#Interview – „Gute Technologie allein reicht nicht“

#Interview

Bei Odonata, 2021 gegründet, dreht sich nach einem großen Pivot jetzt alles um unbemannte Logistik. Das Team aus Bayern entwickelt mit Pantala eine autonome Dual-Use-Langstrecken-Drohne. Der erste Schwebetest ging kürzlich erfolgreich über die Bühne.

„Gute Technologie allein reicht nicht“

Montag, 4. Mai 2026VonAlexander

Das Münchner Unternehmen Odonata, das 2021 von Daniel Etter, John Griesbacher, Dominik Weigl und Dennis Furchheim gegründet wurde, entwickelt mit Pantala eine autonome Langstrecken-Drohne (für zivile und militärische Einsätze). „Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte“, sagt Gründer Furchheim.

Der erste Schwebetest von Pantala ging bereits erfolgreich über die Bühne. „Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend“, erzählt Furchheim.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Odonata-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei seinem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Odonata erklären?

Wir bauen ein Fluggerät, das wie ein Helikopter vertikal starten und landen kann, in der Luft aber wie ein Flugzeug fliegt, nur eben ohne Pilot und vollautonom von A nach B. Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte, in Regionen mit schwacher Infrastruktur oder dort, wo Straßen durch Verkehr zu langsam sind und Helikopter zu teuer wären.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Nein, ursprünglich wollten wir ein personentragendes eVTOL mit hybridem Wasserstoff-Antrieb entwickeln. Wir haben dann aber bewusst einen Pivot gemacht, weil wir früh erkannt haben, dass unbemannte Logistik deutlich realistischer, weniger kapitalintensiv und schneller in den Markt zu bringen ist. Der Vorteil war, dass wir die Technologie aus den ersten eVTOL-Ansätzen in die deutlich kleinere Drohne übernehmen konnten – das hat Zeit und Resourcen gespart. 

Wie hat sich OdonataUn seit der Gründung entwickelt?

Wir haben uns von einer Vision zu einem echten Technologie-Startup entwickelt. Aus ersten Konzepten ist ein Full-Scale-Prototyp geworden mit knapp 8m Wingspan. Der entscheidende Unterschied ist: Wir reden nicht mehr nur über unsere Vision, wir bauen sie bereits.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Ganz klar der erste erfolgreiche Hover-Test unseres PANTALA-Drohnen-Prototyps. Das war ein besonderer Moment, weil sichtbar wurde, dass aus intensiver Entwicklungsarbeit ein reales fliegendes System entstanden ist. Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wir mussten lernen, dass im DeepTech-Segment gute Technologie alleine nicht reicht. Timing, Kapitalmarkt und Fokus sind mindestens genauso wichtig. Der größte Einschnitt war die Erkenntnis, dass unser ursprünglicher Ansatz für das Marktumfeld zu kapitalintensiv war. Besonders, wenn gerade große Player in dem Feld aufgeben, dann ist das nicht hilfreich für die eigene Kapitalbeschaffung – auch wenn das eigene Konzept ganz andere Technologien und Märkte hat. Das haben wir nicht kommen sehen und die Folgen unterschätzt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben uns nicht an unserer ersten Idee festgeklammert. Stattdessen haben wir ehrlich auf Markt, Machbarkeit und Bedarf geschaut und daraus die richtigen Konsequenzen gezogen. Wir haben versucht möglichst viele Erkenntnisse und Technologien aus dem ersten Entwicklungsfokus zu dem personentragendes eVTOL auf unser aktuelles Projekt zu übertragen – das hat Zeit und Kosten gespart und wir haben die Lernkurve bei vielen Themen schon einmal durchlaufen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Verliebt euch nicht in eure erste Lösung, sondern in das Problem, das ihr lösen wollt. Und verwechselt Durchhaltevermögen nicht mit Starrsinn.

Wo steht Odonata in einem Jahr?

In einem Jahr wollen wir deutlich näher an der operativen Anwendung sein. Die Zulassung von Luftfahrzeugen ist komplex, aber wir sind guter Dinge, dass wir nach weiteren Flugtests bereits erste Pilotprojekte mit Kunden starten können. Unser Ziel ist klar: Aus der Pantala echten Nutzen zu machen.

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Foto (oben): Odonata

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