#Interview – “Um an die Spitze zu kommen, braucht man viel hartes Training”

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Samuel Ernst, Gründer von mizaru. Das Startup vertreibt ein Elektrolytpulver, mit dem er die “Lifestyle Szene revolutionieren” möchte.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Die Idee zu mizaru entstand auf einer Poolparty, aber der Startup-Alltag ist leider keine Party mehr. Ich betreibe mizaru nebenberuflich, daher sind viele Prozesse automatisiert. Morgens überprüfe ich, ob neue Bestellungen eingegangen sind, und automatisch wird die DHL-Sendungsnummer an die Kunden gesendet. Unser Partner verschickt die Pakete. Ich organisiere mich optimal mit “Time-Boxing”. Als Gründer muss man auch abends und am Wochenende arbeiten, was Verständnis von Familie und Freunden erfordert.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Sport hilft mir sehr. Musik hören oder einfach mit meinem Kleinen auf den Spielplatz gehen. Außerdem versuche ich, die erste Stunde nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen keine Screen-Time zu haben. Einfach mal das iPhone ausmachen :).

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Es ist wie Leistungssport. Um an die Spitze zu kommen, braucht man viel hartes Training, Zeit, Durchhaltevermögen und Glück.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Rechtlich sollte dein Startup von Tag 1 an sauber dastehen. Ein hands-on Steuerberater hilft. In unserem Fall war auch ein Top-Anwalt für Lebensmittel- und Markenrecht wichtig. Viel wichtiger ist jedoch, den Leitsatz zu verinnerlichen: “Don’t run out of cash, trust, or time!”

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Am Anfang habe ich viele Dinge selbst gemacht. Schnelleres Prototyping wäre schön gewesen, aber Deutschland ist stark reguliert. Es ist wichtiger, das mizaru-Produkt ständig weiterzuentwickeln. Christian Steiger, CEO von Lexware, bringt es treffend auf den Punkt: “Du darfst dich nicht in dein eigenes Produkt verlieben.”

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Zurzeit haben wir noch keine festen Mitarbeiter. Es gibt jedoch Interesse im Bekanntenkreis, mit mizaru durchzustarten, sobald ein strategischer Investor einsteigt. Mitarbeiter sollten kulturell zum Startup passen und die Vision von mizaru teilen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Einfach machen, wie Nike sagt: “Just Do It.” Es gibt oft nicht das perfekte Produkt oder die perfekte Dienstleistung. Zu viel Perfektionismus kann jedes Startup töten. Die 80/20-Regel (Pareto-Prinzip) hilft: Schnelles Prototyping und Iterieren sind wichtig.

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Wir haben eine first Cloud-First-Strategie (wie Salesforce) und vertrauen auf Lexware, Shopware, amazon, DHL und Google Cloud. Jede Bestellung wird automatisiert erfasst. Zudem setzen wir auf KI, um z.B. Belege schnell zu erfassen und zu verbuchen. Über Instagram und Google bespielen wir B2C-Kunden mit Kampagnen, und LinkedIn dient als B2B-Kommunikationskanal. Das Startup ist extrem agil aufgestellt.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?


Als Ein-Mann-GmbH gebe ich alles dafür, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Wenn wir auf Festivals mit freien Mitarbeitern sind, geben wir als Team alles, haben Spaß zusammen und gehen z.B. nach der Arbeit lecker Essen und anschließend Feiern. Ich bin auch Segler, und ein Team sollte wie eine Segelcrew sein. Der Skipper gibt vor, wohin das Schiff segeln soll, aber ohne sein Team ist er verloren.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Zweimal hat die Produktionsfirma von “Die Höhle der Löwen” uns kontaktiert, ob wir ein möglicher Fit für die Staffel sind. Das war 2019 und 2020. Da macht man sich als Startup komplett nackig. Leider haben wir den Zuschlag für die Staffeln 7 und 9 nicht erhalten. Die Jury hat auf ein anderes Nahrungsergänzungsmittel gesetzt. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja nochmals die Chance. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

#Interview – “Lass dich nicht von kritischen Stimmen verunsichern”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Wenn meine Kinder aus der Schule kommen, ist für mich Schluss mit Arbeit. Falls ich mich dann dabei erwischen lasse, wie ich auf mein Handy schaue, erinnern sie mich daran, dass ich Feierabend habe”, sagt Kaam-in-Gründerin Baicy Terbrüggen.

“Lass dich nicht von kritischen Stimmen verunsichern”

Mittwoch, 11. September 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Baicy Terbrüggen, Gründerin von Kaam-in. Das Unternehmen setzt auf “deutschsprachige Pflege-Fachkräfte aus Indien”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ganz klassisch mit Kaffee und einem Blick auf meine To-Do-Liste und den Kalender. Danach geht’s ans E-Mails checken und Telefonieren, bevor ich mich an das Abarbeiten der einzelnen Aufgaben mache.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Spätestens wenn meine Kinder um 15 Uhr aus der Schule kommen, ist für mich Schluss mit der Arbeit. Falls ich mich dann dabei erwischen lasse, wie ich beim Spielen mit ihnen auf mein Handy schaue oder ans Telefon gehe, erinnern sie mich daran, dass ich Feierabend habe – das ist so eine Art Familienregel. Meine Kinder beherrschen diese Regel perfekt, sodass mir das Abschalten gut gelingt. Einmal die Woche versuche ich zudem, Schwimmen zu gehen – manchmal auch vormittags. Das hilft mir, den Kopf freizubekommen und einfach abzuschalten.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Ich hätte gerne vorher gewusst, wie vielseitig die Verantwortung als Einzelunternehmerin wirklich ist. Man kümmert sich um alles: Personal, Marketing, Steuern, Rechnungswesen, IT, Technik und Ausstattung – und das ganze bürokratische Zeug. Man weiß zwar, dass das auf einen zukommt, aber man unterschätzt, wie viel da zusammenkommt.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Der größte Schritt war es, überhaupt den Mut zu finden, allein in die Selbstständigkeit zu starten. Es war auch eine Herausforderung, an mein eigenes Können zu glauben und den Kundenstamm von Grund auf aufzubauen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Der größte Fehler war, mit einem Neukunden in die Zusammenarbeit einzusteigen und auf Wunsch Prozesse in die Wege zu leiten, bevor der Rahmenvertrag unterschrieben war. Als der Kunde dann die Zusammenarbeit aufgrund einer internen Umstrukturierung abgesagt hat und auch nicht bereit war, die Teilrechnungen zu zahlen, wurde mir klar: Das passiert mir nicht noch einmal.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Oft ist es eine Frage des Bauchgefühls – auch wenn das nicht immer richtig ist. Learning by doing eben. Mir ist wichtig, dass meine Mitarbeiter:innen ihre Aufgaben mit echter Leidenschaft angehen und sich über jeden Erfolg gemeinsam mit mir freuen, wie etwa bei der Ausstellung von Visas für unsere indischen Pflegefachkräfte, die in Deutschland arbeiten und leben wollen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Hab Vertrauen in dich selbst und den Mut, deine Ideen umzusetzen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Bleib authentisch und versprich nur das, was du auch halten kannst. Lass dich nicht von den vielen kritischen Stimmen verunsichern, die dir erzählen, dass Selbstständigkeit immer nur Stress bedeutet und du keine Zeit für deine Familie haben wirst. Halte an deiner Vision fest – der Weg ist das Ziel. Investiere in Dinge wie Personal und Systeme, die dir Zeit sparen, zum Beispiel Steuer, Lohnabrechnung, IT – nach dem Motto: Zeit ist Geld.

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Unser HR-System. Es war mir wichtig, von Anfang an ein gutes System zu haben, um den Überblick über alle Bewerber:innen und Kunden zu behalten.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Da wir ein internationales Team haben – Indien, Dubai, Deutschland -, haben wir wöchentliche Meetings, um alle auf dem Laufenden zu halten, uns gegenseitig zu unterstützen und auch mal über Themen abseits der Arbeit zu sprechen. Regelmäßige 1:1-Gespräche sind mir ebenfalls wichtig, um offenes Feedback zu geben und zu bekommen.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Nur sechs Monate nach der Firmengründung konnten wir durch persönliche Empfehlungen unseren ersten Kunden in Österreich gewinnen. Das war echt schnell und unerwartet. Wenige Monate später ging es dann mit diesem Kunden nach Indien, um vor Ort Castings durchzuführen. Dabei haben wir von der österreichischen Fachhochschule die Bestätigung erhalten, dass die indischen Pflegekräfte top ausgebildet und qualifiziert sind.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Kaam-in

#Interview – “Ich versuche, um Punkt 18:00 Uhr Feierabend zu machen”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Das Beeindruckendste für mich war zweifelsohne, Zeit mit unserer Schirmherrin Jane Goodall verbringen zu dürfen”, erinnert sich Sebastian Kroth von Alrighty an sein wildestes Startup-Erlebnis.

“Ich versuche, um Punkt 18:00 Uhr Feierabend zu machen”

Freitag, 6. September 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Sebastian Kroth, Gründer von Alrighty. Das Münchener Startup produziert Kaffee in “Spitzenqualität, der nicht nur fair, sondern auch noch Caretrade ist”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Jeder Tag sieht in meinem Alltag anders aus. Den Morgen geben meine Kinder vor, bis zum Kitadrop ist Familienzeit. Danach wechseln meine Themen als Gründer und CMO konstant, von Teammeetings über Konzeption bis hin zu Business Development. Um die Komplexität zu wuppen, geht für mich nichts über eine Struktur und Prioritäten setzen. Dafür plane ich meine Woche am Sonntagabend und schaue jeden Morgen, ob ich etwas am Plan ändern oder verschieben muss. Ich bin ein klassischer To-Do-Listen-Typ, auch wenn ich ständig zwischen digitalen Tools und einem Blatt Papier hin und her wechsle. Auch wenn alles digital vermutlich effizienter wäre, liebe ich es einfach, physisch einen Tick hinter ein To-Do zu setzen.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Es ist vielleicht nicht das klassische “Abschalten”, aber ich versuche, um Punkt 18:00 Uhr Feierabend zu machen, um dann gemeinsam mit meiner Frau zu kochen und den Abend mit den Kindern und ihr zu verbringen. Wenn ich etwas mehr Zeit finde, dann verbringe ich gerne Zeit mit Freunden oder mache eine Runde Sport. Wenn ich mal ein Thema ganz in Ruhe abarbeiten will, dann setze ich mich auch nochmal an den PC, wenn alle Kids im Bett sind.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Ich habe unterschätzt, wie kompliziert und langwierig der eine oder andere bürokratische Prozess sein kann, besonders wenn man einen produzierenden Betrieb führt. Denn wir betreiben neben unserem Online-Shop alrighty.coffee auch eine eigene Alrighty Rösterei mit angeschlossenem Café. Was ich zudem in Theorie wusste, aber jetzt erst richtig fühle, ist, dass man die Vor- und Nachteile des Corporate Lebens im Gegensatz zu denen des Startup Lebens ständig widergespiegelt bekommt. Zum Beispiel im Hinblick auf Prozesse, Entscheidungsfreiheit bzw. -pflicht, verfügbare Budgets, Politics etc. Ich bin sehr froh, beides erlebt zu haben bzw. erleben zu dürfen und zu lernen, eine gelebte Balance zu den Themen und ihren positiven und negativen Seiten zu finden. Denn am Ende kommt es immer auf die Perspektive an.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?


Wenn wir mal alles wie Funding und Bürokratie, wie eben bei der Eröffnung unserer Alrighty Rösterei, außen vor lassen, dann ist es bei mir vor allem die eigene Überwindung gewesen, aus der gefühlten Komfortzone Konzernleben und -karriere auszusteigen, mit einem etablierten Netzwerk und allen Vorteilen, die es zu bieten hat.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?


Beim Startup hast du ehrlich gesagt nicht viele Chancen, bei Angestellten danebenzuliegen. Daher ist es umso wichtiger, den richtigen Fit zu finden. Da ist Vertrauen im Zweifel wichtiger als fachspezifische Kompetenz. Unser Alrighty Team besteht neben meinen Mitgründern Volker Meyer-Lücke und Daniel Rizzotti, die jahrzehntelange Erfahrung in der Kaffeebranche mitbringen, vor allem aus Personen aus unserem erweiterten Netzwerk.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Durchatmen. Es ist ein Marathon, kein Sprint. Netzwerken. Es gibt immer jemanden in deinem Umfeld, der dein Problem schon dreimal hatte.

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Es gibt nicht das eine Tool wie MS Teams, Trello, Asana, Slack etc., das für uns entscheidend ist. Ich würde die Frage gerne anders beantworten. Die Qualität unserer Produkte steht für mich an oberster Stelle – nicht nur geschmacklich, sondern vor allem in Bezug auf unsere Philosophie, wie wir unseren Rohkaffee beziehen wollen. Unsere Fragestellung war nicht, wie wir mit “was auch immer” viel Geld verdienen können, sondern wie wir das, was wir machen, wirklich gut machen und damit gleichzeitig erfolgreich sein können. Immer wieder auf die Dinge zu schauen und zu wissen, dass sie gut gemacht sind, mit guten Leuten, einer guten Lieferkette, guten Rohstoffen etc. Das sind für mich die Treiber, jeden Morgen wieder weiterzumachen, auch wenn es mal nicht läuft. Ohne die Menschen, Kollegen und Freunde, die bei Alrighty diesen Ansatz mit uns verfolgen, würde das Startup nicht existieren.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Ich glaube, neben den Klassikern wie gemeinsam etwas zu unternehmen, sind die wichtigsten Themen, wie in allen Bereichen des Lebens, Transparenz, wirklich Zuhören und Verlässlichkeit. Zumindest sind das die Leitlinien, die ich für mich habe, um egal wem auf Augenhöhe zu begegnen.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Das Beeindruckendste für mich war zweifelsohne, Zeit mit unserer Schirmherrin Jane Goodall verbringen zu dürfen. Unsere Themen mit ihr zu diskutieren und neben ihrer Meinung und ihrer Ratschläge vor allem ihre Aura zu fühlen. War das wild? Ich würde sagen, ziemlich wild.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Alrighty

#Umfrage – Wie Gründer:innen nach der Arbeit abschalten

#Umfrage

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab? “Mit Sofa und Trash-TV! Diese Kombi pustet mir jeglichen Arbeitsgedanken aus dem Kopf”, so Toyah Diebel von Buttz. “Am Abend koche ich gerne und lasse nebenher meine Lieblingsmusik oder einen Podcast laufen, so komme ich schnell in einen entspannten Modus”, erzählt Markus Adler von Code Gaia.

Wie Gründer:innen nach der Arbeit abschalten

Freitag, 23. August 2024VonTeam

Eine Frage die wir sowohl frischen als auch erfahrenen Entrepreneur:innen in unserem regelmäßigen und beliebten Gründeralltag-Interview stellen, lautet: “Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?” Hier gibt es nun einige informative und inspirierende Antworten auf diese Frage in der Übersicht zu lesen:

Am liebsten lese ich, höre Podcasts und schaue gern Dokus. Aber genauso gern entspanne ich beim Spazierengehen – am liebsten in der Natur. Zudem treffe ich mich gerne mit Freund:innen oder Kolleg:innen. Da darf es gerne um andere Themen als Arbeit gehen.


Dijana GalijasevicImpact Hero

Meine Devise ist: Beim Aufbau eines Unternehmens gibt es keinen Feierabend. Es gibt immer etwas zu tun. Dabei ist es mir besonders wichtig, Arbeit und Privatleben nicht strikt voneinander zu trennen. Meine Familie möchte auch wissen, was ich den ganzen Tag über tue. Ich versuche lediglich zu vermeiden, dass die Arbeit mich antreibt, anstatt dass ich sie kontrolliere. Es ist mir besonders wichtig, ausreichend Raum für private Angelegenheiten zu schaffen – zu jeder Zeit. Wem das nicht zumindest regelmäßig gelingt, der sollte sich im Interesse aller Beteiligten und auch zum eigenen Wohl besser nicht auf das Abenteuer Startup einlassen.


Fabian Mischler, ooblee

Das ist tatsächlich eine große Sache bei mir, weshalb ich den Sport auf den Abend gelegt habe. Um wahrhaftig abzuschalten, muss ich mich körperlich stark fordern, damit mein Hirn keine Zeit hat nachzudenken. Je härter das Training, desto größer ist meine mentale Erholung.


Emil Alievniostem

Ich trinke mein abendliches warmes Wasser (soll helfen bei der Regeneration!) und gehe möglichst früh schlafen. Sechs Stunden sollten immer mindestens drin sein, damit ich mich am nächsten Tag voller Energie fühle. Oder das Kontrastprogramm: Auspowern. Ich mache mindestens zweimal pro Woche Sport und gehe entweder ins Fitnessstudio, das praktischerweise direkt unter unserem Office ist, oder zum Schwimmen. Ich würde sagen, dass meine Familie auf jeden Fall “zu spüren bekommt”, dass ich gerade mit einem nicht unwesentlichen Zeit- und Energieaufwand ein Startup aufbaue. Die Wochenenden sind aber größtenteils reserviert und das brauche ich auch, um abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.


Jan LeisseeleQtron

Zunächst einmal ist Cozero keine Arbeit für mich, sondern eine Mission, die ich jeden Tag mit voller Energie verfolge. Cozero erfüllt mich und dafür bin ich jeden Tag dankbar. Ich glaube, alle Menschen in meinem Arbeitsumfeld spüren das und lassen sich gerne davon anstecken. Jetzt zum Thema Abschalten. Was heißt das eigentlich genau? Für mich heißt es, neue Energie tanken und mich ein wenig treiben lassen. Das geht am besten am Wochenende, wenn ich Zeit mit meinen engsten Freunden verbringe. Dann kann ich mich in Sekunden komplett auf privat stellen. Auch beim Sport kann ich sehr gut Energie tanken. Donnerstagabends trainiere ich zusammen mit meinem Movement-Coach Karimu, sowohl meinen ganzen Körper als auch meinen mentalen Fokus.


Helen TackeCozero

Als Gründer ist es schwierig wirklich abzuschalten. Aber ich brauche das auch ehrlich gesagt. Ich mag es am Abend noch Sachen vorzubereiten zu denen ich am Tag nicht gekommen bin. Ansonsten fahre ich gerne Fahrrad und gehe zumindest im Winter auch ins Fitnessstudio.


Heinz BöllingSpoo Group

In der Regel durch Sport (3 Abende die Woche findet man mich in einer der Berliner Boulderhallen), Treffen mit Freund:innen oder indem ich etwas schönes mit meiner Partnerin unternehme.


Frederic Goldkorn, Querfeld

Nach der Arbeit verbringe ich meine Zeit oft im Park mit meinen beiden Kindern. Das ist für mich eine tolle Möglichkeit den Kopf frei zu bekommen.


Katharina CostaKalumi

Am Abend koche ich gerne und lasse nebenher meine Lieblingsmusik oder einen Podcast laufen, so komme ich schnell in einen entspannten Modus. Der Austausch beim Essen mit Freunden oder Familie hilft mir auch mal über andere Themen zu sprechen oder neue Perspektiven auf Herausforderungen zu entwickeln, was ich sehr wichtig finde. Danach geht es oft schon direkt zum Schlafen, um am nächsten Morgen wieder fit zu starten. Am Wochenende findet man mich häufig in den Bergen beim Wandern, Ski fahren oder auf Skitouren. Ich tanke dabei viel Kraft und es ist immer wieder wie ein Mini-Urlaub für mich.


Markus Adler, Code Gaia

Da muss ich mich tatsächlich disziplinieren. Jeder Handgriff und jede gedrehte Schraube hat noch so viel Impact in einem Startup, dass abends wirklich abzuschalten und das Handy wegzulegen mir manchmal schwerfällt. Ehrlich gesagt auch deshalb, weil mich das, was ich tue, echt begeistert. Was ich liebe, ist Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Mit ihnen zu quatschen, gut zu essen und zu lachen. Nichts ist besser nach einem anstrengenden Tag als gemeinsam laut zu lachen – denn dafür gibt es doch immer einen Grund.


Romy LindenbergShavent

Meistens beim Sport: Auf dem Fahrrad, im Schwimmbecken oder beim Tennis.


Stefan KickKartenliebe

Im Homeoffice ist es tatsächlich nicht immer einfach, nach der Arbeit gleich abzuschalten. In der Regel beende ich meine Arbeit aber um 17 Uhr, um genug Zeit für meine Familie zu haben. Gemeinsam bereiten wir dann das Abendessen vor und tauschen uns über unseren Tag aus. In diesen Momenten kann ich komplett abschalten und mich entspannen. Wenn die Kinder schlafen, schauen meine Frau und ich noch einen Film. Abends ab ca. 21 Uhr arbeite ich nochmals die Themen des Tages ab, bei denen kein Meeting und Co. notwendig war.


Christian Ruff, Qrago

Abzuschalten im Startup-Leben ist in der Tat schwierig. Abends Zeit mit der Familie zu verbringen, hilft mir dabei aber sehr. Die beste Methode für mich, um den Kopf freizubekommen, ist ganz klar Sport. Beim Training bin ich voll im Moment und das hat auch etwas Meditatives für mich.


Tino Keller, Accountable

Ich muss selbst lachen, während ich das schreibe: Mit Sofa und Trash-TV! Diese Kombi pustet mir jeglichen Arbeitsgedanken aus dem Kopf.


Toyah Diebel, Buttz

Meine Tätigkeit ist für mich Berufung und ich bringe Semorai mit viel Leidenschaft jeden Tag voran. Daher komme ich meistens erst spät nach Hause. Dort angekommen, koche ich entweder etwas Leckeres oder entspanne auf der Couch bei einer Folge auf Netflix oder einem guten Buch.


John HolzhauerSemorai

#Interview – “Ohne CTO zu gründen war einer der folgenschwersten Fehler”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Versucht so viel wie möglich, von Ratschlägen und Erfahrungen anderer zu profitieren. Aber übernehmt nie etwas, ohne ganz sicher zu sein, dass es für euch und euer Startup richtig ist”, rät Thomas Rüdel von Kauz anderen Gründer:innen.

“Ohne CTO zu gründen war einer der folgenschwersten Fehler”

Freitag, 16. August 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Thomas Rüdel von Kauz. Das Startup aus Düsseldorf setzt auf Chatbot-Anwendungen.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ich fahre ins Büro (als einer der wenigen bei Kauz gehe ich fast immer ins Büro). Ich versuche, ein, zwei wichtige Dinge zu erledigen und mir einen Überblick über den Tag zu verschaffen, dann gehe ich erstmal 20 Minuten an der Düssel spazieren. Dabei sortiert sich alles noch einmal und meistens kommen mir auch ein bis zwei gute Ideen.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Hmmh, schwierig :-). Essen, ein Buch lesen, einen Film gucken. 

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Dass um 4 Uhr Aufwachen und über offene Rechnungen nachdenken keinen Spaß macht.  

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Das war eigentlich kein Problem.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Puuh – ich habe so viele gemacht… Ohne CTO zu gründen war wohl der erste und einer der folgenschwersten Fehler. In der Anfangszeit nicht genug genetzwerkt. Zu leichtfertig das Geld ausgegeben. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Auch ein ganz schwieriges Thema. Weiß ich bis heute nicht. In der Regel stellt es sich erst nach längerer Zeit heraus, ob jemand wirklich gut zu uns passt und umgekehrt. Im Recruiting kann man eigentlich nur die rausfiltern, die sicher nicht passen. Und selbst das macht man oft falsch, wenn man gerade dringend jemanden braucht. 

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Versucht so viel wie möglich, von Ratschlägen und Erfahrungen anderer zu profitieren. Aber übernehmt nie etwas, ohne ganz sicher zu sein, dass es für euch und euer Startup richtig ist. Es hängt alles von den konkreten Umständen ab. 

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Es gibt im Grunde für jedes Thema mehrere Tools.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Das machen die Leute schon selbst. Eigentlich muss man nur ab und zu freie Tage dafür einrichten (Strategietag, Hackathon, “Creating energy by wasting time together”)

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


In den ersten zwei Jahren in Dauerschleife: Jedesmal wenn wir das Büro zu einem Kundentermin verließen, saß unser Techie noch daran, die Demo zum Laufen zu bringen. Wenn wir beim Kunden ankamen, lief sie – hoffentlich. Oder wir mussten die Intro noch etwas in die Länge ziehen. Oder es aufs Internet schieben…

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Kauz

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