#StartupTicker – +++ Popcore +++ Unmilk +++ Sennder +++ InstaFreight +++ Vivid +++ Die Höhle der Löwen +++

#StartupTicker

#StartupTicker Popcore fährt 11 Millionen Gewinn ein Unmilk ist insolvent Sennder plant Übernahme von InstaFreight FinTech Vivid wächst auf 12 Millionen Umsatz Gründershow “Die Höhle der Löwen” kehrt im April zurück

    Popcore     Unmilk     Sennder     InstaFreight     Vivid     Die Höhle der Löwen

Montag, 18. März 2024VonAlexander Hüsing

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 18. März)

#STARTUPTICKER

Popcore


Zahlencheck! Das Berliner Games-Unternehmen Popcore, 2018 von Johannes Heinze und Thomas Heinze gegründet, präsentiert sich weiter als wachstumsstarkes Unternehmen. Das stille Unternehmen, das werbefinanzierte Casual Games wie Parking Jam 3D für mobile Endgeräte entwickelt, erwirtschaftete 2022 laut Jahresabschluss einen Umsatz in Höhe von 136,5 Millionen Euro (Vorjahr:  70,7 Millionen). Der Jahresüberschuss stieg dabei auf 11,3 Millionen (Vorjahr: 5,1 Millionen). “Werbeeinnahmen waren der hauptsächliche Umsatztreiber, die In-App Purchases weisen mit 5,5 Millionen nur einen geringen Anteil der Umsätze aus” teilt das Unternehmen, das seit 2022 zum Zynga-Imperium gehört, mit. Die Zynga-Mutter Take-Two Interactive legte bei Popcore stolze 199,2 Millionen US-Dollar auf den Tisch. Mehr über Popcore

Unmilk


Pleite! Das Hamburger Food-Startup Unmilk ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Marc Heinrich bestellt. Das junge Unternehmen, das 2020 von Jennifer Schäfer gegründet wurde, bietet pflanzliche Protein-Drinks aus glutenfreiem Hafer und Erbsenprotein an. In den vergangenen Jahren investierten insbesondere Katjes Greenfood und Unternehmer Jens Herrndorff in Unmilk.  Mehr über Unmilk

Bootstrapping –  kluuf


Jetzt auf deutsche-startups.de Umfrage: 11 ultimative Tipps für alle, die auf Bootstrapping setzen “Ich musste mein Mindset in vielerlei Hinsicht ändern” – sagt Florian Wilhelm von kluuf

#LESENSWERT

Sennder – InstaFreight – Vivid – Die Höhle der Löwen


 Sennder plant Übernahme des insolventen Wettbewerbers InstaFreight (Manager Magazin)  Vivid wächst auf 12 Millionen Euro Umsatz (Finance Forward)  Am 8. April startet die 15. Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” (TV Wunschliste)

#DEALMONITOR

Investments & Exits


Acto sammelt 3,7 Millionen ein Intapp kauft delphai Indus kauft Gestalt Robotics Palmpapier kauft Wunderkarten Katalysen Ventures kauft Smart4Diagnostics Protime kauft Sheepblue. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3

#DHDL – Lovelstar: Was wollen Investoren hören, wenn sie nach dem Markt fragen?

Am Montag war bei „Die Höhle der Löwen“ sogar ein echtes Pferd zu Gast. Mit „Torro“ führte das Startup Lovelstar beleuchtete Steigbügel vor, mit denen Pferd und ReiterIn leicht im Dunkeln erkannt werden können, um Unfälle zu vermeiden.

Gründer Patrick war vor 4 Jahren auf diese Idee gekommen, weil er selbst nachts mit dem Motorrad fast eine Reiterin übersehen hätte, die – wie es laut seiner Freundin und Reiterin Veronika leider üblich ist – völlig unbeleuchtet unterwegs war. Zwar sind ReiterInnen verpflichtet, entsprechende Leuchtmittel mitzuführen, wenn sie nach Einbruch der Dunkelheit ausreiten, allerdings macht dies in der Realität wohl kaum jemand.

Der LED-Steigbügel von Lovelstar soll dies in Zukunft verhindern, schließlich ist die Einlage schnell in jeden handelsüblichen Steigbügel geschraubt und kann einfach ein- und ausgeschaltet werden.

Für die Idee gibt es von den Löwen gleich zu Beginn viel Lob, mehrfach wird noch der Satz fallen, dass es das Produkt wert ist, wenn damit auch nur ein solcher Unfall verhindert wird. Auch die Qualität der Verarbeitung und Helligkeit kommen gut an.

Selbst der von vielen GründerInnen gefürchtete Zahlenteil fängt gut an: die Marge scheint für die Löwen passend zu sein, die Verkaufszahlen von 600 Stück in 2 Jahren sind kein Anlass zu riesiger Verzückung auf der Investoren-Seite, scheinen aber auch nicht für große Kritik zu sorgen.

Dann will Janna Ensthaler wissen, wie viele Steigbügel denn im Jahr in Deutschland verkauft werden, doch das Gründerteam hat darauf leider keine Antwort. Gründer Patrick nennt jedoch den Gesamtmarkt des Reitsporthandels in Höhe von 4,1 Milliarden Euro.

Prinzipiell ist das im Gespräch mit Investoren legitim – und sogar oft besser, als gar nichts zu sagen – nur sollte man ein paar Dinge beachten, wenn man eine andere Zahl anstatt der eigentlich gefragten nennt: zunächst ist die Formulierung des Gründers, dass sie da „selber nicht nachgeforscht“ hätten, sehr unglücklich. Wenn man die genaue Zahl, nach der ein Investor fragt, nicht weiß, sollte man eine etwas neutralere Formulierung wählen, die einen selbst nicht so schlecht dastehen lässt. Etwa „Leider lässt sich diese konkrete Zahl aus dem Gesamtmarkt der Reitsportartikel nicht abgrenzen.“, so dass man nicht allzu sehr betont, dass man selbst vielleicht noch mehr Anstrengungen hätte unternehmen können.

Der zweite Punkt ist die Wahl des gesamten Reitsportmarktes an dieser Stelle. Tatsächlich sieht man das bei vielen Startups: auch wenn sie nur ein recht spezielles Produkt platzieren, gehen sie bei der Frage nach dem Markt direkt ein paar Ebenen höher. Dabei wird ein Windel-Hersteller wohl nicht so schnell auch Schnuller und Baby-Kleidung produzieren, und ein Entwickler von neuartigen Bart-Rasierern wird nicht gleich den ganzen Herren-Körperpflege-Markt angreifen. Die Zahlen dieser übergeordneten Märkte – hier also Babyausstattung und Herren-Pflege – sind daher für das jeweilige Startup bis auf Weiteres noch völlig irrelevant. 

So bemerkte auch Judith Williams bei Lovelstar, dass in die genannten 4,1 Milliarden auch Kleidung, Stiefel, Helme und vieles weitere mit hineinzählen.

Tatsächlich hätte man sich in diesem Fall sogar Fragen können, ob man überhaupt den richtigen übergeordneten Markt gewählt hatte. Denn würden in die 4,1 Milliarden Euro auch die Umsätze direkter Reit-Utensilien wie Sättel und Zaumzeug mit hineinfallen, würde wohl ein großer Batzen für Lovelstar relativ unerreichbar sein, denn so ein Sattel kann schließlich locker eine 4-stellige Summe kosten. Wenn nicht, müsste man sich aber die Frage gefallen lassen, ob man mit einer Steigbügel-Einlage nicht eigentlich diesem Markt zuzuordnen wäre. Schließlich könnte man sich vorstellen, dass der Lovelstar ein gewisses Potenzial als Upselling-Artikel bei Sätteln hätte.

Man sieht also schnell: die Frage nach der Marktgröße ist gar nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint, und bietet viel Potenzial für Antworten, die dann bei den Investoren so gar nicht gut ankommen. Wählt man den Markt zu groß – wie in den obigen Beispielen – ist die genannte Zahl schlichtweg irrelevant, wählt man ihn zu klein, steht man als Nischenprodukt da, was gegebenenfalls der eigenen Business-Strategie auch gar nicht entspricht. Zum Beispiel könnte Lovelstar auch noch weitere Leucht-Produkte entwickeln wollen und so schon mittelfristig ebenfalls den Markt für Reitbekleidung adressieren.

Vielleicht hätte eine solche Bemerkung auch noch ein wenig retten können, denn Janna Ensthaler betonte noch einmal, dass es ein wichtiger Fakt gewesen wäre, zu wissen, wie viele Steigbügel man denn potenziell ausstatten könnte.

Nils Glagau, der sich anschließend sogar als ehemaliger Reiter outet, betont auch noch einmal, dass es für einen Investor wichtig ist, das Potenzial abschätzen zu können. Da ein Investment ohne dieses Wissen ihm zu risikoreich ist, steigt er aus.

Doch genau dieser Fakt kann GründerInnen helfen, die richtige Zahl zu recherchieren: Investoren wollen bei der Marktgröße eine Art Obergrenze hören, eine Zahl, was maximal möglich wäre, wenn man den ganzen Markt beherrschen würde. Dass dies natürlich immer nur ein theoretischer Wert ist, muss klar sein, aber es ist eben ein Indiz dafür, ob noch ein entsprechend großes Wachstum mit diesem Produkt möglich ist.

Doch wie findet man diese Zahl, die für die üblichen Quellen oft ein wenig zu speziell ist? Im konkreten Fall könnte man bei ein paar Reitsport-Händlern – oder eben auch Sattlereien –  fragen, wie viele Steigbügel sie so im Jahr verkaufen. Hat man verschiedene Zahlen, kann man einen Durchschnittswert bestimmten und diese mit der Anzahl der Händler – die sich ermitteln lassen sollte – multiplizieren. So bekommt man zumindest einen ungefähren Anhaltspunkt.

Ist der ermittelte Wert dann eher gering – viele Investoren wollen zumindest in einen Markt von einigen hundert Millionen Euro Jahresvolumen investieren – kann man noch zukünftige Expansionsmärkte hinzunehmen. Hier sollte man aber dann zumindest schon die Produkte in der Schublade haben oder diese Expansion sollte eben entsprechend naheliegend sein. Gerade viele Business Angels bestehen aber gar nicht so auf eine bestimmte Mindest-Marktgröße, wenn man klar machen kann, warum man glaubt, schnell einen großen Marktanteil in einem Nischenmarkt erlangen zu können.

Für einige andere Löwen schien die fehlende Marktabschätzung auch noch nicht das Ausstiegs-Argument zu sein, allerdings kommt im weiteren Gespräch noch ein Problem mit der Patentsituation auf, so dass Lovelstar am Ende ohne Deal wieder aus der Höhle gehen muss.

Bleibt zu hoffen, dass nun viele Käufer zeigen werden, dass der eigentlich anvisierte Markt doch gar nicht so klein ist, damit dieses Produkt noch viele Unfälle vermeiden kann.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#DHDL – tinus, My Esel, Viva Maia, stack, Kylies Cuppa treten vor die Löwen

In der dreizehnten Staffel der erfolgreichen Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen” (DHDL) wittert das Löwenrudel wieder fette Beute. Die Jury besteht in dieser Staffel sowohl aus altbekannten Gesichtern, nämlich dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, dem Sales-Löwen Carsten Maschmeyer, der Beauty-Löwin Judith Williams und der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl. Aber auch neue Investoren, die Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler und Produkt-Löwe Tillman Schulz, tummeln sich hungrig auf neue Startups in der Löwenhöhle.

Die DHDL-Startups der Woche

tinus aus München


Tinnitus – für andere nicht hörbar, doch für die Betroffenen ist der quälende Ton den ganzen Tag über präsent. Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland unter diesem Phänomen und bisher gibt es keine Heilung für den Tinnitus. Besonders das Einschlafen ist für die Betroffenen ein Problem. Viele lenken sich akustisch mit TV, Radio, Hörbüchern oder Podcasts ab, doch die Geräuschkulisse stört in der Regel den Schlafpartner oder die -partnerin. Das soll sich nun ändern. Jaqueline Schaupp (27) und Simon Greschl (27) präsentieren mit tinus One ein smartes Klangkissen. Das Besondere: Die flächenverteilte Schallübertragung über einen Flüssigkörper, der sich im Kissen befindet. So kann jeder gewünschte Sound über die vorhandene Bluetooth-Verbindung abgespielt werden, ist dabei aber nur bei Kontakt mit dem Kissen hörbar. Neben der Soundübertragung gibt es weitere Funktionalitäten: Unter anderem schaltet das Kissen sich in der Tiefschlafphase durch ein sanftes Ausblenden der Klänge aus, sodass ein Aufwachen durch den abrupten Stopp von Klängen verhindert wird. Und sobald sich der Kopf vom Kissen hebt, pausieren die Inhalte. Ist der Kontakt zum Kissen wiederhergestellt, starten die Inhalte automatisch. Um Ihr Produkt auf dem Markt zu etablieren, benötigen Jaqueline und Simon 350.000 Euro und bieten im Gegenzug zehn Prozent der Firmenanteile an.

My Esel aus Traun (Österreich)


Christoph Fraundorfer (38) und Heinz Mayrhofer (44) sind die Gründer von My Esel und bekommen mit Musiker und Extremsportler Joey Kelly (49) prominente Unterstützung. Als Markenbotschafter von My Esel steht er dem Gründerduo zur Seite – und dreht auf seinem individuell konfigurierten “Drahtesel” ein paar Runden durch die Höhle. Die Key Message des Radherstellers: Die Fahrräder und E-Bikes mit Holzverbundrahmen können perfekt an die Bedürfnisse des Kunden angepasst und in kürzester Zeit regional und individuell produziert werden. “Denn das optimale Produkt sieht für jeden Nutzer anders aus. Genau diese Flexibilität bietet das My Esel Konzept. Die Möglichkeiten starten beim gewünschten Aufbau mit Schutzblechen, Lichtanlage, integriertem GPS, persönlichem Branding u.v.m. und gehen bis zum individuellen Maßrahmen. Der Kunde entscheidet frei nach seinen Vorstellungen”, weiß Christoph Fraundorfer aus eigener Erfahrung. Basis dafür ist ein spezieller Holz-Verbund Rahmen. Holz hat besondere Grundeigenschaften: Es absorbiert Vibrationen wie kein anderes Material und soll dadurch eine bestmögliche Laufruhe bieten und das Fahren auf den My Esel Bikes besonders angenehm und gesund machen, da es die Gelenke und Körper besonders schont. “Ein weiterer Vorteil des Holzrahmens ist neben der hohen Steifigkeit die Robustheit der Konstruktion. Diese orientiert sich technologisch am Ski-Bau, wo seit jeher ein Holzkern für optimale Eigenschaften und Performance sorgt. Jeder Esel wird möglichst regional aus nachwachsender Forstwirtschaft in Österreich produziert und zusammengebaut”, erklärt Christoph Fraundorfer in seinem Pitch. Im Sortiment haben sie City-, Touren- und Trekking-Fahrräder, E-Bikes und Rennräder. In Österreich hat sich My Esel erfolgreich auf dem Markt etablieren können. Jetzt möchten die Gründer ihr Business-Modell auf den gesamten deutschsprachigen Bereich ausweiten und sind daher auf der Suche nach einem strategischen Partner. Ihr Angebot an die Löwen: 675.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Viva Maia aus Berlin


Verena Bonath (31) und Herbert Hellemann (37) bringen mit ihrem Startup die Geheimnisse der alten Maya und Azteken in die Höhle. Die Kosmetikprodukte von Viva Maia basieren auf der indigenen Pflanzenheilkunde Mexikos. Herbert, in Mexiko geboren und aufgewachsen, reiste gemeinsam mit Verena in seine Heimat. “Ich war fasziniert von den verschiedenen Pflanzen und den Wirkstoffen, die es auf den Märkten gab. Ich hatte bisher nur von westlicher oder asiatischer Kosmetik gehört, von natürlicher, mexikanischer Kosmetik und den Geheimnissen der Ur-Einwohner aber noch nie”, blickt die 31-Jährige zurück. “Noch vor Ort begannen wir uns über Rohstoffe und Kosmetikhersteller zu informieren. Zurück in Deutschland brachten wir sechs Monate später Viva Maia auf den Markt. ” Im Sortiment bieten sie u. a. sechs verschieden Bars, je nach Hauttyp an. Darunter die Tepezcohuite Peeling Bar – ein antioxidatives Peeling in fester Form. Der Name kommt von dem Baum Tepezcohuite, dem sogenannten “Haut-Baum”. “Die Rinde des Baumes wirkt antibakteriell und wird in Mexiko seit langer Zeit zur Hautheilung genutzt”, erklärt Herbert. Verena stellt den Löwen zudem ein Augenbrauen Lifting-Set vor: “Das erste nachhaltige Eyebrow Lamination Kit. Es enthält alles, was man für ein Augenbrauen-Lifting benötigt. ” Das Gründerduo lässt die Produkte CO2 neutral produzieren und unterstützt lokale Bauern sowie junge Mexikaner:innen über ein soziales Projekt. Um ihr Business weiter ausbauen zu können, benötigen Verena und Herbert Unterstützung im Markenaufbau, E-Commerce-Bereich und Platzierung im Einzelhandel. Wird eine Löwin oder ein Löwe 150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile investieren?

stack aus Regensburg


Sommer, Sonne, sich mit Freunden treffen – zu einem perfekten Sommertag gehört für Raphael Seiler (28) auch der Grillabend dazu. Bei einem Ausflug stellt sich stets die Frage: Wer bringt den unhandlichen und manchmal schweren Grill von zu Hause mit? Am Treffpunkt angekommen, muss der Grill erst mal auf Betriebstemperatur gebracht werden, nur wenige haben Lust, die Kohle mit Pusten und Wedeln zum Glühen zu bringen. Nach dem Essen, wenn es kühler wird, wäre z. B. ein Lagerfeuer zum Wärmen angenehm. Mit dem stack grill sollen diese Probleme der Vergangenheit angehören. Der stack grill ist portabler Kompaktgrill und Feuerstelle in einem. Bereits zuhause kann der Grill mit Kohle und Briketts befüllt werden und spart sich somit das zusätzliche Schleppen der Grillkohle. Vor Ort ist der stack grill durch das Stecksystem mit wenigen Handgriffen aufgebaut und innerhalb von zehn Minuten betriebsbereit. Denn durch die innovative Bauweise kann sich der stack grill den Kaminzugeffekt zunutze machen, so muss der Grill beim selbstständigen Anzünden nicht zusätzlich mit Pusten oder Wedeln befeuert werden. Wenn die Gruppe mit Essen versorgt wurde, wird der Grill wieder um 90 Grad auf eine vertikale Position gedreht, man fügt in die obere Öffnung ein wenig Feuerholz hinzu und so wird aus dem Grill eine atmosphärische Feuerstelle. Ist der stack grill eine zündende Idee? Für 80.000 Euro bietet Raphael 20 Prozent der Firmenanteile. Wird ein Löwe anbeißen?

Kylies Cuppa aus Bochum


Immer und überall bubblen – das möchten Hannah Scheuren (28) und Hannes Ftuni (37) ermöglichen. Der Bubble Tea, bereits in den 90iger Jahren erfunden, feiert aktuell sein großes Comeback. Ursprünglich aus Taiwan, besteht er hauptsächlich aus Grünen oder Schwarzen Tee und dazu wird Milch und bunter Fruchtsirups hinzugefügt. Das Besondere: die kleinen Kügelchen, den sogenannten Bubbles. Sie gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und einige Sorten sind so gefüllt, dass sie im Mund zerplatzen. Der Bubble Tea ist bisher ein To-Go Produkt und nur in Cafés erhältlich. “Zum einen handelt es sich um exotische Zutaten, die nur in großen Mengen gekauft werden können. Zum anderen halten sich die fertigen Bubbles im Tee nicht sehr lange, weil sie dann wieder wässerig werden”, weiß Hannah zu berichten. “Wir als große Fans fanden es immer sehr traurig, da wir unser Lieblingsgetränk nie direkt zuhause genießen konnten. Und auch die Plastikverpackung hat uns immer enorm gestört. ” Aus diesem Grund haben sie Kylies Cuppa gegründet. “Eine Bubbletea-Box zum Bestellen, mit der sich jeder selbst zuhause einen Bubble Tea mixen kann”, präsentiert Hannes den Löwen das Produkt. “Da es unsere Box im Abo-Modell gibt, wechseln wir alle vier Wochen die Kompositionen.” Jede Box beinhaltet alle Zutaten für die Zubereitung von fünf unterschiedlichen Bubble Teas. Die einzelnen Komponenten (Bubbles, Sirup, Infusion und Tee) sind in einzelnen nachhaltigen Behältern aus Glas oder RPET abgefüllt, welche die Konsument:innen dann zuhause nur noch zusammenfügen müssen. Um mit ihrem Unternehmen expandieren zu können, benötigen Hannah und Hannes 200.000 Euro und bieten den Löwen im Gegenzug 15 Prozent ihrer Firmenanteile.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#DHDL – Lockcard: Das Studium als Gründer:in abbrechen?

Die dreizehnte Staffel von “Die Höhle der Löwen” startete direkt mit einem so beeindruckenden wie auch diskussionswürdigen Fall: Die jungen Gründer Aaron und Jonas überzeugten mit ihrer neuartigen Geld- und Kartenbörse die Löwen nicht nur mit dem Produkt selbst, sondern auch von sich als Gründer und mit ihren Zahlen. Dafür hatten sie – natürlich nicht zur Freude ihrer Eltern – ihr Studium geschmissen. Die Löwen beeindruckte dies aber nur noch mehr. Ist es Zeit für Eltern, umzudenken?

Fast jeder, der sich eine Zeit in der deutschen oder europäischen Startup-Szene bewegt, lernt ein oder mehrere Leute kennen, die nie ihr Studium abgeschlossen haben, trotzdem aber erfolgreiche GründerInnen geworden sind. Oder denken wir “falsch herum” und sie sind es nicht trotz fehlendem Studienabschluss geworden, sondern deswegen?

Schließlich ist ein Studium im Normalfall nicht nur ein riesiger Zeitaufwand und lässt viele gleichzeitige GründerInnen so “nebenbei” mit ihrem Startup kaum weiterkommen. Andererseits baut ein fehlender “Plan B” aber auch eine Menge Druck auf, schließlich setzt man ohne richtige Berufsausbildung alles auf eine Karte und MUSS praktisch erfolgreich sein – für viele vielleicht das letzte Quäntchen Motivation, das sie brauchen, um sich richtig reinzuhängen.

Außerdem: viele GründerInnen – ob mit Studium bzw. Ausbildung oder ohne – betonen ja ohnehin, dass sie nie so viel und so schnell gelernt haben, wie in der ersten Zeit mit dem eigenen Unternehmen. Hier kreieren die Notwendigkeit, aber auch der persönliche Wille zum Erfolg einfach ein Setup, in dem man oft gar keine Wahl hat und häufig gar nicht darüber nachdenkt, dass man gerade wieder etwas lernt. Der ständige Hormoncocktail in Hirn und Blut durch die Aufs und Abs des Startup-Lebens tut das seine dazu. So kennen sich viele Jung-CEOs oft bereits wenige Monate nach Markteintritt besser mit CACs und Conversions aus als viele AbsolventInnen nach Jahren des Studiums, selbst wenn dieses so einen fancy Titel wie “Entrepreneurship” hatte. 

Und wie man nicht zuletzt am Lockcard-Beispiel gesehen hat, scheinen Investoren auf Studienabbrecher regelrecht zu fliegen. Die Löwen jedenfalls schienen tief beeindruckt und am Ende gab es für das junge Gründer-Duo sogar drei Angebote und alle fünf anwesenden Löwen wollte Teil ihres Startups werden.

Doch was genau gefällt Investoren an Studienabbrechern, und ist ein Abbruch – oder vielleicht gar nicht erst das Aufnehmen eines Studiums – wirklich die beste Wahl, wenn man ein Unternehmen gründen will? Wie fast immer ist die Antwort ein sehr entschiedenes: es kommt darauf an.

Denn schaut man sich die Geschichte der beiden Lockcard-Gründer an, startete auch diese ein wenig holprig: der Wille zum Gründen war schon länger vorhanden, nur das richtige Gründungsvorhaben an sich fehlte. Ideen gab es vor der platzsparenden Geldbörse schon einige, allerdings wurden diese auch wieder verworfen. Das Studium lief währenddessen weiter.

Auch noch, als die Idee zur Lockcard – einer Karte zur einfachen und platzsparenden Schlüsselaufbewahrung – geboren wurde. Daraus entwickelte sich dann das Lockcard Wallet, das Produkt, das sie auch den Löwen vorstellten. Doch auch Aaron und Jonas mussten lernen, dass ein Produkt, dass niemand kennt, eben auch niemand kaufen kann. Sie ließen sich aber auf die Startup-typische Lernkurve ein, tauchten ins Social Media Marketing ein und entwickelten schnell ein Gefühl dafür, was letztendlich funktioniert, um ihr Produkt zu bewerben.

So hatten sie bis zum Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” bereits 15.000 Stück verkauft und einen Umsatz von rund 250.000 € erwirtschaftet. Und natürlich waren es nicht zuletzt diese Zahlen, die die Löwen dazu brachten, ganz besonders die Ohren zu spitzen. Denn wer genau hingesehen hat, konnte schon den Eindruck gewinnen, dass die Stimmung zu Beginn, als es nur um das Produkt selbst ging, noch eher neutral war, und erst die guten Antworten der Gründer und ihre beeindruckenden Zahlen die Begeisterung nach und nach immer mehr entfachten, bis es zum Wettbieten der drei Löwen-Konstellationen kam.

In dem Moment, als die Sprache auf den Studienabbruch der beiden Gründer kam, war also höchstwahrscheinlich bereits klar, dass das Produkt ein voller Erfolg war, und die beiden sowohl die Produktentwicklung als auch das Marketing gut im Griff hatten – und sich alles notwendige für die Unternehmensführung “unterwegs” angeeignet hatten. Hier handelt es sich also um die bei Investoren schon fast sprichwörtlichen “guten Gründer” – lernfähig, mit Übersicht und jeder Menge herausgebildeten Hard und Soft Skills.

So geschah auch die Aufgabe des Studiums erst zu einem Zeitpunkt, als Lockcard sich schon etwas entwickelt hatte, und die Arbeit im Startup vor allem wegen der großen Nachfrage kaum noch mit einem Studium vereinbar war.

Dies ist wohl ein entscheidender Punkt, den auch das Lockcard-Beispiel sehr gut unterstreicht: ein Studium zu schmeißen, nur weil man eine Idee hat, ist wohl in den seltensten Fällen wirklich sinnvoll.

Doch erst einmal anzufangen, die Grundlagen des Unternehmertums in der Praxis zu erlernen, dazu auf Grund der Doppelbelastung auch noch gezwungen sein, wichtige Soft Skills wie Priorisierung und ein herausragendes Zeitmanagement zu entwickeln, bis man wirklich an absolute Grenzen stößt, das ist etwas ganz anderes. Und genau diese Fähigkeiten, die man so bewiesen hat, sind es, die Investoren beeindrucken. Die bloße Aufgabe des Studiums wegen irgendeiner fixen Idee reißt bestimmt weder einen Löwen noch sonst irgendeinen Investor vom Hocker.

Natürlich ist der Zeitpunkt des richtigen “Absprungs” recht schwierig zu bestimmen: wechselt man zu früh in die Vollzeit-Gründung, ist das Risiko zu hoch, dass es dann doch nicht klappt und man ohne Plan B dasteht. Wechselt man zu spät, hat man wertvolle Zeit vergeudet, in der Konkurrenten einen vielleicht schon überholen konnten.

Die Lockcard-Gründer haben es wohl genau richtig gemacht. Und so mehr als nur eine Menge Lob bekommen, sondern von ihrem Wunsch-Investoren-Duo Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel nicht nur das angefragte Kapital, sondern auch noch eine zusätzliche Werbekampagne, Working Capital und persönliches Mentoring zugesagt bekommen.

Nun werden ihre Eltern wohl ganz bestimmt nicht mehr mit ihrem Entschluss hadern, das Studium abzubrechen.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#Interview – “Flüchtigkeitsfehler können schnell sehr teuer werden”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Prüft eure Idee. Bleibt alltagsnah. Und setzte euch ganz klar definierte Ziele”, gibt Womatics-Gründerin Thea Broszio anderen Gründer:innen als Tipp.

“Flüchtigkeitsfehler können schnell sehr teuer werden”

Freitag, 23. Dezember 2022VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Thea Broszio, Gründerin von Womatics. Das Startup aus Hamburg hat für stillende Müttern das “Mama Cooling Gel” entwickelt. 

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ich starte Morgens um 7 Uhr mit dem Wecken der Kinder. Zwei von dreien gehen ab acht Uhr zur Schule/ Vorschule und Nummer drei verlässt kurz nach acht mit mir das Haus in Richtung Kindergarten. Meistens habe ich ab 8.30 Uhr alle Kinder aus dem Haus und bin zurück, um mich dann seit Januar meinem vierten Baby zu widmen: Womatics.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?


Ich habe einen etwas unterbrochenen Arbeitstag, da ich Vormittags von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr arbeite, dann den Laptop zu mache und 100% Mami bin und dann ab 19.30/20.00 Uhr meistens wieder zurück am Laptop bin und weiter arbeite. Dieser Arbeitsalltag bietet dank der Kombination Arbeiten und Kinder so viel Abwechslung, dass ich nicht wirklich abschalten muss. Was ich aber ab und an versuche, sind verlängerte Wochenenden mit meinem Mann oder Freundinnen, um auch mal ohne Kinder und Arbeit zu sein.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?


Das es auch ab und an wirklich einsam sein kann. Ich liebe den Austausch mit anderen und ab und an vermisse ich Kollegen/ Kolleginnen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Mich mir allen Themen auseinander zu setzen. Jeder weiß, glaube ich, um seine Stärken und eben auch um seine Schwächen. Früher hatte ich in der Festanstellung ein großes Team um mich, wo man eben auch mal Themen, die einem nicht so lagen abgeben konnte. Das ist in der Selbstständigkeit anders. Hier muss ich mich auch Themen stellen, die mich nicht so flashen, oder die mir auch ab und an einfach mal wirklich nicht liegen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Flüchtigkeitsfehler können schnell sehr teuer werden. Immer zu 100% versuchen konzentriert zu arbeiten, auch wenn es mal schwer fällt. Und bei wichtigen Themen lieber noch einmal jemand zweites kontrollieren lassen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Ich setzte stark auf Empfehlung. Wenn ich nach jemandem für das Team suche, zapfe ich mein Netzwerk an. Jemand kennt immer jemanden, der genau passt.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Prüft eure Idee. Bleibt alltagsnah. Und setzte euch ganz klar definierte Ziele. Wenn diese nach einer gewissen Zeit nicht erreicht sind – ändert Eure Idee ab oder lasst diese vielleicht sogar ganz gehen.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Kein wirkliches Tool – sondern mein Netzwerk. Ich bin sehr aufgeschlossen und vernetzte mich unfassbar gerne mit den verschiedensten Menschen.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?


Aktuell gibt es noch kein wirkliches Team. Aber das kommt!

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Das war die Teilnahme an der Gründershow “Die Höhle der Löwen”.

Foto (oben): Womatics

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