Reolink Duo 2 WiFi im Kurztest: Gelungenes Update

Wieder einmal haben mich Kameras aus dem Hause Reolink erreicht. Eines der neuen Modelle ist die Reolink Duo 2 WiFi mit 4K. Jene ist im Grunde der direkte Nachfolger der seinerzeit von mir getesteten Reolink Duo WiFi, was man vor allem an der absolut unveränderten Optik des Geräts erkennen kann. Das macht meiner Meinung nach aber auch nichts, ich persönlich empfand das Design als recht erfrischend.

Vor allem hat sich an der Hardware etwas getan, aber auch aufseiten der Zuverlässigkeit und Funktionen. Darum habe ich mir die neue Duo 2 WiFi 4K flugs ans Carport unserer Auffahrt angebaut und möchte sie euch in einer Art Kurztest vorstellen.

Eine der Neuerungen ist die farbige Nachtsicht, zuvor war hier nur eine IR-Nachtsicht möglich. Aber dazu komme ich gleich nochmal. Wer auf einen direkten Stromanschluss verzichten möchte, der greift zur PoE-Variante, die ebenfalls erhältlich ist. Hierbei sollte aber natürlich daran gedacht werden, dass zusätzlich zur Kamera auch noch ein PoE-Injektor benötigt wird.

Die Montage ist, genau wie beim Vorgängermodell, sehr einfach und auch vom Laien zu bewerkstelligen, sofern ihr einen Schraubendreher/Akkuschrauber bedienen könnt. Auch die Einrichtung bleibt simpel. Die Reolink-App ist mittlerweile zu einer intuitiv zu bedienenden Lösung mutiert. Übersetzungsfehler fallen nur wenige auf, das Einrichten einer neuen Kamera ist inzwischen in Windeseile per QR-Code erledigt.

Als Erstes habe ich mich dafür interessiert, ob die größten Mängel, die ich noch bei der Reolink Duo WiFi anmerken musste, behoben worden sind. Allem voran stand dabei, dass die beiden Kamera-Objektive nicht nur schlecht miteinander in der Software gestitcht worden sind, sondern auch, dass das Bild in beiden Objektiven jeweils eine völlig andere Qualität und Bildfarbe aufgewiesen hat. Letzteres konnte ausgebügelt werden. Das Bild ist nicht nur deutlich besser aufgelöst, sondern in beiden Objektiven auch gleich, weshalb das dargestellte Bild wie aus einem Guss wirkt. Allerdings kann man beim genaueren Hinschauen noch immer erkennen, dass das Stitching der beiden Bilder noch nicht perfekt, dafür aber besser als zuvor ist:

Versprochen, die echte Doppelhaushälfte ist keinesfalls so krumm, wie in der Aufnahme

Die Bildqualität ist tatsächlich besser als bei den 4 MP des Vorgängermodells. Das zeichnet sich dann auch in der Erkennbarkeit von Objekten und Personen in der Distanz ab. So lassen sich Personen, die unsere Auffahrt betreten, nun noch besser erkennen. Die Aufnahme oben entstand im Übrigen kurz vorm Einrichten der Privatzonen, weshalb ich hier manuell nachmaskiert habe – bevor jemand meckern möchte. Die Privatzonen sind weiterhin nur als Vierecke anzulegen, maximal 4 Stück davon parallel nutzbar. Es wäre hier wünschenswert, wenn man durch das Ziehen von Linien eigene Polygone als Maske vorgeben könnte. Auch empfinde ich es als etwas umständlich, dass sofort alle bereits gezeichneten Privatsphäremasken gelöscht werden, falls ich mal nachträglich eine anpassen oder ergänzen muss.

Je nach Dämmerungszustand schaltet sich das Licht der Kamera angenehm hell dazu, sobald ein „Auslöser“ in den Bereich von etwa 10 bis 12 Metern vor die Kamera kommt. Die farbige Nachtsicht lässt im Ernstfall mehr Details erkennen, vor allem für eine Analyse nach einem Einbruch sind ja unter anderem auch Kleidungsfarben des oder der Täter nicht ganz irrelevant.

Der Zwei-Wege-Audio-Klang der Duo 2 WiFi hat sich nach meinem Empfinden im Vergleich zum Vorgänger nicht verbessert. Da gibt es aber – außer bei reichlich Wind – auch nichts dran auszusetzen. Das Rauschen, wenn der Wind ordentlich aufs Mikro drückt, ist leider nicht besser unterdrückt worden.

So bleibt mir am Ende zu sagen, dass es sich bei der Reolink Duo 2 WiFi um ein in den wichtigsten Punkten gelungenes Update des Vorgängers handelt. Der Preis liegt nun aber auch bei rund 170 Euro. Sicherlich ist hier auch der Sprung auf 4K nicht ganz unschuldig.

Ich würde behaupten, dass sich der Aufpreis nur dann lohnt, wenn einem die 4 MP des Vorgängers nicht ausreichen. Meiner Meinung nach ist das Bild der „alten“ Duo WiFi nämlich auch noch immer ein sehr gutes.

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Logitech G Cloud angespielt – Voller Fokus auf Cloud-Gaming

Handhelds sind gerade angesagt und viele Hersteller bringen derlei Geräten auf den Markt. Valve hat mit dem Steam Deck diesen Trend mehr oder weniger eingeläutet. Auch Logitech möchte mit seiner G-Gaming-Marke ein wenig mitmischen und hat dafür das G Cloud Handheld herausgebracht. Jedoch fährt man im Gegensatz zur Konkurrenz eine gänzlich andere Strategie. Statt auf vollwertiges Windows zu setzen, quetscht man gewissermaßen ein Android-Tablet in ein Gehäuse mit Controllern und setzt voll und ganz auf das Thema Cloud-Gaming. Ich habe einen Blick gewagt.

In der Box liegen das Gerät selbst, ein USB-A-zu-USB-C-Kabel, ein Netzstecker und etwas Papierkram. Nimmt man das Handheld in die Hand, fällt direkt die gute Verarbeitung auf. Auch bei kräftigerem Probieren biegt sich das G Cloud nicht und auch sonst sind keine Mängel bei Spaltmaßen oder ähnlichem zu finden.

Das Display sitzt bündig im Gehäuse und offenbart links und rechts kleine Löcher für die Mikrofone. Logitech hat oben einen Start- und einen Option-Knopf verbaut, ansonsten findet man das übliche Controller-Layout mit Sticks links und rechts, einem Steuerkreuz und den X-, A-, Y- und B-Buttons. Die Sticks selbst haben einen guten Widerstand, könnten für meinen Geschmack jedoch etwas größer sein und etwas mehr gummierte Oberfläche besitzen, die für noch mehr Grip sorgt.

Das Steuerkreuz ist für meinen Geschmack etwas zu wabbelig und gibt wenig konkretes Feedback in eine bestimmte Richtung. Die Buttons sind per se etwas wackelig im Gehäuse, geben aber ein gutes Feedback und haben einen ordentlichen Druckpunkt. Es gibt vorn noch einen G-Button und einen Button für Home.

Oben sind noch die Bumper und Trigger, eine Lautstärke-Wippe, der Schieber für An/Aus und ein Slot für eine microSD-Karte platziert worden. Die Trigger haben einen angenehmen Widerstand, auch hier könnten jedoch alle Buttons ein klein wenig breiter sein.

Zu guter Letzt haben wir unten noch zwei Lautsprecher, einen USB-C-Anschluss und einen Kopfhörer-Anschluss. Die Lautsprecher werden recht laut und kommen mit einer ordentlichen Klangqualität daher. Da sie aber beide nach unten zeigen, können sie beim Zocken auch relativ leicht verdeckt werden, was den Klang natürlich negativ beeinflusst.

In puncto Ergonomie liegt es per se relativ gut in der Hand. Die Griffe könnten jedoch etwas breiter / größer sein. Eine gummierte Oberfläche wäre außerdem schön gewesen. Das geriffelte Material kommt nicht wirklich zum Tragen.

Bevor wir zu den Innereien kommen, fangen wir beim Display an. Hierbei handelt es sich um ein 7 Zoll großes IPS-LC-Panel mit einer 1080p Auflösung – also Full HD. Da hat man der Switch und dem Steam Deck schon mal etwas voraus. Schade ist, dass es sich »nur« um ein Panel mit 60 Hz handelt. Fürs Gaming wären 90 oder 120 Hz schon schön gewesen. Der Bildschirm wird mit 450 nits ordentlich hell, bei direkter Sonneneinstrahlung ist dann aber auch Schluss. Farben werden gut dargestellt und auch bei der Blickwinkelstabilität ist man auf einem soliden Niveau.

Ich sagte eingangs, dass es sich um ein Android-Tablet handelt. Dieses läuft mit Android 11 (Warum nur?) und verfügt über einen Qualcomm Snapdragon 720G als SoC, das nicht mehr ganz so neu ist. Dazu kommen 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher. Ich spare mir die nackten Geekbench-Zahlen an dieser Stelle, denn allzu hohe Performance sollte man von dem Gerät einfach nicht erwarten. Im Alltag, zum Surfen, Cloud-Gaming und für Casual-Android-Spiele reicht das aus. Wenn ihr jedoch denkt, ihr könnt anspruchsvolle Titel wie Genshin Impact mit tollen Grafik-Einstellungen spielen, seid ihr auf dem falschen Dampfer. Da geht höchstens was im Low-Bereich. Im Bereich der Konnektivität gibt es noch WLAN (2 x 2 MIMO, IEEE 802.11a/b/g/n/ac) und Bluetooth 5.1.

Der 6.000 mAh große Akku soll für genug Saft sorgen, sodass ihr insgesamt 12 Stunden zocken könnt. In meinem Test bin ich ungefähr bei diesem Wert herausgekommen. Hier gilt natürlich wieder Obacht. Je nach Display-Helligkeit, Lautstärke und Spielen sind die Werte höchst unterschiedlich. Spielt ihr lokal anspruchsvolle Android-Titel, sieht es mit der Laufzeit dann nicht mehr ganz so gut aus.

Wie schlägt sich das Ding denn nun in der Praxis? Die Android-Experience muss ich an dieser Stelle nicht beschreiben, da gibt es keine Unterschiede zu jedem anderen Android-Tablet da draußen. Logitech hat hier einen Custom-Launcher draufgepackt, der euch die wichtigsten Cloud-Gaming-Dienste und Apps in eine gut mit Controller steuerbare Oberfläche packt. Mit dem G Cloud könnt ihr über Nvidia GeForce Now, Xbox Cloud Gaming, Steam Link und Shadow PC spielen.

Für all das braucht ihr eine Internetverbindung, die stabil und schnell sein sollte. Ohne Wi-Fi-Netzwerk ist das Teil quasi wenig nützlich. Somit stellt sich also die Frage, warum man hier keinen Slot für eine SIM-Karte vorgesehen hat. Klar – auch da gibt es Schwankungen je nach Region, aber in „gut ausgeleuchteten“ Gebieten, ist Cloud-Gaming auch kein Problem, wenn man im Mobilfunk unterwegs ist.

Habt ihr diese stabile Internetverbindung ist das Spielerlebnis einwandfrei. Ihr könnt mit den erwähnten Diensten die neuesten Titel auf dem Sofa spielen und das Gerät wird euch mit dem großen Akku eine ganze Weile lang Freude machen. Aber Obacht: Für das Erlebnis bezahlt ihr eben nicht nur das Gerät, sondern auch all die Gaming-Dienste, die monatlich auch ihren Anteil aus eurem Portemonnaie haben möchten. Akzeptiert man das, kann das G Cloud ein guter Begleiter werden.

Preislich setzt Logitech eine ziemliche hohe Messlatte. 360 Euro müsst ihr hinblättern, um in den Genuss des Gerätes zu kommen. Dafür bekommt ihr nicht ganz neue Technik in ein Handheld gepresst, könnt damit aber auch offline wenig anfangen. Es ist also nicht für die Enthusiasten gedacht und meiner Meinung nach wird sich nur eine kleine Zielgruppe dafür finden, die eben unbedingt ein Gerät aus einem Guss haben möchten.

Alle anderen haben sicherlich ein Smartphone, das ohnehin schon einen Bildschirm fernab der 6 Zoll (ca. 15 cm) mitbringt. Hat man obendrein noch einen Cloud-Gaming-Dienst abonniert, kommt man mit der Anschaffung eines Backbone One, Razer Kishi oder Nacon MG-X Pro wohl besser weg.

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Bosch Smart Home: Universalschalter II ausprobiert

Bosch hat sein Smart-Home-System im Juni um den Universalschalter II erweitert. Ich habe das System von Bosch schon etwas länger im Einsatz und nun die Möglichkeit gehabt, einen Blick auf den Schalter zu werfen. Kurz zum Gerät selbst. Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine Fernbedienung für eure Smart-Home-Installation. Ihr könnt mit vier verschiedenen Tasten Aktionen auslösen, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen.

Im Paket enthalten sind der Schalter, eine Halterung für die Wand, die ihr aufkleben oder schrauben könnt, zwei AAA-Batterien und 36 Symbolaufkleber für die vier Tasten, denn diese sind per se »nackt«. Der Schalter ist gewohnt gut verarbeitet, besitzt vier Tasten, die jedoch mit einem milchig transparenten Cover bedeckt sind. Die vier Tasten sind dabei über kleine eingelassene Ringe auch fühlbar und der Druckpunkt ist gut und man bekommt ordentlich Feedback.

Zur Visualisierung ist in der Mitte des Schalters noch ein LED-Balken platziert worden, der je nach Farbe anzeigt, ob eine Aktion geklappt oder nicht geklappt hat. Dreht man das Teil um, bekommt man per kleiner Schraubklappe Zugriff auf das Batteriefach.

Die Installation geht gewohnt einfach von der Hand. Ihr öffnet die Smart-Home-App von Bosch und könnt nun ein neues Gerät einrichten, wählt im Menü den Universalschalter aus. Die App führt euch indessen durch die einzelnen Schritte. Ihr öffnet das Batteriefach und scannt zuerst den QR-Code. Jetzt legt ihr die Batterien ein und wartet auf das Koppeln des Schalters mit der Basis. Das ist zügig erledigt und jetzt könnt ihr den Schalter entweder an der Wand anbringen und euch eine Montageanleitung anzeigen lassen, oder ihr nutzt ihn als mobile Variante, was bei mir der Fall ist.

Man überspringt also den Montage-Schritt und kann jetzt das Gerät konfigurieren – geht natürlich auch nachträglich. Prinzipiell habt ihr dabei die Auswahl aus folgenden Optionen:

  • Alarmsystem an- oder ausschalten
  • Geräte an- oder ausschalten
  • Rollläden / Jalousien steuern
  • Ein Szenario auslösen
  • Dimmbare Lampen steuern

Beim Alarmsystem aktiviert ihr sozusagen Twinguard. Ich habe mich für den Test für eine Konfiguration entschieden, bei der ich zwei Geräte steuern möchte, Rollläden hoch- und herunterfahre und ein einfaches Szenario triggere (alle Lampen im Wohnzimmer aus). Ihr könnt dabei aber noch festlegen, ob ihr überhaupt vier Tasten nutzen möchtet oder lieber auf eine Konfiguration mit zwei Tasten zurückgreift. Dabei wird der Schalter weitestgehend in der Mitte geteilt und ihr habt zwei Aktionen zur Auswahl. Ihr könnt obendrein auch Aktionen definieren, die ausgelöst werden, wenn ihr eine Taste länger drückt.

Die Auswahl ist dabei einfach und die App leitet den Nutzer verständlich durch die Konfiguration. So hat man sich relativ einfach einen Schalter gebaut, der dynamisch ist und man spart sich das Smartphone. Die Aktionen wurden in meinem Test immer zuverlässig und nur mit wenig Verzögerung (max. 1 Sekunde) ausgeführt, das ist meiner Meinung nach ausreichend.

Was leider (noch) nicht geht: Man kann den Universalschalter II noch nicht in Home Assistant integrieren und damit ist er in meiner eigentlichen Smart-Home-Konfiguration noch nicht komplett nutzbar. Es gibt aber schon ein Issue im Git des BSH-Integration und der Ersteller baut die Dinge relativ zuverlässig und zügig ein. Sobald das erledigt ist, wird das Teil für mich erst richtig nutzbar. Dann kann ich komplexe und Plattform-übergreifende Automationen dahin legen und die Arbeitserleichterung wird noch größer.

Kritikpunkte bisher? Das Teil ist nicht ganz so kompakt wie etwa der Aqara-Schalter, besitzt dafür aber auch vier Tasten mit doppelter Belegungsmöglichkeit. Für Bosch-Nutzer ist er sicher eine Bereicherung, bedauerlicherweise ohne HomeKit-Integration, was ich schade und unverständlich finde.

Home-Assistant-Nutzer haben natürlich eine wesentlich breitere Auswahl und können auch preiswertere Alternativen nutzen. Das ist bei dem Bosch-Produkt aus meiner Sicht ein großer Wermutstropfen, denn mit knapp 55 Euro ist das schon ein ordentlicher Batzen Geld.

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Ubiquiti UniFi G4 Bullet: Sicherheitskamera mit PoE angeschaut

Ich bin im letzten Jahr mit meiner fünfköpfigen Familie in ein Eigenheim gezogen, das wir saniert haben. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen habe ich mir vorgenommen, zumindest in die wichtigsten Räume Netzwerkkabel zu legen und mit PoE-Hotspots zu arbeiten, anstatt auf ein Mesh-WLAN mit Wireless Backbone zu setzen, wie das bei Orbi etc. üblich ist. Die Wahl fiel relativ schnell auf Ubiquiti, da das schon immer ein Objekt auf meiner Wunschliste war und man damit nicht nur WLAN, sondern auch Telefonie, Überwachung etc. abbilden kann. Neben den Hotspots kamen also zügig auch Kameras dazu. Nun begab es sich, dass ich mir bereits letztes Jahr eine Handvoll G4 Bullets von Ubiquiti besorgte, die ich an meiner Fassade anbringen wollte. Doch wie es immer so ist, zog sich die Montage in die Länge, weil andere Dinge am Haus wichtiger waren. Obendrein bin ich ein „Schisser“ in der Höhe und wollte ungern in 9 Meter Höhe am Giebel frei stehend auf einer Leiter herumhampeln.

Indessen habe ich in den vergangenen zwei Monaten aber die Fassade dämmen lassen und da glücklicherweise auch ein Gerüst stehen gehabt. Also konnte ich endlich ohne die Gefahr des harten Aufschlags Leerrohre legen und nach Fertigstellung die Kameras anbringen. Ich möchte kurz meine Meinung zur Kamera hierlassen.

Disclaimer: Ja, ich weiß, dass Ubiquiti mittlerweile auch die G5 Bullet herausgebracht hat. Die Kamera nimmt mit 30 fps statt 24 fps auf, sie ist leichter (da kein Metallgehäuse mehr vorhanden ist) und die IR-Performance soll etwas besser sein. Die G5 Bullet hat jedoch keinen Port für einen IR Extender und auch kein GBit-LAN, sondern nur 100 MBit. Preislich ist sie günstiger als die G4 Bullet, die ich hier habe.

Wichtig: Um eine Kamera aus dem UniFi-Protect-Portfolio nutzen zu können, benötigt ihr einen NVR. Ich habe die UniFi Dream Machine Pro im Einsatz. Die Kamera kann im Innen- und Außeneinsatz betrieben werden, ist aber in erster Linie für draußen konzipiert und besitzt ein IPX4-Rating. Im Paket selbst ist die Kamera inklusive verstellbarer Halterung und Halterung für eine Montagestange enthalten. Das Netzwerkkabel müsst ihr selbst zur Hand haben.

Die Kamera ist hervorragend verarbeitet und außerordentlich robust. Da hat Ubiquiti ganze Arbeit geleistet. Die Installation ist auch schnell erledigt. Ihr sucht euch einen geeigneten Platz aus und bohrt dann dort ein Loch durch die Wand, in das ihr das Netzwerkkabel legen könnt. Dann wird dort der Montagefuß mit ein paar Schrauben angebracht. Dann schraubt ihr die Kamera von der Halterung und zieht ihr das Kabel durch die Halterung durch und installiert einen zusätzlichen Dichtgummi, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Nun noch das Kabel in den Ethernet-Port der Kamera stöpseln, alles wieder zusammenschrauben, Kamera ausrichten, fertig. Damit wäre das Handwerkliche gewissermaßen erledigt. Jetzt noch nicht vom Gerüst oder der Halterung gehen, weil ich ja noch nicht wisst, wie euer Kamera-Bild genau aussieht und ob ihr die Position noch nachjustieren müsst. Also geht es in die Protect-App von UniFi, die wirklich gut aufgeräumt ist. Dort wird die Kamera direkt nach dem Start auch schon angezeigt und kann einfach hinzugefügt werden.

Ist das erledigt und eventuell ein Update durchgeführt, benennt ihr die Kamera und habt entweder in der App oder in dem Web-Interface die Möglichkeit mehrere Parameter zu ändern. Soll die Kamera immer aufnehmen oder nur Bewegungen und smarte Erkennungen registrieren. Mit smarten Erkennungen unterscheidet die Kamera Bewegungen nochmals und berichtet in der Timeline über aufgetauchte Personen, Autos oder Rauch, der dann einen Alarm auslösen kann. Hinzu kommen ein paar Einstellungen zur Bildqualität und der aufgenommenen Bildwiederholrate, 24 Bilder pro Sekunde sind maximal möglich.

Nun könnt ihr noch eine Zone für die Bewegungserkennung und die Erkennung der smarten Ereignisse festlegen. Dazu kommen Privacy-Zonen. Per se dürft ihr nur euer eigenes Grundstück überwachen und nicht das Grundstück des Nachbarn oder öffentlichen Raum wie die Straße. Ansonsten könnt ihr Probleme mit dem Datenschutz bekommen. Um eine Privacy-Zone einzurichten, zieht ihr einfach einen entsprechenden Rahmen auf.

Im Aufnahmebild sind die Zonen dann geschwärzt.

Habt ihr alles erledigt, nimmt die Kamera entsprechend eurer Einstellungen auf und benachrichtigt euch auf Wunsch auch auf dem Handy. Bis heute ist es leider nicht möglich, einzustellen, dass die Kamera zu bestimmten Zeiten oder während eurer Anwesenheit auf dem Grundstück nicht aufnimmt. Auch gibt es keine Gesichtserkennung, die andere Kameras beispielsweise haben. Dafür habt ihr hier alles lokal und könnt den Stream auch per Link in unter anderem die Surveillance Station von Synology holen. Während der Aufnahme verbraucht die Kamera über PoE übrigens nur sparsame 3 Watt. Das ist ziemlich ordentlich.

Kommen wir noch zur Bildqualität. In der Kamera steckt ein 5-Megapixel-Sensor, der mit einer Auflösung von 2.688 × 1.512 Pixeln ein 2K-Bild aufnimmt. Die Bildqualität am Tag ist meiner Meinung nach einwandfrei und selbst bei etwas mehr Zoom kann man noch einiges erkennen. In der Nacht ist die Qualität ebenfalls gut, aber gerade bei mehr als 10 Metern Abstand merkt man, dass die IR-Leistung nicht mehr ganz so gut ist und das Bild finster wird. Hier gibt es auch noch einen Extender, der die Leistung verbessern soll. Dennoch ist die Nachtsicht meiner Meinung nach gut.

Das Fazit zur Kamera fällt aus meiner Sicht positiv aus. Die G4 Bullet ist robust verarbeitet und überzeugt mit einer guten Aufnahmequalität. Die Protect-Oberfläche und die App sind aus meiner Sicht ebenfalls gelungen, reagieren sehr gut und sind angenehm aufgeräumt. Weiterhin tut Ubiquiti viel für die Pflege. Leider sind einige Funktionen bis heute nicht eingebaut, die woanders längst Standard sind, wie Aufnahme-Einstellungen per Zeit oder Geofencing. Hier kann man nur über Umwege zum Ziel kommen.

Preislich liegt die Kamera bei 180 Euro, das neue G5-Modell mit etwas weniger wertigem Gehäuse, 100 MBit-LAN aber verbesserter IR-Performance liegt mit 140 Euro in einem etwas preiswerteren Bereich.

Angebot


Ubiquiti Networks UniFi Protect G4-Bullet Camera Versatile 4 MP (1440p),...

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Nothing Phone (2) im Ersteindruck: Ein feingeschliffenes Nachfolge-Modell

Ein knappes Jahr später und mit dem Nothing Phone (2) ist das zweite Smartphone aus dem Hause Nothing vorgestellt worden. Ich hatte mit dem Nothing Phone (1) gute Erfahrungen gemacht. Entsprechend gespannt war ich auf die Fortschritte wie mehr Performance und ein erwachseneres Betriebssystem. Einige Erfahrungen mit dem Phone (2) konnte ich schon in den Tagen vor dem Launch sammeln. Wie bei den Ear (2) hat man beim Phone (2) Kritik verarbeitet und das Produkt feingeschliffen. Auf die technischen Details des Phone (2) will ich nicht mehr separat eingehen. Zu den technischen Details verweise ich auf meinen Artikel zum Launch.

Auch beim Phone (2) bietet Nothing ein wahrliches Auspack-Erlebnis. Während abermals der SIM-Picker mit transparenten Elementen kommt, ist es nun auch beim im Lieferumfang beiliegenden USB-C-auf-C-Kabel der Fall. Man ist da eben, anders als diverse Massenmarken, detailverliebt. Beim Phone (1) verwies man häufig auf eine iPhone-Inspiration mit kantigem Design, das Phone (2) geht da neue Wege.

Beim ersten Blick nach dem Auspacken kann man das Phone (2), auch rein optisch, wohl kaum vom Phone (1) unterscheiden. So spricht man in einer ähnlichen Designsprache mit dem transparenten Look, der sich weiterhin von massenkompatiblen Smartphones abhebt. Optisch wirkt das Ganze dennoch runder und man hat da einige Stellen feiner gearbeitet.

So ist beispielsweise die Spule zum drahtlosen Aufladen ohne Unterbrechungen und die verschiedenen Elemente fügen sich besser ineinander und machen dadurch einen ruhigeren Eindruck. Die Glyph-Beleuchtung wurde in mehr Abschnitte unterteilt.

Nimmt man das Smartphone erstmals in die Hand, so fällt die abgerundete Kante auf der Rückseite auf. Durch diese liegt das Smartphone nun besser in der Hand. Man vereint damit aber die Griffigkeit durch das Beibehalten der harten Kante. Das ist praktisch, denn so eine Rückseite will man sicherlich nur ungern in eine Hülle stecken.

Der Aluminium-Rahmen lässt das Ganze hochwertig wirken. Dieser ist weiterhin matt. Der Rückseite sieht man, je nach Blickwinkel, Fingerabdrücke durchaus an. Durch das verbesserte Handling fällt die etwas angewachsene Größe nicht ins Gewicht. Apropos Gewicht: Das Smartphone ist sehr ausbalanciert, was in der Hand ein sicheres und hochwertiges Gefühl vermittelt. In Sachen Haptik ebenfalls auf hohem Niveau: der Vibrationsmotor.

Das Glyph-Interface auf der Rückseite fungiert weiterhin als Benachrichtigungs-LED. Die ist für mich ein Hingucker und längst nicht mehr nur Spielerei. So visualisiert man auf der Rückseite auch den Ladestand oder das Triggern des Google Assistants. Erweitert hat man um einen visuellen Glyph-Timer. Der ist über eine extra Kachel schnell erreichbar, ich hätte mir da aber eher eine Integration in die reguläre Uhren-App gewünscht. Nothing hat bekannt gegeben, dass das Glyph-Interface für derartige Fortschrittsanzeigen fortan für Drittanbieter offen ist.

Da taucht in der Kompatibilitätsliste bislang aber lediglich Uber auf. Ich fürchte fast, dass vielen App-Entwicklern das zu nischig ist. Mit dem „Komponist“ kann man nun eigene Klingeltöne kreieren – mit passendem Leucht-Feuerwerk. Man ist da mit seiner Kreativität längst nicht am Ende, wobei Dinge wie ein Blitzersatz da wohl eher zu den praktischen Dingen gehören.

Ich hatte es bereits anklingen lassen, das Display-Panel auf der Front ist auf 6,7 Zoll (ca. 17 cm) angewachsen. Hier gibt es weiterhin ein AMOLED-Panel – scharf und mit tollen Blickwinkeln. Hatte ich im Vergleich zum Vorgänger die Helligkeit im Außenbereich moniert, so ist man nun besser unterwegs. Die hatte man beim Phone (1) bekanntlich gedrosselt und fälschlich kommuniziert. An die Helligkeit der Top-Flaggschiff-Riege reicht man nicht heran, aber bei den derzeitigen sonnigen Tagen konnte ich auf dem Display noch genug erkennen.

LTPO-Technologie sei dank regelt man dynamisch zwischen 1 und 120 Hz. Hatte das Phone (1) noch Probleme mit einem Grünstich, kommt hier allem Anschein nach ein hochwertigeres Panel zum Einsatz. Ähnliche Probleme sind mir hier nicht aufgefallen.

Die 120 Hz im Zusammenspiel mit dem Snapdragon 8 Gen 1 machen das Phone (2) konkurrenzfähig zur Performance der meisten Flaggschiff-Smartphones. Alles reagiert butterweich, ohne Gedenksekunden. Apps öffnen, schnell, so soll es sein. Ich kam als Nicht-Gamer auch mit dem 778G nicht an meine Grenzen, aber der Unterschied ist im Direktvergleich zu sehen und zu spüren. Auch den hohen Temperaturen der letzten Tage konnte das Phone (2) trotzen und wurde outdoor auf Fototour und mit höchster Displayhelligkeit höchstens handwarm.

Der Performance dienlich ist auch Nothing OS 2.0. Hierbei handelt es sich um Android 13 mit dem Nothing-eigenen Überzug, eine konsequente Weiterentwicklung von dem, was man letztes Jahr begann. Das ist noch stimmiger, denn man hat einiges einheitlicher gestaltet. So bietet man zahlreiche Widgets und hat auch optisch Feinheiten angepasst. Besonders gelungen sind einige Animationen (Aufwecken des Lockscreens etc.). Alles in allem macht das in Kombination mit der verbesserten Performance ein flüssiges Gesamterlebnis.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man da – wie beim Nothing Phone (1) – durch Updates weiter reifen wird. Die Updates waren bislang zuverlässig und ich hoffe, das behält man bei. Aber man kann Nothing OS nun als erwachsen bezeichnen. Klar, da fehlen mir an einigen Stellen noch ein paar Funktionen (Suchfunktion im Launcher nicht nur für installierte Apps, sondern auch Kontakte, etc.). Auch macht man hinsichtlich des Ökosystem-Gedankens kaum Fortschritte. So sind die Nothing-TWS-Kopfhörer jetzt immerhin per Widget steuerbar, aber auch hier könnte man die Quick-Toggles weiterentwickeln.

Durch den Start kurz vor Android 14 wird das Phone (2) maximal wohl Android 16 erhalten (drei Jahre OS-Updates). Wer sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, der sollte so ein performantes Gerät länger supporten, als mit vier Jahren Sicherheitspatches (alle zwei Monate). Alles in allem macht Nothing OS aber viel Spaß, und ist – abseits der Optik – nahe ans Android der Pixel-Smartphones angelehnt: leicht und performant.

Die Dual-Kamera ragt nur wenig aus der Rückseite hervor. Den Sensor der Hauptkamera hat man beim Phone (2) aufgemotzt. Hier kommt der Sony IMX890 zum Einsatz. Insbesondere Fotos mit dieser Linse wussten zu gefallen. Für die Ultraweitwinkelkamera gibt es wie beim Phone (1) den Samsung JN1.

Die meisten werden ihr Smartphone wohl einfach aus der Tasche nehmen und abdrücken. Und das ist durchaus eine Stärke beim Phone (2). Da spielt man zwar nicht auf dem Level eines Pixel-Smartphones, aber Fokus und Beleuchtung sitzen im Regelfall. Farben sind teilweise einen Tick zu kräftig und Details etwas überzeichnet. Das Bokeh ist natürlich, die Schärfe fällt zu den Rändern aber ab.

Beeindruckend: Auch bei sich bewegenden Motiven durch den Wind, saß der Fokus zuverlässig. Alles in allem liefert man solide, jedoch nicht durchgängig herausragende, Resultate ab. So zumindest meine ersten Eindrücke – alle Bilder in voller Qualität gibt es hier:

Beide Linsen liefern solide Ergebnisse ab, wobei der Hauptsensor durch seine Stärken in den Vordergrund tritt. Nicht punkten kann man im Bereich des Zooms. Logisch, dass man da ohne dedizierte Linse eher wenig brauchbare Ergebnisse liefert. Dafür schießt die Ultraweitwinkelkamera ansprechende Makro-Fotos.

Der neue Hauptsensor erweist sich zudem als lichtstärker. Hier gibt es mehr Details im Vergleich zum Phone (1), wenn es an Helligkeit in der Umgebung mangelt. An Konkurrenzfähigkeit mangelt es im Low-Light-Bereich aber gefühlt weiterhin.

Die Farbabstimmung zwischen Ultraweitwinkelkamera und der Hauptkamera ist in der zweiten Smartphone-Generation besser gelungen. Bei einzelnen Farben (z. B. blau oder grün) gibt es auch weiterhin feine Unterschiede.

Die Frontkamera liefert eine überzeugende Schärfe und Detailgetreue. Da tut der 32-Megapixel-Sensor sichtlich gut. Probleme macht der Portrait-Modus bei Klassikern, wie einzelnen Haarsträhnen.

Ein paar Dinge zum Abschluss: Das Aufladen ist dank Power-Delivery-Unterstützung und 45 Watt flott. Champion beim Schnellladen wird man damit aber nicht. Drahtloses Aufladen und das Aufladen anderer Geräte, wie der Nothing-TWS-Kopfhörer, ist mit von der Partie. Und sonst? Der Fingerabdrucksensor ist optisch, liegt unter dem Display und reagierte zuverlässig.

Die Ear (2) hatte ich bereits im Frühjahr einem ausführlichen Testbericht unterzogen. In der vergangenen Woche hat man neben der weiß-transparenten Farbvariante ein schwarzes Gewand vorgestellt. Die schwarze Farboption sagt mir aufgrund ihrer geringen Schmutzempfindlichkeit sehr zu. Zudem bietet man einen verbesserten Equalizer an, auf den ich kurz eingehen will.

Der neue Equalizer ermöglicht es, Frequenzbereiche selbst anzupassen. Dies schafft ein individuelles Klangerlebnis – das aber auch per Soundprofil mit anderen geteilt werden kann. Anpassungen lassen sich in Echtzeit – inklusive Vorschau – durchführen. Hier könnte man den Nerv von audiophilen Nutzern treffen. Für die breite Masse bietet man die alten Soundeinstellungen weiterhin.

Unterm Strich? Auch das Nothing Phone (2) ist kein 0815-Smartphone. Im Vergleich zum Phone (1) hat man software- und auch hardwareseitig eine Schippe draufgelegt. Eine Schippe legt man auch preislich drauf. Kostenpunkt sind mindestens 649 Euro. Wobei die Upgrades auf 256 GB mit 699 bzw. 512 GB mit 799 Euro fair bepreist sind.

Man könnte das Phone (2) auch als Nothing Phone (1) Pro betiteln. Schön, dass man aus Feedback lernt und versucht diese Kritik umzusetzen (Kamera, Performance, Display). In diesen Preis-Gefilden muss man sich aber auch mit einem Pixel 7 und Co. messen. Aber: Man kann inzwischen mit Flaggschiff-Smartphones in diversen Kategorien (bei der Kamera) mithalten.

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