#DHDL – cuci cuci, Doublededck, memperience, Kezzel, Planty Fuel treten beim Weihnachts-Special vor die Löwen

#DHDL

Es geht wieder in die Löwen-Höhle! An diesem Dienstag flimmert bei Vox das Weihnachts-Special der erfolgreichen Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” über den Bildschirm. In der Festtags-Folge pitchen cuci cuci, Doublededck, memperience, Kezzel und Planty Fuel.

cuci cuci, Doublededck, memperience, Kezzel, Planty Fuel treten beim Weihnachts-Special vor die Löwen

Dienstag, 10. Dezember 2024VonTeam

Seit zehn Jahren gibt es nun die erfolgreiche Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen (DHDL). Und auch im Jubiläumsjahr, in der mittlerweile 16. Staffel, gibt es wieder ein Weihnachts-Special, in dem das mehrköpfige Löwenrudel fette Beute wittert. Die Festtags-Jury besteht diese Mal aus der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl, dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, dem Produkt-Löwen Tillman Schulz und der Beauty-Löwin Judith Williams.

Die DHDL-Startups des Weihnachts-Specials

cuci cuci aus Passau


Tina Califano (53) bringt alle Zutaten mit, die ein guter Weihnachtspitch braucht: glühende Leidenschaft, ein innovatives Produkt für Kinder – und Alpaka Finn. Und nicht nur seine großen Kulleraugen leuchten, als die Gründerin ihr Startup cuci cuci vorstellt. Auch die Investoren und Investorinnen sind von den DIY-Nähmaschinen-Sets für Kinder begeistert. Alpaka Finn ist das Maskottchen und steht Pate für eines der besonderen Kuscheltiere. Gemeinsam mit der 13-jährigen Sarah stellt die Gründerin ihr Startup cuci cuci (italienisch: “Na?he los!”) für Näh-Baukasten-Sets vor. “Als ausgebildete Pädagogin weiß ich, warum Nähmaschinen Kinder magisch anziehen. Sie wollen Erfolgserlebnisse sammeln und stolz präsentieren, was sie ganz allein geschafft haben”, so Tina Califano. Doch herkömmliche Schnittmuster sind für die Kinderhände viel zu kompliziert. Zudem verlangt der lange Nähprozess viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Mit ihren entwickelten Näh-Baukasten-Sets können schon die Kleinsten ihr eigenes Kuscheltier nähen und das in rund zwei Stunden. Die Sets enthalten alle Materialien, die für das Kuscheltier benötigt werden – darunter die Nähanleitung und -vorlage, Kuschelstoff, Schnittmuster und Arbeitsmaterial. Neben dem Alpaka gibt es im Sortiment u.a. ein Pferd, ein Einhorn oder ein Herz. Mit einem Investment von 60.000 Euro würde die Gründerin die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen ausbauen. Im Gegenzug bietet sie 20 Prozent ihrer Firmenanteile an. Gleich mehrere Löwen bangen um einen Deal und hoffen auf ihr Weihnachtswunder. Aber in wessen Hände schlägt Tina am Ende ein?

Doublededck aus Nürnberg


Weihnachtszeit bedeutet auch – ab auf die Piste in den Winterurlaub. Und DEN will dieser Gründer sicherer machen: Andreas Kramer (49) hat mit Doubledeck ein Snowboard entwickelt, das dank besonderer Taillierung nicht so leicht verkanten und somit Stürze reduzieren soll. Doch bevor der Gründer zu den Details kommt, lädt Andreas Kramer zu einer Aufwärmstunde ein – die Löwen machen sich mit Snowboardschuhen und -brillen für den Pitch bereit. “Das Doubledeck definiert den Snowboardsport komplett neu!”, ist Andreas Kramer überzeugt. “Drei patentierte Technologien ermöglichen es, das Snowboarden leichter zu erlernen und deutlich sicherer auf dem Brett zu stehen.” Doubledeck besteht aus zwei Elementen: Das Motherboard und ein zusätzlich auf dem Deck montierter konvex gewölbter Steg. Dies ermöglicht, durch den Druck über die patentierte CPS- Bogenkonstruktion, eine bessere Kraftübertragung auf die Kanten. Der höhere Stand auf dem Doubledeck unterstützt zusätzlich, im Vergleich zu herkömmlichen Snowboards. “Mit Eurer Unterstützung möchte ich Doubledeck als DAS Snowboard am Markt etablieren”, wendet sich der Gründer an die Investoren. Der Wintersport erfahrene Nils Glagau testet das Board auf Herz und Nieren. Er ist sichtlich interessiert, hadert aber mit der hohen Firmenbewertung von 500.000 Euro für fünf Prozent der Firmenanteile. Endet der Pitch mit einem besinnlichen Deal?

memperience aus Karlsruhe


“Erinnerungen sind die schönsten Geschenke, die man machen kann”, ist sich Gründer Manuel Mandel (24) sicher. Eine der schönsten Erinnerungen in der Höhle ist für Investorin Judith Williams ein Tanz mit Ralf Dümmel aus der Weihnachtssendung von 2023. Grund genug für die beiden, um zu den Klängen von Mariah Careys “All I Want For Christmas Is Yo”“ noch mal gemeinsam die Hüften zu schwingen. “Ralf, da wartet noch eine Karriere für uns auf dem Tanzparkett”, schwärmt die Löwin über ihren Tanzpartner. Werden die Löwen auch von dem Gründertrio und ihrem Startup begeistert sein? Mit memperience möchten die Brüder Cedric (26), Manuel (25) und Julian Mandel (29) Erinnerungsvideos ein neues Zuhause schenken, die sonst keinen Platz und keine technische Möglichkeit in Fotobüchern finden und auf den Handys verstauben. Zu dieser Idee kam Manuel während seiner Weltreise. Unterwegs hat er die tollsten Momente erlebt: von der Safari in Südafrika über das Schnorcheln mit Mantarochen auf den Fiji-Inseln bis hin zur Tour durchs australische Outback. “Alle diese Erfahrungen habe ich festgehalten. Auf Fotos, aber ganz besonders auch auf Videos. Und gerade mit Videos kann man diese Momente noch mal intensiv nacherleben”, so der Gründer. Fotobücher zu gestalten ist heutzutage einfach, aber die Videos werden aufgrund der fehlenden Möglichkeit meist nie wieder angesehen. Das löst memperience mit ihrem Produkt: Das VideoBook ist ein Fotoalbum, in welchem nicht nur Texte und Bilder, sondern auch echte Videos mit Ton direkt auf den Papierseiten angeschaut werden können. Durch Aufbla?ttern der jeweiligen Seite startet das Video automatisch, wird die Seite geschlossen, stoppt auch das Video. Wie die schon bekannten Fotobücher kann das VideoBook online über die Plattform individuell konfiguriert oder als sofort bestellbares Blankobuch gekauft werden. Jedes der hochgeladenen Videos bekommt ein ca. 1,5 Millimeter flaches Display und wird mit der Technik im Buch verbunden. Mit dem mitgelieferten USB-Kabel kann das VideoBook einfach im Bücherregal aufgeladen werden und ist so immer direkt einsatzfähig. Als besonderes Geschenk gibt es für die Investoren noch ein “Die Höhle der Löwen”-Weihnachtsvideobuch. Die Löwen schwelgen beim Öffnen des VideoBooks begeistert in Erinnerungen an die letzte Weihnachtssendung. Sind sie auch genauso angetan von dem Angebot der Brüder? Für 150.000 Euro bieten sie sieben Prozent ihrer Firmenanteile an.

Kezzel aus Bochum


Alexandros Zachos (59), Thomas Ifland (62) und Sabine Schröder (58) präsentieren mit Kezzel einen innovativen Wasserkocher für Induktionsherde, der keinerlei Elektronik hat und trotzdem automatisch abschaltet, wenn das Wasser kocht. Die beinhaltete magnetische Platte bewegt sich nach dem Betätigen des An-Knopfes nach unten. Der Induktionsherd erkennt durch den Glasboden des Kezzels diese magnetische Platte und beginnt so das Wasser zu erhitzen. Im Deckel ist eine Auslöseeinheit eingebaut, die ursprünglich aus der Weltraumtechnik stammt. Sie reagiert auf die Temperatur des Wasserdampfes und sorgt dann dafür, dass die magnetische Platte wieder hochkommt, der Induktionsherd stoppt die Energieübertragung und schaltet sich aus. Kezzel bietet einige Vorteile gegenüber einem normalen Wasserkocher: Er nimmt keinen festen Platz in der Küche ein, hat keine störenden Kabel oder Dockingstation, lässt sich leicht entkalken und sogar in der Spülmaschine reinigen und hält laut der Gründer ewig. Mit einem Investment von 250.000 Euro möchte das Gründertrio vor allem die Bereiche Marketing, Vertrieb und die Produktentwicklung ausbauen. Im Gegenzug bieten sie zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

Planty Fuel aus Oldenburg


Gründerin Anna Lessing (27) ist eine junge Unternehmerin mit einem starken Engagement für vegane Ernährung und Lebensmittelzubereitung. Bereits 2021 gründete sie Veeze für hochwertige vegane Käsealternativen. Ihre neuste Produktidee: vegane Creme-Liköre. Herkömmliche Eier-, Kaffee- oder Haselnussliköre bestehen teilweise aus Eiern oder Sahne. Mit Planty Fuel verzichtet die Oldenburgerin komplett auf tierische Produkte: “Das sind wunderbar cremige rein vegane Liköre, die dem tierischen Pendant weder im Geschmack noch in der Wirkung nachstehen.” In ihrem Sortiment bietet sie ihre Liköre in sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen wie z.B. Pistazie-Orange, Kaffee-Karamell, Schoko-Haselnuss oder Vanille sowie auch eine alkoholfreie Variante an. “Fehlen darf natürlich heute nicht `Santas Bester Likör`, der wunderbar weihnachtlich nach Lebkuchen, Zimt und Kakao schmeckt und perfekt zum Festtagsmenü schmeckt.” Die Löwen testen sich begeistert durch die verschiedenen Liköre und bekommen zum Abschluss noch ein Stückchen ihrer veganen Käsealternative gereicht. “Mein Ziel ist es, eine Dachmarke für vegane Qualitätsprodukte aufzubauen”, so Anna Lessing. Ihr Angebot an die Löwen: 80.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#DealMonitor – Rebike sammelt 13 Millionen ein – Dunia erhält 11,5 Millionen – Rivean übernimmt Perbility

#DealMonitor

#DealMonitor Rebike sammelt 13 Millionen ein Dunia erhält 11,5 Millionen marcapo investiert in Hase & Igel Rivean Capital übernimmt Perbility DHDL: fredis – bae – Bulgurcups.

Rebike sammelt 13 Millionen ein – Dunia erhält 11,5 Millionen – Rivean übernimmt Perbility

Mittwoch, 23. Oktober 2024VonTeam

Im #DealMonitor für den 22. Oktober werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Rebike 


Decathlon Pulse, die Wagniskapitalsparte des Sporthändlers Decathlon, Circularity Capital, Tengelmann Ventures, Parkshore und Vorwerk Ventures investieren 13 Millionen Euro in Rebike – siehe Linkedin. “Jetzt richten wir unseren Blick auf ganz Europa, um unsere Position weiter zu stärken und unser zirkuläres Geschäftsmodell international zu etablieren und zu skalieren”, teilt das Team mit. Circularity Capital, Tengelmann Ventures, Parkshore Holding, Vorwerk Ventures und Co. investierten zuletzt 24 Millionen Euro in Rebike. Insgesamt flossen nun bereits 40 Millionen in das Unternehmen. Rebike aus Krailling bei München, 2018 von Thomas Bernik und Sven Erger gegründet, betreibt mit rebike1 einen Marktplatz für den Verkauf von gebrauchten E-Bikes und mit eBike Abo einen Abodienst für angesagte E-Bikes. Zudem vermietet das Unternehmen E-Bike-Flotten an Verleihpartner, Hotels und Firmen. 2022 erwirtschaftete Rebike einen Umsatz in Höhe von 20,7 Millionen Euro (Vorjahr: 10,2 Millionen) sowie einen Verlust von 9,3 Millionen (Vorjahr: 4,4 Millionen). Mehr über Rebike

Dunia


Elaia, redalpine, EIC, Pace Ventures, Kindred Capital, Deep Science Ventures, Anglo American und Business Angels investieren 11,5 Millionen US-Dollar in Dunia. Das Berliner DeepTech-Startup, 2022 von Alexander Hammer, Ahmed Ismail und Marcus Tze-Kiat Ng gegründet, entwickelt neue Materialien für saubere Energien. “Dunias KI-gesteuerte Plattform beschleunigt die Entdeckung von Materialien, die für kohlenstoffarme Brennstoffe und Chemikalien entscheidend sind. Durch die Kombination von ML und einem selbststeuerndem Labor verkürzt Dunia den Entdeckungsprozess von Jahrzehnten auf weniger als drei Jahre – ein Durchbruch für die Energiewende”, teilt das Unternehmen in eigener Sache mit.

Hase & Igel


Das Unternehmen marcapo, das eine Marketingplattform anbietet, investiert eine siebenstellige Summe in Hase & Igel. Das Big Data-Analytics-Unternehmen aus Oldenburg, 2018 von Jan Schoenmakers gegründet, kümmert sich um die “integrierte Analyse von Unternehmens- und Marktdaten in Einkauf, Marketing und Vertrieb”. Das frische Kapital soll in die “Internationalisierung und einen weiteren Anschub des Wachstums” fließen. Mehr über Hase & Igel

MERGERS & ACQUISITIONS

Perbility


Der  Private-Equity-Investor Rivean Capital übernimmt die Mehrheit am Bamberger HR-Unternehmen Perbility. “Gemeinsam mit dem Management-Team von Perbility wird Rivean Capital die Anteile vom bisherigen Mehrheitsgesellschafter Main Capital Partners übernehmen”, heißt es in einer Presseaussendung. Das Unternehmen “bietet eine umfassende Palette an HCM-Lösungen, die den gesamten Mitarbeiter-Lebenszyklus von der Talentakquise über das Talentmanagement bis zur Organisationsplanung abdecken”. in diesem Jahr peilt das Perbility-Team, das aus 160 Mitarbeitenden besteht, einen Umsatz in Höhe von 29 Millionen an. Main Capital Partners stieg 2020 bei Perbility, das 2009 von Andreas Meck gegründet wurde, ein. Mehr über Perbility

DIE HÖHLE DER LÖWEN

fredis 


 Regal-Löwe Ralf Dümmel investiert in der siebten Folge der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 200.000 Euro in fredis und sichert sich dabei 15 % am Unternehmen. Das Unternehmen aus Stralsund setzt auf eine Dusche speziell für Kinder.

bae


 Produkt-Löwe Tillman Schulz investiert in der siebten Folge der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 180.000 Euro in bae und sichert sich dabei 20 % am Unternehmen. Das Unternehmen aus Tirol setzt auf “Soft-Haferriegel und gefüllte Bites mit Präbiotika”. Der Deal platzte nach der Show.

Bulgurcups


 Regal-Löwe Ralf Dümmel investiert in der siebten Folge der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 80.000 Euro in Bulgurcups und sichert sich dabei 25 % am Unternehmen. Das Unternehmen aus Köln setzt auf Instant-Fertiggerichten aus Basis von Bulgur.

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Foto (oben): azrael74

#Gastbeitrag – Erfolg liegt auch abseits der Metropolen

Trotz der Corona-Krise nimmt die Gründungsaktivität in Deutschland weiter zu. In Niedersachsen ist beispielsweise laut dem Startup Monitor Niedersachsen die Zahl der Startup-Gründungen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen. Denn auch abseits der Startup-Hochburgen Berlin, München, Hamburg und Frankfurt existieren längst lebendige Startup-Ökosysteme. Ein wertvoller Partner sind dabei Initiativen und Gründerzentren, die junge Startups aus der Region nicht nur unter einem innovativen Dach vereinen, sondern ihnen auch das richtige Werkzeug und Wissen für den Start an die Hand geben. Hier sind die vier wichtigsten Vorteile des Gründens abseits der Metropolen.

Infrastruktur und Netzwerk – die Grundlagen des Gründens

Entscheidend für die Wahl des Standorts ist für viele Gründer:innen zunächst die Frage nach der vorhandenen Infrastruktur. Ein breites Netzwerk von Expert:innen, Know-how, Mentor:innen und Investor:innen sollte vor Ort zugänglich sein. Der Blick auf mögliche Partner, wie das passende Gründerzentrum in der gewählten Umgebung, kann dabei helfen. Gute Kontakte zu Hochschulen, Kammern sowie der Wirtschaftsförderung können hier eine wichtige Rolle im weiteren Aufbau des jungen Startups spielen.  

Das Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO) stellt beispielsweise sein Netzwerk in der Region und in Niedersachsen den ansässigen Unternehmen zur Verfügung. Die Vorteile der Region liegen hierbei besonders in den kurzen Kommunikationswegen, die durch persönliche Kontakte stets gegeben sind. Vor allem Startups mit einem digitalen Fokus können aufgrund ihrer Standortunabhängigkeit von den persönlichen Netzwerken abseits der Metropolen profitieren, vorausgesetzt die digitale Infrastruktur erlaubt die notwendige Konnektivität. Der Ausbau des Breitbandnetzes wird diese Komponente auch in Zukunft weiter fördern und Gründungswillige mehr und mehr aus den Metropolen ziehen – wer allerdings nicht bis zum Glasfaserausbau warten kann und möchte ist auch in diesem Falle in einem Gründerzentrum in der Region gut aufgehoben. 

Viele Gründerzentren setzen auch beim Arbeiten auf kreative Konnektivität und ermöglichen durch Coworking Spaces eine Interaktionsplattform, die Gründer:innen weitere Anknüpfpunkte sowie flexibles Arbeiten ermöglichen soll, so auch im GO! Work Coworking Space des TGO.

Verlässlichkeit, Vertrauen, Vorsprung 

Verlässlichkeit und Vertrauen innerhalb der Szene schaffen ein sicheres Netz für Gründer:innen. Daraus resultieren schnelle Entscheidungen, etwa hinsichtlich Kooperationen oder der Finanzierung. Gründer:innen profitieren regional oftmals von einer hohen Transparenz und einem funktionierenden „Empfehlungsmarketing“. Innerhalb der Gründungsszene herrscht hinsichtlich der Unterstützung kein Verdrängungswettbewerb, sondern ein viel mehr passend abgestimmtes Angebot, das jedem Startup diverse Chancen ermöglicht. Eine Studie des deutschen Industrie- und Handelskammertages hat vor einiger Zeit analysiert, warum viele Gründungsinteressierte letztlich vor einer Gründung zurückschrecken: An erster Stelle stehen bürokratische Anforderungen. Auch bei dieser Hürde können Gründerzentren den Gründer:innen häufig ebenfalls behilflich sein. Durch die vielfältige Gründerszene, die sich an solch innovativen Knotenpunkten zusammenfindet, stützen sich Gründerzentren auf jahrelange Erfahrungen, die sie an die Gründer:innen und jungen Unternehmen weitergeben. Dieses Engagement fördert die Vertrauensbasis und ermöglicht den Gründer:innen einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Einzelkämpfer:innen die außerhalb von Gründerzentren agieren.

Attraktive Förderung, Finanzierung und Fixkosten

Dass auch die Regionen abseits der Metropolen attraktiv für Gründer:innen sein können, zeigt sich durch diverse konkrete Förderungsprogramme und Finanzierungshilfen, die auch vermehrt von Gründerzentren ins Leben gerufen werden. Das TGO beispielsweise bietet Startups seit drei Jahren das Accelerator-Programm GO!. Gründer:innen können dabei auf ein Netzwerk aus starken regionalen Akteuren in den Bereichen Digitalisierung, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit bauen das ihnen hilft, ihr Geschäftsmodell aufzustellen. Darüber hinaus bietet das GO! auch Geschäftsmodellentwicklungen für größere Unternehmen an und hat bereits den Energiekonzern EWE AG sowie das Großhandelsunternehmen FAMO beraten. 

An dem Accelerator-Programm beteiligen sich unter anderem die in Oldenburg ansässigen Unternehmen EWE sowie CEWE. Auch Forschungseinrichtungen, wie das OFFIS (Institut für Informatik der Universität Oldenburg) sind an dem Programm beteiligt. Im Rahmen des speziellen Förderprogramms erhalten Startups über sechs Monate ein intensives Coaching und bekommen die Chance mit erfahrenen Expert:innen zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus sind hier auch weitere Forschungseinrichtungen (Fraunhofer, DFKI, DLR) angesiedelt, die einen anwendungsorientierten Forschungsansatz verfolgen und an der Kooperation mit Startups interessiert sind. 15 Partner aus der Wirtschaft, sowie das Land Niedersachsen und die Stadt Oldenburg fördern den Accelerator. Durch diese Förderung ist es für die teilnehmenden Startups auch nicht notwendig, Firmenanteile abzugeben, wie es teilweise bei anderen Accelerator-Programmen der Fall sein kann.

Doch auch, wenn solche Initiativen an anderen regionalen Standorten erst wachsen und noch nicht überall verfügbar sind, so sind hier doch die attraktiven niedrigen Fixkosten für Gründer:innen ein weiteres Argument entgegen der hohen Mietpreiskonkurrenz in den Metropolen. Wenn das junge Startup dann exponentiell schnell wachsen sollte und Personalzuwachs notwendig ist, bedeutet das für Gründer:innen in diesem Milieu weniger finanzielle Belastung als in einer überteuerten Metropolenregion. Darüber hinaus bieten Gründerzentren durch die oftmals flexibleren Mietkonditionen nicht nur geeigneten Freiraum für die schnelle Vergrößerung oder, wenn nötig, Verkleinerung der jungen Unternehmen. Sie bieten zusätzlich mit attraktiven Serviceleistungen rund um das Unternehmertum einen Mehrwert, den es in herkömmlich gewerblichen Immobilien nicht gibt. Abseits der Ballungszentren lohnt sich der erwähnte Kostenvorteil außerdem nicht nur im beruflichen Kontext der Gründung, sondern auch privat. Egal ob Mietwohnung oder Eigenheim, die Lebenshaltungskosten sind hier wesentlich moderater. 

Hoher Lebensstandard, hohe Zufriedenheit, hohe Erfolgschancen

Aus einer geringeren finanziellen Belastung ergibt sich abseits der Metropolen für Gründer:innen häufig automatisch die Möglichkeit, einen höheren Lebensstandard zu halten. Eine Studie der Hochschule Landshut aus 2020 hat außerdem gezeigt, dass die knapp 100 teilnehmenden Gründer:innen die familiäre Situation in ländlichen Regionen als eine deutlich höhere Priorität wahrnahmen. Mehr Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance ist die Folge, genauso wie der Vorteil der geringen Distanz zum Wohnort und der dadurch eingesparten Pendelzeit. Diese Zufriedenheit hält auch bei einem großen Teil der Gründer:innen dem potentiellen Drang zum Standortwechsel in eine Metropole statt. Im Fokus stünde auch hier, näher an regionale Gründerzentren oder Kooperationspartner zu kommen. 

Dass die Entscheidung, weg aus der Metropole, hin zum regionalen Gründen, belohnt werden kann zeigen auch die vielen Oldenburger Gründer:innen, wie beispielsweise der junge Geschäftsführer von Quantumfrog, Hendrik Rump. Die Oldenburger Digital-Agentur Quantumfrog ist seit 2015 Mieter im TGO und wurde jüngst mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet. Auch zukunftsorientierte und nachhaltige Startups, wie Buses4Future nutzen die Möglichkeiten innerhalb des Gründerzentrums. Buses4Future produziert Wasserstoff-Busse, die eine emissionsfreie Mobilität ermöglichen. Das Oldenburger Startup wurde 2020 Landessieger im Gründerwettbewerb der KfW Bankengruppe, nachdem es zuvor den Accelerator GO! durchlaufen hatte. Darüber hinaus erhielt Buses4Future Venture-Capital durch das Land Niedersachsen. Diese Erfolgsgeschichten zeigen deutlich die Vorteile des vorhandenen und ausgeprägten Netzwerks auf.

Fazit

Zusammengefasst zeigt sich, dass das Gründen abseits der großen Metropolregionen besonders von kurzen Wegen, abgestimmten Angeboten und persönlichen Kontakten profitiert. Die darüber hinaus benötigte Infrastruktur kann durch geeignete Partner, wie Gründerzentren, in der jeweiligen Region etabliert werden. Sowohl junge Startups als auch lange in der Region verankerte Unternehmen werden dabei durch eine florierende Gründungsszene miteinander vernetzt und nachhaltig gestärkt.

Über den Autor


Jürgen Bath ist seit 20 Jahren Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums Oldenburg – TGO und betreut dort und im angeschlossenen Accelerator „GO! Start-up Zentrum“ junge innovative Unternehmen.  Ehrenamtlich ist er regional und überregional für die Interessen von Start-ups tätig,  u.a. als 1. Vorsitzender des „Verein Technologie-Centren Niedersachsen e.V.“ – VTN, als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Innovationszentren BVIZ und als Mitglied der Vollversammlung der Oldenburgischen IHK.

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Foto (oben): Shutterstock

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