#StartupTicker – +++ Augustus +++ Camunda +++ Unicorn +++ egora +++ Project Q +++ GLE360 +++ Christian Dürr +++

#StartupTicker

#StartupTicker  FinTech Augustus steigt zum Unicorn auf Grownup Camunda ist längst ein Unicorn egora kommt nach Pivot auf 5 Millionen (profitablen) Umsatz StartupsToWatch: Project Q Ex-FDP-Chef Christian Dürr geht zum E-Fuels-Startup GLE360

    Augustus     Camunda     Unicorn     egora     Project Q     GLE360     Christian Dürr

Mittwoch, 22. Juli 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 22. Juli).

#STARTUPLAND: NUR DER FRÜHE VOGEL SPART!

STARTUPLAND – one day, unlimited opportunities

Sichere Dir jetzt Deinen Platz in der STARTUPLAND-Community! Mit den Super-Early-Bird-Tickets kannst Du Dir Deinen Platz für unsere vierte STARTUPLAND Conference am 10. März 2027 in Köln zum günstigsten Preis sichern.

#STARTUPTICKER

Augustus

Ein (weiteres) transatlantisches Einhorn! Das deutsch-amerikanische FinTech Augustus steigt nur fünf Jahre nach seiner Gründung zum Unicorn auf und wird nun mit rund 1 Milliarde US-Dollar bewertet. Das Unternehmen, 2021 in München als Payment-Spezialist mit dem Namen Ivy gestartet, sicherte sich zuletzt eine US-Vollbanklizenz und positioniert sich nun als „erste Clearing-Bank für die AI-Ära“. Insgesamt flossen bereits rund 210 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Zu den Investoren der Jungfirma gehören unter anderem Tiger Global, Hummingbird, QED Investors, Valar Ventures, Creandum und 10xFounders. Das Team wandelte sich somit innerhalb weniger Jahre vom Payment-Spezialisten zur US-Clearingbank für Finanzinstitute – samt Milliardenbewertung. Mit Augustus (Berlin, New York), Proxima Fusion (München), Finn (München), Neura Robotics (Metzingen), Focused Energy (Darmstadt, Berlin, Austin, San Francisco), CMBLU (Alzenau), Dash0 (Solingen, New York), Stark (Berlin) und osapiens (Mannheim) stiegen in diesem Jahr bereits neun Grownups zum Einhorn aufMehr über Augustus

Camunda

Und jetzt ein heimliches Unicorn! Das Berliner Software-Unternehmen Camunda ist laut Handelsblatt bereits seit 2025 ein Unicorn und wird somit mehr als 1 Milliarde US-Dollar bewertet. Anders als viele andere Einhörner machte das Team daraus bislang aber kein großes Thema. Das Unternehmen, das bereits im Jahre 2008 von Jakob Freund und Bernd Rücker gegründet wurde, entwickelt eine Software zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Aktuell zählt das Team weltweit rund 700 Unternehmenskunden – darunter Audi, Deutsche Telekom, BNP Paribas und die NASA. Bereits 2024 erwirtschaftete Camunda mehr als 100 Millionen Euro wiederkehrenden Umsatz und peilt nun die Marke von 200 Millionen Euro an. Zu den Investoren von Camunda gehören insbesondere die bekannten Geldgeber Highland Europe und Insight Partners. In den vergangenen Jahren flossen mehr als 100 Millionen Euro in das Unternehmen. (Handelsblatt) Mehr über Camunda

egora

Unter dem Radar! Das 2021 gegründete Berliner FoodTech egora, das Catering und tägliche Mitarbeiterverpflegung für Firmen organisiert, steuert auf eine Annual Run Rate (ARR) in Höhe von 5 Millionen Euro zu. „Und das profitabel“, schreibt Gründer Johannes Manske (Ex-Fußball-Profi) auf Linkedin. Das nächste Ziel: 10 Millionen Euro Umsatz. Gelingen soll dies unter anderem durch die Expansion in weitere Städte, automatisierte Prozesse und den Ausbau des Daily-Meal-Angebots. Bemerkenswert: Das Unternehmen startete einst als lokaler Liefer-Marktplatz und fokussierte sich erst später auf das Catering-Segment. Gerade in diesem Markt sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Startups gescheitert oder wieder verschwunden – trotz investierter Millionensummen. Umso erstaunlicher ist es, das egora so sehr unter dem üblichen Szene-Radar fliegt. (Linkedin) Mehr über egora

Project Q

StartupsToWatch! Erst im Sommer 2025 sammelte das Münchner DefenseTech Project Q 7,5 Millionen Euro ein, jetzt folgte bereits eine 15-Millionen-Euro-Series A. Mit Hensoldt beteiligt sich dabei einer der wichtigsten deutschen Rüstungskonzerne am Unternehmen. Project Q, 2024 in München gegründet, entwickelt Software, die unterschiedlichste Systeme auf dem Gefechtsfeld miteinander vernetzt. Der rasche Sprung von der Seed- zur Series-A-Runde ist ein weiteres Beispiel für das derzeit enorme Tempo im europäischen DefenseTech-Segment. Wohin die Reise gehen kann, zeigten zuletzt Helsing (1,8 Milliarden US-Dollar Investment) und Quantum Systems (1,2 Milliarden US-Dollar Investment). Mehr über Project Q

GLE360Christian Dürr

Seitenwechsel! Der ehemalige FDP-Chef Christian Dürr wird Geschäftsführer des Münchner E-Fuel-Startups GLE360. Das 2024 gegründete Unternehmen möchte den internationalen Handel mit synthetischen Kraftstoffen vereinfachen. Der Wechsel überrascht wenig: Dürr setzte sich bereits als FDP-Politiker massiv für den Einsatz von E-Fuels ein. Nach Christian Lindners Aufschlag in der Startup-Szene-zieht es damit den nächsten prominenten FDP-Politiker in die Unternehmerwelt. Mehr über E-Fuels

Kyrok 

Das Berliner Startup Kyrok entwickelt ein KI-Betriebssystem für Supply Chains in der Pharma- und Chemieindustrie. Im Interview spricht Gründer Daniel Hofinger über 200 Kundeninterviews, die jüngste Millionenfinanzierung und den Aufbau des Unternehmens. Mehr über Kyrok

Startup-Radar

Die Startup-Welt schläft nie! Zeit, einen Blick auf einige brandneue Unternehmen zu werfen, die man unbedingt auf dem Radar haben sollte. Diese Jungfirmen stellen wir euch heute vor: KLAO, BodyWision, Yovo, nemedus und Tawo. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

SpaceTech deltaVision erhält 10,2 Millionen ClimateTech dsb sammelt 10 Millionen ein Omio erhält 10 Millionen Zalando investiert Millionen in Sereact beatsquares bekommt 2 Millionen Autodoc-Gründer kaufen Apollo raus. Mehr im Deal-Monitor

#JOBS

Mercedes-Benz

Unser Job des Tages! Mercedes-Benz Connectivity Services sucht einen Salesforce Developer Sales & Service Cloud (w/m/d). Life is always about becoming… Becoming means going on a journey to be the best version of our future selves. While we discover new things, we will face challenges, master them and grow beyond our individual limits.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen. Hier entlang zu unserer Jobbörse!

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

#Interview – „Wir versuchen nicht, Features zu entwickeln, die wir cool finden“

Das Hamburger Startup toern, 2023 von Alena Schneck und Jonas Zeuner gegründet, positioniert sich als „KI-gestützte Operating Platform, die Retourenprozesse automatisiert, Umsätze zurückgewinnt und Daten für Onlinehändler nutzbar macht“. 

Das Investoren-Netzwerk Venture League, Superangels sowie Business Angels wie Volker Rofalski, Arndt Brockmann, Jens Schumann und Martina Pfeifer investierten kürzlich 1 Million Euro in die Jungfirma, die ursprünglich auf einen Peer-to-Peer-Ansatz setzte.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Alena Schneck einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei toern.

Wie würdest Du Deiner Großmutter toern erklären?

Stell dir vor, du bestellst etwas aus dem Otto-Katalog – nur heute über das Internet. Wenn dir ein Kleidungsstück nicht gefällt oder nicht passt, schickst du es zurück. Früher lag oft ein Zettel im Paket, auf dem du angeben konntest, warum du etwas zurücksendest. Genau diesen Zettel haben wir digital gemacht. Mit toern können Kundinnen und Kunden ihre Retoure online anmelden. Alle Informationen landen direkt im System des Händlers. Dadurch weiß die Marke nicht nur, dass etwas zurückgeschickt wurde, sondern auch warum. War die Größe falsch? Hat die Farbe nicht gefallen? Sah das Produkt anders aus als erwartet? Gleichzeitig weiß das Lager schon vorab, welche Artikel auf dem Weg zurück sind, und viele Prozesse laufen automatisch. Sobald die Retoure angekommen ist, kann die Rückerstattung angestoßen werden, ohne dass jemand Daten von Hand übertragen muss. Kurz gesagt: Wir helfen Onlinehändlern dabei, Retouren einfacher abzuwickeln und aus jeder Rücksendung etwas zu lernen, damit sie ihre Produkte und ihren Service kontinuierlich verbessern können. 

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Nein, tatsächlich hat sich unser Geschäftsmodell seit der Gründung deutlich weiterentwickelt. Ursprünglich sind wir mit einem Peer-to-Peer-Ansatz gestartet. Unsere Idee war es, Retouren nachhaltiger zu gestalten, indem zurückgesendete Artikel nicht den Umweg über Lager und Fulfillment-Center nehmen müssen, sondern direkt an den nächsten Käufer weitergesendet werden können. Plattformen wie Vinted haben gezeigt, dass Second-Hand funktioniert, und Amazon hat bewiesen, dass Kunden bereit sind, Produkte direkt von unterschiedlichen Versendern zu erhalten. Deshalb waren wir überzeugt, dass dieses Modell auch für Marken spannend sein könnte. In den Gesprächen mit Händlern hat sich allerdings gezeigt, dass die Branche noch nicht so weit war, wie wir ursprünglich angenommen hatten. Viele Shops waren zwar offen für das Thema Nachhaltigkeit, hatten aber zunächst ganz andere Herausforderungen. Die Digitalisierung von Retourenprozessen war oft überraschend gering, viele Prozesse wurden noch manuell gehandhabt und vor allem wurden die Daten aus Retouren kaum ausgewertet. Interessanterweise kamen unsere potenziellen Kunden deshalb immer wieder mit einer anderen Anfrage auf uns zu. Sie wollten kein Peer-to-Peer-Netzwerk, sondern ein modernes Retourenportal mit Analytics-Funktion. Sie wollten verstehen, warum Kunden retournieren und wie sich Retouren reduzieren lassen. Daraufhin haben wir intensiv mit Kunden gesprochen, den Markt analysiert und festgestellt, dass dort ein enormes Potenzial liegt. Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir 2025 den Pivot vollzogen und toern zu einer KI-gestützten Operating Platform für Retourenmanagement weiterentwickelt. Rückblickend war das die wichtigste Entscheidung, die wir bisher getroffen haben.

Wie hat sich toern seit der Gründung entwickelt?

Wir sind heute ein Team von sieben Personen und wachsen kontinuierlich weiter. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir trotz unserer noch jungen Unternehmensgeschichte bereits mit bekannten Marken zusammenarbeiten. Zu unseren Kunden zählen unter anderem Saint Sass, ipuro und der 1. FC Köln. Operativ haben wir uns in den vergangenen zwei Jahren stark weiterentwickelt. Während wir ursprünglich ein einzelnes Nachhaltigkeitsproblem lösen wollten, unterstützen wir heute Händler dabei, ihren gesamten Retourenprozess zu digitalisieren, zu automatisieren und datengetrieben zu optimieren. Eine Kennzahl, die unsere Kunden besonders spannend finden: Im Durchschnitt können über unsere Plattform rund 20 Prozent der ursprünglich geplanten Rückerstattungen in alternative Lösungen wie Umtausch oder Gutscheine umgewandelt werden. Dadurch reduzieren Händler nicht nur Kosten, sondern generieren zusätzliche Umsätze aus Prozessen, die bisher reine Verlustpositionen waren. Für uns zeigt das sehr deutlich, dass Retouren nicht nur ein operatives Thema sind, sondern ein echter Hebel für Profitabilität und Kundenbindung.

Zuletzt konntet externes Kapital einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?

Wir haben uns bewusst gegen den klassischen Venture-Capital-Weg entschieden und stattdessen auf erfahrene Business Angels und Angel-Fonds gesetzt. Unser Markt ist riesig, aber gleichzeitig kein typischer Hype-Markt. Deshalb waren uns Investoren wichtig, die operative Erfahrung aus Fashion, E-Commerce und Handel mitbringen und uns auch strategisch unterstützen können. Viele unserer heutigen Investoren begleiten uns tatsächlich schon seit mehreren Jahren. Die Kontakte sind über Netzwerkveranstaltungen, Empfehlungen und vor allem über unser bestehendes Investoren-Netzwerk entstanden. Einige wurden uns von Bestands-Angels vorgestellt, andere haben unsere Entwicklung über längere Zeit verfolgt. Gerade im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, wie wertvoll langfristige Beziehungen sind. Die Finanzierungsrunde war am Ende kein Prozess, bei dem wir hunderte Investoren angeschrieben haben, sondern das Ergebnis von Vertrauen, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wie wahrscheinlich bei fast jedem Startup hatten auch wir einige Fehlentscheidungen beim Hiring. Gerade in frühen Phasen hat jede einzelne Einstellung enorme Auswirkungen auf die Geschwindigkeit und Kultur eines Unternehmens. Da haben wir definitiv Lehrgeld bezahlt. Noch wichtiger war aber wahrscheinlich, dass wir den Pivot rückblickend etwas früher hätten machen können. Wir haben lange versucht, das ursprüngliche Peer-to-Peer-Modell erfolgreich zu machen, obwohl wir schon erste Signale aus dem Markt gesehen haben, dass die Nachfrage eigentlich in eine andere Richtung geht. Andererseits haben wir genau aus dieser Phase unglaublich viel gelernt. Viele der Erkenntnisse, die heute in unserem Produkt stecken, stammen aus dieser Zeit. Deshalb würde ich nicht sagen, dass die ursprüngliche Idee ein Fehler war. Sie war vielmehr ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu dem Unternehmen, das wir heute aufgebaut haben.

Und wo habt ihr bisher alles richtig gemacht?

Eine Sache, die wir von Anfang an sehr konsequent gemacht haben: Wir zoomen regelmäßig heraus und hinterfragen unsere Strategie. Alle paar Monate nehmen wir uns als Gründer und im Team bewusst Zeit, um nicht nur am Unternehmen zu arbeiten, sondern über das Unternehmen nachzudenken. Das hilft enorm dabei, Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen und nicht an Annahmen festzuhalten, die vielleicht vor zwei Jahren noch richtig waren. Außerdem haben wir immer sehr eng mit unseren Kunden gearbeitet. Viele Funktionen unserer Plattform sind direkt aus Kundengesprächen entstanden. Wir versuchen nicht, Features zu entwickeln, die wir cool finden, sondern echte Probleme unserer Kunden zu lösen. Und nicht zuletzt hat uns sicherlich auch geholfen, früh Sichtbarkeit aufzubauen. Gerade im B2B Bereich unterschätzen viele Gründer die Bedeutung einer starken Personal Brand. Für uns war es ein großer Vorteil, dass wir früh angefangen haben, unsere Erfahrungen öffentlich zu teilen und über die Herausforderungen im E-Commerce zu sprechen – auf Konferenz-Bühnen, in Webinaren und auf LinkedIn.

Wo steht toern in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir vor allem deutlich mehr Händler mit unserer Retouren-Plattform unterstützen und unsere Marktposition im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, dass niemand mehr an toern vorbeikommt, wenn es um moderne Retourenprozesse im E-Commerce geht. Wir möchten die erste Adresse für Marken werden, die Retouren nicht nur verwalten, sondern strategisch nutzen wollen. Gleichzeitig werden wir unsere Plattform weiter ausbauen und noch stärker auf Daten und Automatisierung setzen. Denn wir glauben, dass die Zukunft des Retourenmanagements nicht in der Abwicklung von Retouren liegt, sondern darin, aus jeder Retoure zu lernen. Wenn Händler künftig bessere Entscheidungen über Produkte, Größen, Sortimente und Kundenerlebnisse treffen, weil sie die richtigen Daten zur Verfügung haben, dann haben wir unsere Mission erreicht.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): toern

#Interview – „Unser Fokus lag nie auf möglichst schnellem Wachstum“

#Interview

“Unsere Kunden haben uns gezeigt, dass sie nicht das nächste Beratungstool suchen, sondern eine Infrastruktur, die bestehende Prozesse intelligenter macht. Deshalb haben wir uns zu einer KI-Infrastruktur für den Pet-Health-Markt entwickelt”, sagt Katharina Bansemer, Gründerin von pivio.

„Unser Fokus lag nie auf möglichst schnellem Wachstum“

Dienstag, 7. Juli 2026VonAlexander

Das Düsseldorfer Startup pivio, 2024 von Katharina Bansemer, Jan Holzapfel und Moritz Wolters gegründet, entwickelt eine „KI-Plattform für Unternehmen rund um Haustiere“. Zielgruppe sind unter anderem Tierkliniken, Tierkrankenversicherungen, Futtermarken, Online-Shops und Labore.

„Diese Unternehmen bekommen jeden Tag viele Fragen von Tierhalter:innen: zu Krankheiten, Futter, Produkten, Versicherungen, Terminen oder Laborergebnissen. Unsere KI hilft dabei, solche Anfragen automatisch, verständlich und tiermedizinisch fundiert zu beantworten“, sagt Gründerin Bansemer.

Zu den Investoren des PetTechs gehören bisher der Aachener TechVision Fund (TVF), das Family Office der Familie Nanz und Harings Invest.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründerin Bansemer einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei pivio.

Wie würdest Du Deiner Großmutter pivio erklären?

Wir bauen eine KI-Plattform für Unternehmen rund um Haustiere – zum Beispiel Tierkliniken, Tierkrankenversicherungen, Futtermarken, Online-Shops oder Labore. Diese Unternehmen bekommen jeden Tag viele Fragen von Tierhalter:innen: zu Krankheiten, Futter, Produkten, Versicherungen, Terminen oder Laborergebnissen. Unsere KI hilft dabei, solche Anfragen automatisch, verständlich und tiermedizinisch fundiert zu beantworten. Sie erkennt das Anliegen, stellt die richtigen Rückfragen, schätzt die Dringlichkeit ein und leitet wichtige Fälle an die zuständigen Mitarbeitenden weiter. So können Unternehmen ihre Kunden schneller und besser betreuen, Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig die Servicequalität verbessern. Kurz gesagt: Wir liefern die spezialisierte KI-Infrastruktur für den Tiermarkt.

War dies von Anfang an Euer Konzept, oder hat sich Euer Modell seit dem Start verändert?

Die fachliche Grundlage war von Anfang an außergewöhnlich stark: Unsere KI basiert auf über drei Millionen proprietären Datenpunkten aus echten Dialogen zwischen Tierhalter:innen und Tierärzt:innen. Dadurch konnten wir früh ein System entwickeln, das tiermedizinische Anliegen präzise versteht und einordnet. Verändert hat sich vor allem unser Verständnis des Marktes. Unsere Kunden haben uns gezeigt, dass sie nicht das nächste Beratungstool suchen, sondern eine Infrastruktur, die bestehende Prozesse intelligenter, effizienter und skalierbarer macht. Deshalb haben wir uns von einem reaktiven Tiergesundheitsberater zu einer spezialisierten KI-Infrastruktur für den Pet-Health-Markt entwickelt. Heute unterstützen wir unsere Kunden entlang der gesamten Customer Journey – von Triage und Risikofrüherkennung über Produktberatung und Befundkommunikation bis hin zu Kundenservice und langfristiger Kundenbindung.

Wie hat sich pivio seit der Gründung entwickelt?

Wir haben uns von Anfang an bewusst für fokussiertes und nachhaltiges Wachstum entschieden. In den rund 1,5 Jahren seit der Gründung sind wir auf etwa zehn Mitarbeitende gewachsen, mit einem starken Schwerpunkt auf Technologie, Produktentwicklung und Sales. Parallel dazu konnten wir eine Vielzahl von B2B-Kunden und strategischen Partnern im Pet-Health-Markt gewinnen und unsere Lösung in realen Anwendungsfällen erfolgreich validieren. Unser Fokus lag dabei nie auf möglichst schnellem Wachstum, sondern auf dem Aufbau eines spezialisierten Teams, das KI, Produkt, tiermedizinische Expertise und kommerzielle Umsetzung eng miteinander verbindet.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Ein großes Highlight war für uns die Zusammenarbeit mit der Versicherung BarmeniaGothaer. Das war ein wichtiger Validierungsschritt, weil er zeigt, dass unser Ansatz nicht nur technologisch überzeugt, sondern auch für etablierte Unternehmen im Pet-Health-Markt einen echten strategischen Mehrwert schafft. Ein weiteres Highlight war unser Aufenthalt im Silicon Valley im Rahmen von Plug and Play. Dort konnten wir mit potenziellen internationalen Kunden, Partnern und Investoren sprechen und konkrete nächste Schritte anstoßen. Das hat uns gezeigt, dass die Nachfrage nach spezialisierter KI-Infrastruktur im Tiergesundheitsmarkt weit über Deutschland hinaus wächst. Besonders motivierend ist, dass pivio heute zunehmend nicht mehr als einzelnes KI-Tool, sondern als strategische Infrastruktur wahrgenommen wird, mit der Unternehmen Beratung, Service, Prävention und Customer Journeys im Pet-Health-Bereich neu gestalten können.

Wo steht pivio in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir pivio als führenden AI Infrastructure Layer für den Pet-Health-Markt in Europa weiter etabliert haben – mit starken Kundenbeziehungen in unseren Kernsegmenten und einer wachsenden internationalen Präsenz. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist unsere geplante Seed-Finanzierungsrunde im Herbst 2026. Damit wollen wir unsere technologische Infrastruktur weiter ausbauen, neue Anwendungsbereiche erschließen und die Expansion in weitere europäische und internationale Märkte vorantreiben. Unser Ziel ist, dass Unternehmen im Tiermarkt pivio als zentrale Plattform nutzen, um Beratung, Service, Prävention und Kundenkommunikation effizient, skalierbar und datenbasiert zu steuern. Kurz gesagt: In einem Jahr wollen wir bewiesen haben, dass pivio die Digitalisierung des Pet-Health-Markts maßgeblich mitgestaltet und sich für führende Unternehmen der Branche als zentrale Infrastruktur etabliert hat.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): pivio

#StartupTicker – +++ SAP +++ Prior Labs +++ Plus1 +++ 0TO9 +++ Zentur.io +++ myAcker +++ ackerPay +++ 

#StartupTicker

#StartupTicker SAP und seine milliardenschweren Startup-Deals (Prior Labs, LeanIX, Signavio) Ex-Solaris-Manager bringt 0TO9-Startup Plus1 nach Deutschland Zentur.io schlittert in die Insolvenz myAcker setzt voll und ganz auf ackerPay

    SAP     Prior Labs     Plus1     0TO9     Zentur.io     myAcker     ackerPay     

Mittwoch, 6. Mai 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 6. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

SAP

SAP stärkt sein KI-Geschäft! Ohne SAP wäre die deutsche Startup-Szene um einige Milliarden-Deals ärmer. In der Vergangenheit übernahm der Walldorfer Softwarekonzern etwa die deutschen Unternehmen LeanIX sowie Signavio – und nahm dafür rund 2 Milliarden Euro in die Hand. Nun schlägt das 1972 gegründete Unternehmen wieder zu – und kauft das junge KI-Startup Prior Labs. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. SAP verkündet aber, dass man „in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro“ in das Startup investieren wolle. Was auf jeden Fall eine Ansage ist. Prior Labs, 2024 vom AutoML-Forscher Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir in Freiburg im Breisgau, gegründet, entwickelt mit TabPFN ein „Modell, das die Analyse von Tabellendaten grundlegend verbessert“. Das Team ermöglicht es „Unternehmen präzisere Vorhersagen auf Grundlage ihrer Daten zu treffen“. Unter dem Dach von SAP soll Prior Labs „zu einem weltweit führenden Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten“ aufsteigen – „jene Daten, auf denen die Geschäfte der Welt basieren“, heißt es in einer Presseaussendung“. Somit kauft SAP hier seine Zukunft ein. Der richtige Schritt in einer Zeit, in der KI alles verändert. Mehr über Prior Labs

Plus1

Neobanker schiebt Plus1 an! Der ehemalige Solaris-Manager Nicolas Knecht bringt das schwedische Fintech Plus1, das sich um Umschuldungskredite kümmert, nach Deutschland. Das 2016 vom Seriengründer Oliver Hildebrandt gegründete FinTech gehört zum Portfolio der schwedischen FinTech-Firmenschmiede 0TO9 (Zero to Nine), die derzeit massiv auf den deutschen Markt drängt. Plus1 ist derzeit in Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen aktiv. Weitere Länder sollen folgen. 0TO9 schob hierzulande gerade erst das FinTech Norta an, eine Art Raus aus den Schulden-App, an. 0TO9 wird in Deutschland von der bekannten Seriengründerin Jessica Holzbach vorangetrieben. Mehr über 0TO9

Zentur.io

Pleite! Das Landshuter Startup Zentur.io, das eine Software für Wärmenetzbetreiber entwickelt, ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Marcus Göbel bestellt. Die Jungfirma, 2021 von Michael Detke und Alexander Stoll gegründet, wurde in den vergangenen Jahren von Bayern Kapital, Enpulse Ventures und 5X Ventures finanziell unterstützt. 2024 floss dabei eine siebenstellige Summe in Zentur.io. Hintergründe zur Insolvenz sind bisher nicht bekannt. Mehr über Zentur.io

myAcker – ackerPay

Strategiewechsel! Das Kärntner Startup myAcker, das bisher vor allem für seine AckerBoxen (Selbstbedienungskonzept für regionale Lebensmittel) bekannt war, setzt künftig voll und ganz auf sein

All-in-One -Shopsystem ackerPay. „Mit 1. Mai wird ein großer Teil des bisherigen Geschäfts rund um die Ackerboxen an einen neuen Betreiber übergeben“, berichtet Brutkasten zum Pivot. Das Startup aus Spittal an der Drau, 2018 von Floris Michiels, Patrick Kleinfercher, Christoph Raunig und Kathrin Angermann gegründet, sammelte zuletzt 2025 Kapital ein – unter anderem von Valrosa Holding. (Brutkasten) Mehr über ackerPay

Nuvio Planet

Nuvio Planet ermöglicht die präzise Analyse von Emissionen entlang komplexer Lieferketten. „Wenn ein Futtermittelunternehmen eine Einkaufsentscheidung ändert, weil Nuvio Planet es ihnen zeigt – das ist der Moment, der zählt“, sagt Gründerin Irene Rosique-Conesa. Mehr über Nuvio Planet

Startup-Radar

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Scopo, Joony’s, MyJuristo, seatbase und pickz-ai. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

eleQtron sammelt 57 Millionen ein Mosaic SoC bekommt 3,8 Millionen vGreens streicht 2 Millionen ein profitize erhält 1,7 Millionen TV-Moderator Ralph Caspers investiert in TukToro Deel kauft Sastrify. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

#Interview – „Gute Technologie allein reicht nicht“

#Interview

Bei Odonata, 2021 gegründet, dreht sich nach einem großen Pivot jetzt alles um unbemannte Logistik. Das Team aus Bayern entwickelt mit Pantala eine autonome Dual-Use-Langstrecken-Drohne. Der erste Schwebetest ging kürzlich erfolgreich über die Bühne.

„Gute Technologie allein reicht nicht“

Montag, 4. Mai 2026VonAlexander

Das Münchner Unternehmen Odonata, das 2021 von Daniel Etter, John Griesbacher, Dominik Weigl und Dennis Furchheim gegründet wurde, entwickelt mit Pantala eine autonome Langstrecken-Drohne (für zivile und militärische Einsätze). „Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte“, sagt Gründer Furchheim.

Der erste Schwebetest von Pantala ging bereits erfolgreich über die Bühne. „Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend“, erzählt Furchheim.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Odonata-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei seinem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Odonata erklären?

Wir bauen ein Fluggerät, das wie ein Helikopter vertikal starten und landen kann, in der Luft aber wie ein Flugzeug fliegt, nur eben ohne Pilot und vollautonom von A nach B. Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte, in Regionen mit schwacher Infrastruktur oder dort, wo Straßen durch Verkehr zu langsam sind und Helikopter zu teuer wären.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Nein, ursprünglich wollten wir ein personentragendes eVTOL mit hybridem Wasserstoff-Antrieb entwickeln. Wir haben dann aber bewusst einen Pivot gemacht, weil wir früh erkannt haben, dass unbemannte Logistik deutlich realistischer, weniger kapitalintensiv und schneller in den Markt zu bringen ist. Der Vorteil war, dass wir die Technologie aus den ersten eVTOL-Ansätzen in die deutlich kleinere Drohne übernehmen konnten – das hat Zeit und Resourcen gespart. 

Wie hat sich OdonataUn seit der Gründung entwickelt?

Wir haben uns von einer Vision zu einem echten Technologie-Startup entwickelt. Aus ersten Konzepten ist ein Full-Scale-Prototyp geworden mit knapp 8m Wingspan. Der entscheidende Unterschied ist: Wir reden nicht mehr nur über unsere Vision, wir bauen sie bereits.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Ganz klar der erste erfolgreiche Hover-Test unseres PANTALA-Drohnen-Prototyps. Das war ein besonderer Moment, weil sichtbar wurde, dass aus intensiver Entwicklungsarbeit ein reales fliegendes System entstanden ist. Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wir mussten lernen, dass im DeepTech-Segment gute Technologie alleine nicht reicht. Timing, Kapitalmarkt und Fokus sind mindestens genauso wichtig. Der größte Einschnitt war die Erkenntnis, dass unser ursprünglicher Ansatz für das Marktumfeld zu kapitalintensiv war. Besonders, wenn gerade große Player in dem Feld aufgeben, dann ist das nicht hilfreich für die eigene Kapitalbeschaffung – auch wenn das eigene Konzept ganz andere Technologien und Märkte hat. Das haben wir nicht kommen sehen und die Folgen unterschätzt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben uns nicht an unserer ersten Idee festgeklammert. Stattdessen haben wir ehrlich auf Markt, Machbarkeit und Bedarf geschaut und daraus die richtigen Konsequenzen gezogen. Wir haben versucht möglichst viele Erkenntnisse und Technologien aus dem ersten Entwicklungsfokus zu dem personentragendes eVTOL auf unser aktuelles Projekt zu übertragen – das hat Zeit und Kosten gespart und wir haben die Lernkurve bei vielen Themen schon einmal durchlaufen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Verliebt euch nicht in eure erste Lösung, sondern in das Problem, das ihr lösen wollt. Und verwechselt Durchhaltevermögen nicht mit Starrsinn.

Wo steht Odonata in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir deutlich näher an der operativen Anwendung sein. Die Zulassung von Luftfahrzeugen ist komplex, aber wir sind guter Dinge, dass wir nach weiteren Flugtests bereits erste Pilotprojekte mit Kunden starten können. Unser Ziel ist klar: Aus der Pantala echten Nutzen zu machen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Odonata

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies