#StartupTicker – +++ SAP +++ Prior Labs +++ Plus1 +++ 0TO9 +++ Zentur.io +++ myAcker +++ ackerPay +++ 

#StartupTicker

#StartupTicker SAP und seine milliardenschweren Startup-Deals (Prior Labs, LeanIX, Signavio) Ex-Solaris-Manager bringt 0TO9-Startup Plus1 nach Deutschland Zentur.io schlittert in die Insolvenz myAcker setzt voll und ganz auf ackerPay

    SAP     Prior Labs     Plus1     0TO9     Zentur.io     myAcker     ackerPay     

Mittwoch, 6. Mai 2026VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 6. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

SAP

SAP stärkt sein KI-Geschäft! Ohne SAP wäre die deutsche Startup-Szene um einige Milliarden-Deals ärmer. In der Vergangenheit übernahm der Walldorfer Softwarekonzern etwa die deutschen Unternehmen LeanIX sowie Signavio – und nahm dafür rund 2 Milliarden Euro in die Hand. Nun schlägt das 1972 gegründete Unternehmen wieder zu – und kauft das junge KI-Startup Prior Labs. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. SAP verkündet aber, dass man „in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro“ in das Startup investieren wolle. Was auf jeden Fall eine Ansage ist. Prior Labs, 2024 vom AutoML-Forscher Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir in Freiburg im Breisgau, gegründet, entwickelt mit TabPFN ein „Modell, das die Analyse von Tabellendaten grundlegend verbessert“. Das Team ermöglicht es „Unternehmen präzisere Vorhersagen auf Grundlage ihrer Daten zu treffen“. Unter dem Dach von SAP soll Prior Labs „zu einem weltweit führenden Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten“ aufsteigen – „jene Daten, auf denen die Geschäfte der Welt basieren“, heißt es in einer Presseaussendung“. Somit kauft SAP hier seine Zukunft ein. Der richtige Schritt in einer Zeit, in der KI alles verändert. Mehr über Prior Labs

Plus1

Neobanker schiebt Plus1 an! Der ehemalige Solaris-Manager Nicolas Knecht bringt das schwedische Fintech Plus1, das sich um Umschuldungskredite kümmert, nach Deutschland. Das 2016 vom Seriengründer Oliver Hildebrandt gegründete FinTech gehört zum Portfolio der schwedischen FinTech-Firmenschmiede 0TO9 (Zero to Nine), die derzeit massiv auf den deutschen Markt drängt. Plus1 ist derzeit in Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen aktiv. Weitere Länder sollen folgen. 0TO9 schob hierzulande gerade erst das FinTech Norta an, eine Art Raus aus den Schulden-App, an. 0TO9 wird in Deutschland von der bekannten Seriengründerin Jessica Holzbach vorangetrieben. Mehr über 0TO9

Zentur.io

Pleite! Das Landshuter Startup Zentur.io, das eine Software für Wärmenetzbetreiber entwickelt, ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Marcus Göbel bestellt. Die Jungfirma, 2021 von Michael Detke und Alexander Stoll gegründet, wurde in den vergangenen Jahren von Bayern Kapital, Enpulse Ventures und 5X Ventures finanziell unterstützt. 2024 floss dabei eine siebenstellige Summe in Zentur.io. Hintergründe zur Insolvenz sind bisher nicht bekannt. Mehr über Zentur.io

myAcker – ackerPay

Strategiewechsel! Das Kärntner Startup myAcker, das bisher vor allem für seine AckerBoxen (Selbstbedienungskonzept für regionale Lebensmittel) bekannt war, setzt künftig voll und ganz auf sein

All-in-One -Shopsystem ackerPay. „Mit 1. Mai wird ein großer Teil des bisherigen Geschäfts rund um die Ackerboxen an einen neuen Betreiber übergeben“, berichtet Brutkasten zum Pivot. Das Startup aus Spittal an der Drau, 2018 von Floris Michiels, Patrick Kleinfercher, Christoph Raunig und Kathrin Angermann gegründet, sammelte zuletzt 2025 Kapital ein – unter anderem von Valrosa Holding. (Brutkasten) Mehr über ackerPay

Nuvio Planet

Nuvio Planet ermöglicht die präzise Analyse von Emissionen entlang komplexer Lieferketten. „Wenn ein Futtermittelunternehmen eine Einkaufsentscheidung ändert, weil Nuvio Planet es ihnen zeigt – das ist der Moment, der zählt“, sagt Gründerin Irene Rosique-Conesa. Mehr über Nuvio Planet

Startup-Radar

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Scopo, Joony’s, MyJuristo, seatbase und pickz-ai. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits

eleQtron sammelt 57 Millionen ein Mosaic SoC bekommt 3,8 Millionen vGreens streicht 2 Millionen ein profitize erhält 1,7 Millionen TV-Moderator Ralph Caspers investiert in TukToro Deel kauft Sastrify. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#Interview – „Gute Technologie allein reicht nicht“

#Interview

Bei Odonata, 2021 gegründet, dreht sich nach einem großen Pivot jetzt alles um unbemannte Logistik. Das Team aus Bayern entwickelt mit Pantala eine autonome Dual-Use-Langstrecken-Drohne. Der erste Schwebetest ging kürzlich erfolgreich über die Bühne.

„Gute Technologie allein reicht nicht“

Montag, 4. Mai 2026VonAlexander

Das Münchner Unternehmen Odonata, das 2021 von Daniel Etter, John Griesbacher, Dominik Weigl und Dennis Furchheim gegründet wurde, entwickelt mit Pantala eine autonome Langstrecken-Drohne (für zivile und militärische Einsätze). „Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte“, sagt Gründer Furchheim.

Der erste Schwebetest von Pantala ging bereits erfolgreich über die Bühne. „Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend“, erzählt Furchheim.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Odonata-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei seinem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Odonata erklären?

Wir bauen ein Fluggerät, das wie ein Helikopter vertikal starten und landen kann, in der Luft aber wie ein Flugzeug fliegt, nur eben ohne Pilot und vollautonom von A nach B. Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte, in Regionen mit schwacher Infrastruktur oder dort, wo Straßen durch Verkehr zu langsam sind und Helikopter zu teuer wären.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Nein, ursprünglich wollten wir ein personentragendes eVTOL mit hybridem Wasserstoff-Antrieb entwickeln. Wir haben dann aber bewusst einen Pivot gemacht, weil wir früh erkannt haben, dass unbemannte Logistik deutlich realistischer, weniger kapitalintensiv und schneller in den Markt zu bringen ist. Der Vorteil war, dass wir die Technologie aus den ersten eVTOL-Ansätzen in die deutlich kleinere Drohne übernehmen konnten – das hat Zeit und Resourcen gespart. 

Wie hat sich OdonataUn seit der Gründung entwickelt?

Wir haben uns von einer Vision zu einem echten Technologie-Startup entwickelt. Aus ersten Konzepten ist ein Full-Scale-Prototyp geworden mit knapp 8m Wingspan. Der entscheidende Unterschied ist: Wir reden nicht mehr nur über unsere Vision, wir bauen sie bereits.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Ganz klar der erste erfolgreiche Hover-Test unseres PANTALA-Drohnen-Prototyps. Das war ein besonderer Moment, weil sichtbar wurde, dass aus intensiver Entwicklungsarbeit ein reales fliegendes System entstanden ist. Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wir mussten lernen, dass im DeepTech-Segment gute Technologie alleine nicht reicht. Timing, Kapitalmarkt und Fokus sind mindestens genauso wichtig. Der größte Einschnitt war die Erkenntnis, dass unser ursprünglicher Ansatz für das Marktumfeld zu kapitalintensiv war. Besonders, wenn gerade große Player in dem Feld aufgeben, dann ist das nicht hilfreich für die eigene Kapitalbeschaffung – auch wenn das eigene Konzept ganz andere Technologien und Märkte hat. Das haben wir nicht kommen sehen und die Folgen unterschätzt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben uns nicht an unserer ersten Idee festgeklammert. Stattdessen haben wir ehrlich auf Markt, Machbarkeit und Bedarf geschaut und daraus die richtigen Konsequenzen gezogen. Wir haben versucht möglichst viele Erkenntnisse und Technologien aus dem ersten Entwicklungsfokus zu dem personentragendes eVTOL auf unser aktuelles Projekt zu übertragen – das hat Zeit und Kosten gespart und wir haben die Lernkurve bei vielen Themen schon einmal durchlaufen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Verliebt euch nicht in eure erste Lösung, sondern in das Problem, das ihr lösen wollt. Und verwechselt Durchhaltevermögen nicht mit Starrsinn.

Wo steht Odonata in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir deutlich näher an der operativen Anwendung sein. Die Zulassung von Luftfahrzeugen ist komplex, aber wir sind guter Dinge, dass wir nach weiteren Flugtests bereits erste Pilotprojekte mit Kunden starten können. Unser Ziel ist klar: Aus der Pantala echten Nutzen zu machen.

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Foto (oben): Odonata

#StartupTicker – +++ Aleph Alpha +++ N26 +++ Extantia Capital +++ 1Komma5° +++ Pivot +++

#StartupTicker

#StartupTicker Aleph Alpha: 468 Capital und Lakestar machen ordentlich Kasse N26 arbeitet ein Quartal profitabel Extantia Capital legt Fonds auf (204 Millionen) 1Komma5° gründet Heartbeat AI aus 4 Schritte zum perfekten Pivot

    Aleph Alpha     N26     Extantia Capital     1Komma5°     Pivot

Donnerstag, 21. November 2024VonTeam

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 21. November)

#STARTUPTICKER

Aleph Alpha


Ausstieg: Die beiden millionenschwereren Kapitalgeber 468 Capital und Lakestar steigen beim Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha aus – siehe auch Manager Magazin.  “Die Secondary-Transaktion erfolgt ein Jahr nach der erfolgreichen Series-B-Finanzierungsrunde”, teilt das Unternehmen mit. Die Anteile der beiden sehr frühen Aleph Alpha-Investoren wandern zu Unternehmen der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland), Earlybird Venture Capital und Burda Principal Investments. Im Gegensatz zu 468 Capital und Lakestar glauben diesen Geldgeber an eine goldene Zukunft für Aleph Alpha. Zudem investiert die deutsche Bank eine ungenannte Summe in Aleph Alpha. Insgesamt investierte 468 Capital wohl etwas mehr als 5 Millionen Euro in Aleph Alpha. Nun erhielt der Investor laut Bericht knapp 39 Millionen für seine Anteile. Das Heidelberger KI-Unternehmen, 2019 von Jonas Andrulis gegründet  entwickelt KI-Systeme, mit denen Unternehmen und Behörden ihre Prozesse automatisieren können. Anfangs setzte das Unternehmen auf allgemeine KI-Modelle. Mehr über Aleph Alpha

N26


Die Berliner Smartphone-Bank N26 arbeitet profitabel – zumindest auf Quartalsbasis. “Im Juni 2024 hat N26 erstmals einen monatlichen Gewinn verzeichnet. Das dritte Quartal 2024 schloss N26 mit einem operativen Ergebnis von 2,8 Millionen Euro ab und hat damit seinen ersten Quartalsgewinn verbucht”, heißt es in einer Presseaussendung. Für das Gesamtjahr 2024 erwartet das Unternehmen “einen weiter beschleunigten Anstieg seiner Bruttoerträge von etwa 40 % auf rund 440 Millionen Euro”. Unter dem Strich soll 2024 “ein moderat positives operatives Ergebnis” stehen. N26 wächst somit nach den aufgehobenen Beschränkungen durch die Bafin wieder. Mehr über N26

Extantia Capital


Ein praller Geldtopf! Der Berliner ClimateTech-Investor Extantia Capital verkündet das Final Closing seines sogenannten “Flagship Fund”. Im Topf sind beachtliche 204 Millionen Euro. Zuletzt hatte der Geldgeber den Fonds mit 150 Millionen angekündigt. “This oversubscribed fund supercharges our commitment to backing bold, industry-changing entrepreneurs”, teilt das Team auf Linkedin mit. Extantia Capital, 2020 gegründet, investiert zwischen 1 und 5 Millionen Euro in junge Startups. Mehr über Extantia Capital

#LESENSWERT

1Komma5° – Heartbeat AI – Pivot


1Komma5° gründet Heartbeat AI und investiert 100 Millionen in seinen KI- und Software-Ableger (Trending Topcs)  4 Schritte zum perfekten Pivot (Gründerszene)

#DEALMONITOR

Investments & Exits


KoRo sammelt 35 Millionen ein apaleo erhält 20 Millionen Deutsche Bank investiert in Aleph Alpha caera erhält Millionensumme Investorengruppe kauft MetricsCosmetics Rheindigital übernimmt fyrfeed. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

#Interview – “2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber eingebrochen”

#Interview

In den vergangenen Jahren flossen rund 35 Millionen in Wunderflats. Das Berliner Unternehmen, von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet, setzt seit 2015 auf die Vermietung von voll möblierten Wohnungen. 190 Mitarbeitenden wirkten derzeit für Wunderflats.

“2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber eingebrochen”

Dienstag, 19. November 2024VonAlexander Hüsing

Das Berliner Startup Wunderflats, 2015 von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet, bietet möblierte Wohnungen zur Miete an. Zielgruppe sind insbesondere Unternehmen, die für einige Wochen oder Monate Wohnungen für ihre Mitarbeitenden suchen. Investoren wie Creathor Venture, IBB Ventures, PT1, Verdane und Axel Springer Digital Ventures investierten in den vergangenen Jahren rund 35 Millionen Euro in das Unternehmen. 190 Mitarbeitenden wirken derzeit für Wunderflats.

Im Interview mit deutsche startups spricht Gründer Jampolski einmal ausführlich über die bisherige Entwicklung des Unternehmens.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wunderflats erklären?


Wunderflats ist ein sicherer und einfacher Ort im Internet, um ein Zuhause zu mieten. Vermieter vermieten bei uns voll möblierte Wohnungen. Mieter aus Deutschland und dem Ausland mieten sie.

War dies von Anfang an Euer Konzept?


Ganz am Anfang, 2015, war unsere Zielgruppe Studierende. Über unsere Plattform konnten sie den passenden Wohnraum finden. Wir hatten mehrere Hundert Wohnungen vermittelt, waren im Microsoft Accelerator Programm und befanden uns augenscheinlich auf dem richtigen Weg – bis wir Geld für unsere Plattform verlangt haben. Geld ausgeben wollte niemand für unsere Lösung. Wir standen also ohne Kunden und Finanzierung dar.

Wie ging es dann weiter?


Als mein Mitgründer Jan Hase dann seine eigene Wohnung befristet an ein Gründerteam aus San Francisco vermietet hat – und währenddessen bei mir lebte – haben wir festgestellt: Unsere Zielgruppe sind vor allem die internationalen Fachkräfte, die in Deutschland ein vertrauenswürdiges Mietverhältnis suchen. Denn wer aus dem Ausland nach Deutschland kommt, hat für gewöhnlich keine Schufa-Auskunft. So eine Wohnung finden wird schwer. Und auch für Vermieter in Deutschland ist es häufig schwer, Mieter aus dem Ausland zu verifizieren. Und für dieses Produkt war der Markt bereit, Geld auszugeben. Am 11. März 2015 haben wir unseren ersten Umsatz verbucht.

Wie hat sich Wunderflats seit der Gründung entwickelt?


Am 11. März 2015 war die erste Person dazu bereit, für unser Produkt Geld zu bezahlen, knapp zehn Jahre später suchen über 20.000 Personen pro Tag nach Wohnungen über Wunderflats und wir gehören zu den größten Anbietern für flexibles Wohnen in Europa. Neben unserem Kernmarkt Deutschland sind wir in Österreich und Frankreich verfügbar – weitere Expansionen sind geplant.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?


Unser Start in Paris war sicherlich eins der größten Highlights. Vor Ort leitet unser Managing Director Gabriel Brüser das französische Team. Er selbst hat in Paris schon in 17 Wohnungen gelebt und weiß wie kompliziert der französische Mietmarkt sein kann. Die Mietverträge in Frankreich sind zum Teil deutlich komplexer als in Deutschland, es gibt zahllose Regelungen, die Mieter und Vermieter beachten müssen. So kann es passieren, dass man, um eine neue Wohnung anzumieten, bereits eine französische Anschrift benötigt – unmöglich für ausländische Fachkräfte. Wir nehmen diese Komplexität von den Schultern der Mieter und Vermieter. Ein weiteres Highlight war und ist das Projekt “Helfende Wände”. Mit der bundesweiten Initiative vereinfachen und beschleunigen wir die Bereitstellung von Unterkünften und die vorübergehende Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine. Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, haben wir das Projekt mit der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether ins Leben gerufen. Herzstück der Initiative ist die Plattform helfendewaende.de, auf der Anbieter ihren verfügbaren, privaten Wohnraum Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung stellen können. “Helfende Wände” wird zusätzlich von der humanitären Organisation IPSO begleitet, die sich auf psychologische Beratung spezialisiert hat. Ursprünglich 2022 als Pilotprojekt in Reaktion auf den Krieg in der Ukraine ins Leben gerufen, hat die Plattform Tausende Geflüchtete aus der Ukraine bei der Suche nach einem vorübergehenden Zuhause in Deutschland unterstützt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Zwischen 2017 und 2020 hatten wir zwar eine solide Kunden- und Umsatzbasis, aber es gab etwa sechs Wettbewerber in Europa, die ähnlich aufgestellt waren wie wir. Irgendwann waren sie sogar gemessen an den Finanzierungsrunden, zwei-, drei-, oder sogar zehnmal größer als wir; und sie waren in ganz Europa tätig, während wir uns vor allem auf unseren Kernmarkt Deutschland fokussierten. Das fühlte sich manchmal an wie ein Wettrennen zu verlieren. Wir kannten die genauen Zahlen des Wettbewerbs natürlich nicht, aber das Gefühl, das aus dem reinen Beobachten entstand, war nicht gut. 2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber dann aber eingebrochen. Mieter aus dem Ausland blieben pandemiebedingt nahezu vollständig weg. Wir aber hatten eine solide Nachfragebasis aus dem Inland und konnten während dieser Phase sogar um 60 % wachsen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Bei der Auswahl unserer Geschäftspartner. Unsere Investoren, Verdane und PropTech1, vertreten dieselben Werte wie wir. Wir können uns auf sie zu 100 Prozent verlassen. Als Russland die Ukraine angriff, haben wir ihnen unseren Plan für Helfende Wände erklärt – ein Projekt, das zwar einen großen sozialen Nutzen hat, aber – das liegt in der Natur der Sache – keinen Umsatz einbringt. Sie haben unserem Vorhaben komplett vertraut. Wir können uns auf sie als Menschen und als Geschäftspartner verlassen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Gesunder Menschenverstand muss die erste Priorität sein. Einstellungsgespräche sind dafür ein gutes Beispiel: Wenn der Lebenslauf perfekt zur gesuchten Stelle passt, aber eine Person nicht zur Unternehmenskultur passt, sollte ich sie trotzdem nicht einstellen.

Wo steht Wunderflats in einem Jahr?


Wir werden bestehende Märkte weiter ausbauen und unsere Fühler in neue Märkte ausstrecken. Außerdem werden wir in einem Jahr eine deutlich umfangreiche Angebotspalette haben – dazu aber in Zukunft mehr. Wunderflats ist Deutschlands Marktführer für flexibles möbliertes Wohnen. Das Berliner Scale-up wurde 2015 von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet. Die Plattform bietet einfache und sichere Lösungen für mittelfristige Anmietungen mit einer Mindestmietdauer von einem Monat und bringt Wohnungssuchende und Wohnungsanbieter zusammen. Wunderflats bietet eine umfassende Vermietungslösung. Diese umfasst verifizierte Mietverträgen, Wohnungen, Mieter und Vermieter sowie weitere Dienste, wie zum Beispiel professionelle Inserat-Fotos und die Mietverwaltung. Wunderflats listet derzeit über 50.000 Wohnungen in Europa und hat über 190 Mitarbeitende.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Wunderflats

#Interview – “Das B2C-Modell hat sich nicht durchgesetzt”

Das Kölner Unternehmen MySchleppApp, 2016 von Frank Heck und Santosh Satschdeva gegründet, positioniert sich als “digitales, flächendeckendes Pannenhilfenetzwerk”. Anfangs setzte das Team auf B2C, schwenkte dann aber ins B2B-Segment rüber. Zu den Kunden der Jungfirma gehören Automobilhersteller, Fuhrparkmanager und Leasing-Unternehmen. Kürzlich wanderte das Unternehmen unter das Dach von hlpy aus Italien.

“Die Übernahme durch hlpy ermöglicht uns weiteres Wachstum. Gemeinsam bedienen wir nun nicht mehr nur Deutschland und Österreich, sondern auch Italien, Frankreich und Spanien. Das schafft Synergien und neue Kunden auf beiden Seiten”, sagt MySchleppApp-Macher Satschdeva.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Satschdeva außerdem über organisches Wachstum, mediale Aufmerksamkeit und Nischen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter MySchleppApp erklären?


Unser Geschäftsmodell ist ziemlich einfach: Wir verbinden Menschen, die mit ihrem Auto liegengeblieben sind, mit Abschleppdiensten, die das Auto schnell abholen und in die Werkstatt bringen. MySchleppApp verdient Geld, indem wir eine Gebühr für diese Vermittlung nehmen.

Zum Start habt Ihr auf B2C gesetzt. Inzwischen liegt Euer Fokus auf B2B. Wie kam es zu diesem Wandel?


Das B2C-Modell hat sich aufgrund der starken Konkurrenz nicht durchgesetzt. Unseren ersten großen B2B-Kunden fanden wir schließlich in Bosch, mit denen wir noch heute zusammenarbeiten. Es hat sich gezeigt, dass wir in der B2B-Nische wirtschaftlich arbeiten und unseren Platz finden können. Inzwischen betreuen wir namhafte Unternehmen wie z.B. Tesla, die Deutsche Post, Signal Iduna oder BYD.

Wie hat sich MySchleppApp seit der Gründung entwickelt?


Vom Büro in den eigenen vier Wänden sind wir nach einem Zwischenstopp am Kölner Startplatz inzwischen in einem wunderschönen Büro-Gebäude in Köln-Porz angekommen. Wir sind von 3 auf 15 Mitarbeiter gewachsen und werden dieses Jahr noch zwei weitere Arbeitsplätze besetzen. Unser Pannenhilfe-Netzwerk ist in Deutschland flächendeckend und umfasst etwa 1.500 Dienstleister. Wir bearbeiten jährlich etwa 55.000 Pannen.

Gerade wurdet Ihr von hlpy übernommen. Wie genau geht es nun weiter für Euch?


Die Übernahme durch hlpy ermöglicht uns weiteres Wachstum. Gemeinsam bedienen wir nun nicht mehr nur Deutschland und Österreich, sondern auch Italien, Frankreich und Spanien. Das schafft Synergien und neue Kunden auf beiden Seiten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Wir haben eine neue Version unserer Partner-App für die Abschleppdienste gelauncht, die leider einige Bugs enthielt. So konnten wir mehrere Tage keine Aufträge an unser Netzwerk versenden, bis das Thema wieder im Griff war.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?


Zum einen ist da die Teilnahme am TV-Format “Die Höhle der Löwen”, die uns 2017 große mediale Aufmerksamkeit gebracht hat. Das hat uns natürlich sehr geholfen, interessante Kontakte zu knüpfen. Zum anderen war die Änderung unserer Strategie von B2C auf B2B ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Besonders wichtig war für uns auch das langsame, aber organische Wachstum und dass wir keine Investoren, dafür aber einen langen Atem hatten.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Hartnäckig bleiben. Innovativ sein. Sich von Misserfolgen nicht entmutigen lassen. Immer weitermachen.

Wo steht MySchleppApp in einem Jahr?


In einem Jahr werden mit mit hlpy zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen sein. Wir sind bereits einer der führenden Anbieter für digitale Pannenhilfe in Deutschland und Österreich. Unsere jährlichen Wachstumsraten liegen bei über 130 % – und so darf es gerne weitergehen.

Reden wir über Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?


Die Kölner Startup-Szene ist dynamisch und vielfältig. Wir haben nur die besten Erinnerungen an unsere Zeit am Kölner Startplatz. Dort haben wir viele tolle Menschen kennengelernt und die Weichen für unser Business gelegt. Der Startplatz ist übrigens ein besonders wichtiges Gründerzentrum, das regelmäßig Workshops, Events und Networking organisiert. Köln ist außerdem bekannt für seine Medien- und Kreativwirtschaft, aber auch Startups in den Bereichen Technologie, E-Commerce, Mobilität und FinTech haben hier ihren Platz. Besonders stark sind hier die digitalen Geschäftsmodelle, wie etwa E-Commerce-Plattformen oder Apps, aber auch im Bereich Software-as-a-Service (SaaS) gibt es viele spannende Unternehmen. Wir sind und bleiben Köln-Fans!

Was ist in Köln einfacher als in Berlin – und umgekehrt?


Köln ist zwar nicht so bekannt wie Berlin, hat sich aber in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort für junge, innovative Unternehmen entwickelt. In Köln ist die Startup-Szene kleiner und übersichtlicher als in Berlin. Dadurch ist es oft einfacher, Zugang zu relevanten Kontakten zu finden und in bestehende Netzwerke aufgenommen zu werden. Die Startup-Community ist gut vernetzt, und der Austausch zwischen Gründern, Investoren und Mentoren ist persönlicher. Dies kann gerade für neue Gründer hilfreich sein, da sie schneller Unterstützung und Rat finden. Berlin hingegen bietet einen größeren Zugang zu internationalen Talenten, Risikokapital und mehr Aufmerksamkeit. Beide Städte haben also ihre eigenen Vorteile – die Wahl hängt stark davon ab, welche Prioritäten Gründer haben und in welcher Branche sie tätig sind.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?


Erstens: Köln verzeichnet eine wachsende Anzahl von Investoren, aber es gibt noch nicht so viele Venture-Capital-Firmen und Business Angels wie in Berlin oder München. Startups, die größere Finanzierungsrunden abschließen möchten, müssen oft außerhalb der Region suchen. Es wäre hilfreich, wenn es mehr lokale Risikokapitalgeber gäbe, die gezielt in regionale Startups investieren. Zweitens: Zwar gibt es in Köln bereits einige Co-Working-Spaces und Gründerzentren, aber es fehlt an genügend erschwinglichen und flexiblen Büroflächen, besonders wenn Startups wachsen und größere Räume benötigen. Die Stadt könnte Maßnahmen ergreifen, um den Zugang zu bezahlbaren Gewerbeflächen zu verbessern und damit Startups in verschiedenen Wachstumsphasen zu unterstützen. Drittens: Die Universitäten und Fachhochschulen in Köln sind bereits gut vernetzt, aber es gibt noch Raum für eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Gründern. Mehr technologische Transferprogramme, Inkubatoren an Universitäten und spezielle Förderungen für studentische Gründungen könnten dazu beitragen, dass mehr Forschungsergebnisse in Startups umgesetzt werden.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 735 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): MySchleppApp

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