#Interview – „Das zeigt sehr gut, wie wichtig Events für junge Unternehmen sind“

#Interview

Das Bielefelder Startup Tentris entwickelt eine neue Generation von Graphdatenbanken für Unternehmen. Im Interview spricht Gründer Tobias Rebert über die Entstehung des Unternehmens, den Sieg beim STARTUPLAND-Pitch-Contest und die nächsten Wachstumsschritte.

„Das zeigt sehr gut, wie wichtig Events für junge Unternehmen sind“

Donnerstag, 9. Juli 2026VonAlexander

Das junge Bielefelder Startup Tentris, 2024 von Alexander Bigerl, Tobias Rebert, Nikolaos Karalis und Axel-Cyrille Ngonga Ngomo als Spin-off der Universität Paderborn gegründet, möchte eine neue Generation von Graphdatenbanken etablieren.

„Diese bilden Wissen ähnlich ab wie das menschliche Gehirn; nicht als einzelne Datenpunkte, sondern als vernetzte Informationen. Dadurch können Unternehmen und KI-Systeme deutlich schneller die richtigen Antworten finden und bessere Entscheidungen treffen“, teilt das Team mit, das 2026 der Pitch Contest-Gesamtsieger im STARTUPLAND war.

Der Schweizer Venture-Capitalist Bloomhaus Ventures, der Münchner Geldgeber Vanagon Ventures, der Berliner SME-Tech-Investor altitude (den das Team auf unserer STARTUPLAND Conference kennen gelernt hat), 10x Value Partners und Business Angel Pascal Wichmann investierten zuletzt 925.000 Euro in. Hinzu kamen 1 Million Euro in Form von Fördergeldern (EXIST).

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Tentris-Gründer Rebert einmal ausführlich über den Stand der Dinge in seinem Unternehmen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Tentris erklären?

Stell Dir vor, die Informationen eines Unternehmens liegen in tausenden Ordnern, Datenbanken und Programmen verteilt. Wir bauen die Technologie, die all diese Informationen miteinander verbindet und die richtigen Zusammenhänge sichtbar macht. Konkret entwickeln wir mit Tentris eine neue Generation von Graphdatenbanken. Diese bilden Wissen ähnlich ab wie das menschliche Gehirn; nicht als einzelne Datenpunkte, sondern als vernetzte Informationen. Dadurch können Unternehmen und KI-Systeme deutlich schneller die richtigen Antworten finden und bessere Entscheidungen treffen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen – also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Unser Kernprodukt ist TentrisDB, eine RDF-Graphdatenbank für Unternehmen. Kunden nutzen unsere Datenbank, um große Mengen vernetzter Daten effizient zu speichern, zu analysieren und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Dabei verfolgen wir zwei Geschäftsmodelle: Zum einen lizenzieren wir unsere Software an Unternehmen, die diese in ihrer eigenen Infrastruktur oder privaten Cloud betreiben möchten. Zum anderen bauen wir aktuell ein Database-as-a-Service-Angebot auf, bei dem Kunden Tentris direkt aus der Cloud nutzen können. Ergänzend unterstützen wir Unternehmen bei der Einführung und Integration der Technologie.

Wie ist die Idee zu Tentris entstanden?

Die Idee für Tentris entstand aus der Forschung. Den Grundstein legte die Masterarbeit unseres Mitgründers Alexander Bigerl, in der er einen völlig neuen Ansatz für die Verarbeitung von Wissensgraphen entwickelte. Aufbauend darauf vertieften Alexander und unser Mitgründer Nikolaos Karalis die Technologie über mehrere Jahre im Rahmen ihrer Promotionen an der Universität Paderborn. Mit der Zeit wurde deutlich, dass dieser Ansatz nicht nur wissenschaftlich interessant ist, sondern das Potenzial hat, ein grundlegendes Problem moderner Dateninfrastrukturen zu lösen. Daraus entstand schließlich die Entscheidung, die Technologie in Form eines Startups auf den Markt zu bringen.

Im Frühjahr habt Ihr die Pitch Stage im STARTUPLAND gerockt. Wie blickst Du inzwischen auf diesen Tag zurück?

Mit etwas Abstand blicken wir sehr gerne auf den Tag zurück. Natürlich freuen wir uns über den Erfolg auf der Bühne, aber besonders wertvoll waren die Gespräche, die daraus entstanden sind. Tatsächlich haben wir auf der Veranstaltung sogar einen unserer heutigen Investoren kennengelernt. Das zeigt sehr gut, wie wichtig solche Events für junge Unternehmen sind. Neben dem Wettbewerb sind es vor allem die Menschen, die man trifft, die neuen Perspektiven und die unerwarteten Chancen, die langfristig den größten Unterschied machen.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?

Die größte Herausforderung bestand darin, aus jahrelanger Spitzenforschung ein Produkt zu entwickeln, das Unternehmen tatsächlich einsetzen können. Zwischen einer wissenschaftlichen Innovation und einer marktreifen Software liegen viele Herausforderungen: von Produktentwicklung über Finanzierung bis hin zum Aufbau der richtigen Kundenbeziehungen. Gleichzeitig bewegen wir uns in einem Markt, der von großen internationalen Anbietern geprägt wird. Als junges Deep-Tech-Unternehmen mussten wir daher nicht nur beweisen, dass unsere Technologie funktioniert, sondern auch, dass wir langfristig ein verlässlicher Partner für Unternehmen sein können.

Wo steht Tentris in einem Jahr?

Ich hoffe, dass wir in einem Jahr auf die Frage nicht mehr antworten müssen, was Tentris eigentlich macht, sondern mit Kundenprojekten zeigen können, welchen Unterschied unsere Technologie macht. In einem Jahr möchten wir die ersten Unternehmen erfolgreich im produktiven Betrieb begleiten, unsere Cloud-Lösung auf den Markt gebracht haben und weiter wachsen. Am wichtigsten ist für uns aber, dass unsere Kunden mit Tentris schneller Antworten finden, bessere Entscheidungen treffen und das Potenzial ihrer Daten endlich voll ausschöpfen können.

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Foto (oben): Tentris

#Brandneu – 5 neue Startups: Kontori, Arctory, Coback, azuza, goal100.studio

#Brandneu

Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: Kontori, Arctory, Coback, azuza und goal100.studio.

5 neue Startups: Kontori, Arctory, Coback, azuza, goal100.studio

Mittwoch, 8. Juli 2026VonVeronika

Frische Ideen, neue Firmen: deutsche-startups.de präsentiert heute wieder junge Startups, die kürzlich gegründet wurden oder gerade ihren Stealth-Mode beendet haben. Wer noch mehr Neugründungen entdecken möchte, sollte unseren Newsletter Startup-Radar abonnieren.

Kontori

Kontori aus Bielefeld, von Marcel Banmann und Josua Kurt Köhler an den Start gebracht, automatisiert Finanzprozesse zwischen ERP-Systemen und externen Datenquellen. Die Plattform verarbeitet Dokumente, ergänzt fehlende Informationen und überträgt geprüfte Daten zurück ins ERP, um manuelle Arbeit und Fehlerquellen zu reduzieren.

Arctory

Bei Arctory aus München, von Eden Chabanet und Johannes Mohren angeschoben, geht es um KI-gestützte Softwareentwicklung in der Fertigung. Unternehmen können mit der Software des Startups Anwendungen für Planung, Steuerung und Optimierung von Produktionsprozessen erstellen.

Coback

Hinter Coback aus Dresden, von Benjamin Ernst und Étienne Schüler ins Leben gerufen, verbirgt sich ein „Compliance-Autopilot“ für Unternehmen. Die Software überwacht regulatorische Änderungen, priorisiert relevante Anforderungen und hilft Compliance-Teams dabei, deren Umsetzung zu organisieren.

azuza

Mit azuza aus Neuss, von Samed Yilmaz auf die Beine gestellt, lassen sich Finanz- und Verwaltungsaufgaben für Selbstständige und kleine Unternehmen per Spracheingabe automatisieren. Die KI-Assistenz erstellt Rechnungen und Angebote, beantwortet Finanzfragen und unterstützt bei der Verwaltung von Zahlungen und E-Mails.

goal100.studio

Die Hamburger Jungfirma goal100.studio entlastet Projektierer, Kommunen und Energiegenossenschaften bei der Planung von Energiewendeprojekten. Die von Bahne Carstensen und Jakob Ortmann gegründete Plattform kombiniert Karten-, Flächen- und Projektdaten, um die Entwicklung von Wind- und Solarprojekten zentral zu steuern.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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#Interview – „Wir haben als Schüler mit 17 Jahren angefangen“

#Interview

“Wir stehen jede Woche vor hunderten Lehrkräften, führen Fortbildungen durch und bekommen direkt Feedback aus dem Alltag”, sagt Lukas Portmann, Gründer von paddy. Das EdTech möchte sich als “persönlicher KI-Agent für Lehrkräfte” etablieren.

„Wir haben als Schüler mit 17 Jahren angefangen“

Montag, 22. Juni 2026VonAlexander

Das Bielefelder EdTech paddy, 2024 von Matty Frommann, Lukas Portmann und Tobias Schröder gegründet, möchte sich als „persönlicher KI-Agent für Lehrkräfte“ etablieren. „Wir helfen dabei, Bildung zu modernisieren, individuelles Lernen durch KI möglich zu machen und damit langfristig den Bildungsstandort Deutschland zu stärken“, sagt Gründer Portmann zum Konzept.

Business Angels und der Frühphasen-Investor High-Tech Gründerfonds (HTGF) investierten bereits 1 Million Euro in das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 2020 zurückgehen. „Wir haben ursprünglich mit Fortbildungen gestartet und Lehrkräfte dabei unterstützt, KI zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Dadurch haben wir extrem gut verstanden, was im Alltag wirklich fehlt. So ist paddy entstanden“, führt Portmann aus.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der paddy-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge in seinem Unternehmen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter paddy erklären?

Wir helfen dabei, Bildung zu modernisieren, individuelles Lernen durch KI möglich zu machen und damit langfristig den Bildungsstandort Deutschland zu stärken.

War dies von Anfang an Euer Konzept?

Unser Modell hat sich stark verändert. Wir haben ursprünglich mit Fortbildungen gestartet und Lehrkräfte dabei unterstützt, KI zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Dadurch haben wir extrem gut verstanden, was im Alltag wirklich fehlt. Irgendwann war klar: Es reicht nicht, nur zu zeigen, wie es geht. Wir müssen selbst die Lösung bauen. So ist paddy entstanden – eine eigene KI-Plattform, die genau auf die Bedürfnisse von Lehrkräften zugeschnitten ist.

Wie hat sich paddy seit der Gründung entwickelt?

Wir haben als Schüler mit 17 Jahren angefangen – ohne großes Netzwerk, aber mit dem klaren Ziel, etwas im Bildungssystem zu verändern. Heute sind wir ein Team von mehr als 10 Mitarbeitenden und haben über 30.000 Lehrkräfte auf unserer Plattform registriert. Gleichzeitig arbeiten wir weiterhin sehr eng mit Schulen zusammen und entwickeln das Produkt direkt aus dem echten Schulalltag heraus.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?

Ein großes Highlight war definitiv unsere Finanzierungsrunde mit dem High-Tech Gründerfonds im letzten Sommer. Gleichzeitig merken wir gerade, dass paddy wirklich im Markt ankommt. Spätestens seit „Die Höhle der Löwen“ ist das Thema präsent – wir bekommen aktuell viele Anfragen von Schulen und Schulträgern. Das Gefühl, dass das Produkt wirklich gebraucht wird, ist gerade das größte Highlight.

Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?

Wir haben es tatsächlich einmal geschafft, aus Versehen 10.000 E-Mails an die gleiche Schulleiterin zu schicken. Das war, sagen wir mal ein sehr intensiver Moment. Solche Dinge passieren, wenn man schnell wächst und viel ausprobiert – wichtig ist, daraus zu lernen und die Prozesse sauber aufzusetzen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir haben ein extrem gutes Verständnis für unsere Zielgruppe aufgebaut. Das liegt vor allem daran, dass wir bis heute sehr nah dran sind: Wir stehen jede Woche vor hunderten Lehrkräften, führen Fortbildungen durch und bekommen direkt Feedback aus dem Alltag. Dieses enge Feedback-Loop haben wir nie verloren und das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Gründe, warum unser Produkt wirklich genutzt wird.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?

Einfach machen. Gerade am Anfang hilft es, der eigenen Intuition zu folgen und Dinge auszuprobieren, statt alles zu zerdenken. Gleichzeitig sollte man an den richtigen Stellen datengetrieben entscheiden. Rückblickend waren wir mit 17 wahrscheinlich ziemlich naiv zu sagen, wir machen jetzt KI-Fortbildungen für Lehrkräfte. Aber genau dieses „einfach machen“ hat dazu geführt, dass wir uns reingefuchst, gelernt und Schritt für Schritt weiterentwickelt haben.

Wo steht paddy in einem Jahr?

In einem Jahr stehen wir bei über 500 Schulen und haben klar nachgewiesen, dass wir Lehrkräfte spürbar entlasten und das Lernen von Schüler:innen verbessern. Wir haben ein Team von über 20 Personen, arbeiten mit einer klaren Vision und bauen paddy weiter zu einer Plattform aus, die den Bildungsstandard in Deutschland merkbar mitprägt.

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Foto (oben): paddy

#Brandneu – 5 neue Startups: Backsleepers, LeadRep, PAVE Space, FREI, lowcloud

#Brandneu

Es ist wieder soweit – neue Startups stehen in den Startlöchern! Hier sind einige spannende junge Unternehmen, die man kennen sollte. Heute werfen wir einen Blick auf diese Neugründungen: Backsleepers, LeadRep, PAVE Space, FREI und lowcloud.

5 neue Startups: Backsleepers, LeadRep, PAVE Space, FREI, lowcloud

Mittwoch, 29. April 2026VonVeronika

deutsche-startups.de stellt heute erneut eine Auswahl junger Startups vor, die in den vergangenen Wochen und Monaten gegründet wurden oder kürzlich aus dem Stealth-Mode hervorgetreten sind. Noch mehr spannende Neugründungen gibt es übrigens in unserem Newsletter Startup-Radar.

Backsleepers 

Die noch frische Firma Backsleepers, in München von Nicolas Espich an den Start gebracht, kümmert sich um  Schlafoptimierung. „Unsere Mission ist es, berufstätigen Menschen dabei zu helfen, durch erholsamen Schlaf ihre Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig zu steigern“, teilt das Team mit. 

LeadRep

Das Startup LeadRep aus Frankfurt am Main, von Hafiz Mama und Herve Eblohoue ins Leben gerufen, richtet sich an B2B-Sales-Teams. „LeadRep helps B2B sales teams act on real buying signals – timing outreach based on context, intent, and change rather than static lead lists“, heißt es zur Idee hinter dem Unternehmen. 

PAVE Space

PAVE Space aus Crissier arbeitet an Orbital transfer vehicles (OTVs), die Satelliten in weniger als 24 Stunden ins All transportieren sollen. „Today, rockets reliably get satellites to low Earth orbit. But getting them from there to their final operational orbit still takes 6 to 12 months. We believe that has to change“, so das Team der Gründer:innen Julie Böhning und Jérémy Marciacq.

FREI

Hinter FREI aus Seeboden in Kärnten verbirgt sich eine gamifizierte App, die junge Menschen im DACH-Raum Schritt für Schritt durch die Selbstständigkeit führt. „Kein trockener Ratgeber, sondern ein echtes Begleittool für die Generation, die raus will – aber nicht weiß wie“, ist sich Gründer Luis Zauchner sicher.

lowcloud

lowcloud aus Bielefeld, von Thomas Ens, Florian Karbus und Fabian Sander angeschoben, bringt sich als „All-in-one Cloud-Deployment-Plattform“ in Stellung. Das Unternehmen „konfiguriert automatisch die Cloud-Infrastruktur, richtet die Deployment-Pipeline ein und übernimmt das vollständige Management“.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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#DHDL – Anirius, paddy, Sun Matters, frischluft Fensterbrett, FESTÁVOLO treten vor die Löwen

#DHDL

Die Löwen brüllen wieder! An diesem Montag geht es bei Vox zum Staffelfinale der 19. Staffel erneut in “Die Höhle der Löwen”. In der aktuellen Folge pitchen Anirius, paddy, Sun Matters, frischluft Fensterbrett und FESTÁVOLO.

Anirius, paddy, Sun Matters, frischluft Fensterbrett, FESTÁVOLO treten vor die Löwen

Montag, 13. April 2026VonTeam

In der erfolgreiche VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) dreht sich in der mittlerweile 19. Staffel wieder alles um spektakuläre Geschäftsideen, außergewöhnliche Pitches und umkämpfte Deals. Zur Löwen-Jury gehören in dieser Frühjahrs-Staffel der Regal-Löwe Ralf Dümmel, die Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler, der Sales-Löwe Carsten Maschmeyer, die Beauty-Löwin Judith Williams, die Familien-Löwin Dagmar Wöhrl und der Startup-Löwe Frank Thelen.

Die DHDL-Startups der Woche

Anirius aus Laupheim

Anil Kücük (27) und Marius Müller (26) bringen mit Anirius frischen Wind in den Besteckkasten. Ihre Idee: ein doppelseitiges Messer, das Schneiden und Streichen in einem vereint. Während eine Seite mit grobem Schliff selbst knusprige Brötchen mühelos durchtrennt, sorgt die feine Seite dafür, dass sich Butter, Marmelade & Co. sauber verstreichen lassen. Ein alltägliches Problem soll so mit nur einem Handgriff gelöst werden. Die beiden Feinwerkmechaniker haben rund drei Jahre an ihrem Produkt gearbeitet und verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen – vom einfachen Prototypen bis zum fertigen Edelstahlmesser. Erste Umsätze konnten sie bereits erzielen: In sieben Monaten verkauften sie rund 1.300 Sets und erwirtschafteten etwa 40.000 Euro Umsatz. Doch für den nächsten Schritt fehlt ihnen vor allem Erfahrung im Vertrieb und beim Markenaufbau. „Wir haben eine coole Erfindung, die es so noch nicht auf dem Markt gibt – jetzt brauchen wir die richtigen Partner, um sie groß zu machen“, so die Gründer. In der „Höhle der Löwen“ hoffen sie deshalb auf Unterstützung und bieten 80.000 Euro für 25 Prozent ihrer Firmenanteile.

paddy aus Bielefeld

Für Lukas Portmann (22) und Tobias Schröder (22) wird der Pitch in der „Höhle der Löwen“ zu einem ganz besonderen Tag: Ausgerechnet während ihres Auftritts feiern die beiden Gründer Geburtstag. Doch statt Torte essen steht für sie zunächst ein deutlich größeres Ziel im Fokus – die Zukunft der Bildung. Gemeinsam mit Matty Frommann (22) präsentieren sie paddy, einen KI-Agenten für Lehrkräfte, der den gesamten Unterrichtsalltag unterstützt. Denn: Ein Großteil der Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern entfällt inzwischen auf Aufgaben außerhalb des Klassenzimmers. Ihre Lösung ist ein intelligenter KI-Agent, der Lehrkräfte entlang des gesamten Workflows begleitet – von der Unterrichtsvorbereitung über die Durchführung bis hin zur Lernstandsanalyse. In Sekundenschnelle erstellt paddy lehrplankonforme Unterrichtsideen, Materialien wie Arbeitsblätter oder Podcasts sowie individuelles Feedback für Schülerinnen und Schüler. So gewinnen Lehrkräfte wertvolle Zeit zurück für das, was wirklich zählt: die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Idee kommt nicht von ungefähr: Schon während ihrer eigenen Schulzeit begannen die Gründer, Lehrkräfte im Bereich Digitalisierung zu schulen. Mittlerweile haben sie über 500 Schulen begleitet. Mit paddy wollen sie diesen Ansatz nun skalieren. Ihre Vision: Das volle Potenzial von KI für Schulen und Lehrkräfte zugänglich und im Alltag nutzbar machen. In der „Höhle der Löwen“ bieten sie 350.000 Euro für zehn Prozent ihrer Firmenanteile. Ob sie sich an ihrem Geburtstag mit einem Deal beschenken können?

Sun Matters aus Berlin

Stella Hinderer (29) und Karla Emcke (28) treten mit einer klaren Mission in die Höhle der Löwen: Sonnenschutz neu denken. Mit Sun Matters wollen sie ein oft unterschätztes Produkt neu positionieren. Ihre Vision: „Wir wollen Sonnencreme zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags machen.“ Für Gründerin Stella Hinderer ist die Beauty-Welt dabei kein Neuland: Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie, die die Branche nachhaltig geprägt hat. Ihr Großvater legte einst den Grundstein für das, was heute die Parfümeriekette Douglas ist. Früh tauchte sie in diese Welt ein und entwickelte eine Leidenschaft für Hautpflege und Markenaufbau. Auch beruflich bringt sie unternehmerische Erfahrung mit: Nach Stationen im Venture-Capital-Umfeld, wo sie in innovative Startups investierte, kennt Stella sowohl Wachstumsstrategien als auch Skalierungsprozesse aus erster Hand. Mit Sun Matters will sie nun ihr eigenes Unternehmen aufbauen – unabhängig und mit klarem Fokus auf eine starke Marke. An ihrer Seite: Karla Emcke. Die beiden lernten sich auf ungewöhnliche Weise kennen – über ein Business-Blind-Date, vermittelt von einer gemeinsamen Freundin aus der Startup-Szene. Seitdem bilden sie ein eingespieltes Team: Stella hat Sun Matters gegründet und verantwortet Strategie und Business, während Karla als kreativer Kopf das Produktdesign und die Markenwelt prägt. Ihr Produkt: eine innovative Sonnencreme mit besonders leichter Textur und der weltweit ersten zertifiziert mikrobiomfreundlichen Formel, die die natürliche Hautbarriere nicht nur schützt, sondern aktiv unterstützt. Ziel ist es, Sonnenschutz aus der „Urlaubs-Schublade“ zu holen und zu einem selbstverständlichen Bestandteil der täglichen Skincare-Routine zu machen – so intuitiv wie das Zähneputzen. In der „Höhle der Löwen“ bieten sie 100.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firmenanteile. Doch können sie die Investorinnen und Investoren von ihrer Vision überzeugen?

frischluft Fensterbrett aus Garching bei München

Was wäre ein Staffelfinale ohne einen echten Deal-Krimi? Genau dafür sorgen Benedikt Hartmann (25, Maschinenbau-Ingenieur) und Lukas Benkhoff (23, Bachelor in BWL) mit ihrem frischluft Fensterbrett – einer mobilen Fensterbank, die sich beim Öffnen des Fensters einfach mitbewegt und lästiges Abräumen überflüssig macht. Was als einfache Alltagsidee begann, wird plötzlich zum viralen Hit: Millionen Aufrufe in den sozialen Medien und 160.000 Euro Umsatz in nur sechs Monaten – komplett ohne Marketingbudget. Die beiden Gründer treffen damit offenbar einen Nerv. Doch reicht das auch für einen Deal in der Höhle? Im Pitch überzeugen die Jungunternehmer mit Pragmatismus und Ehrlichkeit: „Wir haben keine Raketenwissenschaft erfunden, aber einen echten Problemlöser.“ Während einige Löwen genau das feiern, hagelt es gleichzeitig Kritik: Ist das Produkt wirklich relevant genug? Und was ist mit Design und Funktionalität? Trotz Gegenwind entwickelt sich der Pitch zum spannenden Schlagabtausch, denn gleich zwei Löwen wittern Potenzial. Handelsprofi Ralf Dümmel ist überzeugt: Dieses Produkt passt perfekt zu ihm. Doch auch Tech-Investor Carsten Maschmeyer wittert das ganz große Geschäft. Es kommt zum offenen Bieterduell. Beide Löwen legen das gleiche Angebot auf den Tisch: 170.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Doch damit nicht genug. Carsten Maschmeyer geht noch einen Schritt weiter und bietet den Gründern sogar an, bei zukünftigen Ideen Erst-Investor zu sein. Ein ungewöhnlicher Move, der den Druck zusätzlich erhöht. Die Entscheidung fällt den Gründern sichtlich schwer. Am Ende wagen sie sogar ein Gegenangebot…

FESTÁVOLO aus Heide

Zum krönenden Abschluss der 19. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ lädt Nils Dethloff (45) von FESTÁVOLO zu Tisch – und zwar an einen ganz besonderen: einen Design-Grilltisch mit integrierter Grilleinheit, an dem jeder Gast direkt am Platz grillt und so vom Zuschauer zum Mitgriller wird. Schon beim Einzug in die Höhle wird klar: Dieser Pitch ist anders. Die Löwen nehmen Platz, die Stimmung ist locker – und plötzlich wird aus der klassischen Investorenrunde ein gemeinsames Grill-Erlebnis. Zwischen Grillrost und Keramikplatten entsteht schnell eine ungewohnte Nähe am Tisch der Entscheidungen. Denn hinter dem Produkt steckt eine bewegende Geschichte: Nils Dethloff – ursprünglich aus Heide in Holstein – hat 20 Jahre seines beruflichen Lebens in Russland verbracht und dort einen Holzverarbeitungsbetrieb aufgebaut. Durch die EU-Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges verliert er jedoch seine wirtschaftliche Grundlage und steht vor einem kompletten Neuanfang. „Das war der größte Schicksalsschlag meines Lebens“, erzählt der Gründer offen. Statt aufzugeben, investiert er jedoch weiter in seine Idee – insgesamt rund eine Million Euro fließen in die Entwicklung von FESTÁVOLO. Für ihn ist der Grilltisch mehr als ein Produkt: „Das ist für mich wie ein fünftes Kind. Ich habe alles reingesteckt, weil ich überzeugt bin, dass dieser Tisch Menschen zusammenbringt.“ Und genau das wird im Pitch erlebbar: Der Tisch ist nicht nur Möbelstück, sondern Erlebniszentrum. Gasgrill, Backofen, Kochfläche – alles ist integriert und macht gemeinsames Kochen zum sozialen Event. Während die Löwen grillen, wird diskutiert, probiert und gelacht. Die Löwen zeigen sich beeindruckt vom Konzept und der hochwertigen Verarbeitung. Gleichzeitig stellen sich kritische Fragen zu Marktgröße, Preispositionierung und Skalierung eines sehr erklärungsbedürftigen Premiumprodukts. Am Ende geht es um viel mehr als nur einen Tisch – es geht um eine Vision vom gemeinsamen Leben im Freien. Doch reicht das, um die Investoren zu überzeugen und den letzten Deal der Staffel zu sichern? 500.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile stehen im Raum und der letzte Pitch dieser Staffel wird zum echten Härtetest zwischen Emotion, Design und Marktrealität.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

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