-Feature, das Spielern ein paar besondere Fähigkeiten gibt. Neu sind hier Skilled Up und Relentless. Mit dem Erstgenannten kann man einen besonderen Move mit dem Puck ums Netz machen, der aus dem Lacross-Sport kommt. Relentless ist dagegen gut, wenn man aus der Balance kommt und noch einen Pass oder Schuss absetzen möchte. Die Spieler bewegen sich auf Wunsch nun auch etwas geordneter nach der Strategie. Ansonsten gibt es aber während des Spiels kaum fühlbare Unterschiede. Im direkten Vergleich würde ich behaupten wollen, dass mir das Passen besser von der Hand geht, das war bei den Vorgängern nicht immer so. Da flog die kleine Scheibe öfter mal ins Leere. Bis auf das gibt es nichts Neues auf dem virtuellen Eis. Zumindest spielerisch.

EA führt mit NHL 23 zum ersten Mal auch Frauen auf dem rutschigen Untergrund in eurem Bildschirm. Sarah Nurse hatte es ja schon zusammen mit Trevor Zegras aufs Cover des Spiels geschafft und mit ein paar Frauen könnt ihr euch in HUT (Hockey Ultimate Team) auch ein Mixed-Team zusammenbasteln. Wer spielerische Unterschiede zwischen Männern und Frauen erwartet, wird hier keine vorfinden. Ist vollkommen Wurst, ob ihr einen Spieler oder eine Spielerin steuert.

Ein Feature, was es aktuell noch nicht gibt (zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels), ist das Cross-Plattform Matchmaking. Damit könnt ihr dann auch plattformübergreifend gegen andere Spieler antreten. Der erste Patch dazu soll wohl am 17. November herausgegeben werden.

Macht all das genannte meiner Meinung nach ein Upgrade sinnvoll? Wenn ihr mit NHL 22 unterwegs seid, dann sicher nicht. Es sei denn, all eure Freunde sind auch drauf und dran, den neuen Titel nachzuladen. Ansonsten bleibt ihr besser bei 22 und wartet noch ein Jahr. Alle, die noch mit 21 oder älter unterwegs sind, können sicher von der besseren Grafik und den aufsummierten kleineren Änderungen profitieren. NHL 23 macht nach wie vor eine Menge Spaß, aber bei über 70 Euro für den Titel überlegt man sich das sicher noch ein Mal.

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Xiaomi F2 Fire TV: 43 Zoll-Modell des preiswerten Fernsehers ausprobiert

Xiaomi hat vor einiger Zeit neue Smart-TVs angekündigt, die direkt mit einem eingebauten Fire TV von Amazon ausgestattet sind. Das Modell hört auf den Namen Xiaomi F2 und ist in den Größen 43, 50 und 55 Zoll erhältlich. Als Alexa-Nutzer weiß man somit direkt, was einen in puncto Oberfläche erwartet. Ich habe mir das 43-Zoll-Modell mal etwas näher angeschaut. Ich muss direkt dazu sagen, dass ich keinen „normalen“ TV-Anschluss mehr in meinem Haus habe. Weder eine Satelliten-Schüssel, noch ein Kabelanschluss liegen bei mir an. Bei uns läuft alles über die Mediatheken, YouTube, Netflix, Disney oder Apple TV . Daher werdet ihr hier in diesem Erfahrungsbericht den Teil mit dem linearen Teil und Senderlisten hin- und herschieben vermissen. Das vielleicht gleich vorweg.

Bevor wir zu den Spezifikationen kommen, lasst uns einen Blick in die Kiste werfen. Dort findet ihr natürlich den Fernseher, eine Fernbedienung, die Standfüße, einen Beutel voller Schrauben, das Netzkabel, eine Garantiekarte und das Benutzerhandbuch. Wie üblich muss der Fernseher erst betriebsbereit gemacht werden. Wer das Gerät an eine Halterung schrauben möchte, kann das auch hier ohne Probleme tun (300 x 300 mm). Das Anschrauben der Füße kann man sich in diesem Fall sparen, ich habe das aber erledigt. Ist in wenigen Minuten getan.

Dann steht das gute Stück vor einem und sieht aus ausgeschaltet nicht so übel aus. Das Display ist links, rechts und oben nur von einem sehr dünnen Rand umgeben. Lediglich unten sieht man etwas mehr davon. Mit Sockel misst der Fernseher 957,2 x 241,4 x 607,1 mm, für die Größe und heutige Verhältnisse so kompakt wie eben möglich. Auf die Waage bringt das Gerät damit knapp 7 Kilogramm.

Die Verarbeitung des Gerätes geht vollkommen in Ordnung. Man findet keine unsauberen Kanten, Spaltmaße oder ähnliche Mängel. Der Mittelrahmen und die hintere Abdeckung sind aus Metall, während die Ständer aus Kunststoff sind. Anschlüsse gibt es am Rücken reichlich. Dort hat Xiaomi unter anderem einen optischen Ausgang, einen Netzwerkanschluss, zwei USB-2.0-Ports, Anschlüsse für Satellit und Antenne, vier HDMI-Anschlüsse (einer davon 2.1 mit eARC), einen AV IN und einen Kopfhöreranschluss platziert. An kabellosen Standards ist Bluetooth 5.0 und WLAN an Bord.

So viel zum Äußeren des Gerätes. Schaut man sich die Fernbedienung an, dann handelt es sich hierbei quasi um eine Fire-TV-Remote auf Doping. Hier finden sich die üblichen Tasten, ein Nummern-Block, separate Farb-Tasten und Buttons für den Schnellzugriff auf Prime Video, Netflix, Disney und weitere Apps.

Eingerichtet ist das Gerät sehr schnell und auch hier ist es sozusagen ein Fire TV, durch dessen Setup-Prozess man läuft. Gerät mit dem WLAN verbinden, eventuell ein Update machen, Amazon-Konto anlegen oder anmelden und das war es dann auch schon. Wer schon Fire-TV-Geräte zu Hause hat, kann seine Apps etc. wiederherstellen und startet nicht bei Null. Für Apple-Nutzer interessant und hilfreich: Der Fernseher kommt mit HomeKit und AirPlay und kann per HomeKit-Code innerhalb von einer Minute in das bestehende Smart Home eingebunden werden. Dann könnt ihr auch per Siri die Anschlüsse wählen und mehr.

Bereits bei der Einrichtung merkt man, dass der TV nicht schwach auf der Brust ist. Der MediaTek MT9020 mit seiner Quad A55 CPU und Mali G52 MP2 GPU läuft mit den vorhandenen 2 GB RAM und den 16 GB internen Speicher hervorragend. Während der Nutzung des Fernsehers konnte ich keinerlei Verzögerungen feststellen. Im Vergleich zu meinem Fire TV Stick ist das wirklich sehr erfreulich. Das geht alles verdammt fix. An Apps habt ihr hiermit Zugriff auf das komplette Alexa- und Amazon-Ökosystem. Wer sein Smart Home mit Amazon aufgebaut hat, schon mit Fire TV vertraut ist und darüber viel macht, wird sich über diesen Fernseher sehr freuen. Prinzipiell muss es hiermit kein zusätzlicher Stick oder separate Set-Top-Box sein, es sei denn, man möchte in den Apple-Kosmos und mehr als die App von Apple TV nutzen.

Alexa muss ich wahrscheinlich auch nicht besonders auswalzen. Der separate Mikrofon-Knopf auf der Remote lässt euch mit der virtuellen Assistentin sprechen, ihr könnt das Smart Home steuern, euch einen Spielfilm zeigen lassen, eine Serie starten, nach dem Wetter fragen und, und, und.

Kommen wir zum Display des Gerätes. Bei diesen handelt es sich um ein 4K-LCD-Panel mit der Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln, es ist leider nur ein 8-Bit-Display mit FRC und deckt 90 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab. Die Bildwiederholrate liegt bei 60 Hz, mehr bekommt man bei diesem Preis auch nicht. Informationen zur Helligkeit habe ich keine gefunden. Man laut Datenblatt zwar HLG und HDR10, aber das halte ich hier eher für einen Marketing-Gag. Die für echtes HDR notwendigen Helligkeitswerte schafft das Display meiner Meinung nach nicht. Im Vergleich zu einem normalen und einem HDR-Bild kann ich mit bloßem Auge zumindest keine deutliche Verbesserung feststellen. Aber das ist eben ein Fernseher für 400 Euro, muss man auch in Betracht ziehen.

Dennoch: Das Display sieht wirklich gut aus. Das Farbspektrum deckt man ordentlich ab und gibt die Farben auch naturgetreu wieder. Hier und da merkt man jedoch Abweichungen beim Weiß-Wert. Hier muss man etwas mit den Bildeinstellungen experimentieren. Wie üblich bei Displays in diesem Bereich hat man bei Bewegungen hier und da die übliche Schlieren-Bildung, die man auch über Optionen nicht herausbekommt. Schärfe und Co. sind bei dem Fernseher aber gut. Auch das Gaming geht auf diesem Gerät gut. Das Input-Lag konnte ich zwar nicht messen, bei Spielen auf der Xbox fiel mir aber nichts wirklich Negatives auf. Das trifft auch auf den Ton zu, der ist durch das etwas resolutere Profil doch angenehm kräftig. Die zwei 12 Watt starken Lautsprecher sorgen für einen voluminösen Klang, der doch ordentlich detailreich ist. In diesem Segment sind einige Lautsprecher der Geräte teilweise gar nicht akzeptabel.

Was bleibt am Ende? Das Fazit zum Xiaomi Fire TV F2 fällt positiv aus. Für zwischen 350 und 400 Euro bekommt man hier ein Gerät, was eine ordentliche Leistung abliefert. Das Paket ist ziemlich komplett, natürlich muss man aber hier und da mit Abstrichen leben. Wer aber gerade ein Gerät sucht und das oben genannte Budget mitbringt, macht hiermit keinen Fehler.

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Das Samsung Galaxy Z Flip4 im Test

Trotz großer Beliebtheit starben klappbare Telefone irgendwann aus, da die ersten Telefone mit Touchscreens Einzug hielten. Nach zig eher katastrophalen Iterationen und Versuchen, ein flexibles biegsames Display mit allen anderen notwendigen Komponenten handlich zu vereinen, landeten wir am 25. August beim Samsung Galaxy Z Flip4, welches ich heute für euch teste.

Die Spezifikationen

Das 187 g schwere Smartphone kommt mit einem 6,7 Zoll großen Super-AMOLED-Panel mit FullHD -Auflösung von 2.640 x 1.080 Pixeln als Hauptdisplay daher. Das ist HDR10 zertifiziert und besitzt neben seiner Pixeldichte von 425 ppi eine variable Bildwiederholrate von 120 Hz. Laut Samsung kommt das Display auf eine Spitzenhelligkeit von 1.200 nits. Zusätzlich gönnt man uns ein separates AMOLED-Außendisplay mit 1,9 Zoll – jedoch einer geringeren Auflösung von 512 x 260 Pixeln, welche trotz allem in bemerkenswerten 302 ppi Pixeldichte münden.

Der Rahmen besteht aus Hochglanz-Aluminium, die Außenabdeckung aus rauem, gehärtetem Glas – welches sich extrem wertig anfühlt. Die Innenseite des Z Flip4 besteht zu Gunsten der Flexibilität hauptsächlich aus Plastik – eine zusätzliche Schutzfolie auf dem flexiblen AMOLED-Display um genau zu sein. Das zweite Display wird von Gorilla Glass Victus geschützt, das ebenfalls die Hauptkamera bedeckt.

Letztere bietet ein Dual-Kameragespann aus je 12 Megapixel, eine davon als 24-mm-Weitwinkel-Linse mit einer 1.8er-Blende und optischer Bildstabilisierung sowie Dual-Pixel-Autofokus. Die andere ist eine Ultra-Weitwinkel-Linse mit einer 2.2er-Blende. Videos bei bis zu 4K60, HDR10 , Panorama-Aufnahmen – alles dabei. Die 26-mm-Weitwinkel-Linse im Inneren hingegen kommt gerade mal auf 10 Megapixel bei einer 2.4er-Blende und stemmt maximal 30 Bilder pro Sekunde bei 4K-Aufnahmen.

In Samsungs neustem Klapp-Handy arbeitet ein Snapdragon 8 Gen 1. Dazu gesellen sich 8 GB Arbeitsspeicher und die Adreno 730 als GPU. Der interne Speicher beträgt wahlweise 128, 256 oder 512 GB. Ansonsten ist alles Übliche am Start: 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, induktives Laden bis 15 W, induktives Reverse Charging bei 4,5 W und natürlich USB Type-C (2.0). Android 12 in Form von Samsungs One UI 4.1 versteht sich von selbst. Das Ganze ist gemäß IPX8 wassergeschützt.

Die Specs:

  • Chipsatz: Qualcomm SM8475 Snapdragon 8 Gen 1 (4 nm)
  • CPU: Octa-core (1×3.19 GHz Cortex-X2 & 3×2.75 GHz Cortex-A710 & 4×1.80 GHz Cortex-A510)
  • GPU: Adreno 730
  • Hauptkamera: 12 MP, f/1.8, 24mm (wide), 1/1.76″, 1.8µm, Dual Pixel PDAF, OIS | 12 MP, f/2.2, 123? (ultrawide), 1.12µm
  • Selfiekamera: 10 MP, f/2.4, 26mm (wide), 1.22µm
  • Konnektivität: Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6, dual-band, Wi-Fi Direct, hotspot Bluetooth 5.2, A2DP, LE
  • Akku: Li-Po 3700 mAh
  • Dimensionen aufgeklappt: 165.2 x 71.9 x 6.9 mm
  • Gefaltet: 84.9 x 71.9 x 15.9-17.1 mm
  • Gewicht: 187 g
  • Preis (UVP): ab 1.099 Euro

Look & Feel

Da das Z Flip4 mein erstes Rodeo mit Foldables trifft es bei mir auf eine größere Begeisterungsfähigkeit, als bei jemandem, der vom Vorgänger kommt. Die Haptik ist top, das Gerät fühlt sich hochwertig an und das Auf- beziehungsweise Zuklappen könnte kaum befriedigender sein.Doch schnell wurden die äußerlichen Schwächen der Bauweise sichtbar: Im geschlossenen Zustand wird der Spalt zum Scharnier hin immer größer. Hier fällt direkt auf, dass das Gerät im Inneren einer Hosentasche als Fussel- und Staubfänger agiert. Nicht selten hatte ich den Drang, ein Mikrofasertuch mit mir herum zu schleppen, damit ich das Display nach dem Aufklappen abputzen konnte. Uncool.

Der Aluminium-Rahmen sorgt im aufgeklappten Zustand für ein viel zu glattes, schon fast rutschiges Gefühl. Grip sucht man vergeblich und letzten Endes wird sich vermutlich jeder eine entsprechende Hülle zum Flip4 kaufen müssen. Am meisten hat mich das offizielle Silikon-Cover von Samsung selbst angemacht, welches mit einem elastischen Stoffband in einem Neonkontrast daher kommt.

Das Band hat doppelten Nutzen: Man kann zum einen seine Finger dazwischen schieben, was dann den selben Effekt wie diese Handy-Ringe hat, die ich bisher lächerlich fand. Zum Anderen verdeckt es einen Großteil der Scharniere und bietet so nochmal Schutz. Alles schön und gut, aber um ehrlich zu sein, fand ich primär den Look erfrischend. Leider war die neuste Ausführung vergriffen, daher musste ich auf den Vorgänger zurückgreifen – der, bis auf einen leicht versetzten Blitz-Ausschnitt, wunderbar aufs Galaxy Z Flip4 passt.

Aufgeklappt strahlt einem ein kontrastreiches Super-AMOLED-Display entgegen: Die Farben sind knackig, Schwarz ist Schwarz und ein animiertes Wallpaper, das sich zum motorischen Vorgang bewegt, ist die Krönung – Begeisterung bei mir. Zumindest so lange, bis ich die Falz bemerkte – und ich meine nicht nur optisch. Der durch die Bauweise gegebene Knick in der Mitte des flexiblen AMOLED-Panels sieht nicht nur unschön aus, sondern ist bei jeder Wischbewegung spürbar.

Wem die Haptik wirklich wichtig ist, dürfte sich mit dem Flip4 auf Dauer schwer tun. Ein sicht- und spürbarer Knick im Display wirkt einfach auch irgendwie billig. Auch ärgerten mich die Staubpartikel, welche sich in der Ausbuchtung der Displayschutzfolie für die Selfiekamera sammelten. Laut Internet kann die Folie zwar entfernt werden, dient jedoch als zusätzlicher Schutz für das empfindliche Frontpanel. Angeblich soll sich die Folie irgendwann ohnehin von selbst lösen – in meinen paar Wochen mit dem Gerät habe ich davon allerdings nichts bemerkt.

Das Betriebssystem

Wie zu erwarten, leistet der Snapdragon 8 einiges. Man merkt, dass Samsung schon viele Jahre an OneUI arbeitet und so kann ich mich nicht über Version 4.1 beschweren. Im Gegenteil, man hat an manchen Stellen mitgedacht. So findet sich das nützliche Schnellmenü an der rechten Seite und sämtliche proprietären Apps aus dem eigenen Hause – also Nachrichten, Galerie, Kalender – ja selbst der verrufene Galaxy Store, wirken allesamt aufgeräumt und agieren flott.

Natürlich wurde das System um Funktionen rund um das Klapp-Handy selbst ergänzt: Man kann festlegen, wie sich Apps verhalten sollen, welche nicht von Haus für die geknickte Handhabe angepasst sind. Samsung nennt das Flex-Mode und bietet neben Multiwindow-Betrieb beispielsweise an, die untere Hälfte des Displays als Touchpad oder Mediensteuerung zu nutzen. Nettes Gimmick, welches ich in der Praxis aber nur einmal benutzt habe und zwar für diesen Test. Im Trailer zum Gerät wurde sogar gezeigt, dass auf diese Weise wie mit einem klassischen Camcorder Videos aufgenommen werden können – doch dafür hätte selbst ich mich auf offener Straße geschämt.

Der Fingerabdrucksensor ist beim Samsung Galaxy Z Flip4 in den Powerbutton integriert. Ganz natürlich nimmt man das Handy so in die Hand, dass der Daumen automatisch auf der Stelle liegt. So wird das Gerät zeitgleich auch entsperrt, was flott vonstattengeht. Google- beziehungsweise Samsung Pay funktioniert mit dem Gerät auch. Das Zahlen im zugeklappten Zustand hat leider nicht immer funktioniert, aufgeklappt aber schon. Das hat sich in der Praxis als umständlich herausgestellt, weil mobiles Bezahlen ja gerade den Vorteil hat, dass man nicht unbedingt zwei Hände dafür braucht.

Leider ist auch beim Z Flip4 nicht alles Gold, was glänzt: Gerade die Benachrichtigungen haben im Alltag zu Frust geführt. So ist mir bis heute unverständlich, wieso Notifications aus der Benachrichtigungsleiste sowie Badges auf den App-Symbolen selbst nur initial per Push hochgezählt – aber dann nach Prüfen der App nichtmehr zurückgesetzt werden. Man stelle sich folgende Situation vor: Auf Twitter liegen drei Benachrichtigungen – jeweils in der Notification-Bar und als eine kleine 3 auf dem Symbol selbst. Twitter wird geöffnet, die Nachrichten gecheckt und als man auf den Homescreen zurückkehrt bemerkt man: Sowohl Badges als auch Einträge in der Benachrichtigungsleiste sind noch da.

Um beides loszuwerden, müssen letztere gelöscht bzw. weggewischt werden. Das ist nur eins von vielen kleineren Dingen, die mich in meiner Zeit mit dem Galaxy Z Flip4 gestört haben. Natürlich kann das Gerät selbst nicht viel für die Software und in Summe bleibt das Paket stimmig – doch in Kombination mit der Unhandlichkeit hinterlässt das alles einen faden Beigeschmack.

Auch liegen die Lautstärketasten zwar einen Tick weiter unten als beim Vorgängermodell, allerdings sind die nicht das einzige, das nur schwer mit einer Hand erreichbar ist. Das gilt für beinahe sämtliche Elemente im oberen Bildschirmbereich. Gerade die Benachrichtigungsleiste lässt sich nur umständlich öffnen. Hierbei hilft manchen vielleicht die Funktion, entsprechende Gesten auf den Powerbutton zu lesen, der dann beim Herabwischen die Notification-Bar öffnet. Allerdings sorgte auch diese Funktion für Frust: Oftmals wurde diese Geste in Momenten erkannt, wo sie nicht an gedacht war. In Summe fühlt sich die Benutzererfahrung von Samsungs OneUI auf dem Galaxy Z Flip4 also noch unausgereift an.

Kamera

Aufgenommen mit der Hauptkamera

Die Kameras des Samsung-Klapphandys machten im Test einen soliden Eindruck. Natürlich kommen die zweimal 12 Megapixel in keiner Weise an die Monsterlinsen anderer Flaggschiffe heran – wie etwa die des Galaxy S22 Ultra. Allerdings sind sie alltagstauglich und bei guten Lichtverhältnissen können sich die Ergebnisse sehen lassen. Doch in dunkleren Umgebungen bricht die Bildqualität ein und es setzt sich das typische Netz aus Komprimierungsartefakten durch.

Immerhin taugt die optische Tiefenerkennung und konnte mich durchaus begeistern: Ein Foto schießen und im Anschluss virtuelle Unschärfe über den Hintergrund legen, ja sogar mit entsprechenden Studio- und Farbspielereien zu hantieren, das hat Spaß gemacht. Die Selfie-Kamera im Inneren ist kaum der Rede wert und liegt qualitativ beinahe hinter allem, das ich die letzten zwei Jahre benutzt habe.

Richtig cool hingegen ist zum einen der Umstand, dass man das Handy halb aufgeklappt für Gruppenfotos auf einem Tisch o. ä. abstellen kann. Zum anderen hilft der zweite Bildschirm auf der Außenseite, um entweder der zu fotografierenden Person oder Gruppe den Sucher zu zeigen – oder aber auch um schnell Selfies zu schießen. Entsprechend programmiert, reicht ein Doppeldruck auf die Powertaste, um die Außenkamera zu aktivieren, damit man im zugeklappten Zustand Selfies schießen kann. Natürlich inklusive Samsung-typischer Handgeste und Auslösen aus Distanz.

Fazit

In Summe ist das Samsung Galaxy Z Flip4 ausgereifter als der Vorgänger. Der Prozessor, auf den selbst das Flaggschiff S22 Ultra neidisch sein dürfte, macht viel aus und der größere Funktionsumfang für das externe Zusatzdisplay ist der klare USP – zumindest in meinen Augen.

Schade hingegen sind so manche Makel der Software sowie die nach wie vor spürbare Falte in der Bildschirmmitte. Besser wäre hier die Lösung der Konkurrenz Oppo gewesen: Bei deren Oppo Find N, welches hierzulande leider nicht verfügbar ist, wird das Display nicht geknickt, sondern in einem Hohlraum im Gehäuse in eine Tropfenform gebracht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Samsung sich diesen Kniff für die nächsten Releases abschauen wird – ich hoffe es sogar. Denn gerade die spürbare Falte, obgleich bei richtigem Winkel und im Alltag optisch weniger auffallend, gibt dem Ganzen ein recht billiges Look & Feel.

Verarbeitung und Hauptkameras überzeugen aber und wenn jemand auf etwas Neues aus ist, nach all der Uniformität quasi einen frischen Kick in Sachen Smartphones sucht, dürfte mit dem Samsung Galaxy Z Flip4 seinen Spaß haben.

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Razer Enki Pro im Test

Hier im Haus wird viel am Schreibtisch gesessen und gearbeitet, aber auch das eine oder andere Spiel gespielt. Die Industrie hat vor Jahren schon abgecheckt, wie sich Dinge verändern – und somit sind Gaming-Stühle mittlerweile an jeder Ecke und in jeder Preislage zu finden. Bei vielen dieser Stühle streiten sich die Leute. Denn wie schaut es da mit der Ergonomie aus? Wie bequem sitzt man? Was ist verbaut und was nicht? Die Wahrheit ist: Es gibt viel Schund da draußen – aber auch viele Gaming-Stühle, die ergonomischen Büroanforderungen entsprechen und somit eigentlich „nur“ gepimpte Bürostühle sind.

Ich habe in den letzten Wochen tatsächlich extrem gut gesessen, so viel vorab. Ich probiere derzeit den Razer Enki Pro aus. Razer spricht davon, dass Personen bis zu einem Gewicht von bis zu 136 Kilo auf dem Stuhl Platz nehmen können und dort den ganzen Tag Sitzkomfort genießen – damit dürfte man also ein breites Publikum erreichen.

Empfohlen werden Körpergrößen von 1,66 bis 2,04 Metern. Razer setzt auf einen Mix aus Kunstleder (EPU) und Alcantara für die Polster, während der Fuß aus Aluminium und der Rahmen aus Stahl ist. Razer verbaut im Enki Pro eine gepolsterte Rückenlehne mit 152° Verstellwinkel. 3 Jahre Garantie auf Mechanismus und bewegliche Teile (ohne Verschleiß) gibt’s von Razer. Mit rund 95 Kilo passe ich also sehr gut auf den Stuhl.

Laut Razer hat der Enki Pro Test-Standards wie BIFMA X5.1 sowie EN 1335-1 erfüllt. Durchaus erwähnenswerte Sachen, denn hiermit werden Bürostühle nach vorgegebenen Methoden getestet. Der Enki Pro ist quasi ein Bürostuhl im Gaming-Design. Ich hatte die schwarz-grüne Version im Test, der Stuhl ist meines Erachtens noch als dezent zu beschreiben und verfügt glücklicherweise über keine LED-Beleuchtung, die ja mittlerweile gerne verwendet wird. Beim Preis von rund 1.100 Euro mache ich mir Sorgen, dass der Mix aus Kunstleder (EPU) und Alcantara hält. In diesen Preisregionen bekommt man halt auch schon einmal echtes Leder geboten.

Nach dem ersten Probesitzen ging es an das Einstellen. Nachdem ich die Sitzhöhe für eine rechtwinklige Kniehaltung angepasst und die Rückenlehne fixiert, sowie die 4D-Armlehnen in Höhe und Abstand zur Sitzfläche optimiert hatte, war ich erst einmal nicht so geflasht. Das legte sich aber schnell. Tatsächlich saß ich Jahre auf einer günstigen Lösung ohne hohe Rückenlehne. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Die Sitzfläche lässt mich glücklicherweise nicht einsacken, sie ist aber auch nicht hart – sondern wirklich sehr bequem.

Was bei diesem Preis natürlich als Voraussetzung gesetzt sein dürfte: eine integrierte Lordosenstütze, die die Wirbelsäule entlastet. Bereits nach wenigen Tagen spürte ich, dass ich eine andere Sitzhaltung eingenommen habe. Nein, ich hatte vorher keine Probleme, saß aber schon recht eingesackt vor dem Rechner, was nun nicht mehr der Fall ist.

Hilfreich waren da tatsächlich die Armlehnen, die man nicht nur in der Höhe verstellen kann, sondern sie lassen sich auch horizontal, also im Winkel nach innen oder außen klappen, womit ich eine ideale Armablage beim Tippen habe.

Erwähnenswert ist vielleicht auch das mitgelieferte Kissen, welches als Kopfstütze fungieren kann. Das funktioniert magnetisch, konnte mir im Büroalltag aber keinen Mehrwert bieten – ganz im Gegenteil. Es drückte meinen Kopf so nervig nach vorne, dass ich in einer unzumutbaren Position saß. Mehrwert erzeugt das Kissen nur, wenn ihr eine ganz chillige Position einnehmt und euch extrem weit nach hinten lehnt. Dann werden der Kopf und der Hals tatsächlich gestützt, sodass ein anstrengungsfreier Blick auf einen TV oder Monitor nach vorne möglich ist.

Eine Empfehlung? Schwer zu sagen. Bei Alcantara mache ich mir etwas Sorgen, dass das in einigen Jahren nicht mehr so gut ausschaut, wie momentan. Leder ist da halt ein „dankbarerer“ Bezug. Und obwohl dieser Gaming-Stuhl vieles abdeckt, was auch ein guter Bürostuhl abdeckt: Die Preisgestaltung in dieser Branche ist teils nicht so gut überschaubar. Für 700 Euro gibt’s beispielsweise schon Lösungen von Interstuhl – den Backforce -, wenn man in der Gaming-Ecke bleiben möchte. Oder zum fast identischen Preis gibts dann auch mal Herman Miller, da nutzt André ja den Embody.

Abseits dessen: Auch mal stehen, nicht pausenlos sitzen, sich dehnen und bewegen. Ich weiß, kann nerven, muss man sich aber anerziehen und sich jeden Tag „zwingen“. Geht mir nicht anders.

In Stichpunkten:

  • noch dezente Optik
  • leichtgängige Rollen
  • laufruhig
  • auch für Leute mit mehr Gewicht
  • Kann 14 Tage getestet werden
  • Kein Leder
  • Keine verstellbare Lendenwirbelstütze
  • Wenig Anpassungsmöglichkeiten an den Körper
  • Nur 3 Jahre Garantie

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