#Gastbeitrag – Wie sogar Startups mit ihrem Dach Geld verdienen könn(t)en 

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Als Startup Verantwortung zu übernehmen, ist gefragter denn je. Ein guter erster Schritt dafür ist, die eigene Energieversorgung zu hinterfragen. Denn jede Kilowattstunde, die auf dem eigenen Dach erzeugt wird, ist ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft.

Wie sogar Startups mit ihrem Dach Geld verdienen könn(t)en 

Donnerstag, 21. November 2024VonTeam

Kostenoptimierung ist bei Startups  gegenwärtig ein zentrales Thema. Die Wahl der Software, die Reduktion von Bürokosten oder das Outsourcing nicht strategischer Bereiche – alles Wege, um die Finanzen in unruhigen Zeiten zu optimieren. Doch ein enormer Hebel für Einsparungen liegt oft direkt über unseren Köpfen: auf dem Dach.

Jedes Dach kann Geld verdienen – auch und gerade im Gewerbe

Aus dem Privatbereich mit den diversen Balkonkraftwerken oder Anlagen auf dem Dach sind Photovoltaikanlagen kaum mehr wegzudenken. Anders sieht es auf Deutschlands Lagerhallen, Bürodächern und Co. aus: Dort werden derzeit nur etwa 10 % der verfügbaren Gewerbedachflächen für Photovoltaikanlagen genutzt. Das ist verschenktes Kapital. Denn die Rechnung ist simpel: PV-Anlagen amortisieren sich oft bereits nach 7 Jahren, abhängig von Standort und Nutzung. Dem gegenüber stehen meist über 30 Jahre funktionierende Solaranlagen, die kostenlos Strom liefern. Angesichts der steigenden Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten, wie wir sie mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlebt haben, eine wirtschaftlich relevante Überlegung. 

Wie können Startups starten? Die technischen Voraussetzungen

Schon klar: 30 Jahre in die Zukunft zu planen, ist gerade für Startups ambitioniert, dennoch gibt es auch hier Wege, dazu gleich mehr.

Startups, die bereits gewachsen sind, bzw. Grownups haben unter Umständen eigene Büro- oder Produktionsgebäude erworben. Wenn sie überlegen, eine PV-Anlage für ihre Gewerbeimmobilie einzurichten, ist der erste Schritt die Überprüfung des Dachs: Ist es statisch tragfähig und bietet es ausreichend Fläche? Mit sogenannten Leichtbaumodulen ist es selbst bei Dächern mit geringerer Traglast möglich, die Sonnenenergie zu nutzen.

Die Größe der Anlage hängt dann von der Fläche, der Ausrichtung und möglichen Verschattungen ab. Hier ist auch relevant, ob es etwa Aufbauten auf dem Dach gibt. Dank digitaler Tools können Startups bereits in einer frühen Phase eine grobe Schätzung ihres Solarenergiepotenzials erhalten, bevor detaillierte Planungen vorgenommen werden. 

Gut zu wissen: Es gibt staatliche Förderprogramme für Unternehmen, die mit Solarenergie unabhängiger werden wollen, sowie durch das Solarpaket 1 auch eine erhöhte Einspeisevergütung für den ins Netz eingespeisten Strom.

Startups ohne eigene Immobilie: Das Gespräch mit Vermietern suchen

Auch für Startups, die noch zur Miete arbeiten, gibt es Möglichkeiten, proaktiv an der (wirtschaftlichen) Nachhaltigkeit zu arbeiten. Der Schlüssel liegt in der Absprache mit den Vermietern. 

Immer mehr Eigentümer von Gewerbeimmobilien erkennen die Vorteile von Solaranlagen, nicht nur als Wertsteigerung der Immobilie, sondern auch als Beitrag zur Reduzierung der Betriebskosten. Startups sollten den Dialog mit ihren Vermietern suchen und gemeinsam überlegen, wie Photovoltaik-Projekte auf die Gebäude gebracht werden können. Denn am Ende profitieren beide Seiten: Der Vermieter von einer aufgewerteten Immobilie und das Startup von niedrigeren Energiekosten.

Investoren und Mitarbeitende mit selfmade Strom überzeugen

Neben den direkten Kostenvorteilen durch mittelfristig niedrigere Energiekosten spielt auch das Thema Nachhaltigkeit bei Stakeholdern eine Rolle – bei Kund:innen, aber auch für Investor:innen. Laut einer Studie von PwC von 2023 berücksichtigen 75 % der befragten Investoren ESG-Kriterien bei ihren Investitionsentscheidungen.

Zudem ist selbstgemachter Strom für das Employer Branding ein echter Pluspunkt. Der eigene Strom, der das Büro versorgt, kann ein starkes Signal für potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein – ein Zeichen dafür, dass das Startup nicht nur Innovationen vorantreibt, sondern auch Verantwortung für den Planeten übernimmt.

Flexibilität und Unabhängigkeit: Batteriespeicher als kluge Ergänzung

Aber da ist noch das “one more thing”: Solaranlagen sollten heute idealerweise mit Batteriespeicher kombiniert werden. Denn sie ermöglichen es, überschüssige Energie zu speichern und dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird – zum Beispiel abends oder an bewölkten Tagen. Dies optimiert den Eigenverbrauch und senkt langfristig die Stromkosten. Für produzierende Startups, die in Hochphasen flexibel agieren müssen, bieten Batteriespeicher außerdem die Möglichkeit, Lastspitzen zu managen und Netzentgelte zu minimieren. Dass hier an Optimierungsmöglichkeiten noch längst nicht Schluss ist, liegt auf der Hand; so sind auch die genutzten Lieferketten einen Blick wert und vielleicht kommt das Weihnachtsfeier-T-Shirt dieses Jahr mal aus Deutschland und nicht Fernost. 

Denn als Startup Verantwortung zu übernehmen, ist gefragter denn je. Ein guter erster Schritt dafür ist, die eigene Energieversorgung zu hinterfragen. Denn jede Kilowattstunde, die auf dem eigenen Dach erzeugt wird, ist nicht nur eine Einsparung, sondern auch ein Schritt in eine unabhängige und nachhaltige Zukunft.

Über den Autor


Florian Resatsch ist CEO von Elevion Green und befähigt Unternehmen, aus Klimaschutz einen Business Case zu machen. Mit seiner Plattform ermöglicht er Startups und Unternehmen in Deutschland die einfache, schnelle und digitale Installation von Solaranlagen. Florian war zuvor Gründer von Friendticker und als CMO bei Viessmann tätig.

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#Gastbeitrag – Mit diesen 10 Tipps meisterst du den Funding-Stress

Die Suche nach Investoren ist ein Drahtseilakt zwischen Hoffnung und Unsicherheit. Für Gründer:innen ist die Vorbereitung auf eine Finanzierungsrunde emotional und organisatorisch fordernd. Hoher Druck, Zeitmangel und die Angst vor dem Scheitern sind häufige Begleiter. Doch anstatt dich vom Stress überwältigen zu lassen, gibt es Strategien, mit denen du souverän und gelassen bleibst. Mit den richtigen Ansätzen kannst du die nächste Funding-Runde fokussiert und selbstbewusst angehen. Hier sind 10 Wege, die dir helfen, den Stress zu reduzieren und den Prozess erfolgreich zu bewältigen.

Zugegeben, viele Faktoren sorgen für Druck vor und während der Funding-Runde. Das ist zum einen der zeitliche Faktor. Besonders in der Seed-Phase und Series A wird das Funding schnell zu einem Full-Time-Job zusätzlich zu deinem normalen Arbeitsalltag. Gleichzeitig musst du in dieser Phase oft mit widersprüchlichen Gefühlen umgehen. Du musst Investoren beeindrucken, während du innerlich vielleicht mit Unsicherheiten kämpfst. Du willst deinem Team Sicherheit geben, obwohl dich die Angst vor dem Scheitern belastet. Gleichzeitig wiegt die Verantwortung für das Team und die Zukunft des Unternehmens schwer, während du kaum Kontrolle darüber hast, was Investoren letztendlich entscheiden.

Zusätzlich erschwert die aktuelle Marktsituation die Lage: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.489 Startups gegründet, wie der Bundesverband Deutsche Startups berichtet. Fast alle sind auf der Suche nach Investoren, die aber agieren zurückhaltend. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom rechnet derzeit etwa jedes neunte befragten Startups in den kommenden zwölf Monaten mit einer Insolvenz. 

Resilienz als Schlüssel

Um dem Stress des Fundings standzuhalten, ist emotionale Widerstandsfähigkeit entscheidend. Resilienz hilft dir, Rückschläge zu bewältigen, kritische Fragen von Investoren als normal zu verstehen und in stressigen Momenten Ruhe zu bewahren. Resilienz lässt sich trainieren, und diese 10 Tipps werden dir helfen, gelassener durch die nächste Finanzierungsrunde zu gehen:

  1. Nimm an, was ist

Was die Psychologen “Normalisierung” nennen, beschreiben die Kölner so: “Et es wie et es!” Gemeint ist: Was du akzeptierst, wirkt weniger bedrohlich. Funding-Stress ist völlig normal – mach dir also keine Vorwürfe, wenn der Stress mal für schlaflose Nächte sorgt oder das Gedankenkarussell kreist. Nimm es an, anstatt dich dafür zu verurteilen.

  1. Lass es dir gutgehen

Funding ist ein Marathon, kein Sprint. Über Monate wirst du immer wieder durch intensive Phasen gehen. Deshalb ist es besonders wichtig, auf dich selbst zu achten: Setze auf viel Bewegung, gesunde Ernährung und verzichte weitgehend auf Alkohol. Diese Selbstfürsorge hilft dir, den Stress besser zu bewältigen. Nimm dir bewusst mehr Zeit für das, was dir gut tut, und baue Entspannungsroutinen am besten schon vor der Finanzierungsrunde auf – denn unter Druck greift man auf die etablierten Gewohnheiten zurück.

  1. Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Verschwende keine Energie auf Dinge, die außerhalb deiner Kontrolle liegen. Stattdessen solltest du dich auf das konzentrieren, was du beeinflussen kannst: eine gute Unternehmenskultur, klare KPIs, ein starkes Pitchdeck und ein breites Netzwerk an wertvollen VC-Kontakten. Diese Aspekte liegen in deiner Hand – was Investoren letztlich entscheiden, nicht. Bleib also bei dem, was du selbst gestalten kannst.

  1. Fokussiere dich ausschließlich aufs Funding

In der intensiven Phase der Finanzierungsrunde solltest du dich nur auf das Funding konzentrieren. Dein Team und deine Co-Founder können sich um andere Aufgaben kümmern. Schone deine Ressourcen, nutze Pausen wirklich zur Erholung (und nicht, um schnell noch ein paar Vertriebstermine einzuschieben). Vermeide zusätzliche Verpflichtungen. Arbeite nachts nicht auch noch operative Aufgaben ab, sondern sorge dafür, dass du ausreichend Schlaf bekommst. Dein Fokus sollte jetzt nur auf dem Funding und deiner Regeneration liegen – sonst nichts.

  1. Finde einen erfahrenen Begleiter

Andere Gründer:innen sind diesen Weg bereits gegangen – nutze ihre Erfahrung. Ein Coach oder eine Mentorin, die die Prozesse gut kennt, können dir wertvolle Hinweise geben, was normal ist und worauf du achten solltest. Eine solche Person an deiner Seite bietet dir Sicherheit und hilft dir, den Weg leichter zu meistern.

  1. Arbeitet als Team

Verteile die Last auf deine Co-Founder und dein Team. Sprich offen darüber, wo ihr im Prozess steht und wie das Team dich unterstützen kann. Du musst nicht alles alleine bewältigen (auch wenn dir deine schwarzen Gedanken genau das vielleicht suggerieren wollen…). Vertraue deinem Team und delegiere Aufgaben gezielt. Gemeinsam seid ihr stärker und könnt den Herausforderungen besser begegnen.

  1. Schafft euch einen War-Room

Gebt dem Funding einen festen Platz. Schafft, wenn möglich, einen speziellen Raum, in dem alle Aktivitäten rund um das Funding stattfinden. So bleibt der Prozess an einem Ort, zu dem du die Tür auch mal schließen kannst und nimmt nicht dein gesamtes Leben in Anspruch.

  1. Sprecht über den Worst Case

Zum War-Room gehört auch die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Worst-Case-Szenario. Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Oft ist die tatsächliche Fallhöhe weniger dramatisch als befürchtet. Geht die Risiken in einem “Premortem” durch: Angenommen, das Funding scheitert – was ist schiefgelaufen? Was sind die größten Risiken, und was könnt ihr dagegen tun? Identifiziert die potenziellen negativen Auswirkungen und entwickelt gezielt Lösungsansätze für die Bereiche, die ihr beeinflussen könnt.

  1. Starte früh und bleib flexibel

Finanzierungsrunden lassen sich nur bedingt planen. Je früher du beginnst und je mehr Spielraum du dir lässt, desto entspannter wirst du sein. Überlege dir klar, was dein eigentliches Ziel ist: Welche Art von Unternehmen möchtest du aufbauen? Was willst du wirklich erreichen? Denke auch an alternative Wege zur klassischen Funding-Runde – es gibt schließlich viele Möglichkeiten, dein Ziel zu erreichen.

  1. Feiert eure Erfolge – auch die kleinen

Fokussiere dich nicht nur auf den großen Abschluss. Jeder kleine Meilenstein ist ein Grund zum Feiern, am besten im Team. Ob das erste Pitchdeck verschickt ist, die ersten Termsheets eintreffen oder die Due Diligence beginnt – all das sind Erfolge, die Anerkennung verdienen und die ihr feiern solltet!

Fazit

Du siehst, du kannst jede Menge (für dich) tun, um der Funding-Stressfalle zu entgehen. Vor allem gilt: Plane die nächste Funding-Runde rechtzeitig. Welche VCs sind für euch besonders interessant, und wie kannst du früh mit ihnen in Kontakt treten? Welche Vorbereitungen brauchst du, um Sicherheit zu gewinnen? Überlege, welche Bereiche du selbst kontrollieren kannst und wo du loslassen musst. Entwickle jetzt schon Entspannungsroutinen, die dir später in stressigen Phasen helfen. 

Die Reise zum Funding gleicht gerade in der ersten Zeit eines Unternehmens einer emotionalen Achterbahnfahrt. Doch mit jedem Durchgang wird es leichter. Und gut vorbereitet ist schon halb gewonnen. So wirst du schon bald zum echten Funding-Profi. Halte durch – es lohnt sich!

Über die Autorin:


Dorothea von Wichert-Nick widmet sich nach einer äußerst erfolgreichen Karriere in der Geschäftsführung digitaler Beratungsunternehmen (u.a. AltmanSolon, etventure, affilinet) der Förderung von erfahrenen Führungskräften. In einer herausfordernden Zeit für Startups und Gründer unterstützt sie mit ihrem Unternehmen volate ihre Klienten dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und ihre Führungsfähigkeiten an die sich ständig wandelnden Anforderungen anzupassen. Seit der Gründung von volate vor fünf Jahren hat sie mehr als 160 Gründer und Gründerteams begleitet.

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#Gastbeitrag – Wieso Business-Angel-Netzwerke die perfekten Partner für dein Startup sind

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Für Gründer ist der Zugang zu einem starken Business-Angel-Netzwerk von unschätzbarem Wert. Ein sauberer Cap Table, Zugriff auf Expertenwissen und professionelle Unterstützung sind bedeutend für einen langfristigen Erfolg. Ein Gastbeitrag von Julian Kappus.

Wieso Business-Angel-Netzwerke die perfekten Partner für dein Startup sind

Dienstag, 12. November 2024VonTeam

Als Gründer steht man früher oder später vor einer der wichtigsten Fragen: Wie finanziere ich mein Startup? Wer sich für externe Kapitalgeber wie Venture Capital, Business Angels oder ähnliche Investoren entscheidet, sollte sich im nächsten Schritt fragen: Wer bringt mir die größten Vorteile? Eine Seed-Kombination aus einem Lead VC und einem starken Business-Angel-Netzwerk kann Startups einen großen Mehrwert über das Kapital hinaus bieten. Aber wie genau?

Clean Cap Table: Eine klare Struktur für langfristigen Erfolg

Eine Beteiligungsübersicht (Cap Table) eines Startups kann schnell unübersichtlich werden: Viele Investoren, verschiedene Runden und unterschiedliche Anteile. Ein gut strukturiertes Business-Angel-Netzwerk löst das Problem. Statt unzähligen Einzelpersonen, die als Investoren auftreten, agiert ein starkes Netzwerk als eine einzige Entität auf dem Cap Table. Gründer halten so ihre Strukturen klar und einfach. Hinter dieser Entität stehen mehrere erfahrene und wertvolle Investoren, die dem Startup mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ein sauberer Cap Table erleichtert die Kontrolle über das Unternehmen und macht spätere Finanzierungsrunden oder Exits reibungsloser. Ein Netzwerk aus Business Angels bietet hier die Vorteile eines Super Angels: wertvolle Ansprechpartner mit unterschiedlicher Expertise.

Zugriff auf Erfahrung und Netzwerke

Business Angels investieren bewusst in junge Unternehmen und suchen die aktive Zusammenarbeit. 2023 kamen laut dem Business Angel Report 78% aller Startup-Investments von Business Angels. Dabei investieren die meisten Angels in der ersten Runde 50.000€. Sie unterstützen Startups in der Frühphase bei der Produktentwicklung, Marketingstrategien und internationalen Expansion. Über die Hälfte der aktivsten 100 Business Angels gründeten selbst ein Startup.

Jeder Angel bringt außerdem sein Netzwerk mit, was erheblichen Mehrwert bietet. Diese Verbindungen öffnen Türen zu potenziellen Partnern, Kunden oder weiteren Investoren. Business-Angel-Netzwerke vereinen oft Menschen mit vielfältigen beruflichen Hintergründen und Fachkenntnissen. Diese Vielfalt macht sie besonders wertvoll, da sie Startups aus verschiedenen Blickwinkeln beraten und unterstützen.

Zusammenarbeit mit verfügbaren Ansprechpartnern

Ein Problem, mit dem viele Gründer konfrontiert sind: Einzelne Business Angels sind häufig schwer zu erreichen. Sie sind zu beschäftigt, um aktiv zum Wachstum beizutragen. Hier punktet ein strukturiertes Business-Angel-Netzwerk. Die Lead Partner im Netzwerk gewährleisten eine professionelle Zusammenarbeit. Regelmäßige Meetings, Events und Feedbackrunden sind fest in der Struktur verankert und unterstützen Gründer erheblich.

Ein gut geführtes Netzwerk bietet nicht nur Kapital, sondern sorgt auch dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen den Angels und den Gründern auf einem professionellen Niveau stattfindet.

Risikobereitschaft und unternehmerisches Mindset

Business Angels haben oft selbst als Gründer begonnen und wissen genau, wie herausfordernd der Start eines Unternehmens sein kann. Das bedeutet, dass sie ein besonderes Verständnis für die Risiken und Unsicherheiten in der Frühphase eines Startups mitbringen.

Was bedeutet das für Gründer?

Für Gründer, die über eine Seed-Finanzierung nachdenken, ist der Zugang zu einem starken Business-Angel-Netzwerk von unschätzbarem Wert. Ein sauberer Cap Table, Zugriff auf Expertenwissen und professionelle Unterstützung sind bedeutend für einen langfristigen Erfolg. In Kombination mit einem Lead VC, der die strategische Führung übernimmt, bietet ein gut geführtes Netzwerk eine perfekte Grundlage für den Aufbau eines erfolgreichen Startups.

Über den Autor


Julian Kappus ist Mitgründer der Collective Ventures und CEO der Heliad AG.

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#Gastbeitrag – VC-Markt bleibt unter Druck

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Der globale Wagniskapitalmarkt bleibt unter Druck. Hoffnung auf ein besseres globales Fundraising-Klima und einen neuen IPO-Zyklus im kommenden Jahr schürt die US-Präsidentschaftswahl: Historisch betrachtet nahm die IPO-Tätigkeit im Jahr nach einer US-Wahl häufig zu.

VC-Markt bleibt unter Druck

Freitag, 8. November 2024VonTeam

Der globale Wagniskapitalmarkt bleibt unter Druck – das zeigen aktuelle Zahlen von Crunchbase. So konnten Startups im letzten Quartal 15 % weniger Kapital im Vergleich zum Vorjahr einsammeln. Ein Dämpfer, nachdem die Zeichen zuvor vorsichtig auf Erholung standen. Besonders heftig trifft der Rücksetzer Europa. Der alte Kontinent verzeichnete das schlechteste Quartal seit vier Jahren und büßte im Jahresvergleich fast 40 % Funding-Volumen ein. Entsprechend wundert es kaum, dass hierzulande die Anzahl der Startup-Insolvenzen auf Rekordniveau und die der Unicorns rückläufig ist. Mehr noch: Laut einer Analyse von Pitchbook könnte der kumulierte Wert aller europäischen Einhörner im Zuge von anstehenden Downrounds um insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar schmelzen. 

Auch Vorzeigestartups zunehmend unter Druck

Auch die Finanzierungszyklen werden länger – und sorgen mancherorts für Liquiditätsprobleme. So müssen Startups aktuell durchschnittlich 19 Monate mit einer Finanzierungsrunde zurechtkommen, verglichen mit durchschnittlich 15 Monaten auf dem Höhepunkt des letzten Booms. Ein Grund dafür ist nicht zuletzt, dass der Exit-Markt weiterhin schwächelt und VCs inzwischen deutlich weniger Dry Powder zur Verfügung haben. Dass unter dem fortwährend angespannten Umfeld und der insgesamt schwierigen konjunkturellen Lage auch (einstige) Vorzeigestartups leiden, zeigt nicht nur die spektakuläre Bauchlandung von Lilium, sondern auch die aktuelle Entlassungswelle bei Solaris – dort trennte man sich im Oktober von rund einem Drittel der Belegschaft. 

Family Offices und WIN-Initiative als neue Hoffnungsträger?

Während viele Startups in Europa also aktuell unter der Investitionszurückhaltung von VCs leiden, zeigt sich im deutschen Markt ein vielversprechender Trend: So engagieren sich Family Offices so stark wie nie zuvor in der Startup-Finanzierung, wie das Handelsblatt berichtet. Ein Schritt in die richtige Richtung, fraglos. Ebenfalls positiv: Mit der sogenannten WIN-Initiative plant die Bundesregierung, bis 2030 rund 12 Milliarden Euro zu mobilisieren, um das deutsche Startup-Ökosystem zu fördern. Dabei setzt sich ein Zusammenschluss aus Politik, Wirtschaft und KfW für weniger Bürokratie und mehr privates Kapital ein, um ein innovationsfreundlicheres Umfeld zu schaffen. Doch damit es langfristig mehr Startups Made (and Funded) in Germany and Europe gibt, braucht es nicht nur mehr Kapital, sondern auch mehr und bessere Innovationsökosysteme nach US-amerikanischem Vorbild, wie Helmut Schönenberger, Mitbegründer der UnternehmerTUM, dies kürzlich in einem Gastbeitrag forderte. 

Treibt die US-Wahl einen neuen IPO-Zyklus an?

Hoffnung auf ein besseres globales Fundraising-Klima und einen neuen IPO-Zyklus im kommenden Jahr schürt die US-Präsidentschaftswahl: Historisch betrachtet nahm die IPO-Tätigkeit im Jahr nach einer US-Wahl – unabhängig von ihrem Ausgang – häufig zu, wie eine Analyse von Crunchbase zeigt. Dass dies in 2025 wieder gelingt, scheint angesichts allgemein erwarteter Zinssenkungen gut möglich – und wäre angesichts der anhaltenden Tristesse in weiten Teilen der Startup-Landschaft auch bitter nötig. 

Trotz Mega-Runde von OpenAI – Droht eine Konsolidierung bei AI-Startups?

Doch während viele Startups aktuell hart um ihre Finanzierung kämpfen müssen, scheint sich der Höhenflug für AI-Startups fortzusetzen, wie die Mega-Runde von OpenAI unterstreicht. Der AI-Pionier sammelte im Oktober 6,6 Milliarden US-Dollar und damit die größte Finanzierungsrunde aller Zeiten ein. Zuletzt floss fast ein Drittel des global investierten Wagniskapitals in AI-Startups. Dass der AI-Hype indes in naher Zukunft seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen könnte, implizieren folgende Zahlen: So sind die Anzahl der Seed-Runden und auch das Gesamtvolumen von Seed-Finanzierungen von AI-Startups zuletzt rückläufig gewesen. Es ist nicht auszuschließen, dass hier in den kommenden Monaten eine Konsolidierung beginnt, da sich angesichts extrem hoher Bewertungen und abflauenden Wachstums die Anzeichen für eine Blasenbildung mehren. Dem AI-Sektor an sich würde eine solche Konsolidierung sicherlich nicht schaden, doch klar ist auch: Gerät das Zugpferd AI in den kommenden Monaten tatsächlich ins Stolpern, dürfte der gesamte Venture-Capital-Markt den nächsten massiven Stresstest erleben – und der Wettbewerb um Wagniskapital noch intensiver werden.

Über den Autor


Nils Langhans ist Geschäftsführer der Strategieberatung KAUFMANN / LANGHANS. Er berät Startups beim Fundraising und bei der Entwicklung ihrer Equity Story – von der Pre-Seed- bis zur Later-Stage-Finanzierung.

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#Gastbeitrag – Führen statt Kontrollieren: Der Weg aus der Mikromanagement-Falle

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Mikromanagement ist die Tendenz, jede kleine Aufgabe und jedes Detail in der Arbeit deines Teams genau zu kontrollieren. Du mischst dich ständig ein, weil du Angst hast, dass ohne deine Anleitung etwas schiefgehen könnte. Ein Gastbeitrag von Dorothea von Wichert-Nick.

Führen statt Kontrollieren: Der Weg aus der Mikromanagement-Falle

Dienstag, 5. November 2024VonTeam

Als Gründer:in bist du von Anfang an in jeden Aspekt deines Startups involviert – von der ersten Produktidee bis hin zu Marketing, Vertrieb und Teamaufbau. Du hast jede Entscheidung selbst getroffen und den Erfolg deines Unternehmens auf deinen Schultern getragen. Doch mit dem Wachstum deines Unternehmens ändert sich deine Rolle. Du musst Aufgaben abgeben, um dich auf das Wesentliche zu konzentrieren – Strategie, Wachstum, Vision. Doch hier beginnt die Herausforderung: Wie schaffst du es, die Verantwortung abzugeben und dein Team eigenständig arbeiten zu lassen, ohne das Gefühl zu haben, die Kontrolle zu verlieren? Viele Gründer:innen geraten an diesem Punkt in die Mikromanagement-Falle. Du möchtest loslassen, aber sobald etwas nicht nach Plan läuft, fühlst du dich gezwungen, einzugreifen und alle Fäden wieder in die Hand zu nehmen. Und genau das sollte nicht passieren.

Was ist Mikromanagement eigentlich?

Mikromanagement ist die Tendenz, jede kleine Aufgabe und jedes Detail in der Arbeit deines Teams genau zu kontrollieren. Du mischst dich ständig ein, weil du Angst hast, dass ohne deine Anleitung etwas schiefgehen könnte. Als Mikromanager:in bist du immer präsent – oft so sehr, dass du deinem Team keinen Raum für eigene Entscheidungen lässt. Du gibst ihnen nicht die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, weil du alles selbst im Griff haben willst.

Aus meiner Erfahrung als Coach weiß ich, dass viele Gründer:innen oft gar nicht merken, dass sie in diese Rolle rutschen. Schließlich sind sie es gewohnt, dass ihr Erfolg von ihrem eigenen Engagement abhängt. Aber Mikromanagement hat seinen Preis: Es bremst das Team aus, demotiviert es und führt dazu, dass niemand wirklich Verantwortung übernimmt, denn am Ende wird es vom Management sowieso kontrolliert. Wenn ein Team nur noch Probleme auf den Tisch legt anstatt Lösungen, ist es bereits zu spät. Du ertrinkst in Aufgaben und hast keine Zeit mehr für strategisches Denken. Kurz gesagt: Du wirst zum Bottleneck deines eigenen Unternehmens.

Hier kommen ein paar typische Anzeichen, dass du ins Mikromanagement abrutschst:

  • Du überprüfst ständig die Arbeit deines Teams und gibst unaufgefordert Feedback, selbst bei kleineren Aufgaben.
  • Du hast das Gefühl, dass ohne deine Einmischung nichts läuft – und oft stimmt das dann sogar.
  • Du hast keine Zeit mehr für langfristige Planungen, weil du dich nur noch um operative Details kümmerst.
  • Dein Team ist unmotiviert oder traut sich nicht, eigene Entscheidungen zu treffen.

Ein solches Verhalten führt langfristig zur Erschöpfung – von dir und deinem Team. Denn du kannst nicht alles kontrollieren. 

Zu viel Freiraum ist auch keine Lösung

Manche Führungskräfte gehen ins andere Extrem und führen mit zu langer Leine. Sie vertrauen ihrem Team, übergeben große Projekte, ohne sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden dafür wirklich bereit sind. Die Botschaft: “Du schaffst das schon!”

Doch dabei verlieren sie oft den Überblick und merken nicht, wenn ihr Team überfordert ist. Das Ergebnis: Das Projekt läuft aus dem Ruder, und die Führungskraft muss wieder eingreifen – und landet damit wieder im Mikromanagement. Spätestens, wenn es wiederholte Qualitätsprobleme gibt und Mitarbeitende überlastet sind, gilt es deine Führungsstrategie zu überdenken. Zu viel Freiraum ist im Gegensatz zu Mikromanagement nämlich auch keine Lösung.

Der Schlüssel zur Balance: Vertrauen und klare Strukturen

Der Ausweg aus der Mikromanagement-Falle liegt in der Balance zwischen Vertrauen und Führung. Vertrauen bedeutet nicht, dass du dich komplett zurückziehen musst und dein Team allein lässt. Du musst lernen, Aufgaben abzugeben, ohne das Ergebnis aus den Augen zu verlieren. Schaffe klare Strukturen. Setze Erwartungen, definiere Meilensteine und lass deinem Team Raum, selbst zu entscheiden, wie es diese erreicht. Regelmäßige Check-ins statt ständiger Kontrolle helfen dir, den Überblick zu behalten. So bist du informiert, ohne jede Kleinigkeit steuern zu müssen. Schenke deinen Mitarbeitenden das Vertrauen, dass sie auch ohne deine Einmischung erfolgreich sind.

Das Ergebnis: höhere Motivation und bessere Ergebnisse.

5 Schritte, um der Mikromanagement-Falle zu entgehen

Zum Schluss möchte ich dir fünf konkrete Schritte an die Hand geben, die dir helfen, gar nicht erst in die Mikromanagement-Falle zu tappen:

  • Verstehe die Stärken und Schwächen deines Teams: Setze die richtigen Leute für die richtigen Aufgaben ein. Wenn du weißt, wo ihre Stärken liegen, fällt es dir leichter, Aufgaben abzugeben.
  • Kommuniziere klare Ziele und Erwartungen: Dein Team braucht klare Orientierung. Definiere das “Was”, aber nicht das “Wie”. Gib ihnen die Freiheit, selbst herauszufinden, wie sie die Ziele erreichen.
  • Check-ins statt Kontrolle: Implementiere regelmäßige Check-ins, um den Fortschritt zu verfolgen. Das gibt dir die Sicherheit, dass alles auf Kurs ist, ohne dass du dich in die Details einmischst.
  • Gib deinem Team die nötigen Ressourcen: Damit dein Team erfolgreich sein kann, braucht es die richtigen Werkzeuge, Schulungen und Unterstützung. Das kann auch ein externer Coach sein.
  • Lerne, loszulassen: Akzeptiere, dass einige Dinge anders gemacht werden, als du es vielleicht tun würdest. Konzentriere dich auf das Ergebnis und vertraue deinem Team, dass es den besten Weg findet.

Nur so schaffst du ein Umfeld, in dem dein Team Verantwortung übernimmt und du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: die Weiterentwicklung deines Startups.

Über die Autorin


Dorothea von Wichert-Nick widmet sich nach einer äußerst erfolgreichen Karriere in der Geschäftsführung digitaler Beratungsunternehmen (u.a. AltmanSolon, etventure, affilinet) der Förderung von erfahrenen Führungskräften. In einer herausfordernden Zeit für Startups und Gründer unterstützt sie mit ihrem Unternehmen volate ihre Klienten dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und ihre Führungsfähigkeiten an die sich ständig wandelnden Anforderungen anzupassen. Seit der Gründung von volate vor fünf Jahren hat sie mehr als 160 Gründer und Gründerteams begleitet.

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