Diese Provinzstädte überholen Berlin als Startup-Zentrum

Berlin gilt als Deutschlands Startup-Hochburg. Eine Studie zeigt allerdings, dass der Gründergeist woanders am höchsten ist: in einer sächsischen Grenzstadt.

Erkannt, welche Stadt hier zu sehen ist? Es ist Görlitz. Die Sachsen laufen Berlin bei Neugründungen den Rang ab.
Erkannt, welche Stadt hier zu sehen ist? Es ist Görlitz. Die Sachsen laufen Berlin bei Neugründungen den Rang ab.

Franz Meinelt / EyeEm / Getty Images

Den Sachsen sagt man historisch nach, dass sie tüchtig und besonders unternehmerisch sind – manche halten sie auch für aufmüpfig. Eine Statistik scheint den Drang zum Unternehmerischen jetzt zu bestätigen. Unter den Zentren der deutschen Gründerkultur findet sich eine Region, die viele dort wohl nicht vermutet hätten: Görlitz.

Dort im östlichen Landkreis Sachsens haben sich so viele Menschen im Erwerbsalter für eine Existenzgründung entschieden wie kaum irgendwo sonst in der Republik. Der Name der Gebietskörperschaft an der Grenze zu Polen taucht jetzt im Ranking der dynamischsten Gründungszentren ganz oben auf.

Nach einer Auswertung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn weisen nur zwei andere Orte in Deutschland mehr Existenzgründungen je 10.000 Einwohner (im erwerbsfähigen Alter) auf, nämlich die Stadt Leverkusen und der Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen. Das IfM hat die Entwicklung in allen 401 Landkreisen und Städten ausgewertet und eine Karte zunehmender und abnehmender Gründungsdynamik erstellt.

Existenzgründungen sind in Deutschland auf dem Rückzug

Generell ist die unternehmerische und selbstständige Lebensform in Deutschland seit Jahren auf dem Rückzug. Verzeichneten die Statistiker Anfang des Jahrhunderts noch mehr als 500.000 Existenzgründungen, so trafen 2019, im letzten Jahr vor Corona, nur noch 266.000 Menschen die Entscheidung für einen eigenen Betrieb.

„Wir beobachten, dass die Gründungsaktivität im gewerblichen Bereich seit Jahren sinkt“, sagt Rosemarie Kay, Studienleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn. Dieser Trend kontrastiert mit der Bedeutung schnell wachsender Startups für die deutsche Wirtschaft, ist jedoch stark ausgeprägt.

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Für den generellen Rückgang der Gründungsneigung machen die Forscher eine Kombination von Faktoren verantwortlich. Da ist zum einen die Besserung der Situation am deutschen Jobmarkt. Vor 20 Jahren lag die Arbeitslosenquote hierzulande noch über neun Prozent, rund vier Millionen Bundesbürger waren auf Stellensuche. Die Alternative einer Existenzgründung war viel naheliegender als heute, da immer mehr Branchen von einem Fachkräftemangel reden und um Mitarbeiter werben.

Aber auch die Alterung spielt eine Rolle. Ältere Menschen neigen in der Regel weniger dazu, das Risiko einer Existenzgründung einzugehen. Je mehr sich das Durchschnittsalter in Deutschland nach oben verschiebt, desto weniger Gründungen sind zu erwarten. Die Wiedereinführung der Meisterpflicht in einzelnen Gewerken und zuletzt die Corona-Pandemie haben die Dynamik weiter gedämpft, auch wenn sich im ersten Halbjahr 2021 zumindest kurzfristig ein Gegentrend abzeichnete. Im Schnitt gibt es seit zwei Dekaden Jahr für Jahr vier Prozent weniger Gründungen.

In diesen Regionen gibt es mehr Gründungen

Die Wissenschaftler richteten ihren Blick vor allem auf Kreise und Städte, in denen die Gründungsneigung nicht zurückgegangen, sondern gestiegen ist. „In fünf Regionen lässt sich eine positive Entwicklung beobachten: In den Landkreisen Görlitz, Marburg-Biedenkopf und Teltow-Fläming sowie in den Städten Leverkusen und Mülheim an der Ruhr“, berichtet Kay.

In rund 40 Prozent der Kreise hat sich die Gründungsintensität besser entwickelt als im bundesweiten Durchschnitt. Das gute Abschneiden von Görlitz überrascht dabei besonders, ist das Durchschnittsalter dort mit 49,5 Jahren eines der höchsten in der Republik. Allerdings gibt sich die Stadt an der Neiße in vieler Hinsicht innovativ. So konnten Menschen 2019 und 2020 im Rahmen des Projekts „Stadt auf Probe“ für sich herausfinden, ob Görlitz für sie als Wohn- und Arbeitsort, aber auch als Wirtschaftsstandort infrage kommt.

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„Das Projekt richtete sich vor allem an Personen, die ortsungebunden arbeiten können, zum Beispiel Selbstständige und Freischaffende. Für ihren Aufenthalt konnten sie kostenfrei Wohnungen und Arbeitsräume nutzen“, heißt es bei der Stadt.

Keine Überraschung ist dagegen die Zunahme der Gründungen rund um die Metropole Berlin. Die Hauptstadt selbst steht für eine Vielzahl von Startups und anderen Gründungen, viele davon im Dienstleistungsbereich, Industrie spielt hier keine große Rolle. Nach Berechnungen der KfW haben an der Spree zuletzt 181 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Als Bundesland steht Berlin damit an der Spitze. Zum Vergleich: Im zweitplatzierten Bundesland Hamburg waren es 129, im dritten Stadtstaat Bremen allerdings nur 41.

Brandenburg profitiert von Startup-Metropole Berlin

Die Dynamik in Berlin reißt auch das Umland mit, was allerdings auch damit zu tun haben dürfte, dass die Hauptstadt vielen Gründern zu teuer geworden ist. „Die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin hat in den letzten Jahren auf die Peripherie ausgestrahlt, wovon Brandenburg direkt profitiert hat“, sagt KfW-Ökonom Georg Metzger.

Da Brandenburg eine relativ geringe Bevölkerung von nur 2,5 Millionen Menschen hat, kommt jeder Gründung hier statistisch ein hohes Gewicht zu. So war Brandenburg im KfW-Ranking zwischenzeitlich sogar auf den zweiten Platz nach Berlin gestiegen, ist dann in der Corona-Zeit aber wieder auf Platz fünf zurückgefallen.

Das aktuell bestplatzierte Flächenland im KfW-Gründungsmonitor ist Schleswig-Holstein, das mit 120 Gründungen auf Platz drei liegt und von der geografischen Nähe zu Hamburg profitieren dürfte. Platz vier belegt Bayern mit 109 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige.

Prinzipiell haben große Städte aus Sicht von Existenzgründern einige Standortvorteile gegenüber dem flachen Land, zumal wenn es sich nicht um einen produzierenden Betrieb handelt. „Gründungstätigkeit in Ballungsräumen sind durch kurze Wege sowie eine hohe Personen- und Unternehmensdichte gekennzeichnet“, erklärt Metzger. Das mache sich vor allem in den Bereichen Dienstleistungen und Handel bemerkbar. Und genau in diesen Sektoren sei die Selbstständigkeit als Erwerbsform stärker verbreitet.

Startup-Ausrichtung hängt stark von Region ab

In welcher Branche die Gründer aktiv sind, hängt oft von der jeweiligen Wirtschaftsstruktur der Region ab. So wird die Gründungstätigkeit in Hamburg und Berlin stark von der Medien- und der IT-Branche mit ihren hohen Anteilen von freiberuflichen Gründern gespeist. „Eine industrielle Prägung geht dagegen eher mit einer geringeren Gründungstätigkeit einher: Großbetriebe haben typischerweise attraktive Arbeitsplätze zu bieten, die auch für potenzielle Gründer interessant sind“, sagt Metzger.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Gerade ein technologischer Umbruch im verarbeitenden Gewerbe wie Dekarbonisierung und Elektromobilität kann dazu führen, dass in einer scheinbar etablierten Industrie plötzlich Arbeitsplätze unsicher werden und Spezialisten doch daran denken, ihr eigenes Ding zu machen.

So ist der Gründungs-Champion Leverkusen als Chemie-Standort bekannt, in der nordrhein-westfälischen Stadt hat unter anderem der Dax-Konzern Bayer seinen Sitz. Dazu kommen – häufig mittelständische – Autozulieferbetriebe, Kunststoff- und Metallverarbeiter. Viele dieser Geschäftsmodelle sind direkt vom technologischen Umbruch betroffen, der sich aus dem Primat des Klimaschutzes ergibt.

Die 164.000-Einwohner-Stadt selbst wirbt damit, dass sich um das produzierende Gewerbe herum „eine gut vernetzte Struktur aus Firmen gebildet, die insbesondere unternehmensnahe Dienstleistungen anbieten“. Der Standort sei einer attraktivsten in Deutschland, sagen die Leverkusener und berufen sich auf eine Studie der Beratungsgesellschaft Contor.

Weniger Existenzgründungen in Ostdeutschland

Dort, wo ein solches mittelständisches Netzwerk fehlt, wo es keine kurzen Wege, und auch kein enges Zusammenspiel von Fachkräften, Behörden und Institutionen gibt, haben es Gründer besonders schwer. Das erklärt, warum die ländlichen Gebiete der ostdeutschen Länder sich ganz unten im Ranking wiederfinden.

Die wenigsten Existenzgründungen verzeichnen die Statistiker in Thüringen, und zwar im Kyffhäuserkreis, im Wartburgkreis und in Sonneberg Thüringen. Pro 10.000 Erwerbsfähigen gibt es dort nur 23 bis 25 Neugründungen im Jahr, etwa ein Fünftel dessen, was Leverkusen oder Görlitz verzeichnen. „In diesen Regionen belastet eine im Durchschnitt geringere Kaufkraft die Gründungstätigkeit“, merkt KfW-Ökonom Metzger an. Aber auch die ältere Bevölkerung wirkt dämpfend. Der Kyffhäuserkreis und Sonneberg gehören zu den Regionen mit dem höchsten Durchschnittsalter der Bevölkerung.

„Die Gründungsneigung nimmt in der Regel mit dem Alter ab“, heißt in dem KfW-Bericht. Im sächsischen Görlitz hat das aber nichts daran geändert, dass dort die Dynamik hoch ist. Die Demografie scheint also nicht das letzte Wort zu sprechen, wenn es um Selbstständigkeit und unternehmerische Lebensform geht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Welt.de.

#Zahlencheck – Jahresfehlbetrag bei Homeday steigt auf 23,6 Millionen Euro

#Zahlencheck

Homeday aus Berlin kommt 2019 auf einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 23,6 Millionen Euro. Insgesamt kostete der Aufbau von Homeday, das 2015 gegründet wurde, bis Ende 2019 somit bereits rund 38,9 Millionen. Zuletzt erhielt das Startup aber weitere 40 Millionen Risikokapital.

Jahresfehlbetrag bei Homeday steigt auf 23,6 Millionen Euro

Dienstag, 12. Oktober 2021VonAlexander Hüsing

Der digitale Immobilienmakler Homeday legt neue Unternehmenszahlen vor – und zwar den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019. Der Jahresfehlbetrag lag damals bei stattlichen 23,6 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es gerade einmal 9,5 Millionen. Im Jahr zuvor waren es sogar nur 3,2 Millionen. Insgesamt kostete der Aufbau von Homeday, das 2015 von Steffen Wicker, Dmitri Uvarovski und Philipp Reichle gegründet wurde, bis Ende 2019 somit bereits rund 38,9 Millionen.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag bei Homeday, dessen Logo inzwischen auf der Brust der Hertha BSC-Spieler prangt, steigt auf 26,2 Millionen. Bis Ende 2019 flossen somit rund 12,6 Millionen Euro in das Unternehmen, dessen Wurzeln in Köln liegen. Das Medienhaus Axel Springer und der britische Immobilienmakler Purplebricks, an den Springer beteiligt ist, investierten zuletzt aber weitere 40 Millionen in Homeday. In der Presseaussendung hieß es damals: “Ausschlaggebend für das Investment der Gesellschafter war das starke Wachstum des Unternehmens gepaart mit überzeugenden Geschäftszahlen”.

2018 wirkten durchschnittlich 140Arbeitnehmer:innen bei Homeday. Im Vorjahr waren es 76 – und im Jahr zuvor sogar nur 54. Homeday ist somit in den vergangenen Jahren mitarbeiterseitig stark gewachsen. Und wächst weiter: Nach eigenen Angaben wirken inzwischen sogar 250 Mitarbeiter:innen für das Startup. Hinzu kommen 220 selbständige Homeday-Maklerinnen und Makler in ganz Deutschland.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2019

* Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Grö­ßenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB auf.


* Die Bewertung wurde trotz der bestehenden buchmäßigen Überschuldung unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs.1 Nr. 2 HGB) vorgenommen. Eine positi­ve Fortführungsprognose der Geschäftsführung liegt vor. Hierbei geht die Geschäftsführung da­von aus, dass die Investoren und Gesellschafter weiterhin die notwendigen Mittel für die Auf­rechterhaltung des Geschäftsbetriebs bereitstellen bzw. bei Bedarf weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Zudem ist der Bestand der Gesellschaft ist von der Zuführung weiterer liqui­der Mittel sowie von der erfolgreichen Umsetzung des Unternehmenskonzeptes und der Gene­rierung entsprechender Umsatzerlöse abhängig. Sofern diese Ereignisse nicht wie geplant ein­treten sollten, wäre der Bestand der Gesellschaft gefährdet.


* Die Verbindlichkeiten enthalten mit T € 33.086 (i.V. T € 0) Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.


* Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2019 durchschnittlich 140 Arbeitnehmer.

Homeday im Zahlencheck

2019: 23,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)


2018
: 9,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)


2017
: 3,2 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)


2016: 2,0 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)


2015: 646.137 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Homeday

#Brandneu – 6 neue Startups: Meshmerize, Hintbox, Notch, Parahealth, Mixups, HealthCaters

#Brandneu

Es ist mal wieder Zeit für neue Startups! Hier wieder einige ganz junge Startups, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Startups vor: Meshmerize, Hintbox, Notch, Parahealth, Mixups und HealthCaters.

6 neue Startups: Meshmerize, Hintbox, Notch, Parahealth, Mixups, HealthCaters

Dienstag, 12. Oktober 2021VonTeam

deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

Meshmerize


Mit Meshmerize aus Dresden können autonome Roboter miteinander kommunizieren. Auf der Website der Jungfirma heißt es dazu: “Meshmerize provides industry-grade reliable wireless mesh networking solutions for agile and dynamic systems”.

Hintbox


Bei Hintbox handelt es sich um ein Whistleblower-System. Das Startup aus Koblenz schreibt dazu: “Die Hintbox ermöglicht Unternehmen jeder Größenordnung sowie allen Behörden – mit einem Klick – ein EU-Whistleblower-Richtlinien konformes Hinweisgebersystem einzurichten”.

Notch


Notch aus Hamburg wandert auf den Spuren von bekannten Productivity-Tools wie Notion und Airtable. §At Notch, we’re rethinking buyer enablement for SaaS companies, helping SaaS teams to empower their buyer groups”, schreibt das Unternehmen in eigener Sache. 

Parahealth


Parahealth aus Osnabrück setzt auf “wirksame Produkte für Gesundheitsprobleme”. Dabei setzt das junge Unternehmen, das von Friedrich Valentin Kley und Fernando Di Matteo gegründet wurde, unter anderem auf ein produkt rund um das Thema  “Reizdarm und anderen Verdauungsbeschwerden”.

Mixups


Das Münchner Startup Mixups möchte sich als das “Pixar für Spielfiguren” etablieren. Kinder können beim Startup “auf spielerische Art und Weise individuelle Fantasiefiguren – mit Hilfe eines Konfigurators – erstellen”. So möchten die Gründer , “die Kreativität und Individualität” von Kindern fördern.

HealthCaters


Das Startup HealthCaters aus Berlin, das 2021 von Tatyana Eliseeva und Lilia Kruse gegründet wurde, entwickelt “eine Gesundheitsplattform für Unternehmen, die es Mitarbeitern ermöglicht, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen”. Die Jungfirma setzt dabei auf Medizingeräte für Büro und Homeoffice sowie eine App.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Shutterstock

#DealMonitor – Draper Esprit investiert 50 Millionen in Schüttflix – contentbird übernimmt Contilla – Archlet bekommt 10 Millionen

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Schüttflix, Archlet, heyflow, smino, Filics, orangery sowie contentbird und Contilla, eKomi und Crossware, Ringier Axel Springer Schweiz und Gryps.

Draper Esprit investiert 50 Millionen in Schüttflix – contentbird übernimmt Contilla – Archlet bekommt 10 Millionen

Donnerstag, 30. September 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 30. September werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Schüttflix


Der englische Geldgeber Draper Esprit und die Altinvestoren Speedinvest, HV Capital und Strabag investieren 50 Millionen US-Dollar in Schüttflix. Über das Unternehmen aus Gütersloh, das 2018 von Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn gegründet wurde, können sich Kunden via App das Baumaterial, das sie wirklich brauchen aussuchen. Anschließend bekommen sie eine Liste inklusive Preisen aller Lieferanten aufgelistet. “Schüttflix wird das zusätzliche Kapital für die 2022 geplanten Markteintritte in Österreich, Polen und Tschechien einsetzen”, heißt es in der Presseaussendung. Insgesamt flossen nun schon mehr als 65 Millionen Dollar in Schüttflix. Für Schlagzeilen sorgte das Startup in der Vergangenheit als Schauspielerin und Moderatorin Sophia Thomalla in das Unternehmen investierte. Mehr über Schüttflix

Archlet 


Jetzt offiziell: HV Capital investiert – wie im Insider-Podcast berichtet – in das Schweizer Startup Archlet. HV Capital investiert gemeinsam mit den Altinvestoren Wingman Ventures, Senovo, La Famiglia und dem Business Angels Matthias Hilpert 10 Millionen US-Dollar in Archlet. Das Startup mit Sitz in Zürich, das 2019 von Lukas Wawrla, Jakob Manz und Tim Grunow gegründet wurde, entwickelt eine Software, die “Unternehmen den Prozess des Einkaufs von Commodities automatisiert, vereinfacht und abgleicht”. 30 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für die Junfirma.

heyflow


 Project A Ventures, Atlantic Labs, Possible Venture und mehrere Angel-Investoren – darunter Philipp Westermeyer (OMR) – investieren 6 Millionen US-Dollar in heyflow. Beim No Code-Startup aus Hamburg, zuvor als Niro bekannt, dreht sich alles ums Marketing. Die Hanseaten schreiben in eigener Sache: “Du hast schon zu viel für Marketingkampagnen ausgegeben die nicht konvertieren. Heyflow hilft dir, interaktive Flows zu erstellen, designen und zu integrieren”. heyflow wurde 2020 von Amir Bohnenkamp und Dustin Jaack gegründet.

smino


Der PropTech-Geldgeber BitStone Capital  EquityPitcher Ventures, Swiss Startup Capital, Session VC, Swiss Immo Lab, AXEPT Business Software und Conreal investieren 3,1 Millionen Schweizer Franken in smino. Das Unternehmen aus Rapperswil-Jona, 2016 von Sandor Balogh und Silvio Beer gegründet wurde, positioniert sich als  “zentrale Drehscheibe” für Bauprojekte. “smino unterstützt die Projektteams massgeblich in der Zusammenarbeit, stellt eine Datendrehscheibe und Funktionen für die Effizienzsteigerung von Bauprojektabläufen bereit”, teilt das Unternehmen mit.

Filics


Der Münchner Geldgeber 10x, Elokon Ventures, Robotics Ventures, die Initiative for Industrial Innovators und der frühere Jungheinrich-CTO Klaus Dieter Rosenbach investieren in Filics. Das Unternehmen aus München, das 2019 von Johannes Lutzer und Gregor Kolls gegründet wurde, entwickelt ein fahrerloses Transportsystem für den Logistikbereich. “Zwei mechanisch nicht verbundene Kufen fahren unabhängig voneinander in Euro-Paletten ein, heben diese an und verfahren die Ladung auf direktem Wege personensicher und digital steuerbar”, teilt das Startup mit.

orangery


 Instana-Gründer Mirko Novakovic investiert gemeinsam mit Markus Dolatka in den Coworking-Anbieter orangery, der 2018 von den Bründern Dominik und Sebastian Groenen in Hildesheim gegründet wurde. “Wir bieten eine moderne Arbeitslandschaft fernab der Großstädte. Ob in einem offenen Besprechungszimmer oder in einem privaten Büro: Bei uns gibt es für jede Idee den passenden Raum”, teilen die Gründer zum Konzept von orangery mit.

MERGERS & ACQUISITIONS

Contilla


Das Berliner  Content Marketing-Unternehmen contentbird übernimmt Contilla. Die Kölner Jungfirma, die 2009 von Christoph Teubert und René Kühn gegründet wurde, setzt mit dem Contilla Creator auf “interaktive Content-Formate”. Zu den Kunden des Unternehmen gehören toom Baumarkt, AO Deutschland, Vaillant, Fressnapf und Siemens. contentbird, früher als linkbird bekannt, integriert den Contilla Creator nun “als neues Modul ‘contentbird Convert’ in die bestehende Suite”. contentbird wurde 2012 von Bastian Bickelhaupt und Nicolai Kuban


gegründet. Zu den Investoren von contentbird gehörten in der Vergangenheit unter anderem der High-Tech Gründerfonds (HTGF), Alstin und idealo.de-Gründer Martin Sinner. Rund 2 Millionen Euro flossen wieder in das Unternehmen. Mehr über contentbird

Crossware


Das Berliner Unternehmen eKomi, das sich um Kunden- und Produktbewertungen kümmert, übernimmt Crossware, einen E-Mail-Signaturanbieter aus Neuseeland. Die eKomi-Gründer Michael Ambros und Gunther Schmidt hatten zuletzt mit Hilfe von HVB Tech und Pride Capital Partners die vorherigen Investoren Goldman Sachs und Tengelmann Ventures rausgekauft. Gemeinsam mit den neuen Unterstützern setzt das eKomi-Team nun auf gezielte Übernahmen, um seine Marktstellung zu verbessern. Zuletzt übernahm eKomi bereits die niederländischen Marken Klantenvertellen.nl und Kiyo. eKomi beschäftigt rund 250 Mitarbeiter:innen. Mehr über eKomi

Gryps 


Das Medienhaus Ringier Axel Springer Schweiz übernimmt Gryps. “Das auf die Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen für KMU spezialisierte Unternehmen aus Rapperswil wurde 2010 gegründet und hat sich mit mittlerweile mehr als 45’000 Kunden erfolgreich am Markt etabliert”, teilen die Unternehmen mit. 20 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für Gryps.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

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Foto (oben): azrael74

#Offline – Millionenschweres Autoleasing-Startup Vehiculum schlittert in die Insolvenz

#Offline

Das junge Unternehmen Vehiculum steht vor dem Aus. Investoren wie Coparion, Runa Capital und die Versicherungsgruppe SchneiderGolling investierten in den vergangenen Jahren rund 10 Millionen Euro in das Autoleasing-Unternehmen aus Berlin.

Millionenschweres Autoleasing-Startup Vehiculum schlittert in die Insolvenz

Donnerstag, 30. September 2021VonAlexander Hüsing

Das Berliner Autoleasing-Unternehmen Vehiculum ist insolvent. “Leider war der Schritt unumgänglich. Die Gespräche mit einem Investor konnten nicht final abgeschlossen werden und die Chipkrise hat einen akuten Liquiditätsengpass hervorgerufen, den wir kurzfristig nicht schließen konnten. Es geht aber weiter und wir werden gemeinsam mit dem Verwalter versuchen, eine bestmögliche Lösung zu finden”, sagt Lukas Steinhilber, der das Startup gemeinsam mit Melchior Bauer, Guy Moller 2015 gegründet hat.

Vehiculum ermöglicht seinen Nutzer:innen einen Vergleich von Leasingangeboten. Das Versprechen dabei lautet: “Mit Vehiculum wird Leasing einfach und transparent. Durch die Digitalisierung des gesamten Prozesses bis zur Leasinganfrage gelangen Sie in wenigen Sekunden zu attraktiven Angebot und in wenigen Minuten zu Ihrer individuellen Leasinganfrage. Wir stellen alle Raten transparent und einfach vergleichbar dar”.

Investoren wie Coparion, Runa Capital, die Versicherungsgruppe SchneiderGolling sowie Business Angels wie smava-Gründer Alexander Artopé und Michael Kern, früherer Chef der Werkstattkette ATU, investierten in den vergangenen Jahren rund 10 Millionen Euro in das Unternehmen. Coparion hielt zuletzt rund 22 % am Unternehmen, auf Runa Capital entfielen 16 % und auf SchneiderGolling rund 7,5 %. Zuletzt hieß es, die MeinAuto Group interessiere sich für eine Übernahme von Vehiculum. Die Verhandlungen kamen aber ganz offensichtlich bisher nicht zum Abschluss.

Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete Vehiculum einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,2 Millionen Euro – nach 2,3 Millionen im Jahr zuvor. Insgesamt kostete der Aufbau des Unternehmens bis Ende 2019 bereits 8,7 Millionen. Für den weiteren Fortbestand des Unternehmens war somit eine weitere Kapitalspritze unumgänglich. Rund 120 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für Vehiculum. Zuletzt stand beim Unternehmen das Thema Markenaufbau auf der Agenda. Ziel war es Vehiculum “deutschlandweit als Mobilitätsplattform bekannt zu machen”.

Tipp: “Nach acht Monaten waren wir so gut wie pleite“.

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Foto (oben): Vehiculum

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