#Gastbeitrag – So unterscheiden sich das deutsche und nordische Startup-Ökosystem

Als Venture Capitalist aus Dänemark habe ich in den letzten Jahren umfassende Einblicke in die Dynamik zwischen dem deutschen und dem nordischen Startup-Ökosystem bekommen. Beide Regionen bieten einzigartige Vorteile und stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen. 

Das Startup-Ökosystem in Deutschland – Europas größter Volkswirtschaft – hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark entwickelt, angetrieben durch eine bessere Regulierung, Zugang zu Kapital und eine akademische Infrastruktur, die Unternehmertum fördert. In den nordischen Ländern hingegen sehen wir weiterhin ein sehr starkes Engagement seitens LPs für Technologie, Innovation und zunehmend dynamische Tech-Hubs in und außerhalb der Hauptstädte wie Stockholm, Kopenhagen und Helsinki.

Auch wenn Größe und Entwicklungsstand der Ökosysteme noch recht unterschiedlich sind – ich sehe viele Synergien und Verbindungen. 

Viel Kapital für Innovation und Unternehmertum in den nordischen Ländern 

Die nordischen Länder – Finnland, Schweden und Dänemark – sind traditionell für ihr großes Engagement bei Investments für Innovationen und Entrepreneurship bekannt, d.h. ein großer Prozentsatz des BIP fließt in Private Equity und Venture Capital Investitionen: Die nordischen Länder investieren zwischen 0,76 % und 0,83 % ihres BIP in Startup-Unternehmen. Dies zeugt von einem starken Engagement für die Förderung von Innovationen und die Unterstützung von Gründern.

Seit vielen Jahren unterstützen die nordischen Staatsfonds das Startup-Ökosystem intensiv; Fonds wie EIFO, Sam Invest/Ami und Investinor sind Katalysatoren für ihre jeweiligen Ökosysteme. Hingegen werden in Deutschland nur 0,31 % des BIP für Startup-Investitionen ausgegeben. Damit liegt Deutschland nicht nur unter den nordischen Investitionsquoten, sondern auch unterhalb des europäischen Durchschnitts von 0,46 %. 

Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland mehr Wachstumskapital für Startups und Scale-ups. 

Deutsche Startups sind Vorreiter im B2B-Bereich / Digitalisierung des Mittelstandes 

Das Deutsche Ökosystem ist besonders stark im Bereich Vertical SaaS – nicht zuletzt sicherlich, weil Deutschland im Bereich Mittelstand und Industrie sehr stark aufgestellt ist. Darüber hinaus sehen wir in Deutschland geraden einen starken Aufschwung bei KI-basierten Startups, insbesondere im B2B-Sektor. Dieser Trend macht den Standort Deutschland für uns als Investor immer attraktiver. Die größte Chance für Innovation und Wachstum in Deutschland wird in meinen Augen die Digitalisierung des deutschen Mittelstands sein.

Zudem gibt es in meinen Augen großes Potential für technische Startups und Universitäts Ausgründungen. Deutschlands zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen schaffen eine starke Bildungslandschaft, allen voran technische Universitäten wie die TU München, das Karlsruher Institut für Technologie und die RWTH Aachen. Viele Studenten gründen während ihres Studiums ihr erstes Unternehmen. Die Hälfte aller Startups in Deutschland wird derzeit von ihren Hochschulen bei der Gründung unterstützt. 

Wir freuen uns darauf, mit deutschen Unternehmern und Investoren zusammenzuarbeiten, um den Mittelstand in Deutschland – und darüber hinaus – zu digitalisieren.

Nordische Startups – global ausgerichtet seit Tag 1

Die internationale Ausrichtung von Startups in den nordischen Ländern, insbesondere in Dänemark, ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Entwicklung und Skalierung von Startups. Skandinavische Startups sind vom ersten Tag an global ausgerichtet, was es ihnen ermöglicht, auf weltweiten Märkten zu agieren und zu wachsen. Diese globale Denkweise wird durch ein hohes Maß an Innovation und eine positive Haltung gegenüber Startups im nordischen Raum verstärkt. 

Zusätzlich unterstützen die Regierungen der nordischen Länder Startups aktiv durch viele Programme und Initiativen, was die Rahmenbedingungen für ihren Erfolg weiter verbessert. Die enge Vernetzung innerhalb der nordischen Startup-Szene erleichtert zudem den Zugang zu Wissen, Ressourcen und potenziellen Partnern, was die internationale Expansion von Unternehmen effektiv unterstützt.

Während das deutsche Startup-Ökosystem dem Nordischen sicherlich ein Jahrzehnt voraus ist – und hauptsächlich organisch mit Ökosystemen um Rocket Internet, Zalando und dergleichen wuchs, verfügt Dänemark mit rund 20.000 Startups pro Jahr über eine der dynamischsten Startup-Szenen in Europa. Die Szene konzentriert sich zwar weitgehend auf Kopenhagen, wo etwa 40 % dieser Unternehmen angesiedelt sind, aber auch in der Stadt Aarhus entstehen interessante Unternehmen, was dem dänischen Ökosystem eine weitere Dimension verleiht. In den nordischen Ländern sind Fintech (z. B. Klarna, Pleo) und digitale Unterhaltung (z. B. Supercell, King) traditionell stark vertreten.

Brücken bauen, oder: Was wir voneinander lernen können

Als dänischer VC, der in den nordischen Ländern und in Europa investiert und viel Zeit in Deutschland verbracht hat, denke ich, dass wir uns stärker zwischen den Ökosystemen vernetzen sollten: Mehr Austausch, gegenseitige Besuche – bei Konferenzen und Events – und darüber hinaus natürlich auch mehr gemeinsame Investitionen. 

Ich sehe viele Möglichkeiten für mehr Co-Investments und  mehr Zusammenarbeit – zwischen VCs und Gründern, und nicht zuletzt zwischen LPs. Es wäre schön, wenn sich auch die LPs stärker vernetzen würden, denn sowohl das nordische als auch das deutsche Ökosystem haben starke, sich ergänzende Assets.

Wir lernen viel von deutschen Gründer:innen und -Investor:innen – wir freuen uns darauf, ihr Partner zu sein, wenn es darum geht, den Weg in die nordischen Märkte zu ebnen. Besonders begeistert sind wir vor allem darüber, was wir in den Bereichen B2B, Vertical Saas, Fintech, DevOps, Industrie 4.0 und Manufacturing, Logistics sehen und was die Zukunft hier zu bieten hat. 

Über den Autor


Carsten Salling ist General Partner bei Dreamcraft Ventures. Vor seiner Zeit bei Dreamcraft war Carsten in Führungspositionen bei der dänischen Armee und bei Maersk (ein globales Schifffahrts- und Logistikunternehmen) tätig – und hat umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Innovation und BizDev. Carsten ist Absolvent der Danish Army Officers Academy und der Copenhagen Business School.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Die Mischung machts: Bootstrapping und Investitionen kombiniert

#Gastbeitrag

Aus der Not heraus setzen Gründer:innen auf Bootstrapping, bevor sie mit Investitionen das Geschäftswachstum beschleunigen. Das hat einige Vorteile. Außen vor bleiben kapitalintensive Geschäftsmodelle. Ein Gastbeitrag von Florian Bogenschütz.

Die Mischung machts: Bootstrapping und Investitionen kombiniert

Montag, 28. Oktober 2024VonTeam

Nach der zündenden Idee und den ersten “Gehversuchen” stellt sich Gründer:innen die Frage nach der Finanzierung. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und laufen doch meist auf zwei Optionen hinaus – Bootstrapping oder Investment. Aber warum wählen, wenn beide zusammen zum Erfolg führen können? Bei der geschickten Kombination der beiden Finanzierungsmodelle greifen Startups zunächst auf die Ersparnisse der Gründer:innen zurück und holen sich erst bei klaren Wachstumsmöglichkeiten Investor:innen ins Unternehmen.  So bleiben Startups zu Beginn unabhängig und können im richtigen Moment Fahrt aufnehmen. 

Aus der Not geboren?

Die Entwicklung dieses neuen Finanzierungsmodells geht Hand in Hand mit der herausfordernden Lage der Investmentlandschaft. Warum sonst entscheiden sich aktuell so viele Gründer:innen für die Entbehrungen, die Bootstrapping anfangs mit sich bringt? Doch der gestiegene Leitzins und nicht allzu rosigen Aussichten auf dem Weltmarkt führten dazu, dass VCs ihre Investitionen weiterhin drosseln. 

Gründer:innen stehen vor der Herausforderung, alternative Wege zur Finanzierung ihres Startups zu finden und greifen so immer häufiger in die eigene Tasche, um die ersten ein bis zwei Jahre Geschäftsbetrieb zu finanzieren. Mit einem Minimal Viable Product (MVP), ersten Kund:innen und einem überzeugenden Product-Market-Fit haben Startups erste Wurzeln am Markt geschlagen und sind bereit für beschleunigtes Wachstum durch Fremdkapital. Dabei sind es in erster Linie B2B-SaaS-Startups, die bereits mit wenigen Kund:innen einen soliden Umsatz vorweisen können, die von diesem Modell profitieren.

Freie Entscheidungsmacht für Gründer:innen

Neben einer marktbedingten Notwendigkeit gibt es noch weitere Gründe, die für eine Kombination aus Bootstrapping und Investment sprechen. Besonders in den frühen Phasen eines Startups gibt es viele Unsicherheiten. Ist das Produkt gut genug? Gibt es eine ausreichend große Zielgruppe? Passt die Zusammenstellung des Teams? In einem selbstfinanzierten Startup können Gründer:innen bei diesen Themen eigenständig Entscheidungen treffen, während andernfalls Investor:innen interferieren und ihre Entscheidungsmacht in ihrem Sinne nutzen. Steigen Investor:innen erst zu einem späteren Zeitpunkt ein, wenn das Startup bereits Traction am Markt hat, bedeutet das einen erheblich größeren Spielraum für die Gründer:innen. Da sie nicht zwingend auf die Investitionen angewiesen sind, können sie auf Augenhöhe mit den Investor:innen verhandeln und bessere Konditionen für sich herausholen, etwa indem sie weniger Anteile abgeben müssen. 

Schlussendlich steht das Startup bei diesem Modell auch finanziell auf einer stabilen Grundlage, da der frühe Fokus auf Umsatz und Cashflow zu einem effizienten und nachhaltigen Unternehmenswachstum beiträgt.

Finanzierungsmodell eignet sich nicht für jedes Startup

Auch wenn sich die Vorteile, welche Bootstrapping gefolgt von Investitionen verlockend anhören, eignet sich das Modell nicht für jedes Startup. Außen vor bleiben kapitalintensive Geschäftsmodelle, wie etwa Startups, die Hardware herstellen oder auf Plattformmodelle setzen. Diese Unternehmen sind schon früh auf massive Investitionen angewiesen, um Traction zu generieren und sich gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen. Dazu zählen auch die meisten Startups aus dem B2C-Segment, die häufig schon zu Beginn mit hohen Marketingkosten konfrontiert werden. 

Ein entscheidender Nachteil dieses Ansatzes ist seine Exklusivität. Nur Gründer:innen, die ein komfortables finanzielles Polster aufgebaut haben, können es sich leisten, ein Startup mit eigenen Mitteln zu führen. Damit steigt häufig das Alter der Gründer:innen. 

Bootstrapping plus Investment: Gekommen, um zu bleiben?

Aus der Not geboren, hat sich das Finanzierungsmodell bei dem Gründer:innen in den Anfangsjahren ihr Startup selbst finanzieren, um sich dann später an externe Kapitalgeber zu wenden, mittlerweile am Markt etabliert. Doch wie zukunftsträchtig ist ein Modell, das zwar zahlreiche Vorteile, aber eben auch Entbehrungen mit sich bringt? Voraussichtlich wird mit einer Entspannung des Venture-Capital-Markts dieses Finanzierungsmodell allmählich an Bedeutung verlieren, wenn Unternehmen auch in einer frühen Phase wieder leichter und zu attraktiven Konditionen an Fremdkapital gelangen können.

Über den Autor


Florian Bogenschütz ist Managing Director von Wayra Deutschland, der Innovations- und Investmenteinheit von o2/Telefónica. Dort verantwortet er seit 2019 die Geschäftsentwicklung, die strategische Ausrichtung und hat das Venture-Client-Modell etabliert. Als ehemaliger Gründer spricht er regelmäßig über Themen aus dem Startup-Bereich, unter anderem als Moderator des Podcasts “Scalecast”.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – So verändern Millennial-Gründer:innen die Unternehmenswelt

#Gastbeitrag

Die kommenden großen Unternehmen sind von Millennials gegründet worden. Wer wissen möchte, wie das die Unternehmenskultur verändern wird, muss verstehen, was sie antreibt. Die Gen Y steht zwischen Babyboomern und Gen Z und kann zum Brückenbauer werden.

So verändern Millennial-Gründer:innen die Unternehmenswelt

Freitag, 25. Oktober 2024VonTeam

Die Arbeitswelt wandelt sich grundlegend – und wir alle spüren es. Eine Generation ist bei diesem Wandel besonders entscheidend: Für die Unternehmenskultur und Richtung der Wirtschaft der kommenden Jahrzehnte werden die Millennials oder Generation Y zentral sein, denn die Babyboomer gehen in die Rente und die Gen Z wird meist noch als zu jung für Führungsverantwortung empfunden. 

Aber was zeichnet diese Generation als Gründer*innen aus? Was machen sie anders, und warum ist dieser Wandel notwendig, um die Wirtschaft zukunftsfähig zu gestalten? 

Wir Millennials sind die Generation, die in den 2000er Jahren als junge Erwachsene in der „Post-Spaßgesellschaft“ aufgewachsen ist. Weniger hedonistisch als die vorangegangene Generation X stellten wir uns viele Sinnfragen – allerdings vor allem privat. Weniger Auto fahren, Bio einkaufen und Mülltrennung, damit wir unser privates Glück leben können – so könnte man das Lebenskonzept großer Teile dieser Generation zusammenfassen. Weil wir nicht nur wie vorangegangene Generationen fleißig sind, sondern auch den ganz persönlichen Sinn finden wollen, fordern wir von Unternehmen in so vielen Feldern ein Umdenken.

Brexit, Trump und die Pandemie haben uns gezeigt, dass es nicht reicht, sich passiv zurückzulehnen und Müll zu trennen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und wollen Unternehmen, Gesellschaft und Politik mitprägen. Die Gen Y erkennt, dass es nicht reicht, nur zu kritisieren – sie will gestalten und aktiv etwas bewegen. Dennoch sind Millennials oft frustriert von der Langsamkeit politischer Prozesse und suchen deshalb im Unternehmertum nach Wegen, schneller und effizienter Veränderungen herbeizuführen.

Millennial-Gründer*innen sind in mehrer Hinsicht grundsätzlich anders als  Babyboomer-Unternehmer*innen:

Millennials haben das bestehende Wirtschaftssystem weitgehend akzeptiert – anders als Teile der Generation Z, die es radikaler infrage stellen. Dennoch bedeutet das nicht, dass sie es unverändert übernehmen. Im Gegenteil: Die Arbeitswelt, wie sie bisher von Babyboomern gestaltet wurde, steht für Millennial-Gründer*innen auf dem Prüfstand. Der Profit als einziges Unternehmensziel verliert an Bedeutung und das zeigt sich in einer neuen Definition von Erfolg. Millennial-Gründer*innen fragen sich zunehmend: Wie lässt sich unternehmerischer Erfolg mit gesellschaftlichem Mehrwert verbinden? 

Im Gegensatz zu früheren Generationen, die unter anderem auf maximale Effizienz und Gewinnoptimierung setzten, erkennen Millennial-Gründer*innen, dass nachhaltiges und sinnstiftendes Wirtschaften der Schlüssel für langfristige Stabilität und gesellschaftliche Akzeptanz ist. Das ist nicht nur Ausdruck einer Überzeugung, sondern auch eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage der Konsument*innen, die zunehmend sozial bewusst agieren. Viele von Millennials gegründete Unternehmen beweisen, dass es Wege gibt, gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen, ohne auf finanzielle Erfolge verzichten zu müssen. Bei share setzen wir beispielsweise bewusst auf Konsum, um Spenden für Menschen in Not zu generieren. 

Ein weiterer zentraler Unterschied zu den Babyboomern liegt in der Gestaltung der Arbeitswelt. Millennials sind in einem Umfeld aufgewachsen, das von starren Arbeitszeitmodellen und strikten Hierarchien geprägt war. Gleichzeitig haben sie einen starken Freiheitsdrang entwickelt und fordern nun in ihrer Rolle als Unternehmer*innen mehr Flexibilität. Dabei geht es nicht nur um flexiblere Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, remote zu arbeiten, sondern auch um eine grundsätzliche Neuordnung der Arbeitswelt. Millennials hinterfragen alte Strukturen und suchen nach Wegen, um die Arbeitswelt so zu gestalten, dass sie zu den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden passt.

Genau diese Flexibilität ermöglicht es Millennials, die Arbeit neu zu definieren. Sie legen in der Regel Wert darauf, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von der Hierarchieebene eine Stimme haben und Verantwortung übernehmen können. Für sie steht im Vordergrund, dass Arbeit nicht nur als Mittel zur Erzielung von Gewinn gesehen wird, sondern auch als Möglichkeit, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. In dieser Hinsicht sind Millennial-Gründer*innen besonders gut aufgestellt, um die Wünsche und Erwartungen der Generation Z aufzugreifen, die gerade in die Arbeitswelt einsteigt. Die Gen Z ist die erste Generation, die komplett ohne prägende kollektive Ereignisse und Medien aufwächst. Durch den fragmentierten Medienkonsum schon in der Kindheit sind auch ihre Anforderungen an den Beruf vielfältig wie in keiner anderen Generation – von Sinnerfüllung bis schnell verdientes Geld ist alles dabei.

Millennial-Gründer*innen stehen gerade an einer entscheidenden Schnittstelle: Einerseits erkennen sie die Notwendigkeit, die Errungenschaften der Babyboomer wie Wohlstand und unternehmerischen Erfolg weiterzuentwickeln. Andererseits müssen sie die Erwartungen der nachfolgenden Generation Z berücksichtigen. Als Vermittler*innen sind sie daher entscheidend dafür, eine Balance zwischen Tradition und Innovation zu finden.

Sie orientieren sich also an den Grundwerten des bestehenden Systems, stellen aber gleichzeitig viele der alten Denk- und Handlungsmuster infrage. Die Gen Y hat verstanden, dass die Herausforderungen unserer Zeit nur gelöst werden können, wenn Wirtschaft und Gesellschaft kooperativ in dieselbe Richtung wirken. Diese Generation wird die Zukunft der Wirtschaft gestalten – und sie hat alle Werkzeuge in der Hand, um dies erfolgreich zu tun.

Über den Autor


Ben Unterkofler ist Co-Founder und Geschäftsführer von share. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Internationale Politische Ökonomie an der Universität zu Köln und der LSE in London. Vor der Gründung von share schlug er eine politische Karriere im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament ein und war zu Beginn seiner Karriere als Schauspieler tätig.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

#Gastbeitrag – Vom Gründer zum CEO

Veränderungen sind oft mit Zweifeln verbunden. So ist das auch beim Wandel vom Gründer zum CEO. In dieser Übergangsphase tauchen Fragen auf wie: “Bin ich wirklich der richtige CEO für das Unternehmen?” und “Sollen wir wirklich weiter wachsen, vielleicht reichen 20 Leute ja?” Dazu gesellt sich oft das Gefühl, dass dir alles zu viel wird. Mit mangelnder Führungskompetenz hat das nichts zu tun. Vielmehr sind es Hinweise darauf, dass du an einem entscheidenden Punkt stehst: dem Übergang vom Gründer zum CEO. Deine bisherigen Verhaltensweisen und Denkmuster reichen jetzt nicht mehr. Du musst deine neue Rolle finden. Erfahre in diesem Artikel, wie dir die innere Transformation vom Macher zum Leader gelingt. 

Was unterscheidet einen Gründer von einem CEO?

Als Gründer:in bist du vor allem Macher:in. Du schaffst ein Produkt, das den Markt erfolgreich erobert. Du bist mittendrin im Team, bist sein Herz und Hirn. Du willst die Dinge initiieren und bewegen, am besten selbst. Mit der Zeit wächst dein Team. Du gibst immer mehr deiner ursprünglichen Aufgaben ab. Statt zu “arbeiten”, sitzt du jetzt vor allem in Meetings. Eigentlich hattest du dich darauf gefreut, nicht mehr alles selbst machen zu müssen, aber jetzt frustriert es dich. Deine direkte Wirksamkeit geht verloren. Es ist der Beginn deiner Transformation. Neue Aufgaben warten auf dich!

Als CEO bist du vor allem Führungskraft. Du schaffst den Rahmen, gibst den anderen Teamplayern die Orientierung vor, kreierst eine skalierbare Organisation, die langfristig am Markt erfolgreich ist. Du liebst es, die richtigen Menschen zu finden und in die Verantwortung zu bringen.

Das Ende deiner Zeit als Gründer:in und was du beachten solltest

In meinen Coachings höre ich in dieser Phase regelmäßig die gleichen zwei Sorgen:

  • Was ist denn mein Beitrag, wenn ich nichts mehr selbst mache?
  • Wenn ich alles abgebe, habe ich ja gar nichts mehr zu tun! Was ist dann mein Wert für mein Unternehmen?

Mein Rat ist dann: Sieh’ diese Fragen positiv. Werte sie als Zeichen, dass deine Zeit als Gründer:in zu Ende geht. Die kritische Unternehmensgröße für diesen Übergang liegt bei 15 bis 25 Mitarbeitenden. Deine persönliche Führungsspanne ist jetzt maximal ausgereizt. Dein Unternehmen spürt die Wachstumsschmerzen, es hakt an vielen Stellen, Konflikte und Unzufriedenheit mehren sich. Jetzt ist es hilfreich, dich zu hinterfragen und daraus wichtige Erkenntnisse für deine nun vor dir liegende Rolle zu erhalten:

  • Reflektiere deine bisherige Rolle: Was bedeutet es für dich, Gründer:in zu sein? Was magst du an dieser Rolle? Warum lässt du sie so ungern los?
  • Entzaubere die Gründer:innenrolle: Gründer:innen sind toll, aber keine Allzweckwaffen. Wenn du weiter im Gründer:innen-Mindset unterwegs bist, stehst du deinem Team im Weg, dein Unternehmen wird wahrscheinlich stagnieren.
  • Akzeptiere das Verlustgefühl. Ja, jetzt geht eine coole Zeit zu Ende. Aber eine neue (vielleicht sogar noch coolere) liegt vor dir. Nur wenn du deine alte Rolle loslässt, kannst du voll und ganz in der neuen Rolle ankommen.
  • Feiere deine Erfolge und Learnings. Unglaublich, was du schon geschafft hast. Du hast echt die Power – und kannst sicher noch viel mehr. Freu’ dich darüber!

Im Niemandsland des Übergangs

Nach dieser Reflexion weißt du, dass sich etwas ändern muss, oft aber noch nicht genau was. In diesem Niemandsland des Übergangs wirst du dich daher sicherlich oft unsicher fühlen. Da sind bereits die neuen Herausforderungen, emotional (und auch organisatorisch) hängst du aber noch an deiner Rolle als Gründer:in. Es geht dir wie dem Hummer im Wachstum: Die alte Schale ist zu klein geworden, der neue, größere Panzer wächst bereits, ist aber noch weich und verletzlich.

Zeichen des Niemandslands sind:

  • Motivationstief und verringerte Produktivität: “Ich bin komplett ausgelaugt, alles strengt mich viel mehr an als früher.” “Ich bekomme mich nicht mehr motiviert.” 
  • Angst um Rolle, Status und Identität: In dieser Phase kochen im Kreis der Gründer:innen gerne Konflikte um die CEO-Rolle hoch. Das verlorene Gefühl der Wirksamkeit wird durch ein gesteigertes Statusbewusstsein kompensiert.
  • Abwehr gegen den Wandel: Viele Gründer:innen versuchen, die Notwendigkeit der persönlichen Weiterentwicklung zu umgehen und stagnieren.

Das alles gehört zu deiner inneren Transformation dazu. Nimm es an und arbeite daran. Auch wenn der innere Widerstand im Niemandsland zunächst oft groß ist, wenn du es wirklich willst, schaffst du die Transformation vom Gründer zum CEO!

Wichtig ist, dass du dich der Herausforderung stellst und ehrlich zu dir und dem Team bist:

  • Gehe den Gefühlen der Verunsicherung und Verwirrung nach. Was würde dir helfen, wieder auf festeren Boden zu kommen?
  • Verstehe, was du wirklich willst. Was ist deine persönliche Mission? Willst du den Schritt Richtung CEO gehen oder lieber Gründer:in bleiben? Was bedeutet das für dich und euer Unternehmen?
  • Male ein Bild der Zukunft. Was für ein Leader willst du sein? Wie fühlt sich das an? Was wird für dich, für eure Company möglich, wenn du diesen Weg gehst?

Idealerweise ziehst du dich für diese Überlegungen eine Zeit lang zurück, gehst ein oder zwei Wochen ohne Ablenkung in Klausur mit dir selbst. Super ist auch die Arbeit mit einer Coach:in, die dir hilft, die Transformation bewusst zu durchlaufen. Das Niemandsland endet, wenn du spürst, dass deine alte Energie zurückkehrt. Wenn sich der Nebel klärt, der über deinen Gedanken liegt.

Neustart als CEO und Leader

Jetzt hast du Lust, den nächsten Schritt zu gehen. Also: rein in die Umsetzung.

  • Plane deine Lernreise. Worin bist du bereits gut? Wo sind noch Lücken? Welche zwei oder drei Skills willst du unbedingt meistern, um der CEO deiner Träume zu werden? Was ist der erste Schritt, den du sofort gehst?
  • Ich bin CEO. Zeige deinem Team, dass du ein echter Leader werden willst. Du hast dich bisher als Gründer:in und CEO vorgestellt? Dann lass die “Gründer:in!” künftig weg. 
  • Nicht ablenken lassen. Der Anfang ist gemacht, auch wenn du noch nicht zu 100 Prozent in deiner künftigen Rolle angekommen bist. Geh’ entschlossen weiter und höre nicht auf die inneren und äußeren Stimmen, die dich vom Weg ablenken wollen. Genieße vielmehr den Prozess, dann kommen die Ergebnisse von selbst.

Fazit


Du siehst, auf dem Weg vom Gründer zum CEO durchläufst du eine tiefgreifende, innere Transformation. Du wirst vom Macher zum Leader. Dabei lernst du nicht nur ein paar neue Skills. Du musst dein Selbstbild neu definieren, dich von lieb gewonnen Gewohnheiten und Glaubenssätzen lösen. Die drei Phasen vom Gründer zum CEO solltest du daher sehr bewusst durchleben. Denn nur dann wird es DEINE Transformation und nicht etwas, das dir passiert. Wenn du dich auf diesen Prozess einlässt, kannst du sicher sein, dass Du ein großartiger Leader wirst.

Über die Autorin:


Dorothea von Wichert-Nick widmet sich nach einer äußerst erfolgreichen Karriere in der Geschäftsführung digitaler Beratungsunternehmen (u.a. AltmanSolon, etventure, affilinet) der Förderung von erfahrenen Führungskräften. In einer herausfordernden Zeit für Startups und Gründer unterstützt sie mit ihrem Unternehmen volate ihre Klienten dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und ihre Führungsfähigkeiten an die sich ständig wandelnden Anforderungen anzupassen. Seit der Gründung von volate vor fünf Jahren hat sie mehr als 160 Gründer und Gründerteams begleitet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#Gastbeitrag – Strategisches Recruiting: So meistern Startups auch starke Wachstumsphasen

Der Übergang vom Startup zum Scale-up ist eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen. Nur etwa vier Prozent der neu gegründeten Unternehmen in Deutschland schaffen es, diesen entscheidenden Schritt zu meistern und nachhaltiges Wachstum zu erreichen. In dieser kritischen Phase entscheidet oft die Fähigkeit, die richtigen Talente zur richtigen Zeit an Bord zu holen, über den weiteren Erfolg. Strategisches Recruiting wird somit zum Schlüsselfaktor, um das Wachstum eines Unternehmens langfristig zu sichern. Doch wie können Startups sicherstellen, dass sie die richtigen Weichen stellen, um langfristig erfolgreich zu sein?

Was ist strategisches Recruiting?

Strategisches Recruiting ist ein bewusster Ansatz zur Einstellung von Mitarbeitenden, der sich an der Unternehmensstrategie orientiert. Es ist ein methodischer Ansatz, der auf langfristige Ziele, Unternehmenskultur und die spezifischen Anforderungen von Unternehmen abgestimmt ist. Besonders Startups, die skalieren, profitieren von einem strukturierten und durchdachten Recruiting-Prozess. Ein gutes Beispiel dafür ist Hubspot, das nach seinem Börsengang eine rasante Expansion durchlief. Das Unternehmen musste seine Belegschaft in kürzester Zeit verdoppeln und gleichzeitig mehrere internationale Standorte eröffnen – ein Erfolg, der maßgeblich durch strategisches Recruiting ermöglicht werden konnte.

Erfolgsstrategien für strategisches Recruiting

  • Strukturierten Einstellungsprozess aufbauen

Ein strukturierter und standardisierter Prozess ist entscheidend für erfolgreiche Einstellungen. Das beginnt mit einem klar definierten Plan für die Personalbeschaffung und einem gut durchdachten Prozess. Jede Rekrutierung sollte mit einer umfassenden Bedarfsanalyse beginnen – wen brauchen wir wirklich? Diese Analyse mündet in einer präzisen Stellenbeschreibung und einer darauf basierenden Ausschreibung. Der Bewerbungsprozess muss für alle Beteiligten transparent und leicht zugänglich gestaltet sein. Wichtig ist dabei die Datenerhebung während der Vorstellungsgespräche mit standardisierten Scorecards und einheitlichen Bewertungsmethoden. Dadurch wird sichergestellt, dass der Prozess fair sowie die besten Talente schnell erkannt werden und optimal zur ausgeschriebenen Position passen.

  • Investiert in ein Applicant Tracking System

Die Nutzung von Daten und Analysen im Rekrutierungsprozess ist heutzutage unverzichtbar. Tools wie Applicant Tracking Systems (ATS) ermöglichen es, den gesamten Prozess zu steuern und Daten strukturiert zu erfassen, was zu datengestützten Entscheidungen führt. ATS können Bewerbungen anhand vordefinierter Kriterien wie Berufserfahrung und spezifischen Fähigkeiten sortieren, was Personalverantwortlichen hilft, Kandidaten besser zu bewerten. Da die IT-Struktur der meisten Startups sehr modern ist, lässt sich ein ATS leicht integrieren – wenig Aufwand also, dafür viel Effizienz.

  • Konsistenz als Schlüssel zur Fairness

Fairness im Rekrutierungsprozess ist das Ergebnis eines konsistenten und strukturierten Ansatzes bei der Einstellung. Dies ist nicht nur ethisch notwendig, sondern kann auch einen Wettbewerbsvorteil für Startups darstellen. Interviewer:innen sollten klare, standardisierte Richtlinien haben, um die Fähigkeiten und Qualifikationen aller Bewerber:innen für eine bestimmte Position zu bewerten. Ein konsistenter Ansatz für jedes Interview, basierend auf einem vorgegebenen Fragenkatalog und einer transparenten Bewertung der für die jeweilige Rolle erforderlichen Fähigkeiten und Eigenschaften, minimiert Voreingenommenheit und fördert objektive Entscheidungen. Regelmäßige Schulungen für Interviewer:innen und die Einbindung vielfältiger Teams in den Auswahlprozess können zusätzliche Fairness gewährleisten.

  • Kümmert euch ums Employer Branding

Ein starkes Employer Branding ist entscheidend, um Top-Talente zu gewinnen. Startups sollten ihre Unternehmenskultur und -werte authentisch und konsistent kommunizieren. “Catfishing” durch eine unrealistische oder übertriebene Darstellung der Unternehmenskultur sollte vermieden werden. Gute Plattformen, um Einblicke hinter die Kulisse des Startups zu zeigen, sind Karriereseite, soziale Medien und Plattformen wie Kununu und Glassdoor. Gründer:innen sollten insbesondere Erfolgsgeschichten von Mitarbeitenden, Einblicke in den Arbeitsalltag und ihre Vision zeigen, um potenzielle Bewerber:innen  anzusprechen. Eine authentische Darstellung der Mission und Werte des Startups hilft, sich von größeren, etablierten Unternehmen abzuheben und lässt Bewerber:innen wissen, was sie erwartet.

  • Baut Talentepools auf

Der Aufbau von Talentpools ist eine proaktive Strategie, um zukünftige Rekrutierungsbedarfe schnell zu decken. Gründer:innen sollten kontinuierlich potenzielle Kandidaten identifizieren und Beziehungen zu ihnen pflegen, selbst wenn aktuell keine offenen Stellen verfügbar sind. Auch Bewerber:innen, die Potenzial haben, aber für eine aktuelle Ausschreibung nicht genommen wurden, können gefragt werden, ob sie in den Talentepool aufgenommen werden möchten. Netzwerke, Veranstaltungen und Online-Plattformen sollten ebenfalls genutzt werden, um in Kontakt zu bleiben. Ein gut gepflegter Talentpool bietet eine breite Basis an qualifizierten Talenten, auf die Recruiter in starken Wachstumsphasen schnell zurückgreifen können, wenn neue Positionen entstehen.

  • Nutzt moderne Software, um einen guten Einstellungsprozess zu gewährleisten

Moderne Rekrutierungssoftware ist entscheidend, um den Einstellungsprozess in Wachstumsphasen effizienter zu gestalten. Tools wie ein Applicant Tracking System (ATS) helfen dabei, zeitaufwendige Aufgaben wie die Sichtung von Lebensläufen oder die Terminierung von Vorstellungsgesprächen zu automatisieren. Künstliche Intelligenz kann ebenfalls eingesetzt werden, um Kandidaten basierend auf ihren Fähigkeiten und Erfahrungen zu identifizieren oder die Steuerung der Kommunikation mit Bewerber:innen zu optimieren. Es ist jedoch immer wichtig, sicherzustellen, dass der Einsatz von KI transparent und ethisch erfolgt, um Vorurteile und Diskriminierung zu vermeiden. Regelmäßige Überprüfungen der Algorithmen und eine Analyse des KI-Einsatzes gewährleisten faire und ausgewogene Ergebnisse.

Fazit

Die richtigen Talente zu finden und zu binden, ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg eines Startups, vor allem in Zeiten schnellen Wachstums. Mit einem gut durchdachten Rekrutierungsprozess kann man nicht nur strategisch einstellen, sondern auch eine starke, einheitliche Unternehmenskultur aufbauen. In einer Welt, in der der “War for Talent” Realität ist, ist cleveres Recruiting ein Muss. Startups, die diese Prinzipien umsetzen, sind bestens gerüstet, um den Markt zu meistern und nachhaltig zu wachsen.

Über den Autor


Jon Stross ist Präsident und Mitgründer von Greenhouse Software. Er ist Co-Autor des Buches “Talent Makers“, einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Implementierung eines strukturierten Einstellungsprozesses, der Talente anzieht und das Hiring zu einem Wettbewerbsvorteil macht. 

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies